Tag-Archiv für 'vegan'

Jetzt oder nie — Anti-Atom-Suppe

Anti-Atom-Suppe aus Linsen
Anti-Atomkraft-Suppe benötigt auf jeden Fall eine Menge Linsen

Eigentlich bedarf es nur ein klein wenig abgequetschtes Zeitkontingent, drei Linsensorten (von denen die gelbe in gefühlten 23 Läden gesucht werden musste) und ein wenig Fingerspitzengefühl (mehr oder weniger ;-) ) und voilà die Anti-Atom-Suppe aus dekorativen Linsen ist fertig.

Belugalinsen-N
Die feine Belugalinse setzt den letzten Schliff bei der Schrift

Mithilfe von so Suppenzeugs wie Möhren, Sellerie, Petersilienwurzeln, Lauch, dreierlei Zwiebeln, Petersilie, Dill, Olivenöl und klassischen Gewürzen wie etwas Liebstöckel (noch vom Sommer eingefroren, diverse Brühvorräte gehen auch), Pfeffer, frisch vermahlen und Salz, die Suppe schluckt unglaublich viel Salz.; Rigani und Lorbeerblatt darf natürlich auch noch mit rein.
Zubereitung eigentlich fast genau wie hier beim Dekorativ, das irgendwie leider vergessen wurde.

Anti-Atom-Suppen-Teller
Schwärzlich durchgefärbt das Ergebnis, beim nächsten Mal nur noch rote Linsen

Und damit sie dann auch noch besser zu munden weiß, dürfen die optisch die Anti-Atom-Sonne unterstützenden Orangen auch noch mit rein :-) samt ergänzend zu reichenden weißem Balsamicoessig.

Zubereitung also so einfach wie die nächste Anti-AKW-Demo:

In gutem Olivenöl das ganze Wurzelzeugs, die kleingeschnibbelten Dill- und Petersiliestiele und die Zwiebeln anrösten, mit Wasser aufgießen, restliche Gewürze außer dem Salz rein, köcheln lassen, dann die Linsen — die Antiatomsonne dann doch liegengelassen — mit rein. Die gelbe Sorte verliert sich genauso wie die rote Variante relativ rasch, zum letzten Mal hatten wir die erinnerlich zusammen als gedünstete Linsensprossen in farbtechnischer herausgehobener Art und Weise präsentiert.

Anti-Atom-Linsensonne
Sonnenenergie erfreut doch immer wieder

Die feine sonst sehr delikat in Erscheinung tretende Belugalinse färbt hier gemeinerweise heftig ab, dominiert bald schwärzlich den ansonsten auftretenden aschfahlen Grünton, das gelb-orange beschränkt sich auf die Karottenstückchen, die unbeirrt die Fahne aufrecht halten.

Abgeschmeckt mit Orangensaft, Salz und ein ganz klein wenig scharfen Curry. Sehr gut — so muss Linsensuppe schmecken :-)

Fast zu schade zum kochen
Fast zu schade zum Verspeisen — das Making-of übrigens hier

Ach ja — wir versprechen: Irgendwann nach den Wahlen ist eines auf jeden Fall klar, die Interessen der Atomindustrie sei es durch Weiterbetrieb oder durch Entschädigungszahlungen sind gesichert.
Ob nun schwarz-gelbe Atomlobby oder orange-grüne Lange-Laufzeiten-Bauchschmerzen, das Interesse bzw. den Mut Nein zu sagen hatten sie alle nicht — auch wenn sie sich merkwürdigerweise heute so gerieren und die bekanntermaßen gefährliche Atomenergie für viele viele Jahre weiterhin stütz(t)en.

Hoffen wir mal, dass sich das jetzt ändert — Jetzt oder nie!

[Nachtrag: Obdachlose: todgeweihte Strahlenhelfer in Fukushima? via SWR-Umweltblog ]

Sich vergewissernd über schmackhafte Nuancen langbreite Variation zur köstlichen Versorgung küchentauglich daheim und vielfältiges mobiles Volksküchen-Potpourri europaweit

conrtaste volkskuechen
Contraste — Mobile Volksküchen

Die aktuelle Sommerausgabe der Contraste berichtet schwerpunktmäßig über mobile Volksküchen. Vorgestellt werden u.a. schwedische, niederländische, belgische, britische, französische und natürlich deutsche Volxküchen-Kollektive, die mit einem auch auf schnelle örtliche Veränderung abgestimmten Kücheninventar zur Versorgung beitragen; auf vielen großen und kleinen politischen Veranstaltungen dürfte die ein oder andere schon mal von der Kochkunst profitiert haben.

Die Zeitschrift ist mit stolzen 4,50 € zwar teurer als die von den Mobilküchen dargereichten Speisen, aber ein kleiner Einblick in die Geschichte, Versorgungsbedingungen, ökologische Problematiken und die Küchenausstattung ist der Preis schon wert ;-) Daneben finden sich noch Artikel über Wie fair ist „Fair“ gehandelter Kaffee?, Volksküchen in Athen und das No Border Camp auf Lesbos und die Hamburger Recht auf Stadt-Bewegung.
Die einzelnen Mobilen Küchen sind übrigens bei food for action verlinkt.

lange bohnen breite bohnen zucchini

Die Bohne hat so langsam Saison und ist gerade bei Knappheit von Zeit zur Zeit die geeignete Kost, die mengenmäßig mehrere Tage zu beeindrucken weiß für die Verköstigung hungriger Mäuler und darum gab es mit Aromen von Wildfenchel und Dill versehene Kartoffel-allerlei-Bohnen-Zucchini-Variations-Auftischerei samt kleiner Mengen Tomaten — wie immer sehr die feinen Geschmacksknospen mehr als nur reizend :-)

Rezept hier im Blog irgendwo ;-)

Ansonsten: Erst gab es kaum einhaltbare Auflagen und dann sind einige Gerichte mal wieder auf dem rechten Auge blind — eine den Nationalsozialismus verherrlichende Demonstration wird durch das Verwaltungsgericht Hannover erlaubt, eine antifaschistische Demonstration u.a. der Gewerkschaften, Kirchen in Bad Nenndorf hingegen verboten.

[Update: OVG Lüneburg genehmigt dem Bündnis Bad Nenndorf ist bunt ganze zwei Stunden Kundgebung von 9-11 Uhr — das bedeutet dann immerhin, dass die Bevölkerung stationär einen Bruchteil des Tages antifaschistisch tätig sein darf während Nazipropaganda durch zweitausend PolizistInnen vom Staat ganztägig geschützt wird]

Es bleibt dabei — Zivilcourage zeigen! Nazis offensiv entgegentreten! Kein Naziaufmarsch am 14. August!

Faschismus ist keine Meinung — sondern ein Verbrechen!

Des Distels Geschick von nicht ungefährer unpiksend sich gebender Leckerheit (griechische Kost)

distel etwas stacheliger
Stachelige Variante im Jungstadium

Da die Hitze böse die HobbygärtnerInnen Wassereimer um Wassereimer schleppen lässt (faule GartenfreundInnen benutzen Schläuche und Katzen) wird einem gewiss, dass der Gemüseanbau doch so einiges an Mühen kostet. Viel perfekter und wassersparsamer ist die allseits beliebte Distel.
Da es sowieso unzählige Sorten gibt, aber die meisten kulinarisch nicht im Blickfeld des Genusses stehen war es Zeit, nochmal auf die Freuden des Distel-Essens hinzuweisen.

distel einjaehrig ohne stacheln
Die einjährige Sorte kann schon mal untergehen im grünen Getümmel im Garten

In Griechenland sind die überall sorglos herumstehenden Disteln eine typische Speise und werden ähnlich wie Vlita zubereitet und mit zahlreichen anderen kleinen zumeist vegetarischen Spezialitäten an den Tisch gebracht, eine schöne bunte Essdekoration also und damit es gemütlich wird bedienen sich bekanntermaßen alle gleich von den Tellern. Dannach wird meist fernab jeder Heuchelei über Politik gestritten und gefeiert.

schwarzsenf blaetter
Schwarzer Senf ist problemlos anzubauen, allerdings wachsen die Blätter wirklich mit intensiver Wasserpflege besser :p

Die Dinger schmecken nämlich sehr lecker, eigentlich ist der Geschmack beispielsweise bei der einjährigen, stachellosen Distel ähnlich dem der Radieschenblätter, nur ein bisschen frischer und größer von der Intensität, ein leichter saurer Ton bringt Erfrischung, die oftmals gereichte Zitrone ist nicht vonnöten. Geeignetes Zuchtobjekt also auch für nördliche Gegenden ohne den Zitronenbaum im Selbstversorgungs-Garten ;-) Zudem wachsen die Exemplare wesentlich schneller, als die kleinen Rübchen und außerdem auch noch zügig nach. Perfekt also für Essexkursionen :-)

Die stacheligen Exemplare sind, wenn sie noch jung sind, ebenfalls problemlos zu kochen, die größeren Exemplare sind bei Befreiung des Stiels von der „Schale“ als eine Art Spargelersatz zu gebrauchen, geschmacklich lohnt sich das allerdings nicht so ganz, ganz abgesehen von der piksigen Arbeit :D

disteln und schwarzer senf mit olivenoel
Distel und Schwarzsenfblatt — perfekt mit Olivenöl (im Hintergrund Blüten auf Schnittlauch)

Einjährige Disteln und Schwarze-Senf-Blätter ergeben eine feine Zusammenstellung, die lauwarm oder kalt mit Olivenöl genossen DIE angesagte leichte Trendkost ist, bei der Hitze ist ja auch nicht allzu viel an schweren Zeugs runterzukriegen ;-)

Zubereitung ganz simpel:

Disteln und die Schwarz-Senf-Blätter für 2-3 Minuten im Wasser kurz köcheln, ganz zarte Exemplare auch kürzer, dann mit Pfeffer, Salz und allerbesten Bio-Olivenöle versehen und voilà!

distel im topf
Distel im Topf als Mitbringgeschenk ist die perfekte Wahl

Genossen auswärts im Grünen. Nachmachen dringend angeraten, bei Genuss steigt die Lebenserwartung um volle 13 Jahre :-b

Gedünstete Mohnblätter mit wilden Fenchelspitzen zu versüßen ist mitunter von Gelingen getragen bei Verwendung kleinster Mengen geernteter Löwenzahnwegerich-Blätter — und selbstredend Olivenöl und Schalotte und Frühlingszwiebel (alles kleingeschnippelt, außer dem Mohnblatt)

geduenstete mohnblaetter mit loewenzahnwegerich zwiebeln und wildfenchel
In Olivenöl gedünstete Kräuter sind unschlagbar

Eines der typischen griechischen Speisenrezepte bedient sich der überall in Scharen blühenden Blätter des Mohn, die Blätter werden meist mit anderen Kräutern wie wilden Fenchel gedünstet, mitunter aber auch gerne als Salat verkonsumiert, die Blüten können übrigens auch gegessen werden.
Und, der Frühling bringt die ersten Fenchelspitzen hervor, da darf das doch auch mal ausprobiert werden. Diesmal hatten wir eine Wildfenchelsorte, die etwas gröbere Blätter hat.

mohnblaetter
Mohnblätter sind einfach zu kultivieren

Dazu einfach noch auf die Suche gehen und noch ein paar Löwenzahnwegerichblätter hinzu (die heißen jetzt nicht so, sehen aber ähnlich aus), die Lauchzwiebeln sind frisch aus dem Erdboden gezerrt und schenkungshalber in die Hand gedrückt worden.

lauchzwiebelwurzeln
Nur echt mit ausreichend Erde

Die Zubereitung ist dann ganz einfach: Zur Unterstützung der geschmacklichen Breite werden einfach noch ein paar Schalotten in formschöne Achtel oder so ähnlich geschnippelt, die größeren wilden Fenchelstiele werden etwas kleiner geschnitten, die Spitzen dürfen gerne ein paar Zentimeter groß bleiben, die Lauchzwiebeln ereilt das gleiche Schicksal und die Mohnblätter und die kleineren Wegerich-Blätter dürfen so bleiben, die zerfallen beim Kochen schließlich schon genug, das Mohnblatt vor allem, das Wegerichblatt bleibt akkurat essbar.

schalotten geschnippelt
Schalottensechstel gehen auch

Ordentlich allerbestes Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und kleingehackte Dillstiele rein und herumrühren, den Rest an Blätter und filigranen Fenchelspitzen gleich danach, eifrig rühren und Pfeffern, Salzen dann noch zum Ende und nach ein paar Minuten ist eine leckere Speise auftischbar.

wilder fenchel grobblätterig
Wilder Fenchel weiß wie immer nur zu entzücken

Schmeckt sehr lecker frisch nach Sommer, die Mohnblätter sind etwas bitterer, aber eher in die dezente Richtung und werden durch den süßen Geschmack der Schalotten und Fenchelblätter gut aufgefangen während das gute Bio-Olivenöl die perfekte Grundlage bietet. Dazu am besten frisches Brot samt eingetunkten Olivenöl essen und der Tag ist gerettet.

mohnblaetter loewenzahnwegerich
Da ganz links sind Löwenzahnwegerichblätter zu sehen

Außerdem entdeckt: ein neuer veganer Rezepte-Blog auf blogsport und — so langsam wird es unheimlich — ein neuer Kochgruppentreff aus Hamburg, da tummeln sich doch sowieso schon so viele rum.

Durch Zufall entdeckt und bunt gemischt (blogbeschaulich)

Nachdem nun jahreszeitgemäß klar ist, dass alle sich mit Keksen mit Nüssen mit Zucker vollschmeißen in den Foodblogs (und sogar Riesenkekse backen) muss ja mal gezeigt werden wie das mit der nüsslichen Beigabe richtig funktioniert. Die werden nämlich auf klassisch zu allem was an salatlichen Gaben bereitliegt in angerösteter Formierung zugegeben.
Zufällig die Knabberteile bei der Sichtung diverser Devotionalien entdeckt und sofort einer frisch bestückten Nahrungsaufnahme zugeführt.

Vegetarian Misch Masch ist auch das Motto bei BlaBlaBoca gewesen, die sich urwaldlicher Verköstigungszubereitungszenarien verschrieben hat und dabei mit zusammenzuckenden Blättern videotechnisch auf Tuchfühlung geht.

nuss zu salat klassisch
Wohlfeile Röstung gab es auch noch für den Fund

Und für alle diejenigen, die schon immer wissen wollten wie das mit der veganen Ernährung so funktioniert können jetzt erfahren, dass „das Angebot in Bioläden für Veganer (.) eine einzige Ansammlung von industriell verarbeiteten Produkten“ sei.
Denn bei esskultur wird gelitten, mit feiner Sensorik für das Thema „vegan“ ausgestattet darf dort nämlich pathologisiert werden, sodass es „der verdauung“ für intelligente Leserinnen und Leser mit kaum zuträglichen „untergriffigen aussagen, pauschalisierungen, unhöflichkeiten, vorurteile, falschen zuweisungen, beschuldigungen und unwahrheiten“ bekömmlich ist. :o

Verwechselungsgefahr droht hingegen bei der Verwendung eines schmutzigen Kaffeefilters — hat zumindest gumia herausgefunden und stellt außerdem verwundert fest, dass seine eigenen Beiträge als Komplettzitat auf anderen Blogs erscheinen.

Von den knapp 40 Foodblogs, die sich beim diesjährigen DFssgF beteiligt haben, sind übrigens schon fast alle Paketpräsentationen da. ;-)

Und da es so langsam kälter wird, gibt es auch noch ein Rezept für Orangen-Punsch sowie Apfel-Steckrüben-Flammkuchen zu betrachten.

Konnte von dem Umstand, dass nun wirklich überhaupt kein für das vom Besuch eingeforderte vegetarische Spezialitätenschleckerli notwendige das Kochutensil Umwickelnde zu ergattern war darauf geschlossen werden, dass dem hohen Anspruche nicht gerecht zu werden gelingen sollte — mitnichten! und deshalb wurde unter Auferbietung diverser Alcoholica durchgehalten und die Gunst der frühen Stunde genutzt und sich die ersten feinen Vorräte gesichert, die alsbalde dann wohl schon weg gewesen wären — dabei ist doch Saison, oder zumindest Nachsaison, oder war die Ernte nicht ausreichend, der hohen Nachfrage nicht gerecht werdend? Egal, das kulinarische Glück war gesichert, der Genuss nur eine Frage nachzuholender Besinnung vor dem großen Kochakte…

Verschlungene Wege zum vom Besuch eingeforderten leicht zu dünstenden Federkohl erwiesen sich als vorzüglichst zu gestaltende Kost, die zuvor schon tagelang ausgekundschafteten Beschaffungsstellen ließen die gemeine Verkaufsschar nur mit den Schultern zucken, ignorantes Überspielen ungenügender Orderfähigkeit im Großhandel. Also auf den Primärerzeugnisbetrieb gesetzt und mit dem Anblick einer leeren Kiste belohnt, in der noch kümmerliche Reste von einst sicherlich die untere Ebene füllenden Gemüse vorhanden war.

Der Besuch wurde allmählich unruhig, glaubte Hinhaltungen nicht mehr, begann zu zweifeln, dass überhaupt noch etwas davon zu haben sei; also mutig die Nacht durchgehalten und halbtot ohne größeren Drogenkonsum tapfer zur Einkausstätte gerannt, um die Belohnung abzuholen — frisch gepflückter (hoffentlich) zarter Grünkohl.

Der besten aller Grünkohlzubereitungsarten stand nicht mehr im Wege und so konnte vitaminreiche Biokost zu höchsten kulinarischen Ebenen geführt werden (ganz ohne matschende Zubereitungsarten). Dazu dann auch noch kochwartezeitbedingt die Suche nach Teelichtrestbeständen und unterstützenden Limonengetränken ;-)

allerbester bio gruenkohl kurz geduenstet mit frischen kraeutern
Frische Kräuter und Zwiebeln verzücken federleichten Grünkohlblättergenuss

Einfach entsprechend dieses Rezeptes Zwiebeln und kleingehackte Dillstiele in bestem Olivenöle angedünstet und zuvor in Wasser kurz gekochte Blätter ohne harte Stiele, die in Eiswasser ihre Farbe behielten, mit hinzugegeben, 10 Minuten gedünstet und mit den schmackhaften Dillspitzen versehen zwischendurch und dann frisch die zarte Speise genossen mit noch einem ordentlichen Schuss allerbesten Bio-Olivenöles und zufrieden auch noch den dazu gereichten Schafsziegenkäse auf der Zunge zergehen gelassen. Sehr lecker mal wieder!!

Ganz auf Eigenproduktion setzt übrigens ein neuer Blogsportblog und liefert anschaulich Möglichkeiten selbst in die vegane Käseherstellung einzusteigen; gespannt wird auf die Produktion von Schafskäseersatz gewartet — da müsste doch was zu machen sein ;-)

Übrigens, dass gar politische Verwicklungen besonderer Art beim Grünkohlessen auftreten können, war allerdings bisher unbekannt :D

Den köstlich zu erschnuppernden Duft förmlich vor Augen, war die Raspelarbeit ein umfänglich schnell zu bewerkstelligendes Zwischenstadium, das dann zwar viel Kerne übrigließ, aber ansonsten wenig Kürbis, was nicht weiter schlimm zu sein schien da auch kleine Portionen statthaft sind und angesichts dessen kam auch Wilder Fenchel recht und derart vervollständigend auch Rundkornreis und es schien schon vollkommen unter Hinzufügung allerbesten Bio-Olivenöles als ein wenig Unachtsamkeit, nein eher eine Unaufmerksamkeit, sich einschlich, die grauenvoll zuzuschlagen beliebte und sofort eingeleitete Rettungsversuche waren zwar erfolgsversprechend und lieferten eine gewünschte, die Strukturen überaus ansehnlich zu betrachtende Zutatengrundlage, die kaum aus dem warmen Ofen gezogen mit einer schönen Oberflächenstruktur nur Bestes vermuten ließ und dann war da verdammtermaßen so ein Unterton in der geschmacklichen Wahrnehmung, der… (aber lest selbst)

kuerbis reis auflauf mit wildfenchel
Schön anzuschauen und doch…

Einige Kürbisse lachen schon der Vorfreude entgegen und so war Gelegenheit auch mal auf eine bewährte Zubereitungsmethode zurückzugreifen, die immer wieder entzückt und weil die Quelle des wilden Fenchelgewächses passenderweise noch vorhanden ist, war es Zeit für schmackhaften Kürbis-Reis-Wildfenchel-Auflauf mit köstlichem Olivenöl und weißen Zwiebeln (selbstverständlich alles aus biologischem Anbau) und dezent beigefügtem Meersalz (sonst nichts weiter). Wenn es lieber griffbereite Kleinkost sein soll — einfach darauf zurückgreifen.

wilder fenchel und raspelmoeglichkeit
Wildfenchel und Raspelmöglichkeit

Zuvor natürlich eifrig raspeln und feststellen, dass eine wertvollen Platz wegnehmende elektrische Raspelapparatur manchmal doch nicht sooo schlecht wäre. Schnellstens helfende Hände machen aber auch da sympathischerweise die Angelegenheit zu einer heiteren Kürbisschnitzelweitwegwurfangelegenheit, das schafft keine Maschine.
Ein Mixer ist nicht so statthaft, weil es möglichst längliche Streifen sein sollen, die sich später um den hinzugefügten Reis schmiegen sollen. Aber auch für solcherlei Gerätschaften gibt es Rezepte. Bei Bedarf darf sich der Kürbiskerngestaltung gewidmet werden.

kuerbis vorbreitungsstadium

Rundkornreis nach Belieben zufügen zu den orangen Kürbisteilen, die aber schon etwas nach Kürbis schmecken sollten (sonst wird das nichts mit der Speise); währenddessen Zwiebeln und die Stiele des Fenchels kleinschneiden und mit Olivenöl und ein paar Fenchelspitzen andünsten und hinzugeben, noch salzen und schon etwas probieren — schmeckt wunderbar.

rundkornreis und gerasplter kuerbis
Fein abgestimmt und auch schon so lecker zu erschmecken

Dann schon mal, bevor es in den Backofen kommt, vorköcheln lassen und Bitte! sich nicht abklenken lassen #-o Es war zwar nur ein Hauch einer nicht den Kochvorgang beachtenden Unaufmerksamkeit, die aber war offensichtlich ausreichend die untere Schicht unschicklich anzuschwärzen. Sofort eingeleitete Rettungsversuche konnten zwar 94 Prozent der Rettung zuführen, was erst mal zum Aufatmen führte, aber sich als fatal herausstellen sollte.

Zwar gelang Alles ansonsten perfekt, die Reis-Kürbisstruktur phänomenal gut, der Biss saftig, der Kürbis gut herausschmeckbar und leider auch so ein fieser kleiner Brandton, der die geschmackliche Komposition empfindlich störte. Es konnte zwar noch gegessen werden, ein richtiges geschmackliches Erlebnis schmeckt allerdings anders. Anderntags zugefügter Auflegekäse zum Überbacken brachte auch keine Besserung. Ach, Rubrik Katastrophalia, war ja schon lang nicht mehr gefüllt worden, muss offensichtlich auch mal trotz Raspelmühe sein :-(

oberflaechentruktur kuerbisauflauf
Die goldgelbe Oberflächenstruktur zeigt sich von der besten Seite

Zutaten:

Kürbis, am besten ein schön nussig schmeckendes Exemplar
Rundkornreis
Wilder Fenchel oder Dill
Meersalz
(nach Belieben auch noch Zwiebeln)

ganz vergessen in der Aufzählung: allerbestes Olivenöl!

und natürlich genügsame Aufmerksamkeit ;-)

Vergessenes Gemüse in orangiger Sesam-Sonnenblumen-Öl-Mischung gebraten und zuvor durfte Likörwein zum Ablöschen mit rein und ganz davor war der Sehnsucht nach Pfeffer-Kartoffelscheiben nachgegeben worden, um sich mal wieder so richtig an genüsslichen Freuden zu laben und ach ja… das beruhte natürlich auch auf anschaulichen und anfraglichen Gründen

Es ist dunkel und irgendwie auch schon wieder so rein gefühlsmäßig so kalt, dass es unstatthaft wäre auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen, um noch mal einkaufen zu gehen. Also dann sich in die Vorratserkundung begeben und schauen, ob sich nicht das eine oder andere finden lässt, um sich kulinarischen Freuden hingeben zu können. Im Kühlschrank offenbart eine Inaugenscheinnahme leider eine etwas leere Bestandfreude und so muss tiefer drin rumgewühlt werden. Was zum Beispiel ist in dieser Tüte da hinten drin?
Tabak für eine Shisha, die hier irgendwo vollstaubt oder gar von WG-Belegschaft deponierte geheime Vorräte?

pfeffer kartoffel scheiben 3
pfeffrige Kartoffelscheiben aus nussiger Fertigung – superb!

Ein kurzer erkundener Blick auf drei Rote Beten, die aus Einkäufen im Spätsommer stammen müssten und erinnerlich wurde sich der Biomarktstand vor Augen gerufen, an welchem jene erworben worden waren. Stimmt und ab dann waren sie halt in Vergessenheit geraten. Aber sahen noch gut aus; nichts mit schrumpelig und so. Ein kurzer Anschnitt brachte auch gleich rote Hände zum Vorschein.
Gut, das wäre schon mal eine Grundlage für das noch zuzubereitende sicher mal wieder wunderschön rotfarbig zu präsentierendes Mahl. Außerdem waren da unter einem Stapel Altpapier noch ein paar halbfestkochende Kartoffeln.

Und dann gab es doch eine dringende Anfrage: ich brauch ganz dringend ein paar leckere Vorspeisen! Ich feier meinen Geburtstag als Kochparty!. Lobenswert, zweifelsohne!
Da wird doch gerne geholfen. Einfachst zuzubereitende Sachen sind schließlich die heimlichen Höhepunkte solcher Festivitäten.

Bei lamiacucina waren gerade Pfefferkörner einer guten Bestimmung zugeführt worden. Das brachte jene tollen pfeffrigen Kartoffelscheiben in Erinnerung, die auch in kalter Form zu allerlei Getränken als bekömmliches Zwischendurchschmakerl durchaus zu erwünschten Effekten führen.

pfeffer grob gemahlen in sesamoel und sonnenblumenoel
Brutzel, brutzel…

Das geht ganz einfach: Sonnenblumenöl und ein ordentlicher Schuss nussig schmeckendes Sesamöl werden in einer Pfanne erhitzt und dann werden reichlich schwarze Pfefferkörner geschreddert, die im Öl gebrutzelt werden. Sodann kommen Kartoffelscheiben rein, um die sich die Pfefferbestandteile sofort ranklammern und das darf dann mehrere Minuten bei mittlerer Hitze herumgerührt werden. Kurz vor dem schon anschaulich bemerkbaren Ende wird noch Salz drübergestreut. Köstlich-pfeffriges Vergnügen!

Natürlich gleich draufgestürzt und schon mal die halbe sehr gute Fertigung verputzt.
Der vorher kurz ins Auge gefasste Überlegungsmoment aus den Zutaten einen Kartoffel-Rote Bete-Auflaug herzustellen ließ sich so natürlich nicht mehr richtig verwirklichen. Macht nix. Kreatives Potential ist schließlich vorhanden. Also Rote Bete ebenfalls in Scheiben geschnitten und im übrig gebliebenen Öl brutzlig angebraten und dann mit einem kleinen Glas sizilianischen Likörwein, der noch Urlausmitbringselmäßig da rumstand, abgelöscht.

Und da wir auch noch Orangen hatten, die etwas sauer mundeten wurde kurzerhand aus zwei Exemplaren Saft gepresst und noch mit hinzu gegeben und schön eingekocht. Hach, das sah schon wunderbar aus und eine kurze Kostprobe wusste mit einer gelungenen cremig daherkommenden Kombination aus Süße und Säure überaus zu überzeugen.

orangige rote bete
Mit Orangenvierteldeko zu den restlichen Pfeffer-Kartoffel-Scheiben kredenzt und sofort artig verschlungen

Das darf natürlich gerne nachgemacht werden! Wir sind ja nicht so schofel wie dieses neue kommerzielle Koch-Portal Kuechengoetter, dessen BetreiberInnen — wie genial lecker herausfinden musste — äußerst merkwürdige Vorstellungen haben, was mit Rezepten so anzustellen sei. Ist doch total unspannend. Wollen die so echt Leute anlocken und Geld verdienen? Diskutiert wurden über Kommerz und AGB, mit denen NutzerInnen die Nutzungsrechte für auch nachfolgende Verwertung eingestellter Rezepte abtreten, auch schon bei blogbar und gumia.

Besser bei den zahlreich vorhandenen Kochblogs stöbern, die helfen doch gerne weiter ;-)
Für Vorspeisen-Sichtung bietet sich z. Bsp. auch das Roundup des Blogevent Mezze im Kochtopfblog an und natürlich auch unser Archiv ;-).

pfefferkartoffelscheibe an orangigen rote bete rand im daemmerschein
Eigentlich könnte daraus auch noch ein leckerer Dip gefertigt werden, der besonders zu dämmeriger Stunde die Herzen zu erfreuen weiß.

Zutaten:

für die Pfeffer-Kartoffel-Scheiben:

Kartoffeln, in Scheiben
Schwarze Pfefferkörner, grob und frisch gemahlen
Sesamöl
Sonnenblumenkernöl
Salz

für die orangigen likörten Rote Bete-Scheiben:

Rote Bete
Ölmischung von oben mit Resten von Pfeffer ;-)
Likörwein
Orangensaft, frischer!

Violette Bohnen und so allerlei frische Kräuter waren im angebotlichen Warenbestand des sich auf dem Markte befindlichen mit allerlei Gemüse aufwartenden Versorgungsstandes und so war das Augemerk auf diese langen Dinger gerichtet und Entzücken kam auf bei dem Gedanken, wie dies wohl auszusehen beliebte, wenn es erst mit diesen netten kleinen Zucchini und ebenso kugelrunden Kürbissen erst der Zubereitung anheimgefallen ist — und so gab es auch kein Halten mehr — zumal gerade ein Berg mit leicht überreifen sizilianischen Biotomaten mitgenommen werden konnte und zur Perfektion rote runde Zwiebeln, die sich aber auch wirklich hervorragend eigneten für die dann mittels Balsamico etwas säuerlicher gestaltende abendliche Speiseneinnahme gar leckerer Bewertungshingabe

violette bohnen und klitzekleine runde zucchini und kuerbisse
von der Sonne verwöhntes Gemüse

Klitzeklein und rund — das sind die sich so wunderbar präsentierenden Gemüsekreationen, die geeignet erscheinen, das Resultat als witzige Gegebenheit des Kochverganges mit Entzücken zu betrachten und sich vergewissernderweise zu sagen: Violett-grün wäre es zwar noch lustiger gewesen — aber auch so kann unumwunden bestätigt werden, dass diese Überraschung als gelungen betrachtet werden konnte.

Zuvor war ein heimeliger Markt aufgesucht und ebendiese runden Kürbisse und Zucchini nebst langen Bohnen geordert worden. Dazu, weil schon so praktisch zusammengefügt, ergab sich die Gelegenheit auch noch frische Kräuter zu ordern, die zur Verfeinerung des anstehenden Mahles schon jetzt die grandiosesten Kochgedankengänge aktivierten.

violette bohnen
Vorherbild: violette längliche Erscheinungen

Im Mittelpunkt diese apart zu betrachtenden Kugeln, die aber sicherlich länger brauchen würden als die Bohnen, die erfahrungshalber selbstverständlich niieee länger als eine Stunde brauchen würden bei richtiger Anwendungsgabe. Also gedacht, dass angesichts des wieder leicht kühler werdenden Wetters doch zweierlich Lösungsmöglichkeiten sich ergeben, die mit einem Handstreich zu lösen wären mittels Hinzugabe von Balsamico und natürlich ganz viel Tomaten. Säuerliche Geschmackskomponente mit anhaltender Formwahrung im Garendprozessstadium des Kürbisses — fürwahr so sollte es sein.

Hinzu kamen nach dem Andünstprozess in Olivenöl der grob gehackten roten Zwiebeln und Schalotten und der Bohnen und natürlich der ebenfalls in größere Stücke geschnippelten Bio-Tomaten kraeuterkarneval erntezauber aus Sizilien und eher flüssig daherkommenden Balsamico dann auch noch so frische Kräuter wie Basilikum, Minze, Salbei und Estragon, die fast zum Ende der Köchelei mit getrockneten Pfeffer schwarzer Natur und rieselig daherkommenden Salzes ergänzt werden konnten. Auf andere Kräuterzutaten wurde ausprobierungshalber diesmal verzicht (andere wären auch gar nicht da gewesen und was diese undefinierbaren zwei Stängel waren, die da mit reinkamen, weiß hier jetzt auch niemand mehr), da ja öfters mal was Neues auszuprobieren gilt und so die Teilnahme am neu ins Leben gerufenen Kräuter Karneval Erntezauber im Herbavesum-Kräuter-Zauber-Blog als gesichert gelten konnte mit diesen Ernteergebnissen unserer Kochkunst, die dann auch gleich zwei Stunden im diesmal verwendeten Schmortopf benötigte, um auf den abendlichen Küchentisch so Stelldicheinmäßig abgelichtet zu werden, was zwar grell resultierend aussah — aber gekonnt durch Bildnachbereitende Tätigkeiten geschickt ausgeglichen werden konnte. Und die kleinen Kürbisse erwiesen sich nach dem Knacken als erfrischende Überraschung, die vergnügunghalber blitzschnell ausgelöffelt wurden.

violette bohnen und runder kuerbis
Nachherbild: sich wollig einfühlende Bohnen im Tomatenhackgewusel mit Kräutern im Blitzlichtschein

Dazu passt hervorragend Brot oder Naturreis, der nach dem Kochen mit der Wunschflüssigkeit versetzt zu munden weiß. Und wenn es nicht so säuerlich werden soll, empfiehlt es sich den Essig wegzulassen und als gewürzliche Kräuterbeigabe Oregano, Dill oder wilden Fenchel zu verwenden.