Tag-Archiv für 'werbeblogs'

Unter Bergen zackig gerissener Hobelware dann auch wiederverwertbar erkennbare Restware, die durchaus im Einklang zu vorherigen Fertigungen zu überzeugen wusste, was bisweilen auch ratsamerer Natur ist (schummrige Motive)

Kaninchenstreichelei ist groß in Mode — da müssen rasch ein paar Rezepte her, die Nachfrage muss befriedigt werden: immer gelingend erweist sich Kaninchen sanft geschmort mit Zwiebeln, Salbei und Tomaten in einer sich schicklich machenden Weinsauce. Resteverwertung unter frisch gehobelten jungen Ziegenkäse versteckt auf solider Nudelgrundlage auftragen und so begeisterte Zustimmungschoräle auch bei jüngerem Publikum erreichen.

restkaninchen mit nudeln
Verrieselte Aussichten — Kaninchenglück auf Nudel

Wenig Begeisterung zeigt die taz in ihrer heutigen Ausgabe mit einer Schleichwerberecherche über das Verhalten von „seriösen“ Zeitungen, die für Geld ihren Anzeigenkunden eine genehme Berichterstattung in Aussicht stellen. Von der Zeit über das Neue Deutschland, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung bis zur Frankfurter Rundschau — alles käuflich.

Und die Variation ist vielfältig, eigentlich ist alles dabei, die Werbemaßnahme wird getarnt, Anzeigen der Unternehmen werden mitunter noch nicht mal vorausgesetzt, einfach ein paar tausende von Euro auf den Tisch legen und schon kann es losgehen, fertige Artikel dürfen auch gleich selber abgeliefert werden, um den RedakteurInnen mal eben die mühevolle Arbeit schmeichelnder Texte abzunehmen.
Die anschließend nach derlei Geschäftsgebaren befragten Chefredaktionen der Zeitungen weisen mit Vorliebe auf ihre Unabhängigkeit hin: Gekaufte Berichterstattung — nicht bei uns.

kaninchenkeule mit tomate zwiebel salbei wein
Schmackhaft zu machen auch im Schummerschein des sanften Abendlichtes

Eigentlich ähnelt alles den Missständen bei zahlreichen deutschsprachigen Foodblogs inklusive vehementen Abstreitens der Beeinflussung der Berichterstattung, was selbstverständlich nicht statthaft und deshalb quasi naturgemäß ausgeschlossen sei.

Apropos Frankfurter Rundschau, hatten u.a. die Besitzer DuMont und die SPD-eigene Medienholding DDVG noch 2009 erwähnt, dass sich durch einen gemeinsamen Artikelpool das hohe Niveau halten sollte, ist nun klar, dass die einstige Qualitätszeitung FR nun ganz auf ihre Eigenständigkeit verzichten muss, ein bißchen Lokalberichterstattung darf noch sein — ansonsten heißt es in einer immer weniger von Eigenständigkeit geprägten Presselandschaft mit dem Niveau der Berliner Zeitung vorlieb nehmen.

[Erklärung der FR-RedakteurInnen]

Die Ausprobierung der Limequats stand sowieso schon länger auf der großen Kauf- und Kochliste, also zuschlagen, sichern was das Zeug hält und ganz 8 Stück wanderten in den Einkaufskorb, was im Folgenden im Ganzen besehen dann doch ein klein wenig zuviel des Guten war, aber mittels saftiger Mango und rührigem Joghurt war dann ein vorzügliches Genießen gesichert – außerdem aus gegebenem Anlass: Sponsoren

biomango dreiteilig
Mit Gerätschaften zerteilte Mangos bereichern die optische Verfügbarkeit

Gleich neben diesem quitschfidelen orangenen Kumquats lagen im Korb auch noch die mit einem Teelöffel locker zu balancierenden Limequats — die wollten doch schon immer mal verkocht werden…

… also zugegriffen, süßliches Vergnügen sollte diese Mischung aus Limette und Kumquat hervorbringen, tut sie vielleicht auch, wenn sie reif wären, denn die Vermutung liegt nahe, dass dieser saure durchaus an die Limone erinnernde Geschmack nicht das ist, was es sein könnte. Im Anschnitt ganz bekannt, auch die Verkostung der Schale erwies sich trotz nachträglicher Bearbeitung als unstatthaft, es waren einfach ganzganz kleine Limetten.

limequat groessenverhaeltnis apfel
Eigentlich ganz süß — so klein

Nicht schlimm, gibt es halt was anders als puren Genuss. Die schon länger lagernde Bio-Mango geschnappt, mehr oder minder akkurat zerteilt und mittels gutem cremig gerührtem Biojoghurt und ausgekratzten Limequatfetzchen zu einer perfekten frischen Frühstücksbeilage werden gelassen. Durch die saure Frische der kleinen grünen Teilchen ein kleiner Kick im Erschmecken. Gar nicht schlecht. Weitere Kocherfolge dann in Ausprobierung ;-)

Aus dargebotenem Anlass übrigens noch ein kleines Lied, es wird ja momentan wieder vermehrt über Werbekampagnen in Foodblogs philosophiertgebloggt, eine kleine Tafel Schokolade reicht da schon aus, schon geht es los.


Christoph & Lollo — Sponsoren

Ideale Voraussetzungen also, um sich einem Thema zu widmen, das an Wichtigkeit im Werbemaßstab zuzunehmen beliebt; im Blog nutriculinary wird gleich auf eine Veranstaltung die sich eines etwas hochtrabenden Namens bedient (fehlt nur nur der Dr. ;-) ) nun sagen wir mal mehr als nur hingewiesen: Die sogenannte „University of Fish“ von „Deutsche See“ denn die „begeistert seit fünf Jahren eine breite Hörerschaft für die unterschiedlichsten Themen aus der faszinierenden Welt der Fische und Meeresfrüchte“, so heißt es zumindest im Pressetext des Fischkonzerns.

limequat ganz auf obstjoghurt
Zur Zierde auch ohne zutatliche Beigabe gereicht die Frucht

Diskutiert wird natürlich auch über die Bedeutung von Blogs für die Werbung und die sieht mitunter in diesem Medium ja bekanntermaßen etwas anders aus, wenn der schleichende Erfolg sich einstellen soll. Neben den nur für die direkte Eigenwerbung kreierten Blogs (erfahrene Köchin zu vermieten, Insider erzählt, Kochbuchzusammenschreibung etc. pp.) hausieren natürlich die schlichten kommerziellen Angebote gerne auch im normalen Bestand.

So wird gerne darauf verzichtet oben einfach Werbung hinzuschreiben, stattdessen wird die Anpreisung im Text oder wahlweise auch Bild versteckt oder schlicht der Werbelink am Ende präsentiert nachdem beispielsweise der Schmarrn von der guten Aquakultur wiedergekäut wurde. Selbstverständlich locker-flockig und damit es ehrlicher wirkt, darf es auch gerne ein paar Gramm an kritischen Bemerkungen mehr enthalten.

limequat groessenverhaeltnis mangorest
Was bleibt…

In der gerne zum Vergleich herangezogenen Presse wird derlei Schleichwerbung zwar mitunter auch so gehandhabt, angesehen ist es deshalb damit noch lange nicht wie der Presserat immer wieder feststellen muss.

Der Ehrenkodex, seine LeserInnen nicht hinters Licht zu führen, sollte in Blogs — gerade bei dem immer wieder gerne propagierten Gleichstand des Niveaus — deshalb eigentlich auf der Tagesordnung stehen. Vielleicht benötigt die Foodblogosphäre auch so ein Kontrollgremium?

Die Kritik an derlei ist ja schon länger bekannt — Wie mit Foodblogs Geld gemacht wird und Volle Mischung Werbilade für wenig Cents machen es deutlicher.