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Die Ausprobierung der Limequats stand sowieso schon länger auf der großen Kauf- und Kochliste, also zuschlagen, sichern was das Zeug hält und ganz 8 Stück wanderten in den Einkaufskorb, was im Folgenden im Ganzen besehen dann doch ein klein wenig zuviel des Guten war, aber mittels saftiger Mango und rührigem Joghurt war dann ein vorzügliches Genießen gesichert – außerdem aus gegebenem Anlass: Sponsoren

biomango dreiteilig
Mit Gerätschaften zerteilte Mangos bereichern die optische Verfügbarkeit

Gleich neben diesem quitschfidelen orangenen Kumquats lagen im Korb auch noch die mit einem Teelöffel locker zu balancierenden Limequats — die wollten doch schon immer mal verkocht werden…

… also zugegriffen, süßliches Vergnügen sollte diese Mischung aus Limette und Kumquat hervorbringen, tut sie vielleicht auch, wenn sie reif wären, denn die Vermutung liegt nahe, dass dieser saure durchaus an die Limone erinnernde Geschmack nicht das ist, was es sein könnte. Im Anschnitt ganz bekannt, auch die Verkostung der Schale erwies sich trotz nachträglicher Bearbeitung als unstatthaft, es waren einfach ganzganz kleine Limetten.

limequat groessenverhaeltnis apfel
Eigentlich ganz süß — so klein

Nicht schlimm, gibt es halt was anders als puren Genuss. Die schon länger lagernde Bio-Mango geschnappt, mehr oder minder akkurat zerteilt und mittels gutem cremig gerührtem Biojoghurt und ausgekratzten Limequatfetzchen zu einer perfekten frischen Frühstücksbeilage werden gelassen. Durch die saure Frische der kleinen grünen Teilchen ein kleiner Kick im Erschmecken. Gar nicht schlecht. Weitere Kocherfolge dann in Ausprobierung ;-)

Aus dargebotenem Anlass übrigens noch ein kleines Lied, es wird ja momentan wieder vermehrt über Werbekampagnen in Foodblogs philosophiertgebloggt, eine kleine Tafel Schokolade reicht da schon aus, schon geht es los.


Christoph & Lollo — Sponsoren

Ideale Voraussetzungen also, um sich einem Thema zu widmen, das an Wichtigkeit im Werbemaßstab zuzunehmen beliebt; im Blog nutriculinary wird gleich auf eine Veranstaltung die sich eines etwas hochtrabenden Namens bedient (fehlt nur nur der Dr. ;-) ) nun sagen wir mal mehr als nur hingewiesen: Die sogenannte „University of Fish“ von „Deutsche See“ denn die „begeistert seit fünf Jahren eine breite Hörerschaft für die unterschiedlichsten Themen aus der faszinierenden Welt der Fische und Meeresfrüchte“, so heißt es zumindest im Pressetext des Fischkonzerns.

limequat ganz auf obstjoghurt
Zur Zierde auch ohne zutatliche Beigabe gereicht die Frucht

Diskutiert wird natürlich auch über die Bedeutung von Blogs für die Werbung und die sieht mitunter in diesem Medium ja bekanntermaßen etwas anders aus, wenn der schleichende Erfolg sich einstellen soll. Neben den nur für die direkte Eigenwerbung kreierten Blogs (erfahrene Köchin zu vermieten, Insider erzählt, Kochbuchzusammenschreibung etc. pp.) hausieren natürlich die schlichten kommerziellen Angebote gerne auch im normalen Bestand.

So wird gerne darauf verzichtet oben einfach Werbung hinzuschreiben, stattdessen wird die Anpreisung im Text oder wahlweise auch Bild versteckt oder schlicht der Werbelink am Ende präsentiert nachdem beispielsweise der Schmarrn von der guten Aquakultur wiedergekäut wurde. Selbstverständlich locker-flockig und damit es ehrlicher wirkt, darf es auch gerne ein paar Gramm an kritischen Bemerkungen mehr enthalten.

limequat groessenverhaeltnis mangorest
Was bleibt…

In der gerne zum Vergleich herangezogenen Presse wird derlei Schleichwerbung zwar mitunter auch so gehandhabt, angesehen ist es deshalb damit noch lange nicht wie der Presserat immer wieder feststellen muss.

Der Ehrenkodex, seine LeserInnen nicht hinters Licht zu führen, sollte in Blogs — gerade bei dem immer wieder gerne propagierten Gleichstand des Niveaus — deshalb eigentlich auf der Tagesordnung stehen. Vielleicht benötigt die Foodblogosphäre auch so ein Kontrollgremium?

Die Kritik an derlei ist ja schon länger bekannt — Wie mit Foodblogs Geld gemacht wird und Volle Mischung Werbilade für wenig Cents machen es deutlicher.

Verwegen die Nesseln herumschwenkend mit Olivenöl und dann artig den Teller leerputzend die Überraschung begutachten und sich sodann an unserem Kochkurs erfreuend den Tag ausklingen lassen (das Leben kann so einfach blogbeschaulich schön sein)

Vorweg — es gibt jetzt einen kulinaria katastrophalia-Kochkurs :D doch später mehr, erst mal das geduldsam zubereitete Tagesmenü.

brennessel delikat als salat
Brennnesseln unbedingt munter abbrausen

Die so langsam munter austreibenden Brennnesseln sind nämlich immer wieder für vielfältigste Nutzbarkeit gut und wurden reichhaltig in unsere Küche verschleppt. Weil es so gut schmeckt wird bisweilen und im Sommer eigentlich relativ häufig ;-) köstlicher Salat daraus hervorgezaubert.

Schmeckt wunderbar ganz leichtnussig und an dem Gerücht, dass diese nur im Frühjahr zu munden wissen, ist wirklich nichts dran, die schmecken auch später noch und gerade als Salat sogar noch besser.
Zubereitet wie immer ganz einfach: die Brennesseln munter abgebraust (die „Stacheln“ sollen knicken), in trendigem Olivenöl gewälzt, mit noch trendigeren Weißbalsamicoessig versorgt und noch ordentlich untrendig frischer gemahlener Schwarzer Pfeffer drüber und ein paar Birnensplitter drunter. Super einfach — super lecker! :-)

brennnesseln in salatlicher vervollkommnung
Schmeckt auch mit Käse und Obst gut

Periodisch kommen ja immer ein paar Leute daher und versuchen einen auf Was bin ich doch gut zu machen. Selbstredend wird das garniert mit scheinbar guter Kenntnis samt Zurschaustellung eines gehobenen Ambiente.

Ein Blog beispielsweise „kann den Satz: `Die einfachen Gerichte ohne Rezepte sind doch viel besser als die aufwändigen´ nicht mehr hören oder lesen“. Die Erkenntnis wurde gewonnen bei einer Tour durch die Foodblogs in aller Welt, die können, so das Urteil, nämlich gar „nicht kochen“, jaha, da kommt Freude auf, bleibt nur die Frage, wo die Foodblogs sind, die Spaß am Kochen haben und ihren Horizont nicht beschränken, aber auch da wird aufgeklärt: „Ohne Rezeptur etwas schnell Essbares zu produzieren, ist aber nun Mal keine Kochkunst“ .

Da fallen uns zwar einige Blogs ein, aber leider finden die wahrscheinlich auch keine Gnade, weil mit Olivenöl, Basilikum und Rauke ergo Trendprodukten gekocht wird. Ist das jetzt schon mitteleuropäische Arroganz oder einfach Ignoranz?

Umso erfreuter, dass es jetzt einen Kochkurs Kulinaria Katastrophalia gibt, die Kleinen sind ersichtlich gut gelaunt bei der Sache und scheinen ihren Spaß zu haben — und das ist ja schließlich das Wichtigste ;-)

bunter brennnesselteller zum aufessen
Bei Aufessung Überraschung und ein kleines Stück Birne

Gleich mal herumgekramt und wieder den ein oder anderen Kochblog gefunden: Speisezettel macht ganz verwegen spinat-tapas und rucola-koriander-salat, Gemüse für Faule von Totally Veg! ist auf jeden Fall ganz nach unserem Geschmack, Not-Only-Klops muss sich erst wieder an das Bloggen mit Fotografie gewohnen, aber das wird schon — bisweilen also erst mal Buchweizenküchlein „Kascha is beautiful!“, Knusprig-linsig geht es hingegen bei Tierfrei Mampfen zu und Kormoranflug kann eine sehr lecker ausschauende Quiche mit Roquefort und Birne vorweisen. Guten Appetit!

Morgen gibt es dann bei diversen Durchforstungen der Kochblogs gesehene Brennessel-Variationen, irgendwie muss der Berg ja abgearbeitet werden ;-)

Durch Zufall entdeckt und bunt gemischt (blogbeschaulich)

Nachdem nun jahreszeitgemäß klar ist, dass alle sich mit Keksen mit Nüssen mit Zucker vollschmeißen in den Foodblogs (und sogar Riesenkekse backen) muss ja mal gezeigt werden wie das mit der nüsslichen Beigabe richtig funktioniert. Die werden nämlich auf klassisch zu allem was an salatlichen Gaben bereitliegt in angerösteter Formierung zugegeben.
Zufällig die Knabberteile bei der Sichtung diverser Devotionalien entdeckt und sofort einer frisch bestückten Nahrungsaufnahme zugeführt.

Vegetarian Misch Masch ist auch das Motto bei BlaBlaBoca gewesen, die sich urwaldlicher Verköstigungszubereitungszenarien verschrieben hat und dabei mit zusammenzuckenden Blättern videotechnisch auf Tuchfühlung geht.

nuss zu salat klassisch
Wohlfeile Röstung gab es auch noch für den Fund

Und für alle diejenigen, die schon immer wissen wollten wie das mit der veganen Ernährung so funktioniert können jetzt erfahren, dass „das Angebot in Bioläden für Veganer (.) eine einzige Ansammlung von industriell verarbeiteten Produkten“ sei.
Denn bei esskultur wird gelitten, mit feiner Sensorik für das Thema „vegan“ ausgestattet darf dort nämlich pathologisiert werden, sodass es „der verdauung“ für intelligente Leserinnen und Leser mit kaum zuträglichen „untergriffigen aussagen, pauschalisierungen, unhöflichkeiten, vorurteile, falschen zuweisungen, beschuldigungen und unwahrheiten“ bekömmlich ist. :o

Verwechselungsgefahr droht hingegen bei der Verwendung eines schmutzigen Kaffeefilters — hat zumindest gumia herausgefunden und stellt außerdem verwundert fest, dass seine eigenen Beiträge als Komplettzitat auf anderen Blogs erscheinen.

Von den knapp 40 Foodblogs, die sich beim diesjährigen DFssgF beteiligt haben, sind übrigens schon fast alle Paketpräsentationen da. ;-)

Und da es so langsam kälter wird, gibt es auch noch ein Rezept für Orangen-Punsch sowie Apfel-Steckrüben-Flammkuchen zu betrachten.

Zu Halbgeschnittenem lauter putzige Körnchen und eckiges und rundes und langes klein geschnippeltes Grün — und freudig erwartete Päckchenverschickaktion

quinoa rot mit zucchini und erbse und dill
Gehäuftes rotes Quinoa macht gut satt

Das war aber auch wirklich mal wieder Zeit ;-) , dass ein neues Deutsche Foodblogs schicken sich gegenseitig Fresspakete — kurz DFssgF — anstand. Schnuppensuppe hat sich dankenswerterweise wieder an die Organisation gewagt und versucht nun aus dutzenden Foodblogs die vegetarischen, veganen und omnivorischen auseinander zu halten, um die Freude nicht gering werden zu lassen bei der Kochblog-Versendeaktion.

Beschwerden, Wünsche, Mitmachanzeigen für die Foodpakete sind dann direkt beim vorzüglichem DFssgF 5 kundzutun und zwar bis nächsten Montag noch, das ist der 9. November.

DFssgF 5
Auf das Foodhorn kann draufgeklickt werden ;-)

Also alles stehen und liegen lassen, in die Läden stürmen oder in vergessenen Schränken herumwühlen und sorgsam gehütete Schätze zu Tage bringen :-) Präsentation gibt es dann in den Austauschblogs, wie das funktioniert wird dann genau erklärt bei Schnuppensuppe. Die TeilnehmerInnenzahl ist diesmal beschränkt, also etwas Beeilung bitte :p

champignon zu rot quinua
Champignon, halbiert passt nur bedingt

Für mittelgroßen Hunger gab es dann noch eine Essensrunde mit reichlich Gesundem Verziertes: Zwar war keine rote Bete und Mozzarella zur Hand, aber mit Champignon und zur Ausprobierung mit Dill und Erbsen statt wildem Fenchel wird das sicher auch sehr lecker war der Gedanke.
War jetzt nicht schlecht, besser war es aber eindeutig in dieser Rotquinoa-Version.

Ach ja, einen europäischen Keks-Versand gibt es auch noch, aber nur mit mehreren Sorten.

Instantbrühe und Kaufmaultaschen oder wie mit Foodblogs Geld gemacht wird

Schon seit einiger Zeit macht sich leichtes Unbehagen breit, wenn so mancher Foodblog besucht wird. Die Menge an geschalteten Werbeanzeigen nimmt stetig zu und so wird ein kurzer Artikel oben, unten und nochmal groß an den Seiten umrahmt. Unaufällige Reklame findet schließlich kaum Beachtung.

instantbruehe und kaufmaultaschen
Instantmittelmaß klappt nie geschmackstechnisch

Eine beliebte Masche einiger Neunmalkluger ist es, den Feed anderer Blogs ungefragt für sich zu nutzen, vielleicht merkt es keineR.

Andere versuchen es mal auf eine andere Weise wie ein Verlagskochportal, welches sich gleich ganz die Rechte an den eingestellten Texten sichern wollte, oder es wird um fremde Inhalte geworben, manchen schieben auch einen Art Kochwettbewerb vor bei dem eigens Beiträge anderer direkt im Rezeptblog veröffentlicht werden, um die eigene Seite mit Inhalt zu füllen. Letzteres Modell stammte von Huettenhilfe, einer Rezepteseite, und fand aber wohl nicht so recht Anklang im Kochblog-Universum, das schließlich daraus besteht eigene Blogs zu führen.

Also neue Idee her. Über Küchenschürzen für Kochbilder, bis zum sogenannten „Fremdkochen“.

Jetzt darf wieder auf dem eigenen Blog veröffentlicht werden, aber das Rezept samt Foto wird als Kochbuch bei huettenhilfe eingebunden. Ein paar Kochbücher werden ausgedruckt und es darf im eigenen Blog darüber berichtet werden. Anscheinend ein netter Service, der aber schlichtweg andere Texte für die eigene Seite vermarktet; ohne Bezahlung versteht sich.

Die Verlinkungen geben Traffic und einen höheren Pagerank, der dann bekanntlich auch mehr Geld für die zahlreichen Werbeanzeigen bringt. Dafür ist seit einiger Zeit auch nicht mehr Blogbetreiber XY, sondern eine eigens gegründete GbR verantwortlich, die auch ein eher als gescheitert zu betrachtendes Berlinportal „betreibt“ oder gar dies im Angebot hat.

truebe aussichten
Vermarktet: truebe Aussichten

Im Werbeprojektvermarktsnetzwerk GLAM Media, an dem sich Burda jetzt stärker beteiligt, liest sich die Ausnutzung der Kochkreativität, die dann auch Geld bringt, dann so:
(…) auf Huettenhilfe.de findet jeder das geeignete Gericht. Zudem sorgen die zahlreichen Mitglieder für ein ständig wachsendes Archiv an neuen Rezepten.

Und nicht nur das. Es können jetzt freiwillig Fotos auf der mit eigens zur Verfügung gestellten Bannern zu bewerbenden Seite Rezeptbuch (auch eine huettenhilfe-Kreation) eigenständig eingestellt werden. Läuft die Seite erst mal, dann kann sich an an fünf Fingern abgezählt werden, wann die erste Werbung auftaucht oder das GLAM-Netzwerk zuschlägt.

Aber auch beim Gärtnerblog, der die monatlichen Kochevents ausrichtet, fragen wir uns, ob es sein muss, dass so viel Werbung geschaltet wird. Um es nochmal klarzustellen, es geht nicht darum, ob ein kleiner Blog jetzt ein bißchen google-Werbung hat, sondern um das Übermaß, das Ausnutzen, die Kommerzialisierung der Kochblogszene.

Das sind jetzt auch nur Beispiele, es gibt aber etliche v.a. neu konzipierte Kochblogs, die förmlich dannach schreien, alsbald mit Werbung vollgepackt zu werden, wenn sie es nicht schon sind.

Zwar kann es sein, dass es einfach die Bloganbieter sind die (wie etwas bei uns) die Schaltung vornehmen und die Einnahmen für sich verbuchen, dennoch dürfte es genügend Möglichkeiten geben, sich dem zu entziehen. Manche Blogs sind auch merkwürdigerweise über mehrere Links zu erreichen, wohl kaum aus Spaßesgründen.

Und der Spaß vergeht leider so langsam… :-(

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Vollgekleckerte Teller (Vorwegnahme von Fotoblogevent CXII)

Zeit, sich den wichtigen und kaum beachteten Fertigkeiten in der Food-Photo-Präsentation zu widmen. Kaum Beachtung findet bei vielen LeserInnen der diversen und in letzter Zeit immer zahlreicher in Erscheinung tretenden Foodblogs die mühevoll arrangierte kulinarische Tagesköstlichkeit. Dabei wird noch am letzten Petersilienblatt gezupft bis es akkurat sitzt und die Herzen höher schlagen lässt.

befleckte fischspeisung
Gestern nach reichlich Alkoholkonsum rasant gefertigte Fischspeisung irgendwann kurz vor der Morgendämmerung

Aufopferungsvoll auch unser Herangehen: Mühevoll werden die Teller poliert nur um dann mit penibel aufgebrachten Flecken eine zufällige Kleckstechnik zu erzeugen. Schwerstarbeit also, schließlich ist der elegant daherkommende Fleck bekanntlich der Schwierigste. Diejenigen, die es sich einfach machen, versuchen mitunter mit im warmen Licht getauchten Resultaten von dieser Pfuscherei abzulenken, oder spielerisch wird ein Rahmen um das Gebotene eingefügt.

Bei einer groben Übersicht (von einigen hätten wir wirklich mehr erwartet) erweist sich, dass zahlreiche bekannte und insbesondere neue Mitglieder der Foodbloggemeinde sich dieser Kunst, mit der modernen Technik einfach zu bewerkstelligenden Schandtat, gemütlich der schwierigen Fleckkunst entziehen. Damit sind jetzt keine Deco-Krümel oder der Saucenspiegel gemeint, auch der schon zum guten Ton gehörende eingebackene Auflauf oder Zwischenzubereitungsstadiendokumentationsphotographien gehören da nicht zu, sie sind nur das Feigenblatt der alten Maxime, dass geklotzt und nicht gekleckert werden soll.
Gelegentlich weiß sich aber auch der angestrengt ich-bin-auch-etwas-fahrig-Blog zu präsentieren indem heimlich ein zwei Klatscher auf den Tellerrand präsentiert werden; offen ersichtlich als Anbiederung.


Ein mit Olivenöl vollgekleckerter Tisch gilt nur so halb ;-)

Nach einer zugegebenermaßen groben Sichtung in den Kochblogs wird die ganze Tragödie offenbar

Kein einziger Klecks ist zu sehen bei:

cucina casalinga
Angelika’s Kochstudio
küchenbulle
Stan’s Previously Owned Blog
chicken or pasta
genussmousse
kochen375
Zwergenprinzessin
Houdini’s
Spülkönig und Kitchenqueen
suppenkasper
amateurköche
Einfach Guad
Küchengeister
einfachköstlich
patchwork und kochen
paprikameetskardamom
peppinella
kochmop
kük
vorspeisenplatte
mangiare! mangiare!
kochschlampe
Schnick Schnack Schnuck
schnuppschnuess
soframiz
esskultur
süsse mahlzeit
kochfieber
Kuriositäten
kraeuterundbluetenblog
dilemma
Iuno’s Blog
Sammelhamster
RezkonvSuite
Karine’s Kitchen
Kraut Kekse
Kochknecht
Kochfun
foolforfood
Küchenleben
anonymekoeche
Kaffeebohne
Hedonistin
Hausmannskost
genial lecker
foodisjusta4letterword
Foodfreak
essenslust
Dolce
Tomatengruen
chili und ciabatta
Chaosqueen
Genussfaktor
Sinem´s Küchenzauber
Esma`s Schlemmereien
Chaos Kitchen
Molekularküche
Brot und Rosen
Kochtopf
Was koche ich heute
deichrunner
paulchens
Kochsinn
Chrocky
cookmania
entspannt essen
Küchenlatein
Kochbanausen
mipi
koch und backoase
Nasebaer
Café da Nysa
teatime
veganes wirtshaus
Kräutersturm
kochblogger
kochfrosch
neue essklasse

und auch Rosenthal und candyland scheuen sich davor wie der Teufel das Weihwasser oder so

schippe und besen

leichte Hinwendung zum Klecks (wenngleich auch oftmals nur bei der Suppe) und damit die Ehrenrettung bei:

mademoiselle différentielle
zucker & salz
schnuppensuppe kleckst doch nur ausnahmsweise siehe Kommentar — dafür springt mipi ein
One bulgarian kitchen
wie gott in deutschland
maisonrant
essexperimente
balu
lavaterra
Chocolate & Philosophy
lamiacucina
strandi
katerkopf
tschoerda
scholli
fressen und trinken
vegan food
Bolli
Corum
Chaosküche
noch einer

und mit ein bissl mehr Fleckempfinden — die herausgeschälten FavoritInnen-Blogs

kulinaria katastrophalia (das musste jetzt sein ;-)
Babaras Spielwiese

und Tata, der Siegerblog

ente

Oder fühlt sich noch jemand berufen, wurde jemand vergessen, doppelt vorgeführt und wie sieht es eigentlich bei den nicht deutschsprachig geprägten Food-Blogs aus? Sind die auch so pingelig?

wischspuren
Keine Kleckserei

Übrigens: Auffälligkeiten oder Hinwendungen zu bestimmten Zubereitungsarten haben offensichtlich keinerlei Einfluss auf Flecken, ob nun die Zutaten wild durcheinandergewürfelt werden oder sich meist so überhaupt gar nicht an Konventionen und Rezepte gehalten wird oder jedes Kochrezept aus allen Kochzeitschriften nachgekocht werden muss — es spielt einfach keine Rolle.
Nur neue Foodblogs sind meist peinlich darauf bedacht im guten Lichte zu erscheinen, da wird noch Wert auf das Umfeld gelegt und erwartet, dass morgen neben den Tausend BesucherInnen auch ein Fernsehteam vor der Tür steht, um zu den zahlreichen Kochdarbietungen ob der gebotenen Ware zu interviewen.

Mitnichten lässt sich allerdings sagen, ob der Sonderfall food for action mit der Volksküche kleckert, schließlich tun sich die Leute das Essen da ja selber auf

cocktail exclusiv
klecklich, klecklich

p.s. richtig aktuell kann sich zur Zeit an den der dunklen Umgebung angepassten Cooking-Blog-Fotos versucht werden, im Kochtopfblog wird nach dem besten Verfahren für die schwierige Nachtfotographiekunst gefragt, im Chrockyblog wird für den DMBLGIT nachgefragt und und und…

p.p.s. MarionskochbuchSeite ist ersichtlich kein Foodblog und ist jetzt wohl mit den massenhaften Abmahnungen wegen Verwendung schlechter Fotos durch harmlose BloggerInnen & Co. vor dem OLG Hamburg gescheitert [via heise]

kulinaria kamera, die Probleme, die Reparaturodyssee und andere zweifelhafte Dokumentationen (Bilder, Bilder…Geschichten, Geschichten…)

Während die meisten Kochblogs sich nahezu verausgaben, um das allerneueste Modell gegen das Allerallerneuste auf dem Markt auszutauschen ;-) und sich stundenlang mit der richtigen blogevent food-o-grafieKameraeinstellungen herumplagen, hat sich hier die schnelle Knipsvariante als praktikabel erwiesen. Das mag nun auch an dem Umstand liegen, dass hier meist des Abends mit deutlicher Tendenz zum nächsten Tage die kulinarischen Köstlichkeiten aufgetischt (und manchmal sang- und klanglos entsorgt) werden, da ist sowieso egal welches Kameramodell Verwendung findet.

Auf die Bilder übrigens einfach draufklicken, in diesem Beitrag sind die ausnahmsweise alle verlinkt und führen zu den kleinen Foodblog-Geschichten und manchmal auch zu einem Rezept ;-)

kaki in kaffeebohne

Schließlich ist Sonnenlicht noch das beste Ambiente, um die Speisen zu präsentieren, die so schmackhaft doch wenigstens im Ansatz auch in der Photodokumentation ersichtlich sein sollten. Das, was das Essen ausmacht, die Atmosphäre, die Lust am Essen, der nette Besuch, kann sowieso nur ansatzweise eingefangen werden.

Aber da zorra angefragt hat, was denn so für Kameramodelle Verwendung finden kommen wir dem mal nach und präsentieren für die food-o-grafie die verwendeten Modelle, derer viele, die hier so in unserer kulinaria katastrophalia-Küche Verwendung finden.

die kaki ist immer noch da

Angefangen und durchgehalten haben wir mit einer kleinen Digitalkamera, Modell Kodak LS753, die macht auch ganz passable Bilder, die allerdings im Vorschaubild immer etwas matt aussehen, dann aber zu voller Größe kommen, klein und handlich, macht gute Überblicksbilder. Zahlreiche Kakibilder entstanden damit.

kaki standhafte

Ab und an bei Besuch kommt eine PENTAX Optio WP zum Tragen, die ist ganz nett, wenn nur die Bedienungsanleitung nicht auf technikschwedisch wäre, dann könnte da wohl noch was rausgeholt werden. Leckerste Bärlauch-Birnen-Kaninchenleber in Schokoladen-Wein-Sauce wurde mit herbeigerollerter Nikon E4500 dokumentiert.

getrocknete kaki

Die andere meistens verwendete Camera ist hingegen eigentlich gar keine, sondern eine kleine Handykamera, eine Sony Ericsson K800i, die ist schnell griffbereit und deshalb oft verwendet, außerdem macht sie so schöne Vorschaubilder, die nachher gar nicht mehr so farbenbrilliant aussehen, die Nahaufnahmen sind allerdings manchmal (bei eitel Sonnenschein) deutlich besser als bei der Kodak, auch die Farben Grün und Rot treten besser hervor.

knoblauchsprossen

Knoblauchsprossen beispielsweise entzücken in ihrer Grazilität geradezu mit ein bissl Sonnendurchflutung, so wird es lockerflockig (hier zu sehen in unserer septembrigen Schafskäse-Ingwer-Kredenzung) und die Sprossen des Knoblauchs sind quasi griffbereit im Bildschirm zu finden, zuviel Sonne allerdings macht sich dann auch nicht gut, der frühe Morgen (da schlafen wir noch) eignet sich eigentlich am besten ;-) Schade ist es eigentlich nur, dass die meisten Bilder in Riesengröße schöner aussehen, als dann verkleinert im Blog, andersrum geht das allerdings auch, verschwommene Bestandteile fallen dann gar nicht so auf…

Torte

Manko allerdings: das Modell ist ständig kaputt, was mithin Ärger mit sich bringt und das eigentlich Interessante ist, dass sich aus diesen Umständen das nicht Uninteressante zu Erzählende speist und das hat es interessanterweise in sich.

dosenfischkatze

Das Modell K800i ist etwas klobig für ein Handy und wurde einst mit einem unsinnigerweise teueren Vertrag erworben, die Werbung hatte ihren Einfluss dabei ;-) und nachdem, das Teil zweimal nicht mehr funktionierte war der Gang zu einem vom Verkaufsgeschäft angepriesenen Dienst angesagt, der gleich mit wirklich kompetenten Personal aufzuwarten wusste: Eimerweise Schminke , Marge-Turmfrisur und lange aufgeklebte Fingernägel (plastisch in den modischen Farben der Geschmacklosigkeit bewahrt) verhinderten den Ausbruch normaler Kommunikation in den Gehirngängen der Schaufensterpuppe, die erstaunlicherweiuse auch noch reden konnte, ein Wunderwerk sozusagen.

rauke mit schinkenwuerfel in ei und das alles als sauce zu linguine

Einmal das Versagen geschildert, kam nur als Antwort, Also ich hab das gleiche Fotohandy (bitte in doofen Wähwäh-Ton sprechen), meins ist noch nie kaputt gegangen.
Sehr schön, interessiert nur nicht, also geduldig den Fehler erklären und sich weitere dumme Bemerkungen anhören, was es denn sein könnte, nein funktioniert auch mit anderem Akku nicht, hat die die Erklärung nicht verstanden, dass es zwar angeht, aber nicht hochfährt?

Na, dann schauen wir uns das mal an (Wähwäh-Ton), toll, genau das war es, was verlangt war, dann fängt sie an mit ihren Plastikfingernägeln die Karte rauszuprockeln, was naturgemäß sich als durchaus schwierig rausstellt mit den langen Dingern, wer stellt sowas ein?

zitronenpresse orange original 70er

Selbst ran und auf die Frage nach dem voraussichtlichen Abholtermin nur schnippische Bemerkungen das könne man nicht sagen. Schön. Nach zwei Tagen schon einen Anruf bekommen, dass es abholbereit sei und hingefahren und wieder diese Plastikfinger im Empfang; scheinen der Ansicht zu sein, dass die KundInnen auf so was stehen.

griechischer frape

Wir haben da eine neue Software draufgespielt, das müssen sie aber zukünftig selber machen. Hallo? Das Gerät war kaputt, wieso soll ich eine neue Software draufspielen?
Das müssen sie jetzt, Sony Ericsson schreibt das jetzt vor, hier sehen sie, hier steht es (hält mir die Reparaturbescheinigung ihres Geschäftes vor, wo drauf steht, dass der Kunde, das machen kann).
Interessiert mich nicht, selbst wenn es so wäre, dass die Garantiebestimmungen sich geändert haben, dann gelten weiterhin diejenigen bei Vertragsschluss. Nein, das stimmt nicht, hier steht es doch (zeigt mit Plastikfingernagel auf das Papier). Hier ist jegliche weitere Mühe vergebens, die Person ist zu intelligenter Kommunikation offensichtlich nicht fähig.

gegrillte shrimps

Ab nach Hause, auf dem Weg Handy eingeschaltet und schwubbs nach drei Minuten ist der Akku alle, komisch war doch vor der Reparatur extra aufgeladen worden? Angeschaut und festgestellt, dass da ein anderer Akku drin ist (hat sich wahrscheinlich die Schaufensterpuppe mit dem gleichen Handy gekrallt), also zurück zum Geschäft und beschwert.

frische erbsen

Chef kommt auch gleich raus und behauptet steif und fest, dass dies selbstverständlich derselbe Akku sei (natürlich), da achten wir immer darauf, dass Gerät und Akku zusammenbleiben, außerdem, woher wollen sie denn wissen, dass das nicht ihr Akku ist, wer schaut sich den denn an.

bio joghurt mit apfel und roter grapefruit

Ich, schließlich hätte der ja kaputt sein können und da war der weder verkratzt noch der Aufdruck verblasst. Nein das stimme nicht, wir sind hier ein Geschäft am Ku´damm und nicht so eine billige Klitsche, wir machen sowas nicht, ah ja….

wilder fenchelsamen und grobes siedesalz im moerser

Und was hätte ich da noch für ein Problem gehabt, Garantie, ja das müssen sie jetzt selber machen. Die Dummheit der Schaufensterpuppe ist also auch Geschäftstaktik, kein Wunder, dass die Gerichte überlastet sind. Beim nächsten Mal wird gleich Mängelgewährleistung geltend gemacht, dann kann das Geschäft sich dreimal ärgern.

Und in der ganzen Zeit steht das Handy dann natürlich nicht für die Foodblogfotografie zur Verfügung — Argh!

olivenblaettertee zur anschauung

Inzwischen war das Gerät viermal kaputt und wieder — diesmal beim Verkäufer — bei der wochenlangen Reparatur (da hätte schon ein neues verlangt werden können) und dann ist da ein fetter Kratzer im Display unter der Glasscheibe bei der Rückgabe. Was ist das denn?

Ja komisch, also wird angerufen bei der Firma, die stellen sich doof, hier steht doch in der Einlieferungsbescheinigung, dass da ein Kratzer drauf ist, ja stimmt meine ich, der ist auch noch da, der muss mit einer Lupe gesucht werden und das stand auch schon auf den letzten drei Reparaturbescheinigungen drauf, der neue hier ist unter dem Display. Hmm, hmm, Verkäufer kann sich aber nicht bei der Reparaturfirma durchsetzen (jetzt nicht wirklich verwunderlich), ruft also seine Chefin an und kommentiert derweil laut mit, dass ein neuer Reparaturauftrag von mir erteilt werden müsse.
Halt Stopp! (laut rufend und das Telefongespräch störend) – ich beauftrage gar nichts, das ist allein ihr Problem! Verdutztes Aufschauen (Oh, oh — renitente Kundschaft).

linguine bolognese

Um es kurz zu machen — es dauerte zwei Monate bis die Nachricht kam, dass das Handy unterwegs (angeblich) leider verloren gegangen sei (haha, die Versicherung zahlt es wohl) und 14 zerquetschte Tage bis die Nachricht kam, das ein neues Handy wieder da sei, irgendwie noch mit Restfreude (endlich!) hin und festgestellt, dass es nicht da war, warum rufen die dann an?!? Nach einer Woche dann die Nachricht, es tut uns sehr leid, es verzögert sich noch etwas…

sukulaku

Aber schließlich doch noch ein fast nagelneues Exemplar in den Händen gehalten, lediglich die Versiegelung war aufgebrochen wir haben ihnen schon mal den Akku aufgeladen -- wers glaubt wird selig, es wurde vermutlich ein kaum genutztes Ansichtsexemplar organisiert; aber egal, Hauptsache wieder ein neues Handy.
Dann noch verlangt, dass auf die Rechnung (0 Euro) noch der Vermerk kommt, dass volle Gewährleistung (weitere zwei Jahre) steht. Auch das erhalten (viele tricksen da ja noch rum) und nun steht da, dass Leistung auf ein „Gewehr“ gegeben wird, ist ja auch mal was.

rote versuchung

Nun, so richtig empfohlen kann das Gerät nicht werden, auch wenn es ganz nette Fotos macht, aber das haben sich alle wohl schon selber gedacht ;-)

limonen im nachtlicht

Und welche mag, darf raten, welches Kameramodell welches Foto für den Foodblog beigesteuert hat ;-)

Die anderen Kamerabestückungen der anderen Foodblogs sind dann im Kochtopfblog zu bewundern, morgigen Tages ist nämlich der Einsendeschluss für den Blogevent und dann wird rasch wie immer eine wohl ziemlich lange Liste schön fotogen aufgearbeitet zu bestaunen sein. Viel Spaß dabei!

Überaus belebende Zitronenrestbestände, die kleine Blogbeschau und was sonst noch so in der Foodblogwelt vonstatten geht (Links, haufenweise Links)

Spontan aus der sich im Kühlschrank befindlichen Tasse in die für die Linguine vorgesehene Mangold-Tomaten-Zwiebel-Mischung gegossene Zitronenrestfüllung erwies sich dann doch als reichhaltiger, als vorgesehen. Nah dran am Katastrophalen. Wir haben es trotzdem verkonsumiert ;-) Derart zitronige Speisen sind aber durchaus belebend, sodass sich endlich mal den verschlafenen Plänen gewidmet werden konnte, endlich mal wieder eine kleine Blogbeschau zu präsentieren:

Hochaktuell zur Zeit ein Rätsel und die Sommerwichtelei, deren Abgabeschluss wir irgendwie zeitlich später verortet hatten. Da sind wir schon mal gespannt, was an überflüssigen Foodkram zu Tage tritt <:-p

Die Kochblogwelt wird bekanntlich jeden Tag größer und größer (die absterbenden Cooking-Blogs halten sich in Grenzen) und deshalb wurde es mal wieder Zeit, eine kleine Blogbetrachtungsrunde einzulegen. Beim Surfen fallen ja immer immense Linksammlungen an, die mal so langsam abgearbeitet gehören. Gerade beim aktuellen Chili und Co. Blogevent waren mal wieder neue Blogs zu bewundern, die zur Rezeptesammlung ihr ihriges beizusteuern wissen.
Demnächst dann hoffentlich auch für den Blogevent Johannisbeeren? Die sind nämlich jetzt schon so langsam erntereif und die Hochsaison kann beginnen ;-) Neu am Start auch der Blogevent sau gut, eine sehr fleischlastige Veranstaltung obwohl auch Marzipanschweine zugelassen sind.

zu zitroniges nudelabenteuer
Linguine mit reichlich Zitrone (zu viel) und Mangold (zu wenig) und zwei Resttomaten

Überaus interessant die Scharfen Knusperkugeln mit Feta- und Mozzarella-Füllung von Food is just a 4-letter word, einem Blog der die gute Tradition des schwarzen Hintergrundes bei Foodblogs aufrechterhält ;-)

Farbenfroh ausgestaltete Pizzazopfeigenschaften konnte Kochen, Backen und Co kreieren — ein Partyhit; in die Salbei-Knoblauchsenf-Produktion stieg zeitlos ein, das müsste doch auch mal selber hinzubekommen sein. Hausmannskost schließlich kredenzt Vietnamesische Suppe, selbstverständlich auch scharf und Kochfun verwendet Aprikosen zur zur Chutney-Herstellung mit Geflügelspießen.

Dem süß-scharfen Geschmäckern weiß sich Herr Creuset mit Chili-Lollis zu näheren. Masaledar murghi bereitet Man kann’s essen! zu — allerdings sind da nur 1 1/2 Teelöffel Cayenne-Pfeffer drin (also gar nicht scharf) :p . Zum ersten Mal beteiligt sich schließlich Kraut & Kekse mit scharfen Joghurt-Dips.

Aber auch andere Kochblogs, die sich nicht am Foodblog-Event beteiligt haben sind nicht uninteressant. Das Vietnamesische Kochbuch weiß z. Bsp. mit Glasnudeln mit Aal zu bezaubern. Ganz der Rezeptbloggerei ist Zwergenprinzessin verschrieben, die Garnelen mit Spinat und Orangen sind auf jeden Fall eine super Zusammenstellung. Auch Angelika´s Kochstudio bringt Rezepte mit Foto-Darstellung — Zweierlei Mangold ist zwar schon ein älterer Blogeintrag, aber trotzdem lecker.

Für unser nachmittägliches Nudelzitronenabenteuer hätten wir uns vielleicht lieber hier inspirieren lassen sollen: Tomatenspaghetti Asian Style wird nämlich bei Food & More anschaulich präsentiert.

Und was ist mit Gurkensalat und Kartoffelwasser? — wir werden es sehen ;-)

Überaus formidabel — längliche Radicchio-Offerten suggerierend wurde mittels Wildaprikose und wieder einmal vorzüglichen Agavendicksaft schnellstens vorspeislich zu Kredenzendes geschmurgelt und weil das durchaus sich dem Genusse nicht verschließt, wusste es sich als angenehm zu gestaltene Kleinspeise zu präsentieren, die jetzt noch ausfeilbedürftig ist, aber immerhin im Gegensatz zu Wiederentdecktem nicht als Alter Brei tituliert werden muss (Blogbetrügerei, die hundertdritte oder so)

Der bangen Frage übrigens welche kulinarisch ansprechende Auswahl denn sich als geeignet erweisen sollte, war nach kurzem Gang über den Markt lösungshalber der runde Radicchio ins Auge gefallen. Wenn schon keine lange Version, dann halt die. Nur wie?

Radicchio rund
Nicht in die Länge gezogen, aber überaus lecker

Bolli, die Meisterin der Zubereitung dieser Bittervariante des Genüsslichen, hat schon fast das gesamte Repertoire durch. Woanders wird das natürlich auch noch gefertigt (andere darben).
Nur auf eine Variante kann andernorts auf Grund nicht vorhandener Vorratshaltung nicht zurückgegriffen werden — Agavendicksaft. Wunderbares Zeug. Gibt es nicht überall :D Also muss wenigstens damit sowas wie kochzutatlich veranschaulichtes Neidgefühl geweckt werden.

Und das war wirklich eine überaus dem Gemüse zugängliche Zubereitungsweise, der die sanften Bitteraromen im Zusammenspiel mit leicht herbtönigen wilden getrockneten Aprikosen, die eigentlich hierfür geordert worden waren, auf so wunderbare Weise zu einem ausgeglichenen vorspeislich zu kredenzenden Präsentierteller zu bringen wusste, was auf Grund des dann doch hohen Sättigungsfaktors als Hauptmahlspeise durchzugehen beliebte.

Zubereitung auch ganz einfach: Raddicchio hälfteln und in etwas Öl anbraten, Wild-Aprikosen hinzu und dann Agavendicksaft und mit etwas Wasser schmurgeln lassen unter einem Deckel, der gelegentlich für Umdrehaktionen gelüfetet werden darf. Das dauert schlappe 3-4 Minuten und schon ist es fertig. Die schicke rote Farbe hat etwas eingebüßt, aber die leichte Schwärze der karamellisierten Aprikose zieht ja die Aufmerksamkeit erst mal auf sich. Vielleicht würde auch etwas Zitrone passend sein; mal ausprobieren. Formidabel jedenfalls!

Also ordentlich Agavendicksaftgläser im Hause horten für die schnelle Zubereitung, das hochdelikate natürliche Süssungsmittel macht auch gar nicht soo süchtig ;-)
Vorratshaltung ist übrigens nicht nur bei Lebensmitteln hoch im Kurs. Immer wieder hervorgeholt lässt sich bisweilen das ein oder andere Schmankerl in neuem Lichte bewundern. Diese schon lange abgelaufene Saure-Gürkchen-Sache im Glas beispielsweise. Das kann dann vielleicht auf den nächsten DFSSGF warten zur Entsorgung ;-) oder doch sich durch einiges an Geschick anschicken was Neues zu kreieren; welche Kostperson will schließlich immer das ewig Gleiche kosten.

radicchio mit wildaprikosen und agavendicksaft geschmort
Die süßliche Umrundung trägt den bissfest herben Genuss überaus passend

Es gibt ja inzwischen diverse Portale zur Erkundung von Essbegehrlichkeiten unterschiedlichster Couleur, um sich allerlei Anregungen und spannende Unterhaltung über Kulinaria ins Haus zu holen. Den Blogs widmet sich seit einiger Zeit das unübersichtliche wikio, mit kleinen Bildchen versehen wird auch eine Auswahl Foodblogs in der Rubrik Gastronomie ihr Auskommen gesichert. Und da dann doch tatsächlich wieder mal auf Küchenruf gestoßen. Da war doch mal was (und schon wieder). Es stellt sich jetzt eigentlich nur die Frage, wie lang Schamfristen bemessen sein müssen, die überwunden geglaubt, sich nun im schalen Lichte zu präsentieren wissen. Was finden allerlei Leute mit ihren geschmacklosen Rezeptseiten nur daran sich als Blog zu gerieren? Mit 98 %-Wahrscheinlichkeit ist bei solcherlei Angeboten die kommerzielle Vermarktung der Hintergrund. Alter Brei, recyceltes Schmalspurangebot, virulentes Überangebot — scheint leider der neue Trend zu sein.