Tag-Archiv für 'kaffee'

Der Gesundheit nicht unabträgliche universitäre Hinweise, der formidablen nicht für alle sich dort Aufhaltenden Kaffeeversorgung Gunst und der Ausschank cocktailhaltiger Tassen und das auch noch alles als Ausgehtipp (incl. Messer-Gabel-Hund)

Wenn die Wetterlage so langsam in Richtung schöner werdend tendiert, ist es angeraten schnell in Gegenden zu reisen, die noch den allmählichen Übergang zwischen kalt und schlagartig heiß auszuüben wissen.

tasse schottisch
Vorher waren da wahlweise Palmen, Herzen, Blätter drin

Die auf Grund aufstrebender Tendenzen auch gerne als Schuldenberg des Nordens titulierte Stätte ist dafür überaus geeignet. Schließlich wartet sie nicht nur mit ein paar unvollendeten Säulen auf einem der sieben Berge der Stadt auf, sondern hat auch Dank einer kleinen Kaffeerösterei eine der besten Kaffeesorten zu bieten, die bisher verköstigt worden sind.

wasser griffbereit
Wasser immer griffbereit — so soll es sein

Kräftig, cremig und schokoladig erwies sich die Hausmischung in einem der inzwischen typisch trendig ausgestatteten Zusammenstückel-Einrichtungskunst verschriebenen Café, da ist alles da, unkomplizierte Bedienung, persönlicher Wasserausschank per Altmilchglas und Hinweisen, denen zu entgehen sonst in dieser Stadt schwer fällt.

artisan coffee boden
Blau zu Boden — im Minutentakt reintrampelnde Kaffeesüchtige

Die Röstmaschine für den Kaffee steht vorne und ab und an kann beim Rösten zugeschaut werden; die halbe Cafelandschaft der Stadt bezieht hier die Bohnen. In dem Laden war Dauerbesuch angesagt. Ein echter Geheimtipp für den nächsten Aufenthalt ;-)

artisan tuer
Einseitiges Einlassschild

Für die abendliche Speisung ist ein Gang in die eingegliederte Hafengegend angeraten, das einst verrufene ArbeiterInnen-Viertel, in dem immer noch die kommunistische Tageszeitung im Zeitungsladen ausliegt, ist zur Zeit hip, schlechte Edelrestaurants machen auf und hoffentlich wieder zu, die vermeidend einfach in diesem sich in einem alten Leucht(?)Turm befindlichen Fischrestaurant (das am Kanal — nicht das in der Stadt)) einkehren (die gebratenen Tauben sind super), angenehm unaufdringliche Bedienung, die ohne zu murren Sonderwünsche nach Austausch von Wein, der nach Tiefkühlkühlung schmeckt, erfüllt – so soll es sein :D

eat dog
Stilvolles Essinterieur

Mehr dem Kolorit verpflichtet sieht sich hingegen die mit Messer und Gabel und Hund um die Gunst werbende Lokalität, die in Stadtnähe gelegen eine der wenigen annehmbaren Essstätten ist. Es ist dann doch arg touristisch bisweilen dort. Des Abends gibt es in vielen Kneipen, Clubs wie auch immer Essen, das zwar die Tradition des Landes hochhält, aber halt sehr einseitig; die vegetarischen Restaurants sind, nun ja, eher nicht auf der Höhe der Zeit, dafür ist das Trinkgeld schon fest aufgeschlagen auf den Preis, was allerdings erst bei Präsentation der Rechnung auffällt.

bramble vor der tür
Der Zugang ist schattenrückseitig gegeben

Gleich um die Ecke befindet sich eine etwas versteckt und durch einen überaus freundlichen Türsteher gesicherte Bar, die zu den „top 20 bars in the world“ zählt, wenn der einschlägigen Presse geglaubt wird. Zumindest sind die Cocktails perfekt gemacht, die Handpressmaschinen für den Saft an der Theke laufen die ganze Zeit non-stop, die BesucherInnen nicht so aufgedonnert wie andernorten sonst in der Gegend (das liegt wahrscheinlich am Einlass) und alters- und kleidungssmäßig ganz gut durchmischt. Die in Cocktailläden gerne eingeübte gelackte Kühlheit ist hier ganz fern, die Einrichtung entspricht eher dem typischen neuen Stadtstil.

cocktailtasse
Das war irgendetwas mit Johannisbeere auf Kacheltisch

Der drückt sich auch in freundlicher Unterstützung aus: Getragen von der Sorge um das Wissen erweisen sich selbst universitäre Sanitäranlagen dann auch jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehend. Bekanntlich fallen ja selbst die allereinfachsten Tätigkeiten schwer, insbesondere das Händewaschen, mitunter schlichtweg verpönt sogar, bedarf einer wissenschaftlich akribischen Zurschaustellung der herausgefundenen Praktiken.

handwashing with soap and water
Klick aufs Bild — Hängt nun bei uns

Das entzückte natürlich und das schlechte Gewissen ob eines nun leeren Platzes, hält sich auch in Grenzen solange es keine Anleitung gibt wie aus den vorhandenen zwei Wasserhähnen (kalt und sehr heiß) eine angenehme Mischung ohne hektisches Hin- und Herschütten samt verbrühter Hände gezaubert werden kann.
Wahrscheinlich sind die EinwohnerInnen bis heute stolz wie Oskar über die Errungenschaft der Warmwasserleitung, sodass sie ihr bis heute mit dem Einbau zweier Hähne in nahezu sämtliche auffindbare Waschbecken huldigen, aber eine normale Mischbatterie hätte auch gereicht, um dem Fortschritt Tribut zu zollen.

jkrowling never wrote here
Nicht unwichtig — dafür möchte wirklich niemand verantwortlich sein!

[Nachtrag Frühjahr 2011: Die Röstung der Espresso-Bohnen wurde geändert — jetzt schmeckt er nicht mehr so gut (jammerschade!)]

φραπέ — feinporige Avancen zu schmelzend sich darbietenden Sonnenstrahlen an zu erschmeckenden Kaffeenuancen zubereitend wusste sich das für solche Gelegenheiten Vorgesehene erquicklich genießen

griechischer frappe
Cremige Versuchung

Die Frappe- Zubereitung ist genau wie die des Griechischen Kaffee so eine Sache für sich. In jedem Café weiß die meist imposante Standmixmaschine nur eine Variante zu schätzen, die kühlende Erfrischung bringt. Erfunden worden sein soll der Café Frappé in der Not als kein frischer Kaffee greifbar gewesen sein soll. Instantkaffee musste herhalten — als Ersatz geschüttelt mit Zucker und mit Spuren kalten Wassers. Und so kam, was kommen musste: Ganz Griechenland schlürft das Zeug (meist durch einen Strohhalm) und so hat das kalte Kaffeegemix des Sommers koffeinhaltige Heißgetränke längst abgelöst b-)

Und natürlich ist es angeraten bei südeuropäischen Hochsommertemperaturen auf eine professionelle Getränkedarreichung nicht zu verzichten und Pulverkaffeerasch unseren Frape-Standmixer einzuweihen, der sich wirklich erstaunlich perfekt zeigt auch in der Fertigung sehr feinporigen festen Milchschaumes.

Mit einem Mini-Handmixer dürfte das vorgesehene Rezept frape-stabstand-mixerauch zu befolgen sein, aber erstens haben wir sowas nicht in unserer kulinaria-katastrophalia-küche und sowieso wäre das ja auch nicht dasselbe ;-)

Milchschaum übrigens, um noch mal vom Thema abzuweichen, wird ansonsten ja dem Milchschäumer unserer Espressomaschine auch ganz vorzüglich mittelporig und für die Hervorzauberung von cremiger Milch, die doch schon Avancen an Sahne erkennen lässt, wird auch des Öfteren gerne die Kaffeedrückkanne genommen, die wesentlich besser als ein schlechtes wackliges Milchaufschäumhandteil das passende Resultat zustandebringt. Mit dem Mixstandgerät geht das natürlich viel besser und eigentlich können wir uns gar nicht vorstellen, wie ohne so ein Gerät ein Sommer überstanden werden kann #:-s

Die richtige Instant-Kaffeesorte (auf gar keinen Fall normalen Kaffee!) wurde dann auch gleich mit dem Kauf des Gerätes geordert, die Eiswürfel lagen tiefgefroren bereit (mit ganz viel Luftblasen) und so waren zumindest die notwendigen Zutaten vorhanden, die zum Gelingen dabei sein sollten.
Ein, zwei Löffel Pulverkaffee werden sodann mit ein wenig Wasser aufgefüllt, wobei der griechische Pulverkaffee dann doch deutlich kräftiger schmeckt und besser geeignet ist. Nach Bedarf Zucker hinzu und dann cremig mixen (vergrößert ruckzuck das Volumen!) bis ein fester Schaum entstanden ist, den dann in ein typisches hohes Glas füllen.

frappe-mixer
Die Luxusvariante hat natürlich eine hoch und runter fahrenden Mixbecherhalterung, die mittels Hebel bedient wird; also ganzganz einfach…

Mit etwas Milch (in Griechenland wird sehr gerne eklige Dosenmilch verwendet) und Wasser auffüllen. Da scheiden sich wieder die Geister, die einen wollen mehr Milch, die anderen rein gar keine. Einfach mal ausprobieren, was geschmacklich am besten mundet und für die kühle Überraschung dürfen dann auch gerne die bereitgestellten einzweidrei Eiswürfel rein. Das hinterlässt auch nur eine winzige kleine Spur. Passend dann eigentlich auch noch ein Strohhalm und das alles mit extra Wasserglas servieren und hurtig ausschlürfen! :-)

Da dann auch noch reichlich Schaum hängen bleibt, ist es auch überaus passend noch mit Wasser nachzugießen und so zumindest im Kafenion ein weiteres Getränk billig zu erschleichen ;-)

wasser und pulvercaffee nach mixvorgang
Auch die Verteilung der großen Luftlöcher ist erstaunlich — wenngleich sich die kleinen viel besser zusammenzuschließen wissen

Dazu kann dann das neue Wölckchenschema beobachtet werden, welches sich herausbildet hierzulande — denn da wären nicht etwa Foodblogs, die sich zu vernetzen wissen, sondern Strickblogs und dann die Blogsport-Blogs. Da schau her — ganz selbstreferenziell! :D [via playground]

frappe mit milch und eiswuerfelzugabe
φραπέ

Noch mal die Zutaten:

Instantkaffee
Zucker
Wasser
Milch (auch Kodensmilch möglich)
Eiswürfel
Strohhalm

Auf die Schnelle:

1-2 Teelöffel Kaffee und ev. Zucker mit etwas Wasser aufschütten, mixen, voluminöses Ergebnis mit Milch und/oder Wasser aufgießen, Eiswürfel und Strohhalm rein. Fertig!

Notschlachtung auf Grund verweichlichender Tendenzen und erste Versuchungen (zum Liebhaben)

kaki geschaelt und glubschig
Einfach zum Liebhaben — Kaki, glubschig, tiefmittelorange

Jetzt war es doch mal eiligst Zeit sich besonderen Dingen zu widmen und deshalb haben es uns nicht nehmen lassen der Kaki in Kaffeebohnengewimmel die präferierte Zuwendung zukommen zu lassen. Allerdings nicht jenem Exemplar, welches sich standhaft weigert reif zu werden, sondern unseren Vergleichskakis, die schicklich woanders lagen und nun viel eher Verweichlichungstendenzen nachgaben.

Und das war auch ganz schön nötig — eine Seite war jeweils jetzt schon arg weich geworden und die andere(n) würde es auf jeden Fall nicht mehr lange machen. Also zuschlagen. Notschlachtung sozusagen. Und dann musste jetzt nur noch schnell überlegt werden mit welchen weiteren Zutaten denn noch Verschönerungen angesetzt werden könnten. Kaki und Kaffeebohne war klar, super Kombination und schick sieht es ja auch noch aus.
kaffebohnen gekruschel

Vielleicht Schokolade und Kaffeebohne geraspelt und vielleicht auch noch ein wenig weißer Rohrzucker, das Ganze in Schokomantel und nur ein Teil rausschauen lassen? Leider nicht so viel Zeit gerade für derlei sicherlich mit viel Schmiererei verbundenen Tätigkeiten. Aber eventuell karamellisiert?
Ja das könnte schnell gehen und ebenso rasch kam die Erkenntnis beim Ausprobieren mit dem Bunsenbrenner, dass das eben zumindest mittels der angefertigten Mischung doch noch keine so gute Idee war (kokelt ein wenig durch die Bohnen und die Schokolade); die Eignung dann doch eher erstmal im ersten Gedankengange suchen.

kaki unter kaffeebohnengekruschel

Die schön glubschigen Kakistücke, die im Gegensatz zur fest daherkommenden Persimon-Neuzüchtung Sharon, die nicht ganz so aromatisch ist, nur in diesem Zustande verzehrbar sind (es sei denn pelzige Geschmackserfahrungen im Zungenbereich sind erwünscht) noch rasch mit und ohne Zimtpulver drapiert und dann mehr oder minder frisch geröstete milde Kaffeebohnen gehackt und in verschiedenen Streuungen herüber. Die Kaiki ist sowas von die Sinne erfreuend. Einfach Lecker!

An der Kaffeebohnensorte könnte noch was gemacht werden, eine etwas kräftigere kaki unter kaffeebohnengekruschel kleinvielleicht oder eventuell noch das Kaffeebohnengekruschel mit etwas Schokolade direkt umgeben oder wie bei Lavaterra mit Karamell.
Zimt auf jeden Fall super, passt richtig gut. Aber nicht so eine starke Mischung nehmen. Die milden Zimtstangen aus Sri Lanka sind optimal. Im Weltladen gibt es welche von El Puente, die eignen sich auch zum Kochen formidabel.

Die Kakikredenzung wird dann in den nächsten Versuchsstadien noch weiter verfeinert und ausprobiert werden. Kaki-LiebhaberInnen dürfen natürlich schon mal eigene Probierkünste walten lassen ;-)

Sammelhamster zumindest wäre es bei ihren 1-Tonnen-Verbrauch pro Woche von dieser Frucht zuzutrauen, dass demnächst flüssige Kaki-Kaffeemischungen zu sehen sind ;-) und auch Hedonistin wagt sich ja des Öfteren daran.

Kaki in Zimtbohnen
Kaki in Zimtbohnenmischung

Kaffeebohnen halten offensichtlich den Reifungsprozess auf — das Teil wird sogar trotz Hinzugabe einer dekorativen Zimtstange nicht reif. Dafür ist ein wohliger Kaffeeduft mit einem Hauch Zimt vernehmbar.

Morgengestalterische Vorbereitungen

biojoghurt mit apfel und roter grapefruit
Unter der Grapefruit und dem Biojoghurt ist auch noch ein Apfel zu finden

Zaghaft erscheinen die ersten Frühstücksannäherungsversuche die Sonnenstrahlen anzuziehen. Zeit Mitbringsel aus Sizilien zu den restlichen Genussgütern mitaufzutischen. Leckere Kapernblätter in Salzlake eingelegt, die so gar nicht den intensiven Kaperngeschmack haben, sondern nur leichte Geschmacksnuancen an diese erkennen lassen.

kapernblaetter mit klitzekleinen tomaten
Klitzekleine bunte Tomaten — Drumherum um die Kapernblätter rum

Vorher muss noch kurz der Salzgeschmack ausgewaschen werden und dann wird Olivenöl oder je nach Geschmack edler Essig rübergegossen. Sehr fein. So ist mal wieder alles verwertbar :-)

kapernblaetter

Dazu dann klassische Elemente — Leberpastete, Serranoschinken, Ziegenfrischkäse mit allerlei Kräutern, fluffiges Weißbrot, Reste von schmackhaftem Joghurt, Rucola, Erbsen, Blattpetersilie, Makrele und so weiter. Dann noch je nach Bedarf Kaffee (noch nicht im Bild) oder Magentee (noch in der Dose).

spaetmorgendliche fruehstuecksvorbereitungen
Frühstücksdevotionalienauftischung

Mexikanischer Kaffee aus Oaxaca und die portugiesische blaue Verpackung, in der sich Kaffeebohnen befanden im Gegensatz zum Soli-Kaffeepulver in der gelben Tüte und dann war da noch Caffee in der roten Packung (aber der war konventionell)

Lavazza Espresso Rossa
… zwar nicht fair trade – dafür geschenkt und in die Espressomaschine hineinkomplimentiert und für gut befunden

Eine blaue Papierverpackung härterer Qualität, die allein schon durch ihr charmantes portugiesisches Äußeres zu faszinieren weiss wurde überreicht und nach glückseligen Momenten der Bewunderung und Zurschaustellung nun auch mal verköstigt. Kräftig wars – aber gut!

Hah! Was waren das noch für Zeiten, als Nicaragua-Kaffee quasi als Solidaritätskundgebung die Mägen der kritischen Koffeinabhängigen auf das damalige Säuremaß des Rhein kurz hinter den Schweizer Chemiefabriken brachte. Zugegebenermaßen muss das richtig wach gemacht haben. Kaffee zum zweitenInzwischen sind delikatere Varianten auf dem Markt — bio, kbA, fair trade oder mit der besonderen Beimischung der afrikanischen Urbohne. Der Markt wird schier unüberschaubar…
…und klein und hilflos wird darin herumgestromert, genossen und gekostet, um doch endlich mal was Trinkbares zu finden, das cremig leicht, herb schwer und nicht allzu rachenputzend daherkommt. Schwierig, schwierig. Da hilft meistens gar nix — das muss alles durchprobiert werden. Da gibt es zwar mittlerweile sogar sogar Blogs zur Thematik, die sind zwar teilweise dem kommerziellen Gedanken nicht abgeneigter Natur und offerieren vornehmlich ihre Warenbestände. Dafür gibts dann aber auch bspw. Aufklärung zu dem Loch in der Kaffeepackung

Ein Agenten-Werbevideo (ohne erschossene GewerkschafterInnen) einer der bekannterern Kaffeehausketten wird im Kaffee Blog präsentiert und hey spielt da nicht Dr. Seltsam mit?
Apropos Gewerkschaften — die sind natürlich nicht gern gesehen auf den diversen Plantagen damit die Kaffeeeinkaufspreise für die großen Konzerne hübsch niedrig bleiben, so niedrig, dass die kleinen KaffeeanbauerInnen inzwischen unter ihren Kosten verkaufen müssen (ähnlich wenngleich nicht unter so krassen Produktionsbedingungen ist die Problemlage in der BRD z. Bsp. mit der Milch, die von Bauernhöfen mit Verlust verkauft werden muss). Kaffee zum erstenUnd da gibt es Leute, die wundern sich dass die Qualität nachlässt und sich ihren Freibonus durch eine Spende zu Weihnachten erkaufen. Ein Artikel zu den fair trade Angeboten der Handelsketten findet sich übrigens bei der Informationsstelle Lateinamerika und auf dem verdi-blog zum Schwarzbuch Lidl.

Überaus lecker war nebenbei bemerkt der faire äthiopische Wildkaffee, welcher mal in kauflauniger den Geldbeutel strapazierender Art erworben werden konnte. Irgendwo haben wir da auch noch ein Bild davon, das wir mal suchen müssen. Deshalb erst mal ein Filmhinweis. Aber immer diesen Kaffee kaufen geht auch nicht, weil sonst nix anderes mehr verkonsumiert zu werden wünscht ;-)

Genuino Pluma der Kaffee aus Oaxaca schneite als Mitbringsel von lieben Besuch in die Küche und war als Pulverkaffee nicht ganz so ausgewogen im Geschmack und etwas zu scharf geröstet. Nicht so ganz unser Nerv in Kaffeedingen. Aber natürlich ganz toll — nicht nur zur Zurschaustellung, sondern überhaupt :-)

Ja — und dann gibt es zum Schluss noch kaffeebohne, im Blog selbst sind allerdings eher Brotbackrezepte als Kaffeesorten zu bewundern.

Bravo
…und fast vergessen gibt es dann natürlich noch griechischen Mokka, Mocca oder Kaffee (je nach persönlicher Vorliebe). Bravo ist in der BRD noch die am besten schmeckende erhältliche Sorte. Leckerer gehts es zu bei Privatabfüllungen in diversen Sortimentläden direkt vor Ort.

Dinkelkaffee-Espresso, die Freude am Abend und die Genussprobe

Erst mal sind wir natürlich stolz wie drei dutzend wilde Schneeköniginnen, dass unser kleiner nicht der Rede werter Blogeventbeerebeitrag den Sieg errungen hat, der uns — dies sei nebei bemerkt — v.a. wohl deshalb gelang, weil unter Androhung schlimmer Konsequenzen wie nie mehr Essenseinladungen zu ergattern diversen uns näher stehenden Personen auf charmanten Wege so ganz nebenbei die Mitteilung und überlegenswerte Option anheimgestellt wurde, doch für uns ihr Kreuzchen von sich zu geben.
Der arbeitsreiche Tag, den hinter uns zu bringen uns nun vergönnt war, musste erstmal mit einem kleinen Test beendet werden. Besuch hatte jenen hier abgebildeten Bio-Dinkelkaffee-Espresso aus dem Hause Naturata mit dem zu beachtenden Vermerk „Das müsst ihr probieren“ auf den Tisch gestellt und wartete nun, dass die ebengleiche Zubereitungsweise, die wir ansonsten dem durchaus nicht zu verachtenden Bio-Lupinenkaffee (guuut!) zukommen lasssen nun auch dieser Varianate aus dem biologischem Sektor unserere Aufwartung machen; nun wir sind neugierig und gleich wurde ein kleiner Test gestartet, der nach der Zubereitung in jenen kleinen Espressokannen aus metallischer Substanz, in trashigen Kaffeetäschen unsere Zunge auf eine erwartungsfrohe Perfektionierung der Aufmerksamkeitsknospen hoffen lies.

Dinkelkaffee-Dose
Dinkelkaffee in Pulverformat von angepriesener Espresso-Qualität

Da stand er nun versehen mit aufgeschäumter Milch und einem Hauch feingemahlenem Zimt vor uns und verbreitete ein wenig den kaum zu bemerkenden Geruch von Getreidekaffee-Pulver, das wohl von den beigefügten Spuren von Zichorie zu entstammen scheint. Während aber z.Bsp. der tolle Lupinenkaffee (der nur richtig gut aus den Espressokannen schmeckt) im Rohzustand eher nicht ganz so appetitliche Aromawolken verbreitet, war dies hier nicht der Fall. Allerdings war die dann folgende geschmackliche Komponente dann nicht in den höchsten Tönen zu loben. Schmeckte eben immer noch nach Getreidekaffee. Gar nicht! wurde etwas trotzig entgegnet und, um das gesellige Zusammensein keiner allzu harten Probe auszuliefern, wurden extra kaltgestellte Limonade-Flaschen bekannter Bio-Getränke-Herstellungs-und-Vertriebs-Firmen kredenzt, die hier einzustellen wir uns für morgen vorgenommen haben.

Dinkelkaffee-Tassen
Mit Milchschaum und Zimt versehen war die geschmackliche Note ganz nett; Gebäck wurde auch gereicht.

Griechisches Katerfrühstück

Wer kennt nicht das Gefühl morgens mit dem Gefühl der Salz- und Wasserunterversorgung in die Küche zu wanken? Heute wurde eine ganz exquisite Methode gewählt dieses Manko auszugleichen. Der Steinharte kretische Zwieback wurde mit Tomaten und Feta beschwert, hierüber eine ordentliche Ladung Oregano, Salz und Olivenöl geschüttet und dann flux weggemapft. Alle Zweifel, ob der kretische Zwieback auf in heimischen Gefilden noch so himlisch schmeckt, waren schon bei den ersten Bissen hinweggefressen. Ein wirkliches lohnendes Souvenir! Leider wollte die Restwg nicht an dem Genuss teilnehmen und schlabberte lieber eine schnöden Kaffee mit Milch in sich hinein. Es reichte noch nicht einmal für einen Milchkaffee, da unsere gute Espressomaschine ein Leck hat und schon unsere Stromversorgung zusammenbrechen ließ und uns zu philosophischen Diskussionen über Brandschutzversicherungen motivierte.

Kretischer Zwieback mit Gemüsepampe
Kretischer Zwieback mit Tomate-Feta-Matsche

kulinaria praktikablia

Die ultimative Beantwortung der Erdbeerfrage wurde nun an die tageszeitung übermittelt, die uns dann am Samstag wissen lässt, ob die Antwort genehm war.

Eine neue Kategorie ist mit diesem Beitrag eingeführt (kulinaria praktikablia) und wird durch Fortschreibung mittels effektivem Vokabular etabliert werden. Der Grund ist folgender minimalistischer Beitrag von svenja im Gemeinschafts-“Kochblog“ Fast Foodblogging, den wir neulich fanden.

Wird da doch allen Ernstes die haltlose Behauptung aufgestellt, dass ein (Achtung kein Tippfehler! wir wiederholen EIN) japanisches Schneide-Messer ausreichen würde für die vielfältigen in Bezug auf nicht nur dem normalen Nahrungsaufnahmeprozeß dienende ausübende Tätigkeiten im Rahmen der Vorbereitung.
Lustig sich das vorzustellen, wie mit diesem Riesenteil von japanischer Schmiedekunst versucht wird Kartoffeln zu schälen ;-)

Apropos: Vorgestern hatte eine Person die Idee bei google auf den Nr. 1 Hit für „kartoffeln richtig gekocht“ zu klicken. Gratulation zu soviel forschem Erkundungsinteresse, das hoffentlich nicht enttäuscht wurde.

Wir haben da jetzt übrigens eine neuartige Kreation entdeckt, die eigentlich der Ideenschmiede Zyliss entsprungen ist, die auch unsere tolle Knoblauchpresse entwickelt hat, bei der nicht mehr der Knoblauch einem Häutungsvorgang unterzogen werden muss, sehr praktisch so was und nur durch den simplen Einfall zu bewältigen gewesen, dass das Drückteil beweglicher gemacht worden ist (DAS ist nebenbei geschribbelt unverzichtbar!).

Knoblauchpresse SUSI
Schleichwerbung: Knoblauchpresse SUSI von Zyliss (inzwischen ist schon SUSI 2 auf dem Markt)

Tomatenschäler heisst das erwähnte Teil und stammt aus dem Hause WMF, kommt knallrot daher und sieht eigentlich wie ein Gurkenschäler, Kartoffelschäler etc. pp. aus. Im Gegensatz zu dem Original, welches wirklich hauchdünn Tomatenhaut entfernen kann aber sonst auch weiter nix richtig, kann das kleiner ausgefallene Plagiat super-toll fast alles Andere sehr praktisch rauf- und runter schälen in einer Zeitspanne bei der sonst noch nicht mal ein Streifen von der Möhre weggewesen wäre (ausgerechnet Tomaten kann er hingegen gar nicht so gut schälen).
Liegen tut das nur daran, dass die Schneidklingen geriffelt sind und so zu diesem Effekt beitragen. Simpel, gut und nur empfehlenswert!

Tomatenschäler
Tomatenschäler als Alles-Entferner

Was für eine exclusive Zig-Sterne-Küche unverzichtbar ist, wurde in einem Artikel im Wochenendmagazin der Frankfurter Rundschau vom letzten Juli-Wochenende deutlich, die den in Chicago beheimateten Spitzenkoch Cantu mitsamt seiner ausgefallenen Küche im Restaurant Moto vorzustellen gedachte.
Der Herr hat nämlich u.a. sich der Herstellung von Heiß-Gefrorenem verpflichtet gefühlt und stellt Glacekugeln, die an der Oberfläche 80 Grad Minus kalt sind, im Kern hingegen flüssig und 20 Grad warm mittels flüssigem Stickstoff her. Auch weitere Zubereitungstipps z. Bsp. für heiße Glace liefert der Artikel: „Dank Carrageenan, einem Verdickungsmittel, das aus rotem Seetang gewonnen wird. Im Ruhezustand verfestigt Carrageenan sich – so wird der Vorgang des Gefrierens simuliert. Erst durch die Berührungen mit Zunge und Gaumen werden die fragilen Wasserstoffbrücken gesprengt. Das Eis «schmilzt»“.
Flambierte Kaffeebohnen für nasale Empfindungen, mit Schokolade servierter Seebarsch und flüssiges Gebäck gehören ebenso zum Sortiment, das ständig wechselt und angeblich nicht noch einmal in der Speisekarte zu finden sei.

Der ganze Artikel müsste nächstes Wochenende als Umsonst-Probe-Ausgabe-PDF-Datei auf der Seite der FR runterzuladen sein (das geht übrigens bei allen Ausgaben so, die jeweils zwei Wochen später einsehbar sind; AbonnentINNen dürfens gar gratis). Für ganz Eilige gibts einen ähnlichen Artikel vom gleichen Autor Till Hein in der Schweizer Weltwoche.

Im Restaurant kann übrigens (wo wir schon beim Thema Gedrucktes sind) bestaunt werden, wie essbares Papier mittels ausgedienter Drucker schön mit Gemüsegeschmack beschriftet wird. Sehr originell so was!

Das Urteil trifft auch auf den Neuköllner küchenblog Schnuppensuppe zu, welcher konzentriert semi-vegan Apfelstückchen aus Müsli heraussucht. „Schnuppensuppe“ entstammt übrigens einer Übersetzungsinterpretation der unvergessenen Carl Barks-Übersetzerin Frau Dr. Erika Fuchs, die uns Comic-Verrückte damit zu beglücken wußte; näheres im besagten Koch-Blog, der übrigens ebenfalls an dem erwähnten Gemeinschaftskoch-Blog beteiligt ist, der auch „neuere“ Beiträge von Sascha zu Alaska-Seelachsfilet mit “italienischer Gemüsepfanne” und “Rice”; kwalle mit nicht minder uninteressanteren gezuckerten Erdbeeren mit Milch sowie von Stitch Jones
zu WM-Mini-Würstchen enthält.
Sehr spannend so was; mal schaun, ob da in der nächsten Zeit noch mehr kommt…

Zum Ende hin verbleibt noch der Hinweis auf eine in Schweden in jeder persönlich inspizierten Küche zu findende vorhandene Gerätschaft, die billig zu erwerben auch dementsprechend 99 Prozent aller Haushalte erobert hat (was den Erfinder vermutlich zum Millionär hat werden lassen). Ein dünnes mit Luftspalten versehenes Werkzeug, welches biegsam den in der Spüle liegenden Gemüsedreck mit einem Wisch auf den konstruktionsbedingt flach einfallenden Boden befördert um sodann für den zwischenzeitlichen Gast im Abfalleimer seine weitere Heimstatt als Aufenthaltsort zu wählen.

Gemüse-Reste-Entsorgungs-Hilfe blau
Gibts bei uns (noch) nicht: praktisches Plastikteil aus Skandinavien zum Gemüsereste entfernen.

Summa Summarum also einige unverzichtbare Gerätschaften, die das kulinarische Eßerlebnis in sowohl vorbereitender, als auch nach- und zwischenzubewerkstelligender Hinsicht unabkömmlich erscheinen lässt.
Sollte uns doch jemand das Gegenteil beweisen, darf an einem Kulinaria Katastrophalia-Menü teilgenommen werden.

Gute Nacht!

Südliche Gefilde, Brunch und die Urlaubsfreude

Der Brunch wurde ausgiebig mit Sekt und Milchkaffee eröffnet — ein Teil der WG hat sich zum Urlaub ab in die südlichen Gefilde, so am Meer und so, verabschiedet. Natürlich (fast) nur, um neue Kreationen, Ideen und Bräune en masse zu sammeln… Neidvoll werden hier deshalb jetzt die leckersten Kreationen kredenzt.

Urlaubs-Brunch
Urlaubs-Brunch

Übrigens gibts noch keine Kommentare zur Erdbeer-Frage im letzten Beitrag ;-)