Tag-Archiv für 'sahne'

Herausgebrochen aus umwickelter Unterlage erweist sich das Ricotta-Eis durchaus als hartes üppiges Exemplar — ganz im Gegensatz zum Abend vorher war die cremige Konsistenz rückläufig was aber an geänderter Rezeptur durchaus gelegen haben könnte (denn rücksichtsvoll wurde diese geändert)

ricotta eis mit wassermelone
Wassermelone zur Zier

Der Reihe nach: Bei Lorbeerkrone ein schickes Eis aus Ricotta gesehen, dass heißt eigentlich kein richtiges Eis, aber sowas was auch ohne Gelenkentzündung mittels Schlagzeug oder einer nicht vorhandenen Eismaschine zu fabrizieren war. Zutaten waren auch fast alle da, einzig das anvisierte Pergamentpapier sollte durch Frischhaltefolie ersetzt werden.

Doch dann die erste Einschränkung, der Besuch erklärte schanger zu sein und rohe Eier nun auf gar keinen Fall essen zu können. Galant, dass die genussmousse-Nachbarschaft erröten würde, wurde flugs dem Wunsch entsprochen, schon ohne. dass der Nachwuchs keck blinzelt.

Eigelbe bringen sicher Festigkeit rein, ev. auch Geschmack (irgendwas haben sich Reinhardt Hess und Sabine Sälzer, die Autorinnen der „Echten italienischen Küche” sicher bei der Erfassung gedacht) — also irgendwie ersetzen, Joghurt, der gute gerührte Biojoghurt mit dem leckeren frischen Geschmack durfte ran, statt Marsala wie im Originalrezepte vorgesehen dann Rum, siebenjährigen cubanischen Rum, wenn schondennschon! :D

Joghurt mit Rum und Zucker verrührt, süppte natürlich klar, hmm, schnell Ricotta rein und sorgsam geriebene Biozitronenschale, ah schön cremig, mundet so schon wunderbar, etwas zu fest geschlagene Sahne noch vorsichtig untergerührt und festgestellt, dass der frische Joghurtgeschmack weg ist, also Joghurt nachschütten. Perfekt :-)

Ab in eine große Schüssel und beschlossen später ansehnliche Stücke herauszubrechen, nochmaliges Nachlesen führte zu einem Umdenken — also umdisponiert und in eine flache Form umgebettet.

ricotta joghurt eis zwischenprobe
Erste Erkundung — unten noch „cremig“ ;-)

Nach gefühlten zwei Stunden dann erste Erkundungen, untenherum ist es noch nicht gefroren, ansonsten fest und eher schneller auf der Zunge schmelzend, aber irgendwie kommt der Ricotta zu stark durch und etwas kristallisierte Elemente.
Schmeckt jetzt nicht so schlecht, aber die Bombe ist das nicht. Auf jeden Fall müssen frische Früchte ran, um der Üppigkeit des Eises etwas entgegenzuwirken.

Am nächsten Tage alles etwas fester und noch ricottiger — dafür dann mit Wassermelone.

Es ist ja nicht so, dass final-krachende Verköstigungen sich ungeeignet für unsere vier Förmchen erweisen und sowieso sind zerplatzende Kochbuchträume überaus geeignet für nachfolgende Inaugenscheinnahmen (bewegte Bilder)

crème brûlée geknackt
Einbrechende Löffelspitzen eignen sich gar wunderbar für köstlich Hervorzuzauberndes

Unflätige Zungen beschweren sich bisweilen, dass wir bis auf gefüllte Himbeeren, karamelisierten Limonen, mitgebrachten Pana cotta und süß verzierten Frapé nichts zu bieten haben für die nachtischliche Verköstigung. Dabei besitzen wir ganze vier kleine Förmchen, die die hohe Kunst der Süßspeisenzubereitung quasi in sich tragen. Also pure Verleumdung.

crème brûlée ungezuckert
Fast blasenfrei

Wir könnten sogar Crème brûlée, schließlich beherbergt unsere Küche einen EinsA Bunsenbrenner, da kann nichts schief gehen.
Zutaten wie Eier, Zucker und was sonst noch so benötigt wird haben wir einfach mal bei Blabla Bouche recherchiert.

Genauso geht es dann auch — Anna-Zoe klärt in Anwartschaft auf eine arte-Sendung nebenbei dann noch in genau dieser ungefähren Reihenfolge über Pariser Süßgebäck, multifunktionale französische Küchentische, französische Weinkunde, Löcher in allzu bunten leicht vulgären Weinflaschen und finalen Einschlägen auf.


Die schummrigen Geheimnisse des Sommers Herbstes

Außerdem hatte sie zwischendurch auch noch Pläne wie mit Kochbüchern das Leben schöner wird, das wäre dann mal keins von diesen langweiligen gestelzten Exemplaren die bisweilen angeboten werden, das würden wir ausnahmsweise auch mal kaufen ;-)

Zutaten für 5-6 Förmchen:

Eier, so 3-4 Stück
Sahne, ein halber Liter
Milch, ein ordentlicher Schwubs
Vanille, eine halbe Stange für leichte Geschmackstöne
brauner Rohrzucker, nach Belieben

eier in form
Eier pi mal Daumen

Fix wie nichts die Zubereitung und des Wartens stundenlange Müßigganggelegenheit

Sahne, Milch, ausgekratzte Vanille kurz erhitzen, währenddessen Eigelb trennen und zuckernd rühren (Zucker könnte wahrscheinlich auch in die Sahne rein, oder?) und mit der abgekühlten Erhitzungsflüssigkeit auffüllen, lange lange kalt stellen.
Ab in die Förmchen, die in heißes halbes Wasserbad, das schnell in den vorgeheizten Ofen (Gas 2-3) für 40 Minuten; sodann Abkühlung sowie brauner Rohrzucker drauf und sodann Hantierung mit Bunsenbrenner und Löffel, Aufbrechen, Genuss pur!

crème brûlée creme brulee
Crème brûlée

Bärlauch letzter und so langsam rein geschmacklich sich dem Ende nähernd war im Zusammenspiel mit einer sich ebenfalls im Stadium des Ende, aber dafür überreif, befindenen Birne, die sich nebenbei bemerkt perfekt eignete, genommen, um sich einfügsam in Weinsahne samt passender Schinkenwürfelchen und roten kleinen Zwiebelstückchen zu platten langen Nudeln zu machen — was jetzt durchaus zu mehreren Portionen führte, die aber auch allesamt brav aufgegessen wurden, was wiederum kein Wunder war da es trotz eines wenngleich nur klitzekleinen Überhanggeschmackes der Sahne, wahrscheinlich weil sie bio war, ganz unprätentiös mundete und — mit Verlaub — deshalb ratzekahl die Teller leeren ließ, was angesichts des einhergehenden Konsumes gegärter Getränke auch ratsam war (voilà Sommerkost)

baerlauch letzter mit verzuecken und birne in sahne und wein
Bärlauch letzter mit Verzücken und Birne in Sahne und Wein

So langsam geht dem Bärlauch die Puste aus, erste blühende Hinweise zeigen ihre Wirkung auch im Geschmack; gut, dass letzte Büschel ergattert werden konnten, die nun angesichts frischer Sommerkost, auch in sowas münden sollten und so ward nach Sichtung der Möglichkeiten schnellste Kost aufgetischt.

Zuvor rasch Zwiebelstückchen unakkurat und rot in Olivenöl angedünstet, sodann versehen mit Schinkenwürfelchen, delikat, und dann in weiteren kurzen zackigen Schritten ergänzt, während platte lange Nudeln kochten in Meersalzwasser, versehen mit Wein (so bleiben sie schön weich), der durfte etwas einkochen und dann mittels schwarzen Pfeffers, gemahlen, Salz und einem Schwung Sahne, die reichlich geschmacklich sahnig daherkam, weil bio, wohl, zusammenköchelte, was die Grundlage für das Hinzufügen der Bärlauchblätter und rasch zum Bestandteil erkorener überreifer Birne , auch schon in diesem Werke passend, war.

Schmeckte gut, war richtig zur Kompensation und mit ein bißchen Herumtüftelei würde sich vielleicht noch der Sahnegeschmack leicht herunterdrücken lassen, aber der war auch nur so ganz leicht störend, fast unprätentiös prätentiös ;-)

Und weil ja das Herbeireden im Mai so in Mode ist dies noch

Von sahnigen Zügen getroffene Allergie, der geschickt ausweichend dann halbseits gelingend das Vorhersehbare Eingang findend sich dann doch alles schickte und noch abgeholt werden muss (bildhafter Traum)

halbseitige belegtes gruen und andererseits rotes sahnegebirge
Halbseitig belegtes Grün und andererseits rotes Sahnegebirge — dazwischen Gehobeltes

Die wegfahr- und sonstso bedingte freie sowie arbeitsame Zeit war überaus gelegen mal wieder eine richtige Torte zu fabrizieren. Prima, eigentlich kann auch nur eine Sorte gefertigt werden — für alles andere reicht die zwar die Tortenphantasie aus, aber mitnichten die Fertigkeit in derlei kalorienbeständigen Dingen. Alles rasch eingekauft und dann Besuch von einer Massenabfertigungseinrichtung abgeholt und mit stolzgeschwellter Brust die Fertigung in Aussicht gestellt und während ein erhellender Blick schon das Herz getroffen sah, so schnell verdüsterte sich die Aussicht auch schon — Kiwi-Allergie

Öhm, ja ward nicht gewusst, also schnell im Gefrierschränckchen nach Beerenallerlei gesucht, beschlossen dass das Auftauen die Bewerkstelligung erst am nächsten Tage gestattet und dann eine zweiteilige Version hingelegt, eine Seite mit Kivis und die andere mit eben jenen Beeren. Innendrin Joghurt und Sahne, viel Sahne, der Besuch nahm an, dass die Aufforderung die große Flasche aufzumachen gleichbedeutend mit dem Leeren des Inhaltes sei :D Obendrauf, ganz ansehnlich, ein paar frische überaus delikate Erdbeeren, bestimmt Gewächshauszucht mit Hormonpräparat. Sehr lecker mal wieder.

Und dann war da diese verschämte Nachricht von unserer Päckchentarnempfangsstation. Hier liegt was rum im Flur. Hmm, na das holen wir dann morgen erst ab (hoffentlich ist da nichts Verderbliches drin) und dann Präsentation, die anderen haben ja alle fast schon ihr Paket, oder?

Und gleich noch ein neuer Foodkochblogevent zum aktuellen Thema Quitte, jenem Buch gewidmet mit welchem Max Goldt groß rauskam, wunderbar übrigens das Werk; fällt uns auch gleich was ein zu. Den letzten Blogevent Lauch gewann übrigens cucina-casalinga mit Perlhuhn-Supreme mit Lauchflan, Lauchflan — da muss erst mal drauf gekommen werden. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle — alle Rezepte finden sich dann im Gärtnerblog.

Kann eigentlich jemand eine phantastische Tarte, Quiche etc. fertigen, wenn ja bitte melden, wir geben die dann als unsere eigene aus ;-) Muss aber schnell gehen, sind nur noch ein paar Tage bis Abgabeschluss.

Auch wenn sich sentimentale Seiten (kullernde Tränen) nur bedingt zeitigen — so war doch eine nicht unbedingt unschöne Erinnerung an das einstige Lieblingsessen gegeben, das lag aber aber auch an den gekonnt zusammengewürfelten Zutaten, die sich simpel zu Eier in Senfsoße fertigen ließen (hui — eine klassische Speise)

Es sind die kleinen Erinnerungen, die große feuchte Augen aus den kullernden Tränen herstammend, zeitigen und auch die Gier nach ebendiesen geschmacklich zu erfahrenden Genüssen war es dann auch, die überaus geignet für den neuen Blogevent im Kochtopfblog waren, der sich dem Thema Sentimental journey – Essen angestaubt verschrieben hatte — also Genüsslichkeiten der tiefsten Jugend, die eigentlich erstmal Eis, Schokolade und so auch heute noch durchaus aktuelles Krams hervorriefen, dann aber doch gekonnt die Kurve kriegten und was zumindest Sättigendes auf den Plan riefen.

eier in senfsauce
Eier in Senfsoße

Und wie war das schön, wenn das Essen fernab selbsttätigender Handlungen einfach so auf dem Tisch stand und kein einziger Finger gekrümmt werden musste, was den gräßlichen Abwasch selbstverständlich miteinbezog — also glückselige Kindheit. Und dabei war es abgesehen von organisatorischen Fähigkeiten (3 Töpfe, nörgelndes Kind, diverses anderes Zeugs) ganz simpel und staubig war zumindest eine Zutat auch.

Also ein Stück Butter erhitzt und mit ein bissl Mehl versehen (auf genaue Angaben verzichten wir diesmal ausnahmsweise, nichts soll die Erinnerung trüben ;-) )und dann eifrig gerührt und gerührt und dann mit ein, zwei Tassen Gemüsebrühe (wie praktisch, die gehorteten Brühwürfel können zum Einsatz kommen) aufgefüllt und köcheln lassen. Dann der obligatorische Senf hinzu und mit Salz und Pfeffer abschmecken und währenddessen weiter eifrig rumrühren , um dann noch einen ordentlichen Schuss Sahne hinzuzufügen, der sich geschmacklich ungemein fein zu machen pflegt.

Ev. noch mal nachwürzen und dann ab zu den sich schon auf dem Teller befindlichen Salzkartoffeln und halbierten noch einen Tick weich seienden Eiern (selbstredend alles aus ökologischen Anbau die Zutaten, najabisaufdenSenf).
Mmmhh, das schmeckte fast so wie früher, aber besser als die Versorgungsperson damals gelingt es halt doch nicht ;-)

blogevent sentimentales

Zutaten:

Eier,
Kartoffeln,
Butter,
Mehl,
Gemüsebrühe,
Senf,
Sahne,
Salz und Pfeffer

Urplötzlich auftauchender sich unangekündigt hungrig zu Tisch setzender und eigentlich ganz braver Besuch war verköstigungshalber zu versorgen und damit unsere Serienguckgelegenheit nicht sich abhold erklärt wurde wieder mal Großartiges, weil schnell und lecker zugleich, aufgetischt und so kam, was kommen musste — Feines Fischkuddelmuddel an Safran-Sahne-Sekt-Sauce und dermaßen zufrieden konnte auch noch ein kurzer Blick auf das sonstige Geschehen geworfen werden (vorspeislich in Olivenöl angebratene Paprikastreifen) und fast hochaktuell — Hausdurchsuchung bei unserem Blogbetreiber aufgrund eines Durchsuchungsbeschlusses eines popeligen bayrischen Amtsgerichtes, welches die Ehre von sich in rechtsextremen Parteien Tummelnden schützen will und so nebenbei beabsichtigte die Blogsport-Server einer polizeilichen Inaugenscheinnahme zu unterziehen

Zucchini waren zuhauf da und gerade als versucht wurde in Übereinstimmung zu bringen, was gedanklich damit anzustellen sei, kündigte sich angenehmer Besuch an, rasch die Portionen aufgestockt durch Hinzunahme von Fischsammelsurium und Co. — sodann noch dem Wunsch nach sahniger Konsistenz nachgekommen und mittels im ordentlich verstauten neuen Ordnungssystem schon nach 5 Minuten den Safran gefunden. Sekt war noch da und so kam sehr leckere Kost zum Zuge. Zubereitung ganz einfach, fast wie hier, nur halt noch mit Sahne und Safranfäden. Sehr lecker.
Die leicht sahnige Note mit Safran weiß überaus überzeugend das ihr eigene Aroma zur Geltung zu bringen und durch den knackigen Biss der Zutaten tut sich erfreulicherweise eine gelungene Kombination auf, die auf leichte Essfreude setzend, angenehm in Erscheinung zu treten wusste.
Vorspeislich gab es lecker angebratene Paprikastreifen, die eigentlich für die Anfertigung von Ingwer-Schafskäse-Bällchen vorgesehen und nun als Vospeise auserkoren waren (außerdem kamen da auch noch ein paar ins Essen rein).

fischige mit zucchini versehene safran sahne sekt sauce an linguine
Fischige mit Zucchini versehene Safran-Sahne-Sekt-Sauce an Linguine

In Bayern ist die Welt noch in Ordnung, da ist das bayerische Amtsgericht noch angesehen, wenn der Herr Richter ums Eck kommt, dann schauen alle ehrfürchtig zu Boden. Ein Richter kann aber noch mehr, er kann Hausdurchsuchungen absegnen, dazu braucht er bloß einen Beschluss zu unterschreiben und schon rückt die Polizei an. So wurde bayrische Ordnungsliebe vorletztes Jahr auf eine Ungeheuerlichkeit aufmerksam: Da hatte es doch tatsächlich jemand gewagt zu äußern, dass die 40 Millionen, die der Papstbesuch kostete, besser hätten verwendet werden können. Eine ganz normale Meinungsäußerung also.
Der Herr Richter hat sich da gleich gedacht: In Bayern nicht! Einen Durchsuchungsbeschluss ausgestellt und dann rückte ein vermummtes Sondereinsatzkommando mit Maschinenpistolen im Anschlag an und aus war es mit der Gemütlichkeit (Bericht von MDR-Magazin Fakt).

Nun wieder mal ein Amtsgericht, das fand die Ehre von sich rechts Tummelnden so beschützenswert, dass bei unserem Blogbetreiber Blogsport eine Hausdurchsuchung durchgeführt wurde, um Achtung! eine Emailadresse ausfindig zu machen! Mal auf der Zunge zergehen lassen — eine Emailadresse. Die fand sich zwar auch schon als Kontaktadresse im angeblich des schlimmen Tatbestandes der Verleumdung dringend verdächtigen Blogs auszeit-news, die über rechtsextreme Vorfälle berichten, aber was soll es. Demnächst dann wahrscheinlich auch eine Hausdurchsuchung bei Familie Meier, weil der Nachwuchs einen Schokoriegel hat mitgehen lassen?

Hintergrund ist wohl eher, dass das angerückte LKA Berlin gerne mal einen Blick auf die Blogsportserver mitsamt seinen Daten geworfen hätte, um sich mal so eben einen Überblick zu verschaffen, wer denn da so bloggt und vor allem woher er auf die Server zugreift. Auf Blogsport sind ja nicht nur die aktuellsten Kochinformationen erhältlich, sondern auch zahlreiche linke Blogs. Blogsport bekommt im Jahr zahlreiche „Anfragen“ von staatlichen Geheimdiensten und Ermittlungsbehörden (Verfassungsschutz und Landeskriminalämter aus der gesamten BRD), die mal eben so — allerdings vergeblich — versuchen an Informationen heranzukommen. Die angeblichen Gründe sind meist von ähnlichem Gehalt wie die in Bayern inkriminierte Meinungsäußerung. Realität im Überwachungsstaat und ein Vorgeschmack auf die von CDU/CSU und SPD geplanten weiteren Beschneidungsmaßnahmen demokratischer Rechte (die Vorratsdatenspeicherung ist da noch harmlos gegen).

Käseauflauf war des späten Abends rasch hinzukriegen und Raclettekäse machte sich durchaus angenehm dazu — allerdings waren da wieder die dem Abwasch zugeneigten Spuren zu beseitigen (außerdem: soziale Kampfspuren der Tellerwäscher im Luxusrestaurant)

Das kommt davon, dass in anderen Essensblogs der überbackene Käse samt Kartoffelscheiben so schön anschaulich zu bewundern war. Also auf, Raclettekäse mittlerer Art und Güte gefunden, Kartoffeln, die einigermaßen festkochend sich präsentierten (Schwarzwurzeln waren aus) und Sahne und gekochten Schinken; Letzterer war geschmacklich im Resultat nicht unbedingt feststellbar, aber das tat dem Rest keinen Abbruch.
Gute Spätabendkost, so kann sich kugelrund ins Bett gekullert werden. Unangenehm allerdings mal wieder die eingebrannte Käseauflaufamrandkruste, die wegzukriegen mal wieder arbeitsintensiv sein wird (und das bei unseren zarten Händchen ;-) ).

Im Nachbarlande wird zur Zeit dieses Problem etwas weitergehender diskutiert, denn während alle Welt sich eifrig um den schönen Schein auf den Tellern der Restaurants kümmert, fachsimpelt und den zumeist gar nicht anwesenden Meisterkoch lobpreist, geraten die übrigen MitarbeiterInnen schnell ins Abseits des Interesses.

Sans papiers, MigrantInnen ohne Papiere, sind gerne gesehene „Gäste“ in den französischen Restaurantküchen und schuften für einen Hungerlohn, um den Betreibern ordentliche Profite zu bescheren, die sich sehr wohl bewusst sind, welche Situationen sie ausnutzen — moderne Sklavenarbeit.

Dass die TellerwäscherInnen sich nicht mehr diese Ausbeutung gefallen lassen und nun einen Teilsieg errungen haben, ist auch einer neuen Kampagne u.a. des kommunistisch-linkssozialistischen Gewerkschaftsverbandes CGT, der größten branchenübergreifenden Gewerkschaft Frankreichs, und des Bündnisses Droits devant zu verdanken, die die Sans papiers unterstützt und gewerkschaftlich organisiert haben, was für einigen Wirbel sorgte, als die Woche das Pariser Luxusrestaurant „Grande Armée“ bestreikt wurde.

kartoffel schinken auflauf mit raclettekaese
Verkrustungen des Käseauflaufes sind ganz schön abwaschintensiv

Von den streikenden neun Beschäftigen, die alle in der CGT organisiert sind, haben sieben inzwischen einen legalen Aufenthaltsstatus und Arbeitsverträge erkämpfen können. Zweien droht hingegen noch die Abschiebung. Hintergrund der aktuellen Arbeitskämpfe sind Dekrete der rechten Regierung die gegen MigrantInnen gerichtet sind und eine Überprüfung aller Papiere und Bestrafungsaktionen vorsehen, weshalb eine massive Entlassungswelle einsetzte. Die taz berichtet, dass in Restaurants mehr als 60 Prozent der Beschäftigten keine Papiere haben. Es kann sich leicht ausgerechnet werden wieviele betroffen sind, die nun um ihre Lebensgrundlage bangen müssen.

In der BRD arbeitet u.a. das Netzwerk kein mensch ist illegal daran, menschenwürdige Bedingungen zu schaffen. Zur de-facto-Abschaffung des Rechts auf Asyl vor 15 Jahren wird dieses Jahr die de⋆fence Kampagne durchgeführt. Ein Bericht zur Auftaktveranstaltung findet sich bei indymedia.

Von roten Linsen, tiefroten Blutorangen, sich im Anschnitt befindlicher halber roter Zwiebel und von roter Currypaste und dazu ein wenig roter tomatiger Surftipp

Bei Barbaras Spielwiese wurden früher tolle Küchenorgien gefeiert; als die wilde Studienzeit vorbei war wurde deshalb das Mobiliar schnellstens entsorgt. Dumm war nur, dass das geliebte Linsensuppenrezept, welches an der Kühlschranktüre hing, auf Nimmerwiedersehen entschwand und nun wurde aus den Tiefen der Erinnerung das Rezept rekonstruiert.

Das haben wir natürlich als schmackhaft angekündigte schnellstens zu vollziehende Suppenherstellungskunst sofort nachmachen müssen. Die dafür notwendigen Kräuter haben wir aufgrund anhaltender Faulheit nochmal runterzugehen zum Einkaufen rasch visualisiert und dann war es auch schon fertig mit ein paar kleinen Änderungen hier und da.

Lauch, Karotten und eine noch im Aufschnitt aufgefundene halbe rote Zwiebel wurden in kleingeschnibbelten Zustand in reichlich Olivenöl angedünstet. Ebenso unsere restlichen 5 Kartoffeln, die zwar rezeptlich nicht vorgesehen aber noch auffindbar waren, dann rote Linsen und eine kleingeschnittene Stange Zitronengras hinzu und ebenfalls mitgedünstet und dann mit Wasser aufgefüllt. Dazu reichlich rote Currypaste, 2 große Esslöffel an der Zahl (doch etwas zu viel des Guten, einer reicht dann doch). Während es dann köchelt rasch Kreuzkümmel frisch gemahlen und als es nach 15 Minuten fertig war noch schnell hinzugegeben mitsamt Salz und Pfeffer.
Und da der Wunsch gerne was zum Beißen zu haben und der Umstand, dass kein Brot geordert wurde und dieses nun offenbar wurde, zusammenkamen wurde die Suppe nicht gemixt, sondern nur etwas Sahne reingerührt. Dazu dann noch der schöne Saft zweier blutroter Orangen. Sehr gut!

Eine schnelle Suppe. Beim nächsten Mal nehmen wir dann doch Gemüsebrühe und vielleicht nur einen Löffel rote Currypaste (es war doch etwas scharf) oder machen die gleich selber (Zitronengras, Chili, Cumin und so ist da drin). So war das schon mal eine gute Einstimmung zum Blogevent Curry.

linsen orangen suppe
Rotlinsige Blutorangen-Currysuppe mit roten Tupfern auf grober Struktur

Anschauliches ganz anderer Art sind zur Zeit die tomatigen Erscheinungsformen bei Tomarcte. Hochinteressante Versuche, die nur den goldenen Abschluss schuldig bleiben :D Außerdem wieder neu im Rennen: Kochbuch, in der Zeit des Nichtbloggens hat er seine Kamera in Zahlung geben müssen, um sich exclusives Kochgeschirr zulegen zu können.

Frühstückliche Austauschbestandteile zu spätnachmittäglichen Vorkommnissen — außerdem reichlich Erbsen und zuvor gelbe Blickpunkte

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Schafskäsevorräte mit Eieraugen wollen schließlich auch mal verköstigt werden

Weiter geht es mit nunmehr nicht mehr ganz so anstrengender Tätigkeit, letzte Reste von Staubansammlungen sind wegzuräumen (andere fühlen sich da erst richtig wohl) und außerdem schleichen wir um den Herd herum, der sich seinen Umfeldanspruch durch allerlei Fettspritzer gesichert hat (innendrin sieht es merkwürdigerweise gar nicht so schlimm aus) und die meiste Zeit wird sich über die optimale Verstauung (un)wichtiger Küchenbestandteile herumgestritten.
Die Lösung ist schließlich perfekt den Umständen angemessen gelöst und die akkurate Stapeltechnik hält bestimmt ganze zwei Wochen an :D Auf jeden Fall ist durch die Herum- und Aussortiererei jetzt ganz, ganz viel unpraktisch zu nutzender visuell anmutender Platz vorhanden.

Ganz im Gegenteil übrigens zu unserem Altmodell von Kühlschrank, welches bis oben hin vollgepropft unseren Versuchungen standzuhalten wusste. Da macht es sich bei Barbaras Spielwiese doch viel ordentlicher. Schließlich wurde sich gerade erst beim Blogevent Ingwer siegeshalber verausgabtHerzlichen Glückwunsch für die Ingwerkombinationen!

erbsenlachssahnenudeln
Erbsen finden sich schnellstens zu leckerer Verköstigung zusammen.

Da frühstücklichen Avancen tapfer standgehalten werden konnte, weil wir uns den zur Verfügung stehenden Räucherlachs für das von Genial-Lecker inspirierte Spätnachmittagsmahl aufheben wollten (und frischer Lachs mit Wodka die Standfestigkeit bezüglich der noch zu verabsolvierenden Tätigkeiten zu sehr beeinträchtigt hätte ;-) ), gab es kleinzwiebelig durchdrungene Schafskäsewürfel in Olivenöl-Sardellen-Anbraterei mit Eieraugen zur mittäglichen Verschnaufpause, die vorzüglich das eingetretene Sättigungsgefühl zu bestätigen wussten.

Erbsen, grün, viele, dann zu geräucherten Lachsscheiben, zerpflückt, klein, und Sahne, reichlich, fett, zu Nudeln, mittlere Portionierung (des Abends soll schließlich noch ein kleines Nachtmahl zu sich genommen werden).

Und morgen dann in aller Frühe aufgefundene Devotionalienpräsentierung mit Werkstücken von da wo die Sonne immer scheint und da wo sie nie unter- bzw. aufgehen will. Und das Inhaltliche erschöpft sich interessanterweise von dort, wo die Sonne noch niemals war, was leckere nicht flügelschlagende Verköstigung miteinherbringt.