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Überaus formidabel — längliche Radicchio-Offerten suggerierend wurde mittels Wildaprikose und wieder einmal vorzüglichen Agavendicksaft schnellstens vorspeislich zu Kredenzendes geschmurgelt und weil das durchaus sich dem Genusse nicht verschließt, wusste es sich als angenehm zu gestaltene Kleinspeise zu präsentieren, die jetzt noch ausfeilbedürftig ist, aber immerhin im Gegensatz zu Wiederentdecktem nicht als Alter Brei tituliert werden muss (Blogbetrügerei, die hundertdritte oder so)

Der bangen Frage übrigens welche kulinarisch ansprechende Auswahl denn sich als geeignet erweisen sollte, war nach kurzem Gang über den Markt lösungshalber der runde Radicchio ins Auge gefallen. Wenn schon keine lange Version, dann halt die. Nur wie?

Radicchio rund
Nicht in die Länge gezogen, aber überaus lecker

Bolli, die Meisterin der Zubereitung dieser Bittervariante des Genüsslichen, hat schon fast das gesamte Repertoire durch. Woanders wird das natürlich auch noch gefertigt (andere darben).
Nur auf eine Variante kann andernorts auf Grund nicht vorhandener Vorratshaltung nicht zurückgegriffen werden — Agavendicksaft. Wunderbares Zeug. Gibt es nicht überall :D Also muss wenigstens damit sowas wie kochzutatlich veranschaulichtes Neidgefühl geweckt werden.

Und das war wirklich eine überaus dem Gemüse zugängliche Zubereitungsweise, der die sanften Bitteraromen im Zusammenspiel mit leicht herbtönigen wilden getrockneten Aprikosen, die eigentlich hierfür geordert worden waren, auf so wunderbare Weise zu einem ausgeglichenen vorspeislich zu kredenzenden Präsentierteller zu bringen wusste, was auf Grund des dann doch hohen Sättigungsfaktors als Hauptmahlspeise durchzugehen beliebte.

Zubereitung auch ganz einfach: Raddicchio hälfteln und in etwas Öl anbraten, Wild-Aprikosen hinzu und dann Agavendicksaft und mit etwas Wasser schmurgeln lassen unter einem Deckel, der gelegentlich für Umdrehaktionen gelüfetet werden darf. Das dauert schlappe 3-4 Minuten und schon ist es fertig. Die schicke rote Farbe hat etwas eingebüßt, aber die leichte Schwärze der karamellisierten Aprikose zieht ja die Aufmerksamkeit erst mal auf sich. Vielleicht würde auch etwas Zitrone passend sein; mal ausprobieren. Formidabel jedenfalls!

Also ordentlich Agavendicksaftgläser im Hause horten für die schnelle Zubereitung, das hochdelikate natürliche Süssungsmittel macht auch gar nicht soo süchtig ;-)
Vorratshaltung ist übrigens nicht nur bei Lebensmitteln hoch im Kurs. Immer wieder hervorgeholt lässt sich bisweilen das ein oder andere Schmankerl in neuem Lichte bewundern. Diese schon lange abgelaufene Saure-Gürkchen-Sache im Glas beispielsweise. Das kann dann vielleicht auf den nächsten DFSSGF warten zur Entsorgung ;-) oder doch sich durch einiges an Geschick anschicken was Neues zu kreieren; welche Kostperson will schließlich immer das ewig Gleiche kosten.

radicchio mit wildaprikosen und agavendicksaft geschmort
Die süßliche Umrundung trägt den bissfest herben Genuss überaus passend

Es gibt ja inzwischen diverse Portale zur Erkundung von Essbegehrlichkeiten unterschiedlichster Couleur, um sich allerlei Anregungen und spannende Unterhaltung über Kulinaria ins Haus zu holen. Den Blogs widmet sich seit einiger Zeit das unübersichtliche wikio, mit kleinen Bildchen versehen wird auch eine Auswahl Foodblogs in der Rubrik Gastronomie ihr Auskommen gesichert. Und da dann doch tatsächlich wieder mal auf Küchenruf gestoßen. Da war doch mal was (und schon wieder). Es stellt sich jetzt eigentlich nur die Frage, wie lang Schamfristen bemessen sein müssen, die überwunden geglaubt, sich nun im schalen Lichte zu präsentieren wissen. Was finden allerlei Leute mit ihren geschmacklosen Rezeptseiten nur daran sich als Blog zu gerieren? Mit 98 %-Wahrscheinlichkeit ist bei solcherlei Angeboten die kommerzielle Vermarktung der Hintergrund. Alter Brei, recyceltes Schmalspurangebot, virulentes Überangebot — scheint leider der neue Trend zu sein.

An- und Auflaufprobleme: Erst war die Essenspeisung andernorts anvisiert, dann verlegt überlegenswerterweise und dann fand sie hier statt und die Problemlage, dass die vorhandenen Zutaten nicht im gewünschten Ausmaße vorhanden waren wurde geschickt durch Restverwertung von diesem und jenem gelöst (und spät war es auch noch)

Ich bin jetzt da, aber wenn du da bist, dann kann ich dahin kommen, ja aber da ist nicht wo dann das ist und da kann ich aber hin, nein,nein es geht auch anders, wenn du dann dahin kommst, ich kann aber auch dort hin kommen, ja, da hin, bin jetzt aber schon da und wenn du da hin gehst, dann kann ich dafür da was kaufen. Wie machen wir das jetzt?

Das ist immer so eine Sache, erst wird terminiert und dann kommt was dazwischen, dann wird umdisponiert und am Ende tummelt es sich dann ganz woanders. Macht nichts, wozu ist die Versorgungslage in unserer Küche darauf eingestellt. Also spontan nicht was aus den andernorts vorgesehen Zutaten geköchelt, sondern flugs aus Fisch, Kokosmilch, roter Paprika, Zitronengras, Zwiebeln und Sprossen (deren Hinzufügung reichlich umsonst war, weil sie geschmacklich überhaupt nicht bemerkbar waren) und ein paar Gewürzen und das Ganze wiederum mit Kirschtomaten, gehälftelt versehen und nach kurzer Andünstzeit ab in den Backofen für ca. 30 Minuten geschoben. Gut war es, wenngleich auch keine geschmackliche Offenbarung. Schnelle Kost. Dazu dann noch Couscous.

zitronengras kokosmlich fisch auflauf mit couscous
zitronengraskokosmlichfischauflaufmitcouscous

Lecker pflegte der Octopus zu nicht minder famosen Patates und griechischem Salat aufzutreten — was aber auch am zuvor vom Riganibusch heruntergestreiften würzig-frisch daherkommenden kleinen Blättchen gar reizender Natur zu liegen pflegte, die samt stimmigen Olivenöl exclusiver Qualität die Unterstützung garantierte (leckerlecker)

octopus mit rigani und bioolivenoel
Der Klassiker der mediterranen Kochkunst in Olivenöl mit Rigani und Zitrone

Die Wahl fiel in den späten Nachmittagsstunden auf ein im aufgesuchten Fischladen ausliegendes Exemplar eines kleinen Octopus, der sich zwar eines Armes zuwenig rühmte — aber dennoch den hochgesteckten Erwartungen zu entsprechen wusste, was aber auch an der zugegebenermaßen perfekt passenden Zugabe gar wunderbar sich einfügenden Olivenöls lag, welches mit kleinen getrockneten Riganiblättern frisch vom Busch heruntergerieselt zu zufrieden und entspannt sich griechischer Salatentwickelnden Gesichtzügen führte und da Patates ebenfalls zubereitet daneben lagen war die Perfektion nur noch durch einen griechischen Salat mit delikat und gar nicht scharf schmeckenden sich leicht rötlich durchsetzt gebenden Zwiebeln südlicher Herkunft zu ergänzen.

Die Verwendung eines leicht prickelnd auf der Zunge sich entwickelnden Chardonnaygeschmacks unterstützend aus etlichen Schluck Wein gewonnen war auch dazu geeignet den nun sich ergebenden Ausblick auf die mildwarmen Temperaturen unterworfene Abendgestaltung zu komplettieren, die dermaßen gestärkt, nun nur durch ausgiebiges Treppensteigen unterbrochen, den Genuss eisgekühlter nonalkoholischer Getränke mit sich brachte, deren Genuss aber auch dringend notwenig erschien angesichts des nun einzunehmenden Ouzo aus riesigen mit Eiswürfeln hübsch dekorierten Gläsern leicht eckiger Provenienz.

octopus mit patates und salat
Weißbrot mit Oliven wurde auch gereicht

Und nach dermaßen sich dem erfrischenden Moment zugeneigten Punkte ergab sich die schon seit einigen Tagen gehortete Überraschungsmöglichkeit, die eigentlich für einen späteren Zeitpunkt auserkoren sich nun doch eignete — unter Hinweisen auf unlauter sich auffindende Punkte kleinsten Ausmaßes, die aber als ungeeignet für die sich anschickende freudige Begutachtung erwiesen und deshalb der Einfachheit halber unbeachtet blieben. Schönschön!

Grandiose frisch verköchelte Tomaten als leichte Sommerköstlichkeit im Zusammenspiel mit Auberginen größerer Natur und vielerlei Zwiebeln und als Gewürz nur zweierlei (ebenfalls zu sehen leckerer Ziegenkäse im angehenden Festformat als glorreicher Verköstigungshöhepunkt) — und besonders glorios: Stunden später beliebte es noch formidabler zu munden! So soll es sein.

tomaten mit auberginen 3
Perfekt für den lichten Sommerabend

Es gibt so Gerichte, die sind von nicht minder uninteressanter Natur und gehören zum Süden dazu wie die putzigen Zikaden, die für harmonische Zwischenklänge zu sorgen wissen. Da rackern sich sogenannte Spitzenköche bisweilen mit einer unglaublichen Zusammenstellung an Zutaten und Fertigungsmethoden ab, um ihren Ruf einer wahrenden Tätigkeit den Anschein zu geben — aber einfachste Köstlichkeiten gelingen ihnen auch auf Grund von Unkenntnis und weil sie dann wohl doch nicht so das Händchen dafür haben nie so richtig. Und weil es am Mittelmeer immer so gut geschmeckt hat, musste diese Spezialität jetzt auch hier auf den Tisch und den Blogevent Tomate bereichern, der im Kochtopf-Blog noch bis Mitte des Monats ansteht. Diesmal ausgesprochen früh also für unseren Beitrag. Für das Thema kann sich aber auch unumwunden begeistert werden und — dies nebenbei bemerkt — geschlagen sind die Tomaten-abstinent lebenden ZeitgenossInnen.

Das Rezept ist so simpel wie die verwendeten Zutaten. Und leider in der Beschaffung der Ingredienzen etwas umständlicher, als das mal gestern so spontan auffiel, war es zu spät noch neben den fünf erkundeten Gemüsebedarfslädchen noch weitere aufzusuchen.

Blogevent Tomate

Verwendung findet nämlich eine kleine Auberginensorte, die hierzulande nicht zum reichhaltigen Sortiment zählt und nur in Ausnahmefällen zu erhalten ist, was aber gekonnt unter den Tisch gekehrt wurde und nur für kleine Abänderungen des eigentlich dafür vorgesehenen Fertigungsvorganges sorgte, die aber gekonnt umgesetzt zu werden wussten (während der Abwasch im Eiltempo vonstatten gehen konnte). Das Gericht eignet sich nämlich hervorragend, um auch anderweitige Betätigungen nicht außer acht zu lassen ;-)

Aber zu den Zutaten:

natürlich Tomaten (Unmengen von Tomaten — aber nicht irgendwelche, sondern äußerst gut schmeckende Tomaten mit einem gewissen Flüssigkeitsgehalt).
Auberginen (am besten Mini-Auberginen, die wesentlich delikater sind, als die großen schwarzen Auberginen und deren Geschmacksnuancen wesentlich vielfältiger sind aber nicht so kleine thailändische wie von Spülkönig und Kitchenqueen verwendet, sondern etwas größere und länglichere mit hellerer dunkel bis rosa-grüner Struktur (es gibt da ja eh unzählige Sorten). Die sind dermaßen delikat, dass es an ein Wunder grenzt, dass diese hier noch nicht dauerhaft im Angebot zu finden sind. Glücklichkeit in Ehren also für die, die diese aromatischen Glücksgemüse im eigenen Garten anzubauen wissen — zumal die beim Kochvorgang ihre Form wesentlich besser zu wahren wissen.

griechische Zwiebel

Zwiebeln (ganz wichtig) — Zwiebeln unterschiedlichster und vielfältigster Couleur passen hier (optimal sind klassische Sorten, die durch Zuchtware weitgehend verdrängt sind, sich aber dennoch in südlichen Ländern finden lassen. Ein paar solcher Zwiebeln haben den Weg zu uns gefunden und ihr aromatisch-milder Geschmack weiß nur eines zu bewerkstelligen: zufriedene Gesichter allenthalben. Also Anbauen das Zeug, Salate werden damit so köstlich wie noch nie!
Bio-Olivenöl bester Qualität (nicht zimperlich damit sein) und an Gewürzen nur Salz und ev. ein Lorbeerblatt.

ziegenkaese
Ziegenhartkäse — hier noch im frühen Stadium (und etwas angeknabbert)

Das war es und wie so häufig sind die Zutaten, die so einfach daherzukommen wissen, der Garant für ein schmackhaftes sommer-leichtes Essen, welches sich auch hier auf den verwöhnten Zungen blicken zu lassen wusste, um Entzücken und vielsagende Blicke mit sich brachten, was schließlich nur einen Schluss zulässt: Grandios geeignet für den Blogevent Tomate!

Zubereitung:

Zwiebeln grob geschnitten werden in gutem Olivenöl angedünstet, Wenn Miniauberginen vorhanden, werden die gleich im Ganzen mit hinzugegeben (die grünen „Blätter“ dürfen dranbleiben, da sie gar nicht so schlecht zu munden wissen). Die üblicherweise erhältlichen violetten Auberginen kommen später in große Stücke geschnitten hinzu (oder, wenn sie klein sind im Ganzen), da sie leichter zerfallen.
Dann die grob geschnittenen Tomaten, so dass sich nach kurzer Zeit genügend Flüssigkeit im Topf findet. Wenn nicht sollte ein wenig Wasser hinzugegeben werden. Dann auch Salz und ev. ein Lorbeerblatt. 10 bis 15 Minuten köcheln lassen und Hurra! fertig ist die Köstlichkeit.

Sehr lecker und eine Bereicherung für leichte Kostrezeptsammlungen — nicht nur an heißen Tagen zu geniessen. Dazu lockerflockiges Weißbrot, welches in den Sud getaucht auch so ein weiteres Geschmackserlebnis herbeizuzaubern weiß und wenn es denn sein muss (weil etwa die Zutaten nicht ganz so geschmackvoller Natur waren) kann Pfeffer hinzu.

tomaten mit auberginen 2
Frisch und leicht wusste die Tomate hier zu glänzen

Auf jeden Fall sollte noch ein pikant daherkommender geriebener Ziegenkäse (dann natürlich nicht mehr als vegan zu bezeichnen ;-)) zum rüberstreuen aufgetischt werden, der optimal für diese Spezialität ist, wenn er noch in einem frischeren Stadium erhältlich ist. Also liebe Kulinaria-Katastrophalia-LeserInnen: Nachmachen! Nix geht einfacher, nix ist geeigneter für den Sommer!

War mal wieder fällig — leckere Vorspeisen ganz alltäglicher und in zweifacher Art, als da mal wieder wären leckere Blattspezialitäten und mit reichlich Knoblauch versorgte feine Streifen (samt anleitender Versorgungsengpasshilfe)

Darreichungen, welche schnellerer Fertigungsgabe unterliegen, kommen hier immer schnell und gerne auf den Tisch und erfreuen auch Besuch bisweilen. Zwei ganz furchtbar einfach herzustellende Vorspeisen, die auch gut zum Blog-Event Antipasti, Tapas, Mezze gepasst hätten, haben deshalb Essfreude und strahlende Gesicher hinterlassen, weshalb wir jetzt nicht umhinkommen die Präsentation kurz vorstellig zu machen.

Der Blogevent Rhabarber bietet übrigens noch bis heute 24 Uhr die Möglichkeit was Kreatives zum Thema abzuliefern. Letzte Woche gab es noch Unmassen von den Stängeln zu begutachten und gestern die Hacken abgelaufen danach. Wenn es bis zum Abend nix mehr im Angebot zu ergattern gibt müssen wir wohl was aus unserem Rabarbersirup kreieren ;-)

Aber zum Thema zurück: An Zutaten werden nur ein paar Auberginen benötigt. Geschält und in kleine Streifen geschnitten wird die Aubergine dann in kochendes und gesalzenes Wasser getaucht und für ca. drei Minuten immer wieder am Hochkommen gehindert; je nach Größe der Streifen dürfen es auch ein paar Minuten mehr sein oder die Auberginenstreifen können einfach ziehen gelassen werden. Gut abtropfen lassen und vorsichtig ein wenig ausdrücken für die perfekte Reduzierung des Wassergehaltes, der bisweilen in Folge zu zermatschender Optik führen kann. Dann mit reichlich Öl und Knoblauch aus der Presse und nicht ganz so opulenter Salzzufuhr versehen und einwirken lassen. Schmeckt zu Spaghetti allerliebst und auch auf gerösteten Brot mit untergelegten Schafskäsebruch.

eingelegte auberginenstreifen mit frisee
Auberginenstreifen auf Schafskäse und grösteten Brot (im Hintergrund Kohlrabiblatt)

Die andere Kleinigkeit, die aufzutischen wir uns beliebten, ist schon mal in ähnlicher Fertigung kurz vorgestellt worden und schmeckt sehr lecker. Kohlrabiblätter werden von Unwissenden ja immer weggeschmissen (genau wie die Rote-Bete-Blätter), dabei schmecken gerade diese viel besser als das Hauptprodukt; in Supermärkten können auch prima die ganz jungen Blätter mitgenommen werden. Diesmal war ein roter Kohlrabi dran, der eigentlich gar nicht so anders schmeckt als ein herkömmlich zu erwebendes Exemplar. Die Blätter waren bei diesem Bioexemplar allerdings verdammt schmackhaft.

Die Blätter (ruhig mit Stiel) werden zusammen mit grob kleingeschnittenen roten Zwiebeln in einem ordentlichen Schuß Bio-Olivenöl in einem Topf kurz gedünstet und mit ein wenig Salz versehen. Eine halbe Zitrone darf auch noch hinzu und nach Bedarf ein wenig Pfeffer. Fertig und super einfach & lecker! Die Stiele waren in unserem Fall noch etwas hart, dafür blieb der dekorative Eindruck erhalten ;-)

geduenstete rote kohlrabiblaetter mit roten zwiebeln
Stilvoll rotgrün präsentierte Kleinigkeit

Die Gelegenheit war günstig Fisch zu kredenzen, der mit Bemerkungen garniert wurde, das dieser besonders fischig schmecken würde, was als Lob und zukünftige Verzehroption zu werten war und bekräftigenderweise wurde nach Namen und Herkunft gefragt, was mittels Hervorkramens der Fischtüte auch bravourös mit Merluza und Atlantik beantwortet werden konnte — dazu Wegerich, in Öl ertränkte Kartoffelscheiben und Löwenzahnsalat (außerdem im Bild: Wein und ein Bier)

Am Anfang war der Wunsch nach Pellkartoffeln mit Quark und frischen Kräutern, der schnell ad acta gelegt wurde, als der schon angetaute Fisch in blauer Tüte die Gewissheit brachte, das nun zweckmäßigerweise dies die angesagte kulinarische Beschäftigung seien würde zur Abendgestaltung, welche dann auch flugs mit herbeibeorderten Kartoffelschälkräften eingeleitet wurde, was sich nebenbei bemerkt als lustig erwies, da die anschließend verkonsumierten, den Temperaturschwankungen durchaus angepassten, Gin-Tonic leichte Ausfallerscheinungen bei diesen sicht- und hörbar werden ließ.

Nachdem zuvor geklärt war, dass kein Bratolivenöl mehr vorrätig zu sein schien, war noch eine Flasche Sonnenblumenkernöl als verwertbare Alternative entdeckt, die mit ein paar Spritzern wertvollen aus kontrolliert biologischen Anbau stammenden Olivenöl verfeinert werden konnte, um den Anschein gut Fisch und dergleichen gut zuzubereitender Fähigkeiten nicht in Ansehen und Ehre abhold zu sein, was durch ausführliche Auswahlgespräche über die richtigen zu gebrauchenden Pfannen auch ordentlich der Unterstreichung bedurfte.

merluza aufm tisch
Merluza-Filet in Mehlgewand zu Öl mit Kartoffel und Gemüse und Salat

Der Merluza war dann auch blitzschnell durchgebraten und hatte sich verfestigt, was den Kartoffeln als Eigenschaft leider zu diesem Zeitpunkt auch noch eigen war. Die Meluza-Fischfilets erwiesen sich als geeignet zur kurzfristigen Aufbewahrung und so standen sie alsbald fischig schmeckend neben den frisch gedünsteten Restbeständen von Wegerich, die noch aufzutreiben waren und Löwenzahnsalat. Dazu dann der Frevel eines Billigbieres und der Genuss von Restbeständen eines aus den Tiefen des dringend der Erneuerung bedürftigen Kühlschrankes entnommenen Weinflascheninhaltes.

Die auszugestaltende Betitelung dieser Köstlichkeit war nicht so einfach vorzunehmen, da die genaue Bestimmung an Kleinigkeiten festmachend nicht das gewünschte Ergebnis zeitigte und so wurde das mal kurzerhand einfach als Löwenzahnwegerichleckerei kredenzt (Blickpunkte in Wuchs und Servierform)

Da haben wir es doch letztens aufgrund urlaublicher Verreisebestrebungen nicht geschafft den Beitrag für den Blogevent Antipasti und dergleichen abzuliefern (dabei hatten wir noch eine nette Kleinigkeit als Idee im Angebot, die demnächst dann dokumentiert zu werden wünscht). Den Sieg trug RezkonvSuite mit arabischen gefüllten Lammhackbällchen, Hummus und Auberginenpaste. Herzlichen Glückwunsch!

Aber der nächste Blog-Event im Kochtopf-Blog steht aber auch schon an und passend zu heißen Temperaturen darf auf Bier zurückgegriffen werden. Da darf vermutet werden, dass das zu wahren Begeisterungsstürmen — schon aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten der Ausprobiereistudien — führen wird, die dann hoffentlich auch zu interessantesten Menüdarreichungen geeignet sind ;-)

loewenzahn wegerich
Löwenzahn-Wegerich oder gar gar kein Wegerich…

Nun wird die auf ländlichen Erkundungstouren verbrachte Zeit nicht untätig verbracht — und so konnte zur allgemeinen Erbauung auf zahlreiche Wegrand-und-weiter-weg-Gewächse zielstrebig zurückgegriffen werden, um allerlei Leckeres sonst nicht bedachtes zu kreieren. Hauptzutat durfte diesmal ein Wegerich-Gewächs sein, das auch als Spitzwegrich bekannt sich weitester Verbreitung zu erfreuen weiß.
Spitzwegerich hat einen leicht bitteren auf der Zunge durchaus bemerkbaren Geschmackston, der vielleicht nicht das für zarte Gemüter geeignete Verkostungsgericht ist; die aber eher zu Rucola und dergleichen Hintendierenden dürfen hier getrost zulangen und einfach mal den Versuch der Pflückerei und Verkocherei starten. Denn gut schmecken tut es, auch mit Zugabe anderer Kräuter, allzumal!
Diesmal fiel die Wahl auch auf eine eher an Löwenzahn erinnernde Wegerichpflanze, die zackig in Erscheinung zu treten pflegt und nicht ganz so bitter schmeckt, sondern vorzüglich als gedünstete Variantenzutat geeignet ist, wenn ohne allerlei Gewürze das Kochhandwerk begangen wird. Getauft wurde das mal Löwenzahnwegerich. Vielleicht ist ja der ein oder anderen der richtige Name geläufig.

Die Zubereitung ist absolut simpel und benötigt werden zur Herbeizauberung nur äußerst einfach zu besorgende Zutaten:

Löwenzahnwegerich (Spitzwegerich oder Blattwegerich tun es auch)
Frühlingszwiebel
weiße Zwiebel,
ev. Wilder Fenchel oder Dill (die Spitzen)
Bio-Olivenöl
Salz
weißer Peffer

loewenzahn wegerich gedünstet
So — ab aufs Feld und nachmachen…

Und so gehts dann:

Kleingeschnittene Zwiebeln, Wegerich (ruhig samt Blüten), wilder Fenchel, Olivenöl und später noch Salz in einem offenen Topf dünsten und nach ein paar Minuten des Vorgangs auf einem Teller anrichten und mit frisch gemahlenem weißen Pfeffer bestreuen. Sehr lecker!

Doch ganz famos schmeckende Thymianblättchen und konkurrenzweise Oreganoblättchen an zweierlei gewürzten Pilzen, die in, unter, auf einer Zusammenstellung aus Feldsalat und aromatischem Jaroma-Kohl, der in feinen Streifen hinzugefügt, doch weder dominierend noch zurücktretend dem Ganzen das gewisse Etwas verleihen konnte — zumal auch rote Zwiebeln, weißer Balsamico und exclusives Olivenöl den Thymian-Pfeffer-Muskat-Oregano-Meersalz-Ton verstärken konnten

Da die Lust auf salatliche Verköstigungsmöglichkeiten durch in unserer Küche vörratigen Feldsalat und einen sogenannten Jaroma-Kohl unterstützend durch hinzuzufügende braune Champignons als mithin gesichert gelten konnte, war dem Umstand der eilfertigen Zubereitung nur noch wenig entgegenzusetzen, um dem perfekten Gelingen durch ebendieses auch hübsch Ausdruck zu verleihen.

Salat mit Pilzen nah
Irgenwo drunterdrinnendrauf waren zweierlei mit gewürzlichen Beigaben versehene Edelpilze dabei

Jaromakohl ist ja seit einigen Jahren wieder vermehrt im Handel erhältlich und hat ganz zu recht einen verdienten Spitzenplatz im Küchenplan verdient. Nicht ganz so kugelrund wie der typische Weißkohl, sondern eher etwas flachgedrückter entpuppt er sich als aromatische Wunderwaffe gegen ödes Kohleinerlei. Locker und leicht ist der erste Eindruck und zusammen mit Olivenöl, welches einige Minuten einziehen darf, braucht es auch nur noch einer ganz kleinen Prise Meersalz.
Eigentlich klingt die Zusammenstellung Feldsalat — Weißkohl erstmal nicht so interessant. Der feine Jaromakohl hingegen erschien den Erwartungen gerecht werdend optimal in Anpassung und Ergänzung. Ein kleiner Schuss weißer Balsamicoessig waren dann auch noch die einzigen Zutaten neben kleingehackten Roten Zwiebeln.

Die bereits erwähnten Pilze, braune Champignons, wurden in zweifacher absolut schnell zu bewerkstellender Fertigung fabriziert und zwar einmal als Variante mit Olivenöl, Oregano, schwarzer Pfeffer und dann noch als Thymian, Olivenöl, Muskat Version. Alles beide sehr lecker und den Salat wunderbar unterstützend, so dass keine Zutat dominieren und die geschmackseigenen Inhalte ihr Treiben derart fortsetzen konnten, um das Verzücken allseits in einem kreativen Akt umzusetzen. Gibt es bald mal wieder!

Salat mit Pilzen weit
Neben der schnell-leichten Verköstigung wurde auch noch gespielt

Und was gibt es sonst noch so? Der Kresse-Blogevent steht noch an und wir haben noch nicht das Richtige in dieser Hinsicht, was uns gut zu Gesicht stehen würde, gefunden.
Hingefunden jedenfalls haben wir durch einen kleinen Hinweis zur Seitan-Herstellung, deren Ergebnisse wohl gut gemundet haben müssen — dem Abwasch nach zu urteilen hat die VoKü jedenfalls einiges zu verarbeiten gewusst.

Diesmal in der Dämmerung dem Löwenzahn in riesiger Ausformung mit klitzekleinen Tomatenwürfelchen zugetan, wurde auch noch Natur-Langkornreis mit angebratenen Zwiebel-Minz-Stückchen gefrönt und als Beilage gabs mal wieder gemehlten Rotbarsch

Löwenzahn ist ja immer wieder eine tolle Leckerei, die in unterschiedlichsten Variationen FeinschmeckerInnenzungen zu den unwiderstehlichsten Begeisterungsstürmen veranlasst, auf dass auch die ungnädige Umwelt ihren Teil zu dessen sich so zu verausgabender Liebelei beitragen kann.

riesen loewenzahn
riesiger Löwenzahn harrt der Verarbeitung

Auf dem Gärtnerblog beispielsweise wird die Löwenzahn-Sirup-Herstellung bildhaft dargestellt und wenn der Sommer hinter den traurigen Regenwolken hervorkriecht wird das auch mal nachgemacht — allein schon, weil die Pusteblume zweckgerichtete Tätigkeit verspricht).

In Stadtteilen mit dem Gemüse aufgeschlosseneren Bevölkerungsschichten ist das Angebot bisweilen größer als in landwirtschaftlich geprägten Außenbezirken, was nun zu unserem leckerem Mahl geführt hat, weil dieses Riesenteil einfach geordert und verkonsumiert zu werden beliebte (auch wenn der nebenanliegende Mangold auch sein verführerisches Äußeres zur Schau zu stellen wusste).

Und da der riesengroße Zuchtlöwenzahn nicht ganz so bitter daherkommt, konnte zwiebelige Zutat (die den bitteren Geschmack somit nicht zu unterdrücken wusste) mit gekonnt durch arbeitseifrigen Besuch in Szene gesetzten Tomatenwürfelchen in Olivenöl gedünstet verarbeitet werden. Zitrone sollte auch noch rein, war aber bereits bei der Verarbeitung der Fischzutat zwecks Säuerung ausgegegangen, weshalb kurzerhand auf sauer daherkommenden Weißwein zurückgegriffen wurde. naturreis mit loewenzahnDer war auch gar nicht schlecht, wurde teilweise bevorzugt, während wahre GeniesserInnen einem exclusiven Sekt mit eher zum Weine tendierenden Inhalt zugetan waren, der dem Abschluss unangenehmer Taten gewidmet war, weshalb er natürlich besonders den kulinarisch-perligen Mittelpunkt setzen konnte. Sehr lecker.

Währenddessen brutzelte die ebenfalls von Besuch auf kleinstmögliche Größe reduzierte weiße Zwiebel zusammen mit Minzblättchen ebenfalls in einem guten Schuss Bioolivenöl und konnte derart zubereitet zum Bio-Langkornreis, der mal wieder verdammt lange zu kochen wünschte, geschmacklich einschlagend hinzugefügt werden. Optimal als Begleitung erwies sich der ausgiebig in Mehl gebadete Rotbarsch, von dem unsinnigerweise noch die Behauptung aufgestellt wurde von ungläubigen Personen, dass dieser niemals nur für die wenigen Kochgemeinschaftsmitglieder reichen würde, sondern allenfalls für die doppelte, ach was dreifache Menge geeignet sei. loewenzahn in inniger erwartung von rotbarsch

Beim Pastaevent gab es auch noch gewinnträchtige Spezialitäten. Gewonnen haben natürlich wie immer alle die mitgemacht haben/konnten/wie auch immer und die Auswahl fiel sehr schwer, was aber auch an originellen Ideen (darunter eingearbeitete Blätter und vielfältige Tintenspezialitäten ;-) ) lag — aber macht Euch ein eigenes dem Hunger zuträgliches Bild. Die meisten Stimmen erreichte der Blog Hüttenhilfe mit Offenen Ravioli vom Steinbutt und Langustinos mit tourniertem Gemüse und Weißweinschaum. Herzlichen Glückwunsch!

rotbarsch
Der gebratene Fisch erwies sich mal wieder als zu wenig reichhaltig, dafür aber optimal in Biss, Farbgebung und Krustenherstellungskunst

Nicht am Event teilnehmend war ein neuer veganer Kochblog kochen mit flisa, der bei Blogsport sein Stelldichein zu geben weiß mit ganz, ganz vielen Anregungen. Heuer mit veganen Nudeln. Wir sind bei sowas ja immer sehr gespannt, was da noch so rauskommt…