Tag-Archiv für 'reis'

Geradezu sich vergewissernd, dass Einbrüche sich als den Gewohnheiten doch durchaus ergeben zeigen, konnte sich auf verstecktes Gut bezogen werden

Bevölkerten durch die geringer gewordene Außentemperatur (der Temperatursturz!) in kaum noch zählbaren Ausmaße die AbendausgeherInnen die knapp gewordenen Außenbestuhlungsaufstellungsreihen in den zwar zahlreichen, aber kulinarisch eher knapp gesähten guten Essstätten, so wurde sich doch bewusst gemacht, dass auch der verschobene Einkauf an sich keine gute Idee war, wenn nicht doch noch durch Hunger getrieben urplötzlich der Appetit auf eine schon seit längerem nicht mehr aufgetischte Speise gefallen wäre, die, mit den unter den immer noch lagernden Ricottaeisresten, an die irgendwie so richtig niemand ran will, befindlichen Vorräten, namentlich einer Packung Tiefkühlheilbutt von schon längerer Lagerhaltung, bestimmt herbeizuzaubern wäre und deshalb gierig in den Blickpunkt geriet und mit einem vorhandenen kleinen Rest einer grünkleidigen Zuckermelone doch ein perfektes Ersatzvergnügen zu werden schien.

heilbutt in ingwerreisweinsojasauce
In der Pfanne schmort derweil der Rest

Angespornt durch das Ricottaeis durfte ausnahmweise auch die sonst verpönte Zuckerzugabe ran (selbstverständlich gesunder Rohrzucker ;) )und es wurde ganz simpel die Schnitttechnik vergröbt, um sich nicht lange mit feinen Ingwerstreifen aufzuhalten während die kleingehackte schon etwas von Trockenheit in Mitleidenschaft gezogene kleine rote Chili, derer zwei, in der Ölmischung aus Sonnenblumenkernöl und Sesamöl brutzelte.
Hinzu mit dem Ingwer, braunbrutzelig werden lassen; der Fisch wurde einer schnellen Auftauaktion durch gutes Zusprechen und Heißwasser und Salzbeigabe unterzogen derweil, die optische Beschaffenheit der Außenzone schien ausreichend.

Dann Reiswein die guten Putzfähigkeiten hervorbringend ins Öl hinein und während es einkocht, darf dunkle Soyasauce hinzu, der braune Rohrzucker dann auch noch und der Fisch macht es sich dann bei eher geringerer Temperatur bequem, gibt das Tiefkühlwasser noch ein wenig ab und blubbert so vor sich hin.
Eventuell ab und an aushelfen mit weiteren Reisweinetceinlagen…

heilbutt in ingwerreisweinsojasauce mit melone
Harmonisch vereint — Heilbutt mit Melone und Frühlingszwiebel in Reiswein-Soya-Sauce mit deutlicher Ingwerhervorhebung

Ganz zum Schluss der Fisch raus und dann kurz kleingeschnitte Zuckernmelone und Frühlingszwiebeln hinzu und weiterköcheln; serviert mit Reis — und es hat wunderbar geschmeckt, die fruchige Melone passt sowas von gut zu der Zusammenstellung, die mit scharfen untergründigen Tönen den Ingwer hervorhebt und durch diese aromatische Verbindung den Fisch optimal unterstützt. Einziger Nachteil, die Freude währt nicht lang ;-)

Ist das jetzt Wasserspinat — irgendwie wurde sich erinnerlich doch die vietnamesische Benennung notiert, irgendwohin jedenfalls… das andere ist schnellstes Fischspeisenzubereitungsessen

wasserspinat
Wasserspinat neben halbwegs feiner Ingwerschnippelung

Ganz gerne wird in dem Vietnamesischen-Kochbuch-Blog geschmökert und sich jedesmal vorgenommen doch wirklich mal was Ebensolches dort Gebotenes zu fabrizieren; beim Einkauf in den kleinen Asia-Lädchen vor den Regalen mit dem vielen grünen Blättern mit irgendwie unaussprechlich scheinenden Blattwerk wird sich dann diffus daran erinnert und irgendwas genommen, was dann zu was ganz anderem verarbeitet wird.

Diese Blätter jedenfalls, das müsste doch Wasserspinat sein, oder? Scheint sowieso ganz in zu sein, bei Nara-M, la cuisine blanche und natürlich bei Vietnamesisches Kochbuch findet sich die beliebte Blattspeise.

fisch in ingwer knusprig reiswein sauce scharf
Süßlich-scharf verlangt Fisch

Geschmacklich erinnern sie etwas an Vlita, wurden zur ersten Probe auch einfach nur kurz gekocht und dann mit Olivenöl und Salz und Pfeffer und einem Tick Zitrone später noch versehen. Dazu passend sollte sich das klassische Ingwer-scharfe Paprika-Reiswein-Soja-Saucen-Rezept mit Fisch erweisen. Reis gab es natürlich auch noch.

Wie immer eine leckere Speise, die die Mischung aus Schärfe und Süße optimal auf den Punkt bringt. Scharf angebratenes Gemüse schmeckt dazu aber etwas besser als diese grünen Blätter (ist das jetzt Wasserspinat?), aber unpassend waren sie jetzt auch nicht ;-)

wasserspinat kurz blanchiert

Es muss sich mal wieder auf zu diesen vietnamesischen Großmarkthallen gemacht werden, da gibt es ja eine Riesenauswahl und diese Juteblätter stehen sowieso schon länger auf dem Vornehmspeiseplan.

In das Umfeld von Kürbis und Reis sowie der Spitzen Wilden Fenchels hereinplatzende knackige Grünkohl-Mischung samt Dill und ein wenig Blattpetersilieblatt und das alles überbacken und berieselt von Ziegenhartkäse

kurbisreisauflauf probierecke
Noch ohne Käseraspel — dafür schon angeknabbert

Wohin mit den eifrig gekauften Muskat-Kürbismassen — ab in den Reis und gebacken im Ofen ist mindestens einmal im Jahr das leckere Motto. Unverzichtbar der Hauch von Wildfenchel, der tiefgefroren mit ein paar Spitzen optimal zur Geltung zu gelangen weiß.

Brannte auch nicht an wie letztes Mal, wurde schließlich vorgesorgt, so waren nicht nur zwei Augen mehr am Start, sondern der Reis wurde mit den Zwiebelstückchen, Dillstielen und Blattpetersiliestielen, dazwischen wilder Fenchel, und etwas Dill und etwas Blattpetersilieblättern in einem großen Topfe samt geraspelten (nicht gemixtem!) Kürbis in bestem Olivenöle angedünstet und mit ein bißchen Wasser ein wenig vorgekocht, ein kleiner Schluck Sekt könnte auch noch dran gewesen sein, die Erinnerung trübt sich bei der Niedertippung, ist aber nicht so wichtig, dann ab in den Ofen in großer Auflaufform nicht ohne vorher noch den Rest Dillspitzen unterzuziehen.

kuerbis reis auflauf mit gruenkohl wildfenchel dill zwiebel
Grünkohl und Kürbis weisen perfekter Essensgestaltung den Weg

Den Grünkohl wie gehabt nicht zu Tode kochen, sondern so wie das beste aller Grünkohl-Rezepte zubereiten, den dann teilweise noch mit hinzu und irgendwann bei schöner Färbung nach so ca. 20-30 Minuten (unser Ofen geht gerne öfters mal aus) antesten, ob die Struktur genehm erscheint. Dann Ziegenhartkäse rüberraspeln und noch mal kurz in den Ofen.
Serviert samt der anderen Hälfte des Federkohls und ein Resultat:

Schmeckt superkürbislecker, macht irrsinnig viele Leute satt und ist ganz einfach! :-)

Geschmacklosigkeit durchsetzt von scharf-prickelnden Momenten und delikat sich zeigenden zuvor hart sich erweisenden trocken Daherkommenden — frisch umgarnt von filigraner Kunst (zu runden Ergänzungen)

Nun ist das Thema des Blogevents im Gärtnerblog dem Chinakohl gewidmet, jenem eher nicht ganz so geschmackreichen Gewächses, das bisher allenfalls als Salat zu Tische gelangte und da warme Kost das Gebot war, wurde in einem Anflug, der sich aus der Betrachtung von Lavaterras Kreation ergab, ein fenchliger (fast anisiger ;-) ) Geschmack dazu als passend erkoren.

chinakohl wilder fenchel reis und shiitake szechuanpfeffer pfannengeruehrt
Chinakohl — gewokt und mit Shiitake bereichert und durch Pfeffer aus Sezuan verwöhnt mit frischen filigranen Wildfenchel-Spitzen

Zwar ist erst am Ende des Monats Abgabeschluss, aber manchmal darf auch schon früher der Kochlöffel in der kulinaria-katastrophalia-Küche für unseren Beitrag geschwungen werden ;-) außerdem ergab sich gerade ein dazu günstiges Zeitfenster. Da muss schnell gehandelt werden.

Zuvor noch rasch Shiitakepilze eingeweicht (bevor die gar nicht mehr in Gebrauch genommen werden), diese dann munter unter Wasser gestupst, und Olivenöl mit dem nussig schmeckenden Sesamöle gemischt in der Wokpfanne versehen mit weißem Pfeffer. Pilze rein und rasch gebraten und mit etwas Meersalz und Szechuanpfeffer gewürzt. Duftete schon verführerisch :-)

Währenddessen Rundkornreis geköchelt nach der Zuviel-Wasser-Methode-und-dann-doch-zuwenig-Methode. Kleingeschnittener Chinakohl zu den Pilzen und kurz scharf angebraten und noch mit einem Schwung gemörsterten Sichuanpeffer und grünen aus roten Zwiebeln herauswachsenden Spitzen versehen. Und dann die für dieses Jahr wahrscheinlich letzten Frischevorräte an Wildfenchel vom Biomarktstand hinzugefügt, um einen frischen Kontrast zu dem prickelnd-scharfem Pfeffer zu erhalten.

einweichshiitake
Einzuweichendes Trockengut

Schnell abgelichtet und dann zur Verköstigung geschritten. Der Chinakohl hatte geringfügig an geschmacklicher Höhe gewonnen durch den Anbratprozess und war erfreuerlich von punktuell auftretenden scharfen Momenten umgeben, die sich, ergänzt durch die geradezu delikat süchtig machenden Pilze in der durch den feinen Wilden Fenchel frischen Augenblicken nicht abgeneigten Umgebung, superb zu machen wussten.

blogevent chinakohl

Zutaten:

Chinakohl
Shiitake
Szechuanpeffer
Grüne Rotzwiebelspitzen
Reis
Olivenöl
Sesamöl
Meersalz und weißer Pfeffer

Ausgesprochen köstliche — ja geradezu überköstliche — überaus geeignete Lauch-Kochverwendung, die mit zweierlei Zwiebelsorten, Spinat und runden Reiskörnen schon alleine eine delikat zu erschmeckende Nachmittagskost war und zu noch überköstlicherem Glück sorgte mit einer karamellisierten Haube — schlicht Köstliches Karamellhaubenlauchreisspinatförmchen genannt

Die Verzweifelung war ja schon groß: Lauch, ausgerechnet Lauch, jenes der Verwendung in unserer Küche eher nicht anheimgestellte Gemüse war das neue Thema im Gärtnerblog und mit Sorge wurde zudem betrachtet, dass fast alle guten Ideen schon weg waren, und neu erdachte prompt von mehr oder minder fiesen andern Kochblogs ;-) einfach weggeschnappt wurden.

Nun denn, hurtig an die Arbeit gemacht, heute ist schließlich der letzte Tag und an was Süßes gedacht. Hm, vielleicht in Wein gesottene Lauchenden, gefüllt mit Walnüssen und mit Dicksaft, jenem wertvollen in Wahllanden nicht gängigen Süßungsmittel, karamellisiert. Gedacht, getan, gegessen, schmeckt grauenvoll; außerdem brannten die Walnüsse etwas an. So also nicht.
Frustration, aber keine Aufgabe. Daran zu denken schon, nein, das gab es nur einmal und da war die Zeit äußerst knapp (außerdem sollte da mit Bier gekocht werden, Brrrrhh).

lauchreisspinatfoermchen ohne karamellschichtung
In der Produktion (etwas zu ungepresst)

Im Kühlschrank nachgeschaut und Spinat, gedünstet mit Zwiebeln in Olivenöl und abgelöscht mit Zitrone, vom vorherigen Tage entdeckt. Prima, der muss jetzt dran glauben. Die niedlichen Rundreiskörner gekocht, die Zutaten vermengt und sich dann an den Lauch gewagt. Den in kleine Rundlinge geschnitten und in Olivenöl schön angeröstet. Dann die schöne Zutatenmengung dazu und brutzelbrutzel war eine überaus leckere Köstlichkeit entstanden, das Lauch so süßlich geworden so lecker sein kann, erstaunlich; vielleicht sollte öfters damit hantiert werden?

Ab in eine kleine Form und in die Mitte des viel zu großen Tellers gestürzt und für gut befunden. Sehr schön; warum jetzt eigentlich das Ganze nicht noch karamellisieren. Also mit Rohrzucker bestreut und rasch mit einem Bunsenbrenner zum Schmelzen gebracht. Ein wenig Flüssigkeit tritt durch die Wärme wieder aus, aber das macht sich als „Saucenspiegel“ ganz gut ;-)

koestliches karamellhaubenlauchreisspinatfoermchen
Karamellisierte Köstlichkeit für die nachmittägliche Verköstigung

Die derart feine Kost probierend war kurze Zeit nur andächtiges Schweigen das Gebot der Stunde — gleich danach kam aber der Ausdruck Köööstlich über die Lippen und das vollkommen zu recht: ein wunderbar lecker zu erschmeckendes nachmittägliches Verköstigungsobjekt, und die Karemellschicht erst, knackig durchbrechende Wollust über süßlich perfekt abgestimmte Untergrundmischung. Genau die richtige Zwischendurchmahlzeit für hungrige die Ausgewogenheit zwischen herb und Süß liebende kulinaria katastrophalia-Kochbelegschaft und unser Beitrag zum Kochevent; das gibt es auf jeden Fall bald wieder, v.a. eignet es sich hervorragend als vorher zuzubereitendes Essen, welches nur noch rasch frisch überkaramellisiert zuu werden braucht. Leckerleckerlecker

Zutaten:

LauchBlogevent Lauch
Spinat, frischer!
Rundkornreis
Zwiebeln, rote und weiße
Olivenöl
Rohrzucker
Zitrone, so eine
Salz, Pfeffer

Zubereitung auf die Schnelle:

Grob kleingehackte Zwiebeln in Olivenöl andünsten, Spinatblätter hinzu und umrühren; ein bißchen Wasser hinzugeben und 1-2 Minuten dünsten lassen, salzen, pfeffern zitronieren, nochmal umrühren. Reis kochen und mit Spinat vermengen. Lauch anbraten bis er leicht braun wird und ebenfalls hinzu. In eine Form geben und stürzen und dann Rohrzucker rüberrieseln und karamellisieren. Fertig

Den köstlich zu erschnuppernden Duft förmlich vor Augen, war die Raspelarbeit ein umfänglich schnell zu bewerkstelligendes Zwischenstadium, das dann zwar viel Kerne übrigließ, aber ansonsten wenig Kürbis, was nicht weiter schlimm zu sein schien da auch kleine Portionen statthaft sind und angesichts dessen kam auch Wilder Fenchel recht und derart vervollständigend auch Rundkornreis und es schien schon vollkommen unter Hinzufügung allerbesten Bio-Olivenöles als ein wenig Unachtsamkeit, nein eher eine Unaufmerksamkeit, sich einschlich, die grauenvoll zuzuschlagen beliebte und sofort eingeleitete Rettungsversuche waren zwar erfolgsversprechend und lieferten eine gewünschte, die Strukturen überaus ansehnlich zu betrachtende Zutatengrundlage, die kaum aus dem warmen Ofen gezogen mit einer schönen Oberflächenstruktur nur Bestes vermuten ließ und dann war da verdammtermaßen so ein Unterton in der geschmacklichen Wahrnehmung, der… (aber lest selbst)

kuerbis reis auflauf mit wildfenchel
Schön anzuschauen und doch…

Einige Kürbisse lachen schon der Vorfreude entgegen und so war Gelegenheit auch mal auf eine bewährte Zubereitungsmethode zurückzugreifen, die immer wieder entzückt und weil die Quelle des wilden Fenchelgewächses passenderweise noch vorhanden ist, war es Zeit für schmackhaften Kürbis-Reis-Wildfenchel-Auflauf mit köstlichem Olivenöl und weißen Zwiebeln (selbstverständlich alles aus biologischem Anbau) und dezent beigefügtem Meersalz (sonst nichts weiter). Wenn es lieber griffbereite Kleinkost sein soll — einfach darauf zurückgreifen.

wilder fenchel und raspelmoeglichkeit
Wildfenchel und Raspelmöglichkeit

Zuvor natürlich eifrig raspeln und feststellen, dass eine wertvollen Platz wegnehmende elektrische Raspelapparatur manchmal doch nicht sooo schlecht wäre. Schnellstens helfende Hände machen aber auch da sympathischerweise die Angelegenheit zu einer heiteren Kürbisschnitzelweitwegwurfangelegenheit, das schafft keine Maschine.
Ein Mixer ist nicht so statthaft, weil es möglichst längliche Streifen sein sollen, die sich später um den hinzugefügten Reis schmiegen sollen. Aber auch für solcherlei Gerätschaften gibt es Rezepte. Bei Bedarf darf sich der Kürbiskerngestaltung gewidmet werden.

kuerbis vorbreitungsstadium

Rundkornreis nach Belieben zufügen zu den orangen Kürbisteilen, die aber schon etwas nach Kürbis schmecken sollten (sonst wird das nichts mit der Speise); währenddessen Zwiebeln und die Stiele des Fenchels kleinschneiden und mit Olivenöl und ein paar Fenchelspitzen andünsten und hinzugeben, noch salzen und schon etwas probieren — schmeckt wunderbar.

rundkornreis und gerasplter kuerbis
Fein abgestimmt und auch schon so lecker zu erschmecken

Dann schon mal, bevor es in den Backofen kommt, vorköcheln lassen und Bitte! sich nicht abklenken lassen #-o Es war zwar nur ein Hauch einer nicht den Kochvorgang beachtenden Unaufmerksamkeit, die aber war offensichtlich ausreichend die untere Schicht unschicklich anzuschwärzen. Sofort eingeleitete Rettungsversuche konnten zwar 94 Prozent der Rettung zuführen, was erst mal zum Aufatmen führte, aber sich als fatal herausstellen sollte.

Zwar gelang Alles ansonsten perfekt, die Reis-Kürbisstruktur phänomenal gut, der Biss saftig, der Kürbis gut herausschmeckbar und leider auch so ein fieser kleiner Brandton, der die geschmackliche Komposition empfindlich störte. Es konnte zwar noch gegessen werden, ein richtiges geschmackliches Erlebnis schmeckt allerdings anders. Anderntags zugefügter Auflegekäse zum Überbacken brachte auch keine Besserung. Ach, Rubrik Katastrophalia, war ja schon lang nicht mehr gefüllt worden, muss offensichtlich auch mal trotz Raspelmühe sein :-(

oberflaechentruktur kuerbisauflauf
Die goldgelbe Oberflächenstruktur zeigt sich von der besten Seite

Zutaten:

Kürbis, am besten ein schön nussig schmeckendes Exemplar
Rundkornreis
Wilder Fenchel oder Dill
Meersalz
(nach Belieben auch noch Zwiebeln)

ganz vergessen in der Aufzählung: allerbestes Olivenöl!

und natürlich genügsame Aufmerksamkeit ;-)

Die letzte gefüllte Variante wusste sich länger zurückliegend zwar guter Erinnerung zu erfreuen — nichtsdestotrotz war diese Kleinvariante in reihhaltiger Kredenzung von wundervoll zu genießender Sehnsucht (Schafskäse ward vergessen)

Nach Computerabstinenz und der Fragestellung, warum ausgerechnet neu geschaltete Anschlüsse alle 3 Minuten für Unterbrechungen sorgen müssen, der Verstreichung des heute zu Ende gehenden Pflaumenblogevents und reihhaltiger Zucchinimitbringerei durfte das einzig wahre geradezu klassische Gericht anstehen. Nicht nur beim Blogevent Gurken und Zucchini waren schon leckere Varianten zu finden, die Kraut & Kekse, Kochfun und Genussmousse präsentierten, sondern auch andernorts wurde zugeschlagen wie es sich bei Guerilla, Genussfaktor, Bolli und und und… zeigt.

Unsere Variante war dann eine klassische Mittelmeerversorgung, reich an Gemüseinhalten und köstlichen Geschmackserlebnissen, die überaus geeignet waren sich vergangener Sonneneinstrahlung zu erinnern. Sonne (und jahreszeitlich bedingte Biokost) auf den Tisch holen war dann auch ganz einfach.

gefuellte zucchini mit reis und kraeutern und tomate
Gefüllte kleinteilige Zucchini unter Tomatenhaube (Schafskäse ward vergessen) und Zucchiniblüten waren da auch noch drin

Bio-Zucchini in große Stücke schneiden und Inhalt rausholen (dabei ein Stück für den Boden drinlassen) und mit kleingehackten Bio-Zwiebeln und frischen Bio-Kräutern (z. Bsp. Wildfenchel, Thymian, Oregano, Zucchinblüten) in Bio-Olivenöl andünsten und mit aromatisch schmeckenden Bio-Tomaten, kleingehackt, und Salz und Pfeffer versehen. Bio-Reis ebenfalls in etwas Öl andünsten und dann zusammen mit der der gedünsteten Kräuter-Zucchini-Mischung in die ausgehöhlten Zucchinstückchen rein und dabei beachten, dass sich Reis etwas auszuweiten pflegt; obendrauf noch mal extra eine kleine Tomatenhaube.

In der Backform aneinandergereiht werden auch noch ein paar lange Kartoffelstückchen hinzugefügt und die Reste der dann doch noch zahlreich vorhanden Reismischung. Mit Wasser auffüllen, sodass die Zucchinistücke grad noch so rausschauen und ab in den Backofen. Irgendwann noch Schafskäse drauf und dann das lecker duftende Ergebnis servieren und in Erinnerungen schwelgen. Sehr lecker!

Wäre glatt eine gute (Teil-) Grundlage für den neuen Blogvent im Kochtopfblog gewesen, dessen Thema diesmal von uns vorgegeben wurde — Fusionsküche; bei der Frage, was dann dazu kombiniert werden müsste, sind dann aber noch raffinierte Überlegungen anstehend — es ist ja auch noch Zeit bis zum 15. September.

Jouvarlakia

reisbaellchen ganz und gar griechisch mit zitronen und ei
Jouvarlakia — zitronig-eiig-cremig — erfreut doch immer wieder…

Ein typisch griechisches Gericht, Giouvarlakia, kam gerade passend zu Erwärmung für vor Kälte in fröhliches Rot getauchte Gesichtspartien, die auch sogleich vor Entzücken ob der angebotenen Speisen ihre Farbe beibehielten. Die Fertigung setzt allerdings solides Grundwissen um die gehorteten Reislagerbestände voraus, um die perfekte Sorte verwenden zu können. Aber es hat alles sein gutes, sodass diesmal neue Reissorten zur Anwendung gelangen konnten.

Wir durften also japanischen Sonstwasreis (leicht klebrig) und einen Bioreis (etwas festere Struktur infolge) zur ausprobierlichen Fertigung heranziehen, um neue Geschmacksnuancen reisbaellchen in vorbereitung.jpgausfindig und bekömmlich zu gestalten. Kräuter, ungehackt, hervorgeholt und Arbeitsgänge verteilt.
Eigentlich sollte in das zu kreierende Mahl rezeptlich vorgesehen Blattpetersilie und Dill und Liebstöckel rein, aber eigentlich war nur die Petersilie aufgetrieben worden (der welke Dill liegengelassen, der merkwürdigerweise vom Verkaufspersonal seit bestimmt vier Tagen schon nicht entfernt worden war) und noch frische Korianderblätter als ausprobierlichen Ersatz.

Die Kräuterblätter wurden dann auch eifrig gehackt und die Zwiebelstücke grob verhackstückelt. Biorinderhack hervorgeholt und zur Herstellung von zwei Versionen aufgeteilt. Waren so ca. 400 Gramm und die verwendeten Reiskörner dürften sich so 900 Gramm angenähert haben. Das war aber zu wenig wie sich noch herausstellen sollte. Etwas Olivenöl und jeweils zwei Eier hinzu und gut verrührt und verknetet. Sodann erst große und dann nach übereinstimmender Betrachtung und Beratschlagung daraus noch mal kleinere Reis-Rundlinge gefertigt. Salz natürlich auch noch hinzu zur Würzung.

Vorgesehen hätte jetzt noch Liebstöckl und Salz zur geschmacklichen Aufwertung ins Kochwasser reingehört, war aber nun mal nicht da; Brühwürfel stattdessen genommen und noch etwas Salz und gewartet bis die geeignete blubbernde Kochtemperatur erreicht war, die fertigen Reiskugeln vorsichtig reingelegt und dann nach ein paar Minuten runtergeschaltet, um den 40-Minuten-Köchelei-Niedrig-Temperatur-Vorgang einzuläuten.
Dazu dann noch lose reingerührt etwas Reis und Hack. Das macht die Sauce dann schöner.

Zeit dem mitgebrachten Weißweine zu frönen und auf die zwischenzeitlich zu probierenden Reisknödel zu warten. Koriander doch zu stark bemerkbar, aber nicht so schlimm, Dill dann doch die bessere Wahl. Das Hackfleisch erwies sich als zu kompakt, der Reis als nicht weich genug werdend. reisbaellchen detailBeim nächsten Mal also dann doch mehr Reis bei diesen Sorten verwenden. Nach etwas längerer Kochzeit dann doch noch schön durchgezogen.

Das Wasser zieht sich dann auch schön in die Reiskügelchen rein und es wird Zeit die Spezialität zum köstlichen Höhepunkt zu bringen: Die Zitronen-Ei-Soße! Köstlich! Ist Bestandteil vieler Gerichte in Griechenland und passt wunderbar zu kulinarisch verwöhnten Gaumen wie unsrereinige ;-)

Die Zubereitung ist ganz einfach (und es gibt wohl unzählige Varianten). Eiweiß cremig schlagen,
mit etwas abgekühltem Kochwasser gerührtes Eigelb hinzu und dann ganz, ganz vorsichtig den Saft von zwei, drei Zitronen hinzugeben. Diese Zitroneneisauce wird dann nachdem der Kochtopfinhalt nicht mehr kocht (stockt sonst) rübergegossen und zusammen mit den Hackreisbällchen serviert zur Hervorzauberung von strahlenden Gesichtern.

Zutaten:

1000 Gramm Reis (Milchreis)
400 Gramm Hackfleisch, Lamm, Rind, gemischt…
2 Zwiebeln
3 Eier
Bund Blattpetersilie
etwas Dill (Ersatz Koriandergrün)
Salz
bissl Liebstöckl

für die Sauce:

4 Eier
3-4 Zitronen
etwas Kochwasser

Jouvarlakia — einfach zitronig lecker!

Die feine Küche beliebte mal wieder mittels Ausdruck allerhöchster Zufriedenheitsbekundungen dies zu sein, was sich im Allgemeinen und Besonderen anhand von delikaten Zucchiniblüten und gar Kürbisblüten mit Reis, famosen wilden Fenchelspitzen, ein paar kleinen Tomatenwürfelchen, etwas Wein und Gewürzen wie Meersalz und weißem Pfeffer gefülltermaßen zeigte, als dementsprechend erwartungsvoller Anspruch von großartiger Köstlichkeitszelebrierungsdarreichungskunst, erträumt wird (auch nicht schlecht: Vorbereitungsphasenabschnittszelebrierungsdarreichungsvorschlag)

zucchini und kuerbisblueten in vorbereitungsphasenabschnittszelebrierungsdarreichungsvorschlag
Wunderschön anzusehende Kürbis- und Zucchiniblüten in Vorbereitungsphasenabschnittszelebrierungsdarreichungsvorschlag

Die zarten Blüten waren gerade in aromatisch verklärter Erinnerung erschienen, als angesichts des anfangenden neuen Jahresabschnittszeitraumes sich die Gelegenheit ergab, doch einfach fast alle vorhandenen Exemplare allererster Güte einzusammeln, von Kleinstgetier zu befreien und sich anzuschicken diese in gefüllter Darreichungsweise als Köstlichkeitshöhepunkt zu servieren.
Mittels Resten von delikaten Risottoreis gelangten auch die im besten Zubereitungszustande befindlichen Schalotten und eine halbe Biotomate in kleingehacktem bzw. gewürfelten Format zum als Füllung vorgesehenen Inhalt für die mit Meersalz und weißem Pfeffer stimmig versehene Wildkräutermischung, die in diesem Fall wohlschmeckenderweise aus ebenso zart daherkommenden wilden Fenchel-Spitzen bestand, die sich perfekt einzufügen wussten. Auch der einen Tick zu herbe Wein war durch das langsame Rührverfahren harmonierend aufgesogen worden und so konnte als Idee noch kleingehackte Pinienkernsubstanz hinzugegeben werden.
Schon im Probierstadium äußerst lecker, was sich durch Hinzugabe wertvollen Bio-Olivenöles nur noch weiter manifestierend zum Ausdruck brachte, als das, was sich im Allgemeinen und Besonderen so davon erträumt wird.

zucchini und kuerbisblueten in nachbereitungsphasenabschnittszelebrierungsdarreichungsvorschlag
Unvergleichlich zarte wohlschmeckende Zucchini- und Kürbisblüten in Nachbereitungsphasenabschnittszelebrierungsdarreichungsvorschlag an genussvoller Glücklichkeit

Der Schwierigkeit der Füllung und anschließender Verschließungskunst war geschickt durch schlampiges Falten aus dem Wege gegangen und durch leichtes Aneinanderdrücken im Topfe, der mit Wasser leicht gefüllt wurde, kaschiert worden. Knackigweich im Biss (vielleicht einen Tick zu weich) war der Genuss beim Aufeinandertreffen von Vorstellung und Realität nicht mehr zu bremsen.

Wahnsinnig lecker!