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Zum Kulinarischen Adventskalender öffnet sich das 17. Türchen und angenehm duftende Aromen offenbaren zart sich anschmiegenden und zudem wohlausgeglichenen Mandarinello für den gar köstlich-unverfänglichen Genuss

mandarinenschalen in alkohol hochprozentig und schon ganz schoen orange
Wunderbare orangene Farbgebung erfreut schon mal die Einstimmung

Die Teilnahmeaufforderung für die Kulinarischen Adventskalender-Köstlichkeiten traf perfekt abgestimmt mit der Erntezeit für die Grundlage des 17. kleinen Kalendertürchens zusammen, die schon im erntefrischen Zustand zu begeistern weiß.
Zwar waren Zitrusfrüchte schon letztes Jahr zugegen — aber auch dieses Mal wissen die schönen Früchte ihre feine Eleganz ganz unumwunden zur Schau zu stellen und so freuen wir uns unverfänglichen und wohlausgeglichenen Mandarinello präsentieren zu können!

Limoncello ist ja allgemein bekannt, ein eiskalt zu genießender Limonen-Likör, der gerne zum passenden Abschluss reichhaltiger Kreationen gereicht wird. Die Mandarine allerdings braucht diesem Genuss in nichts nachzustehen — fein und aromatisch, ausgewogener als die etwas mehr den sauren Geschmäckern zugeneigte Schwester, dezent im Ton und doch von so die Erinnerung als Köstlichkeit erfreuend, dass es immer ein Vergnügen ist, sich die Lippen an einem Kühlgelegenheitsraureif zu benetzen, um eiskalten Labsal die Zungengeschmacksknospen berühren zu lassen.
Kaltsüße Frische mit ausgewogenem Aromen und allein schon die wunderbare Farbschöpfungstiefe versetzen die Entzückung über derlei immer wieder in ihren schönen Zustand.

mandarinenschalen in alkohol und glas
Nach wenigen Minuten triumphiert bereits der farbliche Austauschprozess

Und die häusliche Fertigung ist dabei eine schon während der ganzen tagelang die Aufmerksamkeit im Vorübergehen in Anspruch nehmenden Anteilnahme genügsame Tätigkeit. Anerkennende Blicke, diskrete Inaugenscheinnahme, kurzes Schnuppern und die Gewissheit, dass das was da heranreifen wird alsbald zur Verköstigung anstehen wird. Das Schwierigste ist also die Wartezeit. Davor sind eigentlich nur unwesentliche Vorbereitungen zu treffen.

Zum Markte und frische Mandarinen vom Biostand ordernd — nicht ohne die Vergewisserung prall ausgereifter Qualität — und schön auch, wenn noch putzige Blättchen dranhängen, mal so vom Einkaufserlebnis her ;-) Geschmacklich ist das ja nicht ausschlaggebend. Die strahlenden Augen des schon in herbstlich mummelige Kleidung gehüllten Verkaufspersonals über die süßzarte Versuchung war nicht zu viel versprochen und so wurde weit über Bedarf von den orangefarbigen Früchtchen geordert.

Und wenn sie dann in unserer Küche auf dem Tisch lustig herumkullern, weil vom Spaß besessene WG-Belegschaftbestandsteile gerne Biomandarinentürmchen bauen wollen, aber nicht die Bauturmkunst Kulinarischer Adventskalender 2007 - 17fleissiger Obstverkäufer erlernt haben, ist schon mal für die vergnügliche Komponente gesorgt, denn mit traurigen Minen geschälte Mandarinen hervorzubringen das soll doch nicht sein, so die Mär (hier wird gerade über die Schulter gekuckt und gebrabbelt, es soll diesmal nicht so schnulzig klingen und überhaupt klinge das doch irgendwie konstruiert — Hah, diese ungläubige Kostperson hat noch nie Bittermandarinenlikör verkostet, eindeutig!).

Geschält wird mit einem fingerfertig zu gebrauchenden scharfen Messer, wir haben einfach einen TomatenPaprikaoderwiedasTeilheißtSchäler genommen und hauchfeine Streifen von den runden kleinen Mandarinen mit äußerster Fingerspitzfertigkeit gezogen. Kleinere weiße Schalenbestandteile wurden kurzerhand abgekratzt, die sollen da nämlich möglichst nicht mit rein in den hochprozentigen Alkohol, der zur hochgefährlichen süchtigmachenden Spezialität gehört.

Und den zu bekommen war schon eine kleine Odyssee, hat ja kaum noch eine Apotheke (die rühren heute nichts mehr an) und dann die komischen fragenden Blicke, wofür das denn sein solle, vermutlich trifft die Einschätzung, dass damit Sofortvollzug in Dämmerzustand vulgo Koma erreicht werden soll mit vollkommen unnötiger Aufmerksamkeit für jahrhundertealtes Konsumverhalten jüngerer Bevölkerungskreise zusammen und die angebotliche 200 ml Menge unsererseits nur ungläubiges Staunen und die Fragestellung, wie denn mit sowas bitteschön Likör zu fertigen sei.
Weitere Erörterungen sind dann aus taktischen Erwägungen bei Inerfahrungbringen der preislichen Vorstellungen schnell sein gelassen worden. Ok, dann einen Rundruf starten und schwubbs gleich bei der nächsten Möglichkeit waren äußerst günstige Konditionen für die genau richtige Menge zu erreichen. In Italien gibt es diese Alkoholflaschen übrigens im Supermarkt.

Phantastischerweise war zu beobachten, dass es dann wohl auch einen Grund hatte, dass nah an die 100 Prozent kommende Flüssigkeiten nicht zur allgemeinen Handhabe zur Verfügung stehen. Innerhalb von 10 Minuten begann sich eine intensive Orange-Färbung einzustellen und die Aromaessenzen setzten sich sichtlich wohlfühlend in der sicherheitshalber in einem Glas deponierten Flüssigkeit durch.
Das muss dann eine Woche bis zehn Tage mindestens — unter neugierigen Blicken und angeberischen den Besuch unter die Nase reibenden Nutzinformationen, dass es alsbald was ganz Köstliches gebe — ziehen und dabei wird sich verkniffen eine Stange Zimt hinzuzufügen (obwohl das auch geht).

mandarinenschalen
Und dann kommt der große Moment: Raus mit den deutlich an Farbe verlorenen hart gewordenen Schalen, die vielleicht noch zweckmäßig als Deko eingesetzt werden könnten, aus der duftenden aber dennoch deutlich wahrnehmbar reichlich prozentigen Flüssigkeit.

Währenddessen wird Zucker in Wasser kurz aufgekocht. Wie genau dies geschehen soll, darüber streiten sich seit Jahrhunderten ganze Familienzweige, was zu erquicklichen Studien über Gewohnheitsrechte führt, die aber auch bei einem Glas eiskalten servierten Mandarinello, umso schöner zu studieren sind. Die einen wollen eine eher sirupartige Konsistenz, schön süß und kalt, die anderen wollen der Frucht den tonangebenden Einfluss in der Mischung zugutekommen lassen und bevorzugen eine flüssigere Variante.
Das schöne ist, dass das Getränk es Niemanden übel nimmt, dessen Hinwendung zur einen oder anderen Seite nicht mit Eindeutigkeit getroffen werden möchte. Es kann nämlich nach Belieben abgeschmeckt werden und wenn es zuviel Süße ist wird halt noch ein wenig Wasser hinzugefügt und umgekehrt. Noch in derlei Dingen unerfahrenen LikörverköstlerInnen wird empfohlen kleinere Probemischungen anzufertigen und zu krendenzen. Setzt Geschrei und Tumult ein, war die Mischung genau richtig.

mandarinelloflasche

Wir zumindest haben auf einen Blick erkannt, dass 600 Gramm Zucker auf 1,4 Liter Wasser durchaus ausreichend sein dürften, um das Mandarinenaroma noch zur vollen Entfaltung bringen zu lassen und dennoch die likörliche Grundrichtung nicht ins Abseits zu stellen.
Zu dieser Mischung wird dann nach dem Abkühlen also der eine Liter Mandarinenalkohol hinzugefügt und dann in dekorative Flaschen gefüllt. In Italien wird sich nicht so umfassend bemüht, eine einfache Plastikflasche kommt hier öfters originell zum Einsatz.

Und dann muss es schnell gehen — ab in das Tiefsttemperaturen zugeneigte Fach und dann heißt es warten, eiskalt soll das Vergnügen sein und so eine Eisschicht wäre mal so rein von photodokumentarischen Standpunkt aus gesehen auch nicht ohne. Zwar die Sonne verpasst, aber schließlich wird Mandarinello grundsätzlich des Abends verkonsumiert damit am nächsten Tage über etwaige Nebenerscheinungen ausführlichst Bericht erstatten werden kann, um kundzutun, dass solcherlei Versuchung zukünftig Stand gehalten werde.
Die Genussfreude bringt deshalb nur einen Ausruf: Sehr Köööstlich!

mandarinello
Mandarinello eisgekühlt

Zutaten:

12 Bio-Mandarinen-Schalen (wirklich Bioware nehmen, die sind einfach aromatischer, schmecken besser und die Schale ist mit Garantie nicht gespritzt und behandelt)
1 Liter Alkohol, sehr, sehr hochprozentig
600-700 Gramm Zucker
1,4 Liter Wasser

So wird es gemacht (Kurzversion):

Mandarinen schälen (das weiße Zeug muss weg), Schalen in dem Alkohol mindestens eine Woche ziehen lassen bis orangearomaartige Wohlgerüche ihre Wirkung kundgetan haben.
Zuckerwasser aufkochen, abkühlen lassen und zusammenmischen mit entschalten Alkoholika und tiefkühlen. Sodann Mandarinenlikör eiskalt am besten in geeisten Gläsern servieren und Lob einheimsen. Bei übermäßigem Genuss den nächsten Tag einfach freinehmen.

Und zu gewinnen gibt es übrigens auch etwas. Im Kochtopf-Blog warten hoffentlich ganz schwierige Fragen ;-) auf die Lösung, aber erst am 24. — der traditionell größten Tür. Und nun noch viel Spaß mit den anderen Überraschungen!

Bunte Kürbisfrikadellen mit frischem Minze-Agavendicksaft-Joghurt-Dip

Das Innere einer Kürbisfrikadelle
Auch auf dem eher kühlerem Ambiente des Luxus-Empfangs sind Kürbisbratlinge (hier im angeschnittenen Detail) die Show und belieben dem Ausdruck luxeriösen Lebensstils den richtigen Aspekt zu verleihen.

Der Herbst bringt mit dem typischen orange-gelb-gemusterten Kürbissen den Anlass für den nächsten Blogevent Kürbis. Gelegenheit doch mal wieder auf eine der zahlreich vorhandenen Varianten zurückzugreifen, die unser aller Herz zu erfreuen wissen mit verspielten Zucchiniwürfeln und hintergründiger trockener Minzbeimischung und die — auch dies sei bemerkt – hervorragend für Massenverköstigung, sei es auf dem Kindergeburtstage oder bei der Vokü, bei der Großdemonstration oder beim Dance-Event geeignet erscheinen für den Blickfang und nachfolgende Lobeshymnen. Überall also kommen die gut an. Liegen tut dies nicht nur an den normalen fleischhaltigen Klöpsen nicht unähnlichen Umfang in Größe und Farbgebung, die seit Kindestagen konditionierte Vielfrasse so schätzen gelernt haben, sondern vor allem an der den nussigen Geschmack so delikat unterstreichenden Füllung.
Deshalb nun unser Beitrag zum Blogevent, der einer etwas festeren Form gewidmet ist, die alle schön satt bekommt (die etwas weichere Variante mit höherem Kürbis- und Bio-Öl-Anteil gibt es demnächst auch mal wieder) und auch noch an den nächsten Tagen, ob des vielfach vorhandenen Zustandes der Rohmasse, zu erfreuen weiß.

So gelingts am Besten:

Zutaten

Für die Kürbisfrikadellen:

2 Teile schmackhafter nussiger Kürbis (eine Reibe oder Mixer zum vorherigen Zerkleinern ist auch nicht schlecht),
1 Teil Parboiled Reis,
Bund Blattpetersilie,
Bund Dill, Fenchelgrün
Weiß- und Mais-Mehl,
Salz, Pfeffer, Minze,
ca. 200 Gr. Erbsen,
1 Zucchini (in kleinen Würfelchen),
4 Zwiebeln (in kleine Würfelchen gehackt),
viel Öl
und große Pfannen

Für den Dip:

Söbbeke-Joghurt (schmeckt am Besten)
frische Minze
Agavendicksaft

I. Die Vorbereitungsphase:

Ganz viel Kürbis, der zuvor mittels Geschmackstest den hohen Ansprüchen durch Hervorhebung der verlangten nussig-schmeckenden-festen Konsistenz Genüge getan wurde, wird eifrig dem Raspeln zur Verfügung gestellt. Fein Mixen ist bei dieser Variante nicht so angesagt, da es dann zu matschig wird (für ganz Eilige darf aber der Kürbis ganz kurz auch in den Mixer). Der Kürbis muss unbedingt ausgedrückt werden – da ansonsten die zuviel vorhandene Flüssigkeit das anschließende Bratergebniss zu verfäschen droht (nicht gut).
Parboiledreis wird währenddessen bis zu einem Stadium gekocht, der als kurz vor bissfest-fertig am besten zu charakterisieren wäre. In einer Pfanne werden nebenbei ganz kleingehackte Dill- und Fenchelstiele mit den kleinen Zwiebelstücken angebraten. Die Zucchinistückchen kommen dann ganz kurz noch hinzu, um sie ein bißchen weniger hart werden zu lassen; aber wirklich nur ganz kurz — sonst ist die Frische, die der Zucchini eigen ist, verpufft. Mit Salz, Pfeffer und Würzminze wird mit dem abschmeckenden Teil diese Kochphase beendet.

II. Die zweite Phase erfordert Geschick im Augenmaß

Nun sind nämlich Kürbisstreifen und Reis im Verhältnis 2 zu 1 unter Zuhilfenahme zartbesaiteter Hände in Einklang zu bringen. Während also ohne festes Zupacken Alles vorsichtig vermengt wird, werden noch die aus der Pfanne stammenden Dill-Fenchel-Zwiebel-Mischungen beigefügt. Dazwischen kommt etwas helles Mehl für die Festigkeit und ein ordentlicher Schuß gutes Bioolivenöl. Dann beginnt auch hier der abschmeckende Teil – vorsichtig wird sich mit Salz und schwarzen Pfeffer an die richtige Geschmacksnote angenähert. Wenn das Resultat stimmig erscheint werden nun Erbsen, grob gehackte Blattpetersilie-Blätter und Dillgrün ebenso vorsichtig hinzugegeben (die Erbsen sollen ja nicht matschig werden).

III. Das Formen

Nun wird auf einem Teller ein 60/40-Gemisch aus Weißmehl und Maismehl (damit werden die Freakadellen etwas dunkler) drapiert. Geschickterweise sind vier Hände für diese Phase für die Bewerkstelligung am Besten (oder es wird in zwei Arbeitsschritten vorgegangen).

Während also auf einer Seite des Tisches versucht wird, aus dem Gemisch einigermaßen akzeptable runde Freakadellen zu formen werden sie auf den anderen Seite auf dem Mehlteller in Empfang genommen und erstmal vorsichtig eingemehlt, um sie dann schön in die richtige ovale Frikadellenform zu bringen, die doch erstrebt wird, auf dass das Braten dem versuchten Gelingenswunsch keinen Abbruch antut (die Bratlinge dürfen für den Vorgang des Bratens nicht zu groß und nicht zu kugelig werden). Vorsicht ist angebracht, weil die immer noch vorhandene Flüssigkeit eifrig versucht, die Vollendung zu sabotieren indem sie nach außen dringt. Schnell mit trockenen Händen arbeiten ist also angesagt (sonst bilden sich an den Händen dicke Krusten und das sieht nicht schön aus).
Auch Beachtung finden sollte der Hinweis, dass die fertig geformten Frikadellen nun nicht einfach achtlos übereinander gestapelt werden — die pappen nämlich sonst aneinander und Essig ist es mit dem mühsam zustandegebrachten formvollendeten Abschluß dieser Zubereitungsphase.

delikate Kürbisfrikadellen
Schon äußerlich dem Grünkernbartling und der Fleischbulette nicht unähnlich: Die Kulinaria-Katastrophalia-Kürbisfrikadellen-Show

IV. Der Bratvorgang

Normales Bratöl (also keine absolute Billigware, die alles regelmäßig verdirbt) ist hier absolut ausreichend, ein bissl Olivenöl schadet aber auch nicht. Ausgesucht werden sollten auch gut zu belüftende Räumlichkeiten – denn das Braten beliebt einen aufgrund des nässenden Bratgutes doch durchaus unangenehmen Bratgeruch zu hinterlassen, der nicht unbdingt überall auf allgemeine Zustimmung hoffen lässt.
Wenn eine erstmal hohe Brattemperatur erreicht ist wird schnell Kürbis-Frikadelle nach Kürbisfrikadelle in die Pfanne gereicht. Wenn sich unten nach ca. 1-2 Minuten bereist eine feste Kruste gebildet hat, darf bei Bedarf auch einmal vorischtig die Frikadelle in eine etwas flachere Form gebracht werden. Temperatur etwas runter und weiterbraten lassen. Nach 5 Minuten die Frikadellen vorsichtig umdrehen und von der anderen Seite erst mit hoher Temperatur und dann mit niedrigerer weiterbraten. Nach 15 Minuten müsste auch die widerspenstigste Mischung durch sein.
Und keine Angst vor zerplatzenden Erbsen, die das Fett in empfindliche Augen spritzen lassen – das ist ganz normal ;-)

V. Der Haupt-ACT!

Die ganz vegan daherkommende Kulinaria-Katastrophalia-Kürbis-Frikadelle ist dann entweder kalt oder auch warmgestellt oder auch ganz frisch zu verkonsumieren. Dazu passt hervorragend Salat und ein vegetarisch anheimelnder Dip aus Joghurt und frischer Minze, der mit einem Löffel Agavendicksaft und etwas Salz abgeschmeckt ist.

Bon Appétit!

Bio-Huhn in Martini-Rosé-Tomaten-dreierlei Sorten Thymian-Sauce an Rucola und Kartöffelchen (Knoblauch war auch dabei)

Das Wochenende war nicht zuletzt auf Grund von Besuch (der auch der Grund für Blogabsitinenz war) in die vorwiegend dem späteren Abend zugeschriebenen Stunden verlegt worden was zumindest den Teil des Nicht-mit-Regenerierungs-Übungen-Verbringens angeht und war — dies sei zugestanden — auch gar nicht so schlecht, da dann das lange erwartete und noch länger anstehende Spezialitätengericht, welches uns doch immer wieder in wunderbares Entzücken zu versetzen weiß, anstand, um des Fabrizierens und Geniessens willen.
Zuvor musste die bittere Wahrheit erkundet werden, dass es keinerlei den normalen Anforderungen entsprechende Tomaten, die unabkömmlich für das Gericht sind, zu fnden waren. Selbst der nahegelegene Bio-Supermarkt wusste nur mit unaromatischer und grüner (keineswegs absichtlichen Färbung) der Tomaten aufzuwarten. Wenigstens gelang es nach drei Versuchen doch noch einigermaßen akzeptable rote Früchte zu organisieren. Dann aber gings auch schon los und es wurde erstmal Martin Rosé mit Eiswürfel und Limonenstückchen genossen und — der Abend war noch jung-- es wurde dann auch gleich zu einem Rotwein aus kontrolliert ökologischem Anbau gegriffen, Domain de Clairac stand auf dem Ettiket samt ansprechendem Hinweis „Vin issu de raisins de L`Agriculture Biologique“, kbA also. Darauf stehen wir doch allemal.
Der Wein war einen ganz kleinen Tick etwas zu sehr der mit einem sauren Ton vorliebnehmenden Note verbunden aber wurde erstaunlicherweise mit zunehmendem Konsum immer beliebter und wusste nach dem tollen Dessert, welches unter Aaahhh und Ooooohh vor den entflammten Augen der Belegschaft entzündet wurde, zu vortrefflicher Hochform aufzulaufen. Das war nämlich sauer und ist eine unserer wertgeschätzten nachtischlichen Begebenheiten, die doch immer wieder für unseren guten Ruf zuständig sind. Gefüllte eisige Himbeeren gabs auch noch ein paar, wir gönnen uns halt auch mal was Gutes ;-)

Hühnchen am Brutzeln

Hahn in tomatiger Martini-Rosé-Soße, die lecker mit ganz viel Thymian (drei Sorten) und Knoblauch daherkam.

Wie koch ich das denn?

Ganz einfach — und mit guten Zutaten gelingt das im Handumdrehen und wie schon unsere anderen Gerichte auch immer überzeugend zu berichten wissen, ist das die Grundlage guten Kochens. Es muss einfach ein Biohuhn sein und kein geschundenes Käfigtier, die schmecken nämlich garstig und dann ist es nur der halbe Genuss (das muss ja nich sein). Mit einem richtig fetten Teil sollte dann auch der getätigte Einkauf abgeschlossen werden (2 Kilo wären optimal), das Fleisch bleibt dann nämlich schön saftig und sättigt tausendmal mehr als die kümmerlichen anderen Teile, die bisweilen ihr Dasein im Imbiss zu fristen pflegen.
Wenn es dann nach Hause geschafft wurde, kommt die große Stunde toller Küchenmesser: Das Huhn muss nämlich zerlegt werden. In der großen Pfanne brutzeln derweil in Bio-Olivenöl 1-2 kleine Zwiebeln und warten auf die Einzelteile, die nun scharf angebraten, mit Salz, Pfeffer, Paprika und getrockneten Thymian gewürzt werden. Martini kommt kurz mit einem Schwubs zum Ablöschen darüber und --Vorsicht-- das spritzt ganz schön und wird dann ein paar mal umgedreht. Tomaten, geachtelte ohne Strunk, noch hinzu, mit frischem Thymian versehen und nochmal — diesmal mit mehr Martini Rose hinzu (Rosé muss es sein und nicht Rosso, der ist zu süß und drückt das Händerl zu sehr in den geschmacklichen Hintergrund). Deckel drauf und Knoblauch, geschnitten, vorher noch rein und sich wieder mal dem Weine hingeben.

Fertiges fettes Huhn

Irgendwann sich dann wieder ans Essen erinnern, reingucken und Martini zugegeben und noch ordentlich Thymian hinzupacken. Nach 30-40 Minuten, die auf klein-mittlerer Flamme dem Inhalt nun gegönnt war, kommt die große Stunde, die das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt.
Hähnchenstücke raus und Soße unter mehrmaligem Hinzugeben von Martini-Rosé schön einkochen lassen bis sie ordentlich sämig-tomatig-dicklich ist. Frisch gepressten Knoblauch hinzu, Umrühren & Auftragen!
Dieser Zeitpunkt ist immer der härteste. Eigentlich müssten wir uns nun wie wild draufstürzen und die Welt um uns herum vergessen. Aber nein, wir müssen andere Leute noch neidisch machen und das Ganze ablichten. Unser Leid steigert sich förmlich ins Unermessliche. Nach gut drei Dutzend Fotos, von denen wir die Hälfte verfluchen, da sie des späten Abends wegen nur die zaghaften Strahlen vorhandener Lampenbestrahlung als zum Gelingen beitragend für sich verbuchen können, ist die Vorbereitung zum Blogbeitrag auch schon zu Ende wie dieser letzte Satz übrigens auch noch unterstreicht; leckerlecker!!

Bio-Limonaden-Potpourrie und Blubber-Bauchige-Bewertungen (Contest)

bio-limo

Der gestrige Test ging bis ins Heute hinein und förderte wieder einmal interessante Untersuchungsergebniss zu Tage, die auch den hier zu konsumierenden Zwecken Vorbeiflanierenden nicht vorenthalten werden sollen zwecks Abnahme schwerer Kaufentscheidungen bzw. Nichtkäuflicher Tätigkeitsfaulenzerei. Bekannt wie ein bunter Hund sind inzwischen die in vielfältigster Art auf dem Markt befindlichen Bionade-Limonaden (Bio), die mittlerweile den Kultstatus hinter sich lassend zu einem ordentlichen Nicht-Markt-Nischen-Produkt heraufkonsumiert worden sind (nicht zuletzt durch eine in der Mediengesellschaft nicht untückische Berichtmassenerstattung), die auch wohl nicht mehr in ihr Gegenteil verkehrt werden wird in den nächsten Jahren.
Da auf den fahrenden Zug gerne aufgeprungen wird, hat es die Biolimo von Voelkel auch in peppiger Form gewusst sich im Bioladen-Regal zu platzieren in einem bunten Kleidchen in der gleichen sogenannten Longneck-Flasche, die selbstredend furchtbar szenisch ist wie auch diverse Braueren verkünden, die das junge Publikum auch noch mit Detailinfowisssen mittels aufregender Presserklärungen, die sich zuhauf auf den öd-flott-biederen Werbewebsite finden, zu versorgen wissen. Aber schmeckt die denn gleich bei etwas teurerem Preis?!?
Dies in Erfahrung zu bringen gelang uns also in zwei Etappen, die hier mal ausnahmsweise ganz kurz in komprimierter Form dargestellt werden:

Zur näheren Auswahl haben wir auf drei mal drei Flaschen zurückgegriffen, die der Namenswahl wegen interessant erschienen. Zuerst haben wir uns den Durst durch eine frohe Probierstunde querbeet gestillt und dann minutiös Buch geführt und den Rechtsweg ausschließend eine zweite Runde mit verschlossenen Augen eingelegt.

Bionade und Zisch

1. Runde

Bionade — Ingwer-Orange (Fermentation nach dem Brauprinzip offeriert die kleine BIONADE GmbH, Zucker wird ausnahmsweise statt in Alkohol in Gluconsäure „analog zur Honigproduktion der Bienen“ umgewandelt. Glucoseoxydase, ein Enzym im Speichel der Biene, soll eine zentrale Rolle spielen).

Der Ingwergeschmack ist nicht wirklich im Vordergrund, ein feines Prickeln hebt sich aber wohltuend im Mundbereich bei der Konsumierung ab, der Orangenton bleibt allerdings auch nur ein Ton. Dennoch dies war schon mal eine gute Wahl.

Zisch Biolimo — Cranberry-Ginkgo (ohne Kristallzucker – aber natürlich mit anderen Süßungsmitteln)

Leicht prickelnd — aber nicht so angenehm harmonisch wie bei der Bionade; die Kohlensäure entstammt auch nicht aus einem Brauprozess, sondern wird aus natürlicher Quelle stammend zugesetzt. Auch nicht so schlecht, aber irgendwie bleibt ein Kunstgeschmackserlebnis in Erinnerung.

Bionade — Kräuter (mit Calzium + Magnesium)

Erinnert an eine Mischung aus Club-Mate und Almdudler (die Limo aus Österreich, die in der typischen klaren Glasflasche dort längst zum allgemeinen Ausstattungsinventar im Supermarkt gehört, sozusagen die Fassbrause Austrias); die Kräuter haben jedoch einen gewöhnungsbedürftigen Geschmackston, der ein bissl an Zitronensäure erinnert, ein ganz kleines aber nur.

Bionade — Holunder (ganz rot in Erscheinung tretend).

Unser Top-Favorit beim Umhergeziehe im nächtlichen Leben, eisgekühlt und rot schmiegt sich die Flasche locker-lässig in der Hand während cool in der Gegend herumgesuppelt wird. Holunder wird auch noch rausgeschmeckt. Das Grauen, als wir mal auf eine 0,5 Flasche im Freiluftkino zurückgriffen und feststellen mussten, dass das gar nicht mehr so gut schmeckte in Plastik. Das Auge trinkt mit.

Zisch Biolimo — Limone-Ingwer (Nicht nur frei von Aromazusätzen, sondern auch noch eifrei, erdnussfrei, glutenfrei, haselnussfrei, hefefrei, kuhmilcheiweißfrei, lactosefrei, mandelfrei, milcheiweißfrei, nussfrei, pfefferfrei, selleriefrei, senffrei, sesamfrei, sojafrei, vegan, vegetarisch, weizenfrei – dafür aber mit lecker Traubenzucker für gierige DiabetikerInnen ;-) )


uaäh – schmeckt wie gegärter Almdudler, wirklich nur was für Leute, die gegen irgendwas von den oben aufgeführten Dingen allergisch sind.

Zisch Biolimo — Holunder-Chilli (mit immerhin 2 % Holunderblüten-Extrakt und wohl etwas weniger H-Saft, aber auch ganz rot)

Chilli klingt spannend im Getränk und weckte Erwartungen, die leider absolut nicht erfüllt werden konnten. Ein schaler Nachgeschmack legt sich auf die Zungengeschmacksknospen und erwirkte spontan die Reaktion: „Schmeckt wie Hare Krishna“; wie die Sekte nun genau schmeckt wissen wir natürlich auch nicht — aber auf jeden Fall war da Rosenwasser-ähnliche Perversität drin. So was gibts sonst nur noch in Skandinavien und bei alten Omas in Südosteuropa. Finger davon lassen!

Biolimo im crazy test

Dann die 2.Runde

Mit verschlossenen Augen wurden die Flaschen herumgereicht und es gab die große Überraschung.
Vielleicht waren wir schon zu voll und (was ist eigentlich das Gegenteil von durstig?) durstfrei — aber wir hatten Schwierigkeiten die Unterschiede klar herauszufinden. Gerade noch die Differenzierung in Bionade und Zisch Biolimo gelang und dann wurde es mit vereinzelten Ausnahmen aber auch schon schwierig! Können wir sonst jeden Wein und die unterschiedlichsten Mineralwasser fein herausschmecken, versagte hier dieser Sinn, der ja nun mal nicht so unwichtig ist. Wir waren etwas geschockt als sogar mal Zisch Biolomo als Bionade Holunder rauskam (da hatten wir aber auch schon einen dermaßenen Blubberbauch).

Fazit:

Crazy-Limo und auch nicht zu verachten war die Selbstmischung, die wir uns anschickten selbst aus den Resten in den Flaschen (aller!) zusammenzuschütten und dann erstaunlicherweise gar nicht mal so schlecht fanden.

Es war aber auch schon spät….

Nachtrag: Zisch statt Biolimo geschrieben und jetzt rasch korrigiert mittels durchgestrichener Kennzeichnung; tenpounds wies uns liebenswerterweise darauf hin und hat natürlich Recht in dieser Hinsicht ;-)

Äußerst delikate Teigtaschen mit Pilz-Schinken-Pecorino-Thymian-Füllung an frischer Salbei-Butter und das Bedauern umliegender Wohngemeinschaften in unserer Nachbarschaft ihr Dasein zu fristen (Rezept)

Wunderbare kulinarische Höchstleistungen waren der Grund für unser zufriedenes und vom Genießen erschöpftes Antlitz, welches sich gerade einer gehörigen Portion Glück hinsichtlich des unseren Gaumen schmeichelnden Genusses äußerst delikater selbstgemachter Nudeln erfreute, die uns uns aber wirklich dermaßen gut gelungen waren, dass sie natürlich den verehrten LeserInnen nicht vorenthalten werden dürfen.
Wir haben mal wieder auf unser Grundrezept für Nudelteig zurückgegriffen (diesmal ohne Tomaten aber mit dem besten Bio-Olivenöl), welches mit genügender Kenntnis in Kampfsportarten vielfältigster Art leicht knetend zu bewältigen ist; den letzten Teil nahm dann unsere Nudelmaschine kraftübertragend in Bewältigung eines schön geschmeidig gelungenen Teiges, der alsbald dann dünn ausgerollt vor uns lag und sehnsüchtig darauf wartete mit den von uns bedachten Köstlichkeiten gefüllt zu werden, da wir uns für Teigtaschen oder auch italienisch Ravioli entschieden hatten, um unseren Heißhunger an diesem Tage aufwendig zu stillen und so einen neuen Rekord bei der Culinaria Anima-Aufstellung im Koch-Blog zu belegen. Wie gesagt, es war sehr, sehr lecker und ist nur zum Nachkochen zu empfehlen wie übrigens auch der Einkauf guter Zutaten, die nicht unwesentlich zum perfekten Gelingen beigetragen haben.

gefüllte leckere teigtaschen in der pfanne

Aber nun mal im Einzelnen: Die phantastisch gelungene Füllung ist super-einfach herzustellen und nicht nur deshalb zur Nachahmung zu empfehlen. Schinkenwürfel und kleingehackte rote und weiße Zwiebeln werden in Olivenöl angebraten und mit dem tollen Chardonnay Vivo Blanco aus kbA abgelöscht, wenn sie eine schön braune Farbgebung ihr eigen nennen und so auch mehr Geschmack aufweisen können. Meersalz; frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und ein paar Stängel von unserem eigenen gezüchteten und selbst getrockneten Thymian (böse Zungen, die behaupten, wir hätten ihn im Topf vertrocknen lassen haben nichts weiter als üble Nachrede im Sinn); die letzte Beigabe gibt auch den Pfiff des Ganzen und beweist mal wieder, dass einfachste Gewürze immer wieder einen durchschlagenden Erfolg hervorbringen können. Derart gelungen wurde der grob geriebene (bewährte) Pecorino Negro hinzugegeben und vermengt mit einem Spritzer Zitrone, der den ausgewogenen Aromasinnen entgegenkam.
Dann wurden noch braune Champignions in dicken Scheiben und mit Wacholder gewürzte Schinkenwürfelchen angebraten (mit Olivenöl, schwarzen Pfeffer und einer Prise Oregano), die dann nach dem Abkühlungsvorgang kleingehackt und zum schon vorhandenen Schinken-Käse-Gemisch hinzubefördert worden. Schon jetzt war klar bei einem notwendig gewordenen Zwischenprobierstadium, dass das sehr lecker werden würde — zumal der inzwischen auf dem Tisch liegende frische Salbei einen zarten Duft von seinen grünen Blättern ausstrahlte, der uns die Gewissheit brachte einen guten Einkauf getätigt zu haben (warum kann es nicht immer so perfekt zugehen?).

gefüllte teigtaschen mit salbeidekoration
gefüllte Teigtaschen mit Salbeidekoration

Die rund ausgestochenen Nudelteigstücke wurden mit der Füllung (ca. 1 Esslöffel) bedacht und dann umgeklappt und an den Rändern festgedrückt wobei — das Auge isst ja bekanntlich mit — auch an den typischen Gabelrand gedacht wurde, der mittels schnellem und kurzen Druck der Gabelspitze zum golden Abschluss beiträgt. Dann ganz schnell in kochendes Salzwasser und 3 Minuten gekocht (wenn die Ravioli durch sind schwimmen sie an der Oberfläche). Nebenan brutzelte derweil die Butter fröhlich vor sich hin und nahm unsere zweiundzwanzig frischen Salbeiblätter auf und sorgte bei den angrenzenden Wohngemeinschaften für herzzerreißende Szenen, als sie mal wieder feststellen mussten, dass Kulinaria Katastrophalia sie darben liess ;-)
Denn die Salbeibutter war das I-Tüppfelchen auf den gefüllten Teigtaschen, die nun den großen Teller — dekorativ in die Mitte gerückt — zierten.
Dazu Wasser und ein mit Zitrone, Olivenöl und roten Zwiebeln versehenen Endivien-Salat, der mit seiner geschmackvollen herberen Natur den wunderbaren auf den Boden ziehenden Ausgleich aus dem Schwebezustand zu bringen vermochte, den die intensiven Geschmacksvariationen des genossenen Gerichtes uns nun sekündlich auf Neue bescherrten, als wir sozusagen in der kulinarische Höhe verweilten. Zum gelungenen Abend gehörte auch noch ein Espresso, der diesmal aus äthiopischem Wildkaffee stammend mittellaut zischend aus der Espressomaschine ran und sein und unser kräftig-harmonisches Sujet zum Tragen kommen liess.

War das lecker!!!

Gefüllte Nudelecken an Sahne-Pfifferling-Wein-Soße mit roten Beeren als Ersatz für grüne Pfefferkörner und gepfefferter Salatbeilagendekoration

Der kritische Blick bei der dringend notwenig gewordenen Versorgungsengpassbeseitigungsmaßnahme fiel diesmal ins Kühlregal des extra angepriesen Biosortiments, welches inzwischen selbst in herkömmlichen Supermärkten ein doch erstaunliches Ausmaß gefunden hat, und blieb bei gefüllten Spezialitäten hängen, als da wären die dann in den Korb gewanderten Schinkenwürfel (die nicht gefüllt) und dreieckigen Ravioli, die mit einer Füllung aus Spinat und Käse (Parmesan, Frischkäse und Emmentaler) versehen waren und… . Meistens ist ja doch Vorsicht angebracht bei den inzwischen doch zahlreichen frischen Nudelsorten, die oftmals mit ihren Inlett nicht unbedingt das sind was höchsten Genuss verspricht. Die Firma Zimmermann, die mit Bioland-Signet versehen, versucht aus dieser Masse herauszustechen ist das gar nicht so schlecht gelungen — dennoch: die Spitzengruppe verortet sich anderswo.
Dies allein war natürlich nicht genug, die verdammte Kaufsucht zeigt sich mal wieder, es musste auch noch die Packung mit Bio-Minutensteaks sein. Derart versorgt gab es dann die Idee doch mal wieder eine Sahnesoße mit grünem Pfeffer herbeizuzaubern. Gut Gedacht — schlecht geplant; auch nach intensiver Suche fand sich in unserer großen Gewürzschüssel zwar alles mögliche, aber leider keine grünen Kügelchen, so dass mal wieder auf die Roten Beeren zurückgegriffen werden konnte.

Während die Zwiebeln mit eben diesem Roten Pfeffer angebraten (und mit etwas Weißwein abgelöscht wurden) fiel auf, weil diese ja eigentlich gar kein Pfeffer sind, sondern einem wenig pfeffrigen Strauch aus Südamerka entsprungen sind, dass was fehlte und so wurde noch ordentlich schwarzer Pfeffer hinzugefügt. Weil dann auch noch Pfifferlinge zur Verfügung standen füllten diese die Lücke des anderen Gewürzes durch feinaromatische Pilzwürze geschickt auf. Minuten-Steaks rein und nach drei Minuten ein Schlag Bio-Sahne für den guten Geschmack. Schnell noch geriebener Pecorino und Salz rein und kurz die Flamme hochgestellt war das Essen (nebst mit frischem Pfeffer versehener Gewächsarten) fertig. Dazu — wozu schon die Zubereitung anregte — ein Glas Wein (Chardonnay, kbA).

An dieser Stelle vielleicht noch ein Hinweis hinsichtlich einiger sich besonders schlau vorkommender „Berufs“köche, die sich nicht nur in Fernsehsendungen bezüglich der richtigen Weinwahl immer derart einfaltslos verausgaben, so dass sie entweder nur den Wein, den sie zum Kochen verwenden auch als verpflichtend zu verkonsumieren ausgeben oder gleich wissen, dass ja nur diese eine Weinsorte die richtige sein könne, was natürlich vollendendete Beleidigung jedes feinfühligen Genussmenschen ist, von denen es ja doch einige gibt ;-).
gefuellte Nudelecken an Sahne-Pfifferling-Wein-So�e mit roten Beeren und gepfefferter Salatbeilagendekoration

Weinkeller-Probierstunde zur lauen Nacht

Des Nächtens als die Temperaturen gerade so einen Anklang an gesittete Umgangsformen der Wetterfeen erahnen liessen, wurde der Wunsch nach dem Leeren des Weinkellers laut und nach einigen Stöbern in einer der hinteren Ecken wurde ein italienischer Chardonnay zu Tage gefördert. Schnell kalt gestellt versprach dieser Wein aus kbA doch eine gelungene Erfrischung zu werden, die auch dringend notwendig war nach den letzten Stunden, die allem Anschein nach ein neues Sonneninferno zementierten.

schaler Wein mit Stich

Piave Denominazione Origine Controllata verhieß die Aufschrift und entpuppte sich alsbald als schales Etwas mit einem deutlich spürbaren Stich, der zwar noch nicht edlen Weinessig hervorgebracht, aber dennoch die Erinnerung daran wachzuhalten gedachte. Nun war der Wein zwar aus dem Jahre 2001 aber eigentlich auch nicht schlecht gelagert und natürlich kann es immer mal vorkommen, dass die eine oder andere Flasche nicht top ist – hier schien aber schon die Grundsubstanz guten Geschmackes von Anfang an nicht gegeben zu sein. Wie so oft bei Bioweinen also ein Griff daneben (demnächst wie schon angekündigt mehr zu diesem von der Bio-Industrie totgeschwiegenen und höchst heiklen Thema). Lieber die Finger von lassen heisst deshalb die Empfehlung bis eine Flasche neueren Jahrgangs verkostet und für gut befunden worden ist.