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Jetzt oder nie — Anti-Atom-Suppe

Anti-Atom-Suppe aus Linsen
Anti-Atomkraft-Suppe benötigt auf jeden Fall eine Menge Linsen

Eigentlich bedarf es nur ein klein wenig abgequetschtes Zeitkontingent, drei Linsensorten (von denen die gelbe in gefühlten 23 Läden gesucht werden musste) und ein wenig Fingerspitzengefühl (mehr oder weniger ;-) ) und voilà die Anti-Atom-Suppe aus dekorativen Linsen ist fertig.

Belugalinsen-N
Die feine Belugalinse setzt den letzten Schliff bei der Schrift

Mithilfe von so Suppenzeugs wie Möhren, Sellerie, Petersilienwurzeln, Lauch, dreierlei Zwiebeln, Petersilie, Dill, Olivenöl und klassischen Gewürzen wie etwas Liebstöckel (noch vom Sommer eingefroren, diverse Brühvorräte gehen auch), Pfeffer, frisch vermahlen und Salz, die Suppe schluckt unglaublich viel Salz.; Rigani und Lorbeerblatt darf natürlich auch noch mit rein.
Zubereitung eigentlich fast genau wie hier beim Dekorativ, das irgendwie leider vergessen wurde.

Anti-Atom-Suppen-Teller
Schwärzlich durchgefärbt das Ergebnis, beim nächsten Mal nur noch rote Linsen

Und damit sie dann auch noch besser zu munden weiß, dürfen die optisch die Anti-Atom-Sonne unterstützenden Orangen auch noch mit rein :-) samt ergänzend zu reichenden weißem Balsamicoessig.

Zubereitung also so einfach wie die nächste Anti-AKW-Demo:

In gutem Olivenöl das ganze Wurzelzeugs, die kleingeschnibbelten Dill- und Petersiliestiele und die Zwiebeln anrösten, mit Wasser aufgießen, restliche Gewürze außer dem Salz rein, köcheln lassen, dann die Linsen — die Antiatomsonne dann doch liegengelassen — mit rein. Die gelbe Sorte verliert sich genauso wie die rote Variante relativ rasch, zum letzten Mal hatten wir die erinnerlich zusammen als gedünstete Linsensprossen in farbtechnischer herausgehobener Art und Weise präsentiert.

Anti-Atom-Linsensonne
Sonnenenergie erfreut doch immer wieder

Die feine sonst sehr delikat in Erscheinung tretende Belugalinse färbt hier gemeinerweise heftig ab, dominiert bald schwärzlich den ansonsten auftretenden aschfahlen Grünton, das gelb-orange beschränkt sich auf die Karottenstückchen, die unbeirrt die Fahne aufrecht halten.

Abgeschmeckt mit Orangensaft, Salz und ein ganz klein wenig scharfen Curry. Sehr gut — so muss Linsensuppe schmecken :-)

Fast zu schade zum kochen
Fast zu schade zum Verspeisen — das Making-of übrigens hier

Ach ja — wir versprechen: Irgendwann nach den Wahlen ist eines auf jeden Fall klar, die Interessen der Atomindustrie sei es durch Weiterbetrieb oder durch Entschädigungszahlungen sind gesichert.
Ob nun schwarz-gelbe Atomlobby oder orange-grüne Lange-Laufzeiten-Bauchschmerzen, das Interesse bzw. den Mut Nein zu sagen hatten sie alle nicht — auch wenn sie sich merkwürdigerweise heute so gerieren und die bekanntermaßen gefährliche Atomenergie für viele viele Jahre weiterhin stütz(t)en.

Hoffen wir mal, dass sich das jetzt ändert — Jetzt oder nie!

[Nachtrag: Obdachlose: todgeweihte Strahlenhelfer in Fukushima? via SWR-Umweltblog ]

Kaufknödels Schicklichkeit zu sanft geschmorten Weinsaucenkaninchenteilen und sowieso müssen die mal selbst gemacht werden

kaninchen geschmort in weinsauce samt knoedeln
Salbei machte sich wieder gut dabei

Die neulich präsentierte von Salbei durchschwenkte Köstlichkeit war geeignet, den Wünschen des geladenen Besuches entgegenzukommen; zwar waren die Restweinvorräte nicht mehr ganz so zahlreich aufgestockt worden, aber das war kein wirkliches Hindernis ;-)

kaufknoedel
Kaufwaren sind durchaus auftischbar

Die gekauften Knödel ließen erinnerlich Gedanken an Selbstherstellung-der-Kartoffelenderzeugnisse-Diskussionen wach werden, das wird dann demnächst als Ergebnis erneuter Erwägungen in Angriff genommen. Der pflichtschuldige Besuch offerierte nämlich das unverwechselbar gute Kloßrezept der Mutter der Urgroßmutter dafür. Das klingt doch mal spannend.

Äußerst langweilig ist zur Zeit die Sex and Crime-Sammlung Mädchenblog, bekanntlich finden sich da immer die besten Sachen, die alternativ zur Dr.Sommer-Seite das Blogsportuniversum interessieren.

Ob es nun im SM-Beitrag um das Thema Kochen geht (nicht wirklich wichtig), um die Beweisführung mittels Auspendelns von Artikeltiteln zur politischen Selbstfindung (da dürften derlei Künste bei uns an die Grenzen stoßen :D ) oder einfach nur der Huldigung der den rassistischen Stammtisch bedienenden Ex-Anwältin Ates, die seit Jahren hofft, dass sie mit ihrer Hetze irgendeinen Posten bekommt; bisweilen fordert sie die Abschiebung von MigrantInnen, die der FDGO nicht ihre tägliche Ehrerbietung darbringen (das ist bekannt von den Berufsverboten gegen linke LehrerInnen und interessiert wiederum merkwürdigerweise gar nicht, Hauptsache es kommt irgendwo das Wort Frauenrecht vor).

Der nasskalten Umgebung heimelig angepasste Speisung mit charmanter Salbeibeimengung — samt sämtlicher griffbereiter Weinreste

Schlicht dem Umstand zu verdanken, der nach dringender Verarbeitung des Kaninchens rief ,war nicht etwa angeratene leckerste Sommerskost, sondern den wärmenden Charakter deftiger Speisen hervorzuhebende Herbstkost, die Wahl.

Kaninchen geschmort mit salbei
Salbeiumsorgung delikat

Dazu wurden ein paar Zwiebeln geröstet in Olivenöl (das alles im Riesenschmortopf), das Kaninchen, zerteilt, angebraten, ein paar Salbeiblätter knusperten schon mit und mit dem nächsten griffbereiten Weißweinrest abgelöscht. Dazu dann Biomöhren (schmecken eindeutig besser) und einige weitere ganze Zwiebeln (rot, weiß, klein), Gewürze als da wären Pfeffer, Pfefferkörner, Pimentkörner, Wacholderbeeren, ein Hauch Rigani, zwei ungeschälte Knoblauchzehen, Salz, Lorbeerblatt, noch was vergessen?) noch mit dem nächsten Weinrest aufgegossen und dann fröhlich weitergeschmort.
Zwischendurch noch einen süßlichen Likörrotweinrest gefunden und ebenfalls ab und an zugegossen, reduziert, zugegossen und 10 Minuten vor Schluss noch ein paar Salbeiblätter eingestreut.

Durch die aufopferungsvolle Verwendung der Weinreste stehen jetzt auch endlich wieder alle Vakuumstöpsel zur Verfügung (es wurde schon etwas eng).

moehrenkartoffelnohnesalatzukaninchenauftischung
Salzkrustenkartoffeln — optimalste Ergänzung

Sehr schön zu erschmeckende süße Untertöne getragen von Salbeihauch und zartestes Kaninchen waren die Belohnung, dazu schlicht rote kleine ungeschälte Kartoffeln, Salat ward vergessen, machte aber nichts, was auch so sehr delikat, besonders lecker die farblich hervortretenden Außenstrecken! ;-)

Als Nachtisch gab es Erfahrungsberichte aus dem europäischen Insel-Ausland zu lesen, besser als jede Süßspeise :D

Gefunden — und auch schon gegessen (daneben üble Kost)

rest kartoffeln und karotten mit sprossen und mangosauce

Da wurde schon nach etwas gesucht und dann wurde das hier gefunden. Reste von Kartoffeln, Karotten, roten Zwiebeln und wunderbare Sprossen und jahaa scharfe Mangosauce (allerdings aus dem Glas). Salat gab es sogar auch noch. Gelungene Überraschung :-)

Unangenehm wurde es hingegen am Nikolaustag für zwei Angeklagte in Tübingen. Und es ging um ganz üble Zustände.
Einwandfreie Lebensmittel wurden zuhauf in Mülltonnen entsorgt. Angeklagt war jedoch nicht der Inhaber des Supermarktes der dafür verantwortlich ist, sondern zwei harmlose Studierende, die das schlimme Vergehen begangen hatten Essbares aus ebendiesen Mülltonnen zu holen.

[via container-blog]

In Rotwein geschmortes Kaninchen wusste neben Bohnen durchaus zu entzücken und deshalb war die Ersatzlösung für andere nicht minder leckere Bestandteile auch eine schmackhafte Erscheinung so wie es halt sein sollte (dazu ungarischer Schnaps, spanischer Sekt und Tonic — ungefähr in dieser Reihenfolge)

Die Lust, es sich mal wieder richtig gut gehen zu lassen mit Kaninchen war doch mal wieder die richtige Option zum Genießen. Und da die superbe Kaninchenleber mit Bärlauch und Birnenspalten doch beim letzten Mal so lecker war, sollte es auch diesmal die Variante sein. Da der ungebremste Tatendrang erst zu einer Stunde entbrannte, als mithin dieser nicht mit den üblichen Verkaufgepflogenheiten der örtlichen Gewerbetreibenden übereinstimmender Natur war, wurde stattdessen auf Kaninchenrollbraten zurückgegriffen, der auch ganz entzückend aussah. Dazu natürlich Gemüse, um nicht vollendens die Jahreszeit zu missachten.

bohnenauflauf mit kartoffeln

Das wurde wie gehabt zubereitet und erfreute sich diesmal vermehrten Auftretens von Tomatenvierteln und langbreiten Bohnen oder wie immer die heissen mögen. Die vorgesehene Zucchini war dannach noch entdeckt. Viel frisches Knoblauchgrün, ein paar Frühlingszwiebeln, Minze, Blattpetersilie, Zitronenmelisse und wilder Fenchel war dabei und bewirkte zusammen mit roter Paprika im Streifenformat die zu den Kartoffeln passende optimale Farbtupfergebung.

Kaninchen gab es übrigens auch letztens bei Genial lecker und zwar in Form eines Ragout mit Aprikosensauce und bei den Kochbanausen, die sich hatten inspirieren lassen und es gleichtaten mit falschen Kaninchen ;-) Und auch bei News from the kitchen war Jägerinnentag.

Der Kaninchenrollbraten bohnen mit kartoffeln im delikaten kleinen ausschnittwar leider gefüllt und das nicht unbedingt schmackhaft (beim nächsten Mal wird also auf was anderes zurückgegriffen), was aber gekonnt durch allerlei Zauberei mit Gewürzen und zwiebeligen Beilagen in den Griff zu kriegen war.

Kleine Zwiebelstücke durften dafür zuvor in ausreichend Olivenöl mit den Stücken angebraten werden und nach kurzem Bratvorgang im tollen Riesen-Schmortopf war es dann auch schon bald Zeit kurz mit Rotwein abzulöschen, um dann den Inhalt der Flasche etwas tatkräftiger hinzuzufügen. Deckel drauf und währenddessen Sekt süppeln und überlegen, ob dies die richtige Variante war, um dem schwülen Wetter zu trotzen.
Dann sich entsinnen, dass Kaninchen mitnichten lange zum formvollendeten Kochendpunkt benötigt und rasch noch Tomaten, Karottenstücke und ganze Zwiebeln in rot und weiß hinzu und geschickt mit noch etwas vom Wein aufgefüllt. Gewürzliche Beigabe waren diesmal auch noch schwarze Pfefferkörner, Lorbeer, Thymian aus eigener Küchenfensterblumentopfernte, lustige schwarze Beeren und Salz und ein bißchen Oregano. Das köchelt und reduziert vor sich hin und wenn das Gemüse fertig ist, sollte es auch das famose Schmorkaninchen sein.

kaninchen geschmortes 1
Die Portionen waren wie immer reichhaltig

Und fürwahr lecker war es und die Soße konnte gekonnt die aus Zwiebel und Senf bestehende Füllung überdecken, die beim Aufschneiden des Bratens herauskullerte und schnell entsorgt werden konnte nach der gutgemeinten Begutachtung.

Die Zwiebeln waren absolut zart und konnten so im Zusammenklang mit den noch leicht knackig sich präsentierenden Mohrrüben den feinen Geschmack des Kaninchen wunderbar herausarbeiten, der aufgrund eher dem trockenen Naturell zugehörender Eigenschaften auch den richtigen Weinsaucengeschmack benötigt. Das Gemüse dazu war ein kleines wenig zu lange geköchelt, was aber auch nur an dem Tonic-Konsum hat legen mögen, aber dafür war der frische-Kräuter-Ton wunderbar.

Da es dann auch Zeit war, sich Gedanken um die Nachversorgung zu machen wurde rechtzeitig zum Eintreffen von Rest-WG-Inhalt der ungarische Aprikosenschnaps bereitgestellt und die Nuancen analysiert, die beim Zusammentreffen mit der Zunge sich herauszubilden pflegen.

kaninchen geschmortes 2

Gerollte erfrischende Chili-geröstete Maronen-Rau răm-Rau kinh gioi-Reispapiertaschen mit länglich daherkommenden Gurken-Karotten-Apfel-Schnitzern in süß-sauer eingelegter Sauce zu viererlei Dipsaucen – von denen die mit Austern-Mangosauce die leckerste war (Rezept)

Nachdem unser erster Versuch, die Marone mal mit etwas anderem als den üblich verdächtigen Zutaten zu kombinieren nicht ganz als das bezeichnet werden konnte, als das, was ein perfectes Spezialitäten-Menue hätte sein sollen, ist unseren geschickten Händen mithilfe von unterstützendem — auch wertvolle Tätigkeiten übernehmenden — Besuch gelungen, eine ganz nette Idee in die Tat umzusetzen.
Zurückgreifen konnten wir dabei auf eine klassische Variante, die als Reisrolle bekannt ist und mitnichten, wie jetzt vielleicht die ein oder andere zu denken beliebt, frittiert wird — weil wir uns für die vietnamesische Version (woanders gibts die wahrscheinlich auch) entschieden haben, die deshalb wunderbar erfrischend zu schmecken beliebt. Schneller gehts nimmer und die Variationen der Füllungen stehen je nach persönlichen Vorlieben (mit Garnelen schmeckts auch sehr gut) offen.

gefällige Zutaten :

halbe Salat-Gurke (Zucchini gehen auch)
6 Möhren
1-2 Äpfel
(jeweils in Streifen geschnitten)
Reispapier
Maronen
(geröstet und gehackt)
1 kleine rote Chili (entkernt)
Balsamico (weiß)
Zucker nach Wunsch
Rau răm
(vietnamesischer Koriander, der zitronig-scharf schmeckt)
Cha Plu (auch La lot oder Betelpfeffer-Blätter genannt; haben ein scharfes, aromatisches Aroma mit Pfefferton)
Rau kinh gioi (vietnamesische Melisse) — schmeckt leicht nach Zitrone, ähnlich der Zitronenmelisse, die in Europa heimisch ist, aber dennoch einen anderen erfrischenden Geschmack aufweist, der noch einen herberen Unterton hat (der jedoch wie die gesamte Pflanze nicht unangenehm in den Vordergrund drängt).

blogevent kastanie

Dips:
Dip 1: Balsamicoessig mit Zucker verrührt
Dip 2: Fischsauce mit Limone
Dip 3: Reiswein mit Rohrzucker und Sojasauce
Dip 4: Austernsauce mit Mangosauce (süß)

Die schnippelnde Vorbereitung dauert noch am längsten und war teilweise auch dem schon unserern hohen kulinaria katastrophalia-Kochkunsterwartungen erprobten Besuch übertragen worden, der unter Hantierung mit schärfsten Messern nur um Haaresbreite an empfindlichen Fingern vorbei schmalste Streifen aus dem Gemüse und den Äpfeln hervorzuzaubern wusste. Die Maronen (die Hälfte musste leider entsorgt werden) konnten auf erprobte Weise nach einem Röstgang in der Pfanne noch heiß entpult werden (störend war allein das Gejammer der beteiligten Personen, deren Dilemma war, dass im erkalteten Zustand sich die Marone irgendwie nicht so gut von ihrer Schale trennen wollte). Dass das Herauspulen mitunter etwas bröselige Ergebnisse zeitigte war auch nicht so tragisch – da wir anschließend die Esskastanien sowieso grob gehackt haben.

Die in Streifen geschnittenen Gurken, Äpfel und Karotten werden zusammen mit den kleingehackten Chili-Stückchen, weißem Balsamicoessig und Zucker gemischt und für 10-15 Minuten mariniert, um sodann mit etwas Salz abgeschmeckt zu werden.

Derweil wird Reispapier für 30-40 Sekunden in eine große Schüssel mit warmen Wasser getaucht und dann (nachdem die noch zahlreich vorhandenen Wasserreste „abgeschüttelt“ worden sind) auf einem Teller drapiert und mit den eingelegten Gemüse-Streifen belegt. Darauf werden kleingehackte geröstete Maronen gegeben, die ihren Abschluss mit grob gehackten Chaplu, Rau răm und Rau kinh gioi finden. Sodann schnell einwickeln und zum Trocknen auf einem extra Teller legen (Vorsicht: nicht übereinander — klebt sonst). Das Reispapier wird dann später etwas weniger durchsichtig, es können aber auch zwei Reispapierblätter drumherumgelegt werden.

Kreation in angeschnitten
Geröstete Maronen — delikat gemischt mit süß-sauer eingelegten Gurken-Karotten-Apfel-Streifen und grünen Blättern (Rau răm und Rau kinh gioi)

Dazu passen dann diverse Dips. Der mit Austern/Mango-Sauce war zumindest sehr lecker! Die gerösteten Maronen harmonisieren ganz hervorragend mit den „Streifen“ und geben dem Ganzen einen schönen Ausgleich, und auch die Blätter passen super dazu. Sehr gut – und deshalb auch unser Beitrag zum Kochblog-Event Kastanie, der noch bis heute 24.00 Uhr auf zahlreiche Einsendungen wartet, über die dann anderntags die Abstimmung ansteht (also wie immer)!