Tag-Archiv für 'pistazien'

Bissfest zu produzierender Risottoreis, der zur Verfeinerung Bärlauch und Gorgonzola und in kleingehackter Formation Pistazien zu präsentieren wusste und das nachdem die Thresenverkaufskraft ihren Unmut kaum zu verbergen wusste (Hah! und Restreisschälchen)

Pünktlich zu der zu kochenden Reiskomplementierung war der Wunsch in der Rissottoverantwortlichen entbrannt, anderen nicht minder wichtigen Tätigkeiten nachzugehen, was flugs mit der Einstellungsaufforderung an des körnigen Zubereitungsprozesses nicht uninteressierten und allemal zu begeisternden HurraEssenIchKommeKochwütigen kompensiert zu werden wünschte und auch Dank des tollen mitgebrachten Spezialreises und der roten Zwiebelspezialsorte zu einem wunderbar zu verköstigenden Ergebnis zu führen wusste.

Dem Einkauf waren zwar belehrende Worte der Thekenverkaufskraft vorausgegangen, die ihr Misslingen in diesen Zubereitungsarten auf dem silbernen Tablett mit den Worten „Das ist aber ganz schwierig, den richtig hinzukriegen“ sich anschickte kundzutun. Hah – wie muss der Herr jedesmal beim Kauf leiden, wenn die Sorte geordert wird; vielleicht sollte mal ein Restschälchen vorbeigebracht werden, um sich genüsslich am Leid zu laben :D

Wie zu erwarten, begann die Köchelei pünktlich mit dem Erscheinen fast aller Geladenen und die redseligen mit zu verkonsumierenden Sekt zu bewerkstelligenden Vorbereitungen dauerten eigentlich auch gar nicht so lange bis endlich zur Tat geschritten werden konnte. Häufigste Tonstimmungen waren das „warum schaust Du so kritisch“, was durch ein gekonntes „ich guck nur interessiert“ gekonnt pariert werden konnte, während das stundenlange Auspulen von Pistazienschaleninhalten nicht die Sache von Schnelligkeit zu werden schien am Küchentisch.

Die schwarzen Punkte im Risotto waren nach der unheimlichen Entdeckung dann rasch nicht als Käfer, sondern als Bestandteile des toskanischen Suppenbrühwürfels identifiziert, den anzufertigen wir uns aufgrund der schnellen Zubereitungsart anschickten, und so war dem Zubereitungsprozess nicht das Geringste mehr entgegenzusetzen. Zuvor war der tolle und nur zu empfehlende (aber !Achtung! natürlich äusserst schwierige) Carnaroli-Reis zusammen mit kleingehackten rötlich daherkommenden Zwiebeln in Bio-Olivenöl angedünstet und kurz vorm nicht eintretenden Verkokeln mit Weißwein und Brühe abgelöscht worden, die dann auch so nach und nach in heißem Zustande hinzukommt. Und währenddessen wurde nicht nur diese rührende Tätigkeit erwartungsgemäß fortgeführt, sondern auch die Pistazienentdeckerei durch tatkräftiges Zutun beschleunigt, damit wenigstens diesmal die Zutat rechtzeitig zur Verfügung steht, was durch gleichförmige schnelle Handbewegungen und einem erstaunten „wie geht das so schnell“ kommentiert werden konnte.

risotto mit baerlauch und gorgonzola und pistazien
Gewusst wie: Bärlauchblatt unter Risotto-Pistazien-Decke

Kurz vor Ende des als bissfest zu bezeichnenden Zustandes der exquisiten Reiskörner kam blitzschnell noch der delikate Gorgonzola hinzu und in einer extra Pfanne angedünstete stängelige Bärlauch- und Zwiebelreste und Zucchini, die sich jetzt zwischen dem schon lecker duftenden Zutaten harmonisch einfügten und nach kurzer Herumrührerei und Probierei war noch die Zitrone auserkoren das ihrige beizusteuern und dann kamen auch gleich die kleingeschnittenen Bärlauchblätter hinzu. Umrühren und zusammen mit den kleingehackten und herübergestreuten Pistazien war es dann auch gleich fertig. Sehr, sehr lecker!

Grünes Pistazien-Pesto mit Hindernislauf über selbstgemachte Tomaten-Nudeln (Roter Nudelteig mit Tomaten), Eier-Kauf und Überwindung von Entzugserscheinungen (Rezept)

Nun war es des gestrigen Tages soweit, dass das Abernten des Basilikum-Gewächses anstand, wobei darauf geachtet wurde die ganz kleinen Blätter am Zweig zu lassen, um auch noch einen dritten und vierten Erntegang bewerkstelligen zu können. Ein paar Spitzen wurden auch abgeschnitten damit die heranwachsenden Miniblätter, die gerade so herauslugten, auch noch schön zur Seite neue Triebe entwickeln können (warum die Information? Heute hat jemand nach „Basilikum richtig pflücken“ gegoogelt; da wollen wir nun tatkräftig helfen Nutzinformationen bereitzustellen.

Nachdem nun ein ganzer großer Berg von Blättern vor uns lag kam noch grob geriebener Pecorino Negro hinzu (so ca. 200 Gramm — jeder andere trockene und harte Käse wie insbesondere Ziegenkäse und natürlich der berühmte italienische Parmesan sind auch geeignet ), die Pistazien (so 180 Gr. mit Schale; was die ohne Schalen wiegen? Keine Ahnung — haben wir nicht gewogen) zu entkleiden oblag herbeizitierter Person mit mangelnder Motivation im Kochen, die aber alsbald und nur durch gelegentliche — dem eigentlich Abstinenz hinsichtlich Nikotin-haltiger Genussmittel (Drogen!) unterstellt worden war — Ausfälle unterbrochen wurde. Das war aber auch gar nicht so schlimm, weil auch die Ursprungskochbelegschaft hinsichtlich der Verknappung von kostbaren Tiefschlafstunden aufgrund mangelnder Zeit- und Alkoholeinteilungsfähigkeiten, ein zwischenzeitliches Päuschen einzulegen wünschte.
Am besten wären für das Pesto übrigens ungesalzene grüne Pistazien gewesen, die aber grad nicht aufzutreiben waren ohne ein riesiges Loch in unser Kosten- und Zeit-Budget zu reißen. Mit Pinienkernen oder Mandeln wurde das Pesto übrigens auch schon aufgetischt, auch ganz famos. Nun waren aber Pistazien da und das ist ja auch mal was anderes.

Und wie wird es nun genau gemacht?

Genau können wir auch nicht — nur so ungefähr, hängt ja immer davon ab, ob die Zutaten die geschmacklichen Eigenheiten, die sie eigentlich besitzen müssten auch wirklich als Auszeichung mit sich herumtragen. Zwischendurch Abschmecken ist sowieso Pflicht.
Genommen haben wir diesmal z.Bsp. nur zwei Knoblauchzehen (die waren wirklich scharf), sonst sind mindestens vier drin. Dann kam ein ordentlicher Schuß unseres tollen Bio-Olivenöls hinzu (aber eines von denen, welches nicht ein zu intensives Olivenaroma hat, was ansonsten den Geschmack von frischem Basilikum leicht hätte untergehen lassen können). Ein paar Pistazien, Käse(stücke) und Basilikumblätter noch rein und dann mittels eines Pürierstabs (wie heisst das Teil eigentlich genau?) alles kurz anmixen. So nach und nach kommt dann auch noch der Rest von allem hinzu, zwischendurch immer noch Olivenöl nachgießen. Wer es etwas feiner mag mixt halt länger, welche es Basilikum-intensiv knackig bevorzugt, wie wir, die lässt es etwas gröber (auch ruhig die Nüsse oder den Käse im Pesto). Das dauert nur ein paar Minuten und wird dann am besten in Gläser abgefüllt und mit Öl aufgefüllt damit es nicht schlecht wird. Im Sommer können so ganze Riesengläser von Pesto fabriziert und für den Winter und lauschige Herbstabende kühl gebunkert werden. Frisch schmeckt es aber besonders gut.

Grünes leckeresPistazien-Pesto
Grünes leckeres Pistazien-Pesto

Aber was wären die ganzen Mühen ohne die dazugehörige — unverzichtbare!! — Mehlspeise:
Wir haben deshalb die zwischengelagerte Nudelmaschine in Betrieb genommen und schnell einen Teig hergestellt. Dazu benötigt werden Mehl, Eier (die extra noch eingekauft werden mussten von sichtlich geschwächten WG-Inhalt), Olivenöl, unsere delikat eingelegten Tomaten und eine ordentliche Prise Kristallsalz. Kräftige Oberarme sind auch nicht schlecht bei der Herstellung der tomatigen Bandnudeln, die wir nun anschickten zu nudeln. Auf 100 Gr. Mehl kommt ein Ei (geht auch ohne, wird aber nicht so geschmeidig), Salz hinzu und alles gut vermischen. Tröpfchenweise kommt Wasser oder Olivenöl hinzu (aber Obacht! Wird es zu glitschig, gelingt es nicht so gut). Dann haben wir auf vierhundert Gramm Mehl noch sechs feinpürierte Tomaten mit etwas Öl hinzugefügt und dann wurde geknetet was das Zeug hält (das Klischee von der großen italienischen Mama mit der Großfamilie muss daher kommen). Aber mittels aufmunternder Zwischenrufe und etwas Hinzufügung von Mehlstaub war die Motivation ungebrochen und der Teig schließlich fertig, um sich dann eine Stunde im Kühlschrank auszuruhen.

Nudelmaschine in Betrieb
Mehrmals übereinandergelegt und plattgewalzt (mit Holz solls angeblich am besten gehen) in der stählernen Nudelmaschine gelangten die roten Nudeln dann in reichlich gesalzenes kochendes Wasser und nach 5 Minuten (dünne Nudeln nur ca. drei Minuten) auf die bereitgestellten Teller, die (so kurz nach Mittrenacht) alsbald ratzeputz leergefegt waren. Dazu passend ein leichter Salat aus mehreren Salatsorten von einem Öko-Wald und Wiesen-Hof wie Rauke, Eisbergsalat und Mizuna, der dem Frisée nicht unähnlich ist aber besser schmeckt, mit weißem Balsamico, Salz und Öl und frischem feingemahlenem schwarzen Pfeffer. Sekt und Chianti wurden auch gereicht. Als Dessert gefüllte Himbeeren.

Tomaten-Nudeln mit Pistazien-Pesto

Ach ja — fast vergessen — am Freitag gab es auch noch Perciatellini (so lange dünne Maccaroni) von De Cecco mit zwei verschiedenen Garnelen-Arten in Wein-Tomatensauce, Rucola, Schafskäse und Zitronensaft , war gar nicht schlecht, aber erreichte auch keine Höchstnoten; das konnten wir schon mal besser. Das Rezept, als dies so war, posten wir die Woche mal so zwischendurch in den Blog rein. Inzwischen gibt es ja leckeres Nachzukochen.

Apropos Essen: In der taz vom Wochende war neben der Beschreibung des Bio-Boom oder Niedergangs, je nachdem, eine interessante Letzte Frage der Beantwortung feilgeboten worden:

Warum schmeckt Erdbeereis nie richtig nach Erdbeere?. Wir werden das originell beantworten! Vorhandenes Nichtwissen darf auch uns vorab mitgeteilt werden. Aber jetzt nicht Zeugs wie dass da Baumrinde als natürliches Erdbeeraroma reinkommt, das wissen wir auch und ist sowieso nicht gefragt — nur mal so als Nebenbeiinformation. Und nun hurtig, hurtig…