Tag-Archiv für 'tee'

Teebestandteile zur Selbstherstellung heranzuzüchten ist oftmals ein nicht dem Erfolge zugetan sich darstellendes Betreiben und so wird wohl anderweitig auf derartige Ware zurückgegriffen werden müssen, was sich aber auch geschmacklich durchaus in einem besser erscheinenden Lichte bemerkbar zu machen weiß und so darf dann hier bildlich die Ausgangslage beobachtet werden

ingwer triebig die zweite
Da streckt der inzwischen zweite Trieb der eingepflanzten Ingwerknolle noch trotzig sein erhabenes Selbsterhaltungswesen in die Kamera und schon heute morgen macht sich bemerkbar, dass die fehlende Wasserversorgung und das zeitweilige Abstellen auf der Heizung nicht ganz so zuträglicher Präsentierung ist. Das war es wohl fast mit selbstgezüchteten Ingwer für die eigene Teeproduktion; mal schauen, was da noch so zu machen ist, vielleicht erholt sie sich ja noch mal.

Da auch die Kultivierung der als Schwarzer Tee bekannten Pflanzenblätter nicht zu Zuchterfolgen führte, wird seit ewigen Zeiten auf Teekampagnetee, aus einem Projekt an der Freien Universität Berlin hervorgegangen (einen Blog hat es auch), zurückgegriffen; 100 Prozent Darjeeling verspricht der Biotee in der kostengünstigen Monsterpackung, die einmal im Jahr erstanden werden kann (so ganz ohne Teeläden und Zwischenhandel und inzwischen auch ausverkauft) und dafür den Teeverkäufern in Indien mehr Geld zur Verfügung steckt und das offensichtlich inzwischen ziemlich erfolgreich.

Kritik gab es auch, weil der Tee nicht ganz fair gehandelt wird und nicht das Transfairsiegel trägt. Also nur Biofastfairtee. Der schmeckt zwar jahres- und anbaubedingt manchmal nicht so zum allerköstlichen Erschlürfen, aber ist trotzdem geschmacklich immer eine feine Wahl. Die erste Pflückung zarter, die zweite etwas kräftiger, die grüne Sorte allerdings nicht so zu empfehlen.
Die Berliner Tee- und Kaffeeschmiede Ökotopia bietet inzwischen ja fair gehandelten Darjeeling an und unterstützt Kleinbäuerinnen, den werden wir demnächst mal probieren. Guter Geschmack und fairer Handel klingen zumindest vielversprechend.

teekampagne tee darjeeling
Biotee vom Projekt Teekampagne

Auf dem Weltmarkt wird wohl ordentlich betrogen, die Darjeelingproduktion soll nur ein Viertel des tatsächlichen Angebotes ausmachen. Deshalb gibt es dieses Darjeelingherkunftsgütezeichen, welches Originalität versprechen soll (kann ja auch gefälscht werden). Und wiesoweshalbwarumundwie Teesorten so heißen steht hier in Kurzform. Da kann dann beim nächsten Teeumtrunk mit ausgespreiztem kleinen Finger das neuerworbene Fachwissen zur Verfügung gestellt werden, um Lob einzuheimsen ob der feinfühligen Kenntnisse.

Olivenblättertee als angenehm in Erscheinung zu treten pflegende harmonisch sich herausbildende Stressabbaumethode

olivenblaettertee
Olivenblätter eignen sich durchaus formidabel auch für Tee

Skeptisches Beäugen der angepriesenen Ware gehört bei diesem Angebot wahrscheinlich einfach dazu. Olivenblätter-Tee, spanischer Bio-Olivenblättertee sogar. Die Neugier hat dann doch gesiegt und der Preis von einigen Euro für ein kleines Päckchen war einen Versuch wert, der sich durchaus als lohnend herausstellen sollte.

Olivenbäume hängen ja bekanntlich voll von den Dingern und wieso war dem Umstand, dass daraus Tee gewonnen werden kann einfach nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet worden? Da müssten doch schon Generationen von OlivenpflückerInnen drauf gekommen sein. Die Blätter sollen vom wilden Olivenbaum gewonnen werden, der nur klitzekleine Oliven trägt und eher ein Schattendasein im Olivenanbau führt. Ob Blätter anderer Olivenbäume einen ähnlichen Geschmack aufweisen wäre zumindest weitere Versuche wert.

Eine leicht bräunliche goldgelbe Färbung war nach 8 Minuten Ziehzeit ansehnlich zu bemerken und die zuvor in kleine Stücke zerbrochenen Blätter (der in der Gebrauchsanleitung gepriesene Mörser war doch nicht ganz passend) wurden herausgefiltert (andere Methoden favorisieren dass Einwirken im kalten Wasser oder Reduzierung).

Der Geschmack erinnert etwas an Grünen Tee. Harmonisch durchaus, wenngleich nicht aufdringlich, auch nicht vollmundig, eher zarter Natur, ein leichter Kräutertee tippte die erste Versuchsperson, die als Blindverkostungsexperte gewonnen werden konnte, und war bar jeder Raterei erstaunt über die Herkunft des Gereichten. Sogar ein leicht süßlicher Geschmack konnte herausgeschmeckt werden, der mit ein wenig Honig dann den dezenten Ton überaus passend verstärken konnte.

Eine nette Abwechselung für Zwischendurch oder als abendliche Entspannungstrinkerei. Natürlich gleich mal gegoogelt, was so zu finden ist. Hilft angeblich gegen allerlei Beschwerden und der stressabbauende Faktor wird betont. Den Tee gibt es jetzt mal öfters, könnte auch gut mit anderen Zutaten gemischt werden. Mal probieren, was sich so zur Ergänzung anzubieten pflegt.

Salbeiteeverköstigung als Hauptbeschäftigung

Nachdem nun alle den unterschiedlichsten Krankheiten frönen und der Umgang obskure Blüten treibend die Hinwendung zu allerlei Teesorten mit sich bringt hier mal eine anschauliche Dokumentation unseres Alltags, für die, die sich gewundert haben, dass in den letzten Tagen nichts geköchelt worden ist.

frischer Salbeitee
frischer Salbeitee weiß zu entzücken