Der neue Blogevent Topinambur, der das zweijährige Kochvergnügen im Gärtnerblog, als Jubiläumszutat für diesen Monat einläutete, war eine schwere Nuss, die zu knacken uns dennoch galant zu gelingen wusste.

wilde Gemüsezutatenköchelei mit Topinambur gescheibelt
Und was war nicht alles versucht worden mit dieser von uns zuvor äußerst wenig — genauer gesagt — überhaupt nicht bedachten Sonnenblumenbestandteile (oder was immer das jetzt genau ist
). Auf dem Markt war dieses Wurzelgemüse eigentlich an jedem Stand vorhanden (frisch ausgebudelt, wie uns versichernd zugezwinkert wurde). Also ebenfalls versichert, dass niemand uns beobachtet und zugeschlagen. So was wird doch nur für den Blogevent in diesen Tagen erworben.
Und gleich ausprobiert, erst roh — leicht nussiger Geschmack mit einem Unterton Petersilie und Selleriegemisch war der erste Eindruck. Das sollte auch nach Artischocken schmecken und nach zahlreichen Bissen kam es uns auch so vor. War das jetzt Einbildung.
Also Testperson bestellt und terminiert. Zuvor dann natürlich Ideenfindung. Viele Ideen, viele lustige Ideen und da war sogar eine, die sich als besonders famos herausstellte… wenn nicht ausprobierliche Topinamburfertigung dem einen Strich unter das holde Vorstellungsglück zu machen pflegte.
Es sollte etwas Gebratenes werden im Zusammenspiel; aber leider war das geschmacklich so, dass dadurch das Gemüse ins Hintertreffen kam in der genüsslichen Wahrnehmung. Dabei war das verdammt gut (gedacht). Gut, also weiter, der Termin pflegte näherzurücken und war noch in tage- und nächtelanger Ferne.

Topinambur im Rohzustand (und bei Tageslicht)
Als Salat durchaus passend in sehr feinen Streifen, aber dann war da wieder dieses Problem, dass andere Zutaten nicht den so toll erwünschten Aha-Effekt zeitigten. Inwzischen waren wir sowieso fest davon überzeugt, die wahre Artischockenfrucht zu händeln und das sonst unter dieser Bezeichnung im Handel erwerbliche eine gar grobe Falschbetitelung sein musste. Also, neutrale Testpersonen her — die bestätigten auch mehr oder minder den Eindruck, wussten aber auch nicht wesentliche Rezeptvorschläge zur köchlichen Lösung beizutragen.
Der Abgabetag war also dann mal wieder, die präferierte Kochzeit wie üblich auf die letzte Minute (und dann noch dieser unmenschliche Termin um 22.00 Uhr) geschoben. Gut, jetzt war auch getragen durch einfordernde Stimmen, dass das jetzt nicht so ein Schnickschnack nur fürs Foto werden solle, sondern bidddeschön auch der Sättigungsfaktor die ihm angemessene Beachtung finden solle, Einfaltsreichtum gefragt. 
Kross und die Kaumuskulatur beanspruchend war ein Kriterium, der Topinambur musste dann schmeckbar sein (hatten wir schon) und überhaupt, was wäre denn, wenn dieses andere Gemüse was vorrätig wäre, mitverköchelt würde. Zugegeben auch eine Überlegung und so waren nach Weglassung einer aufgefundenen Aubergine Fenchel, Balttpetersilie, Zucchini und Yufkateig hervorgekramt und kurzerhand als Zutateneinerlei auserkoren worden.
Gemüsepfanne in Teigumhüllung war jetzt das Gebot der Stunde und (zeitliche Fortgeschrittenheit erforderte emsiges Vorgehen) dazu noch die durchaus passende Verwendung frischen Schmandes, von Resten dieser Pinienfruchtbestandteile und Balsamico Reserva.
Gekonnt im Nullkommanix Gemüse gefertigt, die zudem noch entdeckten Frühlingszwiebeln von welker Ummantelung befreit und dann gescheibelt und geachtelt die Zutaten, angebraten in Oliven-Sesamöl-Mischung mit zerstoßenen wilden Fenchelkörnen, Salz und Pfeffer und abgelöscht mit dem süßen Essig. Schmand mit ein paar Thymianblättchen und einige Pinienkerne hinzu und ab auf zuvor in mehreren eingeölten Lagen ca. 10 Minuten im Backofen vorgebackene Yufkateigblätter. 
Obendrauf noch eine frische Schicht mit Olivenöl und vielen Sesamkernen. Und nach 3-4 Minuten bangen Wartens konnte das Ergebnis heiß den Fotoapparat beanspruchen und da das so tolle Wellen schlug war gleich die Spielerei ausgebrochen.
Ein Panoramafoto, ein Panoramafoto! schallte es zugleich zu dem Gebilde. Kleinere Naschversuche wurden rigoros unterbunden.
Zutaten:
Topinambur (einige Knollen)
Zucchini
Fenchel mit Fenchelgrün
Zwiebeln, rote und weiße
Wilde-Fenchel-Samen
Olivenöl
Sesamöl
Salz, Pfeffer
Blattpetersilie
Schmand
Yufkateig
Sesam
Riesenstücke dann der hungrigen Meute mit dekorativen Thyminazweiglein vorgesetzt und rasch noch zwei Fotos, die so in klein ganz gut im Display erschienen. Und jetzt essen. Mjam.
Das Gemüse in noch gewünschter knackiger Form, wunderbar unterstützt durch einen leichten Balsamicoton und der Schmand als ausgleichender Kontrast zur aromatischen Fenchelnote, die den wie die Testperson zustimmend bemerkte artischockengeschmacklich durchaus ähnlichen Topinambur ein wenig ins Hintertreffen geraten ließ, aber noch deutlich wahrnehmbar das Gericht genüsslich zu ergänzen wusste. Die Kombination wurde als gut befunden und wenngleich Topinambur nicht so unsere geschmacklichen Nerven vom Grundsätzlichen her traf, war es doch lecker gelungen

Rundherumpanoramblick (auch ein wenig wackelig)
Zufriedenheit, glückselige war hergestellt und dann war dies eigentlich nur unterbrochen von dem Umstand, dass die Bilder dann doch noch etwas verwackelt waren. Mist, der Hunger war die Aufmerksamkeit trübend gewesen. Aber da war ja noch das tolle Panorambild und so kann sich die treue LeserInnenschaft des Blogevents eben daran erfreuen! Unser Beitrag also!