Tag-Archiv für 'schokolade'

Angesichts des absehbaren Zeitraumes der Bärlauchgnädigkeit muss sich schwelgenderweise rechtzeitig dem besten aller Gerichte hingegeben werden — allerzartester Kaninchenleber in milder Schokoladen-Weinsauce mit reichlich Bärlauch und nahezu reifer Williamsbirne (Part 306, mindestens)

Ausnutzen, Alles ausnutzen ist die Devise der Stunde, die Bärlauchfelder, deren Duft verführerisch die sich in den lichten Wald wagenden StadtbewohnerInnen anzulocken weiß, werden allerorten abgeerntet. Das erste zarte Grün versorgt die mindestens einmal täglich zu streichelnden Kaninchen und dann ist eigentlich schon klar, was auf den Tisch kommen muss.

allerfeinste kaninchenleber in baerlauch-wein-sauce
Rezeptlich aufbereitet ein Hochgenuss

Sozusagen kulinaria-katastrophalia-Küchenstandard und das klappt auch nur wirklich richtig mit ganz frischer Kaninchenleber, nix Eingefrorenes und keine Lagerware, am besten gleich das ganze Karnickel ordern ;-)

birnen baerlauch kaninchenleber schokolade
Allen guten Dingen fehlt ein Schwubbbbbs Wein zur Vervollständigung

Zubereitung so einfach wie sonst gar nichts, auf der Skala der Aufwändigkeit, kurz andächtig der nicht vorrätig gehaltenen überreifen Williamsbirnen gedacht und halt genommen, was zu kriegen war, kleinschnippeln, Schale bleibt dran, Kerne dürfen raus. Leber in mundgerechte Stücke ohne Sehnen oder was das ist schneiden, Bärlauch beschnuppern und dann geht es los:

Das Bio-in-Umstellung-Olivenöl mit milderer Note darf ran (unwissende „Experten“ in Sachen Olivenbaumhaltung übrigens unter dem Link zu bewundern) Kaninchenleber ganz kurz auf höherer Stufe schnell rührend anbraten, würzen mit weißem Pfeffer, Oregano, und runter mit der Temperatur (es soll ja schön weich-zart-rosa bleiben), Bärlauch nun mitbraten, mit Wein (Blanc de Blanc, trocken & mittelmäßig besser als der hier verwendete Rest eines Grauen Burgunders) ablöschen und Birnen rein, rühren nicht vergessen, Schokoladenriesel so zwei, drei Teelöffel ebenfalls rein, eventuell mit Salz, Pfeffer, Wein ergänzen, eine schöne Sauce soll sich bilden. Fertig nach nur wenigen Minuten.

schokoladenabrieb grob feinrasplig
Ohne Schokoladenriesel geht gar nichts

Dekorativ mit Reststreusel auf der Speisung und allerschnellstens geknipst, vor dem Abschlecken des Tellers darf das Essen warm — unter hoher Lobpreisung — sich verführerisch darbietend genossen werden.

Eigentlich unbeschreiblich köstlich! ;-)

Das Wagnis der Orderung feinster Kaninchenleber ist in den Anfängen der ersten feinen Kräuterzöglinge ein eigentlich gar unschwierig Unterfangen — dennoch Härten

Im Frühjahr schmeckt Kaninchen besonders gut, die ersten grünen Blätter, Kräuter und was die Karnickel sonst noch so zu verspeisen pflegen sorgen für beste Geschmacksnuancen, den Rest des Jahres ist die Qualität schwankend.
Um sich der absoluten Genüsslichkeit von Kaninchenleber mit Bärlauch und Birnenspalten in einer Schokoladenweinsauce hinzugeben, wurde extra viel geordert und auch wenn die Birnen noch nicht zu aller Zufriedenheit reif waren, so war doch Bärlauch vorhanden.
Und dieser machte sichja immer sowas von passend zur Leber (die Verwendung von Hühnerleber ist bereits erfolgreich erprobt); das Rezept kinderleicht und vor allen Dingen schnell nachzukochen.

kaninchenleberschokiweinbirnebaerlauch
Die Zartheit ist weiter zu erproben, der Rest ist daraus folgende köstliche Genüsslichkeit

Die fruchtigen Birnen waren leider noch etwas härter (Vorratshaltung für dieses Rezept unbedingt daher angeraten), überreife Exemplare eignen sich am besten und der Wein kein vorgesehener, aber dennoch tauglich. Einzig die Leber wollte nicht die allerfeinste Zartheit aus sich rausholen lassen, zu fest ward sie, ein Umstand, der mit Genuss von Wein zu überdecken gesucht wurde.

War sie nun zu alt, eventuell tiefgefroren und aufgetaut, aus zu wenig mit Frischfutter bedachter Haltung oder kam das Salz einen Tick zu früh an die Sauce? Es ist bei der nächsten Orderung zu überprüfen, dann wird am besten gleich ein ganzes Kaninchen erworben und die Kaninchenleber selber herausgeschnitten.

Trotzdem eine gute Abend-Speisung, die sich nur vervollkommnen lässt ;-)

Zum Thema Kommentare in Foodblogs hat sich ja seit einigen Tagen eine interessante Diskussion bei Houdini entwickelt (wobei richtig „diskutiert“ wird ja nicht, zumindest nicht zwischen allen), die meisten haben es wahrscheinlich schon längst entdeckt, das war ja bisweilen auch schon mal in anderen Blogs ein Gesprächsthema.

Interessant an der Thematik ist u.a. die Frage, ob es in Foodblogs allzu mild mit der Kommentierung (und daher langweilig?) zugeht und ob es nur ein Gegenseitigkeitsverhältnis ist, welches zum Tragen kommt.

Dank einem Hauch der Erinnerung verweilte die zeitgemäß zu vollbringende Rezeptur mit köstlichster Kaninchenleber, kurz nur in Zubereitung sowieso und Verzücken auch länger zu einer rezeptiven Rhapsodie mit Bärlauchblatt und Schokoladenkrümel samt Verve

Frühjahrszeit ist bekanntlich Hoppelzeit (auch anderswo), das frische zarte Grün peppt geschmacklich ungemein auf, und so wurde erinnerlich der feinen Versuchung in Schokoladenweinsauce gehuldigt. Es half also nichts, Kaninchenleber wurde geordert und zu später Stunde in rasch zu vollbringender Fertigung aufgetischt für Besuch, der das noch nie verspeist hatte, was sich im Nachhinein als vorangeganger Verlust köstlichster kulinarischer Möglichkeiten entpuppte.

leckere kaninchenleber in schokoladenweinsauce samt birne ueberreif und baerlauch mal wieder
Zeitig photographieren zu Sonnenschein klappt nur einmal

Das Kaninchenleber-Rezept wurde zum Blogevent Chocolat zufällig entdeckt und gehört seitdem zum ständigen Hochgenuss, der milde Schokoladentöne mit fruchtiger Obstnote (die überreife Birne!) an stimmig verbindenden Weißweine zu höchster Eleganz führt.

Zwar wurde mit Rücksicht auf den gar nach vollendeter Kost hungrigen Besuch die Birne geschält, das machte aber nicht so viel aus, besser klappt es schon aus Zusammenhaltgründen dann aber ungeschält. Der verwendete Wein aus Penedes war einen kleinen Tick zu dominant mit der mineralischen Struktur, ein unauffälligerer eignet sich etwas besser.

Der Genuss nach nur wenigen Minuten Zubereitungszeit lässt sich hingegen mit immer länger andauernden Verzückensbekundungen und Abschlecken beschreiben, die unvergleichlich schmeckende Kaninchenleber auf den Punkt leicht rosa im Zusammenspiel mit dem Bärlauch und verwegen kämpfend um die Aufmerksamkeit des Obstes unterstrichen von der sittsam einfügenden Schokolade lässt nur eines sagen — äußerst superb!

Wer das noch nie zubereitet hat, kann im Kaninchenlebergeschäft nicht mehr mitreden; köstlichst zu empfindendes Aufspüren vergessener Kochkunst die Belohnung.
Noch ist Zeit, noch gibt es Bärlauch, noch frisches Frühjahrskaninchen, der Rest ist Verve.

Torrone versteckt sich hinter dem 17. Türchen des Kulinarischen Adventskalenders (und ganz viel Rührtätigkeit)

Willkommen zum süßen 17. Türchen! Die phantastische Idee sich der ganz vorzüglichen Genüsslichkeit Torrone für den Kulinarischen Adventskalender im Kochtopfblog zu widmen rief gleich strahlende Gesichter hervor, die dann erstmal gebändigt zu werden wünschten. Alle verstanden da etwas anderes unter der schönen Wortschöpfung. Alle kannten es aus Kindertagen. Hurra!

torrone im schokoladenmantel
Torrone im Schokoladenmantel

Das Geheimnis lüften konnte nur die regionale Unterschiedlichkeit der Geschmäcker. In Nordafrika fast überall zu haben, in Griechenland mit Sesam umhüllt, in der Türkei als Türkischer Honig präsentiert und tief im Süden Italiens Kulinarischer Adventskalender - 17
wird damit meist eine aus frischen Mandeln gefertigte Karamellversion bezeichnet, weiter im Norden dann auch schokoladenartige Nougatträume und überall so zwischendrin erweist sich eine weiße Sorte als schicklich — und genau die sollte es sein! :-)

Dann wild herumtelefoniert und Rezepte gesammelt (Weinhnachtszeit ist Torrone-Hochsaison) und am Tische zusammengetragen; aber, war klar, machen alle anders, Geheimrezepte, die unter dem Siegel der Verschwiegenheit übermittelt wurden, fanden sich passenderweise auch in diversen Kochbüchern :D und warum nicht mal eine eigene Version — mit Agavendicksaft dieser sich vielleicht gut eignenden aromatischen Agavengewächs entnommenen „Frucht“süße?

mandeln ungeknackt
Mandeln (zwar nicht frisch vom Baum, aber selbstgeknackt)

Die ersten probehalber mit geringen Mengen gefertigten Versionen erwiesen sich leider als gar nicht dem feinen Geschmacke der Agave zuträglich, außerdem zeigte sich eine zu weiche zähe Konsistenz. Versuche mit frischen Limonen und Mandarinen, um an vergangene Traditionen anzuknüpfen, erwiesen sich als unpraktikabel.

Also ein klassisches Rezept und das geht eigentlich ganz einfach ;-) Honig wird im Wasserbad vorsichtig erhitzt und unter ständigem Rühren ein bissl eingekocht und aufgeschlagen, das blubbert schön aus dem Topfe heraus und dann konnte auch gleich eine in etwas Wasser kurz aufgekochte Zuckerration mit hinzu und wiederum rühren, rühren, rühren.

torrone karamellisiert schlicht
Karamellisierte Version, hinten Minitorroneoblatenausprobierung für die handliche Verspeisung

Währenddessen Mandeln geknackt und kurz in kochendes Wasser gegeben; das ist sehr praktisch, denn die Haut lässt sich hervorragend abziehen hernach; Mandeln einfach auf ein Tuch legen zum Trocknen und sodann abtupfen und dann kann es auch schon losgehen, fixe in 5 Minuten erledigte Tätigkeit. Bei Bedarf kann die Mandelmenge auch noch geröstet werden. Eingelagerte Pistazien erwiesen sich geschmacklich nicht ganz so toll, aber auch diese eignen sich hervorragend ansonsten für Torrone — insbesondere als ansehnliche Farbtupfer.

Sehr beliebt auch Farbgebungsprozesse mit fein gemahlenen grünen Pistazien; mit Zuckerzugabe wird es etwas dunkler (zumindest in dieser Variante, es wurd einen kleinen Augenblick nicht aufgepasst ;-) ). Überhaupt kann eigentlich so ziemlich alles als (trockene) Füllung mit rein, was passabel erscheint — die Torrone nimmt nicht das Geringste krumm ;-)

Und, nicht vergessend die Rührerei zwischendurch, können auch schon vier Eiweiß steif aufgeschlagen werden, die Masse wird dann unter die Honig-Zucker-Masse druntergehoben. Puristinnen nehmen nur Honig, Gelassenere offensichtlich sogar Glucose. Wichtig ist die Wahl der Honigsorte, die gibt schließlich den Grundgeschmack vor. Dunklerer Orangenblütenhonig ward auserkoren und der feine wilde Orangenplantagen-Geschmack benötigt auch keine weiteren Hilfsmittel wie Vanille oder Zitronenschale.
Die Torronefarbe ist dann anschaulich in diesem Stadium schon vorhanden — eine angenehme auf dem weißen Grundtone basierende leicht dunkle Färbung weiß hier schon Bestes zu verkünden.

Und dann heißt es rühren, sehr lange rühren, nebenbei eignen sich diverse Tätigkeiten der Unterhaltung, um nicht einzuschlafen; die ganze Flüssigkeit muss raus und am Ende soll es ja nicht aus der Waffel fließen. stundenlang zu verruehrende Masse
Ja Waffeln — waren natürlich nicht eingekauft worden, was tun? Hatte noch ein Kisok auf, der Esspapier im Sortiment hatte? Die Lösung waren kleine runde Backoblaten, die sauber aneinandergelegt als Ersatz für die dann aufzunehmende Masse die Unterlage bieten sollten. Aber erstmal Rühren! Irgendwann kurz bevor der Arm abfällt, war es dann soweit:

Mit strahlender Zuversicht wurde versucht die Masse auf die Oblaten zu kriegen, eines war klar, ein schwieriges Unterfangen und ein nur im Einzelfall vom Gelingen getragenes Ergebnis. Backpapier musste also herhalten, ein riesiger Marmorquader wäre vielleicht auch nicht schlecht gewesen.
Die von leichten dunklen Tönen getragene Masse, die kurz vor Ende noch um die Mandeln ergänzt wurde, macht es sich anschaulich bequem. Dann Warten, ein paar Stunden, die Masse muss sich abkühlen, so frisch verzehrt ist sie noch sehr weich die Zähne umwickelnd.

torrone frisch aufgetragen
Frisch aufgetragen und anschnittlich begutachtet — auf Grund stundenlanger Fertigung erst tief in der Nacht ;-)

Vorsichtiges Betasten lässt Gewissheit aufkommen, dass diese große runde Torronescheibe auch ganz statthaft ist und sodann wird sie in handlichere und mundgerechte Teile geschnitten.
Wagemutige Versuchspersonen dürfen erste Bisse zu sich nehmen. Zwar ist das Ergebnis noch nicht vollendens zufriedenstellend, aber die an diversen italienischen Einkaufsgelegenheiten geschulte Torronetestschmeckerei bringt es zu Tage:

Süß — sehr, sehr süß! Könnte etwas härter und bröseliger sein. Aber durchbrochen von knackiger Mandel und ergänzt von sehr, sehr viel Espresso dazu schmeichelt die Torrone sich lutschend-kauend an die Geschmacksnerven heran.

[Nachtrag: Nach Aushärtung bis zum Mittag ist die Konsistenz jetzt perfekt, da die Schokolade sich vorzüglicher als die Oblaten- und Naturversionen macht, wird der Rest auch noch damit umhüllt. Es sollte halt nicht Alles bis auf den letzten Präsentierungstag aufgeschoben werden ;-) ]

Zu gewinnen gibt es übrigens auch etwas im Kulinarischen Kalender, am 24. Dezember wird es ein kleines Gewinnspiel geben, ob die Torrone so lange hält ist indes fraglich…

blogevent kulinarischer adventskalender 2008

Zutaten:

500 Gramm Honig (z.Bsp. Orangenblütenhonig)
200 Gramm Zucker (nach Bedarf und Konsistenz mehr oder weniger)
Mandeln
4 Eiweiß
Schokolade
Zeit, unheimlich viel Zeit

So gehts:

Honig im Wasserbad unter Rühren aufschäumen und zusammen mit der angerührten Zuckerwassermischung zusammen so einköcheln, dass eine festere Masse entsteht, da dann aufgeschlagenes Eiweiß rein und dann rühren, rühren rühren bis eine feste Torronemasse enstanden ist, da dann Nüsse rein, und/oder später mit Sesam oder Schokolade umkleiden. Am besten auf eine Waffel streichen. Einlagern, Kaffeetrinken, Genießen!

Und wie die geheimnisvolle Nougatzubereitung in Italien original fabriziert wird, kann dann am nächsten Sonntag im Fernsehen beobachtet werden. Und nun noch viel Spaß mit den übrigen Türchen!

Den Aufwand nicht scheuend war über umwegliche Umstände der Hinwendung zur zeitlich angepassten Verwendung des famosen Winter-Postelein fast nichts mehr im Wege, sodass nun die überaus schmackhafte Kredenzung etwas zu hart geratener Kaninchenleber mit Birnen das Speisemenü überaus delikat in Erscheinung treten ließ (incl. nachzuholender Betrachtungen)

Da die Bärlauchzeit so verführerisch lockend die bezaubernsten Gerichte zu beeinflussen weiß, war es passenderweise an der Zeit die Kaninchenleber in Schokoladenweinsauce mit Bärlauch zu kredenzen. War auch alles fast passend. Berge von Bärlauch, Unmengen georderter Kaninchenleber, Wein und Schokolade — nur die Birnenauswahl war nicht optimal, kaninchenleber mit birne und baerlauch kleingeschnippeltmacht aber nichts, muss auch so gehen.
Also wie gewohnt sich des leckeren Erschmeckens allerfeinster Nuancen zarter Kanninchenleber bewusst vorsichtig an die Herstellung gewagt und … leider feststellen müssen, dass die kleinen pelzigen Dinger höchstwahrscheinlich kein zartes Löwenzahnblättchen verkonsumierten, sondern wohl nur hartes Stroh; so jedenfalls war die Härtegradwahrnehmung nach der ersten Probiererei.

Also erst mal weggstellt und dann kurz vor Abfahrt aus der Küche und der Erkundung anderweitiger kulinarischer Ressourcen noch mit den Resten der Salatvielfalt rasch eine Komposition mit dekorativen Tellerkraut gezaubert, die nun überaus passend sich erwies, weil dafür die Leber optimal harmonisch in Erscheinung zu treten wusste. Das war so wunderbar frisch frühlingshaft, dass das Schwelgen jetzt noch nachgeholt werden kann. Ein perfekter Frühlingssalat mithin.

Salatkreation mit kaninchenleber mit birne und baerlauch
Exquisit!

Portulak oder Postelein, leckerleicht und leichtsauer, war frisch dabei. Andere fertigen damit Suppen, ebenfalls Salat, Fetatalerunterlagen (allerdings schon letztes Jahr) und Dekoartikel.

Bärlauch fügte sich dann kleingeschnitten ebenfalls überaus passend ein wie auch Birnen und roter Chicorée. Zarte ausdrucksstarke Aromen, die sich wunderbar mit den kleingeschnippelten Zweitverwertungsresten des vorherigen Mahles vereinten. Dekorativ dazu verschlossene Bärlauchblüten.
Wozu Fehlkäufe doch gut sein können :-)

Erinnerungen an eine äußerst schmackhafte Verköstigungsspezialität, deren dafür zur Verfügung stehende Zutaten nicht im Optimum als vorhanden zu bezeichnen gewesen wären — dies hielt natürlich nicht davon ab, sich dann mit dem Vorhandenen für eine Wiederholung zu entschliessen und es war zwar mit ebendiesen nicht dasselbe, aber gut war es trotzdem (dunkle UFO-Perspektive) und Wahnsinnsbeteiligungen realer Art

Eigentlich sollte es ja diesmal Kaninchenrücken sei, der in die engere Auswahl gelangte und sicher sehr schmackhaft hätte überzeugen können, wenn da nicht der Blick auf die im Angebot befindliche Kaninchenleber gefallen wäre, die zweifelsohne zu den leckersten Lebersorten überhaupt gehört. Profitierend von dem Umstand, dass die meisten damit nichts anfangen können war also die Gelegenheit da, die Köstlichkeit mal wieder zuzubereiten. Auf klassische Art gebraten und mit Rotwein abgelöscht, mit frisch gemahlenem Pfeffer und ebenso frisch zerriebenen Rigani gewürzlich ergänzt war der erste Gedanke an eine Spezialität.

Aber dann war die Versuchung da, doch wieder dieses absolut leckere Gericht herbeizuzaubern, welches vor einiger Zeit schon für den Blogevent Chokolade eigens kreiert wurde und zu dem Besten gehört, was bei uns gekocht wurde in diesem Jahr.

Die wunderbare Fotodarstellung bei Tageslicht konnte dieses Mal natürlich nicht wiederholt werden – die fortgeschrittene Tagesendzeit war nicht zugeneigt und der Hunger für größere Fotoexperimente zu groß. Erstmal war aber die Frage geschickt zu lösen, ob der jahreszeitlich bedingte Wegfall des gar köstlich unauffällig und dennoch delikat in Erscheinung zu tretende Bärlauch überhaupt ersetzungsfähig wäre. Die Frage so grundsätzlich sie in ihrer Bedeutung auch ist, fand ihre Grenze im vorhandenen Kochbetätigungsbestand und stellte eigentlich nur Rote Bete-Blätter oder Frühlingszwiebeln zur Auswahl. Spontan für ersteres entschieden und schon mal mit einem scharfen Riesenmesser die zarte Leber in kleinere Stückchen geschnitten, während die Birne geschmacklich als geeignet eingestuft werden konnte.

kaninchenleber mit birne und schoki
Mal so ganz ohne anstrengende Lampenhinundherhaltung abfotografiert – gut lecker war es

Mittelmäßiger Wein war zwar nicht vorhanden, aber besserer ;-) und so wurde streng (nun ja fast) nach diesem wunderbaren Rezept vorgegangen.
Das Resultat war gut, aber noch lange nicht so, dass es an die fein abgestimmte Bärlauchvariante herangereicht hätte (Rote Bete auch zu bitter in diesem Zusammenspiel); auch erwies sich die Birnenauswahl im Bratvorgang als zu süß. Die Williamsbirne eignet sich da doch viel vorzüglicher.
Dennoch waren wir mal wieder zufriedenermaßen gut gesättigt. An Kaninchenleber kommt halt doch nichts ran :-)

Dann auch noch festgestellt, dass sagenhafte knappe 200 Foodblogs (die fehlende Anzahl traute sich nur nicht die angebrannten Resultate zu präsentieren) und solche, die es werden wollen den Kochtopf mit ihren Varianten zum Weltbrottag beehrt haben. Was für eine tolle Arbeit. Da zeigt sich mal wieder, welche Foodblogs wirklich angenommen und am besten was zur allgemeinen Lust an der Bloggerei und Foodfreude beizutragen haben (auch wenn es ja durchaus solche gibt, die kleinkariert andere Maßstäbe zu setzen wünschen).

Köstlich zarte Kaninchenleber in milder Schokoladen-Weinsauce mit stimmig beigefügten Bärlauchstreifen und harmonisch ergänzenden Stücken von fruchtiger geradezu fast überreifer Williamsbirne, welches wir Alles zusammen zwei- und gar dreimal zu kochen beliebten — einmal zur Probe, weil die Idee Schokolade zu Leber zu reichen von nicht uninteressanter Art zu sein schien, dann gleich nochmal weil es gar wunderbar schmeckte (und wir sowieso ordentlich vom Grundprodukt geordert hatten) und dann anderntags nochmals (obwohl wir dann eigentlich was anderes fabrizieren wollten), weil die Kamera mitsamt den tollen Images rumzuspinnen begann, so dass für die Photodukumentation trotz der nicht mehr wie am Vortag so schön scheinenden Sonne gesorgt werden musste; nichtsdestotrotz wurde das allerbeste durch herbeigerufene mit dem Roller herbeieilende Verköstigungssehnsüchtige hergestellt (Rezept und Foto-Tapeten-Link)

ausschnitt kaninchenleber

Das Angebot an Kaninchen war passenderweise saisonbedingt so ansprechend groß, dass kurzerhand beschlossen wurde doch mal wieder Kaninchenleber zu geniessen. So zart wie sie sich auf der Zunge anschmiegt, wenn sie mit Rotwein abgelöscht und mit Peffer und Oregano bestreut dargeboten wird, war das eine Möglichkeit. Aber es kam dann glücklicherweise ganz anders und das Ergebnis bekräftigte mal wieder die Erkenntnis, dass die aus spontanen Einfällen sich ergebende Köchelei die phaszinierendste ist.

Da jetzt überall der Bärlauch spriesst, Paulchens Foodblog, kochbuch (beiden noch herzlichen Glückwunsch zum Kresse-Blogevent), Knoblog und Gärtnerblog schon die Berichterstattung eingeleitet hatten, bot es sich an, auf dem samstäglichen Markt ebendiesen zu ordern (andere ernten selbst) und warum nicht diese beiden Zutaten zum erfreulichen Nutzen ergänzen. Und wenn gerade die Ausprobiererei anstand, warum nicht auch gleich mal was für den Kochtopf Blogevent Chokolade kreieren — nun war es erstmal nicht das auf den ersten Blick so ganz passende, es musste also noch was weiteres hinzugefügt werden für den köstlich zu erwartenden Endgeschmack, der uns alle erfreuen und ein zumindest kleines Lächeln aufs Gesicht zaubern sollte.

Die gut abgelagerten Williamsbirnen schrieen ja auch geradezu dannach die anstehende Spezialität zu vervollkommnen und fürwahr es war die richtige Wahl, die die wunderbar fruchtige überreife Birne da als Ergänzung angedeihen ließ.

ausschnitt

Nochmal zusammengefasst die Zutaten:

Kaninchenleber
Bärlauch
Schokolade (aus dem Block fein geraspelt)
Willimasbirne
Weißwein, trockener mittelmäßiger Blanc de Blanc
weißer Pfeffer
Oregano, ein bissl
eine Prise Salz
Olivenöl (ein nicht ganz so dominant schmeckendes)

und dann gehts ganz schnell in nur 10 Minuten mit der Fabrizierung der köstlichen Zutaten:

Öl erhitzen und Kaninchen-Leber schnell rührend anbraten, mit weißem Peffer und Oregano versehen und dann die Temperatur reduzieren. Bärlauch hinzu und mitbraten. blogevent schokolade Mit einem Schuss Weißwein (der ein Rest eines mittelmäßigen Produktes war und hier zu seiner eigentlichen Bestimmung finden konnte) ablöschen und auf niedriger Stufe weiterköcheln lassen, so dass die Leber nicht zu hart wird und sich eine schöne Sauce bildet. Dann die in Scheiben und noch mit der Schale versehene geschnittene Willamsbirne hinzu, schnell dann auch noch mit geraspelter Schokolade ergänzen (müssten so drei gehäufte Esslöffel gewesen sein). Eventuell noch etwas Salz und Wein hinzu, wenn es zu sehr reduziert ist. Und während ein angenehm duftendes Aroma sich bemerkt macht, ist es auch schon nach Berieseln mit einigen federleichten Schokoraspeln fertig!

Und es war absolut köstlich! Ungeahnt schmiegte sich die Schokolade — überhaupt nicht die anderen Zutaten dominierend — in die wunderbare Kombination ein: Die zart schmeckende Kaninchenleber wusste durch den etwas (aber nur ganz leicht) herben Bärlauch hervorragend ergänzt zu werden, der der optimale Gegenspieler für die süß-fruchtige Williamsbirne war, die sich in der Weinsauce sichtlich wohl fühlte und ihre Form zu wahren wusste. Es war so lecker, dass die gierigen Blicke auch noch nach der zum zweiten Male angefertigten Spezialität nach der etwas unanständigen aber üblichen Abschleckerei der Teller, die nicht mehr vorhanden Reste absuchten. Danach dann ein griechischer Mokka und alle waren glücklich. Perfekt lecker abgestimmt also — unser Beitrag zum Blog-Event Chokolat (hier noch mal in Tapetengröße)!

kaninchenleber mit baerlauch und schokolade
Mit Blume sieht es natürlich gleich noch dekorativer aus ;-)

Kaum war übrigens die wunderbar scheinende Sonne für zweckoptimale Fotodokumentationsstrecken leidlich ausgenutzt worden, entpuppte sich die Anfälligkeit moderner Technik. Und so „musste“ die kulinaria-katastrophalia-Kochkunst ein drittes Mal ran — was für eilfertigst mit dem Roller herbeigeeilte Kamerabesitzerin ein weidlich auszunutzender Umstand war, der dann aber ausgiebigst ein drittesmal zelebriert wurde. Hach, lecker war es (schon erwähnt ;-) )!

[Aus irgendeinem Grund funktioniert der wegweisende link zum Beitrag und der Kommentarfunktion nicht richtig. Deshalb erst mal HIER klicken bis das repariert ist!]

Traumhaft gefüllte Teigtaschen mit allerlei-Beeren als da wären Himbeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren, Brombeeren, Rote Johannisbeeren und schokoladige-metaxierte Barbarie-Entenbrust-Würfelchen an pfirsich-himbeeriger-Sauce mit köstlicher Pfirsich-Sahne-Sektschaum-Creme an Feldsalat und Cassis-Balsamico-Spritzer oder der Beeren-Event und unsere Bestrebungungen alle Register der formvollendeten Werbung zu ziehen, um den Ruhm des Sieges erheischen zu können bei der (Achtung Hinweis!) nun anstehenden Abstimmung

Teigtaschen gefüllt mit köstlichen Beeren und Schokolade
Teigtaschen gefüllt mit Entenbrustwürfelchen und köstlichen Beeren und feinschmelziger Schokolade

Allen Glückes Schmiedin sind doch die Einfälle in allerletzter Minute — da haben wir in den letzten Wochen, von der irren Idee ergriffen, was für den Blog-Event-Beere an noch nie dagewesen zu kreieren (wir wiesen hier im Kochblog gelegentlich darauf hin), so Allerlei ausprobiert, um die favorisierte Traumkomposition von Beere und polnischem Wodka in kulinarische Taten umzusetzen; dennoch, wir müssen hinsichtlich des noch nicht vollendeten Schöpfungsprozesses hier erst mal einen kleinen Riegel vorschieben, während weiterhin selbstredend an der köstlichen Vollendung ganz, ganz schwer gearbeitet wird (Wodka-Kompositionen fordern einen schweren Tribut ;-) ).

Teigtaschen Beeren Vorstufe klein
Teigtaschen mit Beeren, Pfirsichstückchen und Wodka — Vorstufen-Arbeit zu höherem Genuss

Aber auch das zeitigt das tolle Ergebnis: Die spontane Eingebung ist doch das Beste, aus Resten herbeigezauberte Spezialitäten sind — jedeR weiß dies, der die Zubereitung essbarer Künste zelebriert, das was erst das noch nie Dagewesene in den entzückenden Stand des Wahnsinn-Rufens hinaufbefördert. Kleine Dinge, die ansonsten nie so angerichtet aufgetischt worden wären, erfreuen das Herz usw. usf.

Nach dem schweren Kampf der Entscheidung zwischen himmlischer Erdbeer-Kiwi-Joghurt-Torte und gefüllten Teigtaschen mit Beeren und Wodka und und und…. haben wir folgendes mittelschwer nachzuvollziehendes Gericht geschaffen. Eine Köstlichkeit schlechthin:

Zurückgegriffen haben wir auf unsere letztens nicht nur so lecker daherkommende, sondern auch so delikat schmeckende Barbarie-Ente, die wir einfach (weil sie so super gelungen war) nochmal gemacht haben (wobei wir die Entenbrust diesmal etwas länger gebraten haben, damit sie für die Füllung optimal geeignet ist).
Hier noch mal zur kleinen Erinnerung eine kleine Gedächnisstütze in Form eines doch immer wieder nett in Erscheinung tretenden Pfannenzwischenstadiumdokumentationsfotos.
Barbarie Ente Zwischenstation klein
Barbarie Entebrust mit Metaxaspritzer in Pfirsich-Weißwein-Himbeer-Orangenmarmeladen-Sauce

Nochmal in der gebotenen Kürze die Zubereitung: Entenbrust an der Hautseite anritzen, pfeffern, mit Thymian versehen, ohne Öl anbraten, mit Metaxa kurz ablöschen, braten, mit geachtelten Pfirsichen und leicht bitterer Orangenmarmelade versehen, etwas Weißwein fruchtiger Komponente hinzu und nach zwanzig Minuten noch Himbeeren hinzufügen, kurz aufköcheln lassen und in Jubelschreie ausbrechen. (Genaues Rezept hier).

Dann wurde die Ente gewürfelt und ein Teil geschnitten als Vorspeise für unsere inzwischen ordentlich hungrigen Mäuler bedacht, die — das Auge isst bekanntlich mit — an Feldsalat und blauen Trauben mit leckerer Cassis-Balsamico-Creme serviert wurde (essen mussten wir zwangsläufig nicht am arbeitstechnisch bedingt vollgestellten Tisch, sondern ausserhalb des vorgesehen Raumes, was sich an Abwasch auftat ist eigentlich einen weiteren Blogeintrag wert).

entig-beerige Vorspeise
entig-beerige Vorspeise an Cassis-Spritzer mit Feldsalat-Trauben-Deco

Derart schon in freudiger Erwartung des nun Kommenden war unserer Phantasie keine Grenzen mehr gesetzt; nun wurde fleissig gewerkelt und ausprobiert bis die endgültige perfekte Lösung auf dem hübsch dekoriertem Teller so lecker drapiert werden konnte.

Es wurden super viele Beeren-Sorten verwendet — nämlich als da wären Himbeeren (wir lieben sie), Heidelbeeren, Erdbeeren, Brombeeren und lecker Rote Johannisbeeren (wir gestehens: wir haben einfach eine Gefrier-Beeren-Packung käuflich erworben und die ebenfalls enthaltenen nicht minder uninteressanteren Kirschen der Einfachheit halber schnell weggeluscht). Alles wurde grob kleingemixt und dann rasch in den Gefrierschrank zum wieder härter werden gestellt.

Sodann wurde eifrig ein Behältnis und irgendwie auch die nähere Umgebung mit geraspelter Schokolade bedacht, die alsdann in einem Verhälnis von 1 zu 2 mit der in der Zwischenzeit im Gefrierfach hart aber nicht steinhart gewordenen Beerenmasse vermischt wurde.

Dazu kamen dann die gewürfelten Entenbruststücke, die es sich inzwischen in der traumhaften Pfirsich-Himbeeren-Sauce (von der auch ein bissl hinzukam) aus der Zubereitung bequem gemacht hatten. Nun wurde der schon vorbereitete frische Nudelteig hervorgeholt, der ganz schnell aus Mehl, Eiern,Wasser und Olivenöl zubereitet worden war von eigens in Kampfsport als auch Knet-und Würgetechniken erfahrenen Personal, und es wurden mittels einer runden Form ebenso schöne runde Teigformen herausklamausert, die dann mit der beerig-schokoladig-entigen Mischung gefüllt werden konnten.
Hübsch noch den Rand mit einer Gabel (wie schon im Nudelteig-Herstellungs-Beitrag beschrieben) verziert und dann in kochendes Wasser, das schon den ganzen Abend über ein nettes Blubbern als angenehme Hintergrundkulisse akustischer Art hervorbrachte, getaucht und drei lange Minuten gewartet bis sie an der Oberfläche schwimmend um Aufnahme in ein Sieb bettelten, dem gerne nachgekommen wurde, um die schon jetzt goldig aussehenden Taschen nach kurzer Abtropfzeit auf die schon mit Entenbrustscheiben, gesottenen Pfirsichstück und Feldsalat an Cassis-Balsamico-Riserva-Spritzer-Trauben-Dekor versehenen Designteller als Gesellschaft teilhaben zu lassen.

Metaxierte Ente in Schokoladen-Beeren-Creme gefüllt in Teigtasche an Pfirsichtraumcreme
Metaxierte Ente in Schokoladen-Beeren-Creme gefüllt in Teigtasche an Pfirsichtraumcreme

Dazu gab es eine phantastische Sauce, die auch für vielfältigste Cocktails gerne zum nicht unwesentlichen Bestandteil erkoren wird. Schnell pürierte reife (!) Pfirsiche, die mit Sahne und einem Schuß Sekt verfeinert, das frisch-fruchtig-sahnige berühmte I-Tüppfelchen brachte.

Ein beeriges Geschmackserlebnis also, welches mit diesem schokoladigen Hintergrundgeschmack, der sich aber nie aufdringlich, sondern die etwas herbere Barbarie-Ente hervorragend unterstützend, hervortat, eine vorzügliche Kombination einging. Lecker! Einfach mal nachkochen, gelingt garantiert. Nur keine Hemmungen ;-)

Hier nochmal auf die Schnelle die notwendigen Beigaben:

Für die Metaxierte Ente in Pfirsich-Himbeer-Sauce:

Barbarie-Entenbrust,
ordentlich Pfirsische
leicht bittere Orangenmarmelade
ein Schuß Metaxa, etwas fruchtiger Weißwein
eine Schale Himbeeren
Schwarzer Pfeffer, Thymian

Für den Nudelteig:

Vierhundert Gramm Mehl
3-4 Eier,
etwas Wasser, etwas Öl,
viel Kraft, Geduld und Geschick beim Ausnudeln

Für die Beeren-Mischung:

Ganz, ganz viele Beeren
geraspelte Blockschokolade
Gefriergelegenheit

Für die Cassis-Balsamico-Mischung:

Balsamico-Riserva
Cassislikör -oder Sirup
Spritztüte

und als Abschluss für die Pfirsich-Creme:

ganz, ganz viele frische Pfirsiche, püriert
Sahne und ein kleiner Schuß Sekt

Blog-Event XVI: Beeren
Alle tollen Beeren-Beiträge für den Event sind hier zu finden

kulinaria praktikablia

Die ultimative Beantwortung der Erdbeerfrage wurde nun an die tageszeitung übermittelt, die uns dann am Samstag wissen lässt, ob die Antwort genehm war.

Eine neue Kategorie ist mit diesem Beitrag eingeführt (kulinaria praktikablia) und wird durch Fortschreibung mittels effektivem Vokabular etabliert werden. Der Grund ist folgender minimalistischer Beitrag von svenja im Gemeinschafts-“Kochblog“ Fast Foodblogging, den wir neulich fanden.

Wird da doch allen Ernstes die haltlose Behauptung aufgestellt, dass ein (Achtung kein Tippfehler! wir wiederholen EIN) japanisches Schneide-Messer ausreichen würde für die vielfältigen in Bezug auf nicht nur dem normalen Nahrungsaufnahmeprozeß dienende ausübende Tätigkeiten im Rahmen der Vorbereitung.
Lustig sich das vorzustellen, wie mit diesem Riesenteil von japanischer Schmiedekunst versucht wird Kartoffeln zu schälen ;-)

Apropos: Vorgestern hatte eine Person die Idee bei google auf den Nr. 1 Hit für „kartoffeln richtig gekocht“ zu klicken. Gratulation zu soviel forschem Erkundungsinteresse, das hoffentlich nicht enttäuscht wurde.

Wir haben da jetzt übrigens eine neuartige Kreation entdeckt, die eigentlich der Ideenschmiede Zyliss entsprungen ist, die auch unsere tolle Knoblauchpresse entwickelt hat, bei der nicht mehr der Knoblauch einem Häutungsvorgang unterzogen werden muss, sehr praktisch so was und nur durch den simplen Einfall zu bewältigen gewesen, dass das Drückteil beweglicher gemacht worden ist (DAS ist nebenbei geschribbelt unverzichtbar!).

Knoblauchpresse SUSI
Schleichwerbung: Knoblauchpresse SUSI von Zyliss (inzwischen ist schon SUSI 2 auf dem Markt)

Tomatenschäler heisst das erwähnte Teil und stammt aus dem Hause WMF, kommt knallrot daher und sieht eigentlich wie ein Gurkenschäler, Kartoffelschäler etc. pp. aus. Im Gegensatz zu dem Original, welches wirklich hauchdünn Tomatenhaut entfernen kann aber sonst auch weiter nix richtig, kann das kleiner ausgefallene Plagiat super-toll fast alles Andere sehr praktisch rauf- und runter schälen in einer Zeitspanne bei der sonst noch nicht mal ein Streifen von der Möhre weggewesen wäre (ausgerechnet Tomaten kann er hingegen gar nicht so gut schälen).
Liegen tut das nur daran, dass die Schneidklingen geriffelt sind und so zu diesem Effekt beitragen. Simpel, gut und nur empfehlenswert!

Tomatenschäler
Tomatenschäler als Alles-Entferner

Was für eine exclusive Zig-Sterne-Küche unverzichtbar ist, wurde in einem Artikel im Wochenendmagazin der Frankfurter Rundschau vom letzten Juli-Wochenende deutlich, die den in Chicago beheimateten Spitzenkoch Cantu mitsamt seiner ausgefallenen Küche im Restaurant Moto vorzustellen gedachte.
Der Herr hat nämlich u.a. sich der Herstellung von Heiß-Gefrorenem verpflichtet gefühlt und stellt Glacekugeln, die an der Oberfläche 80 Grad Minus kalt sind, im Kern hingegen flüssig und 20 Grad warm mittels flüssigem Stickstoff her. Auch weitere Zubereitungstipps z. Bsp. für heiße Glace liefert der Artikel: „Dank Carrageenan, einem Verdickungsmittel, das aus rotem Seetang gewonnen wird. Im Ruhezustand verfestigt Carrageenan sich – so wird der Vorgang des Gefrierens simuliert. Erst durch die Berührungen mit Zunge und Gaumen werden die fragilen Wasserstoffbrücken gesprengt. Das Eis «schmilzt»“.
Flambierte Kaffeebohnen für nasale Empfindungen, mit Schokolade servierter Seebarsch und flüssiges Gebäck gehören ebenso zum Sortiment, das ständig wechselt und angeblich nicht noch einmal in der Speisekarte zu finden sei.

Der ganze Artikel müsste nächstes Wochenende als Umsonst-Probe-Ausgabe-PDF-Datei auf der Seite der FR runterzuladen sein (das geht übrigens bei allen Ausgaben so, die jeweils zwei Wochen später einsehbar sind; AbonnentINNen dürfens gar gratis). Für ganz Eilige gibts einen ähnlichen Artikel vom gleichen Autor Till Hein in der Schweizer Weltwoche.

Im Restaurant kann übrigens (wo wir schon beim Thema Gedrucktes sind) bestaunt werden, wie essbares Papier mittels ausgedienter Drucker schön mit Gemüsegeschmack beschriftet wird. Sehr originell so was!

Das Urteil trifft auch auf den Neuköllner küchenblog Schnuppensuppe zu, welcher konzentriert semi-vegan Apfelstückchen aus Müsli heraussucht. „Schnuppensuppe“ entstammt übrigens einer Übersetzungsinterpretation der unvergessenen Carl Barks-Übersetzerin Frau Dr. Erika Fuchs, die uns Comic-Verrückte damit zu beglücken wußte; näheres im besagten Koch-Blog, der übrigens ebenfalls an dem erwähnten Gemeinschaftskoch-Blog beteiligt ist, der auch „neuere“ Beiträge von Sascha zu Alaska-Seelachsfilet mit “italienischer Gemüsepfanne” und “Rice”; kwalle mit nicht minder uninteressanteren gezuckerten Erdbeeren mit Milch sowie von Stitch Jones
zu WM-Mini-Würstchen enthält.
Sehr spannend so was; mal schaun, ob da in der nächsten Zeit noch mehr kommt…

Zum Ende hin verbleibt noch der Hinweis auf eine in Schweden in jeder persönlich inspizierten Küche zu findende vorhandene Gerätschaft, die billig zu erwerben auch dementsprechend 99 Prozent aller Haushalte erobert hat (was den Erfinder vermutlich zum Millionär hat werden lassen). Ein dünnes mit Luftspalten versehenes Werkzeug, welches biegsam den in der Spüle liegenden Gemüsedreck mit einem Wisch auf den konstruktionsbedingt flach einfallenden Boden befördert um sodann für den zwischenzeitlichen Gast im Abfalleimer seine weitere Heimstatt als Aufenthaltsort zu wählen.

Gemüse-Reste-Entsorgungs-Hilfe blau
Gibts bei uns (noch) nicht: praktisches Plastikteil aus Skandinavien zum Gemüsereste entfernen.

Summa Summarum also einige unverzichtbare Gerätschaften, die das kulinarische Eßerlebnis in sowohl vorbereitender, als auch nach- und zwischenzubewerkstelligender Hinsicht unabkömmlich erscheinen lässt.
Sollte uns doch jemand das Gegenteil beweisen, darf an einem Kulinaria Katastrophalia-Menü teilgenommen werden.

Gute Nacht!