Tag-Archiv für 'minze'

Der Rest durchaus ergänzend nach formidable aufgetischter Völlerei durch ausnahmsweise Staudenselleriebeifügung mit Wildlachs, Pfeffer, Rigani später dann versehen (und das perfekte Fischsiegel)

Sellerie — ein altes Thema, muss nicht unbedingt sein, eventuell ein kleines bissl in der Suppe oder dezent irgendwie versteckt, ok. Der lachend in der Küche deponierte Staudensellerie dann die Herausforderung, schmeckt nicht so penetrant, aber ist trotzdem Sellerei, nicht so schön zart schmeckend wie der überaus entzückende Wassersellerie, der nur gute Geschmacksnoten vorzuweisen hat, aber nur im klaren Quellwasser auf Pflückung wartet.

kartoffel staudensellerie tomaten minze zucchini auflauf
Gut versteckt ist die richtige Wahl für schnöden Staudensellerie

Also was finden, um ein den Geschmack ordentlich zu verstecken unterzubringen, leicht angekokelter Kartoffel-Zucchini-Auflauf, genau richtig dafür, also ran und die neue Riesenbackform emporgestemmt, wiegt mindestens 6 Kilo, mindestens!

Staudensellerie dann in ganz kleine Stückchen schneiden, Frühlingszwiebeln dürfen auch hinzu, Kartoffeln in Scheiben schneiden, die Zucchini etwas dünner, Tomaten in anstrengender aufmerksamkeitsbedürftiger Art in kleine Würfelchen verwandeln, Schale bleibt dran, es soll ja schnell gehen ;-)

griechisches gemuese-allerlei
Reste reichlich am anderen Tag

Frische Minze gehackt und trockene Würzminze, Peffer, frisch vermahlen und schwarze Sorte, ganz wenig Rigani und ordentlich Salz und Olivenöl, schön durchmischen und ab in den vorgeheizten Backofen mit Deckel (oder doppelt gelegter Alufolie), das backt jetzt erstmal fröhlich vor sich hin, vielleicht eine Stunde, kommt auf die Kartoffelsorte an, festkochende in verschiedener Benennung waren hier drin, dann Bedeckung lüften und oben noch schön knusprig bräunen, wenns kokelt, ist es fertig!

Und siehe da — der Sellerie weiß sich köstlichst in der Sommerspeisung zu benehmen ;-)

wildlachs gebraten mit rigani und peffer
Wildlachs mit MSC-Siegel versehen mit Rigani

Nachanderentags um drei Uhr früh die Reste dann mit Wildlachs verspeist, einfach so gebraten in Olivenöl und dazu schlicht Rigani, Salz, Pfeffer, Zitrone, Wein war als Begleitung auch gar nicht mehr nötig.

Zur Zeit ist fischküche ja eifrig dabei die im Blog überaus zahlreich lecker dargebotenen Fischauftischungen noch mit wichtigen Informationen über den Fischfang zu ergänzen (Kommentieren im Kochblog geht leider nur mit Anmeldung).

Was hat es mit den Fischsiegeln wie MSC (etcetera?) auf sich, stimmen die Informationen zur Art der Fangtechnik und gibt es eventuell falsche Deklarierungen? fischküche war erst mal platt über den WWF, hat dann mehrere Firmen und Organisationen wie Greenpeace, WWF und foodwatch angeschrieben und so langsam trudeln die Informationen ein.

Der WWF ist allerdings spätestens seit dem Engagement für eine nachhaltige Gentechnologie eine etwas fragwürdige Organisation dennoch im Fischbereich sehr engagiert — trotzdem bleibt beim WWF die Frage wie Nachhaltigkeit mittels Gentechnologie aussehen sollte. Während in der Landwirtschaft gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden – dürfen andernorts dann als Ausgleich mehr nicht gentechnisch veränderte Flächen ausgewiesen werden? Sollte der WWF jetzt als käuflich betrachtet werden im „Fischbereich“? Auf jeden Fall eine lobenswerte Arbeit die Recherche im Siegelsegment und wir sind schon gespannt auf die weiteren Antworten :-)

Verschlusssichere Angelegenheiten bedürfen mitunter zur Erreichung des gewünschten Effektes eines kleinen Schubsers zur Inaugenscheinnahme verlustig gegangener Schichten (Neues ausprobierungshalber)

gemüse noch unverbrannt
Noch gänzlich unverbrannt

Ein kleines Geschenk in Form eines in des Schenkenden neuen Backofens nicht mehr hineinpassenden Gefässes erweist sich nach nicht verenden wollenden Jubelgesängen der ersten Ausprobierung nicht abhold, wobei leider festgestellt werden musste, dass bisher so leichtfertig gefertigte Speisen aus solchen Formen sich mitunter ganz anders in ihrer Prächtigkeit zu erweisen wissen mit einem unterwickelten Bräunungsgrad, der durch einen allzu festliegenden schweren Deckel (ohne Abb.), der wiederum das entweichende Wasser besser als bisher genommene Alufolie zurückzuhalten wusste, begünstigt wurde.

gemüse unter deckel gegart

Für das nächste Mal also vorgemerkt — weniger Flüssigkeit, Deckel früher lüften und sodann artig auch die Tomaten besser rösten lassen. Ansonsten formidabel :-)

Das Gemüse hatte also zuviel Wasser und so durfte der Salzgehalt auch noch nicht als vollendens eingezogen betrachtet werden, nochmaliges Kochen auf dem Herd sorgte aber für leichte Besserung.

lemonen gedeckelt

Anschließend mal wieder karamellisierte Limonen mit ebenso leichter Bräunung allerdings passend einfügsam ins Gesamtgeschehen ;-)

Sich des Geschmackes erfreuende Keftedes und in allerlei Variation hinzugefügt Dieses und Jenes, um zu erreichen einmal auch Bifteki und dann den Grad der Lockerheit samt aromatisch-verführerischer Sanftheit (hey — weitgehend gelungen und sooo einfach)

bifteki mit schafskaese und zucchini
Bifteki — an den Schafskäsestückchen zu erkennen (sehr klein ;-) )

Die erneute Ausprobierung stand schon länger mal wieder an, Hackfleischgerichte sind ja nicht so häufig anzutreffen bei uns, andere können das aus jahrelanger Übung resultierend dann in perfekterweise abgestimmter Handhabung der Zutaten.
Nun war neulich der Wunsch groß doch einmal die typischen griechischen Keftedes zu machen, ist schon ein paar Tage her und war die Beilage zu dem famosen Zucchini-Kartoffel-Wildkräutern aus dem Backofen, aber da die Hitzeansammlung heute Gnade walten lässt und auch etwas handfestere Speisung zur Abwechselung nicht das schlechteste wären ;-) nun das Rezept, was eingeholt wurde von einer Originalquelle, also mithin für allerbeste Geschmacksintensität zu bürgen weiß.

sauerteigbrot muss hinzu
Sauerteigbrot — unverzeihlich wenn nicht mit dabei

Allererste Voraussetzung sind natürlich die guten Zutaten, Fleisch aus Industriehaltung wässert nur und schmeckt nicht, klar, beim Hackfleisch fällt das dann besonders auf, leider ist in Berlin selbst das Biofleisch nicht immer das, was als gut gelten sollte, muss also vorher ausprobiert werden. Ganz wichtig ist dann noch das Sauerteigbrot, das unbedingt mit hinein gehört, am besten Roggen vom Biobackhaus.

Damit die Keftedes auch schön saftig bleiben werden einfach noch Zucchini und Kräuter mit hinzugefügt und für ein paar Exemplare, die größeren, noch Schafskäse, schmeckt super und erfreut ob der mal etwas anderen Füllung.

zucchini und zwiebeln sanft geduenstet
Zucchini und Zwiebel schon mal lecker angedünstet

Zutaten noch mal auf einen Blick:

1 Kilo gutes Hackfleisch (Rind, nicht zu viel Fettanteil)
halbes altes Brot so 500 Gramm und 3 Tage alt, Sauerteig! (ev. etwas mehr, wenn die Rinde abgeschnitten wird)
1 große Zucchini, am besten die hellgrüne Sorte
3-4 Eier
4-5 weiße Zwiebeln oder zwei Gemüsezwiebeln (ein Teil bleibt roh)
Petersilie
Olivenöl
Salz, Pfeffer (gemessen: 30 Sekunden Mahlung ;-),
Cumin 2 Teelöffel (ca, je nach Intensität),
Rigani, 1 Teelöffel,
Würzminze 1-2 Esslöffel (auch frisch/extra, dann mehr),

und optional
Mineralwasser oder Soda
Schafskäse
Knoblauch

gutes oek fleisch und petersilie auch vom stiel
Von der Petersilie am besten auch die zarten Stiele

Zubereitung:

Zucchini und Zwiebeln in kleine Stückchen schneiden, einen Teil der Zwiebeln beiseite stellen, die kommen später so hinzu, und dann in einer Pfanne anbraten/andünsten in Olivenöl. Derweil das Sauerteigbrot einweichen und dann, wenn es weich, aber nicht zu weich ;-) ist vorsichtig ausdrücken, es sollte nicht zu viel Wasser drinbleiben aber auch nicht so zerkrümmeln, dass es nicht mehr möglich ist dasselbige herauszubekommen.

Dann das Hackfleisch die Eier (je nach Größe 3-4) die kleingeschnittene Petersilie (auch die zarten Stiele), das Brot und die Zucchini-Zwiebel-Mischung vermengen, Gewürze hinzu, wenn es zu „weich“ oder „flüssig“ ist, ev. noch mehr Brot oder alternativ etwas Haferflocken. Dann eventuell noch ein kleiner Schuss gutes Olivenöl und noch extra kleine rohe Zwiebelstückchen hinzu für den etwas knackigeren Genuss, die werden natürlich auch noch weicher, so ein bißchen Frische ist aber trotzdem gut erschmeckbar.

keftedes mit kartoffel zucchini wildkraeutern
Als Beilage optmal verwendbar

Lockerer wird die Masse, wenn ein Schuss Mineralwasser oder ein bißchen Soda-Pulver hinzugegeben wird, haben wir natürlich vergessen, muss aber wie das Ergebnis zeigt auch nicht unbedingt sein.

Dann geht es an das Formen, etwas länglicher wäre klassisch, ist aber eigentlich egal, flacher sollte es sein damit alles gut durchgebraten wird. Tipp: Um eine gleichmäßigere Struktur zu erreichen können einfach die Hände nassgemacht werden, das Formen ist dann ein Kinderspiel und in der Pfanne kann dann die „Frikadelle“ auch noch plattgedrückt werden.

Erste Probierung ist dringend angeraten für den Bratvorgang. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen (Grillpfannen eigenen sich auch super) und schon mal zwei Probe-Hackbällchen braten, Temperatur eher niedrig ansiedeln — es soll ja schließlich außen nicht zu schwarz werden. Stimmen die gewürzlichen Zugaben? Nachwürzen dann dringend angeraten :-b

Je nach Wunsch kann auch noch Schafskäse hinzukommen, kleingedrückt oder als Stückchen, alles ist möglich und saftiger und würziger wird es auch, etwas größer sollten die Hackteilchen dann sein, das heißt dann in Griechenland Bifteki.

griechische keftedes
Griechische Keftedes — was wird zart-locker-saftig-formidabel mehr begehrt

Die ersten Keftedes waren bei uns von der Konsistenz her noch etwas zu weich, was aber daran lag, dass das Brot einfach zu alt war und auf Grund der darob eintretenden Zerkrümmelung das Wasser nicht mehr richtig ausgedrückt werden konnte, eine Brotschleuder hätte hier vielleicht Abhilfe schaffen können :D und sonstige dem entgegenwirkende Zutaten waren leider nicht mehr vorrätig, ging dann aber so.

Haben schon mal sehr gut geschmeckt, die Feinwürzung war aber noch nicht (die Ansprüche, die Ansprüche) perfekt abgestimmt, das wird beim nächsten Mal noch optimiert, wahrscheinlich war das Hackfleisch schuld ;-) Verspeist mit zusätzlich gereichten Schafskäse und das Glück stellt sich ein.

Sich fügsam machend obenauf und mittendrin Kräuter, Disteln und so Zeug zum Anfang gedünstet und zum Ende noch und noch gesteckt und dies noch während anderweitiger Tätigkeit, zuvor natürlich Kartoffelschälung und Zucchini-Schneidung sowie Olivenölschüttung

Da die Tomaten sich noch rar in geschmackvollen Umfange machen und die Bohnen, auf die Bolli genussvoll zugreift, noch ihr bescheidenes Dasein hierorts pflegen, aber dennoch die Lust auf gemüsige Kost, leckere zumal, sich zunehmend ihren Platz im Kochplan erkämpfte, wurde auf leckere Backofenkochkunst mit ganz simplen Zutaten gesetzt.

distel
Disteln entzücken

Die vergangene Blogabstinenz brachte nämlich dankenswerterweise auch säckeweise allerlei Kräuter mit sich, die nun raschestens der Zubereitung harren:
Wilder Fenchel klar, ein Muss für die gute Küche ;-) aber auch Borretschblatt und Lauchzwiebel sind dabei, sowie Blätter vom Schwarzen Senf und verschiedene Sorten Disteln, einjährige, zweijährige stachelige im noch stachellosen Zustand darunter, also alles was das Herz begehrt :-) In Aussicht gestellt war der Distelwuchs ja schon mal.

schwarzer senf blätter
Schwarzer Senf im Blattformat eignet sich ungemein

Zubereitung dann ruckzuck, Kartoffeln schälen und halbieren, Zucchini in etwas größere Stücke bringen, dann zusammen mit gutem Olivenöl in einer großen Backofenform in Verbindung bringen. Derweil die kleingeschnittenen Stiele der Blattpetersilie, des Wildfenchels und des Borretsch mit kleingeschnittener Gemüsezwiebel und roter Zwiebel und natürlich die Disteln in Olivenöl andünsten, Würzminze, Salz Pfeffer, etwas Rigani hinzu und dann nach ein paar Minuten mit in die Form.

Im Restöl noch rasch die Schwarzsenf-Blätter mit den weißen Teilen der Frühlingszwiebel andünsten, wirklich nur ganz kurz und dann ebenfalls noch ergänzen. Zudem ein bissl Wasser zugießen in die Form, am besten kochendes.

kartoffeln schwarzer senf blätter wilder fenchel borretsch zucchini
Wilder Fenchel kann selbstredend auch durch Dill ersetzt werden

Alles noch mal ordentlich verrühren und dann Borretschblätter, Frühlingszwiebelgrün, ruhig kleiner geschnitten, Wilden Fenchel und Minzblätter reinstecken, ordentlich salzen und frisch pfeffern, ein Schwubs Olivenöl eventuell und auf den Ofen, wenn die Form einen Deckel hat — super, wenn nicht dann Alufolie zweifach drüberschlagen und schon mal ankochen für circa 10-15 Minuten (je nach Stärke der Flammen), dann ab in den vorgeheizten Ofen (eher niedriger als höher, so Stufe 3-4 Gas) und nochmal 20 Minuten backen, dann Alufolie ab und noch ein etwas Wildfenchel (alternativ geht im Übrigen auch Dill) noch mit hinzu und fröhlich weiterbacken.

ofenkoestlichst
Zu Mittag waren die schön durchgezogenen Reste überaus willkommen

Schmeckt wunderbar nach Sommer und gerade lauwarm und auch kalt so richtig schön durchgezogen eine famose Speisung, die unter Formwahrung der Zucchini, die gleichwohl saftig und gebacken zugleich im Biss die allerschönste Seite zu zeigen weiß, und fenchelzart durchdrungener Kartoffel die Mode Wildkräuter nur zu beflügeln weiß.

Insbesondere die Disteln sind ja ein eher kulinarisch unentdecktes Pflänzlein, dabei lohnt sich die Zubereitung, alle Hobby-GärtnerInnen, die jahrein jahraus das zarte Gewächs mit Missachtung gestraft haben, werden nun eines besseren belehrt :D

Zutaten:

Kartoffeln
Zucchini
Wilder Fenchel (alternativ geht auch Dill)
Borretsch
Schwarze-Senf-Blätter
Disteln
Blattpetersilie
Gemüsezwiebel, rote Zwiebeln,
Frühlingszwiebeln,
Olivenöl
Minzblätter
Salz, Schwarzer Pfeffer, Würzminze, Rigani

Durchaus im richtigen Rahmen zu verabsolutierende Annehmlichkeiten des Lebens erweisen sich als kombinationsgerechte Zusammenstellung indessen sowieso passender Pilzscheiben, Paprikastreifen, Tomatenhälften, Ganzminzblatt und zerpfückter Blattpetersilie und natürlich dazwischen Wein, Olivenöl und Gewürz (nichts für Leinenphobie-AnhängerInnen)

gruenblattnudelpilzgeschnibbelt
Vergönnte Nudelspeisung

Also, das ist doch nicht normal, oder? Das führte doch eine Mutter ihr Kind an der Leine beim Einkaufen, unterhielt sich währenddessen, mit wahrscheinlich ihrer Mutter, anregend und immer wenn es am anderen Ende zu viel zappelte wurde einfach ruckartig dran gezogen. Fotos sind leider etwas schlecht und irgendwie ist das Bedauern auch schon groß, dass kein unannehmliches Video davon gedreht wurde.

gassigehen
Gassigehen — das neue Vergnügen

Viel bessere Leinenspeisung gab es dann in Form von Linguine, die mit hurtig Pilzscheiben, Paprika, Cocktailtomaten und etwas Wein zum Olvenöle eine perfekte schnelle Mittagsmahlzeit kreieren ließen, dazu winzig kleine Zwiebelwürfelchen und Minz- und Blattpetersilieblätter, letztere etwas zerrupft. Ungemein schnell und leckerfein.

Auf verschlungen Weg sich dahermachende putzig gewährleistete Bestückung, die sich angesichts hungriger Mäuler auch noch mit Tomaten vervollständigen — und dies auch noch zur allgemeinen Zustimmung — und mit reinem Olivenöle sättigen ließ (Standardbackofenfüllung)

bohnen zucchini kraeuter
Richtig durch ist es spätestens dann wenn die ersten Böhnchen Farbe bekennen

Die Reminiszenz an den Sommer ist jahrein jahraus nur mit Bergen von Bohnen anständig hinzukriegen. Das Schnippeln macht sich fast von selber, die langen Bohnen dürfen durchaus ganz oder auch klein bleiben, und dann müssen da eigentlich nur noch Paprika, Zwiebeln, Kartoffeln und Zucchini rein samt Gewürzen, die halt gerade so zur Hand sind. Diesmal mit dabei Borretsch, Minze, frischer Oregano, Blattpetersilie, Dill, wilder Fenchel, genaues Rezept zahlreich hier im Blogarchiv zu finden.

gut gefuellte form mit kleiner entnehmecke

Schmeckt immer wieder gut und hat auch am nächsten Tage einen gut durchgezogen Backofengerichtcharakter.

Unangenehme Massenveranstaltung dann allerdings die deutsche Volksseligkeit zum Tag der Einheit, billige aber dafür teure Fress- und Saufstände und Puppentheaterspiel zogen mal wieder die BerlinerInnen zu Hauf zum Brandenburger Tor. Ein guter Grund das Holocaust-Mahnmal aufzusuchen, schließlich war auch Besuch da der noch nicht dort gewesen war.
Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas war allerdings von der Polizei weiträumig abgesperrt worden. Erst nach vehementen Einfordern des Zugangs wurden wir überhaupt durchgelassen. Ob jetzt das Mahnmal vor dem benachbartem deutschen Volksmob und befürchteten antisemitischen Aktionen geschützt werden sollte oder ob am Tag der Deutschen Einheit die Vergangenheit einfach nur stört?

Bekanntlich war ja die Einrichtung des Mahnmals nur gegen Widerstände durchsetzbar gewesen. Konservative und der rechte Flügel der Sozialdemokratie favorisierten zur Reinwaschung Deutschlands sowieso Mahnmale, die den Nationalsozialismus relativierend in eine Reihe mit der DDR oder des Stalinismus stellen sollten, wie die Umwidmung der Mahnmals für die Opfer des Faschismus und Militarismus neben der Humboldt-Universität in die heutige „Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“, die von der CDU-FDP-Regierung durchgedrückt wurde.

tellertischung auf
Tellerauftischung mit zentraler Rolle für die halbe Tomate

Das Gedenken an den Holocaust wurde auf EU-Ebene erst im April relativiert, der 23. August wurde als „Gedenktag für Opfer totalitärer und autoritärer Regime“ vom EU-Parlament beschlossen. Zuvor wurde bereits der 9. Mai, der Tag des Befreiung vom Nationalssozialismus, durch den „Europatag“ ersetzt womit der Gründung der Montanunion für Kohle und Stahl gedacht wurde.

Geschichtsklitterung der besonderen Art, ist doch der 23. August das Datum des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes. Seit Jahren wird versucht die Verantwortung Deutschlands für den 2. Weltkrieg der Sowjetunion zuzuschieben.
Hitler habe nur reagiert ist das Diktum der Rechten. Also quasi Selbstverteidigung gegen den Bolschewismus. Denn der wollte eigentlich den Krieg: „Den ersten Zug überließ Stalin stets Hitler, und dieser hatte nun seinen Freibrief zum Krieg“ weiß der Leiter des Planungsstabs des Kriegsministeriums und ehemalige Berater von Roland Koch, Ulrich Schlie, in der rechtsliberalen SZ zu verkünden.

Die Opfer des Faschismus zu Tätern zu machen ist halt immer noch eine beliebte Methode – besonders in Zeiten in denen Deutschland wieder Krieg führt. Historische Verantwortung stört da nur — insbesondere am Tag der deutschen Einheit.

Letzte Chance — gefüllte Herbstperlen (rot-grüne Knuspereisbonbons)

herbstige himbeeren bereit zur fuellung
Allzeit bereit zur Füllung — die durchaus leckeren Herbsthimbeeren

Der Zauber des Sommers brachte himbeerabstinenten Gegenden keinen Vorschub im Auffüllen der Vorräte. Rechtzeitig zurück heißt es deshalb jetzt hurtighurtig die letzten Exemplare einzusammeln, die Herbsthimbeeren haben zwar den unschlagbaren Vorteil, dass weiße Kleinstlebewesen sich nicht allzu häufig dort aufzuhalten pflegen — dafür aber auch ein klein wenig weniger süß zu munden wissen; aber all dies wird hinfällig mit der vorgesehenen Füllung für die Naturbonbons, die sich immer wieder allseitiger Beliebtheit erfreuen. Jedenfalls werden die Bestände immer wieder überfallartig dezimiert.

minze ungehackt und bereit
Entzückt zum Zerhacken vorgesehen

Also Minze geordert, kleingehackt und mit Agavendicksaft sowie ein paar kleinen Spritzern Limonensaft versehen. Ab in das Tiefkühlgerät und nach ein paar Stunden kann erst lutschend und dann die kalte Himbeerperlenwand krachend lassend der feine Minzagavendicksaftgeschmack seufzend erkundet werden. Köstlich kalt also!

septemberperlen
Kinderleicht zu bewerkstelligende Füllung — einszweidrei und im nu sind die Bestände gesichert

Was!? gab es schon öfters? Macht nichts, schmeckt immer wieder gut, der Winter wird hart, da braucht es süße Kost. Nachmachen unbedingt angeraten. Noch ist Zeit ;-)

Ofenkost des Sommers Hinwendung bisweilen und der Eignung für jede Lage anheimgestellt und etwas Zuviel, des Guten Hingabe

gemuese aus dem ofen reste des abends des morgens anschaulich
Es verbleibt nur wenig an Rest — dafür gekonnt durchgezogen

So langsam werden die Stände des Wochenmarktes immer voller, was mit Genugtuung und übereifriger Einkaufslust weidlich auszunutzen gewusst wird. Zeit also mal wieder für Gemüsekost aus dem Backofen, so einfach, dass nebenbei alles andere erledígt werden kann, was sich aber auch ansonsten schicklich einpasst.

Das ungefähre Rezept für die vielen Bohnen, gehälftelten Kartoffeln, diesmal riesengroßen Zucchinistücken, rote Paprika, Tomaten, Frühlingszwiebeln, weißen Zwiebeln und etlichen roten Zwiebeln, einigen frischen Minzblättern und selbstredend wilden Fenchels (alternativ wilder Fenchelsamen und frischer Dill) und sorgsam gehüteter Olivenölvorräte ist so einfach, dass der sommerlichen Verpflegung nichts im Wege steht.

Aufgrund eines kurzen Momentes der Unachtsamkeit auftretende leichte Verfärbungen wurden mit einem Schwubs zuviel des Guten an Wasser bedacht, welches sich nicht mehr rasch genug verköchelte, tat aber dem Geschmack auch nichts so richtig an, besser ist es natürlich etwas weggebackofneter und leicht angebackener. Schmeckt sommerlich gutestens :-)

formueberstehendes gemuese aus dem ofen kurz vorm reinstecken in denselbigen mit leicht schattenakrobatik
Beim Hochkantzuvielreinstecken die Ankokelmöglichkeit nicht außer Acht lassen ;-)

Dazu gab es Wein, der vom Besuch mitgebrachte war ein wenig gekippt, das macht nichts, der kommt dann ins nächste Essen rein, optimalste Verwertung :-).
Das Thema bei der 25. Weinrallye ist übrigens Wein in Literatur und Film, klingt gar nicht schlecht, da müsste sich doch was machen lassen. Bis zum 23. ist ja auch noch etwas Zeit…

Raureifige rote Naturperlen als köstliches Resultat füllungshalber zu versehender Jahresbedarfsdeckung überaus leckerer Naturbonbons (eisig-himbeeraromatisch-süß)

naturbonbons aus herbsthimbeeren
Raureifige Herbsthimbeeren mit leckerer Füllung

Die statthafte Menge an Himbeeren, die zur Zeit auf dem Markte und im Obsthandel zu bestaunen sind haben meistens ein preisliches Niveau, das an schwarze den Himbeerbestandteilen nicht unähnlichen Gegenstände, erinnert. Da wir unglücklicherweise über keine Himbeerzucht verfügen ist also Abwarten das Gebot der Stunde. Zum Marktschluss, der hervorragend mit unseren Aufstehzeiten harmoniert, gibt es die meist billiger.

Und da der WG-Vorrat an eisigen Juliperlen respektive vorwinterlichem Himbeerumhüllungsbruch dieses Jahr noch nicht aufgestockt wurde (der klägliche Rest von zwei im Eisschrank ganz nach hinten gefallenen Exemplaren ist etwas unansehnlich durch die vergessene Bierflasche geworden, die darüber lag), war die Gelegenheit auf äußerst preisgünstige Himbeeren zurückzugreifen, die aber auch verdammt verführerisch aussehen und sogar danach schmeckten, was sie für Naturbonbons überaus geeignet machen sollte, geboten.

Das Ooohh.. Himbeeren gleiche im Keime erstickt beim Auspacken des Einkaufs und naschsüchtige Begierlichkeiten gekonnt abgewehrt und sogleich Einteilungen zum Fertigen unter Aufsicht vorgenommen.
Füllung geht furchtbar simpel vonstatten (kleingehackte Minze mit vorzüglichem Bio-Agavendicksaft und Zitronenmelisse oder Limonenspritzer vermengen) und schnell (mit einem kleinen Spicker ) und nach kurzem Verweilen im Gefrierfach können die sogar schon am selben Tage verköstigt werden.
Die eine Hälfte im Kühlgelegenheitengefrierfach verstaut und nicht drauf geachtet, dass das auf Grund einer fiesen winzigen Eisschicht nicht richtig schloss, was zu einer schönen weißen raureifigen Ansicht führt, die sich aber sehr photogen zu machen weiß ;-)

unraureifige naturbonbons aus ebenso delikaten herbsthimbeeren
Nicht sich der nicht so gut schließenden Tür hingebende Variante

Unbedingt nachmachen solange es noch fruchtige Beeren und sehr delikat im Munde zu erschmeckende Agavendicksaftbestände zu erwerben gibt (gerade in Bayern herrscht da oftmals Mangel); nächste Woche kann es schon zu spät sein :p

Ebenfalls Himbeeren nicht abgeneigt sind Pfannkuchentürme bei Chaos Kitchen und ebenfalls die süße Tortenkunst bei genial lecker. Bolli schließlich macht daraus sentimentale Kost und aus schon vorher geeisten wird bei Foodletter ein fixer Smoothie zur naschlichen Kredenzung. Der farblichen Tendenz zumindest folgend ist seit einiger Zeit candyland wieder mit wunderhübschen Zusammenstellungen zu sehen (nur die Rezepte fehlen immer noch).