Tag-Archiv für 'fast-food'

Ganz aufmerksamkeitshalber in Mode — repräsentative Außengestaltung zur mehr oder minder werbewirksamen Ausgestaltung von Entscheidungen, die mehr oder minder für Beinflussung sorgen (Bezirksspaziergänge) sowie urplötzlich aufgefundener Fisch, der sanft in Olivenöl gebraten, für mit Rigani und schwarzen Pfeffer überstreut überaus geeignet, sich apart machende Nachtmahlgedanken zu eigen machen wusste, was sich auf angenehmste Weise als bekömmlich herausstellte (zu guter Letzt)

die kleinen parteien und ihre plakate - pinocchio bergpartei

Aufmerksam durch die Straßen zu schleichen und die neusten Informationen zu erheischen ist immer noch das Interessanteste. just fand die außerbayerische Werbung der Bayernpartei [via meta], mjoelk die Yuppiemütter-Aufkleber im Prenzlauer Berg (Prenzlberg sagen nur Zugezogene), [und UPDATE: Schnuppensuche entdeckt Currywurst-Graffiti], der letztwöchentliche Bezirksspaziergang sichtet im restlichen Teil der Republik eher Unbekanntes.

Die mehr oder minder spassige Bergpartei, die erst zur Bundestagswahl kandidieren will (und ob ihrer Werbung für die Pläne von Mediaspree und Bezirksamt zur Zubetonierung des Spreeufers, um der Linkspartei, deren Politiker Gemüseschlachten auf der Oberbaumbrücke anmelden, Schützenhilfe zu geben, nicht mehr besonders angesehen ist).

die kleinen und ihre plakate - unsere krisenberater dkp

Die DKP hat es da einfacher, Vergesellschaftung ist hoch im Kurs und das Plakat „Unsere Krisenberater“ ziert schon die halbe WG-Landschaft in Berlin. Selbst die Berliner Zeitung hat es schon entdeckt.

Bekanntlich gibt es auch noch so ein Produkt namens Rivva im Netz, welches die wichtigsten Blog-Gesprächsthemen auf einen Blick anschaulich werden lassen soll, wird zwar nicht mehr dauerhaft gewartet, aber trotzdem ist ein gelegentlicher Blick nicht uninteressant, hat ungefähr soviel Amüsement wie die Nachrichtenportale bekannter Medien wie Spiegel-Online oder das GMX-Portal, meist auch noch von da wiedergekäut, manchmal aber auch aus den Papiermedien. „Mädels die sich in Zeitlupe mit Eiscreme bewerfen“ sind da ganz schnell ein Topthema.

Der Quasiexperte für die gesamte Linke Arnulf Baring darf so verwundert in der verlinkten Welt bemerken, dass Deutschland nur auf 12 Jahre reduziert werde, niemand sehe mehr (die Leistungen) Bismarcks (er meint wahrscheinlich die Sozialistengesetze).

Dass im Gespräch ein noch Unbedeutenderer dazu anmerken darf, dass amerikanisches Fastfood gesund sei, ist dabei das einzige Bemerkenswerte an den Aussagen, offensichtlich haben die Herren zuviel davon zu sich genommen und teilen nun ihre gesunden Gedanken dem deutschen Volke mit; die ganze Palette ist dabei, all das was sowieso tagtäglich in der Welt steht komprimiert: Die Linken dominieren alles, das Parlament, die Verwaltung, die Universitäten das Land, Helmut Kohl war ein Linker… und so reden sie sich weiter ins konservative Delirium.

die kleinen parteien und ihre plakate - schmutzige waesche bergpartei

Die FAZ hingegen hat entdeckt, dass die Spitzenkandidatin der FDP zur EP-Wahl angeblich gar nicht sooft im Parlament war wie angegeben, ganz schlimme Sache. Nachdem klar wurde, dass zwischendurch Mutterschaftsurlaub für Kinder mitzählte war dennoch das Politikum geboren — ein paar popelige Prozentpunkte Differenz bei den Anwesenheitszeiten sollen das Ergebnis sein. Wahnsinnsenthüllung.
Macht natürlich nur vor den Wahlen für das Europäische Parlament irgendwie Sinn für eine Veröffentlichung, interessiert sonst bekanntlich fast Niemanden.

Und dann kommt es Schlag auf Schlag, Die Kandidatin Koch-Mehrin hat eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, um eine einstweilige Verfügung zu erlangen, geradezu investigativ fragt der Blog ruhrbarone nach, nachdem zuvor unqualifiziert über strafrechtliche Konsequenzen spekuliert wurde „Mich interessiert vor allem eines: Warum die eidesstattliche Versicherung?“ .

Vielleicht weil dies gängige Praxis in solchen Verfahren ist? Vielleicht weil man zu doof war auch nur ein bißchen zu recherchieren bevor eilfertigst ein paar müde Zeilen und inzwischen drei Blogartikel verfasst worden sind, um sich mit Nichtigkeiten ein bißchen aufzuspielen? Ein paar Mal war die Kandidatin auch da, ohne sich in Listen einzutragen, hat aber abgestimmt, eigentlich positiv, so setzt sie sich nicht anderweitigen Berichten aus, dass sie eine Anwesenheit nur vortäuscht, um abzukassieren.

Vielleicht liegt es aber wirklich einfach nur daran, dass Blogs einfach nichts zu sagen haben, was inhaltlich auf europäischer Ebene beschlossen wird — dann nämlich hätte nicht die Anwesenheitszeit im Parlament interessiert, sondern, jenes was in der Abwesenheit von Koch-Mehrin nicht von ihr durch Abstimmungsrituale beschlossen wurde. Hingegen — vielleicht war das ja schon wieder ein erfreulicher Umstand.

rotbarsch schnell gebraten in der nacht
Zu guter Letzt: Das Menue des Tages ward erwählt — überraschend im Kühlschrank aufgefundener Fisch, schlicht in Olivenöl gebraten und mit Rigani und Pfeffer bestreut und das aufopferungsvoll mitten in der Nacht.

Famoses fast food à la Saison

famoses fast food a la saison baerlauch in schafskaese zu frittierten suesskartoffeln
Frittiergut in köstlichster Schafskäse-Bärlauch-Sauce versenkt

Noch vor der üblicherweise vonstattengehenden Osterreiserei war die Vernichtung leicht verderblicher Ware angesagt. Der Bärlauch war dran und ein paar Süßkartoffeln, die aber auch noch läüger gehalten hätten ;-) ; zumindest der Schafskäse war überfällig.
Da neulich die Kreation zum Blogevent Wirsing so lecker geschmeckt hatte, war ein rezeptlicher Teilbestand auserkoren allerallerschnellstens gefertigt zu werden.
Gratulation noch an genial lecker, die mit Flammkuchen mit Wirsing zu überzeugen wusste und das goldene Wirsingblatt nun an der Wand hängen hat.

Wie gehabt wurden Schalottenwürfelchen in Olivenöl knusprig gebraten, sodann der kleingehackte Schafskäse hinzugegeben und cremig gerührt. Die je nach Geschmack grob geschnittenen Bärlauchblätter kommen dann nur noch kurz mit hinzu. Als kalte Variante natürlich genauso vorzüglich. Ein verführerisches Zusammenspiel, wunderbar duftend und allerköstlichst.
Dazu frittierte Süßkartoffeln, die Kombination ist super (die Süßkartoffel ist auch viel schneller durch als eine Kartoffel). Das Ganze dauert schlappe 10 – 15 Minuten. fast food also – aber famosestes!

baerlauch
Bärlauch

Zur Unterscheidung des delikaten Bärlauchs von den giftigen Blättern der Herbstzeitlosen und der Maiglöckchen einfach die Infoseite des Naturschutzbundes Österreichs anschauen und sich die Hinweise eifrig einprägen, dann kann auch nichts mehr schief gehen — gell ;-)

Blätter:

Bärlauch: Einzeln am Stängel, mehrere dicht beieinander. Das Blatt hat einen längeren Stängel, der direkt aus dem Boden wächst; starker Knoblauchgeruch

Maiglöckchen: Immer zwei Blätter am gleichen Stiel, die Blätter umfassen den Stängel

Herbstzeitlose: Mehrere Blätter an einem Stiel, die Blätter umfassen den Stängel

baerlauch blaetter wachsen einzeln aus dem boden
Trotz Urwaldbeständen sollten nicht alle Blätter geerntet werden, sondern allenfalls die Hälfte, die Bärlauchblüten (noch etwas versteckt) sind ebenfalls genießbar

Die Vorräte sind aber inzwischen wieder etwas aufgestockt worden; Mandeln wurden natürlich vergessen zu kaufen — dabei läuft noch bis morgen der Mandelkochevent, für den Rosmarionevent ist aber noch ein bißchen mehr Zeit vorhanden ;-)

Seelachs auf Kartoffel-Tomaten-Ragout aus dem Ofen

Heute war es unsere Aufgabe aus den wenigen in der Küche zurückgebliebenen und unverdorbenen Zutaten ein wohlig den Magen fühlendes Ganzes zu zaubern. Doch auch wenn wir sonst gern aus dem Vollen schöpfen, konnten uns diese Voraussetzungen ganz und gar nicht entmutigen. Also wurden fleißig Kartoffeln geschält und die fürs Martini-Rosé Hühnchen verschähmten Tomaten geschnippelt, rote und weiße Zwieblen gehackt und das ganze in einer Ofenform mit ordentlich Rotwein und etwas Olivenöl übergossen. Schnell noch die Reste des frischen Thymians dazwischen drappiert, ein paar Hände voll Oliven darüber gestreut und ab in den Ofen. Schon war kein übertriebener Aktionismus, zu dem wir sonst doch gerne tendieren, mehr gefragt und nur darauf gewartet, dass die Kartoffeln fast die erwünschten Konsistenz erreichten. Just zu diesem Zeitpunkt wurde das ganze mit schmackhaft gewürzten Seelachs-Filets belegt und nochmals in den Ofen geschoben. Heraus kam ein köstlich geschmortes Ragout - Fast-food-a-la-Kulinaria-Katastrophalia!

Fisch aus dem Ofen

Fisch auf Rotwein-Kartoffel-Tomaten-Ragout