Tag-Archiv für 'blogevent'

Geschmacklosigkeit durchsetzt von scharf-prickelnden Momenten und delikat sich zeigenden zuvor hart sich erweisenden trocken Daherkommenden — frisch umgarnt von filigraner Kunst (zu runden Ergänzungen)

Nun ist das Thema des Blogevents im Gärtnerblog dem Chinakohl gewidmet, jenem eher nicht ganz so geschmackreichen Gewächses, das bisher allenfalls als Salat zu Tische gelangte und da warme Kost das Gebot war, wurde in einem Anflug, der sich aus der Betrachtung von Lavaterras Kreation ergab, ein fenchliger (fast anisiger ;-) ) Geschmack dazu als passend erkoren.

chinakohl wilder fenchel reis und shiitake szechuanpfeffer pfannengeruehrt
Chinakohl — gewokt und mit Shiitake bereichert und durch Pfeffer aus Sezuan verwöhnt mit frischen filigranen Wildfenchel-Spitzen

Zwar ist erst am Ende des Monats Abgabeschluss, aber manchmal darf auch schon früher der Kochlöffel in der kulinaria-katastrophalia-Küche für unseren Beitrag geschwungen werden ;-) außerdem ergab sich gerade ein dazu günstiges Zeitfenster. Da muss schnell gehandelt werden.

Zuvor noch rasch Shiitakepilze eingeweicht (bevor die gar nicht mehr in Gebrauch genommen werden), diese dann munter unter Wasser gestupst, und Olivenöl mit dem nussig schmeckenden Sesamöle gemischt in der Wokpfanne versehen mit weißem Pfeffer. Pilze rein und rasch gebraten und mit etwas Meersalz und Szechuanpfeffer gewürzt. Duftete schon verführerisch :-)

Währenddessen Rundkornreis geköchelt nach der Zuviel-Wasser-Methode-und-dann-doch-zuwenig-Methode. Kleingeschnittener Chinakohl zu den Pilzen und kurz scharf angebraten und noch mit einem Schwung gemörsterten Sichuanpeffer und grünen aus roten Zwiebeln herauswachsenden Spitzen versehen. Und dann die für dieses Jahr wahrscheinlich letzten Frischevorräte an Wildfenchel vom Biomarktstand hinzugefügt, um einen frischen Kontrast zu dem prickelnd-scharfem Pfeffer zu erhalten.

einweichshiitake
Einzuweichendes Trockengut

Schnell abgelichtet und dann zur Verköstigung geschritten. Der Chinakohl hatte geringfügig an geschmacklicher Höhe gewonnen durch den Anbratprozess und war erfreuerlich von punktuell auftretenden scharfen Momenten umgeben, die sich, ergänzt durch die geradezu delikat süchtig machenden Pilze in der durch den feinen Wilden Fenchel frischen Augenblicken nicht abgeneigten Umgebung, superb zu machen wussten.

blogevent chinakohl

Zutaten:

Chinakohl
Shiitake
Szechuanpeffer
Grüne Rotzwiebelspitzen
Reis
Olivenöl
Sesamöl
Meersalz und weißer Pfeffer

kulinaria kamera, die Probleme, die Reparaturodyssee und andere zweifelhafte Dokumentationen (Bilder, Bilder…Geschichten, Geschichten…)

Während die meisten Kochblogs sich nahezu verausgaben, um das allerneueste Modell gegen das Allerallerneuste auf dem Markt auszutauschen ;-) und sich stundenlang mit der richtigen blogevent food-o-grafieKameraeinstellungen herumplagen, hat sich hier die schnelle Knipsvariante als praktikabel erwiesen. Das mag nun auch an dem Umstand liegen, dass hier meist des Abends mit deutlicher Tendenz zum nächsten Tage die kulinarischen Köstlichkeiten aufgetischt (und manchmal sang- und klanglos entsorgt) werden, da ist sowieso egal welches Kameramodell Verwendung findet.

Auf die Bilder übrigens einfach draufklicken, in diesem Beitrag sind die ausnahmsweise alle verlinkt und führen zu den kleinen Foodblog-Geschichten und manchmal auch zu einem Rezept ;-)

kaki in kaffeebohne

Schließlich ist Sonnenlicht noch das beste Ambiente, um die Speisen zu präsentieren, die so schmackhaft doch wenigstens im Ansatz auch in der Photodokumentation ersichtlich sein sollten. Das, was das Essen ausmacht, die Atmosphäre, die Lust am Essen, der nette Besuch, kann sowieso nur ansatzweise eingefangen werden.

Aber da zorra angefragt hat, was denn so für Kameramodelle Verwendung finden kommen wir dem mal nach und präsentieren für die food-o-grafie die verwendeten Modelle, derer viele, die hier so in unserer kulinaria katastrophalia-Küche Verwendung finden.

die kaki ist immer noch da

Angefangen und durchgehalten haben wir mit einer kleinen Digitalkamera, Modell Kodak LS753, die macht auch ganz passable Bilder, die allerdings im Vorschaubild immer etwas matt aussehen, dann aber zu voller Größe kommen, klein und handlich, macht gute Überblicksbilder. Zahlreiche Kakibilder entstanden damit.

kaki standhafte

Ab und an bei Besuch kommt eine PENTAX Optio WP zum Tragen, die ist ganz nett, wenn nur die Bedienungsanleitung nicht auf technikschwedisch wäre, dann könnte da wohl noch was rausgeholt werden. Leckerste Bärlauch-Birnen-Kaninchenleber in Schokoladen-Wein-Sauce wurde mit herbeigerollerter Nikon E4500 dokumentiert.

getrocknete kaki

Die andere meistens verwendete Camera ist hingegen eigentlich gar keine, sondern eine kleine Handykamera, eine Sony Ericsson K800i, die ist schnell griffbereit und deshalb oft verwendet, außerdem macht sie so schöne Vorschaubilder, die nachher gar nicht mehr so farbenbrilliant aussehen, die Nahaufnahmen sind allerdings manchmal (bei eitel Sonnenschein) deutlich besser als bei der Kodak, auch die Farben Grün und Rot treten besser hervor.

knoblauchsprossen

Knoblauchsprossen beispielsweise entzücken in ihrer Grazilität geradezu mit ein bissl Sonnendurchflutung, so wird es lockerflockig (hier zu sehen in unserer septembrigen Schafskäse-Ingwer-Kredenzung) und die Sprossen des Knoblauchs sind quasi griffbereit im Bildschirm zu finden, zuviel Sonne allerdings macht sich dann auch nicht gut, der frühe Morgen (da schlafen wir noch) eignet sich eigentlich am besten ;-) Schade ist es eigentlich nur, dass die meisten Bilder in Riesengröße schöner aussehen, als dann verkleinert im Blog, andersrum geht das allerdings auch, verschwommene Bestandteile fallen dann gar nicht so auf…

Torte

Manko allerdings: das Modell ist ständig kaputt, was mithin Ärger mit sich bringt und das eigentlich Interessante ist, dass sich aus diesen Umständen das nicht Uninteressante zu Erzählende speist und das hat es interessanterweise in sich.

dosenfischkatze

Das Modell K800i ist etwas klobig für ein Handy und wurde einst mit einem unsinnigerweise teueren Vertrag erworben, die Werbung hatte ihren Einfluss dabei ;-) und nachdem, das Teil zweimal nicht mehr funktionierte war der Gang zu einem vom Verkaufsgeschäft angepriesenen Dienst angesagt, der gleich mit wirklich kompetenten Personal aufzuwarten wusste: Eimerweise Schminke , Marge-Turmfrisur und lange aufgeklebte Fingernägel (plastisch in den modischen Farben der Geschmacklosigkeit bewahrt) verhinderten den Ausbruch normaler Kommunikation in den Gehirngängen der Schaufensterpuppe, die erstaunlicherweiuse auch noch reden konnte, ein Wunderwerk sozusagen.

rauke mit schinkenwuerfel in ei und das alles als sauce zu linguine

Einmal das Versagen geschildert, kam nur als Antwort, Also ich hab das gleiche Fotohandy (bitte in doofen Wähwäh-Ton sprechen), meins ist noch nie kaputt gegangen.
Sehr schön, interessiert nur nicht, also geduldig den Fehler erklären und sich weitere dumme Bemerkungen anhören, was es denn sein könnte, nein funktioniert auch mit anderem Akku nicht, hat die die Erklärung nicht verstanden, dass es zwar angeht, aber nicht hochfährt?

Na, dann schauen wir uns das mal an (Wähwäh-Ton), toll, genau das war es, was verlangt war, dann fängt sie an mit ihren Plastikfingernägeln die Karte rauszuprockeln, was naturgemäß sich als durchaus schwierig rausstellt mit den langen Dingern, wer stellt sowas ein?

zitronenpresse orange original 70er

Selbst ran und auf die Frage nach dem voraussichtlichen Abholtermin nur schnippische Bemerkungen das könne man nicht sagen. Schön. Nach zwei Tagen schon einen Anruf bekommen, dass es abholbereit sei und hingefahren und wieder diese Plastikfinger im Empfang; scheinen der Ansicht zu sein, dass die KundInnen auf so was stehen.

griechischer frape

Wir haben da eine neue Software draufgespielt, das müssen sie aber zukünftig selber machen. Hallo? Das Gerät war kaputt, wieso soll ich eine neue Software draufspielen?
Das müssen sie jetzt, Sony Ericsson schreibt das jetzt vor, hier sehen sie, hier steht es (hält mir die Reparaturbescheinigung ihres Geschäftes vor, wo drauf steht, dass der Kunde, das machen kann).
Interessiert mich nicht, selbst wenn es so wäre, dass die Garantiebestimmungen sich geändert haben, dann gelten weiterhin diejenigen bei Vertragsschluss. Nein, das stimmt nicht, hier steht es doch (zeigt mit Plastikfingernagel auf das Papier). Hier ist jegliche weitere Mühe vergebens, die Person ist zu intelligenter Kommunikation offensichtlich nicht fähig.

gegrillte shrimps

Ab nach Hause, auf dem Weg Handy eingeschaltet und schwubbs nach drei Minuten ist der Akku alle, komisch war doch vor der Reparatur extra aufgeladen worden? Angeschaut und festgestellt, dass da ein anderer Akku drin ist (hat sich wahrscheinlich die Schaufensterpuppe mit dem gleichen Handy gekrallt), also zurück zum Geschäft und beschwert.

frische erbsen

Chef kommt auch gleich raus und behauptet steif und fest, dass dies selbstverständlich derselbe Akku sei (natürlich), da achten wir immer darauf, dass Gerät und Akku zusammenbleiben, außerdem, woher wollen sie denn wissen, dass das nicht ihr Akku ist, wer schaut sich den denn an.

bio joghurt mit apfel und roter grapefruit

Ich, schließlich hätte der ja kaputt sein können und da war der weder verkratzt noch der Aufdruck verblasst. Nein das stimme nicht, wir sind hier ein Geschäft am Ku´damm und nicht so eine billige Klitsche, wir machen sowas nicht, ah ja….

wilder fenchelsamen und grobes siedesalz im moerser

Und was hätte ich da noch für ein Problem gehabt, Garantie, ja das müssen sie jetzt selber machen. Die Dummheit der Schaufensterpuppe ist also auch Geschäftstaktik, kein Wunder, dass die Gerichte überlastet sind. Beim nächsten Mal wird gleich Mängelgewährleistung geltend gemacht, dann kann das Geschäft sich dreimal ärgern.

Und in der ganzen Zeit steht das Handy dann natürlich nicht für die Foodblogfotografie zur Verfügung — Argh!

olivenblaettertee zur anschauung

Inzwischen war das Gerät viermal kaputt und wieder — diesmal beim Verkäufer — bei der wochenlangen Reparatur (da hätte schon ein neues verlangt werden können) und dann ist da ein fetter Kratzer im Display unter der Glasscheibe bei der Rückgabe. Was ist das denn?

Ja komisch, also wird angerufen bei der Firma, die stellen sich doof, hier steht doch in der Einlieferungsbescheinigung, dass da ein Kratzer drauf ist, ja stimmt meine ich, der ist auch noch da, der muss mit einer Lupe gesucht werden und das stand auch schon auf den letzten drei Reparaturbescheinigungen drauf, der neue hier ist unter dem Display. Hmm, hmm, Verkäufer kann sich aber nicht bei der Reparaturfirma durchsetzen (jetzt nicht wirklich verwunderlich), ruft also seine Chefin an und kommentiert derweil laut mit, dass ein neuer Reparaturauftrag von mir erteilt werden müsse.
Halt Stopp! (laut rufend und das Telefongespräch störend) – ich beauftrage gar nichts, das ist allein ihr Problem! Verdutztes Aufschauen (Oh, oh — renitente Kundschaft).

linguine bolognese

Um es kurz zu machen — es dauerte zwei Monate bis die Nachricht kam, dass das Handy unterwegs (angeblich) leider verloren gegangen sei (haha, die Versicherung zahlt es wohl) und 14 zerquetschte Tage bis die Nachricht kam, das ein neues Handy wieder da sei, irgendwie noch mit Restfreude (endlich!) hin und festgestellt, dass es nicht da war, warum rufen die dann an?!? Nach einer Woche dann die Nachricht, es tut uns sehr leid, es verzögert sich noch etwas…

sukulaku

Aber schließlich doch noch ein fast nagelneues Exemplar in den Händen gehalten, lediglich die Versiegelung war aufgebrochen wir haben ihnen schon mal den Akku aufgeladen -- wers glaubt wird selig, es wurde vermutlich ein kaum genutztes Ansichtsexemplar organisiert; aber egal, Hauptsache wieder ein neues Handy.
Dann noch verlangt, dass auf die Rechnung (0 Euro) noch der Vermerk kommt, dass volle Gewährleistung (weitere zwei Jahre) steht. Auch das erhalten (viele tricksen da ja noch rum) und nun steht da, dass Leistung auf ein „Gewehr“ gegeben wird, ist ja auch mal was.

rote versuchung

Nun, so richtig empfohlen kann das Gerät nicht werden, auch wenn es ganz nette Fotos macht, aber das haben sich alle wohl schon selber gedacht ;-)

limonen im nachtlicht

Und welche mag, darf raten, welches Kameramodell welches Foto für den Foodblog beigesteuert hat ;-)

Die anderen Kamerabestückungen der anderen Foodblogs sind dann im Kochtopfblog zu bewundern, morgigen Tages ist nämlich der Einsendeschluss für den Blogevent und dann wird rasch wie immer eine wohl ziemlich lange Liste schön fotogen aufgearbeitet zu bestaunen sein. Viel Spaß dabei!

Von nicht uneleganter klassischer Betrachtung erst obenauf und dann mittendrin getragene Quitten in zimtigen Mavrodaphnezügen mit ein, zwei Nelken (lecker Nachtisch!)

Quitten-Blogevent heißt das neuste Produkt des Gärtnerblogs und hurtig hatten wir uns nach einer Woche schon einen kleinen Vorrat von dem Saisonalobst vom Biostand zur Seite gelegt. Ideenfindung ist ja immer das Gebot der Stunde und so war neugieriges Abwarten, was denn so die anderen damit anstellen würden, angesagt.

quitten in mavrodaphne mit zimstange und nelke
Für das Dokumentationsphoto unsanft dem Zubereitungsprozess entzogen

Herzhafte Kost schwebte vor, gesotten, gebraten, was halt so anstellbar wäre. Dann allerdings die verdammte Idee nicht gehabt und angesichts wichtiger Termine dann doch auf den Klassiker der Quittenproduktion gesetzt – Quitten in Mavrodaphne, einem süßen griechischen Likörwein aus der Region um die eher nicht so schnuckelige Hafenstadt Patras; das Ganze ergänzt mit Zimtstangen und zwei eher kleineren Nelken.

Gesüßt zu werden braucht die Köstlichkeit eigentlich nicht (aber je nach Bedarf kann noch Zucker hinzu), ein bißchen Öl kommt auch noch ran und eine Vanillestange rundet alles noch ab (muss aber auch nicht sein, aber wir hatten noch eine angefangene).

Erstmal heißt es Quitten schälen und halbieren, das Entkernen sollte Besuch überlassen werden, meistens kennen die lieben Leute nicht die Hartnäckigkeit der gemeinen Quitte und so geht das dann mehr oder minder ohne Flüche vonstatten.

Ab mit den Hälften (hier wurden es merkwürdigerweise eher Viertel ;-) ) in eine Backform, restliche Zutaten mit rein, und abdecken mit doppelt quitten einkaufgelegter Alufolie und erstmal oben auf dem Herd etwas weich kochen und dann rein in den auf ca. 130-150 Grad vorgeheizten Backofen. Duftet schon wunderbar und verheißt nur Gutes.

Dann warten, der Wein zieht schön in die Quitten ein und reduziert so um die Hälfte, so ca. 56 Minuten dauert es und schwubdiwubstrara ist der Nachtisch fertig. Bisschen Zimt drüber streuen, sieht ganz schnuckelig aus und schnell servieren, wenn es warm gewünscht wird. Als kalte Speise auch lecker mit Eis. Für die Dokumentation aus Zeitgründen einfach mittendrin aus dem Zubereitungsprozesse ein paar Stücke entrissen und schnell abgelichtet ;-)

Elegant kommt er dann mit Zim- und Vanillestange dekoriert daher der Quittennachtisch, der vorzügliche und wie er so schmeichelhaft die Geschmacksknospen umgarnt ist klar, dass es nur eine Quittenzubereitung geben kann :p

Die sanfte Genüsslichkeit — soviel kann noch festgestellt werden — zergeht geradezu auf der Zunge, süße Momente des Vergessenes weisen den Weg ins Sündhafte, also genauso wie eine Süßspeise aus dem aromatischen Weine zu sein pflegt und das nach nur simplen 104 Minuten und ein paar zerquetschten.

blogevent quitte

Zutaten:

Quitten, nicht zaghaft beim Einkauf sein
Mavrodaphne, das Zeug ist teuer
Etwas Öl, ein neutrales am besten
2 Stangen Zimt und ein, zwei Nelken

Dazu dann traditionell Unmengen griechischen Kaffees und die Welt ist wieder in Ordnung.

Ausgesprochen köstliche — ja geradezu überköstliche — überaus geeignete Lauch-Kochverwendung, die mit zweierlei Zwiebelsorten, Spinat und runden Reiskörnen schon alleine eine delikat zu erschmeckende Nachmittagskost war und zu noch überköstlicherem Glück sorgte mit einer karamellisierten Haube — schlicht Köstliches Karamellhaubenlauchreisspinatförmchen genannt

Die Verzweifelung war ja schon groß: Lauch, ausgerechnet Lauch, jenes der Verwendung in unserer Küche eher nicht anheimgestellte Gemüse war das neue Thema im Gärtnerblog und mit Sorge wurde zudem betrachtet, dass fast alle guten Ideen schon weg waren, und neu erdachte prompt von mehr oder minder fiesen andern Kochblogs ;-) einfach weggeschnappt wurden.

Nun denn, hurtig an die Arbeit gemacht, heute ist schließlich der letzte Tag und an was Süßes gedacht. Hm, vielleicht in Wein gesottene Lauchenden, gefüllt mit Walnüssen und mit Dicksaft, jenem wertvollen in Wahllanden nicht gängigen Süßungsmittel, karamellisiert. Gedacht, getan, gegessen, schmeckt grauenvoll; außerdem brannten die Walnüsse etwas an. So also nicht.
Frustration, aber keine Aufgabe. Daran zu denken schon, nein, das gab es nur einmal und da war die Zeit äußerst knapp (außerdem sollte da mit Bier gekocht werden, Brrrrhh).

lauchreisspinatfoermchen ohne karamellschichtung
In der Produktion (etwas zu ungepresst)

Im Kühlschrank nachgeschaut und Spinat, gedünstet mit Zwiebeln in Olivenöl und abgelöscht mit Zitrone, vom vorherigen Tage entdeckt. Prima, der muss jetzt dran glauben. Die niedlichen Rundreiskörner gekocht, die Zutaten vermengt und sich dann an den Lauch gewagt. Den in kleine Rundlinge geschnitten und in Olivenöl schön angeröstet. Dann die schöne Zutatenmengung dazu und brutzelbrutzel war eine überaus leckere Köstlichkeit entstanden, das Lauch so süßlich geworden so lecker sein kann, erstaunlich; vielleicht sollte öfters damit hantiert werden?

Ab in eine kleine Form und in die Mitte des viel zu großen Tellers gestürzt und für gut befunden. Sehr schön; warum jetzt eigentlich das Ganze nicht noch karamellisieren. Also mit Rohrzucker bestreut und rasch mit einem Bunsenbrenner zum Schmelzen gebracht. Ein wenig Flüssigkeit tritt durch die Wärme wieder aus, aber das macht sich als „Saucenspiegel“ ganz gut ;-)

koestliches karamellhaubenlauchreisspinatfoermchen
Karamellisierte Köstlichkeit für die nachmittägliche Verköstigung

Die derart feine Kost probierend war kurze Zeit nur andächtiges Schweigen das Gebot der Stunde — gleich danach kam aber der Ausdruck Köööstlich über die Lippen und das vollkommen zu recht: ein wunderbar lecker zu erschmeckendes nachmittägliches Verköstigungsobjekt, und die Karemellschicht erst, knackig durchbrechende Wollust über süßlich perfekt abgestimmte Untergrundmischung. Genau die richtige Zwischendurchmahlzeit für hungrige die Ausgewogenheit zwischen herb und Süß liebende kulinaria katastrophalia-Kochbelegschaft und unser Beitrag zum Kochevent; das gibt es auf jeden Fall bald wieder, v.a. eignet es sich hervorragend als vorher zuzubereitendes Essen, welches nur noch rasch frisch überkaramellisiert zuu werden braucht. Leckerleckerlecker

Zutaten:

LauchBlogevent Lauch
Spinat, frischer!
Rundkornreis
Zwiebeln, rote und weiße
Olivenöl
Rohrzucker
Zitrone, so eine
Salz, Pfeffer

Zubereitung auf die Schnelle:

Grob kleingehackte Zwiebeln in Olivenöl andünsten, Spinatblätter hinzu und umrühren; ein bißchen Wasser hinzugeben und 1-2 Minuten dünsten lassen, salzen, pfeffern zitronieren, nochmal umrühren. Reis kochen und mit Spinat vermengen. Lauch anbraten bis er leicht braun wird und ebenfalls hinzu. In eine Form geben und stürzen und dann Rohrzucker rüberrieseln und karamellisieren. Fertig

Versehen mit rot-feinem Schaum war der genüssliche Part der von einem grob gekörnten Maismantel umgebenen in Olivenöl gebratenen Pecorino-Polenta unverkennbar und so konnte ein Hauch von Knoblauch spürbar wahrgenommen und delikateste Rote-Bete-Blatt-Füllung erschmeckt werden (griechisch-italienisches Zusammenspiel)

rote bete polenta mit zitronen-bete-schaum
Rote Bete und Polenta ergänzen sich sich überaus fusionsträchtig

Es war durchaus etwas lustig die versammelten Foodblogs dabei zu beobachten wie sie mit dem Thema Fusionsküche umgehen würden. Von Ablehnung bis Eitel Sonnenschein war so fast alles vertreten ;-) Dass das Event-Thema im Kochtopfblog, welches auf den ersten Blick scheinbar so einfach war, sich letztlich aber als Herausforderung entpuppte, war nicht sofort ersichtlich und auch bei uns erstmal nach ziemlich guten allerdings kaum verkonsumierbaren Ideen erst mal auf die lange Bank geschoben worden. Da fällt uns noch was Tolles ein und tatsächlich gab es sogar eine tolle Idee, der sich aber so manche Einkaufsmöglichkeit tapfer entgegenstellte.

Also wie üblich was aus den vorhandenen Zutaten kreieren (das sind sowieso immer die besten Gerichte) und siehe da, der Vorrat an Rote-Bete-Blättern müsste da doch perfekt unterzubringen sein, in unserem kulinaria katastrophalia-Beitrag zum Blogevent. Jetzt nur noch die fusionsträchtigen anderen Zutaten auswählen und so langsam waren in den reichlich vorhandenen Beständen die Maisgrießvorräte entdeckt, die — Juchu — perfekt passen könnten; Kochsinn hatt die ja auch schon erfolgversprechend erprobt. Kurz überlegt und dann losgelegt.

pecorino geraspelt
Pecorino, geraspelt

Die Rote Bete Blätter ganz klassisch griechisch kurz gekocht und dann mit rotem Weinessig, Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und bestem Bio-Olivenöl und einer ausgepressten Zehe Knoblauch angemacht. Sehr delikat schon alleine. Gab es in letzter Zeit des Öfteren ;-)

Währenddessen Polenta gekocht. Maisgrieß ins warme Wasser vorsichtig reingestreut (soll nicht klumpen) und mit Salz und Pfeffer gewürzt, geht mit der Schnellkochvariante auch ganz fix; war so circa ein 1,3 Liter Wasser auf 500 Gramm Grieß. Dazu dann nach einiger Zeit des Rührens noch geriebener Pecorino und noch eifrig weitergemacht.

angemachte rote bete blaetter auf polenta zur fuellung
Zur Füllung die perfekte Wahl — Rote Bete-Blätter (angemacht)

Dann rasch handeln und einen Teil der Polenta auf ein Blech streichen; hübsch verteilt die inzwischen gut abgetropften Bete-Blätter und darauf dann die Restpolenta. Dann heißt es etwas warten und dann darf nach dem Erkaltungsvorgang schon mal ein Stückchen probiert werden, gutgut, und dann in mehr oder minder akurate Quadrate schneiden und für den besseren Geschmack noch mal in gröberen Polentagrieß wenden und dann werden die Stücke vorsichtig in Olivenöl angebraten.

rote bete polenta frittiert
Polenta grob umkörnt und in Olivenöl gebraten

Derweil (eigentlich als allererstes) wird die Sauce fabriziert, entlehnt aus dem Jouvarlakia-Rezept. Dazu wurden die roten Bete-Stiele zusammen mit roten Zwiebeln in Olivenöl angedünstet und dann mit Wasser aufgegossen und mit Liebstöckel und Salz und Pfeffer gewürzt. Eiweiß schlagen und das Eigelb, welches mit etwas von der nicht mehr kochenden Flüssigkeit gestreckt wurde zur Ersterwärmung, kommt dann hinzu zu der schon cremigen Grundlage.

Dann ganzganz vorsichtig den Saft von einer Zitrone reintröpfeln. und dann ebenso vorsichtig alles zu der schon abgekühlten aber noch warmen Topfsauce hinzugeben. Wird auch gleich ganz toll rotcremig.rote bete stiele
Die Roten-Bete-Stiele sehen ganz putzig aus (beim nächsten Mal kommen da aber weniger rein). Mit ein bißchen Geschick werden die Polenta und die Sauce gleichzeitig fertig ;-) und die letzten Strahlen der Sonne verwöhnten den italienisch-griechischen Fusionsgenuss auch noch :-)

Die delikate zart nach Knoblauch und Beteblatt schmeckende Füllung fügt sich hervorragend in die eher leicht schmeckende Polenta ein und der knusprige Mantel aus Grieß vervollkommnet die Angelegenheit auch noch. Eine gute Idee, die wunderbaren Blätter zu nehmen. Die Sauce war schön cremig — wenngleich durch zuviel von den Stielen und Zitrone einen Tick zu sauer. Mit den Hackbällchen kommt das besser (vielleicht noch ein kleiner Schwubs Agavendicksaft hinzu). Im Zusammenspiel mit der Polenta aber eine leckere Fusionskost!

Zutaten:Blogevent Fusionskueche
Füllung:
Rote Bete-Blätter (ohne Stiele)
Knoblauch, Essig, Salz und Pfeffer

Polenta:
Polenta, fein (500 Gr.) und grob (so 100 Gramm)
Salz, Pfeffer, Pecorino (ein geraspelter Haufen) und ca. 1,3 Liter Wasser

Sauce:
2-3 Eier, 1-2 Zitronen, Rote Bete-Stiele, kleingeschnippelt, rote Zwiebel, Liebstöckl, Salz und Pfeffer und ein ordentlicher Schuss Wasser

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Der Biss wie von Sinnen ganz kräftig und doch von so zarter Eleganz mit kaum zu bändigen zu wissender Glückseligkeit des Erschmeckens allerfeinster Aromen, das Durchströmen sich wechselseitig und wider der sich als köstlichster Mittelpunkt herausstellender einfachster Genüsslichkeit getragen von einer Woge wundervoll in Erscheinung tretender Ausrufe des sich steigernden Erkostens, verführerisch umgarnt einzig und allein von sorgsam entschälter Knospe, der durch Zugabe reinen goldgelben Olivenöles und würzigem Salzes nur noch gesteigert werden konnte — verwegen!

getrieben vom verlangen

Ein zarter Hauch weiß von den Sünden der Vergangenheit, die zart umschließend die Erinnerung an Sinnliches wachhält, zu berichten, von vollkommen sich hingebender Wahrnehmbarkeit genüsslicher Leidenschaften, die bekanntlich das Einfache sind, was so schwer zu machen ist.

rote versuchung
sich entblätternde Versuchung

Die schon fortgeschrittene Lage ausnutzend kann die in der Einfachheit liegende wundervolle Oberfläche sich offenbaren, noch ganz zugeknöpft, etwas zugetrocknet, bereit sich dennoch zu öffnen, die erhaltene Pracht in Facetten sich im Munde anschmeichelnden Erkostens.

Vielfältigste Ausführung weiß zu berichten von allesamt nur eines erschmecken lassen Wollens: Wildes, scharfes Prickeln auf der Zunge, unbändiges Verlangen nach reiner die Einzigartigkeit erst auf die Höhe treibender Genüsslichkeit. Verführerisch geradezu schon erschnuppernd und doch zaghaft zurückhaltend, die Folgen schon jetzt vor Augen und dennoch begierig davon angezogen. Unruhe steigert sich in Gewissheit, die verächtende Moral weiß sich gekonnt in Szene zu setzen, der Genuss erst zu erlangen, vollständig, bei Befreiung von der andere Kost bevorzugenden Predigt.

suendige offenbarung
scharfe Verköstigungshöhepunkte, schlicht, einfach wunderbar…

Die reine Form gerne verschmähend, umso angezogener vom Zusammenspiel ergänzender Köstlichkeiten die zaghaft sich äußernde Freude, zusammengeführt erst mitsamt köstlichen goldgelben reinen Olivenöles, welches schmelzend mittelschwer auf der Zunge liegt, bebend kommt der Hochgenuss erst zur Geltung vorsichtig reibend aufgetragen auf knuspriges von Spuren heißer Berührung gezeichneten Weißbrotes, umschwärmt von prickelnden groben Meersalzes. Verzückend andauernd die überschwänglichen Rufe über solcherlei verzaubernde Kostbarkeit.

Eine verspielte Raffinesse bisweilen auch dazu gereichte Tomaten, nur nicht in dieser Zeit, in Verwickelungen nicht uninteressanter Art, die vielseitig sich gebend durchaus auch zu entzücken wissen.

Der zu verköstigenden Erschmeckung verbotenen Tuns Gewissheit verschaffend wird sich in unbändigem vom Inneren ausbreitenden Glücksgefühl überwunden Geglaubten erneut zugewandt, Widerstände, die vielfältig sich gebend, nur das Zurückdringen bezwecken, das Hinübergehen in überwunden Geglaubtes, in widrige Umstände, die Lebensfreude nur Verachtung gegenüberzusetzen weiß. Die ein Lächeln der Frohn nur bieten kann gegen ungehemmtes Erschmecken des Geheimnisvollen. Das zu erkosten, die Front der Genüsslichkeit entzweit sich hierüber, erklimmt mitnichten bebende Wonne, schreckt zurück und weiß erst beim Biss in die Ursprünglichkeit zu sich selbst zu finden. Verwegen!

blogevent aphrodisische gaumenfreuden

Kulinaria Katastrophalia reicht zum Blogevent Aphrodisische Gaumenfreuden:

Knoblauch, Olivenöl, Salz und Brot, geröstet, zärtliche Umkosungen und wilde Sehnsucht

suendige versuchung

Quasi gegrillte Paprika grob kleingeschnippelt in Schafsziegenkäserund und lecker mundend sich grün herauswagende Fenchelsprossen dazufügend war die richtige dem feinen Geschmacke zugeneigte Zubereitungszuvorkommenheit für die schön frittierten äußerst feinen Ingwerstreifen geschaffen, die sich aber auch sowas von gut einzufügen wussten, um als leckere Vorspeise die Herzen aller Zuschauenden zu erfreuen (Restbestände der Ingwerschalen fanden in Zusammenspiel mit Salbei auch noch ihre entsprechend scharfe Bestimmung)

ingwerbaellcheninsalatvorspeisentellerundzurdekoklitzekleinetomatennunjanichtganzsokelinaberirgendwiedochklein
Unter den putzigen Ingwerbällchen dann allerlei Salat (na ja — eigentlich nur Endivienherzblätter und Rucolaspitzen) und umtriebige Sprossen

Es war eine schwere Herausforderung den für den Blogevent im Kochtopfblog ausgewählten Ingwer zu einer geschmacklich hochwertigen und zufriedenstellenden Zubereitung zu führen — zumal als Hauptzutat. Galgant war ausgeschlossen (äußerst leckere Nuancen damit leider auch) und so musste fernab breit ausgetretender Pfade was Neues, selbstredend Sensationelles kreiert werden, was dem Anspruche, dem hochgesteckten, nun zierlich zur Genüge tun sollte.

Erst wollte perdu nichts einfallen, was nicht schon einmal in einer ähnlichen Zusammensetzung schon erfolgversprechend präsentiert worden war. Also war wie immer für die eigens ins Auge gefasste eigene Kreation auf nicht unbedingt in diesem Zusammenspiele leicht von den Lippen kommende Zutaten zurückzugreifen, die dennoch nicht allzu schwer zu beschaffen sein sollten.

ingwer triebig derer zweie
Ob Ingwersprossen schmecken haben wir lieber nicht ausprobiert

Und wie das immer so ist, so kam der Zufall zu Hilfe und im Bioladen wurden Fenchelsprossen, die schon die ersten zarten Triebe aus den aufgesprungen Samen streckten, auserkoren. Erste Probierversuche (irgendwie waren wir noch nie auf die Idee gekommen mit Fenchel Keimlinge zu produzieren) waren superb vielversprechend und so musste nur noch das weitere Drumherum um den Ingwer sich ergeben und wie es der Zufall ein zweites Mal wollte fiel uns bei Barbaras Spielwiese der Schafskäse auf und dann war die Wahl eigentlich ganz klar: Fenchelsprossen-Ingwer-Schafskäse sollte der Mittelpunkt werden.

fenchelsprossen
Das da im Hintergrund — DAS ist Ingwer ;-)

Klar dann noch was dazu. Gerade richtig erwies sich eine ebenfalls georderte
rote Paprika, die frei von schädlichen Wirkstoffen und in der prallen Fülle des Lebens stehend auch den farblichen Aspekt nicht unbeachtet werdend lassen sollte.
Das Ganze vielleicht überbacken mit Honig? Mit einer Panade versehen frittiert oder vielleicht gar die Paprika gefüllt?

Zeitknappheit ließ schließlich eine sehr spontan gefasste Wahl zum Mittelpunkt der köchlichen Leichtigkeit werden. Kein großes Rumgekoche, sondern eine ebenso zügig zuzubereitende Form wählen, die schnellste und dezent vorgetragene Exclusivität zum entsprechenden Ausdruck kommen lassen sollte.

paprika quasi gegrillt

Also die perfekte Vorspeise, das Bonmot jedes mit zarten Salatblättern gefüllten Tellers, die Augenweide jeder Tisch- oder Partyspeisung, die in ihrer Schlichtheit die verborgenen Talente auf so vorzügliche Weise in für die kulinarisch gespannten NichtkostverächterInnen noch ungeahnten Aromakompositionen durch nur einen einzigen Biss zum Tragen kommen lassen sollte.

rote paprika quasi gegrillt kopfueber
quasi gegrillt, echt lecker (warum schälen einige bloß die Schale?)

Also hohe Ansprüche. Gegrillte Paprika war mit den leicht dem schwarzen Tone zugeneigten Aroma schon eine vortrefflich zuzufügende Zutat, die der Einfachheit halber ohne schwieriges Holzkohleschleppen oder Backofentemperierungsversuche vonstatten ging, sondern auf eine mit nussigem Sesamöl gefüllte Pfanne zurückgreifen ließ, die zuvor schon für den äußerst feinstreifig geschnittenen Ingwer den frittierten Auftritt brachte. Das Öl damit schon mal ingwerisiert, war für die dann auf leichter Flamme brutzelnden Paprikastreifen, die nach einigen Minuten in schönster Pracht auf dem Teller lagen und in kleine Stücke grob geschnitten wurden, die prima Grundlage.

Dann wurde das neue Riesenpaket Schafskäse hervorgeholt (wobei uns auffiel, dass neuerdings Ziegenmilch als Beigabe erwähnt wird — wahrscheinlich EU-Vorgaben, dabei ist doch allbekannt, dass guter allerbester griechischer Schafskäse immer mit Schafsmilch und Ziegenmilch zu Feta ingwer frittiert verarbeitet wird) und ein verschwindend geringer Teil grob gehackt und Trara mit den roten angebratenen Paprikastücken gut durchmischt, um sodann noch einigen Fenchelsprossen den wohlschmeckenden Auftritt zu gönnen. Daraus dann kleine Kugeln geformt. Die Köstlichkeit war schon förmlich zu erahnen.

Der Ingwer in den frittierten Streifen kam dann als abschlüssliche köstliche Umrundung für die in kleine Kugeln gebrachte quasi gegrillte Paprika grob kleingeschnippelt in Schafsziegenkäserund und lecker mundend sich grün herauswagende Fenchelsprossen zum pikant angenehm scharfen Resultat dazu.

Gebettet auf salatliche Vielfalt wurde die wunderbare Vorspeisenerscheinung präsentiert, serviert und zufrieden mit dem Ausdruck höchster Wertschätzung für die Spezialität verzehrt. Wieder mal ein aus spontanen Einfällen geborener Beitrag aus unserer kulinaria-katastrophalia-küche zum unbedingten vorspeislichen Nachmachen empfohlen! Sehr lecker — unser Beitrag zum Blogevent Ingwer!
blogevent ingwer
Die Schalen des Inwers fanden dann noch eine schöne Verwendung zusammen mit Salbeiblättern für einen angenehm scharfen Tee, der alsbald nach getroffener Wertschätzung wieder zur Zubereitung gereichen soll.

Zutaten:

Ingwer, ein paar Knollen
Paprika, rote
Schafs(ziegen)käse, ein guter!
Fenchelsprossen
Sesamöl
Salatliche Vielfalt

Zubereitung auf die Schnelle:

Ingwer in feine Streifen schneiden, frittieren, in demselben Öl die ebenfalls streifig geschnittene Paprika großzügig braten, dann in kleinere Stücke schneiden und mit grob gehackten Schafskäse vermischen und nach Hinzugabe von Fenchelkeimlingen zu kleinen putzigen Kügelchen formen und mit den Ingwerstreifen verhüllen. Auf Salat liegend präsentieren und Lob einheimsen. Entweder für Party und Dinner auf Tauglichkeit testen oder am besten für sich selbst als köstliche Wahrnehmbarkeit ungewohnter von feinen Fencheltönen und dezent scharfen Ingwergeschmäckern getragenen Aromenzusammenspielerei in cremigen Schafskäsegenuss kredenzen.

ingwerbaellchen
Mjammjammjam

Und der Tee eignet sich wirklich vorzüglich auch noch für mehrere Aufgüsse. So muss Resteverwertung sich geschmacklich in den höchsten Geschmacksnuancen ergeben :-)

p.s.
So was — gerade gemerkt, dass heute ja erst der 14. Januar ist. Glatt um einen Tag beim Blogevent geirrt. Sachen gibts.

Spinatförmchen nebst leckerer Auberginen-Tomaten-Sardellen-Sauce in ganz schlichter Bistro-Variante auf die letzte Minute — was sonst (vielleicht noch den Titel ändern ;-)

Die Zeit ist knapp während diese Zeilen nur so herunterrattern und das Essen grad frisch erst kredenzt, fotografiert und angeknabbert für eine Einstimmung zur schreiblichen Freude, die da jetzt fürwahr sagen kann, dass es lecker war.
Ganz schlicht die Kost und dennoch so wie im Bistro, jenem süßen dereinst.
Schnell serviert nach langer Wartezeit, zum Weine zu verkosten, angenehme Gespräche dabei führend und wie üblich auf die langsame Gangart setzend bei Dämmerlicht.

Unser schlichter Beitrag zum Blogevent Bistro im Kochtopfblog mit so ganz ungewöhnlich knapp gefassten Worten ist der Zeitnot, der verdammten gewidmet, der die schludddrige, die Abgabezeit schnöde verhöhnende Kochlust entgegengesetzt wurde, was vielleicht noch schnellstens einer Korrektur unterzogen werden kann, da ja nicht zu erwarten ist, dass sofort alle sich den Betrag um diese zeitige Stunde anzuschauen pflegen ;-)

Gestern hätte es natürlich auch gekonnt zur Ausgestaltung kommen können, da gab es aber den favorisierten Spinat nicht und außerdem was es lausig kalt draußen. Da wird nicht lange rumgerannt, wenn noch ein ganzer Tag zur Verfügung steht.

Spinat und Bechamel im Foermchenformat nebst Auberginen-Tomaten-Sardellen-Sauce
Ganz famos — doppelt präsentierte spinatige Kuchenförmchen nebst Sauce und Salatdeko

Heute dann die große Stunde, dem Gemüsewegpackschergen in letzter Ladenöffnungszeitminute die Kiste mit den Spinatblättchen entrissen und schnell zur Kasse gerannt und festgestellt, dass ewige lange Wartezeit im Stehen auf zugigen Bahnsteigen nicht auf alsbaldig anstehende warme Gepflogenheiten schließen lassen.

Zuhause angekommen dann zwischen angestauten Abwaschbergen die ins Auge gefasste Bistrokost begonnen zu bewerkstelligen. Das ging auch ganz flott, die Butter brannte gleich an und sowieso klappte heute erst mal gar nichts. Jetzt bloß keine Novemberdepression bekommen, weil dieses Feuerzeug irgendwo nur nicht in greifbarer Nähe war. Und wie sollte das noch mal vonstatten gehen. Argh, verdammt.

Wo war der Zettel mit der draufgekritzelten Überlegung. Ah da und ah ja, sollte gar kein Spinat sein, sollte ein Zucchini-Törtlein werden. Stimmt die Erinnerung kehrte wieder.
Na, geht auch so. Also Ei mit frisch gerieben Parmesan verrührt, währenddessen Spinat blanchiert, mit eiskaltem Wasser Bekanntschaft gemacht und dann nebenbei die zweite Versuchsreihe Bechamelkompositioneinerlei betrieben.
Ups, gleich noch zuviel Mehl rein AAAAArrgggHHHH!!! Gut, mit noch mehr Butter und noch mehr Milch kompensiert. Dann alles zusammengeschüttet und ab in kleinen Förmchen ins Wasserbad, welches praktischerweise gleich aus der Spinatbrühe gefertigt werden konnte und — nicht anders zu erwarten — gleich ein bißchen Wasser reingeschüttet Grumpf! Beim nächsten Mal also abdecken. Alles schon so lange nicht mehr gemacht und die Zeit rennt und rennt.

Nebenbei übrigens noch Auberginen, gesalzen und zusammen mit Sardellen und Zwiebeln und Wein und irgendeinem neuen Gewürz was hier rumsteht, desssen Name grad nicht präsent ist, gewürzt, gesalzt, gepfeffert und weinlich abgeschmeckt, Tomaten aus der Dose rein. Was Schmackhaftes in roter Reinform war nicht mehr auffindbar.
Nach kostbaren verstreichenden 40 Minuten dann Förmchen unter waghalsiger Vermeidung von Verbrennungen rausgeholt gestürzt und gestürzt und gestürzt grAAAAAhhhh und mit einem kleinen Messerchen nachgeholfen. Sauce dazu, feinfein, und Salat drumherum.
Wein, von der Kochwütigkeit schon fast verzehrt, durfte auch noch kredenzt werden — ist schließlich ein Beitrag zum Blog-Event Bistro. Kippen waren auch aus (also auch Rauchverbot notgedrungen), wie soll da Bistrofeeling aufkommen. Musik! Französische Kost aufgelegt (auf Nachfrage Näheres) und dann ganz weit oben steht es ja schon, gekostet und getippt. Fertig! Hurra. Essen ist kalt. Wie im Bistro. Hurra!

Blogevent Bistro quer und lang

Zutaten:

Spinat, viel Spinat, vielleicht ein Kilo
3 Eier
Parmesan, gerieben
Butter, zuviel Butter
Mehl, auch zuviel
Milch, genau richtig
Pfeffer, Salz und dieses Gewürz

Für die Sauce:
Sardellen, einige
Zwiebel, zwei große
Aubergine, gesalzen
Tomaten, ganze, gedost.
Gewürze, Thymian und ganz nach Geschmack
Knoblauch
Sumac!
und ganz vergessen: Olivenöl, viel Olivenöl
;-)

Salat
Kochunfreundliche Zeitgestaltung und unauffindbare Feuerzeuge.
schnelle musikalische Bistrogestaltung

bistroevent musikgestaltung des abends
wie gewünscht noch der musikalische Teil der Abendgestaltung: Bistromusik

Nach tagelanger Werkelei war dieses Unterfangen, die interessante Walnuss in einer kulinarischen Kreation unterzubringen, ungebrochen — und so wurde des Abends, die Lichtverhältnisse tapfer ignorierend, mal wieder versucht einige der ins Auge gefassten Zubereitungsdevotionalien doch damit in Verbindung zu bringen, was jetzt zu stundenlanger Beschäftigung mit der Thematik führte und Seifenblasen gleich die schönsten Illusionen zerplatzen ließ, was aber immer noch nicht zum Aufgeben, sondern zum jetzt-erst-recht-hah! führte und nachdem Äußerungen laut wurden, dass jetzt wieder auf klassische Zubereitungsregeln zurückgegriffen werden sollte und dann ein Kompromiss ganz famoser Art gefunden werden konnte – wurde es fertig (Hurra!) und nun können wir gerollte Hühnerbrust gefüllt mit anschmiegsamen Gorgonzola-Käse-Streifen umwickelt von zart kleingehackten Walnuss-Sprenkeln, welche sich gar wunderbar geschmacklich an die Umgebung einzufügen wussten, sanft gegart in Vinho Verde zu überaus passenden Tomatenhackstückeln mit zwiebeliger Beizutat und erlesenen 14 Thymianblättchen präsentieren – das war gut! Noch besser allerdings wurde es, als auch die restlich zur Verfügung stehenden Walnüsse in gerieselter Form noch zur Tomatenleckerei herübergestreut wurden — jetzt war es perfekt

huhn gefüllt mitwalnuss und gorgonzola2
Zart und anschmiegsam gaben die Walnüsse ihren Geschmack in das perfekt gegarte Objekt ab, welches es sich aber auch mit Gorgonzola innendrin so richtig gut gehen lassen wollte

Walnuss — das neue Thema für den Blogevent im Kochtopfblog. Mit Walnuss wird ja bei uns immer der geschmorte Fenchel gemacht, der dann noch in Agavendicksaft karamellisiert wird. Sehr lecker aber diesmal sollte es doch was anderes sein. Was Neues ohne Süßkrams, was Spass macht mit Spannung und Ahaerlebnissen.

Also erst mal Findungsrunde. Gorgonzola war in ausreichender Menge gelagert und Huhn kam in die nähere Wahl als die eigentlich favorisierte Kartoffelkreation mangels ausreichender Vorratshaltung nicht ganz so ergiebig war. Super — also dann noch die Walnüsse, die hatten wir natürlich gleich geordert nach Bekanntgabe. Glücklich übrigens die, die einen Walnussbaum in ihrem Garten haben (die können grüne Walnüsse pflücken und sie gespickt mit Gewürzen in Honig einlegen, hmmmm).

Nun waren die Zutaten ja alle schön beisammen und es wurde zahlreich herumprobiert und Ideen wie Gorgonzolasoße wurden verworfen, weil irgendwie auch nicht so originell; aber wie wäre es mit einem Walnussmantel darin natürlich Huhn und Gorgonzola. Dann also angefangen und unzählige Versuche mit teilweise katastrophaler Wirkung für die klimatischen Verhältnisse in unserer kulinaria-katastrophalia-küche ausgeführt. Dunkle Dampfschwaden von den den perfekten Zeitpunkt verpassendn Walnüssen durchdrangen die Fensterschlitze und niemand hat die Feuerwehr gerufen (was tun die Leute, wenn es wirklich brennt?).

ausschnitt huhn mit walnuss und gorgonzola
Verzierung muss sein – überaus passend war frischer Rosmarin (auch anknabbernderweise ganz prima!)

Die Walnuss also, ein heikles Thema. Sie brennt schnell an. Walnusspanaden in unterschiedlicher Mahlstärke mit unterschiedlicher Unterstützung von Ei und Mehl und, und, und… verhalfen da keineswegs zu anderen Erkenntnissen; selbst als unser Allheilmittel, der Agavendicksaft hinzukam, wurde es nicht unbedingt besser.
Zwar war die Variante Walnusssplitter und Agavendicksaft zum Schluss des Bratvorganges der Hühnerbrust hinzuzufügen gut, aber geschmacklich harmonierte es dann mit dem Gorgonzola nicht mehr so sehr (selbst als als Ausgleich Chili in Betracht gezogen wurde, was jetzt übrigens gar keine so schlechte Idee war, dem muss demnächst mal ausführlicher nachgegangen werden).

Dann setzten schon die ersten Erschöpfungstendenzen ein (schließlich hatten wir zuvor schon erste umfangreiche Aufräumaktionen unserer Wohneinheit gestartet und nun schwanden die Kräfte, es sollte, nein es musste was passendes schnell gefunden werden. Vielleicht das gefüllte Hühnerfilet in Weinsauce? Oder auf einem Saucenspiegel serviert. Das müsste doch auch was optisch hermachen. Also auch da noch herumprobiert und drei verschiedene (u.a. mit Balsamico und Metaxa) kreiert und verworfen.

ausschnitt dreiklang
Zum Dreiklang gehörten noch feine kleine Kartöffelchen im Halb-Längs-Schnitt

Also letztendlich doch auf was für uns ganz klassisches zurückgegriffen — kleingeschnittene Zwiebelstücken in Olivenöl angedünstet, grob gehackte wunderbar schmeckende Biotomaten hinzugegeben und 5 Minuten geschmort. Dann noch etliche kleine getrocknete Thymianblättchen (so ca. 14 Stück an der Zahl), Salz und etwas schwarzen gemahlenen Pfeffer. Perfekt, köstlich, gut. Was für ein Duft, was für eine gelungene Grundlage, hmmmm.

Dann in einem Anfall von gelungener Ideenhaftigkeit Gorgonzola umfassend in Walnusssplitter getaucht und als Füllung in die Hühnerbrüstchen hinein, mittels Zahnstochern verschlossen und in Olivenöl angebraten. Und während die schöne Farbgebung schon das beste erhoffen ließ, kam auch noch Vinho Verdo hinzu, der ob des unaufdringlichen Geschmackes in die engere Wahl kam, schließlich sollte keine Zutat die andere überdecken. Deckel drauf und geschmort, zwischendurch Weinkippvorgang wiederholt und dann mit einem Hauch von Walnuss versehener Saucenverzierung aufgetischt.

huhn gefüllt mitwalnuss und gorgonzola3
Der Gorgonzola zeigte genüsslich fördernde Tendenzen (links im Bild auf Tomate ein, zwei Thymianblättchen

Auf den Punkt saftig gegartes Fleisch war das köchliche Reultat der Anstrengungen, die am Schluss so lockerleicht von der Hand ging, dass wir uns fragten warum wir denn darauf nicht früher gekommen waren. Der Käse fügte sich angenehm ein und war als mittelscharfe Zutat genau richtig einkalkuliert in der geschmacklichen Wirkung. Die Walnusssplitter waren noch leicht knackig und hatten ihren Geschmack lecker an die Umgebeung abgegeben (schmeckten tatsächlich nicht mehr nach Walnuss), so dass die Hühnerbrust vorzüglich durchgezogen schmeckte. Sehr delikat!

Die dazu gereichte Tomatenköstlichkeit wurde durch Hinzufügung der Reste von kleingehackten Wanüssen wunderbar aufgewertet — was für eine tolle Fügung des Schicksals, dass diese Resteverwertung noch so geschmackliche Höhepunkte zu fabrizieren wusste.

Zutaten:

Natürlich kleingehackte Walnüsse, derer viele
Hühnerbrust
Gorgonzola, mittelkräftig
Olivenöl
Tomaten
Zwiebel
Thymian, Pfeffer, Salz
Vinho Verde

Auf die Schnelle:

Hühnerbrust einschneiden, Gorgonzola mit Walnusssplittern rundherumdrumherum versehen, rein damit, verschließen und in Olivenöl anbraten mit Wein ablöschen und schmoren, salzen, pfeffern. Währenddessen Zwiebel, kleingehackt sanft in Olivenöl dünsten, ebenso kleingehackte Tomaten mit rein, Salzen, pfeffern thymianisieren, Köstlich! ausrufen und zusammen mit hinübergestreuter fein gehackter Walnuss servieren.

blog event walnuss quer

Also, harmonisch abgestimmte Zutaten, klassische Zubereitung und Resteverwertung par excellence; außerdem dunkle Lichtverhältnisse, Fotos, die die Köstlichkeit nur annähernd wiedergeben (vielleicht sollten wir uns da mal auf professionellere Pfade begeben?) und glückliche WG-Belegschaft — unser schlichter Beitrag zum Blog-Event Walnuss.