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Jetzt oder nie — Anti-Atom-Suppe

Anti-Atom-Suppe aus Linsen
Anti-Atomkraft-Suppe benötigt auf jeden Fall eine Menge Linsen

Eigentlich bedarf es nur ein klein wenig abgequetschtes Zeitkontingent, drei Linsensorten (von denen die gelbe in gefühlten 23 Läden gesucht werden musste) und ein wenig Fingerspitzengefühl (mehr oder weniger ;-) ) und voilà die Anti-Atom-Suppe aus dekorativen Linsen ist fertig.

Belugalinsen-N
Die feine Belugalinse setzt den letzten Schliff bei der Schrift

Mithilfe von so Suppenzeugs wie Möhren, Sellerie, Petersilienwurzeln, Lauch, dreierlei Zwiebeln, Petersilie, Dill, Olivenöl und klassischen Gewürzen wie etwas Liebstöckel (noch vom Sommer eingefroren, diverse Brühvorräte gehen auch), Pfeffer, frisch vermahlen und Salz, die Suppe schluckt unglaublich viel Salz.; Rigani und Lorbeerblatt darf natürlich auch noch mit rein.
Zubereitung eigentlich fast genau wie hier beim Dekorativ, das irgendwie leider vergessen wurde.

Anti-Atom-Suppen-Teller
Schwärzlich durchgefärbt das Ergebnis, beim nächsten Mal nur noch rote Linsen

Und damit sie dann auch noch besser zu munden weiß, dürfen die optisch die Anti-Atom-Sonne unterstützenden Orangen auch noch mit rein :-) samt ergänzend zu reichenden weißem Balsamicoessig.

Zubereitung also so einfach wie die nächste Anti-AKW-Demo:

In gutem Olivenöl das ganze Wurzelzeugs, die kleingeschnibbelten Dill- und Petersiliestiele und die Zwiebeln anrösten, mit Wasser aufgießen, restliche Gewürze außer dem Salz rein, köcheln lassen, dann die Linsen — die Antiatomsonne dann doch liegengelassen — mit rein. Die gelbe Sorte verliert sich genauso wie die rote Variante relativ rasch, zum letzten Mal hatten wir die erinnerlich zusammen als gedünstete Linsensprossen in farbtechnischer herausgehobener Art und Weise präsentiert.

Anti-Atom-Linsensonne
Sonnenenergie erfreut doch immer wieder

Die feine sonst sehr delikat in Erscheinung tretende Belugalinse färbt hier gemeinerweise heftig ab, dominiert bald schwärzlich den ansonsten auftretenden aschfahlen Grünton, das gelb-orange beschränkt sich auf die Karottenstückchen, die unbeirrt die Fahne aufrecht halten.

Abgeschmeckt mit Orangensaft, Salz und ein ganz klein wenig scharfen Curry. Sehr gut — so muss Linsensuppe schmecken :-)

Fast zu schade zum kochen
Fast zu schade zum Verspeisen — das Making-of übrigens hier

Ach ja — wir versprechen: Irgendwann nach den Wahlen ist eines auf jeden Fall klar, die Interessen der Atomindustrie sei es durch Weiterbetrieb oder durch Entschädigungszahlungen sind gesichert.
Ob nun schwarz-gelbe Atomlobby oder orange-grüne Lange-Laufzeiten-Bauchschmerzen, das Interesse bzw. den Mut Nein zu sagen hatten sie alle nicht — auch wenn sie sich merkwürdigerweise heute so gerieren und die bekanntermaßen gefährliche Atomenergie für viele viele Jahre weiterhin stütz(t)en.

Hoffen wir mal, dass sich das jetzt ändert — Jetzt oder nie!

[Nachtrag: Obdachlose: todgeweihte Strahlenhelfer in Fukushima? via SWR-Umweltblog ]

Die vielseitige Verwendbarkeit der feinen Korinthe zeigt sich ergeben auch bei Anfertigung sowohl baskischer als auch zukünftig dann andalusischer Tapas insbesondere unter Beachtung demnächst käuflich zu erwerbender geschmacksreicher Nahrungszubereitungsmittel (zum Nachtisch optisch widerständliche Keksstempel)

Von unterschiedlicher Seite gedrängt doch mal ein paar klassische Tapas-Rezepte auszuprobieren ward die Aufgabenaufteilung gleich verteilt: Frager 1 erhielt den Auftrag sein schon lange gehortetes Kochbuch mitzubringen (wir haben nur 5 Kochbücher im Hause, in die wir sowieso recht selten reinschauen) und so eigentlich sämtliche Zutaten während Fragerin 2 sich an den Nachtisch machte und hier stattdessen in der wie immer unaufgeräumten Küche dran gemacht wurde zu schauen, was denn eigentlich selber vorrätig zu sein pflegte.

mit honig versorgtes huhn
Honigversorgung schmeichelt ungemein

Prima Sardellen waren noch da, ein mittelgroßes Glas mit einem kleinen Rest von 10 Stück in Öl eingelegt.
Bei baskischen Tapas (die haben so einen unaussprechlichen Namen) gehören die ja in jedes 0,5 Gericht dazu, praktisch wenn es vor Ort nichts anderes (und wesentlich besser schmeckendes) gibt, der erwünschte geräucherte Kabeljau war auf jeden Fall nicht bevorratet ;-)

Am Ende dann irgendwie zuviele Baguettes in unterschiedlichsten Ausführungen und eine eingehende Weinprobe, die vergessen ließ, dass auch noch mal was gefertigt werden müsste, also Zeit vertrödelt und aus den anvisierten 10 Tapa mal eben zwei gemacht :D

gefüllte tomaten mit thunfisch aioli und so

Das umständlich ständig im Auge behaltende Kochbuch „Tapas favoritas“ von Fiona Dunlop (Hrsg.) gibt dann auch gleich mal mehr oder weniger genaue Angaben vor, bekanntlich lieben wir die weniger genauen ;-) da kann dann nichts falsch gemacht werden (Hauptsache es ist genügend Olivenöl dran).
Erstes, weil einfaches Rezept war dann gleich eins aus Andalusien von Rosa Maria Borja und Isabel Capote Dominguez (aus Sevilla): Hähnchenschenkel in Honigsauce; ok, das ist ein klassisches Gericht ;-) aber fand hier Ergänzung mit Currypulver und Senfpulver.

Butter so 100 Gramm, 250 Gramm flüssiger Honig, Currypulver und etwas Senfpulver mit 75 ml Tomatenketchup vermischen, köcheln lassen und ab auf die Hähnchenschenkel und im Ofen 35 Minuten backen.
Auf das geschmacklose Senfpulver haben wir verzichtet und richtigen Senf genommen, ebenso auf die Butter, die nicht da war und durch Öl ersetzt wurde und den Ketchup durch selbstgemachte Tomatensauce ersetzt. War jetzt nicht schlecht, aber irgendwie fehlte der letzte Pepp. Beschlossen das Rezept demnächst noch weiter abzuwandeln und noch ein wenig Korinthen (wahlweise in süßen Wein eingelegt und/oder fein zerkleinert) hinzuzufügen.


Mayonnaise mit dem Stabmixer — funktioniert wirklich prima auch mit Knoblauch

Die gefüllten Tomaten mit Thunfischpüree dann original aus dem Baskenland, das Rezept gefertigt von Iñaki Gulin und Álex Montiel: Frischer Thunfisch in Olivenöl gedünstet, mit Tomatensauce vermischt und mit Aioli — endlich Gelegenheit erfolgreich mit einem Ei, einer leider etwas zu scharfen Knoblauchzehe, viel Olivenöl, Salz, Pfeffer, Senf, frischem Zitronensaft den Stabmixer-Trick auszuprobieren, der seit Jahren im Internet herumgeistert; Chili und Ciabatta hat mal eine deutsche Version der Zubereitung angefertigt) — und Petersilienöl dann oben draufgetröpfelt auf die blanchierten und halbierten Tomaten ohne Haut.

Laut Anleitung sollte die Füllung versteckt werden durch Präsentierung der Tomatenaußenseite — das hätte allerdings die absolut nach weitgehend fast gar nichts schmeckende Tomate in den Vordergrund gerückt ;-) Zwischendurch hatten wir die Thunfischmasse noch mit frischem Rest-Tomatensaft vom Teller versorgt, was den Rest etwas ruinierte, durch in Sherry eingelegte Korinthen dann aber erfolgreich und geschmacksabrundend gerettet werden konnte. Also Korinthen mit in die Tapas! :-)

ausprobiererei
Ganz rechts im Dunkeln die Alioli

Beim Petersilienöl mit Knoblauch und Walnüssen haben wir übrigens nicht richtig aufgepasst und auch die Stiele mit versorgt, was zwar kein Problem war, aber dann doch etwas mehr Pesto als Öl fabrizieren ließ ;-) Ein Rezept für Petersilienöl übrigens bei RezKonvSuite, die gerade erst von den Stuttgarter21-BefürworterInnen heimgesucht worden sind und hervorragende Widerstandskekse im Angebot haben, deren Druckstempel nicht mehr verkauft werden darf.

Verschlusssichere Angelegenheiten bedürfen mitunter zur Erreichung des gewünschten Effektes eines kleinen Schubsers zur Inaugenscheinnahme verlustig gegangener Schichten (Neues ausprobierungshalber)

gemüse noch unverbrannt
Noch gänzlich unverbrannt

Ein kleines Geschenk in Form eines in des Schenkenden neuen Backofens nicht mehr hineinpassenden Gefässes erweist sich nach nicht verenden wollenden Jubelgesängen der ersten Ausprobierung nicht abhold, wobei leider festgestellt werden musste, dass bisher so leichtfertig gefertigte Speisen aus solchen Formen sich mitunter ganz anders in ihrer Prächtigkeit zu erweisen wissen mit einem unterwickelten Bräunungsgrad, der durch einen allzu festliegenden schweren Deckel (ohne Abb.), der wiederum das entweichende Wasser besser als bisher genommene Alufolie zurückzuhalten wusste, begünstigt wurde.

gemüse unter deckel gegart

Für das nächste Mal also vorgemerkt — weniger Flüssigkeit, Deckel früher lüften und sodann artig auch die Tomaten besser rösten lassen. Ansonsten formidabel :-)

Das Gemüse hatte also zuviel Wasser und so durfte der Salzgehalt auch noch nicht als vollendens eingezogen betrachtet werden, nochmaliges Kochen auf dem Herd sorgte aber für leichte Besserung.

lemonen gedeckelt

Anschließend mal wieder karamellisierte Limonen mit ebenso leichter Bräunung allerdings passend einfügsam ins Gesamtgeschehen ;-)

Sich des Geschmackes erfreuende Keftedes und in allerlei Variation hinzugefügt Dieses und Jenes, um zu erreichen einmal auch Bifteki und dann den Grad der Lockerheit samt aromatisch-verführerischer Sanftheit (hey — weitgehend gelungen und sooo einfach)

bifteki mit schafskaese und zucchini
Bifteki — an den Schafskäsestückchen zu erkennen (sehr klein ;-) )

Die erneute Ausprobierung stand schon länger mal wieder an, Hackfleischgerichte sind ja nicht so häufig anzutreffen bei uns, andere können das aus jahrelanger Übung resultierend dann in perfekterweise abgestimmter Handhabung der Zutaten.
Nun war neulich der Wunsch groß doch einmal die typischen griechischen Keftedes zu machen, ist schon ein paar Tage her und war die Beilage zu dem famosen Zucchini-Kartoffel-Wildkräutern aus dem Backofen, aber da die Hitzeansammlung heute Gnade walten lässt und auch etwas handfestere Speisung zur Abwechselung nicht das schlechteste wären ;-) nun das Rezept, was eingeholt wurde von einer Originalquelle, also mithin für allerbeste Geschmacksintensität zu bürgen weiß.

sauerteigbrot muss hinzu
Sauerteigbrot — unverzeihlich wenn nicht mit dabei

Allererste Voraussetzung sind natürlich die guten Zutaten, Fleisch aus Industriehaltung wässert nur und schmeckt nicht, klar, beim Hackfleisch fällt das dann besonders auf, leider ist in Berlin selbst das Biofleisch nicht immer das, was als gut gelten sollte, muss also vorher ausprobiert werden. Ganz wichtig ist dann noch das Sauerteigbrot, das unbedingt mit hinein gehört, am besten Roggen vom Biobackhaus.

Damit die Keftedes auch schön saftig bleiben werden einfach noch Zucchini und Kräuter mit hinzugefügt und für ein paar Exemplare, die größeren, noch Schafskäse, schmeckt super und erfreut ob der mal etwas anderen Füllung.

zucchini und zwiebeln sanft geduenstet
Zucchini und Zwiebel schon mal lecker angedünstet

Zutaten noch mal auf einen Blick:

1 Kilo gutes Hackfleisch (Rind, nicht zu viel Fettanteil)
halbes altes Brot so 500 Gramm und 3 Tage alt, Sauerteig! (ev. etwas mehr, wenn die Rinde abgeschnitten wird)
1 große Zucchini, am besten die hellgrüne Sorte
3-4 Eier
4-5 weiße Zwiebeln oder zwei Gemüsezwiebeln (ein Teil bleibt roh)
Petersilie
Olivenöl
Salz, Pfeffer (gemessen: 30 Sekunden Mahlung ;-),
Cumin 2 Teelöffel (ca, je nach Intensität),
Rigani, 1 Teelöffel,
Würzminze 1-2 Esslöffel (auch frisch/extra, dann mehr),

und optional
Mineralwasser oder Soda
Schafskäse
Knoblauch

gutes oek fleisch und petersilie auch vom stiel
Von der Petersilie am besten auch die zarten Stiele

Zubereitung:

Zucchini und Zwiebeln in kleine Stückchen schneiden, einen Teil der Zwiebeln beiseite stellen, die kommen später so hinzu, und dann in einer Pfanne anbraten/andünsten in Olivenöl. Derweil das Sauerteigbrot einweichen und dann, wenn es weich, aber nicht zu weich ;-) ist vorsichtig ausdrücken, es sollte nicht zu viel Wasser drinbleiben aber auch nicht so zerkrümmeln, dass es nicht mehr möglich ist dasselbige herauszubekommen.

Dann das Hackfleisch die Eier (je nach Größe 3-4) die kleingeschnittene Petersilie (auch die zarten Stiele), das Brot und die Zucchini-Zwiebel-Mischung vermengen, Gewürze hinzu, wenn es zu „weich“ oder „flüssig“ ist, ev. noch mehr Brot oder alternativ etwas Haferflocken. Dann eventuell noch ein kleiner Schuss gutes Olivenöl und noch extra kleine rohe Zwiebelstückchen hinzu für den etwas knackigeren Genuss, die werden natürlich auch noch weicher, so ein bißchen Frische ist aber trotzdem gut erschmeckbar.

keftedes mit kartoffel zucchini wildkraeutern
Als Beilage optmal verwendbar

Lockerer wird die Masse, wenn ein Schuss Mineralwasser oder ein bißchen Soda-Pulver hinzugegeben wird, haben wir natürlich vergessen, muss aber wie das Ergebnis zeigt auch nicht unbedingt sein.

Dann geht es an das Formen, etwas länglicher wäre klassisch, ist aber eigentlich egal, flacher sollte es sein damit alles gut durchgebraten wird. Tipp: Um eine gleichmäßigere Struktur zu erreichen können einfach die Hände nassgemacht werden, das Formen ist dann ein Kinderspiel und in der Pfanne kann dann die „Frikadelle“ auch noch plattgedrückt werden.

Erste Probierung ist dringend angeraten für den Bratvorgang. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen (Grillpfannen eigenen sich auch super) und schon mal zwei Probe-Hackbällchen braten, Temperatur eher niedrig ansiedeln — es soll ja schließlich außen nicht zu schwarz werden. Stimmen die gewürzlichen Zugaben? Nachwürzen dann dringend angeraten :-b

Je nach Wunsch kann auch noch Schafskäse hinzukommen, kleingedrückt oder als Stückchen, alles ist möglich und saftiger und würziger wird es auch, etwas größer sollten die Hackteilchen dann sein, das heißt dann in Griechenland Bifteki.

griechische keftedes
Griechische Keftedes — was wird zart-locker-saftig-formidabel mehr begehrt

Die ersten Keftedes waren bei uns von der Konsistenz her noch etwas zu weich, was aber daran lag, dass das Brot einfach zu alt war und auf Grund der darob eintretenden Zerkrümmelung das Wasser nicht mehr richtig ausgedrückt werden konnte, eine Brotschleuder hätte hier vielleicht Abhilfe schaffen können :D und sonstige dem entgegenwirkende Zutaten waren leider nicht mehr vorrätig, ging dann aber so.

Haben schon mal sehr gut geschmeckt, die Feinwürzung war aber noch nicht (die Ansprüche, die Ansprüche) perfekt abgestimmt, das wird beim nächsten Mal noch optimiert, wahrscheinlich war das Hackfleisch schuld ;-) Verspeist mit zusätzlich gereichten Schafskäse und das Glück stellt sich ein.

Dekorativ, das — rundlich abstimmend bestückend überaus entzückend

kartoffel linsen karotten suppe eingedickt
Kartoffel-Karotten-Linsen-Suppe dickt ein — schmeckt dann besser

Ab und an müssen die Restbestände raus, alles wird versammelt und dann wird auf Zuruf entschieden alles mögliche der Kochkunst anheimzustellen. Suppentage sind ja eher selten (andere feiern das ja geradezu frenetisch), also warum nicht mal wieder, die Kartoffelreste aus hart- und überwiegend weichkochenden Exemplaren schnell geschnippelt in kleine Stücke, derweil Zwiebelwürfelchen angebraten mit Würfelgemüse aus Sellerie (ausnahmsweise in Gebrauch), Lauch, Petersilienwurzel, Karotten, Petersilie und Dill, die Stiele klein. Dann mit zusätzlichem Olivenöl versehen noch ein Suppenstück Bio-Rind kräftig angebraten und mit Wasser erst schmorend und dann köchelnd aufgegossen noch ein paar Stündchen weiter blubbern gelassen.

dekorativ bestückend rund
Nur echt mit Randlinse

Zwischendurch die Kartoffelstückchen hinzu und später noch ein paar zusätzliche Möhrchen. Gewürzlich ständig nachgebessert mit Pfeffer, Salz, frischen Lorbeerblättern. Aber irgendwie fehlte dem Fleisch der Geschmack, der hätte abgegeben werden sollen, das hätte komplett weggelassen werden können, schmeckte nach gar nichts, stammte aus einem Biosupermarkt und irgendwie kam auch die Erinnerung hoch, dass in den letzten Jahren eigentlich dort nie ein geschmackvolles Produkt erworben wurde.

Nachgewürzt mit Langem Pfeffer und beschlossen noch Linsen zuzugeben, die Kartoffeln hatten sich größtenteils schon zerkocht. Champagnerlinsen waren optimal und dann noch Mandarinensaft, frischgepresst aus steinharten aber dennoch noch saftigen Exemplaren, hinzu und ein ordentlicher Schuss Sherry-Essig. Jetzt geschmacklich deutlich besser, die festeren Linsen äußerst passend. Kein Liebstöckl mehr vonnöten. Gerettet.

Durchgezogen heute noch besser und für das Regenwetter genau die richtige Kost, heimelig-gut! ;-)
Dekorativ waren ein paar gekaufte Broccoli-Sprossen vorgesehen, aber die schmeckten leider nach gar nichts, brauchten also nicht auch noch mit hinzu. Zeit mal wieder selber die Sprossenzucht zu aktivieren.

Letzte Bevorratungen von Buntmangold, Petersilie und Wildfenchel wissen sich im Winter idealgerechterweise mit neuen Olivenölbeständen in Verbindung zu setzen (kleingeschnippelter Qualitätsjournalismus gratis)

Die auch noch dem letzten Hauch wärmerer Grade ausnutzenden Gebrauchsgemüsepflanzen mussten nochmal ran, bunter Mangold wurde samt Zwiebeln kleingeschnippelt und mit wilden Fenchelspitzen und Petersilie in wunderbaren Bio-Olivenöl, welches im Übrigen gerade frisch in großen Beständen und Behältnissen der weiteren Verarbeitung in unserer Küche harrt, sanft gedünstet und zur genüsslichen Verköstigung aufgetragen.
Mit dabei: Salz und Pfeffer, ein Tick Zitrone. Wunderbar einfach lecker!

mangold petersilie zwiebel wildfenchel olivenoel
Schnelle Restsommersherbstwinterskost mundet ungemein

Die Qualitätspresse in der BRD hat es schwer, die Auflage geht zurück, sachkundige RedakteurInnen werden sich immer weniger geleistet, die Kosten explodieren, die Gewinne schmälern sich und Ach! hat sich da das NevenDumont-Verlagskonsortium so gedacht, da machen wir doch einfach mal aus zwei eins, das fällt gar nicht so auf und dann sind noch fixer Einsparziele erreicht, die selbstverständlich nicht zu Lasten der Inhalte gehen.

Wie genau geht das nun: Die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau, die mit geschönten Flugzeugexemplarstatistiken hantierend zu Höhenflügen kommen, tauschen jetzt Artikel aus, das nennt sich Qualitätsoffensive oder so ähnlich.

Einen Vorgeschmack auf die Anpassung auf niedrigem Niveau lässt sich die Tage wieder beobachten. Die FR kommentiert sich die Finger wund zu den Studierendenprotesten an den Universitäten und hat klar erkannt wobei es sich bei angebrachten Graffiti handelt: „… Schmierereien… Das ist kein Protest, sondern falsch kanalisierte Aggression“.
Nun, der Untergang des Abendlandes ist schließlich nah, da muss das gequälte Selbstverständnis der Kleinbürgerin halt zu Papier gebracht werden, wo käme die Zivilgesellschaft schließlich hin, wenn dem tatenlos zugeschaut würde – Graffiti, owehoweh was ist das nächste?

story of cap and trade 2

Videograffiti — gefährliche Informationen zum Klimagipfel

Eventuell Zeltlager? Von Autonomen gar, die den SPD-Abgeordneten Kleinadam zumindest in Berlin „an den Ku Klux Klan, den rassistischen Geheimbund in den USA“ erinnern.

Jene subversiven Zusammenkünfte der meist der Jugend näherstehenden Personen; die treffen sich da still und klammheimlich, vereinbaren niemanden etwas zu erzählen und dann üben sie nebenbei auch noch Selbstverteidigung gegen Neonazis und Polizei.
Und dann auch noch sensationsträchtiger: „Neben Schlafzelten war eine Art Zirkuszelt aufgebaut. Hier stand Agitation auf dem Programm. Die Linken debattierten über Antinationalismus, Antiglobalisierung, Antisexismus und Antirepression, außerdem wurden hessische ´Nazi-Strukturen` seziert. Zwischen Kampftraining und Agitprop gab es veganes Essen aus der `Volxküche´“.

Also sämtliche Schrecken aufgezählt, die der Autor kennt, wahrer Enthüllungsjournalismus, der Tagesspiegel weiß aber — von der Zeit mit nicht zusammenhängenden Fotomaterial auch noch wiedergekäut — äußerst wichtiges zu verkünden: Das Zeltlager endete „als sei nichts geschehen“, schlimmer noch: „keine Nachbereitung auf linken Websites, keine Diskussionsveranstaltungen, nichts“.

klima
Infos zum Klimagipfel beim Buko

Was mag das bedeuten, der Qualitätszeitung sei Dank, wird schonungslose Analyse betrieben. Das Ziel, so wird gewarnt durch anonym gebliebene „Sicherheitskreise“ seien Proteste beim Klimagipfel in Kopenhagen.

Ja, wenn schon die Maßstäbe des im Trüben Herumfischens mit derart investigativer Tätigkeit in Einklang gebracht werden kann, ja dann kann auch die Berliner Zeitung mal wieder ausholen und aufklären, etwa über die „Napalmbombe des Kleinen Mannes, dem Molotowcocktail“, der wurde nämlich des Nächtens auf ein Gebäude des BKA geworfen, dies kann ja nun Gegenstand von Erörterungen sein, nur wie kommt die Berliner Zeitung dazu diese „Bomben“, die samt Farbflaschen an eine sicher schwer entflammbare Backsteinmauer knallten, den mutmaßlichen Hintergrund zu entnehmen — genauer, dass nach „dem Willen der Angreifer Leib und Leben der Beamten gefährde(t) “ werden sollte. Oder gar noch abstruser „Menschen, deren Herkunft, Beruf oder Funktion nicht ins Weltbild passt, bei lebendigem Leibe anzuzünden“?

caravan
Protest lässt sich nicht diffamieren — auch wenn einige das gerne hätten

Die „Qualitätspresse“ bedient sich da eines kleinen Tricks, in Berliner Zeitungsredaktionen ist es nämlich Mode geworden, auf anonyme Kommentare beim Informationsportal indymedia zurückzugreifen.
Die sind zur Not mitunter auch selber anzufertigen; nur liebe Berliner Zeitung, wenn ihr schon so eine von Dummheit nur so triefende Analyse abliefert, schreibt doch nicht, dass es „keinen Unterschied“ zwischen Autonomen und Neonazis gäbe und untermauert das mit: „Das dämmerte auch einem anonymen Autonomen auf www.indymedia.de“. Diese Internetadresse ist nämlich gar nicht diejenige von indymedia, aber wozu recherchieren, wenn Hetze im Einklang mit mangelnden journalistischen Fähigkeiten so einfach vonstatten gehen kann.

Verzauberung pur erweislich, feingliedrig und doch widerspenstig in der Formgebung sich gebende frische Knoblauchkräuter entzücken, versprechen delikatesten Einstieg in die famose Grillsaison (Rezept, Handlungsanleitung und Genusskredenzung dann auch gleich inclusive) und sowieso eignet sich alles so wunderbar zu so allerlei köstlich sich vorstellbarer auch sich nicht als Grillgut erweisender Unterlage

knoblauchkraeuter
Frische Knoblauchkräuter versprechen delikatesten Einstieg in die famose Grillsaison

Die griechische Küche ist bekanntlich den frischen Genüssen nicht abgeneigt, was sich auf vorzüglichste Weise mal wieder zeigte als es hieß, sich dem neu entsprossenen Grün zu widmen; dabei sind der wunderbare Dill und Kräusel-Petersilie (halb gekräuselte wäre auch nicht schlecht, gab es aber nicht) die Hauptzutaten für griechische Knoblauch-Kräuter, die allerdings nicht traditionell überliefert, sondern eine Neuschöpfung der 70er sind.

In Spanien z.Bsp. ist Dill fast gänzlich unbekannt, was sich als unpässlich herausstellt, insbesondere wenn die Zutat unerlässlich ist, erinnert an eine längst vergangene Suche: auf allen Märkten nichts gefunden, also ab in den nächsten Buchladen und erst mal nachschauen wie der spanische Name ist, eneldo, kennt trotzdem niemand, im Supermarkt dann aber doch noch eine getrocknete Würzvariante gefunden — welch ein kulinarischer Verlust.

Aber die glückliche Fügung lässt das zartgliedrige Gewächs hier an fast jedem Gemüsestand als erwerbbar präsentieren. Dazu kommt noch Knoblauch und Olivenöl und etwas Salz, mehr nicht.

Die Zusammenstellung ist dann das Geheimnis, die Stiele werden fast komplett weggeschnitten von der Petersilie, die übriggeblieben Röschen werden dann grob geschnitten, beim Dill dürfen es die harten und größeren Stiel-Bestandteile sein, die weichen müssen. Der Knoblauch wird fein gewürfelt, dann alles vermengen und mit einem Schuss Bio-Olivenöl versehen, salzen, warten und nach einiger Zeit nochmal etwas Öl und Salz eventuell, je nach Geschmack.

knoblauchkräuter anderentags halten also lange
Knoblauchkräuter halten anderentags liebenswürdigerweise auch noch

Passt vorzüglich zu Grillgut aller Art, in diesem Fall handelt es sich um Pfannengut, es regnet, aber ansonsten phänomenal gut, Fleisch braucht gar nicht gewürzt zu werden, Halloumi sowieso nicht, die frischen Knoblauchkräuter reichen vollkommen, ein vitaminreiches gesundes Grillgutergänzungsmittel sozusagen ;-)

Zutaten:

3/5 Teile Petersilie (am besten semi-krausel)
2/5 Teile Dill
2 Knoblauchzehen
Olivenöl, ein, zwei Schuss
Salz, etwas