
Das Angebot an Kaninchen war passenderweise saisonbedingt so ansprechend groß, dass kurzerhand beschlossen wurde doch mal wieder Kaninchenleber zu geniessen. So zart wie sie sich auf der Zunge anschmiegt, wenn sie mit Rotwein abgelöscht und mit Peffer und Oregano bestreut dargeboten wird, war das eine Möglichkeit. Aber es kam dann glücklicherweise ganz anders und das Ergebnis bekräftigte mal wieder die Erkenntnis, dass die aus spontanen Einfällen sich ergebende Köchelei die phaszinierendste ist.
Da jetzt überall der Bärlauch spriesst, Paulchens Foodblog, kochbuch (beiden noch herzlichen Glückwunsch zum Kresse-Blogevent), Knoblog und Gärtnerblog schon die Berichterstattung eingeleitet hatten, bot es sich an, auf dem samstäglichen Markt ebendiesen zu ordern (andere ernten selbst) und warum nicht diese beiden Zutaten zum erfreulichen Nutzen ergänzen. Und wenn gerade die Ausprobiererei anstand, warum nicht auch gleich mal was für den Kochtopf Blogevent Chokolade kreieren — nun war es erstmal nicht das auf den ersten Blick so ganz passende, es musste also noch was weiteres hinzugefügt werden für den köstlich zu erwartenden Endgeschmack, der uns alle erfreuen und ein zumindest kleines Lächeln aufs Gesicht zaubern sollte.
Die gut abgelagerten Williamsbirnen schrieen ja auch geradezu dannach die anstehende Spezialität zu vervollkommnen und fürwahr es war die richtige Wahl, die die wunderbar fruchtige überreife Birne da als Ergänzung angedeihen ließ.

Nochmal zusammengefasst die Zutaten:
Kaninchenleber
Bärlauch
Schokolade (aus dem Block fein geraspelt)
Willimasbirne
Weißwein, trockener mittelmäßiger Blanc de Blanc
weißer Pfeffer
Oregano, ein bissl
eine Prise Salz
Olivenöl (ein nicht ganz so dominant schmeckendes)
und dann gehts ganz schnell in nur 10 Minuten mit der Fabrizierung der köstlichen Zutaten:
Öl erhitzen und Kaninchen-Leber schnell rührend anbraten, mit weißem Peffer und Oregano versehen und dann die Temperatur reduzieren. Bärlauch hinzu und mitbraten.
Mit einem Schuss Weißwein (der ein Rest eines mittelmäßigen Produktes war und hier zu seiner eigentlichen Bestimmung finden konnte) ablöschen und auf niedriger Stufe weiterköcheln lassen, so dass die Leber nicht zu hart wird und sich eine schöne Sauce bildet. Dann die in Scheiben und noch mit der Schale versehene geschnittene Willamsbirne hinzu, schnell dann auch noch mit geraspelter Schokolade ergänzen (müssten so drei gehäufte Esslöffel gewesen sein). Eventuell noch etwas Salz und Wein hinzu, wenn es zu sehr reduziert ist. Und während ein angenehm duftendes Aroma sich bemerkt macht, ist es auch schon nach Berieseln mit einigen federleichten Schokoraspeln fertig!
Und es war absolut köstlich! Ungeahnt schmiegte sich die Schokolade — überhaupt nicht die anderen Zutaten dominierend — in die wunderbare Kombination ein: Die zart schmeckende Kaninchenleber wusste durch den etwas (aber nur ganz leicht) herben Bärlauch hervorragend ergänzt zu werden, der der optimale Gegenspieler für die süß-fruchtige Williamsbirne war, die sich in der Weinsauce sichtlich wohl fühlte und ihre Form zu wahren wusste. Es war so lecker, dass die gierigen Blicke auch noch nach der zum zweiten Male angefertigten Spezialität nach der etwas unanständigen aber üblichen Abschleckerei der Teller, die nicht mehr vorhanden Reste absuchten. Danach dann ein griechischer Mokka und alle waren glücklich. Perfekt lecker abgestimmt also — unser Beitrag zum Blog-Event Chokolat (hier noch mal in Tapetengröße)!

Mit Blume sieht es natürlich gleich noch dekorativer aus 
Kaum war übrigens die wunderbar scheinende Sonne für zweckoptimale Fotodokumentationsstrecken leidlich ausgenutzt worden, entpuppte sich die Anfälligkeit moderner Technik. Und so „musste“ die kulinaria-katastrophalia-Kochkunst ein drittes Mal ran — was für eilfertigst mit dem Roller herbeigeeilte Kamerabesitzerin ein weidlich auszunutzender Umstand war, der dann aber ausgiebigst ein drittesmal zelebriert wurde. Hach, lecker war es (schon erwähnt
)!
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