Tag-Archiv für 'zucker'

Des Torrones Zier vervollständigend zu fabrizieren ist mitunter dem immer wieder aufkommenden Ausbruch einer auf Grund anhaltender Rührunlustigkeit ein Stückerl zu wenig fest gewordenen süßen Masse geschuldet und macht sich arbeitsaufwändig aber eigentlich im Verhältnis als gar lustig daherkommende Flickschusterei köstlichster Art bemerkbar (2-Jahres-Vorrats-Produktion)

torrone mit scchokolade
Torrone mit leichter schokoladenhafter Bodenstützung (und kleinerer Dellen)

Aaah, Torrone, die richtige natürlich, die Sonne Italiens, Spaniens oder wie auch immer auf den Tisch, nicht die mit Zucker in elegante Kartons gepresste Masse, die Honig nur als unerwünschte Zutat im Konsumgeschäft ansieht.
Honig — in echte Torrone muss Honig rein, sonst schmeckt sie nicht richtig. Die Fertigung dauert laaaaange, laaaaange Zeit, zumindest wenn sich nicht einer dieser praktischen automatischen Kupferrührkessel im Haushalt befindet.

geroestete mandeln mit schale
Frisch geröstete Mandeln in bröseliger Schale sind noch handfreundlich beitragend zur guten Süßspeise

Zum letzten Mal gefertigt vor zwei Jahren, Torrone-Rezept hier, war die Ausprobierung überaus gelungen, ein feiner Duft verwöhnt das kostenlose Fitnessprogramm für die Arme und die sehnsuchtsvolle Ausharrung auf das phänomenale Ergebnis belohnt die Wartenden dann ja auch eifrig ;-)

Diesmal sollte sich der Aufwand so richtig lohnen, gleiches Rezept aber doppelte Menge bei gleicher Rührerei — Hurra! Besuch geladen, Kochlöffel in die Hand gedrückt und los ging es:

mandeltuete
Notration bereits geschälter Mandeln

Frische geröstete Mandeln aus diesjähriger Ernte, deren Schale sich schön bröslig entfernen ließen waren mitgebracht worden und zur Sicherheit für den Fall ungenügender Geschmacksfeinheit auch gleich noch welche ohne die harte Außenschale.
Dann kurz ab in das bereitstehende brodelnde Wasser für eine Minute und dann raus damit und ganz leicht die Schale abrubbeln (Tipp: Nicht den Topf für das noch anstehende Wasserbad benutzen, die braune Farbe prägt sich förmlich ein und erfordert erhöhten Putzaufwand).

Dann ein Kilo wunderbar duftenden Orangenblütenhonig im Wasserbad fast schonend erhitzt ;-) und nach schon mal einstimmender reduzierender Tätigkeit dann auch noch 400 ml mit etwas Wasser eingekochte Zuckermasse hinzugegeben und gerührt und gerührt, derweil die Kräfte aufgesplittet und die vergessene doppelte Menge an gesunden Bio-Eiern rasch geordert.

torrone tiefgekuehlt
Eisgekühlte Torrone verformt sich ein klein wenig — dafür splittert es besser

Sodann das Eiweiß von 8 Eiern schaumig-fest geschlagen und mit hinzu, eine weißliche Färbung weiß hier den dunklen Honigton ein wenig als mehr zu verdrängen und dann heißt es wirklich mehrere Stunden sanft das Wasser rauszurühren.
Die Gierigkeit in Bezug auf die Menge zeigt hier aber auch die Grenzen der vorhandenen Gerätschaften, war die Rührschüssel im großen Kochtopf beim letzten Mal noch perfekt, so ist nun die Torronerohmasse, der weiße Nougat Italiens, im oberen Bereich torronewasserbadvorrichtung samt ruehrschuesselnicht ständig unter der Wasserlinie, alleine auf die Hitzetransportfähigkeit des Edelstahls angewiesen, was jetzt zu erhöhter Vorsicht führen muss, um ein Anbrennen zu verhindern.

Irgendwie war die Menge dann auch etwas zuviel, denn es dauerte mindestens gefühlte zwanzig Stunden länger mit der Armtätigkeit während die schicke kulinaria-katastrophalia-Küche sich allmählich in eine duftende Sauna verwandelte.

Irgendwann mitten in der Nacht beschlossen, dass es reichen müsste und ab mit der schon festen Masse, die noch rasch um die Mandeln ergänzt wurde auf das Backpapier, das dummerweise nicht glatt war, sondern ein mehr oder minder einprägsames Wabenmuster aufwies (wenn die Torrone also nicht mit Schokolade oder was auch immer überzogen werden soll darauf achten).

torronenunterseitenwabenmuster
Glatte Marmorplatte stand nicht zur Verfügung — das Wabenmuster hat aber zumindest Waffelanleihen ;-)

Am nächsten Morgen dann die Einsicht, dass ein wenig länger Rühren (bestimmt nur 15 Minuten!) auch nicht die schlechteste Tätigkeit gewesen wäre, die Torrone erwies sich als noch einen kleinen Tick zu zergehend, was sich auch auf die Höhe der ausgeschütteten Masse auswirkte, also einfach das Backpapier umgeklappt und wieder eine akzeptable Form erreicht :-)

Dann heißt es warten, mit zunehmender Erwärmung der Küche zeigte sich aber auch, dass ein gewisses Zergehen nicht aufzuhalten war, Aaarrrghhh! Verfluchte Sache, also kurz für ein paar Minuten ab in das Tiefkühlgerät, endlich fester, vielleicht sogar ein bissl zu fest, es splitterte schon, also noch mal warten bis es wieder weicher wurde.

Unter von stöhnenden Klagen getragenen Kraftaufwand den Fladen in mehr oder minder ansehnliche Stücke zerteilt, derweil eingesehen, dass diese wieder kurz tiefgekühlt werden müssen bevor sie gar nicht mehr abgehen von der Unterlage.

schokoladiges gewusel auf torrone
Die Verzierkunst geht trendig einher mit den Fließeigenschaften der Couvertüre :D

Dann in die Massenproduktion eingestiegen, Couvertüre-Zeugs im Wasserbad erhitzt und rasch mit einem Löffel aufgetragen, an kühlem Orte trocknen lassen und die sich wieder klebriger werdenden Stücke abgezogen und die Rückseite ebenfalls versorgt. Profis verwenden natürlich irgendwelche Roste, Gitter oder so Schnickschnack, haben wir aber nicht, muss auch so gehen.

Allerdings zeigte sich alsbald die Schwäche gewisser schokoladenüberzogener Regionen, die Torrone quillte langsam aber sicher aus kleinsten dafür aber wenigen Stellen heraus, ähnlich Basaltprismen, also Flickschusterei ist angesagt, wiederholtes Auftragen der Deckmasse, eine Sisyphusarbeit, bei einigen Stücken von Erfolg gekrönt, bei andern…. na ja.
Nach ein paar Tagen aber schon Fortschritte zu ersehen, die Vulkantätigkeit reduziert sich, die Masse härtet langsam aber sicher aus.

torrone flickschusterei
Schicklich geflickte Torrone

Die noch weiche Torrone belohnt aber umso mehr, auf der Zunge zergehend und fast gar nicht an den Zähnen klebend ;-) erweist sich das Resultat mit seinen duftenden Aromen nach Orange und Vanille (das Zuckergefäß enthielt noch eine ausgekratzte Vanillestange!) als geradezu prädestiniert sich in wolligste Träume zurückzuziehen.
Ja – genau so muss Torrone nach sich doch überaus lohnender Arbeit schmecken. :-)

Die Berichte über die Erkundung der härteren Konsistenz dann nach guter reiferer Lagerung ;-)



Und weil Torroni so schön süßlich sind, muss dazu natürlich noch die entsprechende schmalzige Musik gespielt werden: Guantanamera passend interpretiert von der italienischen Band Banda Bassotti und Lou Watts (Chumbawamba). Das Lied übrigens geht auf einen Gedichtband von José Martí, den kubanischen Nationalschriftsteller und Unabhängigkeitskämpfer, zurück, und wurde von Fernández Díaz vertont und wiederum mit dem Folk-Sänger Pete Seeger („Sag mir, wo die Blumen sind“) ab Ende der 60er in sozialen Bewegungen bekannter.

Herausgebrochen aus umwickelter Unterlage erweist sich das Ricotta-Eis durchaus als hartes üppiges Exemplar — ganz im Gegensatz zum Abend vorher war die cremige Konsistenz rückläufig was aber an geänderter Rezeptur durchaus gelegen haben könnte (denn rücksichtsvoll wurde diese geändert)

ricotta eis mit wassermelone
Wassermelone zur Zier

Der Reihe nach: Bei Lorbeerkrone ein schickes Eis aus Ricotta gesehen, dass heißt eigentlich kein richtiges Eis, aber sowas was auch ohne Gelenkentzündung mittels Schlagzeug oder einer nicht vorhandenen Eismaschine zu fabrizieren war. Zutaten waren auch fast alle da, einzig das anvisierte Pergamentpapier sollte durch Frischhaltefolie ersetzt werden.

Doch dann die erste Einschränkung, der Besuch erklärte schanger zu sein und rohe Eier nun auf gar keinen Fall essen zu können. Galant, dass die genussmousse-Nachbarschaft erröten würde, wurde flugs dem Wunsch entsprochen, schon ohne. dass der Nachwuchs keck blinzelt.

Eigelbe bringen sicher Festigkeit rein, ev. auch Geschmack (irgendwas haben sich Reinhardt Hess und Sabine Sälzer, die Autorinnen der „Echten italienischen Küche” sicher bei der Erfassung gedacht) — also irgendwie ersetzen, Joghurt, der gute gerührte Biojoghurt mit dem leckeren frischen Geschmack durfte ran, statt Marsala wie im Originalrezepte vorgesehen dann Rum, siebenjährigen cubanischen Rum, wenn schondennschon! :D

Joghurt mit Rum und Zucker verrührt, süppte natürlich klar, hmm, schnell Ricotta rein und sorgsam geriebene Biozitronenschale, ah schön cremig, mundet so schon wunderbar, etwas zu fest geschlagene Sahne noch vorsichtig untergerührt und festgestellt, dass der frische Joghurtgeschmack weg ist, also Joghurt nachschütten. Perfekt :-)

Ab in eine große Schüssel und beschlossen später ansehnliche Stücke herauszubrechen, nochmaliges Nachlesen führte zu einem Umdenken — also umdisponiert und in eine flache Form umgebettet.

ricotta joghurt eis zwischenprobe
Erste Erkundung — unten noch „cremig“ ;-)

Nach gefühlten zwei Stunden dann erste Erkundungen, untenherum ist es noch nicht gefroren, ansonsten fest und eher schneller auf der Zunge schmelzend, aber irgendwie kommt der Ricotta zu stark durch und etwas kristallisierte Elemente.
Schmeckt jetzt nicht so schlecht, aber die Bombe ist das nicht. Auf jeden Fall müssen frische Früchte ran, um der Üppigkeit des Eises etwas entgegenzuwirken.

Am nächsten Tage alles etwas fester und noch ricottiger — dafür dann mit Wassermelone.

Die große Kunst des sanftmütig-wilden Herbeiführens griechischen Kaffees und Bildstreckenherumspielerei (dafür ist auch alles dabei) und die Wetterprognose für die nächsten Wochen (Zauberanleitung)

die grosse stunde wartet
Kaffeesatzschatz

Die Temperaturen passen, die Sonne zeigt sich einstimmend und die Jahreszeit ist zugeneigt — da muss einfach einfach Griechischer Kaffee auf den Tisch :-). Merkwürdigerweise auch noch nie die Zubereitung gezeigt, es gibt zwar unzählige Varianten im Netz, die herumschwirren, aber macht nichts, gibt es noch eine (und Tipps zu Varianten) und außerdem die meist verschwiegenen Zusammenhänge der Nachbereitung der kommenden Wettergestaltung, die dadurch beeinflußt wird, das weitere Leben sowieso ;-)

griechisches kaffeetoepfchen
griechisches Kaffeezubereitungsequipment

Zur Tat schreiten: Griechischen Kaffee aus Griechenland importieren, der am allerbesten frisch in den zahlreichen schönen kleinen Lädchen, die mit allerlei Schnuckzeugs gefüllt sind, gemahlen wird; die feine Struktur und der zarte verführerische Duft lässt zwar auf Hinzugabe vom Kakao schließen, ist aber mitnichten so, allein die Mahlmethode zaubert das Kaffeepulver herbei :-)

ein paar loeffel griechisches kaffeepulver
ein paar Löffel voll mit lecker duftend Kaffee sollten es schon sein

Originell aber wenig praktisch für den heimischen Herd sind die klitzekleinen meist kupfernen Kaffeetöpfchen mit dem langen Stiel, die gerne touristisch vermarktet werden und sich nur für geübte Hände im Winzportiönchenbevorzugen schicklich macht. Unsereins hat zwei etwas größere moderne Töpfchen, die auch für andere Kochmöglichkeiten geignet sind; einmal ein Topf bei welchem der Boden etwas dicker ist und es nicht so schnell anbrennt und ein normaler einfacher.

griechisches kaffeepulver mit etwas zucker
Zuckerzugabe, etwas (beliebig)

Die Menge der Hinzugabe des Caffee ist dann vom Geschmack abhängig, da kann herumprobiert werden bis es passend ist, im jahrelangen Gebrauch hat sich hier die Menge von 5-7 mehr oder minder gehäuften Teelöffeln als praktikabel gezeigt. Je nach Bedarf kann auch noch Zucker hinzu, in Griechenland bisweilen bis zur Hälfte, das ist uns aber zu süß, ist aber natürlich Geschmackssache ;-)

wasserkaffee anruehrung mit spiegelung
Erst wenig Wasser, anrühren, und dann noch mehr — praktisch dabei — das Fenster spiegelt sich

Dann wird mit etwas Wasser erst mal das Kaffeepulver (und ev. der Zucker) angerührt, sodann mit Wasser aufgießen, ein bißchen Platz sollte im Gefäß noch sein, das Getränk beliebt im Zubereitungsstadium noch ein wenig nach oben zu steigen und den Herd schön zu versauen (also so ungefähr jedes zweite Mal;-) )

Flamme oder kleine Herdplatte (es gibt auch extra elektrische Kleingeräte) erst mal auf groß stellen und noch kurz verrühren, wenn es wärmer geworden ist auf niedrige Stufe stellen und möglichst nicht weggehen (fällt schwer).

immer parat umruehr und schaum zurueckhaltloeffel
Der Umrührlöffel sollte immer parat liegen, um den Schaum bei der Tassenfüllung zurückzuhalten

Tja — und hier scheiden sich dann die Geister: Während die eine Fraktion das mehrmalige Aufkochen des hochkommenden Schaumes bevorzugt, reicht bei der anderen das einmalige, letztere hat natürlich recht.
Für TraditionalistInnen gibt es kleine Tassen — für Koffeinsüchtige größere, der in der Kanne verbleibende Rest kann aber später hinzugefügt werden (bettelnd zu erhaschende Nachschlagsmöglichkeit).

griechischer kaffee kurz vor dem ersten hochkochen
Griechischer Kaffee kurz vor dem Hochkochen, die nette helle Haube verschwindet später

Da der griechische Kaffee nicht gefiltert wird ist der Kaffeesatz da noch drin, deshalb muss sich der erst mal setzen, der etwa nachträgliche Wunsch nach einem Klecks Milch sollte, um ein Herumwirbeln und damit einhergehnden Schlammeffekt im Mund zu vermeiden, vorher in die Tasse gegeben werden.
Auch nachträgliche Zuckerwünsche der ob des doch anderen Geschmackes des griechischen Mokka nicht geübten Personen ist ein Riegel vorzuschieben.

griechischer mokka mit leckerem kaffeeschaum

Je nach Bedarf können während des Köchelns auch noch Gewürze wie den etwa im arabischen Raume sehr beliebten Kardamom oder Zimt dem Geschmack eine neue Note geben.

einmal umdrehen fuer die kaffeesatzleserei
1x Umdrehen für die Kaffeesatzleserei

Na — und das Wichtigste natürlich zum Schluss. Das Kaffeetässchen wird herumgedreht, die einen lesen im verbliebenen Rest in der Tasse, die anderen sehen im Untertassentellergeschick die Wahrheit versteckt.

variante no 1 tassenrestsatzleserei
Varinate No. 1

variante no 2 untertassenrestsatzleserei
Variante No. 2

Egal welche Methode bevorzugt wird, alles Wichtige an Informationen für das weitere Leben und vor allem wie das Wetter für die nächsten Wochen wird kann herausgelesen werden. Und siehe da, das Ergebnis ist perfekt und was soll lange um den erkalteten Brei herumgeredet werden — ihr seht schließlich selber wie das Wetter wird :D

Am allerbesten klappt die Vorhersage natürlich im Kafenion in Griechenland, wie der greek coffee auf griechisch dort bestellt wird (Wasser wird im Gegensatz zu manch mitteleuropäischem Café ganz selbstverständlich mit dazu serviert) steht dann in jedem Reisebüchlein, das für den Urlaub tunlichst angeschafft gehört. Und nun viel Spaß beim Nachköcheln :-)

mokka schaum
Ein Traum, Augen schließen und genießen — Ελληνικός καφές

Torrone versteckt sich hinter dem 17. Türchen des Kulinarischen Adventskalenders (und ganz viel Rührtätigkeit)

Willkommen zum süßen 17. Türchen! Die phantastische Idee sich der ganz vorzüglichen Genüsslichkeit Torrone für den Kulinarischen Adventskalender im Kochtopfblog zu widmen rief gleich strahlende Gesichter hervor, die dann erstmal gebändigt zu werden wünschten. Alle verstanden da etwas anderes unter der schönen Wortschöpfung. Alle kannten es aus Kindertagen. Hurra!

torrone im schokoladenmantel
Torrone im Schokoladenmantel

Das Geheimnis lüften konnte nur die regionale Unterschiedlichkeit der Geschmäcker. In Nordafrika fast überall zu haben, in Griechenland mit Sesam umhüllt, in der Türkei als Türkischer Honig präsentiert und tief im Süden Italiens Kulinarischer Adventskalender - 17
wird damit meist eine aus frischen Mandeln gefertigte Karamellversion bezeichnet, weiter im Norden dann auch schokoladenartige Nougatträume und überall so zwischendrin erweist sich eine weiße Sorte als schicklich — und genau die sollte es sein! :-)

Dann wild herumtelefoniert und Rezepte gesammelt (Weinhnachtszeit ist Torrone-Hochsaison) und am Tische zusammengetragen; aber, war klar, machen alle anders, Geheimrezepte, die unter dem Siegel der Verschwiegenheit übermittelt wurden, fanden sich passenderweise auch in diversen Kochbüchern :D und warum nicht mal eine eigene Version — mit Agavendicksaft dieser sich vielleicht gut eignenden aromatischen Agavengewächs entnommenen „Frucht“süße?

mandeln ungeknackt
Mandeln (zwar nicht frisch vom Baum, aber selbstgeknackt)

Die ersten probehalber mit geringen Mengen gefertigten Versionen erwiesen sich leider als gar nicht dem feinen Geschmacke der Agave zuträglich, außerdem zeigte sich eine zu weiche zähe Konsistenz. Versuche mit frischen Limonen und Mandarinen, um an vergangene Traditionen anzuknüpfen, erwiesen sich als unpraktikabel.

Also ein klassisches Rezept und das geht eigentlich ganz einfach ;-) Honig wird im Wasserbad vorsichtig erhitzt und unter ständigem Rühren ein bissl eingekocht und aufgeschlagen, das blubbert schön aus dem Topfe heraus und dann konnte auch gleich eine in etwas Wasser kurz aufgekochte Zuckerration mit hinzu und wiederum rühren, rühren, rühren.

torrone karamellisiert schlicht
Karamellisierte Version, hinten Minitorroneoblatenausprobierung für die handliche Verspeisung

Währenddessen Mandeln geknackt und kurz in kochendes Wasser gegeben; das ist sehr praktisch, denn die Haut lässt sich hervorragend abziehen hernach; Mandeln einfach auf ein Tuch legen zum Trocknen und sodann abtupfen und dann kann es auch schon losgehen, fixe in 5 Minuten erledigte Tätigkeit. Bei Bedarf kann die Mandelmenge auch noch geröstet werden. Eingelagerte Pistazien erwiesen sich geschmacklich nicht ganz so toll, aber auch diese eignen sich hervorragend ansonsten für Torrone — insbesondere als ansehnliche Farbtupfer.

Sehr beliebt auch Farbgebungsprozesse mit fein gemahlenen grünen Pistazien; mit Zuckerzugabe wird es etwas dunkler (zumindest in dieser Variante, es wurd einen kleinen Augenblick nicht aufgepasst ;-) ). Überhaupt kann eigentlich so ziemlich alles als (trockene) Füllung mit rein, was passabel erscheint — die Torrone nimmt nicht das Geringste krumm ;-)

Und, nicht vergessend die Rührerei zwischendurch, können auch schon vier Eiweiß steif aufgeschlagen werden, die Masse wird dann unter die Honig-Zucker-Masse druntergehoben. Puristinnen nehmen nur Honig, Gelassenere offensichtlich sogar Glucose. Wichtig ist die Wahl der Honigsorte, die gibt schließlich den Grundgeschmack vor. Dunklerer Orangenblütenhonig ward auserkoren und der feine wilde Orangenplantagen-Geschmack benötigt auch keine weiteren Hilfsmittel wie Vanille oder Zitronenschale.
Die Torronefarbe ist dann anschaulich in diesem Stadium schon vorhanden — eine angenehme auf dem weißen Grundtone basierende leicht dunkle Färbung weiß hier schon Bestes zu verkünden.

Und dann heißt es rühren, sehr lange rühren, nebenbei eignen sich diverse Tätigkeiten der Unterhaltung, um nicht einzuschlafen; die ganze Flüssigkeit muss raus und am Ende soll es ja nicht aus der Waffel fließen. stundenlang zu verruehrende Masse
Ja Waffeln — waren natürlich nicht eingekauft worden, was tun? Hatte noch ein Kisok auf, der Esspapier im Sortiment hatte? Die Lösung waren kleine runde Backoblaten, die sauber aneinandergelegt als Ersatz für die dann aufzunehmende Masse die Unterlage bieten sollten. Aber erstmal Rühren! Irgendwann kurz bevor der Arm abfällt, war es dann soweit:

Mit strahlender Zuversicht wurde versucht die Masse auf die Oblaten zu kriegen, eines war klar, ein schwieriges Unterfangen und ein nur im Einzelfall vom Gelingen getragenes Ergebnis. Backpapier musste also herhalten, ein riesiger Marmorquader wäre vielleicht auch nicht schlecht gewesen.
Die von leichten dunklen Tönen getragene Masse, die kurz vor Ende noch um die Mandeln ergänzt wurde, macht es sich anschaulich bequem. Dann Warten, ein paar Stunden, die Masse muss sich abkühlen, so frisch verzehrt ist sie noch sehr weich die Zähne umwickelnd.

torrone frisch aufgetragen
Frisch aufgetragen und anschnittlich begutachtet — auf Grund stundenlanger Fertigung erst tief in der Nacht ;-)

Vorsichtiges Betasten lässt Gewissheit aufkommen, dass diese große runde Torronescheibe auch ganz statthaft ist und sodann wird sie in handlichere und mundgerechte Teile geschnitten.
Wagemutige Versuchspersonen dürfen erste Bisse zu sich nehmen. Zwar ist das Ergebnis noch nicht vollendens zufriedenstellend, aber die an diversen italienischen Einkaufsgelegenheiten geschulte Torronetestschmeckerei bringt es zu Tage:

Süß — sehr, sehr süß! Könnte etwas härter und bröseliger sein. Aber durchbrochen von knackiger Mandel und ergänzt von sehr, sehr viel Espresso dazu schmeichelt die Torrone sich lutschend-kauend an die Geschmacksnerven heran.

[Nachtrag: Nach Aushärtung bis zum Mittag ist die Konsistenz jetzt perfekt, da die Schokolade sich vorzüglicher als die Oblaten- und Naturversionen macht, wird der Rest auch noch damit umhüllt. Es sollte halt nicht Alles bis auf den letzten Präsentierungstag aufgeschoben werden ;-) ]

Zu gewinnen gibt es übrigens auch etwas im Kulinarischen Kalender, am 24. Dezember wird es ein kleines Gewinnspiel geben, ob die Torrone so lange hält ist indes fraglich…

blogevent kulinarischer adventskalender 2008

Zutaten:

500 Gramm Honig (z.Bsp. Orangenblütenhonig)
200 Gramm Zucker (nach Bedarf und Konsistenz mehr oder weniger)
Mandeln
4 Eiweiß
Schokolade
Zeit, unheimlich viel Zeit

So gehts:

Honig im Wasserbad unter Rühren aufschäumen und zusammen mit der angerührten Zuckerwassermischung zusammen so einköcheln, dass eine festere Masse entsteht, da dann aufgeschlagenes Eiweiß rein und dann rühren, rühren rühren bis eine feste Torronemasse enstanden ist, da dann Nüsse rein, und/oder später mit Sesam oder Schokolade umkleiden. Am besten auf eine Waffel streichen. Einlagern, Kaffeetrinken, Genießen!

Und wie die geheimnisvolle Nougatzubereitung in Italien original fabriziert wird, kann dann am nächsten Sonntag im Fernsehen beobachtet werden. Und nun noch viel Spaß mit den übrigen Türchen!

Zum Kulinarischen Adventskalender öffnet sich das 17. Türchen und angenehm duftende Aromen offenbaren zart sich anschmiegenden und zudem wohlausgeglichenen Mandarinello für den gar köstlich-unverfänglichen Genuss

mandarinenschalen in alkohol hochprozentig und schon ganz schoen orange
Wunderbare orangene Farbgebung erfreut schon mal die Einstimmung

Die Teilnahmeaufforderung für die Kulinarischen Adventskalender-Köstlichkeiten traf perfekt abgestimmt mit der Erntezeit für die Grundlage des 17. kleinen Kalendertürchens zusammen, die schon im erntefrischen Zustand zu begeistern weiß.
Zwar waren Zitrusfrüchte schon letztes Jahr zugegen — aber auch dieses Mal wissen die schönen Früchte ihre feine Eleganz ganz unumwunden zur Schau zu stellen und so freuen wir uns unverfänglichen und wohlausgeglichenen Mandarinello präsentieren zu können!

Limoncello ist ja allgemein bekannt, ein eiskalt zu genießender Limonen-Likör, der gerne zum passenden Abschluss reichhaltiger Kreationen gereicht wird. Die Mandarine allerdings braucht diesem Genuss in nichts nachzustehen — fein und aromatisch, ausgewogener als die etwas mehr den sauren Geschmäckern zugeneigte Schwester, dezent im Ton und doch von so die Erinnerung als Köstlichkeit erfreuend, dass es immer ein Vergnügen ist, sich die Lippen an einem Kühlgelegenheitsraureif zu benetzen, um eiskalten Labsal die Zungengeschmacksknospen berühren zu lassen.
Kaltsüße Frische mit ausgewogenem Aromen und allein schon die wunderbare Farbschöpfungstiefe versetzen die Entzückung über derlei immer wieder in ihren schönen Zustand.

mandarinenschalen in alkohol und glas
Nach wenigen Minuten triumphiert bereits der farbliche Austauschprozess

Und die häusliche Fertigung ist dabei eine schon während der ganzen tagelang die Aufmerksamkeit im Vorübergehen in Anspruch nehmenden Anteilnahme genügsame Tätigkeit. Anerkennende Blicke, diskrete Inaugenscheinnahme, kurzes Schnuppern und die Gewissheit, dass das was da heranreifen wird alsbald zur Verköstigung anstehen wird. Das Schwierigste ist also die Wartezeit. Davor sind eigentlich nur unwesentliche Vorbereitungen zu treffen.

Zum Markte und frische Mandarinen vom Biostand ordernd — nicht ohne die Vergewisserung prall ausgereifter Qualität — und schön auch, wenn noch putzige Blättchen dranhängen, mal so vom Einkaufserlebnis her ;-) Geschmacklich ist das ja nicht ausschlaggebend. Die strahlenden Augen des schon in herbstlich mummelige Kleidung gehüllten Verkaufspersonals über die süßzarte Versuchung war nicht zu viel versprochen und so wurde weit über Bedarf von den orangefarbigen Früchtchen geordert.

Und wenn sie dann in unserer Küche auf dem Tisch lustig herumkullern, weil vom Spaß besessene WG-Belegschaftbestandsteile gerne Biomandarinentürmchen bauen wollen, aber nicht die Bauturmkunst Kulinarischer Adventskalender 2007 - 17fleissiger Obstverkäufer erlernt haben, ist schon mal für die vergnügliche Komponente gesorgt, denn mit traurigen Minen geschälte Mandarinen hervorzubringen das soll doch nicht sein, so die Mär (hier wird gerade über die Schulter gekuckt und gebrabbelt, es soll diesmal nicht so schnulzig klingen und überhaupt klinge das doch irgendwie konstruiert — Hah, diese ungläubige Kostperson hat noch nie Bittermandarinenlikör verkostet, eindeutig!).

Geschält wird mit einem fingerfertig zu gebrauchenden scharfen Messer, wir haben einfach einen TomatenPaprikaoderwiedasTeilheißtSchäler genommen und hauchfeine Streifen von den runden kleinen Mandarinen mit äußerster Fingerspitzfertigkeit gezogen. Kleinere weiße Schalenbestandteile wurden kurzerhand abgekratzt, die sollen da nämlich möglichst nicht mit rein in den hochprozentigen Alkohol, der zur hochgefährlichen süchtigmachenden Spezialität gehört.

Und den zu bekommen war schon eine kleine Odyssee, hat ja kaum noch eine Apotheke (die rühren heute nichts mehr an) und dann die komischen fragenden Blicke, wofür das denn sein solle, vermutlich trifft die Einschätzung, dass damit Sofortvollzug in Dämmerzustand vulgo Koma erreicht werden soll mit vollkommen unnötiger Aufmerksamkeit für jahrhundertealtes Konsumverhalten jüngerer Bevölkerungskreise zusammen und die angebotliche 200 ml Menge unsererseits nur ungläubiges Staunen und die Fragestellung, wie denn mit sowas bitteschön Likör zu fertigen sei.
Weitere Erörterungen sind dann aus taktischen Erwägungen bei Inerfahrungbringen der preislichen Vorstellungen schnell sein gelassen worden. Ok, dann einen Rundruf starten und schwubbs gleich bei der nächsten Möglichkeit waren äußerst günstige Konditionen für die genau richtige Menge zu erreichen. In Italien gibt es diese Alkoholflaschen übrigens im Supermarkt.

Phantastischerweise war zu beobachten, dass es dann wohl auch einen Grund hatte, dass nah an die 100 Prozent kommende Flüssigkeiten nicht zur allgemeinen Handhabe zur Verfügung stehen. Innerhalb von 10 Minuten begann sich eine intensive Orange-Färbung einzustellen und die Aromaessenzen setzten sich sichtlich wohlfühlend in der sicherheitshalber in einem Glas deponierten Flüssigkeit durch.
Das muss dann eine Woche bis zehn Tage mindestens — unter neugierigen Blicken und angeberischen den Besuch unter die Nase reibenden Nutzinformationen, dass es alsbald was ganz Köstliches gebe — ziehen und dabei wird sich verkniffen eine Stange Zimt hinzuzufügen (obwohl das auch geht).

mandarinenschalen
Und dann kommt der große Moment: Raus mit den deutlich an Farbe verlorenen hart gewordenen Schalen, die vielleicht noch zweckmäßig als Deko eingesetzt werden könnten, aus der duftenden aber dennoch deutlich wahrnehmbar reichlich prozentigen Flüssigkeit.

Währenddessen wird Zucker in Wasser kurz aufgekocht. Wie genau dies geschehen soll, darüber streiten sich seit Jahrhunderten ganze Familienzweige, was zu erquicklichen Studien über Gewohnheitsrechte führt, die aber auch bei einem Glas eiskalten servierten Mandarinello, umso schöner zu studieren sind. Die einen wollen eine eher sirupartige Konsistenz, schön süß und kalt, die anderen wollen der Frucht den tonangebenden Einfluss in der Mischung zugutekommen lassen und bevorzugen eine flüssigere Variante.
Das schöne ist, dass das Getränk es Niemanden übel nimmt, dessen Hinwendung zur einen oder anderen Seite nicht mit Eindeutigkeit getroffen werden möchte. Es kann nämlich nach Belieben abgeschmeckt werden und wenn es zuviel Süße ist wird halt noch ein wenig Wasser hinzugefügt und umgekehrt. Noch in derlei Dingen unerfahrenen LikörverköstlerInnen wird empfohlen kleinere Probemischungen anzufertigen und zu krendenzen. Setzt Geschrei und Tumult ein, war die Mischung genau richtig.

mandarinelloflasche

Wir zumindest haben auf einen Blick erkannt, dass 600 Gramm Zucker auf 1,4 Liter Wasser durchaus ausreichend sein dürften, um das Mandarinenaroma noch zur vollen Entfaltung bringen zu lassen und dennoch die likörliche Grundrichtung nicht ins Abseits zu stellen.
Zu dieser Mischung wird dann nach dem Abkühlen also der eine Liter Mandarinenalkohol hinzugefügt und dann in dekorative Flaschen gefüllt. In Italien wird sich nicht so umfassend bemüht, eine einfache Plastikflasche kommt hier öfters originell zum Einsatz.

Und dann muss es schnell gehen — ab in das Tiefsttemperaturen zugeneigte Fach und dann heißt es warten, eiskalt soll das Vergnügen sein und so eine Eisschicht wäre mal so rein von photodokumentarischen Standpunkt aus gesehen auch nicht ohne. Zwar die Sonne verpasst, aber schließlich wird Mandarinello grundsätzlich des Abends verkonsumiert damit am nächsten Tage über etwaige Nebenerscheinungen ausführlichst Bericht erstatten werden kann, um kundzutun, dass solcherlei Versuchung zukünftig Stand gehalten werde.
Die Genussfreude bringt deshalb nur einen Ausruf: Sehr Köööstlich!

mandarinello
Mandarinello eisgekühlt

Zutaten:

12 Bio-Mandarinen-Schalen (wirklich Bioware nehmen, die sind einfach aromatischer, schmecken besser und die Schale ist mit Garantie nicht gespritzt und behandelt)
1 Liter Alkohol, sehr, sehr hochprozentig
600-700 Gramm Zucker
1,4 Liter Wasser

So wird es gemacht (Kurzversion):

Mandarinen schälen (das weiße Zeug muss weg), Schalen in dem Alkohol mindestens eine Woche ziehen lassen bis orangearomaartige Wohlgerüche ihre Wirkung kundgetan haben.
Zuckerwasser aufkochen, abkühlen lassen und zusammenmischen mit entschalten Alkoholika und tiefkühlen. Sodann Mandarinenlikör eiskalt am besten in geeisten Gläsern servieren und Lob einheimsen. Bei übermäßigem Genuss den nächsten Tag einfach freinehmen.

Und zu gewinnen gibt es übrigens auch etwas. Im Kochtopf-Blog warten hoffentlich ganz schwierige Fragen ;-) auf die Lösung, aber erst am 24. — der traditionell größten Tür. Und nun noch viel Spaß mit den anderen Überraschungen!

linguine bolognese

linguine bolognese
bald sind die Linguini-Vorräte aufgebraucht ;-)

Schnell, einfach & gut. Ausführende Kochvorgangsverantwortliche nahm sogar eine Prise Zucker so ganz traditionell. Unser zuckriger Apfel-Hauptgewinn ist auch sehr lecker ausgeführt worden mit allerlei Gewürzen und Blumen. Da werden die endsommerlichen Lichtblicke doch gleich anschaulicher.

Rhabarber-Mango-Komposition mit vanillig-zuckrig-rotweiniger Versuchung oder so (auf die letzte Minute mit Joghurt kreiert)

Der dreistufige Aufbau für unseren quasi auf die letzte Minute eingereichten Beitrag für den Blogevent Rhabarber ist so simpel wie gut! Und nachdem letzte Kontigentierungsprobleme zu unserer Zufriedenheit gelöst werden konnten mit dem letzten zu ergatternden Bündel Rhabarberstiele brauchten wir nicht auf unseren Rabarbersaft zurückzugreifen.

Rhabarber und Mango mit Zucker und Vanille
Rhabarber kleingeschnippelt und mit Mangostücken nebst Vanillezucker versehen (Zimtstange war auch dabei)

Der glücklicherweise vorhandene Rhabarber (so 7 Stiele) wird geschält und in Stücke geschnitten und dasselbe wird mit zwei Mangos bewerkstelligt. Dann kommt da ein Haufen Zucker zu (waren wahrscheinlich so vier hübsch gefüllte Tassen). In unserem Fall selbstgemachter Vanillezucker samt länglicher Zutat. Eine schöne Zimtstange und zwei Nelken konnten noch rasch gefunden werden und so kamen die auch noch rein.

Problematischer erwies sich die notwendige Weinzutat, die leider beim letzten Kaninchenessen doch arg reduziert worden war, so dass kurzerhand auf die diversen sich in unserer kulinaria-katastrophalia-küche befindlichen Weinflascheninhaltreste zurückgegriffen werden musste, was dann wirklich zahlreiche Sorten waren — hauptsächlich Rotwein und ein kleines bissl weißer Chardonnay.

Rhabarber und Mango im Topf
Rot- und Weißweinreste vermochten die richtige Topfbasis zu liefern

Dann auf kleiner Flamme vor sich hinköcheln lassen; ab und an nachschauen, probieren, umrühren und warten, dass es sich etwas mehr eindickt. Nach einer Stunde feststellen, dass der Rharbarber Auflösungstendenzen zeigt und beschließen, dass nun die Fertigung beendet ist (zumal die Mangostücke doch einen recht zuversichtlichen Eindruck machen).

Biojoghurt auf einen Teller und die Rhabarber-Mango-Zimt-Vanillezucker-zwei Nelken-Versuchung darauf anrichten. Nach dem Fotografiervorgang bemerken, dass die bereitgelegten Deko-Minzblättchen noch immer auf dem Tisch und nicht auf unserem Beitrag für den Blog-Event Rhabarber liegen, leise fluchen und aufmerksam versuchen noch den anvisierten Abgabeschluss zu erreichen, was mittels Platzhalter im Gärtnerblog gelang. Guten Appetit!

Rhabarber und Mango mit Joghurt im Teller
Joghurt bescherrte grundsätzliche Geschmacksnoten

Gerollte erfrischende Chili-geröstete Maronen-Rau răm-Rau kinh gioi-Reispapiertaschen mit länglich daherkommenden Gurken-Karotten-Apfel-Schnitzern in süß-sauer eingelegter Sauce zu viererlei Dipsaucen – von denen die mit Austern-Mangosauce die leckerste war (Rezept)

Nachdem unser erster Versuch, die Marone mal mit etwas anderem als den üblich verdächtigen Zutaten zu kombinieren nicht ganz als das bezeichnet werden konnte, als das, was ein perfectes Spezialitäten-Menue hätte sein sollen, ist unseren geschickten Händen mithilfe von unterstützendem — auch wertvolle Tätigkeiten übernehmenden — Besuch gelungen, eine ganz nette Idee in die Tat umzusetzen.
Zurückgreifen konnten wir dabei auf eine klassische Variante, die als Reisrolle bekannt ist und mitnichten, wie jetzt vielleicht die ein oder andere zu denken beliebt, frittiert wird — weil wir uns für die vietnamesische Version (woanders gibts die wahrscheinlich auch) entschieden haben, die deshalb wunderbar erfrischend zu schmecken beliebt. Schneller gehts nimmer und die Variationen der Füllungen stehen je nach persönlichen Vorlieben (mit Garnelen schmeckts auch sehr gut) offen.

gefällige Zutaten :

halbe Salat-Gurke (Zucchini gehen auch)
6 Möhren
1-2 Äpfel
(jeweils in Streifen geschnitten)
Reispapier
Maronen
(geröstet und gehackt)
1 kleine rote Chili (entkernt)
Balsamico (weiß)
Zucker nach Wunsch
Rau răm
(vietnamesischer Koriander, der zitronig-scharf schmeckt)
Cha Plu (auch La lot oder Betelpfeffer-Blätter genannt; haben ein scharfes, aromatisches Aroma mit Pfefferton)
Rau kinh gioi (vietnamesische Melisse) — schmeckt leicht nach Zitrone, ähnlich der Zitronenmelisse, die in Europa heimisch ist, aber dennoch einen anderen erfrischenden Geschmack aufweist, der noch einen herberen Unterton hat (der jedoch wie die gesamte Pflanze nicht unangenehm in den Vordergrund drängt).

blogevent kastanie

Dips:
Dip 1: Balsamicoessig mit Zucker verrührt
Dip 2: Fischsauce mit Limone
Dip 3: Reiswein mit Rohrzucker und Sojasauce
Dip 4: Austernsauce mit Mangosauce (süß)

Die schnippelnde Vorbereitung dauert noch am längsten und war teilweise auch dem schon unserern hohen kulinaria katastrophalia-Kochkunsterwartungen erprobten Besuch übertragen worden, der unter Hantierung mit schärfsten Messern nur um Haaresbreite an empfindlichen Fingern vorbei schmalste Streifen aus dem Gemüse und den Äpfeln hervorzuzaubern wusste. Die Maronen (die Hälfte musste leider entsorgt werden) konnten auf erprobte Weise nach einem Röstgang in der Pfanne noch heiß entpult werden (störend war allein das Gejammer der beteiligten Personen, deren Dilemma war, dass im erkalteten Zustand sich die Marone irgendwie nicht so gut von ihrer Schale trennen wollte). Dass das Herauspulen mitunter etwas bröselige Ergebnisse zeitigte war auch nicht so tragisch – da wir anschließend die Esskastanien sowieso grob gehackt haben.

Die in Streifen geschnittenen Gurken, Äpfel und Karotten werden zusammen mit den kleingehackten Chili-Stückchen, weißem Balsamicoessig und Zucker gemischt und für 10-15 Minuten mariniert, um sodann mit etwas Salz abgeschmeckt zu werden.

Derweil wird Reispapier für 30-40 Sekunden in eine große Schüssel mit warmen Wasser getaucht und dann (nachdem die noch zahlreich vorhandenen Wasserreste „abgeschüttelt“ worden sind) auf einem Teller drapiert und mit den eingelegten Gemüse-Streifen belegt. Darauf werden kleingehackte geröstete Maronen gegeben, die ihren Abschluss mit grob gehackten Chaplu, Rau răm und Rau kinh gioi finden. Sodann schnell einwickeln und zum Trocknen auf einem extra Teller legen (Vorsicht: nicht übereinander — klebt sonst). Das Reispapier wird dann später etwas weniger durchsichtig, es können aber auch zwei Reispapierblätter drumherumgelegt werden.

Kreation in angeschnitten
Geröstete Maronen — delikat gemischt mit süß-sauer eingelegten Gurken-Karotten-Apfel-Streifen und grünen Blättern (Rau răm und Rau kinh gioi)

Dazu passen dann diverse Dips. Der mit Austern/Mango-Sauce war zumindest sehr lecker! Die gerösteten Maronen harmonisieren ganz hervorragend mit den „Streifen“ und geben dem Ganzen einen schönen Ausgleich, und auch die Blätter passen super dazu. Sehr gut – und deshalb auch unser Beitrag zum Kochblog-Event Kastanie, der noch bis heute 24.00 Uhr auf zahlreiche Einsendungen wartet, über die dann anderntags die Abstimmung ansteht (also wie immer)!

Erfrischender schwedischer Rabarber-Saft — Rezept (u.a.) & Anekdote (wunderbar) & Accessoir (très chic)

Der einzige Grund, warum sich jedes Jahr Heerscharen auf in die nördlichen mückenverseuchten Gefilde begeben, liegt im sogenannten rabarber saft, jenem geheimnisumwobenen Getränk, von denen schon die nordischen Göttinnen zu sagen pflegten, dass ihnen dieses dereinst nach der Vergänglichkeit durchaus zupass kommen würde, um eben diesen Zustand zu bewältigen. Aber nicht nur allein dies ist der Grund, warum das Rezept streng gehütet und nicht ins befreundete Ausland transportiert werden darf (findet mal hier Rhabarber-Saft!) — natürlich unter Androhung der Todesstrafe, die sich übrigens noch immer in der hessischen Landesverfassung findet und von den Vätern und Müttern der Verfassung mit Weitsicht auf das derzeitige Landesoberhaupt gemünzt worden scheint, der sich aber rausredet, dass das Grundgesetz über seiner ureigenen Verfassung stehen würde… Landespatriotismus hört sich anders an — schließlich versucht dieser (ausgestattet mit dem Charme eines „Karierte Hemden“ tragenden JU-Pennälers), diesen Umstand bei der Einführung elitärer Studiengebühren dem eher schlichteren Gemüte vorzuführen als Grund, warum Hessen eben diese brauchen würde — weshalb normale Studierende nun kulinarisch darben müssen.

Aber zurück zum Erfrischungsgetränk, das sich gerade bei sengender Hitze viel besser macht, als etwa ein heißer Erkältungstee, der ja durchaus auch seinen Reiz hat, wenngleich doch beim Abwiegen der Vor- und Nachteile sich zur Zeit ein leichter Vorteil hinsichtlich des Kaltgetränkes ergibt.
Torfolk Gård heißt die bekannteste Biomarke, die vom schwedischen Anbauverband KRAV streng kontrolliert wird — so streng, dass es das fabelhafte Produkt in keinem einzigen genossenschaftlich organisierten Konsum (ja, ja im Norden gibts den noch) mehr zu erwerben gibt; nach aufwändiger Suche, die die beauftragte Person nahe an den Wahnsinn getrieben hat, wurden noch Restbestände entdeckt und eben dies ist auch die Causa fürs nachfolgende leicht nachzukochende Gericht pardon Kaltgetränk — wobei der Zeitpunkt für eine nette Anekdote gekommen scheint:

Dereinst wurde jener rabarbersaft als Geschenk in die schon viel zu schwere Tasche gesteckt und daheim dann irgendwann nachdem sich schon Staub darauf angesetzt hatte, lieben Besuch als schwedische Spezialität angeboten. Ein kräftiger Schluck der gegenübersitzenden Person beförderte die Erinnerung an die seltsame schwedische Sprache wieder zutage, die ihr Handikap in der allzu leichtfertigen Interpretation der dem deutschen Schrift- und Sprachgebrauch leicht ähnelnden Wortungetüme, hat.
Der Gesichtausdruck, der nämlich mit dem ordentlichen Genuss jenes Saftes in Form eines kräftigen (weil furchtbar durstig) Schluckes einherging war ähnlich derjenigen, die schon mal in einem Ikea-Einrichtungshaus Köttbullar (schwedisch ausgesprochen: schöttbullar) bestellt und tatsächlich genossen haben. Nach einem äußerst vorsichtigen Nippen am Glas, das beim eiligen Hinausrennen (um dem heimischen Wasserhahn etliche Liter kostbaren Nass zu entlocken) einfach stehen gelassen worden war, bestätigte den Verdacht, dass es sich mitnichten um Saft, sondern um Sirup zu handeln schien, der aber reichlich verdünnt dann doch zu munden wusste, weshalb auch eine gewisse Sucht eintrat, die regelmässig durch Zukäufe befriedigt wurde, um dann jetzt doch in selbsttätiger Aktion zu enden, um weiterhin sagen zu können, dass eine richtige Erfrischung eben doch nur….

RABARBER-SAFT mit Accessoir (très chic)
RABARBER-SAFT mit Accessoir (très chic)

Aber jetzt mal zum Geheim-Rezept für den Rhabarbersaft (rabarbar saft):
Fleißige Hände brauchen nur in Nachbars Garten so ca. 20 Stück Rhabarberstiele zu sozialisieren, um sie dann in der streng verbarrikadierten Küche (des Geheimrezeptes wegen!) in kleine Stücke zu zersäbeln, Wasser (klares Quellwasser erhält ganz klar den Vorzug) kommt auch noch hinzu, so dass die Rhabarberstücke grad noch rausschauen aus dem großen Topf, dessen Marke bei diesem Rezepte keinerlei Rolle spielt.
Nachdem nun Alles zum Kochen und anschließendem Kaltwerden und dann durch ein Sieb zum Pressen gebracht worden ist, wird ungefähr der Jahreskonsum an Zucker hinzugefügt (für weniger süß veranlagte ZeitgenossInnen genügt schon ein Kilo Zucker), der nach einem anschließenden Erhitzungsvorgang (80 Grad sollten es schon sein) einen schönen dicken Rhabarbersirup (bei weniger Zucker auch durchaus nicht — des Überraschungseffektes wegen — zu verachtenden dünnflüssigen, dem Torfolk nicht unähnlichen Saft, hervorbringt). Ab durch einen Trichter in zuvor ausgekochte kleine Fläschchen, die sich dann als Accessoir in der Küche besonders gut im extravaganten Regal (ebenfalls très chic) machen.

Skål!