Tag-Archiv für 'wilder-fenchel'

Sich fügsam machend obenauf und mittendrin Kräuter, Disteln und so Zeug zum Anfang gedünstet und zum Ende noch und noch gesteckt und dies noch während anderweitiger Tätigkeit, zuvor natürlich Kartoffelschälung und Zucchini-Schneidung sowie Olivenölschüttung

Da die Tomaten sich noch rar in geschmackvollen Umfange machen und die Bohnen, auf die Bolli genussvoll zugreift, noch ihr bescheidenes Dasein hierorts pflegen, aber dennoch die Lust auf gemüsige Kost, leckere zumal, sich zunehmend ihren Platz im Kochplan erkämpfte, wurde auf leckere Backofenkochkunst mit ganz simplen Zutaten gesetzt.

distel
Disteln entzücken

Die vergangene Blogabstinenz brachte nämlich dankenswerterweise auch säckeweise allerlei Kräuter mit sich, die nun raschestens der Zubereitung harren:
Wilder Fenchel klar, ein Muss für die gute Küche ;-) aber auch Borretschblatt und Lauchzwiebel sind dabei, sowie Blätter vom Schwarzen Senf und verschiedene Sorten Disteln, einjährige, zweijährige stachelige im noch stachellosen Zustand darunter, also alles was das Herz begehrt :-) In Aussicht gestellt war der Distelwuchs ja schon mal.

schwarzer senf blätter
Schwarzer Senf im Blattformat eignet sich ungemein

Zubereitung dann ruckzuck, Kartoffeln schälen und halbieren, Zucchini in etwas größere Stücke bringen, dann zusammen mit gutem Olivenöl in einer großen Backofenform in Verbindung bringen. Derweil die kleingeschnittenen Stiele der Blattpetersilie, des Wildfenchels und des Borretsch mit kleingeschnittener Gemüsezwiebel und roter Zwiebel und natürlich die Disteln in Olivenöl andünsten, Würzminze, Salz Pfeffer, etwas Rigani hinzu und dann nach ein paar Minuten mit in die Form.

Im Restöl noch rasch die Schwarzsenf-Blätter mit den weißen Teilen der Frühlingszwiebel andünsten, wirklich nur ganz kurz und dann ebenfalls noch ergänzen. Zudem ein bissl Wasser zugießen in die Form, am besten kochendes.

kartoffeln schwarzer senf blätter wilder fenchel borretsch zucchini
Wilder Fenchel kann selbstredend auch durch Dill ersetzt werden

Alles noch mal ordentlich verrühren und dann Borretschblätter, Frühlingszwiebelgrün, ruhig kleiner geschnitten, Wilden Fenchel und Minzblätter reinstecken, ordentlich salzen und frisch pfeffern, ein Schwubs Olivenöl eventuell und auf den Ofen, wenn die Form einen Deckel hat — super, wenn nicht dann Alufolie zweifach drüberschlagen und schon mal ankochen für circa 10-15 Minuten (je nach Stärke der Flammen), dann ab in den vorgeheizten Ofen (eher niedriger als höher, so Stufe 3-4 Gas) und nochmal 20 Minuten backen, dann Alufolie ab und noch ein etwas Wildfenchel (alternativ geht im Übrigen auch Dill) noch mit hinzu und fröhlich weiterbacken.

ofenkoestlichst
Zu Mittag waren die schön durchgezogenen Reste überaus willkommen

Schmeckt wunderbar nach Sommer und gerade lauwarm und auch kalt so richtig schön durchgezogen eine famose Speisung, die unter Formwahrung der Zucchini, die gleichwohl saftig und gebacken zugleich im Biss die allerschönste Seite zu zeigen weiß, und fenchelzart durchdrungener Kartoffel die Mode Wildkräuter nur zu beflügeln weiß.

Insbesondere die Disteln sind ja ein eher kulinarisch unentdecktes Pflänzlein, dabei lohnt sich die Zubereitung, alle Hobby-GärtnerInnen, die jahrein jahraus das zarte Gewächs mit Missachtung gestraft haben, werden nun eines besseren belehrt :D

Zutaten:

Kartoffeln
Zucchini
Wilder Fenchel (alternativ geht auch Dill)
Borretsch
Schwarze-Senf-Blätter
Disteln
Blattpetersilie
Gemüsezwiebel, rote Zwiebeln,
Frühlingszwiebeln,
Olivenöl
Minzblätter
Salz, Schwarzer Pfeffer, Würzminze, Rigani

Gedünstete Mohnblätter mit wilden Fenchelspitzen zu versüßen ist mitunter von Gelingen getragen bei Verwendung kleinster Mengen geernteter Löwenzahnwegerich-Blätter — und selbstredend Olivenöl und Schalotte und Frühlingszwiebel (alles kleingeschnippelt, außer dem Mohnblatt)

geduenstete mohnblaetter mit loewenzahnwegerich zwiebeln und wildfenchel
In Olivenöl gedünstete Kräuter sind unschlagbar

Eines der typischen griechischen Speisenrezepte bedient sich der überall in Scharen blühenden Blätter des Mohn, die Blätter werden meist mit anderen Kräutern wie wilden Fenchel gedünstet, mitunter aber auch gerne als Salat verkonsumiert, die Blüten können übrigens auch gegessen werden.
Und, der Frühling bringt die ersten Fenchelspitzen hervor, da darf das doch auch mal ausprobiert werden. Diesmal hatten wir eine Wildfenchelsorte, die etwas gröbere Blätter hat.

mohnblaetter
Mohnblätter sind einfach zu kultivieren

Dazu einfach noch auf die Suche gehen und noch ein paar Löwenzahnwegerichblätter hinzu (die heißen jetzt nicht so, sehen aber ähnlich aus), die Lauchzwiebeln sind frisch aus dem Erdboden gezerrt und schenkungshalber in die Hand gedrückt worden.

lauchzwiebelwurzeln
Nur echt mit ausreichend Erde

Die Zubereitung ist dann ganz einfach: Zur Unterstützung der geschmacklichen Breite werden einfach noch ein paar Schalotten in formschöne Achtel oder so ähnlich geschnippelt, die größeren wilden Fenchelstiele werden etwas kleiner geschnitten, die Spitzen dürfen gerne ein paar Zentimeter groß bleiben, die Lauchzwiebeln ereilt das gleiche Schicksal und die Mohnblätter und die kleineren Wegerich-Blätter dürfen so bleiben, die zerfallen beim Kochen schließlich schon genug, das Mohnblatt vor allem, das Wegerichblatt bleibt akkurat essbar.

schalotten geschnippelt
Schalottensechstel gehen auch

Ordentlich allerbestes Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und kleingehackte Dillstiele rein und herumrühren, den Rest an Blätter und filigranen Fenchelspitzen gleich danach, eifrig rühren und Pfeffern, Salzen dann noch zum Ende und nach ein paar Minuten ist eine leckere Speise auftischbar.

wilder fenchel grobblätterig
Wilder Fenchel weiß wie immer nur zu entzücken

Schmeckt sehr lecker frisch nach Sommer, die Mohnblätter sind etwas bitterer, aber eher in die dezente Richtung und werden durch den süßen Geschmack der Schalotten und Fenchelblätter gut aufgefangen während das gute Bio-Olivenöl die perfekte Grundlage bietet. Dazu am besten frisches Brot samt eingetunkten Olivenöl essen und der Tag ist gerettet.

mohnblaetter loewenzahnwegerich
Da ganz links sind Löwenzahnwegerichblätter zu sehen

Außerdem entdeckt: ein neuer veganer Rezepte-Blog auf blogsport und — so langsam wird es unheimlich — ein neuer Kochgruppentreff aus Hamburg, da tummeln sich doch sowieso schon so viele rum.

Zufriedenstellende Fischplattenzusammenstellung auf ratsam reichlich bestückter Unterlage aus Kartoffelscheiben und weil das ja nun arg wenig zu sein schien auch noch variabel mit wilden Fenchelspitzen (genügsame Auswahl) und ein paar Oliven waren ergänzend geeigneter Natur (der Zander passte dann doch nicht so richtig)

fisch mit sowas
Fein bestreut und olivenölbetröpfelt

Bisweilen äußern Gäste diffuse Wünsche mittels plötzlich aufkeimender Abenteuerlust und sagen lauter so Sachen, dass sie dies und das ja nun auf gar keinen Fall wollen, mögen und/oder etwas verhaltener vertragen. Selbst Wünsche nach fehlendem Gebrauch von Zwiebeln :o ist schon nachgekommen worden.
Geladen zur Fischspeisung wird sich dieser Tischsitte erinnert und ein paar Wünsche zur Abendgestaltung beigetragen, Zander wäre fein, auch der Fisch und das …
Also dann bereitwillig auf ein sich nebenbei erledigendes und gut erprobtes Speisenerfolgsrezept zurückgegriffen und belegte Fischplatte auf Kartoffelscheiben an vereinzelten kultivierten Oliven und wilden Fenchelspitzen (Form 1) und bedeckt mittels Schinkenwürfelchen (die waren leider nicht so gut wie erwartet und eigentlich hätten die auch ein klein wenig knuspriger sein können), roter Paprika und Frühlingszwiebeln (Form 2, die im Bild; Form 1 ward leider verwackelt abgebildet) gefertigt.

fisch mit sowas im gesamtanblick
Fischsortenreinheit ist bei diesem Mahle umfassend ergänzt

Zander schmeckt übrigens dann doch nicht so perfekt zu dieser Zusammenstellung, aber das ward schon vorher geahnt. War trotzdem gut, aber auch schon mal perfekter, Schuld daran sind natürlich die Sonderwünsche :p

Hernach bekömmlich: Karamellisierte Limonen, die einen Tick zu lange mit dem Bunsenbrenner bearbeitet worden sind, weil zu viele auf einmal gefertigt wurden, besser also in zwei Etappen kredenzen ;-)

Die mit Eifer in Angriff genommene hervorlugende Rote Bete konnte zwar nicht durch grüne Wasabipaste gehäubt werden, aber dafür durfte darinnen Wilder Fenchel Platz nehmen — eilfertige staatliche Hilfe anbei

Die bei lavaterra entdeckte Rote-Bete-Suppe machte sofort nachdem erinnerlich die Lagerhaltung im Kühlschrank aus den dunklen Ecken der Kenntnisnahme hervorlugte Appetit auf weitere Nachprobiererei, die mit ein bißchen Verspätung dann erfolgreich an den Start gehen konnte.

rote bete suppe
Rote Bete Suppe erfreut wärmstens

Während gleich passend eine große rote Zwiebel zur Verfügung stand, musste die Kartoffelbevorratung erst aus diversen Lagerstätten zusammengeklaubt werden, was aber auch einiges zu Tage förderte, ausreichend jedenfalls für den Rote-Beete-Vorrat; dann verfahren nach Rezept — Zwiebeln angedünstet mit Würfelkartoffeln und etwas unakkurater zur Verfügung gestellter Bete, mit hinzu etwas Reste von Lauch, dass alles in gutem Bio-Olivenöl gebrutzelt und mit Wasser (statt Brühe) aufgegossen, Salz, ordentlich schwarzer Pfeffer auch mit rein und köcheln gelassen. Später wilder Fenchel und etwas Liebstöckl hinzu.

Da der Mixer entschieden hatte den Geist aufzugeben einfach ein wenig mit der Kartoffelpresse rumgedrückt, was zwar die Kartoffel erweichte, aber bei der Roten Bete nicht so viel Erfolg zeigte, und ist auch so ganz passend, richtige Stücke bewahren auch den unverfälschten Geschmack besser ;-)

zutaten fuer eine bete suppe
Zutaten fast alle beisammen

Schmeckt süßlich-betig und auf der betig-kartoffligen Suppengrundlage genau richtig, da braucht es auch keine grüne Wasabipaste mehr, die nicht eingekauft wurde, mit etwas Knoblauch abgeschmeckt ist es aber ebenso lecker. Allerdings zeigte die rote Färbung auch einen gewaltigen Riss im Porzellan, der sich quer durchzog, jetzt sind nur noch zwei Stück von der Sorte übrig, es muss dringend für Nachschub gesorgt werden.

Derweil spitzen sich die staatlichen Repressionen wieder zu: Im Februar will in Dresden das braune Pack aufmarschieren, es werden tausende Neonazis zum bisher größen Aufmarsch in Europa erwartet, um die Verbrechen des Naziregimes zu leugnen.

Allemal Grund genug für ein breites Bündnis aus Gewerkschaften wie Verdi und Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG), Antifa-Gruppen, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA), Linkspartei, Grünen, DKP, Jusos und vielen weiteren mobil zu machen gegen die Nazis. Den Aufruf den Nazis entgegenzutreten haben u.a. mehrere Bundestagsabgeordnete, Konstantin Wecker, Bela B. von den Ärzten und der Oberbürgermeister der Stadt Jena unterzeichnet.

Dies wiederum missfällt nun der Staatsanwaltschaft Dresden, die versucht die AntifaschistInnen einzuschüchtern. Gestern wurden deshalb in Dresden die Geschäftsräume der Linkspartei und in Berlin von Red Stuff durchsucht und Computer und tausende Plakate gegen den Naziaufmarsch beschlagnahmt. Bleibt abzuwarten, was sie gegen die weiteren UnterstützerInnen unternimmt.

teller putt
Teller putt, ersichtlich

Es steht zu vermuten, dass die Staatsanwaltschaft mit einem in letzter Zeit immer beliebter werdenden Konstrukt aufwartet; dabei bedient sie sich zweier Gesetze und konstruiert einen Verstoß gegen § 21 Versammlungsgesetz in Verbindung mit § 111 Strafgesetzbuch.

§ 21 VersG regelt, dass „wer in der Absicht, nichtverbotene Versammlungen oder Aufzüge zu verhindern oder zu sprengen oder sonst ihre Durchführung zu vereiteln, Gewalttätigkeiten vornimmt oder androht oder grobe Störungen verursacht“ mit Strafe bedroht wird.

Insoweit nicht einschlägig da durch das Plakat nicht zu Gewalttätigkeiten aufgerufen wird oder eine grobe Störung eingetreten ist, aber wer gemäß § 111 StGB durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3 StGB) zu einer rechtswidrigen Tat auffordert, wird wie ein Anstifter (§ 26 StGB) bestraft. Und der infame Clou an der Sache ist, dass es nach § 111 StGB nicht darauf ankommt, ob das Ereignis eingetreten ist! Ein Gummiparagraph mit dem sich beliebig Straftaten aus dem Hut zaubern lassen.

Mit dieser Konstruktion hebeln seit einigen Jahren die auf dem rechten Auge blinden Staatsanwaltschaften die klare Regelung des § 21 VersG aus, der eben nur eine bestimmte Handlung unter Strafe stellt. Ansonsten wäre auch schon jegliche Gegendemonstration strafbar da diese immer in Konfrontation sowohl geistiger als auch in realer Art und Weise steht. Auch Blockaden als Form der Versammlung sind vom Recht auf Versammlungsfreiheit umfasst.
Hatte früher der Bund die Kompetenz für das Versammlungsrecht, so sind inzwischen die Bundesländer zuständig, von denen einige wie jetzt gerade in Sachsen eigene Versammlungsgesetze mit zum Teil etlichen Verschärfungen auf den Weg gebracht haben, um das Demonstrationsrecht zu beschneiden, aber nicht etwa um endlich neonazistische Aufmärsche noch deutlicher zu verbieten, sondern um Einfallstore für Maßnahmen gegen die Linke zu schaffen.

VVN Plakat
Erklärung der VVN-BdA

Nazi-Aufzüge sind nach Art. 139 Grundgesetz, der die Weitergeltung allierter Vorschriften bezüglich nationalsozialistischer Bestrebungen behandelt, verboten – nur hat bisher erst ein Gericht in der Bundesrepublik dem Mumm aufgebracht gegen die Staatsdoktrin, dass neonazistische Propaganda Meinungs- und Versammlungsfreiheit für sich in Anspruch nehmen kann, die klare Regelung des Gesetzes entgegenzustellen; auch das Oberverwaltungsgericht Münster konstatiert in ständiger Rechtsprechung: „Eine rechtsextremistische Ideologie lässt sich auch nicht mit den Mitteln des Demonstrationsrechts legitimieren“.

Die konservativen Gegner dieser klaren Regelung in der Justiz, die sich jahrzehntelang aus Altnazis speiste, berufen sich dabei gerne auf den bedeutenden Staatsrechtskommentar von Maunz und Nachfolger, der diese Regelung für obsolet erklärte, was wiederum kein Wunder ist, schließlich wurde der ehrbare Jurist Maunz nach seinem Tod als DVU-Anhänger geoutet.

Die Empörung über die Dresdener Staatsanwaltschaft ist auch bei vielen PolitikerInnen derweil groß. Inzwischen fanden bundesweit mehrere Demonstration gegen das Vorgehen statt, ab heute werden trotz der Repression bundesweit die inkriminierten Plakate geklebt.

Zivilcourage zeigen! Nazis offensiv entgegentreten! Kein Naziaufmarsch am 13. Februar!

Faschismus ist keine Meinung — sondern ein Verbrechen!

In das Umfeld von Kürbis und Reis sowie der Spitzen Wilden Fenchels hereinplatzende knackige Grünkohl-Mischung samt Dill und ein wenig Blattpetersilieblatt und das alles überbacken und berieselt von Ziegenhartkäse

kurbisreisauflauf probierecke
Noch ohne Käseraspel — dafür schon angeknabbert

Wohin mit den eifrig gekauften Muskat-Kürbismassen — ab in den Reis und gebacken im Ofen ist mindestens einmal im Jahr das leckere Motto. Unverzichtbar der Hauch von Wildfenchel, der tiefgefroren mit ein paar Spitzen optimal zur Geltung zu gelangen weiß.

Brannte auch nicht an wie letztes Mal, wurde schließlich vorgesorgt, so waren nicht nur zwei Augen mehr am Start, sondern der Reis wurde mit den Zwiebelstückchen, Dillstielen und Blattpetersiliestielen, dazwischen wilder Fenchel, und etwas Dill und etwas Blattpetersilieblättern in einem großen Topfe samt geraspelten (nicht gemixtem!) Kürbis in bestem Olivenöle angedünstet und mit ein bißchen Wasser ein wenig vorgekocht, ein kleiner Schluck Sekt könnte auch noch dran gewesen sein, die Erinnerung trübt sich bei der Niedertippung, ist aber nicht so wichtig, dann ab in den Ofen in großer Auflaufform nicht ohne vorher noch den Rest Dillspitzen unterzuziehen.

kuerbis reis auflauf mit gruenkohl wildfenchel dill zwiebel
Grünkohl und Kürbis weisen perfekter Essensgestaltung den Weg

Den Grünkohl wie gehabt nicht zu Tode kochen, sondern so wie das beste aller Grünkohl-Rezepte zubereiten, den dann teilweise noch mit hinzu und irgendwann bei schöner Färbung nach so ca. 20-30 Minuten (unser Ofen geht gerne öfters mal aus) antesten, ob die Struktur genehm erscheint. Dann Ziegenhartkäse rüberraspeln und noch mal kurz in den Ofen.
Serviert samt der anderen Hälfte des Federkohls und ein Resultat:

Schmeckt superkürbislecker, macht irrsinnig viele Leute satt und ist ganz einfach! :-)

Ofenkost des Sommers Hinwendung bisweilen und der Eignung für jede Lage anheimgestellt und etwas Zuviel, des Guten Hingabe

gemuese aus dem ofen reste des abends des morgens anschaulich
Es verbleibt nur wenig an Rest — dafür gekonnt durchgezogen

So langsam werden die Stände des Wochenmarktes immer voller, was mit Genugtuung und übereifriger Einkaufslust weidlich auszunutzen gewusst wird. Zeit also mal wieder für Gemüsekost aus dem Backofen, so einfach, dass nebenbei alles andere erledígt werden kann, was sich aber auch ansonsten schicklich einpasst.

Das ungefähre Rezept für die vielen Bohnen, gehälftelten Kartoffeln, diesmal riesengroßen Zucchinistücken, rote Paprika, Tomaten, Frühlingszwiebeln, weißen Zwiebeln und etlichen roten Zwiebeln, einigen frischen Minzblättern und selbstredend wilden Fenchels (alternativ wilder Fenchelsamen und frischer Dill) und sorgsam gehüteter Olivenölvorräte ist so einfach, dass der sommerlichen Verpflegung nichts im Wege steht.

Aufgrund eines kurzen Momentes der Unachtsamkeit auftretende leichte Verfärbungen wurden mit einem Schwubs zuviel des Guten an Wasser bedacht, welches sich nicht mehr rasch genug verköchelte, tat aber dem Geschmack auch nichts so richtig an, besser ist es natürlich etwas weggebackofneter und leicht angebackener. Schmeckt sommerlich gutestens :-)

formueberstehendes gemuese aus dem ofen kurz vorm reinstecken in denselbigen mit leicht schattenakrobatik
Beim Hochkantzuvielreinstecken die Ankokelmöglichkeit nicht außer Acht lassen ;-)

Dazu gab es Wein, der vom Besuch mitgebrachte war ein wenig gekippt, das macht nichts, der kommt dann ins nächste Essen rein, optimalste Verwertung :-).
Das Thema bei der 25. Weinrallye ist übrigens Wein in Literatur und Film, klingt gar nicht schlecht, da müsste sich doch was machen lassen. Bis zum 23. ist ja auch noch etwas Zeit…

Dem nussigen Geschmack ergeben war der von zarten Wildfencheluntertönen geleitete süße aus Dreierlei sich zusammenfindende Zwiebeldünstereiton die richtige Wahl für die Rote-Quinua-Büffelmozzarella-Basilikumblüte-Rote-Bete-Orangencreme-Obendrauf-Kredenzung (lecker)

Laut Internetrecherche können die Blätter des glutenfreien Reismeldengewächses verspeist werden, entstammen wohl der gleichen Familie wie das beliebte Vlita, welches sich vorzüglich für Kräuterspeisen eignet. Bis erste Keimproben im Blumentopf den Erfolg zeitigen, das Wetter stimmt ja schon fröhlich, wird auf käufliche Trockenernte gesetzt.

rote quinua bio exklusiv im weltladen
Klein und fein

Rotes Quinua schaute nämlich so neugierig nach ICH-BIN-NEU im Weltladen aus dem Regal, in Weiß war das ja schon bekannt, aber in Rot sieht es auch sehr schick aus. Exklusiv fair trade erhältlich und in Bio-Qualität — da musste einfach zugeschlagen werden, die Vorratshaltung muss gehätschelt und eifrig umsorgt werden ;-)

Laut Packungsrückseite wird rotes Quinoa nur noch in geringem Umfang für den Eigenbedarf in den Anden angebaut und droht zu verschwinden. Die GEPA will durch den Vertrieb Kleinbauern in Bolivien unterstützen und die Samen dadurch vor dem langsamen Verschwinden schützen.

Das Quinua wurde dann entgegen der vorgeschlagenen 1 Teil Andengetreide / 2 Teile Wasser einfach wie üblich in etwas mehr Wasser geköchelt für ca. 20 Minuten (je nach erwünschter Bissfertigkeit mehr oder weniger). Währenddessen Schalotten, weiße Zwiebeln, rote Zwiebeln in kleingehackten Zustand mit etwas wildem Fenchel in bestem griechischem Bio-Olivenöl angedünstet und mit Salz, Pfeffer, einem winzigem Hauch Rigani versehen und dann nach 5 Minuten mit noch weiterer Zwiebelauswahl versehen, um eine unterschiedliche Bissfestigkeit zu erreichen. Das ganze dann mit dem gekochten Quinua vermischt. Schmeckt schon mal lecker.

rote bio quinoa gekocht
Rotquinua gekocht — sind das schon Keimlinge?

Da noch Berge von Roter Bete vorhanden waren wurden kleine Würfelchen in Öl frittiert, waren etwas zu viele für die Pfanne und dadurch zu wenig Hitze, die sollten eigentlich etwas krosser werden, war aber auch ok (aufpassen, werden schnell schwarz!). Die kamen dann zu der Zwiebel-Wildfenchel-Quinoa-Mischung hinzu und sorgten für schmackhafte Blickpunkte.

Dazu musste es aber noch eine Sauce geben. Also noch kleinere Würfelchen geschnippelt (eigentlich war der geladenen Besuch, der den Auftrag erhielt dem vorherigen Auftrag nicht gerecht geworden ;-) ) und in etwas Olivenöl angebraten und mit Johannisbeerlikör abgelöscht und dann mit dem Saft von vier Orangen versehen und eingeköchelt bis die Sauce schön cremig wurde.

gepa rote bio quinua exklusiv im weltladen
Bio-Quinua als exclusive Einkaufsmöglichkeit

Der neulich durch persönlichen Kurierdienst frisch angelieferte italienische Büffelmozzarella wurde als geschmacklich überaus passend auserkoren und fürwahr — die weiche nachgebende geradezu halbcremige Konsistenz passte vorzüglich dazu, die eigentlich als Deko benutzten dringend abzuerntenden Basilikumblüten waren ebenfalls eine gute Idee, gaben noch etwas frischen Charakter zu den nussig schmeckendem Quinuasamen, die von den süßlichen Zwiebeln unterstützt und dem leichten Fenchelunterton gestützt sich so zu einer sehr leckeren Kombination zusammenfanden.

quinua mit wildfenchel und zwiebel dreierlei sorte versehen mit bueffelmozzarella und basilikumbluete
Die von Orangensüße durchdrungenen ordentlich rot färbenden Betewürfelchen obenauf hätten nicht fehlen sollen – die perfekte Ergänzung!

Alle waren begeistert, das gibt es also bald wieder einmal, nur die Photodokumentation war wie immer der Roten Beete bei Nacht und auch bei zuviel Sonnenschein am nächsten Mittag beim Resteverzehr nicht so zugetan. Macht nichts, schmeckt trotzdem super :p

Wild-fenchelzart verwöhnter Steinbutt mit — besonders nach Auffindung am nächsten Tage — lecker durchgezogenen Kartoffelscheibchen und passend hinzugefügten Frühlingszwiebelstückchen und unter allergrößter Kraftanstrengung kleingeschnitten Hartschinkenteilchen (die vielen Chens machen den Butt dann noch ein Stück größer)

steinbutt gebacken und so zum schluss versehen mit schinken und fruehlingszwiebel zuvor schon mit fenchelsalz
Steinbutt, gebacken, schön verchent versehen

Der mobile Fischladen auf dem Wochenmarkt gehört eigentlich eher selten zu den Auffindungsorten kulinarischer Spezialitäten, meist tummeln sich Heringe und Forellen und Zuchtlachs und ab und an ein paar kleine Schollen. Die sodann also ab und an angebotenen über den sonstigen Bestand hinausgehenden Arten überfordern das Personal auch dann immer ersichtlich, Geschmacksfragen und offerierte Zubereitungsmethoden gehen gegen Null und außer einem Ausspruch der schmeckt sehr gut gibt es meistens nichts weiter zu holen. Außerdem sind manchmal ernsthafte Zweifel an der Frische der feilgebotenen Ware angebracht.

Dennoch wandern die gierigen Augen trotzdem über das Angebot, es könnte ja sein, dass…

steinbutt in form
Steinbutt in Form

Hah! und siehe da, Steinbutt, kleinere und mittelgroße Exemplare, also gleich das größte Exemplar geordert, war schließlich im Angebot, also zuschlagen. Rezept war auch gleich parat, musste neulich ja als Vergleichsmaßstab herhalten.

Glücklicherweise gefunden und später hinzugegeben: Restliche Frühlingszwiebeln, zwei Stück an der Zahl, und ein hinten im Kühlschrank noch entdecktes Schinkenstück, das zu harter Form aufgelaufen die mangelnde Sporttätigkeit der letzten Zeit anschaulich beim Zerkleinerungsvorgang offenlegte, vielleicht reicht es aber auch endlich mal die Messer zu schleifen wozu allerdings das blöde Schleifteil wieder aufgefunden werden müsste.

steinbutt mit fenchelsamen und salz also famoses fenchelsalz
Mit Fenchelsalz eingerieben

Noch tiefgefrorene Wilde-Fenchel-Triebe waren ebenfalls vorhanden (beim nächsten Mal werden die dann gleich vorher kleingehackt), wurden in Olivenöl rasch angedünstet und ansonsten das ganze Rezept wie gehabt, der Steinbutt braucht dabei etwas länger als die Scholle, aber hat dafür aber auch eine festere Struktur.

Und dann wunderbar duftend aus dem Ofen auf den Tisch und einfach aus der Form so heraus herausgefischt. Dabei den Fischhändler ein wenig verflucht, weil sich zeigte, dass doch eine erquickliche Menge Butt-Rogen vorhanden war, das Zeug kann zwar gegessen werden, schmeckt aber eigentlich nach gar nichts (ok ein bissl fischig), vielleicht geräuchert oder weiß jemand was damit anzustellen wäre?

was mit steinbutt rogen nach der backofenprozedur machen
Was mit Steinbuttrogen machen? Saucen? Terrinen?

Heute Morgen dann die Reste des superben Mahles verspeist, die Kartoffeln, die unter dem Fisch gelegen hattten, waren noch schöner durchgezogen mit Olivenöl und diesem wahnsinnigen leckeren super Wildfenchelgeschmack, der das Verzücken wieder in Erinnerung rief, welches nach dem gestrigen Konsum etwas leichterer Sommer-Weißweine etwas in Vergessenheit geraten war ;-)

wunderbar fenchelzart durchgezogene kartoffeln scheibchenweise
Andernmorgens die versteckten Kartoffeln — sehr gut!

Beim nächsten Male dann noch größere Exemplare ordern, damit auch genug zum Verspeisen da ist ;-)

Geschmacklosigkeit durchsetzt von scharf-prickelnden Momenten und delikat sich zeigenden zuvor hart sich erweisenden trocken Daherkommenden — frisch umgarnt von filigraner Kunst (zu runden Ergänzungen)

Nun ist das Thema des Blogevents im Gärtnerblog dem Chinakohl gewidmet, jenem eher nicht ganz so geschmackreichen Gewächses, das bisher allenfalls als Salat zu Tische gelangte und da warme Kost das Gebot war, wurde in einem Anflug, der sich aus der Betrachtung von Lavaterras Kreation ergab, ein fenchliger (fast anisiger ;-) ) Geschmack dazu als passend erkoren.

chinakohl wilder fenchel reis und shiitake szechuanpfeffer pfannengeruehrt
Chinakohl — gewokt und mit Shiitake bereichert und durch Pfeffer aus Sezuan verwöhnt mit frischen filigranen Wildfenchel-Spitzen

Zwar ist erst am Ende des Monats Abgabeschluss, aber manchmal darf auch schon früher der Kochlöffel in der kulinaria-katastrophalia-Küche für unseren Beitrag geschwungen werden ;-) außerdem ergab sich gerade ein dazu günstiges Zeitfenster. Da muss schnell gehandelt werden.

Zuvor noch rasch Shiitakepilze eingeweicht (bevor die gar nicht mehr in Gebrauch genommen werden), diese dann munter unter Wasser gestupst, und Olivenöl mit dem nussig schmeckenden Sesamöle gemischt in der Wokpfanne versehen mit weißem Pfeffer. Pilze rein und rasch gebraten und mit etwas Meersalz und Szechuanpfeffer gewürzt. Duftete schon verführerisch :-)

Währenddessen Rundkornreis geköchelt nach der Zuviel-Wasser-Methode-und-dann-doch-zuwenig-Methode. Kleingeschnittener Chinakohl zu den Pilzen und kurz scharf angebraten und noch mit einem Schwung gemörsterten Sichuanpeffer und grünen aus roten Zwiebeln herauswachsenden Spitzen versehen. Und dann die für dieses Jahr wahrscheinlich letzten Frischevorräte an Wildfenchel vom Biomarktstand hinzugefügt, um einen frischen Kontrast zu dem prickelnd-scharfem Pfeffer zu erhalten.

einweichshiitake
Einzuweichendes Trockengut

Schnell abgelichtet und dann zur Verköstigung geschritten. Der Chinakohl hatte geringfügig an geschmacklicher Höhe gewonnen durch den Anbratprozess und war erfreuerlich von punktuell auftretenden scharfen Momenten umgeben, die sich, ergänzt durch die geradezu delikat süchtig machenden Pilze in der durch den feinen Wilden Fenchel frischen Augenblicken nicht abgeneigten Umgebung, superb zu machen wussten.

blogevent chinakohl

Zutaten:

Chinakohl
Shiitake
Szechuanpeffer
Grüne Rotzwiebelspitzen
Reis
Olivenöl
Sesamöl
Meersalz und weißer Pfeffer