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Gar leckere Shrimps in dreierlei Variante (davon im Bilde mit Mehlstaub verziert) und nachtischliche Angelegenheiten (Vorabversion)

Die Shrimps, die zu sommerlichen Temperaturen so vortrefflich zu munden wussten, müssten doch auch als Pfannengericht unser aller Herz zum Erblühen bringen können. Der durchaus als reichhaltig zu bezeichende Riesenbeutel Shrimps war kurzerhand im tiefgefrorenen Zustand geordert und schon setzte die vielfältige Variationszubereitungsfreude mal wieder ein.

gemehlteshrimps
eifrig gemehlt war allerdings auch die feurigrote Farbe gebannt

Vielleicht vorab schon mal ein bissl mehr scharfes Paprikapulver für mehr Würze? Gute Idee — schlechte Ausführung; der pikante Geschmack wurde davon nämlich zu sehr als nicht mehr richtig wahrnehmbar erkannt.
Auch war die Pfannenzubereitung auch etwas austrocknender Natur und so wurden dünne Mehlstaubschichten um die marinierten Shrimps herumgewirbelt. Das Resultat war wie erhofft, die Gefahr gebannt. Der Geschmack tendierte zur Ausgewogenheit und saftiger war es auch noch. Also noch zahlreiche weitere Bratvorgänge mit dieser Grundlage vorgenommen (auch teilweise ohne Öl) und sich aber so richtig zugeschlemmt.

shrimpsendabfertigung
satt und zufrieden

Da hilft bekanntlich nur eines, um dieses riesige Völlegefühl schnell und dem kulinarischen Anspruch gerecht werdend der Beseitigung anheimzustellen — karamellisierte Limonen mit Agavendicksaft. Vortreffliche Wahl mal so ganz nebenbei bemerkt ;-)

karamelisierte limonen in aufbereitung
karamellisierte Limone als abschlüssliches Leckerli

Dann war noch aufgefallen, dass da immer noch ein neues Stöckchen von Barbaras Spielwiese der Beantwortung harrt, was tiefere Neugier zu befriedigen weiß. Das ruft uns allerdings unser Gewürzproblem wieder ins Gedächnis, welches dringend und oftmals vorgenommen eigentlich jetzt mal so alsbald der Erledigung harrt. Unsere Gewürze sind vielfältig in unserer gesamten Küche verteilt und stapeln sich gar allüberall; das müsste ja mal wirklich in Ordnung gebracht werden und der Abwasch erst, der sich bis unter die Decke hoch empor windet und…

Süße Versuchung am Morgen mit sich gar köstlich und wunderbar darstellenden roten leicht süßlichen Paprikastreifen, Μαστίχα als komplettierende Gegenspielerin zum hinzugefügten Agavendicksaft und stimmig sich erweisende Limone sowie den lustigen Pinienkernen als I-Tüpfelchen für die leicht karamellisierte Kreation — Verköstigungshöhepunkt!

paprikastreifen gar wunderbar koestlicher Natur
Süß-verführerische Paprikastreifen gar köstlicher Natur

Der Abgabeschluss für den Blogevent Paprika im Gärtnerblog näherte sich gestern der Überlegung an, dass es doch mal Zeit wäre, sich ausführlichere Gedanken über die zu gestaltende kulinarische Kreation zu machen, die einzureichen Ruhm und Ehre bringen würde. Wenn da nur nicht dieser verdammt frühe Abgabetermin heute um 22. Uhr wäre den Paulchens Foodblog als Mitgestalterin uns(retwegen?) vor die Nase gesetzt hatte — so werden harmlose BloggerInnen förmlich gezwungen schon vor 12 Uhr Mittags aufzustehen, was jetzt zugebenermaßen nicht das Schlechteste war, weil sich da zwischen den vielen Wolken dezente Sonnenstrahlen zeigten, die auszunutzen nun die eingeschlafenen geistigen Kapazitäten nach nur einer Tasse Kaffee beanspruchen sollten.

Also Paprika war zuhauf in der kulinaria-katastrophalia-Küche paprikaeinkaufeingelagert und stapelte sich bis zur Decke, weil im Gegensatz zu vernünftig aussehenden und hoffentlich dann auch schmeckenden Aprikosen oder Pilzen, die in den letzten Wochen vergeblich gesucht worden sind, diese im reichhaltigen Sortiment vorhanden waren.

Aber jetzt schnell gehandelt, sich kurz süßer Träume erinnert und daran anknüpfend herbere Kostmöglichkeiten ausgeschlossen und beschlossen sich der süßen Verführungskunst hinzugeben. Blitzartig war die Ideenfee nämlich erschienen und wies auf den köstlichen Agavendicksaft hin, der so wunderbare Ergebnisse zu zeitigen weiß. Wunderbar, ja, das sollte unser Beitrag zum Blogeevent schließlich sein.
Rote Paprika schien die geeignete Wahl für die erste Versuchsreihe und flugs wurde sie in grobe leicht kurvige Streifen geschnitten und in der Wokpfanne kurz erhitzt, um sodann gleich Agavendicksaft hinzuzufügen. 3 Minuten karamellisiert und das erste Resultat verköstigt. Schon mal ein guter Ansatz — aber noch nicht das Optimum; die Süße des Agavendicksaftes war einen Tick zu dominierend.

Und dann kam die glorreiche Idee – Μαστίχα musste da rein! Das gab es neulich auch bei Küchenlatein und der leicht herbe einzigartige Geschmack würde hier ganz harmonsich einfügenden Charakter besitzen, gewiss! Also Mastixa, das Baumharz besonderer griechischer Pistazienbäume, hervorgeholt und erst die kleinen erhärteten Teilchen in Agavendicksaft aufgelöst, was ziemlich schnell geht (auf niedriger Temperatur gehalten).

mastixa
Mastixa

Dann die zweite Versuchsreihe gestartet und nach dem Erhitzungsvorgang der Paprika die Masticha-Agavendicksaft-Mischung rübergegeben und wiederum drei Minuten karamelisieren lassen. Ah, lecker war die erste Gesamteindrucksbestätigung der Geschmacksnerven, und süß mit leicht herben Unterton, schon sehr gut, aber noch nicht ausgezeichnet. Und da Limonen sich mit Agavendicksaft so in vollendeter Harmonie präsentieren, wurde diese Zutat jetzt auch noch schnell hinzugegeben. Sehr gut. Dies würde also mal wieder einer jener fulminaten Beiträge für einen Blogevent werden.

Dann natürlich noch weiter herumprobiert und gedacht, dass auch Pinienkerne sich geschickt in die Köstlichkeit einfügen würden und das schnellerhand mal einfach ausprobiert und sie in der letzten Versuchsreihe zusammen mit dem Limonensaft hinzugegeben. Superexcelentwunderbarunnachahmlichkööööstlich!
Die sanft und doch leicht knackig frischen Paprikastreifen hatte die schnelle Zubereitungsmethode schmeckbar äußerst gut getan, die schon vorhandene Süße bekam mit dem Agavendicksaft eine prima ergänzende neue Süßgeschmacksnote hinzu, die durch Μαστίχα bremsenderweise komplettiert und durch Pinienkerne als I-Tüpfelchen sich einschmiegen konnte in die zu verkostende genusssüchtig erwartungsvolle Zubereitungskreativität. Super-lecker!

Und hier nochmal die Zutaten:

Rote Paprika, in StreifenBlogevent Paprika klein
Agavendicksaft, so ca. 4 Esslöffel
Limonensaft, ein paar Spritzer
Mastixa, ca. 1-2 Teelöffel voll
Pinienkerne, nach Bedarf

Und die Zubereitung auf die Schnelle:

Paprika kurz erhitzen und mit zuvor in Agavendicksaft aufgelösten Mastixa in ca. 3 Minuten karamelisieren; Limonensaft und Pinienkerne hinzu; kurz umrühren. Fertig!

koestliche paprikastreifen in mastixa-agavendicksaft-limonen-karamelisiert mit pinienkernen
Köstliche karamellisierte Paprikastreifen in Mastixa-Agavendicksaft-Limonen-Pinienkernen-Umgebung

Perfekterweise zu reichen als besondere Vorspeise, wenn das Essen nicht ganz reichhaltiger Natur ist, da die vollendete Kreation erwartungsgemäß eher in die süße Richtung ganz sättigend tendiert ;-)

Zart angebratene Kalamares wussten durch dezente Töne von Knoblauch in Olivenöl und Blattpetersilie und durch Balsamico hervorragend ergänzt zu werden (zur Erfrischung hernach dann wieder mal die wunderbaren karamellisierten Limonen)

kalamaria in olivenoel balsamico
Die mit Balsamico versehenen zarten Tuben waren mal wieder ein leckeres Speisenelement

Es sollte nach der letztens bei Bolli ins Auge springenden Tintenfischkredenzung auch mal wieder Octopus bei uns auf den Tisch, der schmeckt ja in zahlreichen Varianten immer wieder und ist ein Hochgenuss.

Nur leider verwehrt sich die einschlägige Tentakelbeschaffungszunft beständig gegen unsere Kochversuche, so dass kurzerhand auf Kalamares zurückgegriffen werden konnte, die zwar geschmacklich eine andere Richtung vorzugeben wissen — aber nicht minder delikat daherkommen. Tintenbeutel waren bei diesen frischen Exemplaren schon entsorgt worden, was einiges Unbill von uns fernzuhalten geeignet war angesichts falsch herauszuziehender Inhalte. Die Haut noch entfernen und dann ab in die Pfanne mit Olivenöl und ca. 10 Minuten braten. Blattpetersilie und kleingehackter Knoblauch noch hinzu und dann mit einem guten Schuss Balsamico ablöschen.
Feine Geschmackskomponenten von zarter Ausgewogenheit zwischen Bio-Olivenöl und einem leichtsauren Balsamicoton mit süßlicher Richtung und einem Hauch Knoblauch und ein absolut zarter gelungener Kalamar — einfach köstlich!

Dazu dann noch ein griechischer Salat und Baguette. Beim nächsten Mal werden wir dann noch Blattpetersilie rüberstreuen damit ein frischer grüner Farbton zu vernehmen ist (der Balsamico ist doch arg eingezogen) für den dann aber die Limone in aufgeschnittener Form auch hübsch zu sorgen wusste.

Beizutragen wussten diese Zitrusfrüchte zu mitternächtlicher Stunde auch wieder zu unserem Dessert, dass — so vollgefressen wir waren (Gruss an abwesenden WG-Inhalt ;-) ) — absolut erfrischend schmeckte und quicklebendige Ergebnisse zeitigte. Wunderbar diese feurig karamellisierten Limonen mit Agavendicksaft! Unbedingt mal nachmachen!

limonen im nachtlicht
Wunderbare karamellisierte Limonen im Nachtlicht wussten verzaubernd zu erfrischen

Verwegen daherkommende Octopusgreiffangundwürgarme auf (fast) tiefschwarzen Tintennudeln, die in Limonen-Olivenöl geschwenkt und mit einem Hauch ganz kurz angebratener Scheibchen aus frischem Knoblauch versehen waren und zur Formvollendung noch mit zerriebenen wilden Oreganoblättern und exclusiven Bio-Olivenöl beträufelt aufzuwarten wusste (Rucola sollte auch noch decorativerweise dabei sein – aber den hatten wir vergessen käuflich zu erwerben — aber hey, das sieht doch auch so toll aus)

Zugegeben: frisch gegrillt wäre der charmante vielarmige Oktopus noch eine Spur besser gewesen. Aber auch so mundete die mit frischem Limonensaft und frisch zerriebenen wilden Oreganoblättern im getrockneten Zustande versehene Hauptblickfangspeise ganz toll. Dieser einzigartige Geschmack von frischem Octopus ist super-lecker! Und während nur noch eine sanfte Brise und das Merresrauschen zu fehlen schien, gab es einen fruchtig-trockenen spanischen Bio-Weißwein vorweg, der in kleinen Osteria-Gläsern, die wir neulich erstanden hatten, serviert zu werden wünschte.

leckeres �rmchen
die mit Tintenfischtinte gefärbten frischen Nudeln liessen durchaus im bestechenden Tone die Grundsubstanzen deutlich erkennen

Und dem Anlass entsprechend mussten es natürlich Bandnudeln mit schön schwarzer Sepia-Tinte sein, die ordentlich hinzufügend in den Nudelteig als Beigabe optimale Ergebnisse zeitigte, um auch schön damit protzen zu können. Keine Angst — geschmacklich lässt diese Zutat sich eher im neutralen Raume verorten. Erhältlich ist die gar nicht so teure Tintenfischtinte in praktischen kleinen Plastikbeutelchen, die beim Großhandel eures Vertrauens sorgfältig aufbewahrt für euch bereitliegen, um die Herzen erfreuen zu können bei ach so viel Farbkraftgebung.
Und da des Abends die kulinaria katastrophalia Küchenkochkünste anstehen, wurde es mal wieder nix mit der Ausnutzung von Tageslicht, welches für optimale Darstellung schlechterdings nicht das Schlechteste gewesen wäre — zumal schwarze Grundtöne für unseren, die profane Nudel in einem anderen Lichte erscheinden, Beitrag zum Kochblogevent Pasta doch den etwas anderen Akzent zu setzen weiß….

pasta quer

Aber wenden wir uns dem leckeren Essen zu, das mit immer wieder leckeren frischen Octopus nicht nur optisch so schmackhaft daherkommt (die vergessenen Rucola-Blättchen einfach mit hinzudenken, gell ;-) ).

Benötigt wird wie immer fast gar nichts, um den Kochgenuss zu zelebrieren:

Octopus (unser hatte nur noch sieben Arme)
Rucola ;-)
Tintenfischtinte (Sepia)
und natürlich Zutaten für einen frischen Nudelteig wie Mehl, Salz, Eier
und etwas Wasser und Olivenöl
letzteres auch noch zum Braten des Oktopus
ganz wichtig – Limonen und Oregano
(sozusagen die Symbiose für die gewürzte Krake)

Und so klappts innerhalb kürzester Zeit:

Nudelteig so wie hier beschrieben anfertigen und die Tintenfischtinte frühzeitig und schmierigerweise hinzugeben (später färbt die auch schön das Wasser)
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen (oder den Holzkohlegrill anschmeißen) und den vorher von der dünnen Haut befreiten Oktopus so ca 10 Minuten unter ständigem Wenden anbraten. Kurz bevor die sich windenden Fangarme fertig sind noch gescheibelten Knoblauch für 30 Sekunden hinzugeben.
Limonen ausdrücken und mit gutem Bio-Olivenöl versehen und die fertig gekochte Pasta und den Rucola kurz mitschwenken auf den Teller drapieren und je nach Belieben den Octopus zwischen den schön schwarz anzuschauenden Bandnudeln verstecken oder oben drauf drapieren. Die Knoblauchscheibchen auch noch hinzu und auf jeden Fall noch Oregano frisch zerreiben und noch ein Schuss Limonensaft und Bioolivenöl drauf! Fertig zum Servieren und Verspeisen. Wunderbar lecker!

Oktopus auf Tintennudeln
Der rot gebratene Octopus wusste sich galant auf schwarzer Pasta dem gediegenen Anlass entsprechend lecker zu präsentieren

Kulinarischer Adventskalender! Das wunderbare 16. Türchen – Feurig karamellisierte Limonen an Zauber-Creme-Wölkchen

SüÃ�-saurer Hochgenuss Kulinaria Katastrophalia freut sich sehr das heutige Türchen des Kulinarischen Kalenders für Euch zu füllen. Zu gewinnen gibts es bei fleissiger Begutachtung der anderen Türchen auch etwas. Wir präsentieren Euch zur Feier des Tages feurig karamellisierte Limonen an Zauber-Creme-Wölkchen.

Für die Zubereitung dieser erfrischend sauer-süß daherkommenden Dessertidee mussten wir natürlich den perfekten Zeitpunkt abwarten. Zwar erfreuen wir hiermit des öfteren die geliebten Gäste, die aus dem Staunen ob der aufregenden Zubereitungszeremonie nicht mehr herauskommen — doch um unser Meisterinnenwerk im buchstäblich besten Licht zu präsentieren, musste in diesen grauen Tagen auf ein bisschen Wintersonne gewartet werden. Diese war so gut zu uns sich noch im letztmöglichen Moment zu zeigen…

Doch dieser Gaumenschmauss sieht nicht nur gut aus. Er ist auch noch extrem simple zu fabrizieren. Eine Kleinigkeit ist die Gebrauchsgelegenheit, die zum Karamelisieren benötigt wird; diejenigen, die schulterzuckend täglich mit der Hantierung bei der Auftischung von Crème Brûlée zu tun haben, werden anerkennend nun nicken und sich sagen, dass sei doch eine Selbstverständlichkeit. Doch Obacht! Kulinarischer Adventskalender 2006 Nicht jede Feuergerätschaft eignet sich unbedingt für die alltägliche Köchelei. Verzichtet werden sollte auf so kleinen Schnickschnack, der im Lebensmittelhandel zu erwerben ist und unter Brenner für die feine Küche subsumiert zu werden wünscht. Die Teile taugen nix und sind im nu mit ihren Gasvorräten am Ende. Ein handelsüblicher Bunsenbrenner ist optimal und günstig. Campinggas-Kartuschen sind zudem ebenfalls äußerst billig und langlebig, während die kleinen Spielzeuge vielleicht 100 Mal den Gasherd zum Entflammen bringen taugen. Wichtig ist vor allem darauf zu achten, dass der Brenner eine sogenannte Piezo-Zündung hat; das ist eine Art Funkengenerator, der beim Drückvorgang der erloschenen Flamme blitzartig zu neuen Höhen verhilft unter Vermeidung des ständigen Bereithaltens einer Feuerquelle. Da Bunsenbrenner die Eigenschaft besitzen häufig auszugehen sollten beim Kauf ruhig ein paar Euro mehr investiert werden. Lohnenswert auch die Beachtung des Hinweises, dass ein Gerät erworben wird, welches auch in verschiedenen Gratwinkeln noch funktionstüchtig ist, was ja beim Karamellisieren ein nicht unwesentlicher Faktor ist. Doch genug zum Kochwerkzeug. Die Zutaten sind ja auch noch wichtig ;-)

Gebraucht werden nicht mehr als die folgenden Zutaten:
Die Zutaten
6 Bio-Limonen
250 ml Bio-Sahne
100 ml gerührter Bio-Joghurt
Rohrzucker (am besten die braune Sorte)
Bio-Agavendicksaft
Vanillestange

Limonen oder Limetten sind überall zu bekommen und entfalten zusammen mit Agavendicksaft, der im gutsortierten Bio-Laden erhältlich ist und einen sehr feinen Geschmack hat, ihr volles wunderbar leckeres Aroma.

Zwar war uns diese Spezialität von Anfang an geschmacklich höchst sympathisch — jedoch war die praktische Essbarkeit nicht gewährleistet. Doch nach unzähligen Versuchen (unter Ausschluss von bspw. Orangen oder Zimtbeimischungen) können wir Euch nun die optimale Variante (Grapefruit geht zur Not auch noch) präsentieren. Die Limonen sollten erstmal gründlich abgewaschen werden und dann an den Enden ein bisschen angeschnitten werden. Dies ist deshalb wichtig, damit sie später gerade liegen und die zu karamellisierende Flüssigkeit sich nicht allzu weit entfernt. Hier deshalb anschaulich mit Foto präsentiert.

Gleich geht\'s durchs Feuer
Limonen erfreuen schon optisch die durch Cocktailkonsum erfahrenen kulinaria katastrophalia BesucherInnen

Die Limone muss jetzt einem weiteren Bearbeitungsgang unterzogen werden — sie wird jetzt an den Enden großzügig abgeschnitten, so dass ein in anderem Zusammenhang zu verwendendes Mittelstück übrig bleibt (eignet sich hervorragend für Limonade). Die angeschnittenen Endstücke sollten aber größer als das Mittelteil sein.
Feuerprobe Das obere und untere Ende der Lemonen auf eine feuerfeste Form legen und darauf achten, den darunter befindlichen Untergrund auf Hitzebeständigkeit zu untersuchen. Dann ordentlich braunen Rohrzucker auf die Limonen verteilen (alternativ zu verwendende geschälte Grapefruit in je 2-3 Spalten aufteilen und etwas öffnen, so dass sie am unteren Rand noch etwas zusammenhängen, ebenfalls in die Form legen; ebenfalls mit Rohrzucker überstreuen).
Dann kommt der große Augenblick des Bunsenbrenners, der nicht zu lange verharrend auf einer Stelle über die Limonenschar mit seiner Flamme geschwenkt wird bis sich eine schöne brutzelnd-bräunliche Färbung offenbart und die Karamellschicht als das bezeichnet werden kann was sie ausmacht.
Sodann schnell den Agavendicksaft rübertröpfelnd gut verteilen und nochmal kurz karamellisieren. Gerade der Agavendicksaft ist das berühmte I-Tüppfelchen, welches die allerfeinste Geschmacksknospenexplosion im erfrischend-einfachen Dessert-Sektor ausmacht. Ein wahres Rätsel wie zuvor auf diese köstliche Zutat verzichtet werden konnte… ;-) Leckere WölkchencremeFür die Zaubercreme ist ein Kontrapunkt vonnöten, der der süßen Köstlichkeit den geschmacklich süß-neutralen Ausgleich zu verschaffen mag.
Gute Bio-Sahne schlagen und zwischendurch leckeren Bio-Joghurt (schmeckt einfach am besten) und Vanillemark reingeben (Tipp: die ausgekratzte Stange in die Zuckerdose für Vanillezucker tun) und kalt stellen. Eine festere Konsistenz für anschließend zu fertigende kleine Wölkchen wäre nicht das Schlechteste. Die Zaubercreme schafft eine nette Abwechslung zum erfrischenden Charakter der Säure der Limonen, die unterbrochen vom süßen Krachen der Karamellschicht, Erinnerungen an Caipirinha weckt. Halt nur ohne Alkohol. Gut macht sich die Creme auch übergossen mit den in der Zubereitungsform verbliebenen Limonen-Rohrzucker-Dicksaft-Resten — extra gereicht und mit Zitronenmelisseblatt dekoriert auch nicht das Schlechteste zur anschaulichen Genusspräsentation.
Die Verköstigung geht am besten so vonstatten, dass die Limonenendstücke ausgeschlürft werden mitsamt der schönen Zucker-Agavendicksaft-Schicht. Das Dessert eignet sich deshalb ebenso für die Erweckung Scheintoter nach üppigen Gelagen wie für die staunenden Augen von Pyromaninnen. Eindruck haben wir allein schon mit der vor aller Augen vollzogenen Zubreitung erzielt, die höchste Erwartungen weckend ihren Ansprüchen ganz unbescheiden mehr als gerecht wird!
Und da dies Alles so unkompliziert schnell zu bewerkstelligen ist – empfiehlt sich natürlich unbedingtermaßen die Nachahmung! Dazu passt ein starker Espresso aus äthiopischen Wildkaffee oder einfach ein starker griechischer Mokka ohne allzu viel Zucker.

Und dann noch viel Spaß bei den anderen Türchen!

Kandierter Traum
Die Frische unter der Karamellschicht ist nicht das Schlechteste…