Tag-Archiv für 'salz'

schlicht einfach aufgetischt

salzumsorgtes schinkenstueck
Ohne Salzkruste wär es nicht echt

Einfach Zwiebeln in Olivenöl angeschmurgelt, noch versehen mit Frühlingszwiebeln, die sich ganz hinten im Kühlschrank versteckt hatten mitsamt dem sich salzkrustig eigentlich ganz hübsch machenden Schinkenstück, das anteilig kleingeschnippelt mit hinzu durfte. Und Pilze waren natürlich auch noch dabei ;-)

pilz schinken nudel und zwiebel
Pilze gab es schon lange nicht mehr

Und dann in aufopferungsvoller Tätigkeit einige Mitbringsel verarbeitet, um es sich auch infolge von Essensnotstand so richtig gut gehen zu lassen, Ablichtung folgt.

Der Rest durchaus ergänzend nach formidable aufgetischter Völlerei durch ausnahmsweise Staudenselleriebeifügung mit Wildlachs, Pfeffer, Rigani später dann versehen (und das perfekte Fischsiegel)

Sellerie — ein altes Thema, muss nicht unbedingt sein, eventuell ein kleines bissl in der Suppe oder dezent irgendwie versteckt, ok. Der lachend in der Küche deponierte Staudensellerie dann die Herausforderung, schmeckt nicht so penetrant, aber ist trotzdem Sellerei, nicht so schön zart schmeckend wie der überaus entzückende Wassersellerie, der nur gute Geschmacksnoten vorzuweisen hat, aber nur im klaren Quellwasser auf Pflückung wartet.

kartoffel staudensellerie tomaten minze zucchini auflauf
Gut versteckt ist die richtige Wahl für schnöden Staudensellerie

Also was finden, um ein den Geschmack ordentlich zu verstecken unterzubringen, leicht angekokelter Kartoffel-Zucchini-Auflauf, genau richtig dafür, also ran und die neue Riesenbackform emporgestemmt, wiegt mindestens 6 Kilo, mindestens!

Staudensellerie dann in ganz kleine Stückchen schneiden, Frühlingszwiebeln dürfen auch hinzu, Kartoffeln in Scheiben schneiden, die Zucchini etwas dünner, Tomaten in anstrengender aufmerksamkeitsbedürftiger Art in kleine Würfelchen verwandeln, Schale bleibt dran, es soll ja schnell gehen ;-)

griechisches gemuese-allerlei
Reste reichlich am anderen Tag

Frische Minze gehackt und trockene Würzminze, Peffer, frisch vermahlen und schwarze Sorte, ganz wenig Rigani und ordentlich Salz und Olivenöl, schön durchmischen und ab in den vorgeheizten Backofen mit Deckel (oder doppelt gelegter Alufolie), das backt jetzt erstmal fröhlich vor sich hin, vielleicht eine Stunde, kommt auf die Kartoffelsorte an, festkochende in verschiedener Benennung waren hier drin, dann Bedeckung lüften und oben noch schön knusprig bräunen, wenns kokelt, ist es fertig!

Und siehe da — der Sellerie weiß sich köstlichst in der Sommerspeisung zu benehmen ;-)

wildlachs gebraten mit rigani und peffer
Wildlachs mit MSC-Siegel versehen mit Rigani

Nachanderentags um drei Uhr früh die Reste dann mit Wildlachs verspeist, einfach so gebraten in Olivenöl und dazu schlicht Rigani, Salz, Pfeffer, Zitrone, Wein war als Begleitung auch gar nicht mehr nötig.

Zur Zeit ist fischküche ja eifrig dabei die im Blog überaus zahlreich lecker dargebotenen Fischauftischungen noch mit wichtigen Informationen über den Fischfang zu ergänzen (Kommentieren im Kochblog geht leider nur mit Anmeldung).

Was hat es mit den Fischsiegeln wie MSC (etcetera?) auf sich, stimmen die Informationen zur Art der Fangtechnik und gibt es eventuell falsche Deklarierungen? fischküche war erst mal platt über den WWF, hat dann mehrere Firmen und Organisationen wie Greenpeace, WWF und foodwatch angeschrieben und so langsam trudeln die Informationen ein.

Der WWF ist allerdings spätestens seit dem Engagement für eine nachhaltige Gentechnologie eine etwas fragwürdige Organisation dennoch im Fischbereich sehr engagiert — trotzdem bleibt beim WWF die Frage wie Nachhaltigkeit mittels Gentechnologie aussehen sollte. Während in der Landwirtschaft gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden – dürfen andernorts dann als Ausgleich mehr nicht gentechnisch veränderte Flächen ausgewiesen werden? Sollte der WWF jetzt als käuflich betrachtet werden im „Fischbereich“? Auf jeden Fall eine lobenswerte Arbeit die Recherche im Siegelsegment und wir sind schon gespannt auf die weiteren Antworten :-)

Angesichts des absehbaren Zeitraumes der Bärlauchgnädigkeit muss sich schwelgenderweise rechtzeitig dem besten aller Gerichte hingegeben werden — allerzartester Kaninchenleber in milder Schokoladen-Weinsauce mit reichlich Bärlauch und nahezu reifer Williamsbirne (Part 306, mindestens)

Ausnutzen, Alles ausnutzen ist die Devise der Stunde, die Bärlauchfelder, deren Duft verführerisch die sich in den lichten Wald wagenden StadtbewohnerInnen anzulocken weiß, werden allerorten abgeerntet. Das erste zarte Grün versorgt die mindestens einmal täglich zu streichelnden Kaninchen und dann ist eigentlich schon klar, was auf den Tisch kommen muss.

allerfeinste kaninchenleber in baerlauch-wein-sauce
Rezeptlich aufbereitet ein Hochgenuss

Sozusagen kulinaria-katastrophalia-Küchenstandard und das klappt auch nur wirklich richtig mit ganz frischer Kaninchenleber, nix Eingefrorenes und keine Lagerware, am besten gleich das ganze Karnickel ordern ;-)

birnen baerlauch kaninchenleber schokolade
Allen guten Dingen fehlt ein Schwubbbbbs Wein zur Vervollständigung

Zubereitung so einfach wie sonst gar nichts, auf der Skala der Aufwändigkeit, kurz andächtig der nicht vorrätig gehaltenen überreifen Williamsbirnen gedacht und halt genommen, was zu kriegen war, kleinschnippeln, Schale bleibt dran, Kerne dürfen raus. Leber in mundgerechte Stücke ohne Sehnen oder was das ist schneiden, Bärlauch beschnuppern und dann geht es los:

Das Bio-in-Umstellung-Olivenöl mit milderer Note darf ran (unwissende „Experten“ in Sachen Olivenbaumhaltung übrigens unter dem Link zu bewundern) Kaninchenleber ganz kurz auf höherer Stufe schnell rührend anbraten, würzen mit weißem Pfeffer, Oregano, und runter mit der Temperatur (es soll ja schön weich-zart-rosa bleiben), Bärlauch nun mitbraten, mit Wein (Blanc de Blanc, trocken & mittelmäßig besser als der hier verwendete Rest eines Grauen Burgunders) ablöschen und Birnen rein, rühren nicht vergessen, Schokoladenriesel so zwei, drei Teelöffel ebenfalls rein, eventuell mit Salz, Pfeffer, Wein ergänzen, eine schöne Sauce soll sich bilden. Fertig nach nur wenigen Minuten.

schokoladenabrieb grob feinrasplig
Ohne Schokoladenriesel geht gar nichts

Dekorativ mit Reststreusel auf der Speisung und allerschnellstens geknipst, vor dem Abschlecken des Tellers darf das Essen warm — unter hoher Lobpreisung — sich verführerisch darbietend genossen werden.

Eigentlich unbeschreiblich köstlich! ;-)

Leichte Kost vermag das seichte Grün zu verheißen getragen von sich in eleganter Geschmacklichkeit verlierenden noch sich in Entwicklung befindendem Olivenöle und dies auch mittels Zitrone und weißem Balsamico

kohl obenaufsicht
Von oben typisch kohlig

Die entzückende Entdeckung eines blassgrünen Jaromakohl, jenes platten Urkohls dem laut Werbung die Unverdaulichkeit-Abwesenheitsbescheinigung eigen scheint, in der Auslage des Supermarktes, war Anlass das sich noch in Lagerung befindliche Olivenöl mal auszutesten.

jaromakohl
Von der Seite platt-gehirnig

Der Kohl ist zart im Geschmack, wohlschmeckend auf der Zunge liegend und sowieso ganz super toll, halt wie alte Kohlsorten so zu sein belieben ;-)
Das Olivenöl hingegen sollte einen kräftig-herben Ton aufweisen mit gefälligst hübsch ausbalancierten Säuregehalt, das Scharfe also gut erschmeckend, aber auch nicht dominierend, die Frage der Farbgebung ist umstritten.

jaromakohl im anschnitt
Im Anschnitt eigentlich auch nicht unähnlich — wenngleich zart-luftig besaitet

Unsere alte Quelle hatte immer eine hervorragende Qualität zu bieten, war aber mit einem Engpass beschäftigt; also ab woanders hin, Genossenschaft in Bio-Umstellung. Das Öl muss lagern bis es verträglich ist für unsere Ansprüche.

Geschmacklich gut, aber viel zu sanft (wenngleich noch mit ein bißchen zuviel Schärfe, das verschwindet hoffentlich bald) für uns. Ob es am Jahr, an der Ernte, dem Anbaugebiet, den AnbauerInnen lag? Keine Ahnung, beim nächsten Mal wird eruiert welche der bäuerlichen Teilgenossenschaftsbetriebe eine bessere Qualität aufzuweisen haben. Vielleicht ist die Fixierung auf einen bestimmten sehr guten Geschmackston einfach zu stark.

jaroma-kohl salat olivenoel zitrone
Die Antiatomsonne darf noch platzeinnehmend strahlen

Dazu einfach nur etwas Zitrone und weißer Basamicoessig, und nur ganz wenig Salz, das Aroma des Jaromakohls soll nicht leiden, groß einziehen braucht da nichts, kann gleich genussvoll zu den tollsten Sonnenstrahlen verspeist werden :-)

Jetzt oder nie — Anti-Atom-Suppe

Anti-Atom-Suppe aus Linsen
Anti-Atomkraft-Suppe benötigt auf jeden Fall eine Menge Linsen

Eigentlich bedarf es nur ein klein wenig abgequetschtes Zeitkontingent, drei Linsensorten (von denen die gelbe in gefühlten 23 Läden gesucht werden musste) und ein wenig Fingerspitzengefühl (mehr oder weniger ;-) ) und voilà die Anti-Atom-Suppe aus dekorativen Linsen ist fertig.

Belugalinsen-N
Die feine Belugalinse setzt den letzten Schliff bei der Schrift

Mithilfe von so Suppenzeugs wie Möhren, Sellerie, Petersilienwurzeln, Lauch, dreierlei Zwiebeln, Petersilie, Dill, Olivenöl und klassischen Gewürzen wie etwas Liebstöckel (noch vom Sommer eingefroren, diverse Brühvorräte gehen auch), Pfeffer, frisch vermahlen und Salz, die Suppe schluckt unglaublich viel Salz.; Rigani und Lorbeerblatt darf natürlich auch noch mit rein.
Zubereitung eigentlich fast genau wie hier beim Dekorativ, das irgendwie leider vergessen wurde.

Anti-Atom-Suppen-Teller
Schwärzlich durchgefärbt das Ergebnis, beim nächsten Mal nur noch rote Linsen

Und damit sie dann auch noch besser zu munden weiß, dürfen die optisch die Anti-Atom-Sonne unterstützenden Orangen auch noch mit rein :-) samt ergänzend zu reichenden weißem Balsamicoessig.

Zubereitung also so einfach wie die nächste Anti-AKW-Demo:

In gutem Olivenöl das ganze Wurzelzeugs, die kleingeschnibbelten Dill- und Petersiliestiele und die Zwiebeln anrösten, mit Wasser aufgießen, restliche Gewürze außer dem Salz rein, köcheln lassen, dann die Linsen — die Antiatomsonne dann doch liegengelassen — mit rein. Die gelbe Sorte verliert sich genauso wie die rote Variante relativ rasch, zum letzten Mal hatten wir die erinnerlich zusammen als gedünstete Linsensprossen in farbtechnischer herausgehobener Art und Weise präsentiert.

Anti-Atom-Linsensonne
Sonnenenergie erfreut doch immer wieder

Die feine sonst sehr delikat in Erscheinung tretende Belugalinse färbt hier gemeinerweise heftig ab, dominiert bald schwärzlich den ansonsten auftretenden aschfahlen Grünton, das gelb-orange beschränkt sich auf die Karottenstückchen, die unbeirrt die Fahne aufrecht halten.

Abgeschmeckt mit Orangensaft, Salz und ein ganz klein wenig scharfen Curry. Sehr gut — so muss Linsensuppe schmecken :-)

Fast zu schade zum kochen
Fast zu schade zum Verspeisen — das Making-of übrigens hier

Ach ja — wir versprechen: Irgendwann nach den Wahlen ist eines auf jeden Fall klar, die Interessen der Atomindustrie sei es durch Weiterbetrieb oder durch Entschädigungszahlungen sind gesichert.
Ob nun schwarz-gelbe Atomlobby oder orange-grüne Lange-Laufzeiten-Bauchschmerzen, das Interesse bzw. den Mut Nein zu sagen hatten sie alle nicht — auch wenn sie sich merkwürdigerweise heute so gerieren und die bekanntermaßen gefährliche Atomenergie für viele viele Jahre weiterhin stütz(t)en.

Hoffen wir mal, dass sich das jetzt ändert — Jetzt oder nie!

[Nachtrag: Obdachlose: todgeweihte Strahlenhelfer in Fukushima? via SWR-Umweltblog ]

Verdientermaßen war die Fertigung einer sich als gerade noch galetteartig gerierenden Mischung geboten unter den gegebenen Umständen, die sich einmal aus dem Wunsch nach herzhafterer Nachmittagskost ergaben und andererseits sich auch daraus speisten, dass auch genau dies ohne Kenntnis des ersteren ebenso anvisiert zu werden wünschte (doppelte Hinwendung zum Festen)

fast galette herzhaft belegt
Kräftige FrühstücksNachmittagskost variiert mit vielerlei Herzhaftigkeit

Das sich den nachmittäglichen Frühstücksgewohnheiten eingewöhnende Da muss jetzt aber noch was anderes auf Tisch kommen wurde in Tat und Planung umgesetzt bevor der Besuch auch nur Papp sagen konnte, alles schon da und problemlos durch schnellste Fertigung in die Pfanne zu hauen.
Mischung so überblickshalber aus der Hand geschüttelt, Mehl aus Weizen und Mehl aus Dinkel (Ja, in Galette kommt Buchweizenmehl rein), ein, zwei, drei, vier, fünf, sechs Eigelb, Salz, Milch, etwas Mineralwasser und dann noch geschlagenes Eiweiß für die Fluffigkeit — und wirklich alles so nach Gefühl, bei Crêpe undPfannkuchen kann ja fast nicht schiefgehen ;-) .

Derweil zeitgleich in dem einen Pfännchen Apfelstückchen mit Thymian angebraten in neutralem Öle und mit Calvados abgelöscht und im anderen Gefäß Schinkenspeck mit frisch vermahlenem Pfefferhauch. Weiter Erkundungen in Richtungen Frühlingszwiebeln und Ergänzung mit diversen Käsesorten folgten. Lecker herzhaft. :-)

Die vielseitige Verwendbarkeit der feinen Korinthe zeigt sich ergeben auch bei Anfertigung sowohl baskischer als auch zukünftig dann andalusischer Tapas insbesondere unter Beachtung demnächst käuflich zu erwerbender geschmacksreicher Nahrungszubereitungsmittel (zum Nachtisch optisch widerständliche Keksstempel)

Von unterschiedlicher Seite gedrängt doch mal ein paar klassische Tapas-Rezepte auszuprobieren ward die Aufgabenaufteilung gleich verteilt: Frager 1 erhielt den Auftrag sein schon lange gehortetes Kochbuch mitzubringen (wir haben nur 5 Kochbücher im Hause, in die wir sowieso recht selten reinschauen) und so eigentlich sämtliche Zutaten während Fragerin 2 sich an den Nachtisch machte und hier stattdessen in der wie immer unaufgeräumten Küche dran gemacht wurde zu schauen, was denn eigentlich selber vorrätig zu sein pflegte.

mit honig versorgtes huhn
Honigversorgung schmeichelt ungemein

Prima Sardellen waren noch da, ein mittelgroßes Glas mit einem kleinen Rest von 10 Stück in Öl eingelegt.
Bei baskischen Tapas (die haben so einen unaussprechlichen Namen) gehören die ja in jedes 0,5 Gericht dazu, praktisch wenn es vor Ort nichts anderes (und wesentlich besser schmeckendes) gibt, der erwünschte geräucherte Kabeljau war auf jeden Fall nicht bevorratet ;-)

Am Ende dann irgendwie zuviele Baguettes in unterschiedlichsten Ausführungen und eine eingehende Weinprobe, die vergessen ließ, dass auch noch mal was gefertigt werden müsste, also Zeit vertrödelt und aus den anvisierten 10 Tapa mal eben zwei gemacht :D

gefüllte tomaten mit thunfisch aioli und so

Das umständlich ständig im Auge behaltende Kochbuch „Tapas favoritas“ von Fiona Dunlop (Hrsg.) gibt dann auch gleich mal mehr oder weniger genaue Angaben vor, bekanntlich lieben wir die weniger genauen ;-) da kann dann nichts falsch gemacht werden (Hauptsache es ist genügend Olivenöl dran).
Erstes, weil einfaches Rezept war dann gleich eins aus Andalusien von Rosa Maria Borja und Isabel Capote Dominguez (aus Sevilla): Hähnchenschenkel in Honigsauce; ok, das ist ein klassisches Gericht ;-) aber fand hier Ergänzung mit Currypulver und Senfpulver.

Butter so 100 Gramm, 250 Gramm flüssiger Honig, Currypulver und etwas Senfpulver mit 75 ml Tomatenketchup vermischen, köcheln lassen und ab auf die Hähnchenschenkel und im Ofen 35 Minuten backen.
Auf das geschmacklose Senfpulver haben wir verzichtet und richtigen Senf genommen, ebenso auf die Butter, die nicht da war und durch Öl ersetzt wurde und den Ketchup durch selbstgemachte Tomatensauce ersetzt. War jetzt nicht schlecht, aber irgendwie fehlte der letzte Pepp. Beschlossen das Rezept demnächst noch weiter abzuwandeln und noch ein wenig Korinthen (wahlweise in süßen Wein eingelegt und/oder fein zerkleinert) hinzuzufügen.


Mayonnaise mit dem Stabmixer — funktioniert wirklich prima auch mit Knoblauch

Die gefüllten Tomaten mit Thunfischpüree dann original aus dem Baskenland, das Rezept gefertigt von Iñaki Gulin und Álex Montiel: Frischer Thunfisch in Olivenöl gedünstet, mit Tomatensauce vermischt und mit Aioli — endlich Gelegenheit erfolgreich mit einem Ei, einer leider etwas zu scharfen Knoblauchzehe, viel Olivenöl, Salz, Pfeffer, Senf, frischem Zitronensaft den Stabmixer-Trick auszuprobieren, der seit Jahren im Internet herumgeistert; Chili und Ciabatta hat mal eine deutsche Version der Zubereitung angefertigt) — und Petersilienöl dann oben draufgetröpfelt auf die blanchierten und halbierten Tomaten ohne Haut.

Laut Anleitung sollte die Füllung versteckt werden durch Präsentierung der Tomatenaußenseite — das hätte allerdings die absolut nach weitgehend fast gar nichts schmeckende Tomate in den Vordergrund gerückt ;-) Zwischendurch hatten wir die Thunfischmasse noch mit frischem Rest-Tomatensaft vom Teller versorgt, was den Rest etwas ruinierte, durch in Sherry eingelegte Korinthen dann aber erfolgreich und geschmacksabrundend gerettet werden konnte. Also Korinthen mit in die Tapas! :-)

ausprobiererei
Ganz rechts im Dunkeln die Alioli

Beim Petersilienöl mit Knoblauch und Walnüssen haben wir übrigens nicht richtig aufgepasst und auch die Stiele mit versorgt, was zwar kein Problem war, aber dann doch etwas mehr Pesto als Öl fabrizieren ließ ;-) Ein Rezept für Petersilienöl übrigens bei RezKonvSuite, die gerade erst von den Stuttgarter21-BefürworterInnen heimgesucht worden sind und hervorragende Widerstandskekse im Angebot haben, deren Druckstempel nicht mehr verkauft werden darf.

Verschlusssichere Angelegenheiten bedürfen mitunter zur Erreichung des gewünschten Effektes eines kleinen Schubsers zur Inaugenscheinnahme verlustig gegangener Schichten (Neues ausprobierungshalber)

gemüse noch unverbrannt
Noch gänzlich unverbrannt

Ein kleines Geschenk in Form eines in des Schenkenden neuen Backofens nicht mehr hineinpassenden Gefässes erweist sich nach nicht verenden wollenden Jubelgesängen der ersten Ausprobierung nicht abhold, wobei leider festgestellt werden musste, dass bisher so leichtfertig gefertigte Speisen aus solchen Formen sich mitunter ganz anders in ihrer Prächtigkeit zu erweisen wissen mit einem unterwickelten Bräunungsgrad, der durch einen allzu festliegenden schweren Deckel (ohne Abb.), der wiederum das entweichende Wasser besser als bisher genommene Alufolie zurückzuhalten wusste, begünstigt wurde.

gemüse unter deckel gegart

Für das nächste Mal also vorgemerkt — weniger Flüssigkeit, Deckel früher lüften und sodann artig auch die Tomaten besser rösten lassen. Ansonsten formidabel :-)

Das Gemüse hatte also zuviel Wasser und so durfte der Salzgehalt auch noch nicht als vollendens eingezogen betrachtet werden, nochmaliges Kochen auf dem Herd sorgte aber für leichte Besserung.

lemonen gedeckelt

Anschließend mal wieder karamellisierte Limonen mit ebenso leichter Bräunung allerdings passend einfügsam ins Gesamtgeschehen ;-)

Die vielseitige Verwendbarkeit flüssigkeitsdurchlässiger Stoffe verheißt aromatische Dichtheit dank unbedingt damit vonstatten zu gehender Hantierung mit stichhaltiger Grundlage (samt windeliger Momente)

joghurt in windel
Hübsch verpackt ist die Zubereitung ein Kinderspiel

Irgendwie hatten wir noch nie ein Zaziki-Rezept im Angebot — dabei ist die Fertigung ganz einfach, nur bei der Zubereitung war die Einigkeit nicht immer gegeben, einmal wurde die flüssige Variante (Türkei) bevorzugt, die eigentlich nur entfernt was mit richtigem Zaziki zu tun hat, das andere Mal weiß durchaus die feste Form (Griechenland) zu begeistern, der allerdings auch unterschiedliche Ausprägungen innewohnen.

stofffitzelchen nicht raushaengen lassen
Nichts raushängen lassen — sonst schwimmt die Joghurtmolke im Kühlschrank

Aber wie geht nun das Original-Zaziki? Gleich vorweg, vergesst Schmand und Quark, die bisweilen gerne als Grundlage offeriert werden, das sind Notlösungen, wenn es keinen Joghurt gibt.
Das muss auch kein griechischer Joghurt sein (die sind inzwischen oft mit dermaßen viel Zusatzstoffen versehen, dass da Vorsicht geboten ist).

Ein guter Biojoghurt mit angenehmer Säure und ordentlich Fettgehalt ist super geeignet, allerdings sollte er stichfest sein (wir haben welchen von Söbbeke genommen, früher gab es einen noch besseren von der Firma, die Produktion wurde aber mangels Nachfrage leider eingestellt, fast nur noch probiotisch und so Unsinn im Angebot, gell).

gurke geschaelt streifig
Gurke gibt den Geschmack

Damit die damit zu versorgende Partyspeisung gelingt, müssen es schon ein paar Kilo sein ;-) Die werden in ein Leinentuch oder ähnlich festes Gewebe (ganz praktisch wie hier zu sehen eine Stoffwindel) gepackt und dürfen dann ein paar Stunden hübsch abtropfen (am besten über Nacht im Sieb). Die in diesem Falle gewonnenen mehreren Liter Molke können problemlos als kalorienarmer Energy-Drink genossen werden.

ausgedrueckter joghurt
Trockengedrückt und verrührfertig

Den Joghurt hübsch vorsichtig ausdrücken (nicht stichfester Joghurt drückt sich spätestens jetzt aus dem Stoff raus) sodass eine scheinbar trockene Masse übrigbleibt. Keine Angst, das muss so sein, schließlich kommen da noch reichlich Zugaben wie allerbestes Olivenöl und Gurken rein.

Die Gurken werden geraspelt (im Sommer mit Schale, im Winter weitgehend ohne) und dann (hieran scheiden sich die Geister) ein wenig ausgedrückt — der Saft wird unbedingt für den Fall des späteren Hinzugebens aufgefangen.
Abschmecken mit ordentlich Olivenöl, Meersalz, weißem Pfeffer und eventuell mit etwas sehr gutem Weinessig (auf gar keinen Fall weißer Balsamico!), Essig ist aber eigentlich bei einem richtigen sauren Bio-Joghurt nicht nötig und kann unter Umständen den Geschmack ruinieren.

ohne olivenoel im zaziki geht nichts
Olivenöl ist unerlässlich, wenn es untergegangen ist nochmal versuchen

Das Zaziki sollte eher fester sein, je nach Bedarf kann aber auch etwas Gurkenwasser wieder mit hinzu. Die wichtigste Zutat ;-) bleibt natürlich noch der Knoblauch, keine zu scharfe Sorte und daran denken, dass Knoblauch unheimlich nachzieht im Geschmack, also erst mal weniger und nach ein paar Stunden nochmal vorsichtig nachwürzen.

zaziki im dunklen
Die einzigartigen Reste müssen bei Kerzenschein verspeist werden

Und selbstredend ist das Ergebnis wunderbarstens ;-) Der feste Eindruck schmilzt förmlich bei Kontakt mit der Zunge zu einer cremigen Masse mit zartem dennoch bewusst dominierenden Knoblaucharoma während der frisch-knackig-weiche Gurkenhauch sich festzusetzen mag in der Erinnerung. So schmeckt der Sommer :-)

Zutaten:

3 Kilo Bio-Joghurt, stichfest mindestens 3,5 Prozent
2 Bio-Gurken
8 Bio-Knoblauchzehen, ca. ;-)
Ordentlich allerbestes Bio-Olivenöl
Meersalz, weißer Biofair-Pfeffer
nach Wunsch Weinessig, Dillspitzen
1 Windel

Keine Sonnenstrahlenphotodokumentationen, sondern Reste, die den Abend nicht überlebten — dafür aber original neugriechische Musik mit Sommerfeeling und sogar öfters unumwunden auftischbar ;-)


Touren übrigens bald wieder — Locomondo