Tag-Archiv für 'mangold'

Letzte Bevorratungen von Buntmangold, Petersilie und Wildfenchel wissen sich im Winter idealgerechterweise mit neuen Olivenölbeständen in Verbindung zu setzen (kleingeschnippelter Qualitätsjournalismus gratis)

Die auch noch dem letzten Hauch wärmerer Grade ausnutzenden Gebrauchsgemüsepflanzen mussten nochmal ran, bunter Mangold wurde samt Zwiebeln kleingeschnippelt und mit wilden Fenchelspitzen und Petersilie in wunderbaren Bio-Olivenöl, welches im Übrigen gerade frisch in großen Beständen und Behältnissen der weiteren Verarbeitung in unserer Küche harrt, sanft gedünstet und zur genüsslichen Verköstigung aufgetragen.
Mit dabei: Salz und Pfeffer, ein Tick Zitrone. Wunderbar einfach lecker!

mangold petersilie zwiebel wildfenchel olivenoel
Schnelle Restsommersherbstwinterskost mundet ungemein

Die Qualitätspresse in der BRD hat es schwer, die Auflage geht zurück, sachkundige RedakteurInnen werden sich immer weniger geleistet, die Kosten explodieren, die Gewinne schmälern sich und Ach! hat sich da das NevenDumont-Verlagskonsortium so gedacht, da machen wir doch einfach mal aus zwei eins, das fällt gar nicht so auf und dann sind noch fixer Einsparziele erreicht, die selbstverständlich nicht zu Lasten der Inhalte gehen.

Wie genau geht das nun: Die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau, die mit geschönten Flugzeugexemplarstatistiken hantierend zu Höhenflügen kommen, tauschen jetzt Artikel aus, das nennt sich Qualitätsoffensive oder so ähnlich.

Einen Vorgeschmack auf die Anpassung auf niedrigem Niveau lässt sich die Tage wieder beobachten. Die FR kommentiert sich die Finger wund zu den Studierendenprotesten an den Universitäten und hat klar erkannt wobei es sich bei angebrachten Graffiti handelt: „… Schmierereien… Das ist kein Protest, sondern falsch kanalisierte Aggression“.
Nun, der Untergang des Abendlandes ist schließlich nah, da muss das gequälte Selbstverständnis der Kleinbürgerin halt zu Papier gebracht werden, wo käme die Zivilgesellschaft schließlich hin, wenn dem tatenlos zugeschaut würde – Graffiti, owehoweh was ist das nächste?

story of cap and trade 2

Videograffiti — gefährliche Informationen zum Klimagipfel

Eventuell Zeltlager? Von Autonomen gar, die den SPD-Abgeordneten Kleinadam zumindest in Berlin „an den Ku Klux Klan, den rassistischen Geheimbund in den USA“ erinnern.

Jene subversiven Zusammenkünfte der meist der Jugend näherstehenden Personen; die treffen sich da still und klammheimlich, vereinbaren niemanden etwas zu erzählen und dann üben sie nebenbei auch noch Selbstverteidigung gegen Neonazis und Polizei.
Und dann auch noch sensationsträchtiger: „Neben Schlafzelten war eine Art Zirkuszelt aufgebaut. Hier stand Agitation auf dem Programm. Die Linken debattierten über Antinationalismus, Antiglobalisierung, Antisexismus und Antirepression, außerdem wurden hessische ´Nazi-Strukturen` seziert. Zwischen Kampftraining und Agitprop gab es veganes Essen aus der `Volxküche´“.

Also sämtliche Schrecken aufgezählt, die der Autor kennt, wahrer Enthüllungsjournalismus, der Tagesspiegel weiß aber — von der Zeit mit nicht zusammenhängenden Fotomaterial auch noch wiedergekäut — äußerst wichtiges zu verkünden: Das Zeltlager endete „als sei nichts geschehen“, schlimmer noch: „keine Nachbereitung auf linken Websites, keine Diskussionsveranstaltungen, nichts“.

klima
Infos zum Klimagipfel beim Buko

Was mag das bedeuten, der Qualitätszeitung sei Dank, wird schonungslose Analyse betrieben. Das Ziel, so wird gewarnt durch anonym gebliebene „Sicherheitskreise“ seien Proteste beim Klimagipfel in Kopenhagen.

Ja, wenn schon die Maßstäbe des im Trüben Herumfischens mit derart investigativer Tätigkeit in Einklang gebracht werden kann, ja dann kann auch die Berliner Zeitung mal wieder ausholen und aufklären, etwa über die „Napalmbombe des Kleinen Mannes, dem Molotowcocktail“, der wurde nämlich des Nächtens auf ein Gebäude des BKA geworfen, dies kann ja nun Gegenstand von Erörterungen sein, nur wie kommt die Berliner Zeitung dazu diese „Bomben“, die samt Farbflaschen an eine sicher schwer entflammbare Backsteinmauer knallten, den mutmaßlichen Hintergrund zu entnehmen — genauer, dass nach „dem Willen der Angreifer Leib und Leben der Beamten gefährde(t) “ werden sollte. Oder gar noch abstruser „Menschen, deren Herkunft, Beruf oder Funktion nicht ins Weltbild passt, bei lebendigem Leibe anzuzünden“?

caravan
Protest lässt sich nicht diffamieren — auch wenn einige das gerne hätten

Die „Qualitätspresse“ bedient sich da eines kleinen Tricks, in Berliner Zeitungsredaktionen ist es nämlich Mode geworden, auf anonyme Kommentare beim Informationsportal indymedia zurückzugreifen.
Die sind zur Not mitunter auch selber anzufertigen; nur liebe Berliner Zeitung, wenn ihr schon so eine von Dummheit nur so triefende Analyse abliefert, schreibt doch nicht, dass es „keinen Unterschied“ zwischen Autonomen und Neonazis gäbe und untermauert das mit: „Das dämmerte auch einem anonymen Autonomen auf www.indymedia.de“. Diese Internetadresse ist nämlich gar nicht diejenige von indymedia, aber wozu recherchieren, wenn Hetze im Einklang mit mangelnden journalistischen Fähigkeiten so einfach vonstatten gehen kann.

Frittata-Kunde: Von Blüten das Herz, von der Pfanne die gute Kruste (versteckt) und vom Mangolde das Aroma — und außerdem lustige BKA-Referrer (bei anderen gesichtet)

frittata mangoldige zwiebel ei ricotta mischung mit leckeren braunen raendern
Frittata, köstlichst

Die hiesigen Mangoldpopulationen (woanders sind es Amselüberbleibsel) sind schwer in den Griff zu bekommen (wie auch leider der in Zeitnot untergegangene Beitrag zur Weinrallye), das Gemüse wird zur Zeit ja auf jedem Wochenmarktstand feilgeboten, als wenn bald das Ende kulinarischer Bedarfsbestandseinkäufe sich nähern würde. Da heißt es zuschlagen und dann kommt das Trara, was denn damit so anstellen sei.

abgewendete basilikumbluete
abgewendete Basilikumblüte

Frittierte Kost kann auch nicht jeden Tag aufgetischt werden, aber so ein bisschen wäre natürlich auch nicht schlecht. Bei genial lecker neulich über
Mangold-Frittata gestolpert und nun der Nachbau. Ein klein wenig abgeändert und eine köstliche nicht unansprechende Leichthartbraungebranntundsofortversteckzone kreiert (nicht im Bilde).

erster dimmerbratgang der mangold ei ricotta zwiebel mischung
Kurz vor der zweiten Pecorinoraspelung, zartschmelzender

Ansonsten überaus famos — und so geht es ganz einfach:

Zwiebeln rot und kleingehackt, samt Mangoldstil und feine zarte Blüte vom Basilikum, sodann gebraten in Olivenöl, salzen, pfeffern aus der Pfanne raus damit, Mangoldblatt geschnitten angebraten, hinzu dann fein versorgt mit Ei derer drei , Pecorino, raspelig und Ricotta einen Becher voll, und nicht vergessen einem Schwubs Olivenöle, angerührt zuvor das alles, famos gewürzt mit Blüten nochmals, braten 5 Minuten, mittlere Flamme, derweil Pecorino in die schon hart werdende Oberfläche raspelnd sich anschickend gleichfalls die Wendung zu vollziehen, Teller drauf und zack herum, braunknusperig auf den Punkt, auch 4 Minuten reichen dann, gar köstlich.

pfannenlastige frittata aus mangold ei ricotta zwiebel im anschnitt
Omelett im Anschnitt

Zur verlockenden Kost dann Aufregung im Blogsportwald, referrer, BKA-intern, auf und ab sichtend, nur ein Blog lacht sich ins Fäustchen, aber der ist auch von auswärts, real bleibt dieses.

Hunderte Zugriffe nicht davon dann, das entzückt das Herz, auch bei uns, denn mit viel Liebe beim Klicken sind unserer referers zur Zeit vor allem von einem Thema dominiert, es läßt sich unumwunden kundtun: sowas kommt von sowas

Von nicht ungefähr habhafter und daher sanfter Betulichkeit im Hinblick auf die Schütthaltung bedacht war es im zweiten Anlauf und dabei sogar mit einer interessanten Variation geglückt — buntes rotgelbgrünes Geschick

junger mangold leicht frittiert
Erste junge Mangoldblattkunst

Die glücklich sich schätzende Auberginenzeit macht sich hier immer mit reichlich Exemplaren bemerkbar, die sich zwar sehr schick machen auf dem Küchenregal oder wo sonst noch Platz für das Gewächs ist, bisweilen ist aber einfach die Handhabbarkeit im Kochglück etwas reduzierterer Natur.

Bei Spülkönig & Kitchenqueen war neulich so eine leckere Kreation aus Malaga zu sehen. Hauptbestandteile dabei waren Auberginen und Honig, Wein und Ausbackteig. Müsste sich machen lassen; feinfein, also ran, die Exemplare, zeigten auch schon leichte runzlige Schwächen außenrum.

aubergine in leichtem backteig mit honig-wein-mischung versehen
Natürlich mit reichlich Olivenöl versehene Tapaskost mit Honig-Wein-Sprengsel

Die Zubereitung ist etwas ausgefeilter, als die Auberginen bisweilen auf den Tisch kommen.

Die in Scheibenformat geschnittene Melanzani aus einer schönen dunkelvioletten Rundfrucht herstammend wurde gesalzen und gesalzen, was leider einmal zuviel des Guten war. Der Hinweis bei S&K , die Scheiben ordentlich abzuspülen, war wertvoll, ward aber nicht gemacht.

manchmal haben auch auberginen ein bewegendes innenleben
Manchmal haben auch Auberginen ein bewegendes Innenleben ;-)

Aber erst mal weiter im Kochvorgang. Derweil wurde nämlich schon mal der Ausbackteig angerührt. Ganz nach Rezept mit fast einer Flasche Bier, etwas Mehl, einem Ei (ist aber eigentlich nicht unbedingt nötig) und etwas Salz und vielen schönen Safranfäden. Kann auch bei gewünschter festerer Außenumrundungsstruktur mit mehr Mehl angerührt werden.

ausgebackenes junges mangoldblatt mit teigausformungen
Ausgebackene Spuren entzücken das jung Mangoldblatt

Die erste Bratung dann schön in Form und Farbe, der Eintauchteig war eher dünnflüssiger und beschenkte die runden Scheiben mit einem die Eierfrucht schon herauskommen lassenden leichten Behang.
Die erste Probeverkostung war dann eher der nicht so eingeübten Nichtverzückung gewidmet — total versalzen, Würg, da half auch nicht die aus Orangenblütenhonig-Malaga-Wein (es ward eine portugiesische Möglichkeit in Anspruch genommen) kreierte Übertröpflegelegenheit.
Uuhh, also schnell die restlichen Scheiben ganz, ganz brav abgespült um wenigstens die nächsten zwei Fuhren genießen zu können.
Das Resultat war dann auch wesentlich angenehmer als die Salzversion, irgendwie war da doppelt gesalzen worden :-( , naja die Rubrik Katastrophalia muss auch mal wieder gefüllt werden.

fluessiger safranfaden ausbackteig zu mangoldblatt
Safranfaden wissen durchgezogen sich gebenden Mangold neues Glück zu bescheren

Nicht ganz so passend war zu den gebratenen Auberginen die Honig-Wein-Mischung, war doch zu süß als alleinige Zugabe, mit etwas herberen Ahornsirup kommt das bestimmt besser oder im Zusammenspiel mit etlichen anderen Tapas.

Da vom angerührten Teige noch viel da war, wurde einfach mal ausprobiert da hindurchgezogene Mangoldblätter zu braten — Exzellent kann nur gesagt werden, da hinzu passt tröpfelnderweise die Sauce optimalst, sehr lecker in dieser Variation. Also wanderten auch noch der Rest der vielen bunten gelben, grünen und roten jungen Mangoldblätter (die gerne mit Stiel gebraten werden können — auch wenn einige das nicht glauben können) in die safranversetzte Ummantelungsflüssigkeit, die inzwischen durch die längere Ziehzeit noch gelber glänzte. Ganz überfamos lecker!

roter mangold leicht mit safran und so umbacken
Und weil es schön ist auch noch das rote Mangoldblatt :-)

Zutaten:

Auberginen, violett
Mangold, jung und bunt
Bier
Mehl
Ei
Salz
Olivenöl
Orangenblütenhonig
Malagawein (hier verwendet als Ersatz ein portugiesischer Likörwein)

Der Saibling war angesichts der schon vorhandenen Kräuterauswahl in der Einkaufstasche die richtige Wahl und so konnten auch noch vorrätige Süsskartoffeln und eiligst erworbener Mangold ihr ihriges beisteuern, was zwar vorübergehend in Vergessenheit geriet — dann aber um kurz nach Mitternacht doch noch schlagartig in Erinnerung gerufen wurde, um auch noch kleine Hungeranfälle zu bewältigen

suesskartoffel frittiert
Süßkartoffeln, klassisch fritiert

Der Saibling war von einiger Größe, sodass sich die gefüllte Variante doch mal anbot, die sich allerorten als die präferierte Wahl erweist. Also mit frischen Oregano- und Liebstöckelblättern, ein paar Dillspitzen, und ebenfalls frischem Rosmarin gefüllt und dann noch mit zwei gehobelten Knoblauchzehen den Fisch bestückt, der zuvor schon gesalzen und zitroniert dann in Alufolie verstaut wurde.

Dazu passend, während der Backofen so ca. 40 Minuten in Beschlag genommen wurde, konnten die harten Stielteile des roten Bio-Mangolds zusammen mit zweierlei Zwiebeln und gehackten Dillstielen in Olivenöl dünsten und schon nach kurzer Zeit kamen die Blätter hinzu und nach Hinzugabe von ein wenig Wasser und Dillspitzen war es an der Zeit Limonensaft hineinzuträufeln.
Zitrone war aus, aber Limone war dann doch die richtige Wahl, um den Fisch nicht zu stark in den Hintergrund treten zu lassen, deshalb auch passend und abweichend vom klassischen Rezept noch ein paar frische Oreganoblätter hinzu, duftet auch gleich lecker und so durften dann auch gleich die Süßkartoffeln frittiert werden.

roter mangold mit dill und limonen
Mangold, gekräutert und limoniert

Zusammen vielleicht nicht ganz so die super Zusammenstellung, aber dennoch ganz gut; der Saibling verströmte einen leckeren Duft und die frischen Kräuter dominierten nicht. Allerdings traf es nicht ganz die Geschmacksnerven, demnächst dann mal als gegrillte Variante der gefüllte Fisch.

saibling mit kraeutern
Saibling mit Kräutern war nicht ganz so fotogen des Nachts ;-)

Wir sind da aber auch etwas freier als der neue Sport- und Diätblog, dessen Ziel -- ein Friseurtermin — als Belohnung aber auch nicht ohne ist :D

Mal Butter bei die Fische und historische Einsichten (ob es im niedersächsischen Landtag wohl gutes Essen gibt?)

mangold zitroniert in olivenoel
Mangold in Zitronensaft und dazu ein paar Zwiebeln und Olivenöl

Butter war jetzt nicht die angesagteste Zutat für die Hamburger Stadtweisheit, die uns einfiel, sondern delikates Olivenöl, welches überaus passend zum Wintergemüse sich als passend erweisen sollte auch zum Fisch, der umwickelt von Schinken sich auch alsbald auf dazu eigens gefertigten Backkartoffeln mit frischem Rosmarin einzufinden anschickte. Dazu dann gar köstlich gereichten Mangold, der zuvor scharf angebraten (schmeckt besser mit ganz leichter Ankohlung ;-) ) in Olivenöl-Zwiebel-Mischung und dann geschmort und mit reichlich Zitronensaft abgelöscht, dazu gereicht wurde. Lecker! Mangold sowieso superlecker! Leute esst Mangold!

Jetzt im Winterausgang, wo die temperaturlichen Umstände sich der Kälte zuzuneigen wissen, kommt es übrigens raus: Der Kalte Krieg ist wieder da! Wie schon wieder? Nein nur vor den Wahlen in Hamburg. Unten drunter, so von Norden her gesehen, ist die Linke eingezogen in den Landtag. Damit hat niemand gerechnet und nun ärgert sich die Führung der Linkspartei, dass nicht alle Plätze mit für der Karriere nicht abgeneigten und deshalb überaus anpassungsfreudigen Personal besetzt worden sind.
Dumm gelaufen hat sich auch Panorama gedacht, jenes zunehmend auf Boulevardjournalismus setzenden mit fallenden Einschaltquoten bedachten ARD-Fernsehmagazins. Das hat nämlich herausgefunden, dass das Niedersächsische Landtags- und DKP-Mitglied Christel Wegner gaaanz, gaaanz schlimm ist, so schlimm sogar, dass die Vergesellschaftung des Großkapitals gefordert wird. Da werden ein paar Bonzen sicher eilig gedacht haben, ogottowehoschreck da muss ich gleich mal meine Gelder in Liechtensteiner Tresoren in Sicherheit bringen.

Dann wurde es sogar noch schlimmer, es wurde schon von Revolution geredet (oder so ähnlich), die steht zwar nicht unbedingt auf der Tagesordnung, aber wer weiß das schon so genau; Panorama ist jedenfalls schon jetzt seiner journalistischen Sorgfaltspflicht nachgekommen und hat insistiert. Und tatsächlich, es kommt das erwünschte und eigentlich logische Statement, dass diese wohl unabdingbar auch gesichert werden müsse. Wieso das nun dazu führt, dass unterstellt wird, dass sich die Abgeordnete nun angeblich die Stasi der DDR (Hallo? – die Republik existiert seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr!) zurückwünschen würde, bleibt eigentlich mehr das Geheimnis der auf Wahlkampf getrimmten Parteikonkurrenz, die mit Schaum vorm Mund von ihrem inneren Seelenfrieden Kenntnis geben will, der ganz auf antikommunistische Beißreflexe setzend, nun ihr Auskommen gefunden hat.

mangold zu seranoumwickelten seelachs an rosmarinkartoffeln
Seranoschinken war noch umwickeltechnisch vorhanden und der dekorative Pfefferrand vergessen

Dabei ist das nun eigentlich eine Binsenweisheit, dass in revolutionären Lagen die Reaktion kaum so einfach das Ruder aus der Hand zu geben weiß. Rosa Luxemburg, die Linkspartei hat sogar eine Stiftung nach ihr benannt, war zweifelsohne ein Opfer dieser Folge.

Zumal es eine unglaubliche Heuchelei der jetzt aufheulenden WahlkämpferInnen ist, die den Untergang des Abendlandes vor der Haustür wähnen, wenn auf den undemokratischen Gehalt der Staatssicherheit hingewiesen wird. Hallo! Als wenn Geheimdienste nicht per se antidemokratisch wären? Die bundesdeutschen Spitzeldienste sind im Verhältnis zur Stasi wesentlich tüchtiger, erfassen selbst Babys und das gesamte Umfeld, erheben in ihren entsprechenden Bögen wesentlich mehr Merkmale, als die Stasi sich je hätte einfallen lassen können und verkaufen ihr widerliches Handeln auch noch als demokratisch.

Und genau da liegt der Kern der Angelegenheit, es geht gar nicht um angebliche Äußerungen das DIE Stasi wiedereingeführt werden soll, es geht darum von den erweiterten Befugnissen der bundesdeutschen Behörden abzulenken, die sich nicht unwesentlich unterscheiden, sondern sogar viel perfider sind, diese zu legitimieren, um den Kampf gegen diese schlimmen Vergesellschafter zu führen. Die bedrohen schließlich die Profite (Nokia ist schon geflüchtet). Ganz schlimm also. Nur eines lässt hoffen: Die Abgeordnete Sarah Wagenknecht Wegner ist wenigstens ehrlich — davon könnten sich so einige PolitikerInnen mal eine Scheibe abschneiden.

kartoffelbrei fuer 25 Cent
60 Prozent von 25 Cent = Kartoffelbrei

Vom eigentlichen Skandal dieser Tage spricht hingegen ja kaum noch jemand: Die Berliner SPD-Linkspartei-Regierung hält tatsächlich das HartzIV-Hungereinkommen einer gesunden Ernährung für zuträglich (warum fordert da eigentlich niemand Rücktritte?). Wie das gehen soll hat der Finanzsenator Sarrazin jetzt bekanntgegeben, nicht ohne den Paritätischen Wohlfahrtsverband ausgiebig zu beschimpfen, der dies komischerweise bezweifelt. Das Menü, welches sich der Herr Senator so für den Pöbel vorstellt, hat er auch gleich serviert:

Nur eine Wurst im Werte von 38 Cent aus dem Billigsupermarkt zum Mittag und etwas Sauerkraut für pi mal Daumen 12 Cent dazu dann aber ordentlich Kartoffelbrei für ganze 25 Cent (Kinder von allem nur 60 Prozent). Vielleicht sollte das Mahl mal dem Herren und Damen, die diese Armenspeisung verantworten, vorgesetzt werden, vielleicht sollten aber auch mehr einem sozialem Gewissen verpflichtete Abgeordnete in die Parlamente ziehen. Dann wären solche Verbrechen wenigstens nicht mehr statthaft.

Mangoldrisotto und federleichte wild-fenchelige Spitzen unter gelber Blütenpracht an Mangold-Tomaten-Komposition (Lichtstudien, Vollkornreisexperimente und übervoller Teller)

mangold-risotto mit wilder-fenchel-bluete
Ganz entzückend — Blüten wilder Fenchelspitzen auf Risotto

Der im Garten abgeerntete Wilde Fenchel passt bekanntermaßen zu allerlei Speisen — warum nicht auch zu Risotto? Da war es vom Gedanken bis zur Tat nur ein kleiner Schritt und — hoppla — war der Tatendrang durch fehlende spezielle Risottoreisvorräte gebremst. Der Blick fiel auf leckeren Vollkornreis aus ökologischen Anbau, der schon so maches Mal schmackhaft zu munden wusste. Die Risottoverantwortliche erklärte sich bereit, die schon erahnte langandauernde Reiskochvariante auszuprobieren und als Zutat wurde noch reichlich Mangold auserkoren, der jedoch erstmal in Form der kleingeschnippelten weißen Stielstücke zuvor in der Pfanne in Olivenöl angebraten wurde bis er schön süßlich schmeckte, was der geschmacklichen Aufwertung des Gemüses nur entgegenkommt. Nach eineinhalb Stunden muss es mit dem Risotto und den Anfängen einer Sehnenscheidenentzündung dann ungefähr so weit gewesen sein und die Kräuter kamen schon verführerisch duftend hinzu.

mangold mit tomaten und nebenbei auch noch risotto
Bei vielen Rezepten viel zu selten im Vordergrund — leckerer Mangold

Dazu dann Mangoldblätter in Tomatensud. Statt extra zubereiteter Tomatensoße wurden diesmal dann noch die Mangoldblätter, die ebenfalls rasch angebraten wurden, mit Tomatenwürfelchen versehen und später noch mit Zitrone, die im Zusammenhang mit diesem famosen Gewächs sowieso allerbeste Wahl ist.

Noch schnell die optimale Fotoposition gesucht mittels Zuhilfenahme diverser Lichtquellen und Abstandsverringerungen und -erweiterungen und dann alles ganz, ganz rasch verzehrt. Lecker!

Mangold und Tomaten

p.s. fast hätte der übervolle Teller als Beitrag zum Suppenevent herhalten können ;-) (für den leider am letzten Tage die Zeit fehlte) Da sind aber so interessante dünn- und dickflüssige Rezepte zu begutachten, dass es genügend Anregungen für die nächste Zeit gibt. Abstimmung noch bis Dienstag.

Filigrane Flusskrebsschwänzchen mit grünen Mangoldblättchen in delikaten Yufkaröllchen

Yufka gestapelt
frische delikate Röllchen, die zu bezaubern wissen mit ihrem Inhalt

Es wurde diesmal wieder verdammt knapp mit der Einreichung des fulminant aufzutretenden Wettbewerbsbeitrages, den einzureichen wir uns diesmal — ganz fernab sonstiger ausführlicher Begehrlichkeiten hinsichtlich knapp gehaltener Ausführungen kulinarischer Art — erlauben.
Also wie gehabt auf die letzte Minute neue Kreationen köstlichster Raffinesse, die nicht ohne ausführliche wochenlange Testreihen vonstatten gehen konnten, und die in einem fulminanten Auswahlprozess (die Rolle mit dem und dem war gut) endete und uns dann vor die schwierige kaum zu lösende Kompliziertheit der Auswahl stellte, weil die Rollen sich nun mal verdammt ähnlich zu sehen erlaubten. Ein Umstand der schlechthin nicht von Vorteil für die eigentlich nun zu erfolgende Auswahl war. Selbstverständlisssch kompetent gelöst durch Fachsimpelei und nochmaligen keinen Aufwand scheuenden Zubereitungsvorgang!

Blog-Event XIX: Garnelen, Scampi & Co.

Die Favoritin ist die Yufka-Rolle mit in Weinsauce an roten Zwiebelchen gedünsteten Mangold und frischen Flußkrebschenschwänzchen

dicht gefolgt von der Filloteig-Rolle mit frischen Spinat-Blättern und frischen Meeresgetier und gedünsteten roten Zwiebelchen

Yufkateig (diesmal aus kaufvertraglicher Quelle stammend) ist insgesamt nicht so fein von der Grundstruktur — während der Phylloteig an Blätterteig erinnert und das aufzusaugende Öl beim Bratvorgang allzu optimal auszunutzen pflegt (was für alkoholträchtige Abende ja auch nicht das Schlechteste zu sein pflegt ;-) ). Aber gut schmecken beide Varianten der teiglichen Auswahl.

Yufka in Reihe
viele Füllungen und viele EsserInnen waren gefragt für die delikaten Röllchen

Wie jetzt aber die Variante Nummer 1, die die Siegerin des Abends war, zubereiten?

Die schmackhaften roten Zwiebeln und die weißen Mangoldstiele in kleingehacktem Zustand in gutem Olivenöl andünsten und nach einigen Minuten des scharfen Bratprozesses die grünen Mangoldblätter hinzugeben (die diesmal ganz bleiben dürfen); ein kleiner Schuß Weißwein kommt mit rein und etwas Salz und weißer Pfeffer. Deckel drauf und eigentlich ist die Füllung dann auch schon fertig und bereit eingerollt zu werden — wozu zwei Blätterrollen übereinander gelegt werden für die Füllung, auf die natürlich reichlich (!!) leckere Flußkrebsschwänze gestreut werden. Nicht vergessen die äußeren Ränder beim Rollvorgang nach innen zu knicken (um missliche Verluste zu vermeiden) und dann gehts auch schon zum Bratvorgang in nicht zu heißes Öl für wenige Minuten.

Für die Spinatblatt-Variante werden die Blätter frisch in den Teig eingerollt — was sehr lecker-frisch zu schmecken beliebt und auch kalt noch mundete. Eine gewagte Kombination mit frischen Zwiebelchen wurde eine kategorische Absage erteilt, da ein zu dominierender Charakter bemerkbar war, so dass auch hier der gedünstete Vorgang der richtige war. Da natürlich auch noch frische Flußkrebsschwänze rein!

Yufka angeschnitten
Mangold mit Flusskrebsschwanz und den süßen roten Zwiebelchen in Weinsud waren perfect!

Das war dann auch noch die Möglichkeit, dass die Schalentierchen mitgedünstet wurden — was aber dem frischen Geschmack abträglich war. Nein die vorherigen Varianten waren perfekt zu geniessen und sind daher unser Beitrag zum Blog-Event Garnelen Scampi & Co. der sich erlaubt heute zuendezugehen und schon jetzt kann das Resümee gezogen werden: die leichte Zubereitungsart scheint sich hier durchzusetzen ;-)

Roter Mangold mit gebratenem Ingwer und Flusskrebsschwänzen in Wein-Tomaten-Frühlingszwiebel an langen Spaghetti

Es war noch eine gute Menge an rotem Mangold in unserem Kühlschrank vorrätig und wartete geduldig darauf, dass wir daraus was Phantastisches kochen würden. Allerdings hatten die rosaroten Flusskrebsschwänze ältere Vorrechte und so fanden wir es eine gute Idee doch die farblich harmonisierenden Zutaten zusammenzufügen (sozusagen eine rosarot-rote Koalition). Aber wie im realen Leben harmonisiert es nicht unbedingt: Der Rote Mangold etwa ist etwas herber als der herkömmliche Mangold und so wurde etwas gelbe Zitrone und Ingwer als passender Ausgleich in die Planung mitaufgenommen. Das Rezept ist so ähnlich wie unser wunderbares Spezialitäten-Menue Flußkrebsschwänze in Weißwein-Nordseekrabben-Ambiente mit Linguini, das schon so viele Münder in Ekstase zu bringen vermochte.
Eine Besonderheit war jedoch (neben den fehlenden Nordseekrabben) noch zu beachten. Der Ingwer, in Streifen geschnitten, und die Stiele des Mangold mussten zusammen mit den Zwiebeln in kleingeschnittenem Format scharf angebraten werden (Mangold entwickelt erst dann den richtigen Geschmack) und dann mit dem Saft von einer ganzen Zitrone abgelöscht werden; ansonsten ist das Rezept das Gleiche und auch der zum Kochen wunderbar geeignete Vivo Blanco, der Haus-Bio-Chardonnay kam wieder zum wohlverdienten Zuge. Die grün-roten Mangoldblätter kamen natürlich auch noch zwischendurch hinzu. Der Charakter des Essens wurde insgesamt kräftiger und zitroniger. Nicht schlecht – aber die Flusskrebsschwänze gingen ein wenig unter. Der Ingwer trat punktuell in Erscheinung und war vor allem in der Soße bemerkbar (wenngleich eher dezent) und hätte ganz klar weggelassen werden können (es sei denn es wäre etwas Kokosmilch hinzugefügt worden, was sicher auch ganz lecker wäre). Lange Spaghetti bildeten schließlich die Kombinationsgrundlage.
Mit Mangold werden wir jetzt saisonbedingt öfters was kochen – in der Mischung mit Spinat mundet er jedenfalls wunderbar und in Olivenöl gedünstet und mit Zitrone abgelöscht ist er sowieso unschlagbar.

Flusskrebsschwaenze mit rotem Mangold
Flusskrebsschwänze mit rotem Mangold