Tag-Archiv für 'stifado'

Perlig am Rand sitzende Folgen durchgezogener Nächte — aber gut war es

bio rind stifado mit zwiebeln gut durchgezogen am naechsten tage
Erste Sonnenstrahlen zeigen erwartungsfroh die Kochfolgen der Nacht

Ein vorhandenes Stück Biorindfleisch war eine geeignete Gelegenheit für ein leckeres Stifado, welches bekanntlich besonders gut schmeckt, wenn es gut durchgezogen ist. Das war auch nötig — da der Kochprozess sich sowieso schon bis tief in die Nacht hinzog, sodass davon abgesehen wurde allzu viel zu verspeisen ;-)

Es wurde aufgrund der zu erwartenden massiven Sonneneinstrahlung spontan beschlossen ein leichtes Stifado zu fertigen (mit weniger Wein und Olivenöl) und nur wenig Tomatemark. Ansonsten gleiches Rezept wie sonst auch.

Zart auf der Zunge zergehende Kost belohnt aber auch auch bei dieser Zubereitung die Hingabe an allerbeste Kost und wie immer sind die ganzen Zwiebeln unvergleichlich delikat. Allein das Reinbeißen in dieses süße Gewächs ist die stundenlange Köchelei allemal wert.

bio rind stifado mit zwiebeln

Und später festgestellt, dass Knoblauch vergessen wurde. Aber dafür gibt es ja neuerdings die passenden Getränke :D

Ein paar Foodblogevents sind in der Abwesenheit vorbeigegangen, aktuell sind zur Zeit der Wirsing-Event im Gärtnerblog und der Mandel-Event im Kochtopfsblog sowie die Zelebrierung des Lemon-Day.

Also eine Menge kochlustige Arbeit, höchstwahrscheinlich wieder mal in den letzten Minuten ;-)

Ach ja, die Feedfunktion ist zur Zeit etwas gestört, also nicht wundern, wenn nicht alle Ticker bedient werden.

Hey — es ist schon wieder Zwiebelday! Da Abseitsstehen den Verzicht auf gar köstlich zubereitetes Vergnügen zwiebeliger Art zur Folge hat und weil das umständehalber ja nun gar nicht sich als schicklich erweisen würde, gab es wunderbar geschmort-gekochte Zwiebeln in ganzer Struktur, die sich durch eine perfekt schmeckende leicht sämige und damit überaus passende Weinsauce und zarte Kaninchenbestandteile und vielerlei gewürzliche Beigabe (mit dabei frischer Grüner Pfeffer) besonders aufgeschlossen zu zeigen wussten (sehr lecker!)

stifado zwiebeln sehr lecker
Stifado-Zwiebeln in wunderbarer tomatiger Weinsauce mit Zimt

Das Zelebrieren des Zwiebelday steht im November an. War schon letztes Jahr geradezu die Thematik aufs beste treffende zubereitet worden, so musste dieses Mal die Urform, die Göttin jedes Zwiebelgerichtes ran: Stifado.

Vergesst alle anderen Gerichte mit Zwiebeln. Es kann nur eine Spezialität geben ;-) Stifado also, jenes sagenumwobene Schmortopfgericht mit mal jenen und diesen Zutaten, die aber eines gemeinsam haben — die Zwiebel ist der eigentliche Star der köchlichen Kredenzung und das vollkommen zu recht!

Ungeahnte dem reinen Genusse gewidmete Momente wissen beim Biss auf die nahezu butterweiche Konsistenz zart auseinanderdriftender Zwiebellagen nur eines zuzulassen — ein gedankliches Schwelgen besonderer Art, das paradisische Wohlbefinden, ein Verzücken und….

… genug der Worte. Die wohlfeile Zwiebel muss zuvorderst durch geschickte Hände auf das geschmackliche Niveau besonderer Art gehoben werden und das geht eigentlich recht einfach,zwiebeln in rohzustand setzt aber bisweilen tränenreiche Erzählungen voraus und weiß von vorherigen Großeinkäufen im nahegelegen Gemüsegroßhandelsfilialen zu berichten, die samt und sonders auf den Tag eingerichtet alle benötigten Zwieblsorten, derer viele, durchaus ansehnlich als angebotliche Ware feilboten.

Die roten, weißen, mittelgroßen bis kleinen und nicht zu winzigen Exemplare müssen dann vorsichtig geschält werden. Die kleinen Wurzelstränge werden fast bis unter die Zwiebel abgeschnitten, so dass die Festigkeit, die durch Auseinanderfallen im Kochvorgang konterkariert werden könnte, gewährleistet ist. Auch im oberen Bereich sollten die Spitzen beibehalten werden für die Formwahrung. Wenn dieser ein klein wenig zeitaufwändige Vorbereitungsgang vonstatten gegangen ist, ist die meiste Arbeit schon fast bewerkstelligt.

Jetzt bereits ergreift die Vorfreude die eingeladene Zwiebelendenabschnittsbevollmächtige und die ersten alkoholischen Probierkunststücke des roten Kochweines finden zu aller Zufriedenheit die Bestätigung, dass es auch bei diesen bleiben könne, wenn nicht die Kopfschmerzen anderntags überhand nehmen sollten.

Für Stifado wird bisweilen gerne Essig genommen, was aber Geschmackssache ist und eigentlich eignet sich ein (halb)süßer Rotwein auch vorzüglich. Mavrodaphne zum Beispiel, der sicherlich zu der Zeit, zu der wir zu kochen pflegen, gut verwahrt im Einkaufsregal verweilt. Also zurück zum üblichen Kochwein. Roter Imiglykos, auch ein wenig süß ;-) und geradezu prädestiniert zum Kochwohl.

Vor Zugabe sind allerdings noch andere Tätigkeiten schicklich.Die Zwiebeln werden jetzt ob des besseren Geschmackes wegen angebraten bis sie eine ansehnliche Farbe annehmen. Das verwendete und ersichtlich verbrauchte Öl raus aus dem Schmortopf und zwei Zwiebeln noch kleinhacken und zusammen mit reichlich frisch hinzugefügtem Olivenöl andünsten und dann Fleisch darin anbraten. Üblicherweise wird Rindfleisch genommen, aber auch Kaninchen schmeckt nicht minder lecker.
Und da das bei Bolli neulich so gut aussah, war der Entschluss dieses Mal darauf zurückzugreifen auch schon im Vorfeld schnell gefasst und nun lagen Kaninchenrücken und Schenkel vor uns.
Kurz überlegt, ob es ratsam wäre kleine Stücke zu fertigen und dann aber davon abgekommen und so angebraten.

stifado mit kaninchenschenkelund wunderbaren zwiebeln
Zart geköchelte Kaninchenschenkel als überaus passende Zutat

Frischer Grüner Pfeffer, der in Unmengen eingekauft worden war durfte ausprobierlich mit hinzu wie auch Lorbeerblätter, drei Knoblauchzehen geriebener Schwarzer Pfeffer und mildes Paprikapulver, Minze, Rigani und Salz und schon mal eine Zimstange mit hoffentlich unbedenklichen Inhaltsstoffen. Auch toll: Wacholderbeeren und Nelken. Kurz mit Rotwein ablöschen. Duftend schon mal vielversprechend und dann wird heißes Wasser zugegossen, so dass die Fleischstücke noch rausschauen.
gruener pfeffer
Ca. 20 Minuten vor sich hinschmoren lassen (Rindfleisch braucht dann doch etwas länger) und dann die mittelgroßen Zwiebeln hinein mit Rotwein auffüllen (je nach Topfgröße 1 1/2 – 2 Liter) und ev. noch Wasser (je nach Wein). Deckel drauf und vor sich hinköcheln lassen.

Zwischenzeitlich überlegen, dass es ratsam gewesen wäre den Chardonnay kaltzustellen und der Blick auf einen eher billigen Weißwein im Kühlbereich, der neulich zum Kochen gekauft wurde, führte rasch zum Entschluss diesen, also den ersteren, einfach kurz ins Gefrierfach zu legen und sich erst Martin-Rosé mit Eiswürfeln und Zitronenspritzer zur Gemüte führen.

Nach anderweitiger Betätigung (lesliches Auffinden des elften Gebotes) und Nebenbeiherumrührerei dann nach gefühlter einer Stunde und ´ner halben noch die kleinen süßen roten Zwiebelchen hinzu und angerührtes Tomatenmark in als reichlich zu bezeichnender Menge und eine Dose voll mit ganzen geschälten Tomaten und auch noch eine Stange tollen Zimt. Dann sich wieder anderweitig beschäftigen und dann noch ca. 30 Minuten weiter im Text.

Inzwischen erfüllt ein wollig warmer nach leichten Zimttönen duftender Wohlgeruch die kulinaria-katastrophalia-küche und nach Abschmecken und Hinzufügung von einer Zehe gepressten Knoblauchs ist die vorzügliche Speise auch schon bereit für die tischliche Spezialitätenpreisung. Wunderbar köstlich!

Die Sauce genau richtig sämig in Struktur und der Geschmack abgestimmt bis zum perfekten Aromaatömchen. Das Kaninchen zart und überhaupt nicht trocken, sondern sowas von lecker und dann erst diese Zwiebeln — zum Hineintauchen. Die Grünen Pfefferkörner wirklich vorzüglich passend und angenehm. Großartig leckertollwiesonnixsonst! Stifado – unbedingt nachkochen.

zwiebelday

Zutaten:

Zwiebeln, viele mittelgroße bis kleine
(halb)süßer Rotwein
Rindfleisch oder Kaninchen oder…
Tomatenmark, gedoste Tomaten,
Zimtstangen,
Knoblauch,
Grüner Pfeffer,
Schwarzer Pfeffer,
Nelken,
Oregano.
Minze,
Salz,
Lorbeerblätter,

stifado zwiebeln mit spitze wegweisend
Und weil es so schön war und anderntags nochmal so gut schmeckt gab es das gleich nochmal

[Update: Roundup im Kochtopf-Blog mit vielen leckeren Zwiebelkreationen]

Stifado, die Verleugnung und die späte Köstlichkeitsverzehrzeremonie genau 3 Minuten nach mitternächtlicher Stunde

Nicht nur das leckere Essen ließ zusammenkommende kulinarisch Begeisterte (mit entdeckter Präferenz zu heimlichen Hauptstädten in Nicht-Weinbau-Gegenden) wieder den Vorwand für den Konsum alkoholischer Getränke ausnutzend suchen – nein, auch die harte Probe der Wartezeit während Auftischung von kleinen nicht weiter erwähnenswerten Vorspeisen (frittierte Peperoni, Schafskäse, Baguette) muss ja einmal im Jahr ausgekostet werden, um den anschließenden Genuss als das zu zelebrieren, was er einmal, als in aller Munde geführt, an Bekanntheit für sich verbuchen konnte.
Zwar sollte vorgekochte Spezialität bereits am Nachmittage zubereitet werden – schlaflose und arbeitsame Nächte und Frondienste verhinderten diesen Plan jedoch auf Eifrigste.
Gelegenheit, die Fertigkeiten von zu spät antanzenden ExpertInnen im Kartoffelwettschälen zu testen. Extrembedingungen wie „nur ein Kartoffelschäler?„,“was — kein Bier im Haus?“ und verständnisloses „das Essen ist noch nicht fertig?“ waren zu bewältigen. Dafür konnten neugierige Blicke den Zubereitungsakt von der Wiege bis fast zum Ende nachverfolgen – und das ist ja auch mal was.

Kartoffelnschälen
Kartoffelwettschälen zur Überbrückung der Wartezeit

Für den Kochakt war diesmal das bekannte griechische Eintopfgericht Stifado zu bewältigten, was mittels einer halben Bio-Kuh, einer Riesenflasche Wein, die auch noch durch Alternativware ersetzt werden musste (Mavrodaphne war nicht zu erwerben) auch bald lecker vor sich hinbrutzelte. Leider passten nur drei Kilo Zwiebeln in den Topf, so dass für JedeN nur 6 Zwiebeln zur Verfügung standen, die zumal auch noch nicht den eigentlich erhofften teilweisen roten Ton aufwiesen, da rote Zwiebeln wohl zur Zeit aus einem unerfindlichen Grunde Mangelware zu sein scheinen (zumindest in der erwünschten Größe). Auch die vorher zu kochende und beizufügende Fleischbrühe fiel aus gegebenen Anlass weg, was aber niemanden weiter aufzufallen schien.

Stifado
Rindfleisch (Bio) und Zwiebeln an Hauch von Zimt, Wacholderbeeren und Lorbeer nach mehrstündiger Zubereitung in Weinsoße.

Geschickt wurde die lange Kochzeit und der fortgeschrittene Abend dafür genutzt, den schon vom ungewohnten Weine umgarnten Teil-Publikum, das von Hunger geschwächt und vom Essensduft demoralisiert war, eine Abschwörung von ideologischem Ballast vornehmen zu lassen. Und schlussendlich war das Stifado dann auch fast fertig gen Mitternacht und bevor alle sich anschickten hungrig zu gehen wurde beschlossen aufzutischen. Unflätige Kommentare, dass die Zwiebeln noch nicht richtig durch waren, waren zwar wissenschaftlich richtig analysiert-- wurden aber einfach wegdiskutiert.

Erfrischendes Dessert gabs auch noch.