Tag-Archiv für 'ingwer'

Geradezu sich vergewissernd, dass Einbrüche sich als den Gewohnheiten doch durchaus ergeben zeigen, konnte sich auf verstecktes Gut bezogen werden

Bevölkerten durch die geringer gewordene Außentemperatur (der Temperatursturz!) in kaum noch zählbaren Ausmaße die AbendausgeherInnen die knapp gewordenen Außenbestuhlungsaufstellungsreihen in den zwar zahlreichen, aber kulinarisch eher knapp gesähten guten Essstätten, so wurde sich doch bewusst gemacht, dass auch der verschobene Einkauf an sich keine gute Idee war, wenn nicht doch noch durch Hunger getrieben urplötzlich der Appetit auf eine schon seit längerem nicht mehr aufgetischte Speise gefallen wäre, die, mit den unter den immer noch lagernden Ricottaeisresten, an die irgendwie so richtig niemand ran will, befindlichen Vorräten, namentlich einer Packung Tiefkühlheilbutt von schon längerer Lagerhaltung, bestimmt herbeizuzaubern wäre und deshalb gierig in den Blickpunkt geriet und mit einem vorhandenen kleinen Rest einer grünkleidigen Zuckermelone doch ein perfektes Ersatzvergnügen zu werden schien.

heilbutt in ingwerreisweinsojasauce
In der Pfanne schmort derweil der Rest

Angespornt durch das Ricottaeis durfte ausnahmweise auch die sonst verpönte Zuckerzugabe ran (selbstverständlich gesunder Rohrzucker ;) )und es wurde ganz simpel die Schnitttechnik vergröbt, um sich nicht lange mit feinen Ingwerstreifen aufzuhalten während die kleingehackte schon etwas von Trockenheit in Mitleidenschaft gezogene kleine rote Chili, derer zwei, in der Ölmischung aus Sonnenblumenkernöl und Sesamöl brutzelte.
Hinzu mit dem Ingwer, braunbrutzelig werden lassen; der Fisch wurde einer schnellen Auftauaktion durch gutes Zusprechen und Heißwasser und Salzbeigabe unterzogen derweil, die optische Beschaffenheit der Außenzone schien ausreichend.

Dann Reiswein die guten Putzfähigkeiten hervorbringend ins Öl hinein und während es einkocht, darf dunkle Soyasauce hinzu, der braune Rohrzucker dann auch noch und der Fisch macht es sich dann bei eher geringerer Temperatur bequem, gibt das Tiefkühlwasser noch ein wenig ab und blubbert so vor sich hin.
Eventuell ab und an aushelfen mit weiteren Reisweinetceinlagen…

heilbutt in ingwerreisweinsojasauce mit melone
Harmonisch vereint — Heilbutt mit Melone und Frühlingszwiebel in Reiswein-Soya-Sauce mit deutlicher Ingwerhervorhebung

Ganz zum Schluss der Fisch raus und dann kurz kleingeschnitte Zuckernmelone und Frühlingszwiebeln hinzu und weiterköcheln; serviert mit Reis — und es hat wunderbar geschmeckt, die fruchige Melone passt sowas von gut zu der Zusammenstellung, die mit scharfen untergründigen Tönen den Ingwer hervorhebt und durch diese aromatische Verbindung den Fisch optimal unterstützt. Einziger Nachteil, die Freude währt nicht lang ;-)

Ist das jetzt Wasserspinat — irgendwie wurde sich erinnerlich doch die vietnamesische Benennung notiert, irgendwohin jedenfalls… das andere ist schnellstes Fischspeisenzubereitungsessen

wasserspinat
Wasserspinat neben halbwegs feiner Ingwerschnippelung

Ganz gerne wird in dem Vietnamesischen-Kochbuch-Blog geschmökert und sich jedesmal vorgenommen doch wirklich mal was Ebensolches dort Gebotenes zu fabrizieren; beim Einkauf in den kleinen Asia-Lädchen vor den Regalen mit dem vielen grünen Blättern mit irgendwie unaussprechlich scheinenden Blattwerk wird sich dann diffus daran erinnert und irgendwas genommen, was dann zu was ganz anderem verarbeitet wird.

Diese Blätter jedenfalls, das müsste doch Wasserspinat sein, oder? Scheint sowieso ganz in zu sein, bei Nara-M, la cuisine blanche und natürlich bei Vietnamesisches Kochbuch findet sich die beliebte Blattspeise.

fisch in ingwer knusprig reiswein sauce scharf
Süßlich-scharf verlangt Fisch

Geschmacklich erinnern sie etwas an Vlita, wurden zur ersten Probe auch einfach nur kurz gekocht und dann mit Olivenöl und Salz und Pfeffer und einem Tick Zitrone später noch versehen. Dazu passend sollte sich das klassische Ingwer-scharfe Paprika-Reiswein-Soja-Saucen-Rezept mit Fisch erweisen. Reis gab es natürlich auch noch.

Wie immer eine leckere Speise, die die Mischung aus Schärfe und Süße optimal auf den Punkt bringt. Scharf angebratenes Gemüse schmeckt dazu aber etwas besser als diese grünen Blätter (ist das jetzt Wasserspinat?), aber unpassend waren sie jetzt auch nicht ;-)

wasserspinat kurz blanchiert

Es muss sich mal wieder auf zu diesen vietnamesischen Großmarkthallen gemacht werden, da gibt es ja eine Riesenauswahl und diese Juteblätter stehen sowieso schon länger auf dem Vornehmspeiseplan.

Tiefnächtliche Erkundung ingwerlastig versehender Gnocchi, die sich in Ergänzung von rasch gefertigten überaus leckeren Jaromakohlschnipseln anschmiegsam präsentierten (ganz fix)

Kaum wird für einige Zeit die Begutachtung anderer Leckereien in den Kochblogs zeitig vergessen — schon wird beim Nachholbedarf zu tiefstnächtlicher Stunde das Bedürfnis gewahr doch auch was davon genießen zu können. Food is just a 4-letter word hatte Gnocchi mit Spinat kredenzt — prima, war doch der Umstand, dass das Appetit macht mit den eingelagerten Nockerlteilen im Kühlschrank in Einklang zu bringen.

Noch rasch die schnellstens gefertigten Kartoffelteigprodukte mit frisch geriebenen Ingwer vermischt und mit leicht-delikaten Jaromakohl (Spinat war nicht zu finden) mit Olivenöl, weißem Balsamico, Pfeffer und Meersalz versehen und dann serviert. Perfekt leicht-schnelle Kost; der Ingwer machte sich erfrischend gut mit seiner leicht scharfen Note. Irgendwas fehlte da zwar noch zur Abrundung, aber um diese Uhrzeit sind die Ansprüche etwas niedriger angesetzt ;-)

gnocchi mit frischem ingwer und jaromakohl als schnellstens zuzubereitendes tiefnaechtliches vergnuegen
Tiefnächtliches Appetithappenzubereitungsessen

Der Dunkelheit enttriebene rundlich vervollständigend zu geniessende in dreierlei Hinsicht perfekte zur Partykredenzung gefertigte und deshalb auch spät kommende Bällchen (inclusive grünem Wildwuchs)

ingwerschafskaesebaellchen und ganz hinten mit knoblauchsprossen
Ingwer-Schafskäsebällchen bei Nacht (Parika und Fenchelsprossen wissen sich auch da gut zu machen)

Immer wenn Partys anstehen wird auch die Fragestellung akut, ob denn auch gewünscht wird genüssliche Freuden zu servieren. Dabei ist diese Frage durchaus heikler Natur — schließt sie doch ein, dass der Fertigungsprozess zumindest so zeitlich vonstatten gehen sollte, dass die lieben Partygäste auch noch in den Genuss der eigens mit Inbrunst gefertigten Köstlichkeiten kommen.

Dabei sind erst in letzter Minute gefertigte Spezialitäten überaus lecker und obendrein heiß begehrt, weil zu diesem Zeitpunkt das Hungergefühl die Klippen der Vorspeise längst hinter sich lassend zu neuen Höhen emporklimmend sich zu äußern wagt und auf diesem schmalen Grade zwischen Zuneigung und urwüchsigem Hungerattacken nur beste Resultate zu erzielen sind.

Deshalb gewagt, getan und ingwer schon etwas groesserkalte Bällchen in das zusehendst von zeitlichen Mängeln geplagte Auge gefasst, die auch schon mal im Sonnenlicht zu bewundern waren. Und da die so lecker mundeten waren die wieder gewünscht und so langsam ward sich der Umstand, dass die auch noch zur Party hintransportiert zu werden wünschten in die Erinnerung gerufen, was nur dazu führte, dass in Unachtsamkeit sich hingebend der Ingwer erst mal anbrannte und erneut in die Niederungen der Schnippelarbeit abgestiegen werden musste.
Zwischendurch dann noch WG-Personal abgewehrt, welches selbstredend nur probierungshalber die Bestände verringern wollte, und es noch geschafft schnell ein paar neue Ideen einzuschmuggeln in das Rezept.

knoblauchsprossen
Zartsprießiges Knoblauchvergnügen

Ursprünglich waren nämlich die tollen Knoblauchsprossen gar nicht vorgesehen, konnte aber auf Grund eingetretenen Ingwermangels (der Nachwuchs ist noch nicht so weit) ganz triumphal ihren Auftritt hinlegen und gekonnt äußerst feine und frische Aromen zur Geltung bringen mit einem Hauch dessen, was die volle Knolle für sich in Anspruch nimmt. Sieht außerdem auch noch ganz nett aus das Gewusel.

schafskasebaellchen mit knoblauchsprossen
Der Dunkelheit entronnene Zielstrebigkeit (grün-wuselige Version)

Also ein Blickpunkt allemal und deshalb eine Version nur mit grünen Sprossen und eine mit Fenchelsprossen und Knoblauchsprossen mit den aparten schwarzen Punkten gefertigt und da auch noch eine Minute vor Zwölf die Auftragung vonstatten gehen konnte nach diversen Überwindungskünsten im öffentlichen Nahverkehrsgewusel war zumindest die übliche Essenszeit eingehalten (nur einige Partygäste hatten da schon schlappgemacht) und eine erlesene Schar durfte sich die cremig-pikante Genüsslichkeit einverleiben. Sehr lecker mal wieder!

Quasi gegrillte Paprika grob kleingeschnippelt in Schafsziegenkäserund und lecker mundend sich grün herauswagende Fenchelsprossen dazufügend war die richtige dem feinen Geschmacke zugeneigte Zubereitungszuvorkommenheit für die schön frittierten äußerst feinen Ingwerstreifen geschaffen, die sich aber auch sowas von gut einzufügen wussten, um als leckere Vorspeise die Herzen aller Zuschauenden zu erfreuen (Restbestände der Ingwerschalen fanden in Zusammenspiel mit Salbei auch noch ihre entsprechend scharfe Bestimmung)

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Unter den putzigen Ingwerbällchen dann allerlei Salat (na ja — eigentlich nur Endivienherzblätter und Rucolaspitzen) und umtriebige Sprossen

Es war eine schwere Herausforderung den für den Blogevent im Kochtopfblog ausgewählten Ingwer zu einer geschmacklich hochwertigen und zufriedenstellenden Zubereitung zu führen — zumal als Hauptzutat. Galgant war ausgeschlossen (äußerst leckere Nuancen damit leider auch) und so musste fernab breit ausgetretender Pfade was Neues, selbstredend Sensationelles kreiert werden, was dem Anspruche, dem hochgesteckten, nun zierlich zur Genüge tun sollte.

Erst wollte perdu nichts einfallen, was nicht schon einmal in einer ähnlichen Zusammensetzung schon erfolgversprechend präsentiert worden war. Also war wie immer für die eigens ins Auge gefasste eigene Kreation auf nicht unbedingt in diesem Zusammenspiele leicht von den Lippen kommende Zutaten zurückzugreifen, die dennoch nicht allzu schwer zu beschaffen sein sollten.

ingwer triebig derer zweie
Ob Ingwersprossen schmecken haben wir lieber nicht ausprobiert

Und wie das immer so ist, so kam der Zufall zu Hilfe und im Bioladen wurden Fenchelsprossen, die schon die ersten zarten Triebe aus den aufgesprungen Samen streckten, auserkoren. Erste Probierversuche (irgendwie waren wir noch nie auf die Idee gekommen mit Fenchel Keimlinge zu produzieren) waren superb vielversprechend und so musste nur noch das weitere Drumherum um den Ingwer sich ergeben und wie es der Zufall ein zweites Mal wollte fiel uns bei Barbaras Spielwiese der Schafskäse auf und dann war die Wahl eigentlich ganz klar: Fenchelsprossen-Ingwer-Schafskäse sollte der Mittelpunkt werden.

fenchelsprossen
Das da im Hintergrund — DAS ist Ingwer ;-)

Klar dann noch was dazu. Gerade richtig erwies sich eine ebenfalls georderte
rote Paprika, die frei von schädlichen Wirkstoffen und in der prallen Fülle des Lebens stehend auch den farblichen Aspekt nicht unbeachtet werdend lassen sollte.
Das Ganze vielleicht überbacken mit Honig? Mit einer Panade versehen frittiert oder vielleicht gar die Paprika gefüllt?

Zeitknappheit ließ schließlich eine sehr spontan gefasste Wahl zum Mittelpunkt der köchlichen Leichtigkeit werden. Kein großes Rumgekoche, sondern eine ebenso zügig zuzubereitende Form wählen, die schnellste und dezent vorgetragene Exclusivität zum entsprechenden Ausdruck kommen lassen sollte.

paprika quasi gegrillt

Also die perfekte Vorspeise, das Bonmot jedes mit zarten Salatblättern gefüllten Tellers, die Augenweide jeder Tisch- oder Partyspeisung, die in ihrer Schlichtheit die verborgenen Talente auf so vorzügliche Weise in für die kulinarisch gespannten NichtkostverächterInnen noch ungeahnten Aromakompositionen durch nur einen einzigen Biss zum Tragen kommen lassen sollte.

rote paprika quasi gegrillt kopfueber
quasi gegrillt, echt lecker (warum schälen einige bloß die Schale?)

Also hohe Ansprüche. Gegrillte Paprika war mit den leicht dem schwarzen Tone zugeneigten Aroma schon eine vortrefflich zuzufügende Zutat, die der Einfachheit halber ohne schwieriges Holzkohleschleppen oder Backofentemperierungsversuche vonstatten ging, sondern auf eine mit nussigem Sesamöl gefüllte Pfanne zurückgreifen ließ, die zuvor schon für den äußerst feinstreifig geschnittenen Ingwer den frittierten Auftritt brachte. Das Öl damit schon mal ingwerisiert, war für die dann auf leichter Flamme brutzelnden Paprikastreifen, die nach einigen Minuten in schönster Pracht auf dem Teller lagen und in kleine Stücke grob geschnitten wurden, die prima Grundlage.

Dann wurde das neue Riesenpaket Schafskäse hervorgeholt (wobei uns auffiel, dass neuerdings Ziegenmilch als Beigabe erwähnt wird — wahrscheinlich EU-Vorgaben, dabei ist doch allbekannt, dass guter allerbester griechischer Schafskäse immer mit Schafsmilch und Ziegenmilch zu Feta ingwer frittiert verarbeitet wird) und ein verschwindend geringer Teil grob gehackt und Trara mit den roten angebratenen Paprikastücken gut durchmischt, um sodann noch einigen Fenchelsprossen den wohlschmeckenden Auftritt zu gönnen. Daraus dann kleine Kugeln geformt. Die Köstlichkeit war schon förmlich zu erahnen.

Der Ingwer in den frittierten Streifen kam dann als abschlüssliche köstliche Umrundung für die in kleine Kugeln gebrachte quasi gegrillte Paprika grob kleingeschnippelt in Schafsziegenkäserund und lecker mundend sich grün herauswagende Fenchelsprossen zum pikant angenehm scharfen Resultat dazu.

Gebettet auf salatliche Vielfalt wurde die wunderbare Vorspeisenerscheinung präsentiert, serviert und zufrieden mit dem Ausdruck höchster Wertschätzung für die Spezialität verzehrt. Wieder mal ein aus spontanen Einfällen geborener Beitrag aus unserer kulinaria-katastrophalia-küche zum unbedingten vorspeislichen Nachmachen empfohlen! Sehr lecker — unser Beitrag zum Blogevent Ingwer!
blogevent ingwer
Die Schalen des Inwers fanden dann noch eine schöne Verwendung zusammen mit Salbeiblättern für einen angenehm scharfen Tee, der alsbald nach getroffener Wertschätzung wieder zur Zubereitung gereichen soll.

Zutaten:

Ingwer, ein paar Knollen
Paprika, rote
Schafs(ziegen)käse, ein guter!
Fenchelsprossen
Sesamöl
Salatliche Vielfalt

Zubereitung auf die Schnelle:

Ingwer in feine Streifen schneiden, frittieren, in demselben Öl die ebenfalls streifig geschnittene Paprika großzügig braten, dann in kleinere Stücke schneiden und mit grob gehackten Schafskäse vermischen und nach Hinzugabe von Fenchelkeimlingen zu kleinen putzigen Kügelchen formen und mit den Ingwerstreifen verhüllen. Auf Salat liegend präsentieren und Lob einheimsen. Entweder für Party und Dinner auf Tauglichkeit testen oder am besten für sich selbst als köstliche Wahrnehmbarkeit ungewohnter von feinen Fencheltönen und dezent scharfen Ingwergeschmäckern getragenen Aromenzusammenspielerei in cremigen Schafskäsegenuss kredenzen.

ingwerbaellchen
Mjammjammjam

Und der Tee eignet sich wirklich vorzüglich auch noch für mehrere Aufgüsse. So muss Resteverwertung sich geschmacklich in den höchsten Geschmacksnuancen ergeben :-)

p.s.
So was — gerade gemerkt, dass heute ja erst der 14. Januar ist. Glatt um einen Tag beim Blogevent geirrt. Sachen gibts.

Tandoori-Huhn in der einfachen Variante, die mittels Chili scharfe Höhepunkte und mit Sahne erfreuliche Schlusspunkte zu setzen wusste

Bevor wir heute zu später Stunde diverse Zwiebelspezialitäten zu kredenzen denken, ist hier noch ein auf die Schnelle erfolgtes Menü zu präsentieren, welches zwar nicht ganz mit den einfach nicht aufzubringenden Zutaten (aber fast) geköchelt wurde, so dass die Zubereitung ein schnelles und leckeres Essen hervorbrachte.
Das Huhn wurde einfach kleingeschnitten in Joghurt gegeben, der zuvor mit einer fertigigen Tandoori-Paste verfeinert worden war. Mangels ausgereifter Zeitdehnungsübungen lag der Inhalt dann auch nur 1 1/2 Stunden in der Marinade (länger wäre wohl besser!). Währenddessen wurde Weißkohl, Zwiebeln und Paprika mit Ingwer angebraten und nach Hinzugabe der Huhnes noch mit scharfem Curry abgeschmeckt. War aber immer noch nicht scharf genug, so dass wir uns genötigt sahen noch ein paar rote Chilis hinzuzugeben-- das sich ergebende Resultat wurde dann einfach noch schnellstens mit einem ordentlichen Schuss Sahne in genießbaren Zustand gebracht und mundet mit Basmati-Reis vorzüglich.

tandoori huhn in sahne
Huhn in Tandooriersatzpastenkochvariante

Delikat in Shaohsing-Ingwer-Sauce angemachter Zander, Tilapia-Filet und die relativ spontane Entscheidung doch den vielfach vorhandenen Shiitake-Pilzen eine Chance auf einen nicht zu verachtenden Auftritt bei diesem Delicatessen-Menü zu geben

Der Ingwer hatte die entscheiden Rolle, die er gekonnt auszuspielen gedachte, als er in Kombination mit scharfen roten Pepperoni in der Pfanne in Erdnuß-Sesam-Öl vor sich hinbrutzelte und schon die scharfen Geschmacksnuancen lecker erahnen liess auf den gespannten Gesichtern drumherumstehender gieriger — dem fischigen Essen durchaus nicht abgeneigter — Kulinaria-Katastrophalia-begeisterter Personen. Das Rezept war bekannt, erprobt und gepostet und selbstredend der Eignung der verzückten Emporhebung für zugänglich erklärt worden — und dies zu Recht, wie auch der Abend hinlänglich zu beweisen in der Lage war. Dazu wurden in Erprobung getrocknete Shiitake-Pilze hinzugefügt, die zwar etwas zu wenig der angeratenen Bewässerung angetan waren – aber mit etwas höherer Temperatur schon noch weich zu kriegen waren, als dass sie zu munden wussten, um zum Resultat zu gelangen dass die Wahl auch die perfekte Kombination war — wenngleich es der alternativ daneben zur Sicherheit zubereiteten klassischen Form gelang den Fisch mehr in den Vordergrund zu rücken. Dazu gereicht Broccoli, Basmatireis und frischer Weißwein. Äußerst lecker!

shiitake mit zander tilapia ingwer reiswein
Shiitake in brutzelnder Shaohsing-Soja-brauner Rohrzucker-Raffinesse zu Zander und Tilapia mit braunen Ingwerstreifen und scharfen Peperoni in der etwas zu vollen Pfanne

Roter Mangold mit gebratenem Ingwer und Flusskrebsschwänzen in Wein-Tomaten-Frühlingszwiebel an langen Spaghetti

Es war noch eine gute Menge an rotem Mangold in unserem Kühlschrank vorrätig und wartete geduldig darauf, dass wir daraus was Phantastisches kochen würden. Allerdings hatten die rosaroten Flusskrebsschwänze ältere Vorrechte und so fanden wir es eine gute Idee doch die farblich harmonisierenden Zutaten zusammenzufügen (sozusagen eine rosarot-rote Koalition). Aber wie im realen Leben harmonisiert es nicht unbedingt: Der Rote Mangold etwa ist etwas herber als der herkömmliche Mangold und so wurde etwas gelbe Zitrone und Ingwer als passender Ausgleich in die Planung mitaufgenommen. Das Rezept ist so ähnlich wie unser wunderbares Spezialitäten-Menue Flußkrebsschwänze in Weißwein-Nordseekrabben-Ambiente mit Linguini, das schon so viele Münder in Ekstase zu bringen vermochte.
Eine Besonderheit war jedoch (neben den fehlenden Nordseekrabben) noch zu beachten. Der Ingwer, in Streifen geschnitten, und die Stiele des Mangold mussten zusammen mit den Zwiebeln in kleingeschnittenem Format scharf angebraten werden (Mangold entwickelt erst dann den richtigen Geschmack) und dann mit dem Saft von einer ganzen Zitrone abgelöscht werden; ansonsten ist das Rezept das Gleiche und auch der zum Kochen wunderbar geeignete Vivo Blanco, der Haus-Bio-Chardonnay kam wieder zum wohlverdienten Zuge. Die grün-roten Mangoldblätter kamen natürlich auch noch zwischendurch hinzu. Der Charakter des Essens wurde insgesamt kräftiger und zitroniger. Nicht schlecht – aber die Flusskrebsschwänze gingen ein wenig unter. Der Ingwer trat punktuell in Erscheinung und war vor allem in der Soße bemerkbar (wenngleich eher dezent) und hätte ganz klar weggelassen werden können (es sei denn es wäre etwas Kokosmilch hinzugefügt worden, was sicher auch ganz lecker wäre). Lange Spaghetti bildeten schließlich die Kombinationsgrundlage.
Mit Mangold werden wir jetzt saisonbedingt öfters was kochen – in der Mischung mit Spinat mundet er jedenfalls wunderbar und in Olivenöl gedünstet und mit Zitrone abgelöscht ist er sowieso unschlagbar.

Flusskrebsschwaenze mit rotem Mangold
Flusskrebsschwänze mit rotem Mangold

Eisige Juli-Perlen als erfrischender Höhepunkt des Tages, um Gluthitze und Resignation den Tribut zu zollen

Nach eigentlich gar nicht so langen Überlegungen, was sich mit Himbeeren so Alles anstellen lässt, fiel der Gedanke an den Garten-Koch-Event Minze der auf einigen „Food-Blogs“ beworben wird und an welchem wir eigentlich schon vor Wochen erstmals teilnehmen wollten. Warum nicht mit neuartigen Kreationen einen fulminanten Auftritt zum Blog-Event Minze hinlegen und zwei-drei kochwütige Stunden bei der Zubereitung eines warmen Spitzenmahls verbringen? Die entsetzliche Hitze sprach aus lähmenden Gesichtern, als der Gedanke an was Eisiges mit den aufkommenden Temperaturen in Einklang zu bringen schien, was auf frenetische Zustimmung hoffen ließ. Gedacht, gesagt, getan wurde sich ans Werk gemacht und die vorhandenen Zutaten, die möglicherweise ins Spiel zu bringen waren, gesichtet.
Minze musste rein, klar — dann noch was Kaltes! Vielleicht Eis, Sahne oder so was? Nein, zu profan. Joghurt mit Minze — wenngleich sehr lecker — schien zu banal und außerdem schon gebloggt.

Minze Blog Event
Noch Zeit bis heute zu mitternächtlicher Stunde

Da kam die fantastische Idee! Der lobgepriesene Agaven-Dicksaft, der schon so manches Mahl bereicherte, wurde aus dem übervollen Essens-Regal entnommen, um sich wieder mal seiner vorzüglichen, leicht süßlichen, aber dennoch äußerst fein schmeckenden Fähigkeiten zu bedienen. Ein Genuss sondergleichen ist der Agavendicksaft (hier Bio von Allos) schon allein, wenn er zu drapierten Früchten mit fein gemahlenen Zimt gereicht wird; wobei darauf geachtet werden sollte, dass der Zimt nicht zu intensiv in den Vordergrund rückt wie manche zweifelhafte Sorte. Wir empfehlen so nebenbei den Fair Trade (das sollte schon sein) gehandelten Zimt aus Sri Lanka von El Puente, der sich auch zu Cappuccino hervorragend als bestreuter Zusatz eignet.

Aber Zimt passte hier nicht zu den köstlichen feinen Himbeeren, nein hier musste ganz klar Minze ran. Erste Versuche wurden gestartet und nach einigen Eskapaden war klar, was rein musste: Pfeffer-Minze, Zitronenmelisse (alternativ ein Spritzer Lemon) und Agavendicksaft — dazu in jede siebte Himbeere ein wenig frischer und fein geriebener Ingwer (Galgant wäre wohl zu scharf und war sowieso grad nicht vorhanden). Gleich wurde mit dem tollen neuen Küchenmesser von WMF die geschmiedete Natur weidlich ausgenutzt, als die Minze fein bis leicht grob zerkleinert wurde. Dann kamen in ein Rührgefäß ein paar Löffel (5) Agavendicksaft und das Ganze wurde verrührt bis sich der Agavendicksaft mit der Minze schön verbunden hatte und dann kamen noch ein bis zwei Eßlöffel davon hinzu damit es nicht zu pampig wurde. Für die Ingwerfassung wurde noch mal das Gleiche ohne Melisse bewerkstelligt und ein kleines Stück (ca. 3 Gramm) in geriebenen Zustand kam hinzu.
Für die Himbeeren war dies nämlich die leckere Füllung, die mit kleinem Aufwand, der extra unter einem Vorwand geladenen lieben Besuch überlassen worden war, hineinzufrimmeln war (mit einem dünnen Stab oder Spicker klappte es ganz gut). Sodann wurden die gefüllten Himbeeren ins Gefrierfach hineinkomplementiert und nach einem eisigen Aufenthalt, den wir uns auch herbeisehnten, wieder hervorgeholt, um im frischen Minzbett serviert unseren Gaumen als Eisige Juliperlen zu erfreuen.

Eisige Juli-Perlen im Minzbett
Eisige Juli-Perlen im Minzbett

Seeeehr kalt und seeehr gut zu diesen heißen Saunatemperaturen; eine Erfrischung, die uns schon Wochen vorher sehr glücklich hätte machen können war geboren. Das langsame Lutschen hatte den erfrischenden Charakter eines Himbeereises, aber viel besser und länger anhaltend. Nach dem süßsauren Himbeerumhüllungsbruch kam der frische Minz-Melissengeschmack, der nun — mit dem Agavenendprodukt wetteifernd — zum Tragen kam. Die Überraschung dann die Himbeeren mit Ingwerfüllung, die einen leichten scharfen Hintergrundgeschmack lieferten, der jedoch die Minze voll zum Tragen kommen ließ. Zusammen eine leckere Dessert-Idee. Für den Winter werden wir diese Spezialität noch zusätzlich karamelisieren und/oder mit cubanischen Rum flambieren! Für diesen Hochsommer war dies nicht nötig, da schon eindeutig super-perlig perfect!

Und nochmal zum Mitschreiben auf die Schnelle:

Zutatenliste
10 Gramm Pfefferminzblätter
4 Gramm Zitronenmelisse (alternativ Limonen-Spritzer)
ca. 6 Eßlöffel Bio-Agavendicksaft
ca. 3 Gramm Ingwer, feingerieben
Ganz, ganz viele frische Himbeeren
1 Gefrierfach/truhe (mind. ***)
etwas Geduld

So wirds zubereitet
feingehackte Minze- und Melisseblätter (im Verhältnis 70/30) mit dem Agavendicksaft vermischen
1/7 nur mit Minze und Ingwer vermischen
in die Himbeeren rein damit, in jede siebte die zweite Füllung
Frieren lassen, Rausholen, Dekorieren oder gleich Genießen