Tag-Archiv für 'kürbis'

Des Gefülles holdes Zusammenzustellendes erwies sich nach Tränkung harter aufgefundener in der hintersten Ecke sich befindlicher Trockenpilze durchaus akzeptabel, aber klassisch mit Winterspinat, Frühlingszwiebel und Sommerschafskäse und einem Hauch Herbstpflaume der richtige Start (doppelte Bildführung)

Auch wenn der Butternutkürbis sich als dekoratives Stück bequem in der Küchenausstellung gemacht hatte — so war die Zeit gekommen allerlei sich über die Jahre, Monate und letzten Tage angesammelte Dinge hineinzustopfen, gefüllt und zuvor gebacken eine Spezialität raunte Besuch und warum nicht unakkurat zur Teilung schreiten und die sich dadurch ergebende Möglichkeit zweifach ausschöpfen.

kuerbis butternut gefuellt
Schafskäse-Zwiebel-Spinat mit knusprigen Kürbisstückchen

Also erstmal die kiloschweren Schafskäsevorräte verringert, den für Salat vorgesehenen Spinat umfunktioniert und mit Frühlingszwiebeln angedünstet in bestem Bio-Olivenöle und den Käse untergerührt; zuvor aber noch einige Stücke Butternut knusprig gebraten vor der gesamten Zugabe.

Der geteilte Kürbis derweil mit Olivenöl und Pfeffer, fein im Backofen gebacken.

Die andere Füllung wurde mit mehr und wesentlich längerer sanfter Braterei der restlichen Butternutstückchen eingeleitet, derweil wurde sich erinnert, dass seit Jahr und Tag diverse getrocknete Pilze ihr Dasein irgendwo zu fristen pflegten und noch erinnerlicher war da der Tipp von genussmousse, dass diese eingelegt in Marsala sich als noch köstlicher erweisen.

butternutkuerbis gefuellt
Überbacken mit Blauschimmelkäse — diverse Trockenpilze und Pflaumen

Ein geringer Schluck Likörwein zu den Steinpilzen ward gefunden und nach urplötzlicher Aufsaugung auch noch dummerweise mit Martini rosé ergänzt (dominiert doch etwas), aber immerhin nun weich ;-) also andünstfähig und deshalb hinzu. Später noch Pflaumenstückchen und ein paar Gewürze. Außerdem dann später zum Backen noch Blauschimmelkäse drauf.

War in der Pfannenspeisung ganz lecker und als Ergänzung zu Nudeln oder Kartoffeln aber sicher geeigneter, als als Füllung, die klassische Spinat-Schafskäse-Füllung hingegen erwartungsgemäß perfekt :-)

Bis zur nächsten Butternutkürbis-Saison lassen wir uns noch was anderes einfallen ;-)

In das Umfeld von Kürbis und Reis sowie der Spitzen Wilden Fenchels hereinplatzende knackige Grünkohl-Mischung samt Dill und ein wenig Blattpetersilieblatt und das alles überbacken und berieselt von Ziegenhartkäse

kurbisreisauflauf probierecke
Noch ohne Käseraspel — dafür schon angeknabbert

Wohin mit den eifrig gekauften Muskat-Kürbismassen — ab in den Reis und gebacken im Ofen ist mindestens einmal im Jahr das leckere Motto. Unverzichtbar der Hauch von Wildfenchel, der tiefgefroren mit ein paar Spitzen optimal zur Geltung zu gelangen weiß.

Brannte auch nicht an wie letztes Mal, wurde schließlich vorgesorgt, so waren nicht nur zwei Augen mehr am Start, sondern der Reis wurde mit den Zwiebelstückchen, Dillstielen und Blattpetersiliestielen, dazwischen wilder Fenchel, und etwas Dill und etwas Blattpetersilieblättern in einem großen Topfe samt geraspelten (nicht gemixtem!) Kürbis in bestem Olivenöle angedünstet und mit ein bißchen Wasser ein wenig vorgekocht, ein kleiner Schluck Sekt könnte auch noch dran gewesen sein, die Erinnerung trübt sich bei der Niedertippung, ist aber nicht so wichtig, dann ab in den Ofen in großer Auflaufform nicht ohne vorher noch den Rest Dillspitzen unterzuziehen.

kuerbis reis auflauf mit gruenkohl wildfenchel dill zwiebel
Grünkohl und Kürbis weisen perfekter Essensgestaltung den Weg

Den Grünkohl wie gehabt nicht zu Tode kochen, sondern so wie das beste aller Grünkohl-Rezepte zubereiten, den dann teilweise noch mit hinzu und irgendwann bei schöner Färbung nach so ca. 20-30 Minuten (unser Ofen geht gerne öfters mal aus) antesten, ob die Struktur genehm erscheint. Dann Ziegenhartkäse rüberraspeln und noch mal kurz in den Ofen.
Serviert samt der anderen Hälfte des Federkohls und ein Resultat:

Schmeckt superkürbislecker, macht irrsinnig viele Leute satt und ist ganz einfach! :-)

Der Unnützlichkeit Trieb bevorzugende Kauf- und Handhabungsmöglichkeiten zeitigten sich zwar nicht akkurater Schnitttechnik — dennoch erwies sich damit die Einleitung der Großfruchtgewächssaison nicht minder schlecht und nachfolgend war der dezente daraus folgende Geschmack appretierenderweise wieder im Einklang, um eine Zwischendurchkredenzung zu Tisch zu bringen (Käse fehlt)

resultat kern und matschige mangoreste

Es ist natürlich unvernünftig sich immer bei diesen kleinen Küchentools in den Bedarfsläden herumzutreiben, dass da nur auf dumme Gedanken gekommen wird, hat sich dann im Kauf eines Mangoentkerners gezeigt. Die um 25 Cent heruntergesetze Apparatschaft zeigte sich dann auch gleich das Einkaufspersonal willig machend und obendrein gab es eine schöne Anleitung mit in Würfeln geschnittenen Mangostückchen dazu, das ist den Preis allemal wert.

mango entkerner bereit

Nun, blöde Würfel, da kann ja gleich Schöneres draus werden — zumal die auch noch danach von der Schale befreit werden müssten. Hah, besser Schale vorher abmachen und dann die Gerätschaft ansetzen und wie vorgesehen einmal Zack runterdrücken, um wunderschöne längliche Mangostreifen zu fabrizieren.

mango geschaelt mit resterkennung

Nun ja, hat schon seinen Grund, dass es andersrum beschrieben stand, die Mango matschte etwas im unteren Teil durch die weiter oben ausgeübte Drucktätigkeit, außerdem war die Schälung der Ortung der Position des Mangokernes nicht zuträglich, was zusätzliche Auswirkungen nun wiederum auch auf den oberen Teil hatte.

Das Resultat war also weniger für formschöne Dekoration zum vorzüglichen Zwischendurchjoghurt geeignet, dabei war der Himmel so böse grau den kern der mango entfernen und ein wenig Sonnenschein höchst angemessen.

Umdisponiert und sich des seit einer Woche einiger Zeit lagernden Teilkürbisstückes erinnert, prima. Zarte Scheiben unterschiedlicher Dicke abgeschnitten, fein leicht nussiger Muskatkürbis (oder doch ein anderer? RezkonvSuite klärt auf), und in frisch gepfefferten Olivenöl langsam ohne Spezialgrillpfanne angebraten. Die Matschmango nach einiger Zeit hinzu und auf muskatkuerbis
kleinerer Stufe weitergebraten.
Machte sich vorzüglich, wenngleich sich ob des hierzulande erhältlichen nur mässigen Mangogeschmackes noch eine Zutat eignen würde, also gefrorene Himbeeren noch kurz hinzu und dann auf leicht schwächelnden Rucola gebettet.

muskatkuerbis geschnitten
Akkurate Schnitte sind das Wichtigste beim Kürbis

Die Mischung aus süßer Mango, sich im Verhältnis dazu neutraler bewegendem Kürbis und des frischen Salates mit der süßsauren Himbeerzugabe war super. Ziegenfrischkäse hätte sich sich bestimmt auch noch als Zugabe geeignet, aber der war aus unerfindlichen Gründen nicht erworben worden (damit ist es sogar vegan). Gibt es bald wieder, ist ja noch genug Kürbis da ;-)

muskat kuerbis gebraten mit mango und himbeeren auf rucola
Der Klecks Himbeere muss sein

p.s.

Mango-Schälen geht natürlich auch so, so oder so

Katastrophen I und II, die pink daherkommenden Umgarnungsschnüre und unerfüllte Erwartungen


Es ist Halloween — da muss alles schief gehen !!! Wir waren mal wieder von lauter lustigen Ideen besessen, wie das eine oder andere Gericht denn am besten geeignet erschiene für einen der zur Zeit laufenden Blogevents Maronen bzw. Esskastanien und Kürbis. Unser Beitrag für den heute endenden Blogevent Kürbisgerichte steht zwar schon fest: Es sind unsere wunderbaren Bunten Kürbisfrikadellen mit frischem Minze-Agavendicksaft-Joghurt-Dip, die ganz klar jede vefügbare Stimme verdient haben (großer Wink mit dem Zaunpfahl) ;-) und andererseits hatten wir für die kastanige Angelegenheit noch rein gar nix gemacht mit dieser Frucht, außer sie ab und an mal zu rösten. Tolle Ideen waren irgendwie auch schon alle vergeben wie eine kurze Recherche ergab. Also was neues kreieren.

Wir dachten da an Gefüllten Rotbarsch mit frisch gerösteten Maronen, angebratenen Tamarillo und Granatapfelkernen in karamelisierter Sauce aus dem Backofen. Das waren zumindest gestern die zur Verfügung stehenden Zutaten — zumal der Fisch dringend verspeist zu werden wünschte.
Die Esskastanien waren auch kein Problem (eher unsere hungrigen Mäuler, die das Naschen nicht sein lassen konnten), die Granatapfelkerne noch etwas sauer waren auch nicht unbedingt ungeeignet und die Tamarillo erwiesen sich als schon halbwegs reif. Und da sowieso noch selbstgemachter Vanillezucker hinzu sollte war das auch kein Problem — die Soße sehr lecker beim Probieren.
Später kam dann allerdings doch ein etwas zu sauer daherkommender Ton dazu (waren wohl die Kerne aus dem Granatapfel). Der Fisch wurde gefüllt und mit unseren neu erworbenen pinken Schnüren aus dem Hause the foodloop, sogenannten silicone trussing tools umbunden. Die Teile sehen einmal sehr chic aus und sind auch sehr praktisch da sie sich rasch zuziehen bzw. erweitern lassen und natürlich wiederverwendbar sind. Die Premiere hat auch gleich geklappt, die Schnüre nicht geschmolzen ;-)
Nach 45 Minuten also den Fisch, der zuvor in geschlossener Backform mit etwas Weißwein vor sich hin gebacken hatte, rausgeholt und aufgetischt. War aber die totale Katastrophe: Die Füllung zwar noch an dem vorgesehenen Platze – aber unansehnlich und nicht gut schmeckend geworden. Der Fisch war nicht der optimale Geschmacksverstärker. Der dazu gemachte Bulgur wurde dann mit den Resten der ungebackenen Füllung pünktlich zu Halloween ganz früh in den ersten Minuten verspeist.

Au�en hui, innen pfui
Außen hui — innen pfui

Schon zuvor war ein kulinarischer Versuch zwar nicht gerade gescheitert — aber doch nicht den hohen Erwartungen, die wir an uns legen, gerecht geworden. Zur Rettung unser Kochkünste muss natürlich hinzugefügt werden, dass das Rezept von J.O. stammt (und zwar aus seinem Kochbuch Genial italienisch, Seiten 112-115). Das soll angeblich das Beste Rezept des Buches sein und wurde von dem Autor so überschwänglich gelobt, dass wir das dich mal ausprobieren mussten.
langwierige Vorbereitung
Pastavorbereitung

Pustekuchen — das ganze Brimborium umsonst für ein nicht mal annähernd an andere gute Rezepte des Buches herankommendes Gericht. Die gefüllte Kürbis-Nudelteig-Rolle mit Spinat, Kürbis und Ricotta in Salbeibutter erwies sich als unverdaulicher Klumpen im Magen — so ganz ohne die feinen der Kombination eigenen Geschmacksverstärkungen, die das Aroma in den unvergesslichen kulinarischen MIttelpunkt des Abends zu stellen belieben.

Wir haben den Verdacht, dass der Herr unbedingt noch ein umständliches Gericht brauchte, das gut aussieht und viel hermacht. Vielleicht waren unsere Zutaten aber auch nicht in der Qualität wie sie für die perfekte Zubereitung vonnöten sind. Wir wissens nicht. Vielleicht gibts ja Leute, die das schon mal zur vollsten Zufriedenheit gekocht haben.

Und da sowieso grad kulinarisch nix klappt — servieren wir einfach mal einen trashigen pinken link zu sarah tv neinneinneinneinneinneinneinnein…..

Bunte Kürbisfrikadellen mit frischem Minze-Agavendicksaft-Joghurt-Dip

Das Innere einer Kürbisfrikadelle
Auch auf dem eher kühlerem Ambiente des Luxus-Empfangs sind Kürbisbratlinge (hier im angeschnittenen Detail) die Show und belieben dem Ausdruck luxeriösen Lebensstils den richtigen Aspekt zu verleihen.

Der Herbst bringt mit dem typischen orange-gelb-gemusterten Kürbissen den Anlass für den nächsten Blogevent Kürbis. Gelegenheit doch mal wieder auf eine der zahlreich vorhandenen Varianten zurückzugreifen, die unser aller Herz zu erfreuen wissen mit verspielten Zucchiniwürfeln und hintergründiger trockener Minzbeimischung und die — auch dies sei bemerkt – hervorragend für Massenverköstigung, sei es auf dem Kindergeburtstage oder bei der Vokü, bei der Großdemonstration oder beim Dance-Event geeignet erscheinen für den Blickfang und nachfolgende Lobeshymnen. Überall also kommen die gut an. Liegen tut dies nicht nur an den normalen fleischhaltigen Klöpsen nicht unähnlichen Umfang in Größe und Farbgebung, die seit Kindestagen konditionierte Vielfrasse so schätzen gelernt haben, sondern vor allem an der den nussigen Geschmack so delikat unterstreichenden Füllung.
Deshalb nun unser Beitrag zum Blogevent, der einer etwas festeren Form gewidmet ist, die alle schön satt bekommt (die etwas weichere Variante mit höherem Kürbis- und Bio-Öl-Anteil gibt es demnächst auch mal wieder) und auch noch an den nächsten Tagen, ob des vielfach vorhandenen Zustandes der Rohmasse, zu erfreuen weiß.

So gelingts am Besten:

Zutaten

Für die Kürbisfrikadellen:

2 Teile schmackhafter nussiger Kürbis (eine Reibe oder Mixer zum vorherigen Zerkleinern ist auch nicht schlecht),
1 Teil Parboiled Reis,
Bund Blattpetersilie,
Bund Dill, Fenchelgrün
Weiß- und Mais-Mehl,
Salz, Pfeffer, Minze,
ca. 200 Gr. Erbsen,
1 Zucchini (in kleinen Würfelchen),
4 Zwiebeln (in kleine Würfelchen gehackt),
viel Öl
und große Pfannen

Für den Dip:

Söbbeke-Joghurt (schmeckt am Besten)
frische Minze
Agavendicksaft

I. Die Vorbereitungsphase:

Ganz viel Kürbis, der zuvor mittels Geschmackstest den hohen Ansprüchen durch Hervorhebung der verlangten nussig-schmeckenden-festen Konsistenz Genüge getan wurde, wird eifrig dem Raspeln zur Verfügung gestellt. Fein Mixen ist bei dieser Variante nicht so angesagt, da es dann zu matschig wird (für ganz Eilige darf aber der Kürbis ganz kurz auch in den Mixer). Der Kürbis muss unbedingt ausgedrückt werden – da ansonsten die zuviel vorhandene Flüssigkeit das anschließende Bratergebniss zu verfäschen droht (nicht gut).
Parboiledreis wird währenddessen bis zu einem Stadium gekocht, der als kurz vor bissfest-fertig am besten zu charakterisieren wäre. In einer Pfanne werden nebenbei ganz kleingehackte Dill- und Fenchelstiele mit den kleinen Zwiebelstücken angebraten. Die Zucchinistückchen kommen dann ganz kurz noch hinzu, um sie ein bißchen weniger hart werden zu lassen; aber wirklich nur ganz kurz — sonst ist die Frische, die der Zucchini eigen ist, verpufft. Mit Salz, Pfeffer und Würzminze wird mit dem abschmeckenden Teil diese Kochphase beendet.

II. Die zweite Phase erfordert Geschick im Augenmaß

Nun sind nämlich Kürbisstreifen und Reis im Verhältnis 2 zu 1 unter Zuhilfenahme zartbesaiteter Hände in Einklang zu bringen. Während also ohne festes Zupacken Alles vorsichtig vermengt wird, werden noch die aus der Pfanne stammenden Dill-Fenchel-Zwiebel-Mischungen beigefügt. Dazwischen kommt etwas helles Mehl für die Festigkeit und ein ordentlicher Schuß gutes Bioolivenöl. Dann beginnt auch hier der abschmeckende Teil – vorsichtig wird sich mit Salz und schwarzen Pfeffer an die richtige Geschmacksnote angenähert. Wenn das Resultat stimmig erscheint werden nun Erbsen, grob gehackte Blattpetersilie-Blätter und Dillgrün ebenso vorsichtig hinzugegeben (die Erbsen sollen ja nicht matschig werden).

III. Das Formen

Nun wird auf einem Teller ein 60/40-Gemisch aus Weißmehl und Maismehl (damit werden die Freakadellen etwas dunkler) drapiert. Geschickterweise sind vier Hände für diese Phase für die Bewerkstelligung am Besten (oder es wird in zwei Arbeitsschritten vorgegangen).

Während also auf einer Seite des Tisches versucht wird, aus dem Gemisch einigermaßen akzeptable runde Freakadellen zu formen werden sie auf den anderen Seite auf dem Mehlteller in Empfang genommen und erstmal vorsichtig eingemehlt, um sie dann schön in die richtige ovale Frikadellenform zu bringen, die doch erstrebt wird, auf dass das Braten dem versuchten Gelingenswunsch keinen Abbruch antut (die Bratlinge dürfen für den Vorgang des Bratens nicht zu groß und nicht zu kugelig werden). Vorsicht ist angebracht, weil die immer noch vorhandene Flüssigkeit eifrig versucht, die Vollendung zu sabotieren indem sie nach außen dringt. Schnell mit trockenen Händen arbeiten ist also angesagt (sonst bilden sich an den Händen dicke Krusten und das sieht nicht schön aus).
Auch Beachtung finden sollte der Hinweis, dass die fertig geformten Frikadellen nun nicht einfach achtlos übereinander gestapelt werden — die pappen nämlich sonst aneinander und Essig ist es mit dem mühsam zustandegebrachten formvollendeten Abschluß dieser Zubereitungsphase.

delikate Kürbisfrikadellen
Schon äußerlich dem Grünkernbartling und der Fleischbulette nicht unähnlich: Die Kulinaria-Katastrophalia-Kürbisfrikadellen-Show

IV. Der Bratvorgang

Normales Bratöl (also keine absolute Billigware, die alles regelmäßig verdirbt) ist hier absolut ausreichend, ein bissl Olivenöl schadet aber auch nicht. Ausgesucht werden sollten auch gut zu belüftende Räumlichkeiten – denn das Braten beliebt einen aufgrund des nässenden Bratgutes doch durchaus unangenehmen Bratgeruch zu hinterlassen, der nicht unbdingt überall auf allgemeine Zustimmung hoffen lässt.
Wenn eine erstmal hohe Brattemperatur erreicht ist wird schnell Kürbis-Frikadelle nach Kürbisfrikadelle in die Pfanne gereicht. Wenn sich unten nach ca. 1-2 Minuten bereist eine feste Kruste gebildet hat, darf bei Bedarf auch einmal vorischtig die Frikadelle in eine etwas flachere Form gebracht werden. Temperatur etwas runter und weiterbraten lassen. Nach 5 Minuten die Frikadellen vorsichtig umdrehen und von der anderen Seite erst mit hoher Temperatur und dann mit niedrigerer weiterbraten. Nach 15 Minuten müsste auch die widerspenstigste Mischung durch sein.
Und keine Angst vor zerplatzenden Erbsen, die das Fett in empfindliche Augen spritzen lassen – das ist ganz normal ;-)

V. Der Haupt-ACT!

Die ganz vegan daherkommende Kulinaria-Katastrophalia-Kürbis-Frikadelle ist dann entweder kalt oder auch warmgestellt oder auch ganz frisch zu verkonsumieren. Dazu passt hervorragend Salat und ein vegetarisch anheimelnder Dip aus Joghurt und frischer Minze, der mit einem Löffel Agavendicksaft und etwas Salz abgeschmeckt ist.

Bon Appétit!

Schmackhafter Oranger-Hokkaido-Kürbis-Auflauf mit allerlei Zutaten wie Zucchini, Erbsen, Reis, Dill, Zwiebeln und Minze mit tendierender Farbgebung ins Grüne, die auch schon als Aperitif zu munden wussten

Der Kürbis lag seit dem Marktgang vorletzten Wochenendes nun herum in der Küche und alle sangen im Einklange dazu, dass der ja wohl ganz lecker aussehe so schön orange – und das stimmte, schließlich handelte es sich um einen in die Mode gekommenen kleinen Hokkaido-Kürbis (eigentlich ein Riesenkürbis), der da das Auge erfreute. Da nun die Komplettbelegschaft wieder vorhanden war, wurde kurzerhand beschlossen das Stilleben nicht mehr als solches zu genießen, sondern zur Tat zu schreiten. Mit lauten Haiiii-Rufen wurde die kostbare Frucht mit einer nicht dem japanischem Sprachraum entstammenden schmiedeeisernen Gerätschaft entzweit, um anschließend feststellen zu müssen, dass der Inhalt zu doch etwas magerer Ausstattung hintendierte (wohl nicht genug Wasser abgekriegt).
Nachdem aber nun das eigentlich favorisierte Rezept mit Kürbis, Spinat und Ricotta an letzterem gescheitert war sollte uns dieser Umstand nicht als Trauerkinder enden lassen. Musste es halt auch mit weniger Kürbis gehen.
Während also Parboildreis aufgesetzt wurde und die Zwiebeln geschnitten und ihr Ende jämmerlich beweint worden war, kam der große Auftritt der drei Dill-Bündel, die so lecker aussahen und für unseren Geschmack zu wenig nach dem eigentlich vorgesehenen Aroma schmeckten (das ist nebenbei bemerkt ein interessantes Phänomen: egal wo wir in der letzten Zeit Dill kaufen — immer schmeckt er etwas zu nicht-dillig), die Stiele wurden kleingeschnitten und mit den zuvor erwähnten Zwiebeln in ordentlich Olivenöl angedünstet; Erbsen und Zucchinistückechen kamen auch noch hinzu und etwas Dillgrün. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann noch feingeriebene Würzminze (keine Pfefferminze!) hinzu. Ein Teil davon war ein netter kleiner Appetit-Anreger. Dann den Kürbis (ohne die Schale, Kerne, Gewusel) hinzu und nach kurzem Anbraten mit heißem Wasser auffüllen, so dass immer noch etwas rausschaut. Dann wurde das Ganze eine halbe Stunde geköchelt, zwischendurch mit frisch gemahlenem Pfeffer, Salz und etwas scharfem Curry verfeinert. Dann der große Auftritt des Mix-Pürier-oder-wie-auch-immer-Stabes, mit welchem der Zerkleinerungsvorgang vorgenommen wurde bis eine sämige Struktur den Ton angab. Dann wieder das große Bejammern, Bedauren und so, dass nun auch noch der Kürbis nicht mehr so nach Kürbis schmecke, das alte Lied…
Mit dem fast gar gekochten Reis vermischt wurde eine Backform zur Hälfte damit bestückt. Da wir außerdem auch noch Platz im Kühlschrank benötigten wurden kurzerhand braune Champignons mit Pfeffer, Öl, Muskat angebraten und draufgeschichtet. Darüber dann nochmal Kürbisreis und zum Abschluß nur das pürierte Kürbisallerlei. Ab in den Backofen und so zwanzig Minuten gebacken. In den letzten 10 Minuten kam dann noch Pecorrino Negro drauf, der aber schon ziemlich harten Struktureigenschaften zuneigte und den Eindruck hinterliess, dass ein mittelalter Gouda oder ähnliches auch gut geeignet gewesen wäre. Zuvor waren auch noch ein paar Dillspitzen auf die schon fest gewordenen Oberfläche des tollen Kürbisauflaufes gestreut worden (gehackte grüne Pistazien sind auch nicht das Schlechteste). Voilà wurde noch gerufen und zu Tisch gebeten. Ein ganz ähnliches Rezept (von den Zutaten her) sind auch gebratene Kürbisfrikadellen, die eigentlich demnächst auch mal wieder gemacht werden müssten.
Gut gelingen tut der Kürbisauflauf auch wenn der Reis vorher nicht gekocht, sondern mit geriebenen Kürbis vermengt zu bereitet wird — das ist aber ein anderes Rezept.

Kürbis-Reis-Auflauf mit Dill und Käse
Leckerer Kürbis-Reis-Auflauf mit Dill, Champignons und Käse

Übrigens haben wir wunderbarerweise einen Berg von griechischen Bergtee (zwei Sorten), der die nun wieder vollständige WG beglückte, der aus dem sonnigen Süden mitgebracht wurde, den wir euch nicht vorenthalten wollen; merkwürdig ist eigentlich nur der Umstand, den zu bekritteln wir immer Zeit finden, dass der fast gar nicht hier im Handel erwerbbar ist und wenn, dann nur zu horrenden Preisen, die die griechischen BergteepflückerInnen zu wütenden Flüchen ob des entgangenen Gewinnes, verleiten würden, wenn sie denn von eben diesem Umstand überhaupt jemals Kenntnis erlangen wollen und sich nicht ihrem Schicksal fügen.
Zwei Sorten leckerer Griechischer Bergtee
Zwei Sorten leckerer griechischer Bergtee