Tag-Archiv für 'essig'

Des Hauptes gar entfernt und sodann hernieder auf dass es blubbernd sich entfaltend genussvoll aufzutischen das Gewusel sich beliebt (bunte Sommerspeisungszeremonie)

rot weisse ruebchenblaetter mit olivenoel und essig
Rotweiß auf Teller

Endlich sind die Roten Beten und die kleinen Rübchen wieder zuhauf zu haben und das beste daran sind bekanntlich die Blätter, eine wahre kleine Delikatesse, die es zu retten gilt vor übereifrigen HändlerInnen, die diese schönen Ausschweifungen mal eben so aus Praktikabilitätsgründen beseitigen wollen.

Die Rübchen selber waren noch von stiller miniaturisierender Wuchsgröße befangen und derart befreit brauchen dann die Beteblätter auch nur noch kurz gekocht zu werden, um sodann mit etwas Olivenöl, gutem Essig und Salz und frisch vermahlenem Pfeffer aufgetischt zu werden.

ruebchen ohne blaetter
Sich mit dem Schicksal abfindende Reste

Mit Knoblauch schmecken bekanntlich ja gerade die Roten Beteblätter besonders gut, aber diesmal wurde darauf verzichtet bei der Mischung, schlichte feine Kost mit geradezu klandestiner Essfreude :-)

erste ruebchenblaetter mit olivenoel und essig
Nicht nur hübsch anzuschauen — wildes buntes Bete-Gewusel

Und sonst? Jetzt schon vorsorgen: Kürbisgerichte sind im Kommen, Rührei auch und besser spät als nie — Eintopf

Verwegen die Nesseln herumschwenkend mit Olivenöl und dann artig den Teller leerputzend die Überraschung begutachten und sich sodann an unserem Kochkurs erfreuend den Tag ausklingen lassen (das Leben kann so einfach blogbeschaulich schön sein)

Vorweg — es gibt jetzt einen kulinaria katastrophalia-Kochkurs :D doch später mehr, erst mal das geduldsam zubereitete Tagesmenü.

brennessel delikat als salat
Brennnesseln unbedingt munter abbrausen

Die so langsam munter austreibenden Brennnesseln sind nämlich immer wieder für vielfältigste Nutzbarkeit gut und wurden reichhaltig in unsere Küche verschleppt. Weil es so gut schmeckt wird bisweilen und im Sommer eigentlich relativ häufig ;-) köstlicher Salat daraus hervorgezaubert.

Schmeckt wunderbar ganz leichtnussig und an dem Gerücht, dass diese nur im Frühjahr zu munden wissen, ist wirklich nichts dran, die schmecken auch später noch und gerade als Salat sogar noch besser.
Zubereitet wie immer ganz einfach: die Brennesseln munter abgebraust (die „Stacheln“ sollen knicken), in trendigem Olivenöl gewälzt, mit noch trendigeren Weißbalsamicoessig versorgt und noch ordentlich untrendig frischer gemahlener Schwarzer Pfeffer drüber und ein paar Birnensplitter drunter. Super einfach — super lecker! :-)

brennnesseln in salatlicher vervollkommnung
Schmeckt auch mit Käse und Obst gut

Periodisch kommen ja immer ein paar Leute daher und versuchen einen auf Was bin ich doch gut zu machen. Selbstredend wird das garniert mit scheinbar guter Kenntnis samt Zurschaustellung eines gehobenen Ambiente.

Ein Blog beispielsweise „kann den Satz: `Die einfachen Gerichte ohne Rezepte sind doch viel besser als die aufwändigen´ nicht mehr hören oder lesen“. Die Erkenntnis wurde gewonnen bei einer Tour durch die Foodblogs in aller Welt, die können, so das Urteil, nämlich gar „nicht kochen“, jaha, da kommt Freude auf, bleibt nur die Frage, wo die Foodblogs sind, die Spaß am Kochen haben und ihren Horizont nicht beschränken, aber auch da wird aufgeklärt: „Ohne Rezeptur etwas schnell Essbares zu produzieren, ist aber nun Mal keine Kochkunst“ .

Da fallen uns zwar einige Blogs ein, aber leider finden die wahrscheinlich auch keine Gnade, weil mit Olivenöl, Basilikum und Rauke ergo Trendprodukten gekocht wird. Ist das jetzt schon mitteleuropäische Arroganz oder einfach Ignoranz?

Umso erfreuter, dass es jetzt einen Kochkurs Kulinaria Katastrophalia gibt, die Kleinen sind ersichtlich gut gelaunt bei der Sache und scheinen ihren Spaß zu haben — und das ist ja schließlich das Wichtigste ;-)

bunter brennnesselteller zum aufessen
Bei Aufessung Überraschung und ein kleines Stück Birne

Gleich mal herumgekramt und wieder den ein oder anderen Kochblog gefunden: Speisezettel macht ganz verwegen spinat-tapas und rucola-koriander-salat, Gemüse für Faule von Totally Veg! ist auf jeden Fall ganz nach unserem Geschmack, Not-Only-Klops muss sich erst wieder an das Bloggen mit Fotografie gewohnen, aber das wird schon — bisweilen also erst mal Buchweizenküchlein „Kascha is beautiful!“, Knusprig-linsig geht es hingegen bei Tierfrei Mampfen zu und Kormoranflug kann eine sehr lecker ausschauende Quiche mit Roquefort und Birne vorweisen. Guten Appetit!

Morgen gibt es dann bei diversen Durchforstungen der Kochblogs gesehene Brennessel-Variationen, irgendwie muss der Berg ja abgearbeitet werden ;-)

Versehen mit rot-feinem Schaum war der genüssliche Part der von einem grob gekörnten Maismantel umgebenen in Olivenöl gebratenen Pecorino-Polenta unverkennbar und so konnte ein Hauch von Knoblauch spürbar wahrgenommen und delikateste Rote-Bete-Blatt-Füllung erschmeckt werden (griechisch-italienisches Zusammenspiel)

rote bete polenta mit zitronen-bete-schaum
Rote Bete und Polenta ergänzen sich sich überaus fusionsträchtig

Es war durchaus etwas lustig die versammelten Foodblogs dabei zu beobachten wie sie mit dem Thema Fusionsküche umgehen würden. Von Ablehnung bis Eitel Sonnenschein war so fast alles vertreten ;-) Dass das Event-Thema im Kochtopfblog, welches auf den ersten Blick scheinbar so einfach war, sich letztlich aber als Herausforderung entpuppte, war nicht sofort ersichtlich und auch bei uns erstmal nach ziemlich guten allerdings kaum verkonsumierbaren Ideen erst mal auf die lange Bank geschoben worden. Da fällt uns noch was Tolles ein und tatsächlich gab es sogar eine tolle Idee, der sich aber so manche Einkaufsmöglichkeit tapfer entgegenstellte.

Also wie üblich was aus den vorhandenen Zutaten kreieren (das sind sowieso immer die besten Gerichte) und siehe da, der Vorrat an Rote-Bete-Blättern müsste da doch perfekt unterzubringen sein, in unserem kulinaria katastrophalia-Beitrag zum Blogevent. Jetzt nur noch die fusionsträchtigen anderen Zutaten auswählen und so langsam waren in den reichlich vorhandenen Beständen die Maisgrießvorräte entdeckt, die — Juchu — perfekt passen könnten; Kochsinn hatt die ja auch schon erfolgversprechend erprobt. Kurz überlegt und dann losgelegt.

pecorino geraspelt
Pecorino, geraspelt

Die Rote Bete Blätter ganz klassisch griechisch kurz gekocht und dann mit rotem Weinessig, Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und bestem Bio-Olivenöl und einer ausgepressten Zehe Knoblauch angemacht. Sehr delikat schon alleine. Gab es in letzter Zeit des Öfteren ;-)

Währenddessen Polenta gekocht. Maisgrieß ins warme Wasser vorsichtig reingestreut (soll nicht klumpen) und mit Salz und Pfeffer gewürzt, geht mit der Schnellkochvariante auch ganz fix; war so circa ein 1,3 Liter Wasser auf 500 Gramm Grieß. Dazu dann nach einiger Zeit des Rührens noch geriebener Pecorino und noch eifrig weitergemacht.

angemachte rote bete blaetter auf polenta zur fuellung
Zur Füllung die perfekte Wahl — Rote Bete-Blätter (angemacht)

Dann rasch handeln und einen Teil der Polenta auf ein Blech streichen; hübsch verteilt die inzwischen gut abgetropften Bete-Blätter und darauf dann die Restpolenta. Dann heißt es etwas warten und dann darf nach dem Erkaltungsvorgang schon mal ein Stückchen probiert werden, gutgut, und dann in mehr oder minder akurate Quadrate schneiden und für den besseren Geschmack noch mal in gröberen Polentagrieß wenden und dann werden die Stücke vorsichtig in Olivenöl angebraten.

rote bete polenta frittiert
Polenta grob umkörnt und in Olivenöl gebraten

Derweil (eigentlich als allererstes) wird die Sauce fabriziert, entlehnt aus dem Jouvarlakia-Rezept. Dazu wurden die roten Bete-Stiele zusammen mit roten Zwiebeln in Olivenöl angedünstet und dann mit Wasser aufgegossen und mit Liebstöckel und Salz und Pfeffer gewürzt. Eiweiß schlagen und das Eigelb, welches mit etwas von der nicht mehr kochenden Flüssigkeit gestreckt wurde zur Ersterwärmung, kommt dann hinzu zu der schon cremigen Grundlage.

Dann ganzganz vorsichtig den Saft von einer Zitrone reintröpfeln. und dann ebenso vorsichtig alles zu der schon abgekühlten aber noch warmen Topfsauce hinzugeben. Wird auch gleich ganz toll rotcremig.rote bete stiele
Die Roten-Bete-Stiele sehen ganz putzig aus (beim nächsten Mal kommen da aber weniger rein). Mit ein bißchen Geschick werden die Polenta und die Sauce gleichzeitig fertig ;-) und die letzten Strahlen der Sonne verwöhnten den italienisch-griechischen Fusionsgenuss auch noch :-)

Die delikate zart nach Knoblauch und Beteblatt schmeckende Füllung fügt sich hervorragend in die eher leicht schmeckende Polenta ein und der knusprige Mantel aus Grieß vervollkommnet die Angelegenheit auch noch. Eine gute Idee, die wunderbaren Blätter zu nehmen. Die Sauce war schön cremig — wenngleich durch zuviel von den Stielen und Zitrone einen Tick zu sauer. Mit den Hackbällchen kommt das besser (vielleicht noch ein kleiner Schwubs Agavendicksaft hinzu). Im Zusammenspiel mit der Polenta aber eine leckere Fusionskost!

Zutaten:Blogevent Fusionskueche
Füllung:
Rote Bete-Blätter (ohne Stiele)
Knoblauch, Essig, Salz und Pfeffer

Polenta:
Polenta, fein (500 Gr.) und grob (so 100 Gramm)
Salz, Pfeffer, Pecorino (ein geraspelter Haufen) und ca. 1,3 Liter Wasser

Sauce:
2-3 Eier, 1-2 Zitronen, Rote Bete-Stiele, kleingeschnippelt, rote Zwiebel, Liebstöckl, Salz und Pfeffer und ein ordentlicher Schuss Wasser

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Ruckzuck angefertigt: Kartoffelberge umgeben von Rote-Bete-Blätter samt Anhang mit Knoblauch und delikatem ganz furchtbar leckerem Schafskäse

Die letzte Woche war ja eher von der Anstrengung zugneigten Tätigkeiten geprägt, die nun in aller Ruhe in ein den Gefälligkeiten des Lebens zuträglicheren Maße enden sollten, weshalb unter Beachtzung der doch noch wärmeren Temperaturen nach kurzer Sichtung örtlicher Bedarfseindeckungsstellen Kartoffeln, Rote Bete, Knoblauch und allerlei sonstige später zu verkonsumierende Dinge erstanden wurden.
Perfekt einfach war die Herstellung der leckeren Blätter und weil die Betenknolle so klein war, wurde die gleich mitaufgetischt wozu sie eingeschnitten wurde zwecks besserer Durchdringung der gewürzlichen Beigaben. Kartofelbrei nebenbei gefertigt (der etwas fad und deshalb nachwürzbedürftig war, was an der blöden Kartoffelsorte lag) und mit leckerem griechischen Schafskäse versehen. Lecker!

kartoffelberg mit roter bete
Marinierte Rote Bete – rundum zufriedene Gesichter hervorrufend

Der Blogevent Bier läuft morgen aus und uns ist noch nichts dazu eingefallen, wird wohl mal wieder was auf die letzte Minute werden. Aber es ist ja noch Zeit ;-) Den letzten Blogevent zum Thema Rhabarber gewannen übrigens Babaras Spielwiese mit Entenbrust auf Rhabarbergemüse und genussmousse mit einem Klassiker der Rhabarberzubereitung — einem Kuchen: Rhabarber-Topfen-Streusel. Herzlichen Glückwunsch noch! Demnächst dann auch eine Kreation zum Thema Wildkräuter, wenn die Ferienplanung nicht tendenziell andere Vorgaben macht…

Doch ganz famos schmeckende Thymianblättchen und konkurrenzweise Oreganoblättchen an zweierlei gewürzten Pilzen, die in, unter, auf einer Zusammenstellung aus Feldsalat und aromatischem Jaroma-Kohl, der in feinen Streifen hinzugefügt, doch weder dominierend noch zurücktretend dem Ganzen das gewisse Etwas verleihen konnte — zumal auch rote Zwiebeln, weißer Balsamico und exclusives Olivenöl den Thymian-Pfeffer-Muskat-Oregano-Meersalz-Ton verstärken konnten

Da die Lust auf salatliche Verköstigungsmöglichkeiten durch in unserer Küche vörratigen Feldsalat und einen sogenannten Jaroma-Kohl unterstützend durch hinzuzufügende braune Champignons als mithin gesichert gelten konnte, war dem Umstand der eilfertigen Zubereitung nur noch wenig entgegenzusetzen, um dem perfekten Gelingen durch ebendieses auch hübsch Ausdruck zu verleihen.

Salat mit Pilzen nah
Irgenwo drunterdrinnendrauf waren zweierlei mit gewürzlichen Beigaben versehene Edelpilze dabei

Jaromakohl ist ja seit einigen Jahren wieder vermehrt im Handel erhältlich und hat ganz zu recht einen verdienten Spitzenplatz im Küchenplan verdient. Nicht ganz so kugelrund wie der typische Weißkohl, sondern eher etwas flachgedrückter entpuppt er sich als aromatische Wunderwaffe gegen ödes Kohleinerlei. Locker und leicht ist der erste Eindruck und zusammen mit Olivenöl, welches einige Minuten einziehen darf, braucht es auch nur noch einer ganz kleinen Prise Meersalz.
Eigentlich klingt die Zusammenstellung Feldsalat — Weißkohl erstmal nicht so interessant. Der feine Jaromakohl hingegen erschien den Erwartungen gerecht werdend optimal in Anpassung und Ergänzung. Ein kleiner Schuss weißer Balsamicoessig waren dann auch noch die einzigen Zutaten neben kleingehackten Roten Zwiebeln.

Die bereits erwähnten Pilze, braune Champignons, wurden in zweifacher absolut schnell zu bewerkstellender Fertigung fabriziert und zwar einmal als Variante mit Olivenöl, Oregano, schwarzer Pfeffer und dann noch als Thymian, Olivenöl, Muskat Version. Alles beide sehr lecker und den Salat wunderbar unterstützend, so dass keine Zutat dominieren und die geschmackseigenen Inhalte ihr Treiben derart fortsetzen konnten, um das Verzücken allseits in einem kreativen Akt umzusetzen. Gibt es bald mal wieder!

Salat mit Pilzen weit
Neben der schnell-leichten Verköstigung wurde auch noch gespielt

Und was gibt es sonst noch so? Der Kresse-Blogevent steht noch an und wir haben noch nicht das Richtige in dieser Hinsicht, was uns gut zu Gesicht stehen würde, gefunden.
Hingefunden jedenfalls haben wir durch einen kleinen Hinweis zur Seitan-Herstellung, deren Ergebnisse wohl gut gemundet haben müssen — dem Abwasch nach zu urteilen hat die VoKü jedenfalls einiges zu verarbeiten gewusst.