Tag-Archiv für 'kochblogs'

Vergessenes Gemüse in orangiger Sesam-Sonnenblumen-Öl-Mischung gebraten und zuvor durfte Likörwein zum Ablöschen mit rein und ganz davor war der Sehnsucht nach Pfeffer-Kartoffelscheiben nachgegeben worden, um sich mal wieder so richtig an genüsslichen Freuden zu laben und ach ja… das beruhte natürlich auch auf anschaulichen und anfraglichen Gründen

Es ist dunkel und irgendwie auch schon wieder so rein gefühlsmäßig so kalt, dass es unstatthaft wäre auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen, um noch mal einkaufen zu gehen. Also dann sich in die Vorratserkundung begeben und schauen, ob sich nicht das eine oder andere finden lässt, um sich kulinarischen Freuden hingeben zu können. Im Kühlschrank offenbart eine Inaugenscheinnahme leider eine etwas leere Bestandfreude und so muss tiefer drin rumgewühlt werden. Was zum Beispiel ist in dieser Tüte da hinten drin?
Tabak für eine Shisha, die hier irgendwo vollstaubt oder gar von WG-Belegschaft deponierte geheime Vorräte?

pfeffer kartoffel scheiben 3
pfeffrige Kartoffelscheiben aus nussiger Fertigung – superb!

Ein kurzer erkundener Blick auf drei Rote Beten, die aus Einkäufen im Spätsommer stammen müssten und erinnerlich wurde sich der Biomarktstand vor Augen gerufen, an welchem jene erworben worden waren. Stimmt und ab dann waren sie halt in Vergessenheit geraten. Aber sahen noch gut aus; nichts mit schrumpelig und so. Ein kurzer Anschnitt brachte auch gleich rote Hände zum Vorschein.
Gut, das wäre schon mal eine Grundlage für das noch zuzubereitende sicher mal wieder wunderschön rotfarbig zu präsentierendes Mahl. Außerdem waren da unter einem Stapel Altpapier noch ein paar halbfestkochende Kartoffeln.

Und dann gab es doch eine dringende Anfrage: ich brauch ganz dringend ein paar leckere Vorspeisen! Ich feier meinen Geburtstag als Kochparty!. Lobenswert, zweifelsohne!
Da wird doch gerne geholfen. Einfachst zuzubereitende Sachen sind schließlich die heimlichen Höhepunkte solcher Festivitäten.

Bei lamiacucina waren gerade Pfefferkörner einer guten Bestimmung zugeführt worden. Das brachte jene tollen pfeffrigen Kartoffelscheiben in Erinnerung, die auch in kalter Form zu allerlei Getränken als bekömmliches Zwischendurchschmakerl durchaus zu erwünschten Effekten führen.

pfeffer grob gemahlen in sesamoel und sonnenblumenoel
Brutzel, brutzel…

Das geht ganz einfach: Sonnenblumenöl und ein ordentlicher Schuss nussig schmeckendes Sesamöl werden in einer Pfanne erhitzt und dann werden reichlich schwarze Pfefferkörner geschreddert, die im Öl gebrutzelt werden. Sodann kommen Kartoffelscheiben rein, um die sich die Pfefferbestandteile sofort ranklammern und das darf dann mehrere Minuten bei mittlerer Hitze herumgerührt werden. Kurz vor dem schon anschaulich bemerkbaren Ende wird noch Salz drübergestreut. Köstlich-pfeffriges Vergnügen!

Natürlich gleich draufgestürzt und schon mal die halbe sehr gute Fertigung verputzt.
Der vorher kurz ins Auge gefasste Überlegungsmoment aus den Zutaten einen Kartoffel-Rote Bete-Auflaug herzustellen ließ sich so natürlich nicht mehr richtig verwirklichen. Macht nix. Kreatives Potential ist schließlich vorhanden. Also Rote Bete ebenfalls in Scheiben geschnitten und im übrig gebliebenen Öl brutzlig angebraten und dann mit einem kleinen Glas sizilianischen Likörwein, der noch Urlausmitbringselmäßig da rumstand, abgelöscht.

Und da wir auch noch Orangen hatten, die etwas sauer mundeten wurde kurzerhand aus zwei Exemplaren Saft gepresst und noch mit hinzu gegeben und schön eingekocht. Hach, das sah schon wunderbar aus und eine kurze Kostprobe wusste mit einer gelungenen cremig daherkommenden Kombination aus Süße und Säure überaus zu überzeugen.

orangige rote bete
Mit Orangenvierteldeko zu den restlichen Pfeffer-Kartoffel-Scheiben kredenzt und sofort artig verschlungen

Das darf natürlich gerne nachgemacht werden! Wir sind ja nicht so schofel wie dieses neue kommerzielle Koch-Portal Kuechengoetter, dessen BetreiberInnen — wie genial lecker herausfinden musste — äußerst merkwürdige Vorstellungen haben, was mit Rezepten so anzustellen sei. Ist doch total unspannend. Wollen die so echt Leute anlocken und Geld verdienen? Diskutiert wurden über Kommerz und AGB, mit denen NutzerInnen die Nutzungsrechte für auch nachfolgende Verwertung eingestellter Rezepte abtreten, auch schon bei blogbar und gumia.

Besser bei den zahlreich vorhandenen Kochblogs stöbern, die helfen doch gerne weiter ;-)
Für Vorspeisen-Sichtung bietet sich z. Bsp. auch das Roundup des Blogevent Mezze im Kochtopfblog an und natürlich auch unser Archiv ;-).

pfefferkartoffelscheibe an orangigen rote bete rand im daemmerschein
Eigentlich könnte daraus auch noch ein leckerer Dip gefertigt werden, der besonders zu dämmeriger Stunde die Herzen zu erfreuen weiß.

Zutaten:

für die Pfeffer-Kartoffel-Scheiben:

Kartoffeln, in Scheiben
Schwarze Pfefferkörner, grob und frisch gemahlen
Sesamöl
Sonnenblumenkernöl
Salz

für die orangigen likörten Rote Bete-Scheiben:

Rote Bete
Ölmischung von oben mit Resten von Pfeffer ;-)
Likörwein
Orangensaft, frischer!

Endlich ergab sich die Gelegenheit den Sardellen jenen fulminanten Auftritt zu verschaffen, der angemessen und wahrhaftig furchtbar einfügend in die geschmackliche Harmonie sich präsentieren sollte zur Freude überaus hungrig auftretender WG-Belegschaft, die zwar aufgrund kränklicher Eskapaden teilweise die Geschmacksnerven verloren hatte, aber unter Zuhilfenahme von extra Portionen scharfer Peperoni gelang auch hier eine Wahrnehmbarkeit und somit war allen gedient, die leckeren Tomaten, Zucchini und allerlei gewürzliche Beigaben zu den kleinen Fischchen zu genießen

Es vermag einiger Kraftanstrengungen, die ausblieben, um die alltäglichen Lebensmitteleinkäufe zu bewerkstelligen, damit zwangsläufig auf das große Glas in Öl eingelegter Sardellen zurückgegriffen werden konnte. Sonst sind wir da immer etwas herumgeschlichen und haben mal so geschmöckert was damit anzustellen wäre. In Genial Italienisch, jenem wunderbaren Kochbuch in welchem Jamie Oliver italienische Rezepte gesammelt hat, und welches zu den wenigen Kochbüchern gehört, die wir uns überhaupt zu Gemüte führen, war anschaulicherweise die Sardelle als Füllung für zwei Salbeiblättchen vorgesehen; das kommt dann als nächstes dran.
Zuvor aber eine andere ganz apart auftretende Verwendung, die die gewürzliche Note angenehm zu betonen weiß. Zwiebeln und Sardellen einfach angedünstet mit zucchini und dann mit ganzen Tomaten (aus der Dose) stundenlang geköchelt und fein abgeschmeckt mit Olivenöl, reichlich, und natürlich Knoblauch, irgendwie auch reichhaltig, und natürlich Peperoni für geschundene Geschmackswahrnehmungsnerven. Und es war sehr lecker!
Rein optisch ist das zarte Fischlein übrigens ganz verschwunden und so blieb nur der delikate Geschmack. Die Sardelle ist damit aber auch sowas von geeignet für solche Eintopfkost, dass der Vorrat davon wohl aufgestockt werden muss.

zucchini tomaten sardellen
Sardellen geschmacklich hervorragend einfügsam in Tomaten und Zucchini noch dampfend

Dazu dann noch zweierlei Schmetterlingsnudelsorten in grün und in weiß, die geschmacklich allerdings keinerlei Unterschiede erkennbar zutage treten ließen. Restzutatenverköchelei bester Provenienz.
Prominent hingegen das Wissen um das Unvermeidliche. Und irgendwie haben wir es ja schon immer gewusst — wenn das web 2.0 zusammenbricht bleiben nur noch die Katzenbilder Kochblogs übrig ;-)

Noch mehr culinarische Blogs und diverse Köstlichkeiten

Endlich Zeit gefunden für eine kleine Umschau im kulinarischen Bloggetriebe und eine kleine anstehende Besprechung. Der letzte Kochwettbewerb zum Thema Rote Bete brachte Dans la cuisine de Sophie mit Betteraves rôties au balsamique, romarin et zestes d‘orange aufs Siegerinnentreppchen. Wir gratulieren!

Unser Beitrag – ganz leckerer Roter Beete-Salat mit charmanten zarten Rote-Beete-Grün kam leider gar nicht so an; dabei sind gerade die Rote-Beete-Blätter eine wahre Delicatesse.
Aber auch andere interessantere Blogs haben sich beteiligt und mit der von der roten Farbe der Bete inspirierten tollen Bildern aufgewartet. Nur ein paar Beiträge: Rote Bete Gnocchi mit Rosmarinbutter von Chili und Ciabatta oder die auch sehr lecker aussehende gefüllte Variante der Bete von genial lecker, die wir demnächst unbedingt mal nachkochen müssen. Onkel Olf, der sich fortan der Bentobox widmet, wurde wieder aktiv mit Labskaus, der vorsichtshalber nicht in anschaulicher Art der Dokumentation unterzogen wurde.

Aber auch schon beim Kochwettbewerb Beere waren uns so einige Sachen ins Auge gefallen. Vorstellen werden wir — da es aber schon länger zurückliegt — mal nur die bisher noch nicht in unserer linkliste am Rand aufgeführten Blogs. Nebenbei bemerkt lohnt sich durchaus der Besuch der anderen Präsentation der Köstlichkeiten, um mal so richtig schön das Wasser im Munde zusammenlaufen zu lassen.

Hungrig in San Francisco wartete mit jetzt auch für die langen Herbstabende geeigneten Sandwaffeln mit Beeren auf (Preiselbeeren dürften jetzt die optimale Wahl sein ;-) ). kitchenpirate, ein englischsprachiger Blog servierte Kaninchen-Roulade; dolce brachte Schokolade ins Spiel und aufs Brot. Die Kombination gab es ja auch in unserem Siegerinnenbeitrag.
Was ganz lecker Anzuschauendes waren die Geeisten Himbeeren mit Mohn-Zitronen-Sauce von Dilek — interessantererweise gibts den Foodblog auch noch auf türkisch, da heiss er dann dilek‘ce (da werden wir nach Konsultierung bei Sprachkundigen mal demnächst einen genaueren Blick draufwerfen). Ebenfalls auf türkisch war der Wettbewerbsbeitrag von TARİF BAHÇESİ, gleichfalls mit einer Kombination aus Schokolade und Beere (und Quark).
Küchenlatein war ja mit einem sehr schön anzuschauenden Brombeertrifle mit weißer Schokolade dabei. Hoffentlich haben wir niemand vergessen — nächsten Monat gibts aber die nächste Vorstellung von jenem und diesem Essen-Blog, der uns so auffiel.

Auch ein weiterer Blogevent ist passend zum Monat im Angebot. Da wir aber eine Abneigung gegen unsymphatische Festivitäten, die das Thema sind, haben — an dieser Stelle nur der Hinweis auf den Blog-Event Oktoberfest.

Ach ja: der world bread day steht an – noch bis morgen ;-)

Contest: Burschenschafter (dumm wie Brot), Frittieren (mit Öl) und goldige Versuche (derer zwei)

Es gibt wie bereits angemerkt ja diverse Foodblogs, die den reichen Markt der Genüsslichkeiten bereichern, um Freude, Spannung und Begehrlichkeiten zu unterhalten. In einem dieser Kochblogs — nämlich von Schnuppensuppe aus dem beschaulichen Neukölln (laut Spiegel und dem mit reaktionären Positionen liebäugelnden SPD-Bezirksbürgermeister das multikulturelle Grauen im Stadtviertelformat, also Bronx und so) wurde so nebenbei die interessante Fragestellung aufgeworfen, ob die gemeinhin als Kartoffel bekannte Erdfrucht für den einfachen oder zweifachen Frittiervorgang am besten geeignet erschiene.
Das eigentliche Thema war zwar der Schokoladenkauf im KdW (da legen wir aber mal den Mantel des Schweigens drüber — wir würden da selbstverständlich nie einkaufen ;-) ) dennoch war der angerissene Fachsimpeltrialog auch dazu geeignet, nicht nur Worte zu produzieren, sondern auch Taten folgen zu lassen.

Wir haben es einfach mal ausprobiert und die zwei vorgeschlagenen Produktionsverfahren unter streng wissenschaftlichem Anspruch mit ganz, ganz viel Kriterien und so getestet.

Übrigens sollte das Frittieren nicht so bewerkstelligt werden wie bei jenem aufgeweckten Burschenschafter im politisch-geographischen Mittelpunkt der Republik, dem nicht weniger beschaulichen Göttingen — jener liebreizenden Unversitätsstadt, die leider ebenso wie Marburg ein überproportional hohes Aufkommen an diesen widerlichen Männerbünden aufweist, die allesamt wie etwa in Marburg beim sogenannten Marktfrühschoppen zu sehen ist und über eine erstaunliche Hingabe an Intelligenz verfügen wie auch folgendes anschauliche Bild zeigt, das die Göttinger Stadtpolizei per Presseerklärung zu verbreiten wusste:

10.000 Euro Schaden im Burschenschafterhaus durch Inbrandsetzen der Küche verursachte einer dieser Herren, indem er versuchte eine Göttinger Wurst einem Frittiervorgang zu unterwerfen und dabei die Grundregel missachtete, dass weder der Topf randvoll zu machen noch mit dem brennenden Öl die Küche zu verzieren ist. Auch der Versuch, den brennenden Öl-Topf zwecks Beseitigung des Brandherds nun aus dem Fenster zu schmeißen scheiterte grandios mit verbrannten Armen (Schmiss kommt halt nicht von Schmeißen). Lässt nur einen Kommentar zu: Dumm wie Brot!

Wir haben übrigens die Pfannenmethode bevorzugt und aus frischen Kartoffeln hergestellte Patates in richtig heißes Öl (kein billiges Frittierfett, sondern eine Mischung aus Bio-Bratöl der Firma Naturata und einfachem Aldi-Olivenöl) gepackt und dabei die Pfanne nicht bis an den Rand gefüllt (rechts unten im Bild); daneben dann der Versuch mit Pommes in nicht zu heißem Öl, die dann nach Abkühlung erneut in dann richtig heißes Frittieröl getaucht worden sind.

Pommes frites in der Herstellung (zweimal)
Pommes frites in der Herstellung (zweimal)

Keine Riesenpommes sind übrigens die Teile links oben (das ist Fisch), die hatten dann zusammen mit den goldgelben Pommes Frites den Anklang an englische fish and ships.

goldgelbes Kulinaria-Ergebnis: die Patates (Pommes frites)
goldgelbes Kulinaria-Ergebnis: die Patates (Pommes frites)

Aber zum Ergebnis des Contest: Vorweg vielleicht noch die Bemerkung, dass unsere favorisierte Methode natürlich gewann. Die zweimal frittierten Pommes waren nicht das Nonplusultra des guten Geschmacks, vollgesogen mit Öl, wenngleich sie außen auch knusprig waren, lagen sie doch deutlich schwer im Magen (wir haben den Rest weggeschmissen). Glorreiche Siegerin war die einmal frittierte Kartoffelstange, die dann auch mit Rigani, Meer-Salz und Zitrone beglückt werden konnte. Dazu dann Eisbergsalat und ein gar nicht so schlechter Weißwein von Aldi (Auxerrois Premier Cru 2004). Und da wir zu viel des Guten einem Schälvorgang unterworfen hatten, gibts heute wahrscheinlich das Gleiche nochmal oder vielleicht Kartoffelpüree mit Schafskäse und Frühlingszwiebeln. Mmmh.

Ganz, ganz viele bunte kulinarische Blogs zum Anschauen

Was treiben eigentlich die Anderen…. was gibt es sonst noch so…. oder fangen wir mal anders an….
Als wir vor ein paar Wochen anfingen, erste kulinarische Spezialitäten per blog einzustellen, waren wir uns der Konsequenzen kaum bewusst, die einen gewissen Suchteffekt auslösten bezüglich auch der Kreierung neuer noch interessanterer Spezialitäten, als wir ohnehin schon fabrizieren zu unser aller Wohlgefallen.
Ganz klar: unsere Rezepte sind delikat bis ins letzte Erbschen, das nach vollendeter Völlerei verloren auf dem blankgeleckten Designer-Teller sein nunmehr letztes Erdendaseinsstündchen zu fristen gedachte.

Unsere google-hits sind übrigens unser fantastisches Gericht aus Pangasius, jenem vietnamesischen Wels, der sich in Asien und neuerdings auch in Europa zunehmenden Interesses erfreut (zu recht: zart schmeckend und dennoch fest tritt er auf und eignet sich hervorragend für Schmorgerichte oder was aus dem Wok) und natürlich der absolute Hit: getrocknete und eingelegte Tomaten in Oliven-Öl (Bio), kein Wunder, ist doch unser Rezept selbstverständlich mit Abstand das Beste ;-) was im großen, weiten internet zu finden ist; während die Hälfte der Rezepte noch mit umständlichen Zubereitungsregeln für selbst erstellte getrocknete Tomaten aufwartet (ohne die Öl-Zubereitung zu erwähnen), hat die andere Hälfte entweder voneinander abgeschrieben (oder gehört obskuren Werbeseiten an) oder verpanscht den Geschmack mit zuviel Wein (welche es mag…). Kein Wunder also, dass unser Rezept heiß begehrt und wie wir schon erfahren konnten auch nach“gekocht“ worden ist. Kommt jetzt wahrscheinlich auf die Liste suchtgefährdender Stoffe.

getrocknete und eingelegte Tomaten in Oliven-�l (Bio)
Google-Hit: Rezept für getrocknete und eingelegte Tomaten in Bio-Oliven-Öl

Ganz so bekannt sind wir natürlich noch nicht (dafür selbstredend ein echter Insider-Tipp als kulinarischer Blog, mal so ganz unbescheiden). Wenngleich niemand so schön blumig das Rezept zu Papier zu bringen gedenkt; apropos Rezept:
Wir kochen in der Regel viele Sachen nicht mit immer den gleichen Zutaten oder messen gar etwas ab — wir probieren immer mal wieder was Neues aus und nun sehen wir uns vor das Problem gestellt, dass ständig bemängelt wird, dass keine Rezeptangaben bzw. keine genauen dabeistehen. Das ist verdammt schwierig und Hut ab vor den anderen Blogs, die das mal so einfach (?) bewerkstelligen. Da geht eine Menge Zeit bei drauf und wenn gerade das Essen so schön gemundet hat, weiß am Ende niemand mehr so genau wieviel Gramm davon oder davon nun drin war.
Wir schütteln das halt so aus der Hand raus und wissen aber, dass es einige gibt, die nur streng nach Angaben kochen können. Wir bemühen uns, versprechen aber nix, dass es besser wird!
Aber mal ganz ehrlich: Es passiert nichts, wenn mal von der einen oder anderen Sache mal etwas mehr oder eben weniger genommen wird, das kriegen eigentlich Alle so mit der Zeit raus (obwohl auch Leute bekannt sind, die selbst mit Mitte 20 noch immer nicht wissen, wie Kartoffeln richtig gekocht werden; die werden dann halt dumm und kulinarisch unbefriedigt sterben, die Friedhöfe sind voll davon, sie werden, das als Trost, nicht alleine sein).

Frecherweise gab es schon andere, die auch schon kulinarische blogs ihr Eigen nannten. Wir müssen deshalb in nächster Zeit unsere Linkliste kulinarischer blogs erweiterten (habt Geduld). Ein Umstand, der sich bei näherem Anschauungsunterricht allerdings beileibe nicht als dem eigenen Anspruch gerecht werdend entpuppte. Die meisten (sooo viele sind es eigentlich gar nicht) produzieren ganz fleissig und tagesaktuell Rezept um Rezept und lichten das Ergebnis ihrer kulinarischen und sonstigen Tätigkeiten genauso eifrig wie wir dies tun ab, um — das ergänzen wir mal so nebenbei — ihrem Status als Neid-Blog zu fröhnen. Denn seien wir doch ehrlich, es ist wohl nicht nur der allgemeinen Menschheitsfürsorge zuzurechnen, wenn allerlei Leckeres kredenzt wird.

Die wenigsten wollen nur Rezepte anbieten. Sie wollen an niedrige Instinkte gerichtet, den Leuten das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen, ganz fies und gemein also diese sadistischen AnbieterInnen. Wir sind genauso.
Andere hingegen steigen ruhmvoll auf und kommen sogar ins Bayerische Fernsehen wie dieser durchaus nicht uninteressante Blog chili und ciabatta, der uns nebenbei mit Familieninterna versorgt; und gänzlich unanonym (gibt es das Wort eigentlich?) mit Bild kommt auch Kochfrosch aus Erlangen daher, die Tochter des vorherigen Blogs, die z. Bsp. die pseudo-asiatische-gemüseverwertung favorisiert.
Das Offenbaren unserer näheren Identität können wir uns gar nicht leisten; seitdem wir bloggen, sind wir damit beschäftigt das ausgehungerte Gelumpe abzuwehren, welches auf der Straße herumlungernd, zufällig unserere Adresse in Erfahrung gebracht und uns kurzerhand aufzusuchen gedachte ;-)

Rustikal kommt Die Bauernküche daher und präsentiert u.a. Goldmelissen-Sirup, während FoodFreak sich an unsererem Basilikum-Anbautipp herzlichst erfreuen dürfte.

Auch die bundesdeutsche Presse weiß mehr oder minder erfolgreich eine dann wohl eher bezahlte Blog-Tätigkeit vorzuweisen: Die Wochenzeitung „Zeit“ schickt zwei Köche ins Rennen, die den Blog nachgesalzen betreiben und die Zeitschrift „freundin“ eine ihrer Redakteurinnen mit essen gut alles gut, die zu Recht bekennender Jamie Oliver-Fan ist.

Jans Küchenleben kommt mit Kochmützenbild daher und serviert auch Flüssiges wie Erdbeersauce. Richtig scharfe Chilis im Speckmantel servieren GamerX` und Yolandas Twist. Auch speziell Glutenfreies gibt es im Blog kaMehl, versehen mit dem Zusatz „Zöliakie und trotzdem gut essen“.

Blaubeerige Saisongerichte gibt es hingegen bei küchenruf; mit Kochtopf im Header wirbt 1x umrühren bitte für Kochkünste wie Focaccia al rosmarino und wird als Hamburger Blogger in der Schweizer Lokalpresse kurz erwähnt.
Hingegen ganz auf den Magen hat es wohl Unser Essen geschlagen — ob die Gebratenen Auberginen daran schuld sind können wir nur mutmaßen.
Genial lecker geht es hingegen etwa mit einer Forelle Müllerin zu.

Desweiteren begnügen sich andere unkulinarische Blogs mit sporadischen Beiträgen zum Thema Essen wie dem Salamibaguette Praxistest oder entdeckten Schrauben in Tomatensauce und anschließenden Kompensationsversuchen des Herstellers.

Küchenkrieg alias „onkelolfs Escapaden in der WG-Küche“ hat wohl nichts mit der schummrigen Berliner Kneipe namens Möbel-Olfe zu tun; nichtsdestotrotz versucht der Blog mit Datteln im Speckmantel zu überzeugen.

Fool for Food weckt das Interesse an Himbeeren, die wir aufgreifen werden nachdem gerade welche käuflich erworben worden sind.

Zum Schluß noch der Blog mit dem symphatischen Namen Kochen für Schlampen, der eine Tomatensuppe mit altbackenen Bio-Weißbrot zu versetzen weiß.