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Fensterbankexperimente mit neuseeländischen Wegerich — delikaterweise nicht verspeisbar sowieso

heben strauch veronika
Heben in Eintracht — Fensterbankexperimente

Nachdem die Sonne aus den mitgebrachten Pflanzsetzlingen nun den ersten Schub neue Blätter so richtig herausgekitzelt hat, ist die Freude groß, auch bei den Blattläusen, die unerbittlich minütlich alles was nach Grün aussieht anfliegen, bekömmlich dürfte die Pflanze für die fiesen Dinger kaum sein, aber auszuschließen ist bekanntlich gar nichts bei den mutierten Läusen.

hebe salicifolia setzling
Eine von vielen Strauchveronika-Sorten

Bei den schönen Exemplaren handelt es sich um Heben, einem Wegerichgewächs (hebe salicifolia), welches zur Ausnahme mal nicht verspeisbar ist, sondern einfach nur schön blüht und das den ganzen Sommer bis in den Herbst und dann als immergrüner Strauch überwintert.

Mal schauen, ob das nicht auch im großen Blumenkübel funktioniert, dann gäbe es schöne weiß-lila Blüten, die zwar nach Sommerflieder aussehen, aber nicht so duften, eigentlich riechen die fast gar nicht. Außerdem hoffen wir , dass es überhaupt eine hebe salicifolia ist, jedenfalls standen die kleinen Triebe gleich neben der großen Ansammlung von Heben, wenn nicht, dann gibt es eine Überraschung :D

hebe salicifolia wegerich neuseeland strauchveronika
Die Hebe salicifolia bis zu 3 × 3 Metern bei guter Blattlausarmut

Da die Pflanze aus Neuseeland kommt verträgt sie außen nur so bis -20/-22 Grad mit Abdeckung der Wurzeln, bei besonderer Einpackungskunst bestimmt auch mehr.

Und demnächst dann — was ist eigentlich aus der Kartoffel geworden

Gedünstete Mohnblätter mit wilden Fenchelspitzen zu versüßen ist mitunter von Gelingen getragen bei Verwendung kleinster Mengen geernteter Löwenzahnwegerich-Blätter — und selbstredend Olivenöl und Schalotte und Frühlingszwiebel (alles kleingeschnippelt, außer dem Mohnblatt)

geduenstete mohnblaetter mit loewenzahnwegerich zwiebeln und wildfenchel
In Olivenöl gedünstete Kräuter sind unschlagbar

Eines der typischen griechischen Speisenrezepte bedient sich der überall in Scharen blühenden Blätter des Mohn, die Blätter werden meist mit anderen Kräutern wie wilden Fenchel gedünstet, mitunter aber auch gerne als Salat verkonsumiert, die Blüten können übrigens auch gegessen werden.
Und, der Frühling bringt die ersten Fenchelspitzen hervor, da darf das doch auch mal ausprobiert werden. Diesmal hatten wir eine Wildfenchelsorte, die etwas gröbere Blätter hat.

mohnblaetter
Mohnblätter sind einfach zu kultivieren

Dazu einfach noch auf die Suche gehen und noch ein paar Löwenzahnwegerichblätter hinzu (die heißen jetzt nicht so, sehen aber ähnlich aus), die Lauchzwiebeln sind frisch aus dem Erdboden gezerrt und schenkungshalber in die Hand gedrückt worden.

lauchzwiebelwurzeln
Nur echt mit ausreichend Erde

Die Zubereitung ist dann ganz einfach: Zur Unterstützung der geschmacklichen Breite werden einfach noch ein paar Schalotten in formschöne Achtel oder so ähnlich geschnippelt, die größeren wilden Fenchelstiele werden etwas kleiner geschnitten, die Spitzen dürfen gerne ein paar Zentimeter groß bleiben, die Lauchzwiebeln ereilt das gleiche Schicksal und die Mohnblätter und die kleineren Wegerich-Blätter dürfen so bleiben, die zerfallen beim Kochen schließlich schon genug, das Mohnblatt vor allem, das Wegerichblatt bleibt akkurat essbar.

schalotten geschnippelt
Schalottensechstel gehen auch

Ordentlich allerbestes Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und kleingehackte Dillstiele rein und herumrühren, den Rest an Blätter und filigranen Fenchelspitzen gleich danach, eifrig rühren und Pfeffern, Salzen dann noch zum Ende und nach ein paar Minuten ist eine leckere Speise auftischbar.

wilder fenchel grobblätterig
Wilder Fenchel weiß wie immer nur zu entzücken

Schmeckt sehr lecker frisch nach Sommer, die Mohnblätter sind etwas bitterer, aber eher in die dezente Richtung und werden durch den süßen Geschmack der Schalotten und Fenchelblätter gut aufgefangen während das gute Bio-Olivenöl die perfekte Grundlage bietet. Dazu am besten frisches Brot samt eingetunkten Olivenöl essen und der Tag ist gerettet.

mohnblaetter loewenzahnwegerich
Da ganz links sind Löwenzahnwegerichblätter zu sehen

Außerdem entdeckt: ein neuer veganer Rezepte-Blog auf blogsport und — so langsam wird es unheimlich — ein neuer Kochgruppentreff aus Hamburg, da tummeln sich doch sowieso schon so viele rum.

Wilder Fenchel versüßte Meerbrassen und Kartoffeln und wusste auch noch Lauchzwiebeln und Löwenzahnwegerich den gebotenen Platz einzuräumen (Zitronenspalten gab es auch noch)

wunderschoene wildkraeuter
Allerlei Wildkraut war dabei: Wilder Fenchel mit zartem leicht süßlichen Aroma, Löwenzahnwegerich, Würzminze ein paar kleine Blätter Vlita

Die fehlende Backofenoption war geschickt durch Ausweichen in andere örtliche Gegebenheiten gelungen, um auf die letzte Minute unseren Beitrag zum Blogevent Wildkräuter mit unserer Köchelei zu beehren.
Eigentlich sollten ja ganz außergewöhnliche Zutaten zur allgemeinen Verfügung stehen, Blog-Event Bierdie dann aber doch nicht so zahlreich gesammelt werden konnten aufgrund reisebedingten Abwesenheitszeiten in ferneren Ländern.

Also ganz schnell in die hiesigen Gärten und nähere Umgebung gehüpft und Löwenzahnwegerich geordert und Massen von wildem Fenchel und Vlita (jene delikate Pflanze, die für vieles durchaus zupass kommt) . Kartoffeln geschnippelt in runde mitteldick in Erscheinung tretende Scheiben und mit angedünsteten Stielen von wildem Fenchel versehen samt gedünsteten Lauchzwiebelköpfen und natürlich schon mal die feinen leckeren wilden Fenchelspitzen, die nicht so einen fencheligen Geschmack wie der normale Fenchel haben, sondern eher leicht süßlich mit einem eher an Dill erinnernden geschmack samt Anisnote.

Bio-Oliven-Öl, Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer hinzu. Doppelt gelegte Alufolie drauf und für 15 Minuten in den Backofen. Während das schon langsam anfängt wunderbar zu duften, dann den Fisch — Meerbrassen und ein Barsch — , gefüllt mit Löwenzahnwegerich, frischer Minze und etwas Fenchelspitzen, ein wenig Vlita und ein, zwei Zitronenspalten hinzu (fast vergessen: der Fisch wird natürlich rundherum mit Öl versehen); dann natürlich oben drauf mit reichlich zarten Fenchelspitzen versehen und nach ca. 20-30 Minuten bei 200 Grad rausholen. Ah und Oh rufen und sich schon mal freuen.
Einfach, lecker, gut!

Meerbrassen mit wildem Fenchel
Wilder Fenchel wusste auch noch einen Barsch zu erfreuen neben den delikaten Meerbrassen (dabei waren der Unachtsamkeit geschuldete schwarzspurige Fenchelspitzen zu beobachten ;-) )

Der Fenchel war die optimale Zutat zu den Kartoffeln und passte super zu den saftig gebliebenen Meerbrassen, die im Gegensatz zu dem ebenfalls hinzugefügtem Wolfsbarsch die optimalere Wahl waren. Auch wenn in den Barsch mehr reinpasste von der leckeren Kräuterfüllung, war dieser doch zu trocken. Leider gaben die für die Füllung verwendeten Kräuter nur wenig Geschmack an den Fisch ab, was aber auch nicht so schlimm war, weil die Fenchelspitzen so den gebührenden Platz einnehmen konnten und eine delikate Überraschung beim Verspeisen wartete ;-)

Wildgemüse

Was für die einen das komische Gekrüschel am Wegesrand ist für kulinarisch Interessierte die Gelegenheit zu formvollendeter exclusiver Ausprobierereiköchelei, die unumwunden zu höchster Anerkennung und Lobhudelei zu führen weiß. Und das zu recht!

Nicht nur beim Blogevent Wildkräuter sind jetzt schon die ersten Resultate eingelaufen — nein auch das von uns auserkorene zarte Wegerichpflänzlein hat schon seinen Eingang gefunden. Hmm, jetzt suchen wir mal ein anderes nicht minder lecker schmeckendes Kraut, welches niemand zur Verfügung hat und trotzdem in rauen Massen vorhanden ist.

blattwegerich und vlita
Blattwegerich (rechts im Bild) wächst und wächst und wächst…

Wegerich passt zu allerlei Gerichten und auch in Zusammenhang zu Aufläufen ist er mit seiner leicht bitteren Note ein gern gesehener Gast. Neulich hatten wir ja schon mal eine etwas weniger bitter schmeckende Wegerichsorte im Angebot, die kurz mit frischen Kräutern gedünstet den Wohlgeschmack in Form, Vollendung und Verkostung in sich trug.

bohnen mit tomatenwuerfeln
Bohnen bedürfen der Zugabe von allerlei Gewächsen damit sie in höchster Form ihren Ausdruck finden — Wegerich zum Schluss rein und höchstes Lob ernten

Spitzwegerich, die andere Wegerichsorte ist nicht minder lecker und durfte bei Chili und Ciabatta in einem Hähnchengericht dabei sein. Genial lecker weiß die erfrischenden Temperaturen für sich ausnutzen mit einem Orangen-Minze-Shake mit Zitronenmelisse (die zählt da wohl auch dazu ;-) ); eine feiste Pfirsich-Joghurttorte mit Waldmeistergelee, die dekorativ jede Kaffeetafel zu schmücken geeignet ist, wird von RezkonvSuite geliefert und mit Waldmeister malerisch versehen. Quergedacht hat sich mal an Lavendelzucker probiert — eine interessante Idee; ebenfalls zum Lavendel greifend war Kitchenstories mit einem Lemon-lavender drizzle cake
Die geschmackliche Feinfühligkeit ist bei Ravioli mit Ricotta, wildem Thymian und Zitronenzesten, die genussmousse da kreiert haben, förmlich anhand des im Munde zusammenlaufenden Wassers zu erahnen. Das erinnert daran, doch mal wieder die eigene Nudelmaschine abzustauben und sie ihrer ureigenen Tätigkeit zuzuführen. Auf wilden Spargel konnte Bolli (auch wenn nicht so richtig kräuterig) zurückgreifen und Spaghetti con asparagi servieren — bei solchen Delikatessen können hierzulande die Foodblogs natürlich nicht mithalten ;-)

spitzwegerich
Spitzwegerich — einmal im Garten und sozusagen nie wieder wegzukriegen :-)

Und während die reisebedingten unterschiedlichen Abwesenheitszeiten in der WG in den Abgabezeitraum fallen, müsste es doch noch zu schaffen sein, was ebenso Leckeres zu präsentieren. Auf jeden Fall sind wir jetzt schon auf die weiteren zahlreichen Ideen mit Wildkräutern gespannt!

Die Gelegenheit war günstig Fisch zu kredenzen, der mit Bemerkungen garniert wurde, das dieser besonders fischig schmecken würde, was als Lob und zukünftige Verzehroption zu werten war und bekräftigenderweise wurde nach Namen und Herkunft gefragt, was mittels Hervorkramens der Fischtüte auch bravourös mit Merluza und Atlantik beantwortet werden konnte — dazu Wegerich, in Öl ertränkte Kartoffelscheiben und Löwenzahnsalat (außerdem im Bild: Wein und ein Bier)

Am Anfang war der Wunsch nach Pellkartoffeln mit Quark und frischen Kräutern, der schnell ad acta gelegt wurde, als der schon angetaute Fisch in blauer Tüte die Gewissheit brachte, das nun zweckmäßigerweise dies die angesagte kulinarische Beschäftigung seien würde zur Abendgestaltung, welche dann auch flugs mit herbeibeorderten Kartoffelschälkräften eingeleitet wurde, was sich nebenbei bemerkt als lustig erwies, da die anschließend verkonsumierten, den Temperaturschwankungen durchaus angepassten, Gin-Tonic leichte Ausfallerscheinungen bei diesen sicht- und hörbar werden ließ.

Nachdem zuvor geklärt war, dass kein Bratolivenöl mehr vorrätig zu sein schien, war noch eine Flasche Sonnenblumenkernöl als verwertbare Alternative entdeckt, die mit ein paar Spritzern wertvollen aus kontrolliert biologischen Anbau stammenden Olivenöl verfeinert werden konnte, um den Anschein gut Fisch und dergleichen gut zuzubereitender Fähigkeiten nicht in Ansehen und Ehre abhold zu sein, was durch ausführliche Auswahlgespräche über die richtigen zu gebrauchenden Pfannen auch ordentlich der Unterstreichung bedurfte.

merluza aufm tisch
Merluza-Filet in Mehlgewand zu Öl mit Kartoffel und Gemüse und Salat

Der Merluza war dann auch blitzschnell durchgebraten und hatte sich verfestigt, was den Kartoffeln als Eigenschaft leider zu diesem Zeitpunkt auch noch eigen war. Die Meluza-Fischfilets erwiesen sich als geeignet zur kurzfristigen Aufbewahrung und so standen sie alsbald fischig schmeckend neben den frisch gedünsteten Restbeständen von Wegerich, die noch aufzutreiben waren und Löwenzahnsalat. Dazu dann der Frevel eines Billigbieres und der Genuss von Restbeständen eines aus den Tiefen des dringend der Erneuerung bedürftigen Kühlschrankes entnommenen Weinflascheninhaltes.

Die auszugestaltende Betitelung dieser Köstlichkeit war nicht so einfach vorzunehmen, da die genaue Bestimmung an Kleinigkeiten festmachend nicht das gewünschte Ergebnis zeitigte und so wurde das mal kurzerhand einfach als Löwenzahnwegerichleckerei kredenzt (Blickpunkte in Wuchs und Servierform)

Da haben wir es doch letztens aufgrund urlaublicher Verreisebestrebungen nicht geschafft den Beitrag für den Blogevent Antipasti und dergleichen abzuliefern (dabei hatten wir noch eine nette Kleinigkeit als Idee im Angebot, die demnächst dann dokumentiert zu werden wünscht). Den Sieg trug RezkonvSuite mit arabischen gefüllten Lammhackbällchen, Hummus und Auberginenpaste. Herzlichen Glückwunsch!

Aber der nächste Blog-Event im Kochtopf-Blog steht aber auch schon an und passend zu heißen Temperaturen darf auf Bier zurückgegriffen werden. Da darf vermutet werden, dass das zu wahren Begeisterungsstürmen — schon aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten der Ausprobiereistudien — führen wird, die dann hoffentlich auch zu interessantesten Menüdarreichungen geeignet sind ;-)

loewenzahn wegerich
Löwenzahn-Wegerich oder gar gar kein Wegerich…

Nun wird die auf ländlichen Erkundungstouren verbrachte Zeit nicht untätig verbracht — und so konnte zur allgemeinen Erbauung auf zahlreiche Wegrand-und-weiter-weg-Gewächse zielstrebig zurückgegriffen werden, um allerlei Leckeres sonst nicht bedachtes zu kreieren. Hauptzutat durfte diesmal ein Wegerich-Gewächs sein, das auch als Spitzwegrich bekannt sich weitester Verbreitung zu erfreuen weiß.
Spitzwegerich hat einen leicht bitteren auf der Zunge durchaus bemerkbaren Geschmackston, der vielleicht nicht das für zarte Gemüter geeignete Verkostungsgericht ist; die aber eher zu Rucola und dergleichen Hintendierenden dürfen hier getrost zulangen und einfach mal den Versuch der Pflückerei und Verkocherei starten. Denn gut schmecken tut es, auch mit Zugabe anderer Kräuter, allzumal!
Diesmal fiel die Wahl auch auf eine eher an Löwenzahn erinnernde Wegerichpflanze, die zackig in Erscheinung zu treten pflegt und nicht ganz so bitter schmeckt, sondern vorzüglich als gedünstete Variantenzutat geeignet ist, wenn ohne allerlei Gewürze das Kochhandwerk begangen wird. Getauft wurde das mal Löwenzahnwegerich. Vielleicht ist ja der ein oder anderen der richtige Name geläufig.

Die Zubereitung ist absolut simpel und benötigt werden zur Herbeizauberung nur äußerst einfach zu besorgende Zutaten:

Löwenzahnwegerich (Spitzwegerich oder Blattwegerich tun es auch)
Frühlingszwiebel
weiße Zwiebel,
ev. Wilder Fenchel oder Dill (die Spitzen)
Bio-Olivenöl
Salz
weißer Peffer

loewenzahn wegerich gedünstet
So — ab aufs Feld und nachmachen…

Und so gehts dann:

Kleingeschnittene Zwiebeln, Wegerich (ruhig samt Blüten), wilder Fenchel, Olivenöl und später noch Salz in einem offenen Topf dünsten und nach ein paar Minuten des Vorgangs auf einem Teller anrichten und mit frisch gemahlenem weißen Pfeffer bestreuen. Sehr lecker!