Der bangen Frage übrigens welche kulinarisch ansprechende Auswahl denn sich als geeignet erweisen sollte, war nach kurzem Gang über den Markt lösungshalber der runde Radicchio ins Auge gefallen. Wenn schon keine lange Version, dann halt die. Nur wie?

Nicht in die Länge gezogen, aber überaus lecker
Bolli, die Meisterin der Zubereitung dieser Bittervariante des Genüsslichen, hat schon fast das gesamte Repertoire durch. Woanders wird das natürlich auch noch gefertigt (andere darben).
Nur auf eine Variante kann andernorts auf Grund nicht vorhandener Vorratshaltung nicht zurückgegriffen werden — Agavendicksaft. Wunderbares Zeug. Gibt es nicht überall
Also muss wenigstens damit sowas wie kochzutatlich veranschaulichtes Neidgefühl geweckt werden.
Und das war wirklich eine überaus dem Gemüse zugängliche Zubereitungsweise, der die sanften Bitteraromen im Zusammenspiel mit leicht herbtönigen wilden getrockneten Aprikosen, die eigentlich hierfür geordert worden waren, auf so wunderbare Weise zu einem ausgeglichenen vorspeislich zu kredenzenden Präsentierteller zu bringen wusste, was auf Grund des dann doch hohen Sättigungsfaktors als Hauptmahlspeise durchzugehen beliebte.
Zubereitung auch ganz einfach: Raddicchio hälfteln und in etwas Öl anbraten, Wild-Aprikosen hinzu und dann Agavendicksaft und mit etwas Wasser schmurgeln lassen unter einem Deckel, der gelegentlich für Umdrehaktionen gelüfetet werden darf. Das dauert schlappe 3-4 Minuten und schon ist es fertig. Die schicke rote Farbe hat etwas eingebüßt, aber die leichte Schwärze der karamellisierten Aprikose zieht ja die Aufmerksamkeit erst mal auf sich. Vielleicht würde auch etwas Zitrone passend sein; mal ausprobieren. Formidabel jedenfalls!
Also ordentlich Agavendicksaftgläser im Hause horten für die schnelle Zubereitung, das hochdelikate natürliche Süssungsmittel macht auch gar nicht soo süchtig 
Vorratshaltung ist übrigens nicht nur bei Lebensmitteln hoch im Kurs. Immer wieder hervorgeholt lässt sich bisweilen das ein oder andere Schmankerl in neuem Lichte bewundern. Diese schon lange abgelaufene Saure-Gürkchen-Sache im Glas beispielsweise. Das kann dann vielleicht auf den nächsten DFSSGF warten zur Entsorgung
oder doch sich durch einiges an Geschick anschicken was Neues zu kreieren; welche Kostperson will schließlich immer das ewig Gleiche kosten.

Die süßliche Umrundung trägt den bissfest herben Genuss überaus passend
Es gibt ja inzwischen diverse Portale zur Erkundung von Essbegehrlichkeiten unterschiedlichster Couleur, um sich allerlei Anregungen und spannende Unterhaltung über Kulinaria ins Haus zu holen. Den Blogs widmet sich seit einiger Zeit das unübersichtliche wikio, mit kleinen Bildchen versehen wird auch eine Auswahl Foodblogs in der Rubrik Gastronomie ihr Auskommen gesichert. Und da dann doch tatsächlich wieder mal auf Küchenruf gestoßen. Da war doch mal was (und schon wieder). Es stellt sich jetzt eigentlich nur die Frage, wie lang Schamfristen bemessen sein müssen, die überwunden geglaubt, sich nun im schalen Lichte zu präsentieren wissen. Was finden allerlei Leute mit ihren geschmacklosen Rezeptseiten nur daran sich als Blog zu gerieren? Mit 98 %-Wahrscheinlichkeit ist bei solcherlei Angeboten die kommerzielle Vermarktung der Hintergrund. Alter Brei, recyceltes Schmalspurangebot, virulentes Überangebot — scheint leider der neue Trend zu sein.