Tag-Archiv für 'ei'

Von nicht ungefähr habhafter und daher sanfter Betulichkeit im Hinblick auf die Schütthaltung bedacht war es im zweiten Anlauf und dabei sogar mit einer interessanten Variation geglückt — buntes rotgelbgrünes Geschick

junger mangold leicht frittiert
Erste junge Mangoldblattkunst

Die glücklich sich schätzende Auberginenzeit macht sich hier immer mit reichlich Exemplaren bemerkbar, die sich zwar sehr schick machen auf dem Küchenregal oder wo sonst noch Platz für das Gewächs ist, bisweilen ist aber einfach die Handhabbarkeit im Kochglück etwas reduzierterer Natur.

Bei Spülkönig & Kitchenqueen war neulich so eine leckere Kreation aus Malaga zu sehen. Hauptbestandteile dabei waren Auberginen und Honig, Wein und Ausbackteig. Müsste sich machen lassen; feinfein, also ran, die Exemplare, zeigten auch schon leichte runzlige Schwächen außenrum.

aubergine in leichtem backteig mit honig-wein-mischung versehen
Natürlich mit reichlich Olivenöl versehene Tapaskost mit Honig-Wein-Sprengsel

Die Zubereitung ist etwas ausgefeilter, als die Auberginen bisweilen auf den Tisch kommen.

Die in Scheibenformat geschnittene Melanzani aus einer schönen dunkelvioletten Rundfrucht herstammend wurde gesalzen und gesalzen, was leider einmal zuviel des Guten war. Der Hinweis bei S&K , die Scheiben ordentlich abzuspülen, war wertvoll, ward aber nicht gemacht.

manchmal haben auch auberginen ein bewegendes innenleben
Manchmal haben auch Auberginen ein bewegendes Innenleben ;-)

Aber erst mal weiter im Kochvorgang. Derweil wurde nämlich schon mal der Ausbackteig angerührt. Ganz nach Rezept mit fast einer Flasche Bier, etwas Mehl, einem Ei (ist aber eigentlich nicht unbedingt nötig) und etwas Salz und vielen schönen Safranfäden. Kann auch bei gewünschter festerer Außenumrundungsstruktur mit mehr Mehl angerührt werden.

ausgebackenes junges mangoldblatt mit teigausformungen
Ausgebackene Spuren entzücken das jung Mangoldblatt

Die erste Bratung dann schön in Form und Farbe, der Eintauchteig war eher dünnflüssiger und beschenkte die runden Scheiben mit einem die Eierfrucht schon herauskommen lassenden leichten Behang.
Die erste Probeverkostung war dann eher der nicht so eingeübten Nichtverzückung gewidmet — total versalzen, Würg, da half auch nicht die aus Orangenblütenhonig-Malaga-Wein (es ward eine portugiesische Möglichkeit in Anspruch genommen) kreierte Übertröpflegelegenheit.
Uuhh, also schnell die restlichen Scheiben ganz, ganz brav abgespült um wenigstens die nächsten zwei Fuhren genießen zu können.
Das Resultat war dann auch wesentlich angenehmer als die Salzversion, irgendwie war da doppelt gesalzen worden :-( , naja die Rubrik Katastrophalia muss auch mal wieder gefüllt werden.

fluessiger safranfaden ausbackteig zu mangoldblatt
Safranfaden wissen durchgezogen sich gebenden Mangold neues Glück zu bescheren

Nicht ganz so passend war zu den gebratenen Auberginen die Honig-Wein-Mischung, war doch zu süß als alleinige Zugabe, mit etwas herberen Ahornsirup kommt das bestimmt besser oder im Zusammenspiel mit etlichen anderen Tapas.

Da vom angerührten Teige noch viel da war, wurde einfach mal ausprobiert da hindurchgezogene Mangoldblätter zu braten — Exzellent kann nur gesagt werden, da hinzu passt tröpfelnderweise die Sauce optimalst, sehr lecker in dieser Variation. Also wanderten auch noch der Rest der vielen bunten gelben, grünen und roten jungen Mangoldblätter (die gerne mit Stiel gebraten werden können — auch wenn einige das nicht glauben können) in die safranversetzte Ummantelungsflüssigkeit, die inzwischen durch die längere Ziehzeit noch gelber glänzte. Ganz überfamos lecker!

roter mangold leicht mit safran und so umbacken
Und weil es schön ist auch noch das rote Mangoldblatt :-)

Zutaten:

Auberginen, violett
Mangold, jung und bunt
Bier
Mehl
Ei
Salz
Olivenöl
Orangenblütenhonig
Malagawein (hier verwendet als Ersatz ein portugiesischer Likörwein)

Grüne Eier, die zugegebenermaßen neben dem wohlklingenden Namen einen minttonigen Touch aufwiesen und so zu Kauflust führten, die neugierig auf das wohl noch zu erkundende Innere setzte — Araucana

gruene eier sind etwas kompliziert zu fotografieren sie sind in natura aber wirklich leicht mintgruen
Grüntöne — zumal bei Eiern — einzufangen ist ein gar schwierig Unterfangen

Die Farbgebung von Hühnereiern ist bisweilen ja von nicht uninteressanter Gestaltung, gefleckt, gescheckt und eben auch nun grün, nun ja, eher ein leichtes Mintgrün. Dass sich das durchsetzt wird eine Frage der Mode sein — schließlich ist das ordinäre weiße Ei nahezu ausgestorben in den Auslagen von Supermärkten, Bioständen und Verkaufsmessen. Wer wollte schließlich früher braune Eier essen bis es furchtbar in wurde.

Neugier beim ständig im Bioladen ausverkauften aber per Reklame angepriesenen Araucana-Ei schlug Alarm, als zufällig der Blick auf die letzte Vorratspackung fiel zu einem Preis, der doch etwas über dem üblichen Zahlbetrag liegen dürfte.

gruene eier vom araucana-huhn

Besondere Aromen, ungekannte sowieso, sollten die Belohnung sein, außerdem das Studium einer etwas dickeren Schale. Den Farbton mit der Kamera einzufangen gelang leider nicht so gut, auf nachträgliche Einfärbung wurde einfach mal verzichtet, 3Sat hat ein Foto veröffentlicht, das grünt genug.
Außerdem wird aufgeklärt: grüner Gallensaft versorgt die äußere Umhüllung mit dem typischen Hühnereiton, das Huhn selber soll irgendwo herkommen, niemand weiß genaueres…

gruene eier sind innen auch nur gelb
Innen ist es wie gehabt

Der Geschmack, nun ja, hängt wie üblich von der Fütterung ab, der Rest ist Anpreisung ;-)

Jouvarlakia

reisbaellchen ganz und gar griechisch mit zitronen und ei
Jouvarlakia — zitronig-eiig-cremig — erfreut doch immer wieder…

Ein typisch griechisches Gericht, Giouvarlakia, kam gerade passend zu Erwärmung für vor Kälte in fröhliches Rot getauchte Gesichtspartien, die auch sogleich vor Entzücken ob der angebotenen Speisen ihre Farbe beibehielten. Die Fertigung setzt allerdings solides Grundwissen um die gehorteten Reislagerbestände voraus, um die perfekte Sorte verwenden zu können. Aber es hat alles sein gutes, sodass diesmal neue Reissorten zur Anwendung gelangen konnten.

Wir durften also japanischen Sonstwasreis (leicht klebrig) und einen Bioreis (etwas festere Struktur infolge) zur ausprobierlichen Fertigung heranziehen, um neue Geschmacksnuancen reisbaellchen in vorbereitung.jpgausfindig und bekömmlich zu gestalten. Kräuter, ungehackt, hervorgeholt und Arbeitsgänge verteilt.
Eigentlich sollte in das zu kreierende Mahl rezeptlich vorgesehen Blattpetersilie und Dill und Liebstöckel rein, aber eigentlich war nur die Petersilie aufgetrieben worden (der welke Dill liegengelassen, der merkwürdigerweise vom Verkaufspersonal seit bestimmt vier Tagen schon nicht entfernt worden war) und noch frische Korianderblätter als ausprobierlichen Ersatz.

Die Kräuterblätter wurden dann auch eifrig gehackt und die Zwiebelstücke grob verhackstückelt. Biorinderhack hervorgeholt und zur Herstellung von zwei Versionen aufgeteilt. Waren so ca. 400 Gramm und die verwendeten Reiskörner dürften sich so 900 Gramm angenähert haben. Das war aber zu wenig wie sich noch herausstellen sollte. Etwas Olivenöl und jeweils zwei Eier hinzu und gut verrührt und verknetet. Sodann erst große und dann nach übereinstimmender Betrachtung und Beratschlagung daraus noch mal kleinere Reis-Rundlinge gefertigt. Salz natürlich auch noch hinzu zur Würzung.

Vorgesehen hätte jetzt noch Liebstöckl und Salz zur geschmacklichen Aufwertung ins Kochwasser reingehört, war aber nun mal nicht da; Brühwürfel stattdessen genommen und noch etwas Salz und gewartet bis die geeignete blubbernde Kochtemperatur erreicht war, die fertigen Reiskugeln vorsichtig reingelegt und dann nach ein paar Minuten runtergeschaltet, um den 40-Minuten-Köchelei-Niedrig-Temperatur-Vorgang einzuläuten.
Dazu dann noch lose reingerührt etwas Reis und Hack. Das macht die Sauce dann schöner.

Zeit dem mitgebrachten Weißweine zu frönen und auf die zwischenzeitlich zu probierenden Reisknödel zu warten. Koriander doch zu stark bemerkbar, aber nicht so schlimm, Dill dann doch die bessere Wahl. Das Hackfleisch erwies sich als zu kompakt, der Reis als nicht weich genug werdend. reisbaellchen detailBeim nächsten Mal also dann doch mehr Reis bei diesen Sorten verwenden. Nach etwas längerer Kochzeit dann doch noch schön durchgezogen.

Das Wasser zieht sich dann auch schön in die Reiskügelchen rein und es wird Zeit die Spezialität zum köstlichen Höhepunkt zu bringen: Die Zitronen-Ei-Soße! Köstlich! Ist Bestandteil vieler Gerichte in Griechenland und passt wunderbar zu kulinarisch verwöhnten Gaumen wie unsrereinige ;-)

Die Zubereitung ist ganz einfach (und es gibt wohl unzählige Varianten). Eiweiß cremig schlagen,
mit etwas abgekühltem Kochwasser gerührtes Eigelb hinzu und dann ganz, ganz vorsichtig den Saft von zwei, drei Zitronen hinzugeben. Diese Zitroneneisauce wird dann nachdem der Kochtopfinhalt nicht mehr kocht (stockt sonst) rübergegossen und zusammen mit den Hackreisbällchen serviert zur Hervorzauberung von strahlenden Gesichtern.

Zutaten:

1000 Gramm Reis (Milchreis)
400 Gramm Hackfleisch, Lamm, Rind, gemischt…
2 Zwiebeln
3 Eier
Bund Blattpetersilie
etwas Dill (Ersatz Koriandergrün)
Salz
bissl Liebstöckl

für die Sauce:

4 Eier
3-4 Zitronen
etwas Kochwasser

Jouvarlakia — einfach zitronig lecker!