Tag-Archiv für 'kulinaria-katastrophalia'

kulinaria kamera, die Probleme, die Reparaturodyssee und andere zweifelhafte Dokumentationen (Bilder, Bilder…Geschichten, Geschichten…)

Während die meisten Kochblogs sich nahezu verausgaben, um das allerneueste Modell gegen das Allerallerneuste auf dem Markt auszutauschen ;-) und sich stundenlang mit der richtigen blogevent food-o-grafieKameraeinstellungen herumplagen, hat sich hier die schnelle Knipsvariante als praktikabel erwiesen. Das mag nun auch an dem Umstand liegen, dass hier meist des Abends mit deutlicher Tendenz zum nächsten Tage die kulinarischen Köstlichkeiten aufgetischt (und manchmal sang- und klanglos entsorgt) werden, da ist sowieso egal welches Kameramodell Verwendung findet.

Auf die Bilder übrigens einfach draufklicken, in diesem Beitrag sind die ausnahmsweise alle verlinkt und führen zu den kleinen Foodblog-Geschichten und manchmal auch zu einem Rezept ;-)

kaki in kaffeebohne

Schließlich ist Sonnenlicht noch das beste Ambiente, um die Speisen zu präsentieren, die so schmackhaft doch wenigstens im Ansatz auch in der Photodokumentation ersichtlich sein sollten. Das, was das Essen ausmacht, die Atmosphäre, die Lust am Essen, der nette Besuch, kann sowieso nur ansatzweise eingefangen werden.

Aber da zorra angefragt hat, was denn so für Kameramodelle Verwendung finden kommen wir dem mal nach und präsentieren für die food-o-grafie die verwendeten Modelle, derer viele, die hier so in unserer kulinaria katastrophalia-Küche Verwendung finden.

die kaki ist immer noch da

Angefangen und durchgehalten haben wir mit einer kleinen Digitalkamera, Modell Kodak LS753, die macht auch ganz passable Bilder, die allerdings im Vorschaubild immer etwas matt aussehen, dann aber zu voller Größe kommen, klein und handlich, macht gute Überblicksbilder. Zahlreiche Kakibilder entstanden damit.

kaki standhafte

Ab und an bei Besuch kommt eine PENTAX Optio WP zum Tragen, die ist ganz nett, wenn nur die Bedienungsanleitung nicht auf technikschwedisch wäre, dann könnte da wohl noch was rausgeholt werden. Leckerste Bärlauch-Birnen-Kaninchenleber in Schokoladen-Wein-Sauce wurde mit herbeigerollerter Nikon E4500 dokumentiert.

getrocknete kaki

Die andere meistens verwendete Camera ist hingegen eigentlich gar keine, sondern eine kleine Handykamera, eine Sony Ericsson K800i, die ist schnell griffbereit und deshalb oft verwendet, außerdem macht sie so schöne Vorschaubilder, die nachher gar nicht mehr so farbenbrilliant aussehen, die Nahaufnahmen sind allerdings manchmal (bei eitel Sonnenschein) deutlich besser als bei der Kodak, auch die Farben Grün und Rot treten besser hervor.

knoblauchsprossen

Knoblauchsprossen beispielsweise entzücken in ihrer Grazilität geradezu mit ein bissl Sonnendurchflutung, so wird es lockerflockig (hier zu sehen in unserer septembrigen Schafskäse-Ingwer-Kredenzung) und die Sprossen des Knoblauchs sind quasi griffbereit im Bildschirm zu finden, zuviel Sonne allerdings macht sich dann auch nicht gut, der frühe Morgen (da schlafen wir noch) eignet sich eigentlich am besten ;-) Schade ist es eigentlich nur, dass die meisten Bilder in Riesengröße schöner aussehen, als dann verkleinert im Blog, andersrum geht das allerdings auch, verschwommene Bestandteile fallen dann gar nicht so auf…

Torte

Manko allerdings: das Modell ist ständig kaputt, was mithin Ärger mit sich bringt und das eigentlich Interessante ist, dass sich aus diesen Umständen das nicht Uninteressante zu Erzählende speist und das hat es interessanterweise in sich.

dosenfischkatze

Das Modell K800i ist etwas klobig für ein Handy und wurde einst mit einem unsinnigerweise teueren Vertrag erworben, die Werbung hatte ihren Einfluss dabei ;-) und nachdem, das Teil zweimal nicht mehr funktionierte war der Gang zu einem vom Verkaufsgeschäft angepriesenen Dienst angesagt, der gleich mit wirklich kompetenten Personal aufzuwarten wusste: Eimerweise Schminke , Marge-Turmfrisur und lange aufgeklebte Fingernägel (plastisch in den modischen Farben der Geschmacklosigkeit bewahrt) verhinderten den Ausbruch normaler Kommunikation in den Gehirngängen der Schaufensterpuppe, die erstaunlicherweiuse auch noch reden konnte, ein Wunderwerk sozusagen.

rauke mit schinkenwuerfel in ei und das alles als sauce zu linguine

Einmal das Versagen geschildert, kam nur als Antwort, Also ich hab das gleiche Fotohandy (bitte in doofen Wähwäh-Ton sprechen), meins ist noch nie kaputt gegangen.
Sehr schön, interessiert nur nicht, also geduldig den Fehler erklären und sich weitere dumme Bemerkungen anhören, was es denn sein könnte, nein funktioniert auch mit anderem Akku nicht, hat die die Erklärung nicht verstanden, dass es zwar angeht, aber nicht hochfährt?

Na, dann schauen wir uns das mal an (Wähwäh-Ton), toll, genau das war es, was verlangt war, dann fängt sie an mit ihren Plastikfingernägeln die Karte rauszuprockeln, was naturgemäß sich als durchaus schwierig rausstellt mit den langen Dingern, wer stellt sowas ein?

zitronenpresse orange original 70er

Selbst ran und auf die Frage nach dem voraussichtlichen Abholtermin nur schnippische Bemerkungen das könne man nicht sagen. Schön. Nach zwei Tagen schon einen Anruf bekommen, dass es abholbereit sei und hingefahren und wieder diese Plastikfinger im Empfang; scheinen der Ansicht zu sein, dass die KundInnen auf so was stehen.

griechischer frape

Wir haben da eine neue Software draufgespielt, das müssen sie aber zukünftig selber machen. Hallo? Das Gerät war kaputt, wieso soll ich eine neue Software draufspielen?
Das müssen sie jetzt, Sony Ericsson schreibt das jetzt vor, hier sehen sie, hier steht es (hält mir die Reparaturbescheinigung ihres Geschäftes vor, wo drauf steht, dass der Kunde, das machen kann).
Interessiert mich nicht, selbst wenn es so wäre, dass die Garantiebestimmungen sich geändert haben, dann gelten weiterhin diejenigen bei Vertragsschluss. Nein, das stimmt nicht, hier steht es doch (zeigt mit Plastikfingernagel auf das Papier). Hier ist jegliche weitere Mühe vergebens, die Person ist zu intelligenter Kommunikation offensichtlich nicht fähig.

gegrillte shrimps

Ab nach Hause, auf dem Weg Handy eingeschaltet und schwubbs nach drei Minuten ist der Akku alle, komisch war doch vor der Reparatur extra aufgeladen worden? Angeschaut und festgestellt, dass da ein anderer Akku drin ist (hat sich wahrscheinlich die Schaufensterpuppe mit dem gleichen Handy gekrallt), also zurück zum Geschäft und beschwert.

frische erbsen

Chef kommt auch gleich raus und behauptet steif und fest, dass dies selbstverständlich derselbe Akku sei (natürlich), da achten wir immer darauf, dass Gerät und Akku zusammenbleiben, außerdem, woher wollen sie denn wissen, dass das nicht ihr Akku ist, wer schaut sich den denn an.

bio joghurt mit apfel und roter grapefruit

Ich, schließlich hätte der ja kaputt sein können und da war der weder verkratzt noch der Aufdruck verblasst. Nein das stimme nicht, wir sind hier ein Geschäft am Ku´damm und nicht so eine billige Klitsche, wir machen sowas nicht, ah ja….

wilder fenchelsamen und grobes siedesalz im moerser

Und was hätte ich da noch für ein Problem gehabt, Garantie, ja das müssen sie jetzt selber machen. Die Dummheit der Schaufensterpuppe ist also auch Geschäftstaktik, kein Wunder, dass die Gerichte überlastet sind. Beim nächsten Mal wird gleich Mängelgewährleistung geltend gemacht, dann kann das Geschäft sich dreimal ärgern.

Und in der ganzen Zeit steht das Handy dann natürlich nicht für die Foodblogfotografie zur Verfügung — Argh!

olivenblaettertee zur anschauung

Inzwischen war das Gerät viermal kaputt und wieder — diesmal beim Verkäufer — bei der wochenlangen Reparatur (da hätte schon ein neues verlangt werden können) und dann ist da ein fetter Kratzer im Display unter der Glasscheibe bei der Rückgabe. Was ist das denn?

Ja komisch, also wird angerufen bei der Firma, die stellen sich doof, hier steht doch in der Einlieferungsbescheinigung, dass da ein Kratzer drauf ist, ja stimmt meine ich, der ist auch noch da, der muss mit einer Lupe gesucht werden und das stand auch schon auf den letzten drei Reparaturbescheinigungen drauf, der neue hier ist unter dem Display. Hmm, hmm, Verkäufer kann sich aber nicht bei der Reparaturfirma durchsetzen (jetzt nicht wirklich verwunderlich), ruft also seine Chefin an und kommentiert derweil laut mit, dass ein neuer Reparaturauftrag von mir erteilt werden müsse.
Halt Stopp! (laut rufend und das Telefongespräch störend) – ich beauftrage gar nichts, das ist allein ihr Problem! Verdutztes Aufschauen (Oh, oh — renitente Kundschaft).

linguine bolognese

Um es kurz zu machen — es dauerte zwei Monate bis die Nachricht kam, dass das Handy unterwegs (angeblich) leider verloren gegangen sei (haha, die Versicherung zahlt es wohl) und 14 zerquetschte Tage bis die Nachricht kam, das ein neues Handy wieder da sei, irgendwie noch mit Restfreude (endlich!) hin und festgestellt, dass es nicht da war, warum rufen die dann an?!? Nach einer Woche dann die Nachricht, es tut uns sehr leid, es verzögert sich noch etwas…

sukulaku

Aber schließlich doch noch ein fast nagelneues Exemplar in den Händen gehalten, lediglich die Versiegelung war aufgebrochen wir haben ihnen schon mal den Akku aufgeladen -- wers glaubt wird selig, es wurde vermutlich ein kaum genutztes Ansichtsexemplar organisiert; aber egal, Hauptsache wieder ein neues Handy.
Dann noch verlangt, dass auf die Rechnung (0 Euro) noch der Vermerk kommt, dass volle Gewährleistung (weitere zwei Jahre) steht. Auch das erhalten (viele tricksen da ja noch rum) und nun steht da, dass Leistung auf ein „Gewehr“ gegeben wird, ist ja auch mal was.

rote versuchung

Nun, so richtig empfohlen kann das Gerät nicht werden, auch wenn es ganz nette Fotos macht, aber das haben sich alle wohl schon selber gedacht ;-)

limonen im nachtlicht

Und welche mag, darf raten, welches Kameramodell welches Foto für den Foodblog beigesteuert hat ;-)

Die anderen Kamerabestückungen der anderen Foodblogs sind dann im Kochtopfblog zu bewundern, morgigen Tages ist nämlich der Einsendeschluss für den Blogevent und dann wird rasch wie immer eine wohl ziemlich lange Liste schön fotogen aufgearbeitet zu bestaunen sein. Viel Spaß dabei!

Köstlich zarte Kaninchenleber in milder Schokoladen-Weinsauce mit stimmig beigefügten Bärlauchstreifen und harmonisch ergänzenden Stücken von fruchtiger geradezu fast überreifer Williamsbirne, welches wir Alles zusammen zwei- und gar dreimal zu kochen beliebten — einmal zur Probe, weil die Idee Schokolade zu Leber zu reichen von nicht uninteressanter Art zu sein schien, dann gleich nochmal weil es gar wunderbar schmeckte (und wir sowieso ordentlich vom Grundprodukt geordert hatten) und dann anderntags nochmals (obwohl wir dann eigentlich was anderes fabrizieren wollten), weil die Kamera mitsamt den tollen Images rumzuspinnen begann, so dass für die Photodukumentation trotz der nicht mehr wie am Vortag so schön scheinenden Sonne gesorgt werden musste; nichtsdestotrotz wurde das allerbeste durch herbeigerufene mit dem Roller herbeieilende Verköstigungssehnsüchtige hergestellt (Rezept und Foto-Tapeten-Link)

ausschnitt kaninchenleber

Das Angebot an Kaninchen war passenderweise saisonbedingt so ansprechend groß, dass kurzerhand beschlossen wurde doch mal wieder Kaninchenleber zu geniessen. So zart wie sie sich auf der Zunge anschmiegt, wenn sie mit Rotwein abgelöscht und mit Peffer und Oregano bestreut dargeboten wird, war das eine Möglichkeit. Aber es kam dann glücklicherweise ganz anders und das Ergebnis bekräftigte mal wieder die Erkenntnis, dass die aus spontanen Einfällen sich ergebende Köchelei die phaszinierendste ist.

Da jetzt überall der Bärlauch spriesst, Paulchens Foodblog, kochbuch (beiden noch herzlichen Glückwunsch zum Kresse-Blogevent), Knoblog und Gärtnerblog schon die Berichterstattung eingeleitet hatten, bot es sich an, auf dem samstäglichen Markt ebendiesen zu ordern (andere ernten selbst) und warum nicht diese beiden Zutaten zum erfreulichen Nutzen ergänzen. Und wenn gerade die Ausprobiererei anstand, warum nicht auch gleich mal was für den Kochtopf Blogevent Chokolade kreieren — nun war es erstmal nicht das auf den ersten Blick so ganz passende, es musste also noch was weiteres hinzugefügt werden für den köstlich zu erwartenden Endgeschmack, der uns alle erfreuen und ein zumindest kleines Lächeln aufs Gesicht zaubern sollte.

Die gut abgelagerten Williamsbirnen schrieen ja auch geradezu dannach die anstehende Spezialität zu vervollkommnen und fürwahr es war die richtige Wahl, die die wunderbar fruchtige überreife Birne da als Ergänzung angedeihen ließ.

ausschnitt

Nochmal zusammengefasst die Zutaten:

Kaninchenleber
Bärlauch
Schokolade (aus dem Block fein geraspelt)
Willimasbirne
Weißwein, trockener mittelmäßiger Blanc de Blanc
weißer Pfeffer
Oregano, ein bissl
eine Prise Salz
Olivenöl (ein nicht ganz so dominant schmeckendes)

und dann gehts ganz schnell in nur 10 Minuten mit der Fabrizierung der köstlichen Zutaten:

Öl erhitzen und Kaninchen-Leber schnell rührend anbraten, mit weißem Peffer und Oregano versehen und dann die Temperatur reduzieren. Bärlauch hinzu und mitbraten. blogevent schokolade Mit einem Schuss Weißwein (der ein Rest eines mittelmäßigen Produktes war und hier zu seiner eigentlichen Bestimmung finden konnte) ablöschen und auf niedriger Stufe weiterköcheln lassen, so dass die Leber nicht zu hart wird und sich eine schöne Sauce bildet. Dann die in Scheiben und noch mit der Schale versehene geschnittene Willamsbirne hinzu, schnell dann auch noch mit geraspelter Schokolade ergänzen (müssten so drei gehäufte Esslöffel gewesen sein). Eventuell noch etwas Salz und Wein hinzu, wenn es zu sehr reduziert ist. Und während ein angenehm duftendes Aroma sich bemerkt macht, ist es auch schon nach Berieseln mit einigen federleichten Schokoraspeln fertig!

Und es war absolut köstlich! Ungeahnt schmiegte sich die Schokolade — überhaupt nicht die anderen Zutaten dominierend — in die wunderbare Kombination ein: Die zart schmeckende Kaninchenleber wusste durch den etwas (aber nur ganz leicht) herben Bärlauch hervorragend ergänzt zu werden, der der optimale Gegenspieler für die süß-fruchtige Williamsbirne war, die sich in der Weinsauce sichtlich wohl fühlte und ihre Form zu wahren wusste. Es war so lecker, dass die gierigen Blicke auch noch nach der zum zweiten Male angefertigten Spezialität nach der etwas unanständigen aber üblichen Abschleckerei der Teller, die nicht mehr vorhanden Reste absuchten. Danach dann ein griechischer Mokka und alle waren glücklich. Perfekt lecker abgestimmt also — unser Beitrag zum Blog-Event Chokolat (hier noch mal in Tapetengröße)!

kaninchenleber mit baerlauch und schokolade
Mit Blume sieht es natürlich gleich noch dekorativer aus ;-)

Kaum war übrigens die wunderbar scheinende Sonne für zweckoptimale Fotodokumentationsstrecken leidlich ausgenutzt worden, entpuppte sich die Anfälligkeit moderner Technik. Und so „musste“ die kulinaria-katastrophalia-Kochkunst ein drittes Mal ran — was für eilfertigst mit dem Roller herbeigeeilte Kamerabesitzerin ein weidlich auszunutzender Umstand war, der dann aber ausgiebigst ein drittesmal zelebriert wurde. Hach, lecker war es (schon erwähnt ;-) )!

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Weihnachten und tiefe Einblicke in die Abgründe unseres kleinen Küchenreiches (nebulöse Neugier befriedigende Erörterungen versteckterer Art)

Gitterausblicke schönster Natur
Gitterausblick schönster Natur (im Hintergrund delikate Detailaufnahmen)

Nun ja — immer wenn Weihnachten auf der Tagesordnung steht, kommen nicht nur die ewig gleichen Konsumterrorerscheinungen auf harmlose (den zu erwartenden Aufwand an Abgrenzung im Grunde genommen nicht im Geringsten erahnende) Bestandteile unserer WG zu, die sich selbstverständlich — wenngleich nur zum Teil — sich dem deshalb zu entziehen wünscht. Abwasch
Ewige Nörgelei betreffend des Festes wie sie gerade bei absolut nicht dem Weihnachtseinerlei verschworenen Personen immer wieder anzutreffen ist geben wir uns natürlich nicht hin. Die jenigen, die sich sonst nämlich mit Inbrunst gegen die meist mit Familienzusammenführung verbundene Konfrontation bürgerlicher Gepflogenheiten wenden, sitzen nachher nämlich Gläser ohne Klarheit
ganz zufrieden vor dem Gänsebraten bzw. den vegetarischen Beilagen (weil extra was für das einzige Mitglied des Familienclan herbeizaubern geht ja schließlich auch nicht) und freuen sich doch mal richtig was reinfuttern zu können. Außerdem gibt es dabei doch immer wieder reichlich Alkoholica zur Verdauung.

Nun, hier feiern ja nicht alle christliche Feste und so wird es mal Zeit einen kleinen Einblick in unsere kulinariakatastrophaliaküche zu gewähren. Bisweilen kann ja aus diversen Hintergründen der Food-Fotografie einiges erschlossen werden. Chipsreste Aber weil heut Weihnachten ist sind wir mal nicht so :-D
Das Potpourrie von Dingen, die wir einserseits dringend zu entsorgen wünschten (bevor sie Nutzungsrechte als neue Lebensformen geltend zu machen sich vornehmen zu wünschten) und andererseits diejenigen, die eigentlich mal aufgeräumt d.h. umsortiert werden müssten. Aber wie das so ist — hat ja nie jemand Zeit und die Adventszeit wurde auch nicht dafür genutzt mal in sich zu gehen — so ist das mit gestressten Kochblogbelegschaften.
Aber lange Reden lenken zumindest wunderbar von der Bewältigung unangenehmen Forschungsdranges ab, der regelmäßig bei der intensiveren Begutachtung unterer Dreckschichten auftritt.
Einige nennen ja ein Geschirrspülgerät ihr eigen, andere halten sich nicht wehrenden Nachwuchs und wieder andere reisen einfach öfter in der Weltgeschichte herum…

Auflaufform in Unform
Bisweilen entstehen unangenehme Nebenprodukte des diversen Köcheleiversuchseinerlei — gut haben es diejenigen, die Nachwuchs besitzen, den sie unter dem Vorwand des sorgsamen Heranführens an verantwortliche kleinere Tätigkeiten Übernehmens an den Nachbereitungssorgen teilnehmen lassen können

Aber macht Euch doch selbst ein kleines Bild. Und das alle vorm Computer rumhängen sehen wir an unseren Zugriffszahlen, die doch auf ein dringendes Bedürfnis hinsichtlich kulinarischer Ergüsse schliessen lässt, welches wir zugegebenmaßen durchaus zu tolerieren wissen auch wenn Toleranz ehemalige Olivenpräsentiereinheit nur eine üble Begleiterscheinung dominierender Herrschaftlichkeit ist, die sich dieses ganz generös herauszunehmen beliebt. Klasse Kressereste Hmm — eigentlich ist jetzt genug Textliches geschribbelt, um den passenden Rahmen, für die nun anheimelnde bildhafte Atmosphäre bei zufrieden Voyeurismus pflegenden BetrachterInnen, kreiert zu haben.
Versteckte Hinweise zu finden dürfte übrigens durchaus schwieriger werden, als auf den ersten Blick so angenommen — da die reißerische Überschrift eigentlich nur die niedrige zuv erbuchende Neugier von nur die Titel konsumierenden Schnell-Hin-Und-Weg-CheckerInnen wecken sollte und worum es sich da handeln könnte wenn doch…? Wer die Einträge brav von Anfang bis Ende durchgeforstet hat, ist natürlich schlauer ;-)

Pfanne Orangenschalen auf delikatem Teller

p.s. warum lädt uns eigentlich fast nie jemand zum Essen ein?!? Da gibt es doch extra ein kleines Formular, welches sich reghafter Beliebtheit zu erfreuen weiss (wer sucht eigentlich bei Google nach Essenseinladungen?)

Restlicher Adventskalender
..und da haben wir ja noch ein Symbol aufopfernder Nächstenliebe

Sardellenreste Schimmel nicht unerwartet

Das links sind Sardellen, die merkwürdigerweise nicht bei allen auf die Zustimmung gestossen sind, die die Einkaufsverantwortliche als Zielvorstellung bei der Aufstellung der Einkaufsliste vorherzusagen pflegte. Wahrscheinlich halten die Reste ewig — ganz im Gegenteil zu den aus den Tiefen der Kühlschranktür hervorgeholten schönen Exemplaren zaghaften Wildwuchses — sehr schön anzuschauen übrigens :-D

CD Stapel
..außerdem hören wir zuviel Musik und tausende CD-Hüllen überschwemmen die eigentlich für dreckiges Geschirr dringend benötigten Ablageflächen

tiefe einblicke
leider sind die schönen weißen Ausuferungen im Bilde etwas versteckt, so dass doch noch ein paar kleinere Darstellungen das Bild unserer Küche vervollständigen könnten, die der Einfachheit halber gleich im Anschluss an die letzten Zeilen aufzufinden sind, die wirklich nur deshalb noch hier stehen, weil ein bissl Text doch der Auflockerung eher keinen Abbruch tut.

Topf im Endzustand Zwiebeln

Bunte Kürbisfrikadellen mit frischem Minze-Agavendicksaft-Joghurt-Dip

Das Innere einer Kürbisfrikadelle
Auch auf dem eher kühlerem Ambiente des Luxus-Empfangs sind Kürbisbratlinge (hier im angeschnittenen Detail) die Show und belieben dem Ausdruck luxeriösen Lebensstils den richtigen Aspekt zu verleihen.

Der Herbst bringt mit dem typischen orange-gelb-gemusterten Kürbissen den Anlass für den nächsten Blogevent Kürbis. Gelegenheit doch mal wieder auf eine der zahlreich vorhandenen Varianten zurückzugreifen, die unser aller Herz zu erfreuen wissen mit verspielten Zucchiniwürfeln und hintergründiger trockener Minzbeimischung und die — auch dies sei bemerkt – hervorragend für Massenverköstigung, sei es auf dem Kindergeburtstage oder bei der Vokü, bei der Großdemonstration oder beim Dance-Event geeignet erscheinen für den Blickfang und nachfolgende Lobeshymnen. Überall also kommen die gut an. Liegen tut dies nicht nur an den normalen fleischhaltigen Klöpsen nicht unähnlichen Umfang in Größe und Farbgebung, die seit Kindestagen konditionierte Vielfrasse so schätzen gelernt haben, sondern vor allem an der den nussigen Geschmack so delikat unterstreichenden Füllung.
Deshalb nun unser Beitrag zum Blogevent, der einer etwas festeren Form gewidmet ist, die alle schön satt bekommt (die etwas weichere Variante mit höherem Kürbis- und Bio-Öl-Anteil gibt es demnächst auch mal wieder) und auch noch an den nächsten Tagen, ob des vielfach vorhandenen Zustandes der Rohmasse, zu erfreuen weiß.

So gelingts am Besten:

Zutaten

Für die Kürbisfrikadellen:

2 Teile schmackhafter nussiger Kürbis (eine Reibe oder Mixer zum vorherigen Zerkleinern ist auch nicht schlecht),
1 Teil Parboiled Reis,
Bund Blattpetersilie,
Bund Dill, Fenchelgrün
Weiß- und Mais-Mehl,
Salz, Pfeffer, Minze,
ca. 200 Gr. Erbsen,
1 Zucchini (in kleinen Würfelchen),
4 Zwiebeln (in kleine Würfelchen gehackt),
viel Öl
und große Pfannen

Für den Dip:

Söbbeke-Joghurt (schmeckt am Besten)
frische Minze
Agavendicksaft

I. Die Vorbereitungsphase:

Ganz viel Kürbis, der zuvor mittels Geschmackstest den hohen Ansprüchen durch Hervorhebung der verlangten nussig-schmeckenden-festen Konsistenz Genüge getan wurde, wird eifrig dem Raspeln zur Verfügung gestellt. Fein Mixen ist bei dieser Variante nicht so angesagt, da es dann zu matschig wird (für ganz Eilige darf aber der Kürbis ganz kurz auch in den Mixer). Der Kürbis muss unbedingt ausgedrückt werden – da ansonsten die zuviel vorhandene Flüssigkeit das anschließende Bratergebniss zu verfäschen droht (nicht gut).
Parboiledreis wird währenddessen bis zu einem Stadium gekocht, der als kurz vor bissfest-fertig am besten zu charakterisieren wäre. In einer Pfanne werden nebenbei ganz kleingehackte Dill- und Fenchelstiele mit den kleinen Zwiebelstücken angebraten. Die Zucchinistückchen kommen dann ganz kurz noch hinzu, um sie ein bißchen weniger hart werden zu lassen; aber wirklich nur ganz kurz — sonst ist die Frische, die der Zucchini eigen ist, verpufft. Mit Salz, Pfeffer und Würzminze wird mit dem abschmeckenden Teil diese Kochphase beendet.

II. Die zweite Phase erfordert Geschick im Augenmaß

Nun sind nämlich Kürbisstreifen und Reis im Verhältnis 2 zu 1 unter Zuhilfenahme zartbesaiteter Hände in Einklang zu bringen. Während also ohne festes Zupacken Alles vorsichtig vermengt wird, werden noch die aus der Pfanne stammenden Dill-Fenchel-Zwiebel-Mischungen beigefügt. Dazwischen kommt etwas helles Mehl für die Festigkeit und ein ordentlicher Schuß gutes Bioolivenöl. Dann beginnt auch hier der abschmeckende Teil – vorsichtig wird sich mit Salz und schwarzen Pfeffer an die richtige Geschmacksnote angenähert. Wenn das Resultat stimmig erscheint werden nun Erbsen, grob gehackte Blattpetersilie-Blätter und Dillgrün ebenso vorsichtig hinzugegeben (die Erbsen sollen ja nicht matschig werden).

III. Das Formen

Nun wird auf einem Teller ein 60/40-Gemisch aus Weißmehl und Maismehl (damit werden die Freakadellen etwas dunkler) drapiert. Geschickterweise sind vier Hände für diese Phase für die Bewerkstelligung am Besten (oder es wird in zwei Arbeitsschritten vorgegangen).

Während also auf einer Seite des Tisches versucht wird, aus dem Gemisch einigermaßen akzeptable runde Freakadellen zu formen werden sie auf den anderen Seite auf dem Mehlteller in Empfang genommen und erstmal vorsichtig eingemehlt, um sie dann schön in die richtige ovale Frikadellenform zu bringen, die doch erstrebt wird, auf dass das Braten dem versuchten Gelingenswunsch keinen Abbruch antut (die Bratlinge dürfen für den Vorgang des Bratens nicht zu groß und nicht zu kugelig werden). Vorsicht ist angebracht, weil die immer noch vorhandene Flüssigkeit eifrig versucht, die Vollendung zu sabotieren indem sie nach außen dringt. Schnell mit trockenen Händen arbeiten ist also angesagt (sonst bilden sich an den Händen dicke Krusten und das sieht nicht schön aus).
Auch Beachtung finden sollte der Hinweis, dass die fertig geformten Frikadellen nun nicht einfach achtlos übereinander gestapelt werden — die pappen nämlich sonst aneinander und Essig ist es mit dem mühsam zustandegebrachten formvollendeten Abschluß dieser Zubereitungsphase.

delikate Kürbisfrikadellen
Schon äußerlich dem Grünkernbartling und der Fleischbulette nicht unähnlich: Die Kulinaria-Katastrophalia-Kürbisfrikadellen-Show

IV. Der Bratvorgang

Normales Bratöl (also keine absolute Billigware, die alles regelmäßig verdirbt) ist hier absolut ausreichend, ein bissl Olivenöl schadet aber auch nicht. Ausgesucht werden sollten auch gut zu belüftende Räumlichkeiten – denn das Braten beliebt einen aufgrund des nässenden Bratgutes doch durchaus unangenehmen Bratgeruch zu hinterlassen, der nicht unbdingt überall auf allgemeine Zustimmung hoffen lässt.
Wenn eine erstmal hohe Brattemperatur erreicht ist wird schnell Kürbis-Frikadelle nach Kürbisfrikadelle in die Pfanne gereicht. Wenn sich unten nach ca. 1-2 Minuten bereist eine feste Kruste gebildet hat, darf bei Bedarf auch einmal vorischtig die Frikadelle in eine etwas flachere Form gebracht werden. Temperatur etwas runter und weiterbraten lassen. Nach 5 Minuten die Frikadellen vorsichtig umdrehen und von der anderen Seite erst mit hoher Temperatur und dann mit niedrigerer weiterbraten. Nach 15 Minuten müsste auch die widerspenstigste Mischung durch sein.
Und keine Angst vor zerplatzenden Erbsen, die das Fett in empfindliche Augen spritzen lassen – das ist ganz normal ;-)

V. Der Haupt-ACT!

Die ganz vegan daherkommende Kulinaria-Katastrophalia-Kürbis-Frikadelle ist dann entweder kalt oder auch warmgestellt oder auch ganz frisch zu verkonsumieren. Dazu passt hervorragend Salat und ein vegetarisch anheimelnder Dip aus Joghurt und frischer Minze, der mit einem Löffel Agavendicksaft und etwas Salz abgeschmeckt ist.

Bon Appétit!