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Die vielseitige Verwendbarkeit der feinen Korinthe zeigt sich ergeben auch bei Anfertigung sowohl baskischer als auch zukünftig dann andalusischer Tapas insbesondere unter Beachtung demnächst käuflich zu erwerbender geschmacksreicher Nahrungszubereitungsmittel (zum Nachtisch optisch widerständliche Keksstempel)

Von unterschiedlicher Seite gedrängt doch mal ein paar klassische Tapas-Rezepte auszuprobieren ward die Aufgabenaufteilung gleich verteilt: Frager 1 erhielt den Auftrag sein schon lange gehortetes Kochbuch mitzubringen (wir haben nur 5 Kochbücher im Hause, in die wir sowieso recht selten reinschauen) und so eigentlich sämtliche Zutaten während Fragerin 2 sich an den Nachtisch machte und hier stattdessen in der wie immer unaufgeräumten Küche dran gemacht wurde zu schauen, was denn eigentlich selber vorrätig zu sein pflegte.

mit honig versorgtes huhn
Honigversorgung schmeichelt ungemein

Prima Sardellen waren noch da, ein mittelgroßes Glas mit einem kleinen Rest von 10 Stück in Öl eingelegt.
Bei baskischen Tapas (die haben so einen unaussprechlichen Namen) gehören die ja in jedes 0,5 Gericht dazu, praktisch wenn es vor Ort nichts anderes (und wesentlich besser schmeckendes) gibt, der erwünschte geräucherte Kabeljau war auf jeden Fall nicht bevorratet ;-)

Am Ende dann irgendwie zuviele Baguettes in unterschiedlichsten Ausführungen und eine eingehende Weinprobe, die vergessen ließ, dass auch noch mal was gefertigt werden müsste, also Zeit vertrödelt und aus den anvisierten 10 Tapa mal eben zwei gemacht :D

gefüllte tomaten mit thunfisch aioli und so

Das umständlich ständig im Auge behaltende Kochbuch „Tapas favoritas“ von Fiona Dunlop (Hrsg.) gibt dann auch gleich mal mehr oder weniger genaue Angaben vor, bekanntlich lieben wir die weniger genauen ;-) da kann dann nichts falsch gemacht werden (Hauptsache es ist genügend Olivenöl dran).
Erstes, weil einfaches Rezept war dann gleich eins aus Andalusien von Rosa Maria Borja und Isabel Capote Dominguez (aus Sevilla): Hähnchenschenkel in Honigsauce; ok, das ist ein klassisches Gericht ;-) aber fand hier Ergänzung mit Currypulver und Senfpulver.

Butter so 100 Gramm, 250 Gramm flüssiger Honig, Currypulver und etwas Senfpulver mit 75 ml Tomatenketchup vermischen, köcheln lassen und ab auf die Hähnchenschenkel und im Ofen 35 Minuten backen.
Auf das geschmacklose Senfpulver haben wir verzichtet und richtigen Senf genommen, ebenso auf die Butter, die nicht da war und durch Öl ersetzt wurde und den Ketchup durch selbstgemachte Tomatensauce ersetzt. War jetzt nicht schlecht, aber irgendwie fehlte der letzte Pepp. Beschlossen das Rezept demnächst noch weiter abzuwandeln und noch ein wenig Korinthen (wahlweise in süßen Wein eingelegt und/oder fein zerkleinert) hinzuzufügen.


Mayonnaise mit dem Stabmixer — funktioniert wirklich prima auch mit Knoblauch

Die gefüllten Tomaten mit Thunfischpüree dann original aus dem Baskenland, das Rezept gefertigt von Iñaki Gulin und Álex Montiel: Frischer Thunfisch in Olivenöl gedünstet, mit Tomatensauce vermischt und mit Aioli — endlich Gelegenheit erfolgreich mit einem Ei, einer leider etwas zu scharfen Knoblauchzehe, viel Olivenöl, Salz, Pfeffer, Senf, frischem Zitronensaft den Stabmixer-Trick auszuprobieren, der seit Jahren im Internet herumgeistert; Chili und Ciabatta hat mal eine deutsche Version der Zubereitung angefertigt) — und Petersilienöl dann oben draufgetröpfelt auf die blanchierten und halbierten Tomaten ohne Haut.

Laut Anleitung sollte die Füllung versteckt werden durch Präsentierung der Tomatenaußenseite — das hätte allerdings die absolut nach weitgehend fast gar nichts schmeckende Tomate in den Vordergrund gerückt ;-) Zwischendurch hatten wir die Thunfischmasse noch mit frischem Rest-Tomatensaft vom Teller versorgt, was den Rest etwas ruinierte, durch in Sherry eingelegte Korinthen dann aber erfolgreich und geschmacksabrundend gerettet werden konnte. Also Korinthen mit in die Tapas! :-)

ausprobiererei
Ganz rechts im Dunkeln die Alioli

Beim Petersilienöl mit Knoblauch und Walnüssen haben wir übrigens nicht richtig aufgepasst und auch die Stiele mit versorgt, was zwar kein Problem war, aber dann doch etwas mehr Pesto als Öl fabrizieren ließ ;-) Ein Rezept für Petersilienöl übrigens bei RezKonvSuite, die gerade erst von den Stuttgarter21-BefürworterInnen heimgesucht worden sind und hervorragende Widerstandskekse im Angebot haben, deren Druckstempel nicht mehr verkauft werden darf.

Von nicht uneleganter klassischer Betrachtung erst obenauf und dann mittendrin getragene Quitten in zimtigen Mavrodaphnezügen mit ein, zwei Nelken (lecker Nachtisch!)

Quitten-Blogevent heißt das neuste Produkt des Gärtnerblogs und hurtig hatten wir uns nach einer Woche schon einen kleinen Vorrat von dem Saisonalobst vom Biostand zur Seite gelegt. Ideenfindung ist ja immer das Gebot der Stunde und so war neugieriges Abwarten, was denn so die anderen damit anstellen würden, angesagt.

quitten in mavrodaphne mit zimstange und nelke
Für das Dokumentationsphoto unsanft dem Zubereitungsprozess entzogen

Herzhafte Kost schwebte vor, gesotten, gebraten, was halt so anstellbar wäre. Dann allerdings die verdammte Idee nicht gehabt und angesichts wichtiger Termine dann doch auf den Klassiker der Quittenproduktion gesetzt – Quitten in Mavrodaphne, einem süßen griechischen Likörwein aus der Region um die eher nicht so schnuckelige Hafenstadt Patras; das Ganze ergänzt mit Zimtstangen und zwei eher kleineren Nelken.

Gesüßt zu werden braucht die Köstlichkeit eigentlich nicht (aber je nach Bedarf kann noch Zucker hinzu), ein bißchen Öl kommt auch noch ran und eine Vanillestange rundet alles noch ab (muss aber auch nicht sein, aber wir hatten noch eine angefangene).

Erstmal heißt es Quitten schälen und halbieren, das Entkernen sollte Besuch überlassen werden, meistens kennen die lieben Leute nicht die Hartnäckigkeit der gemeinen Quitte und so geht das dann mehr oder minder ohne Flüche vonstatten.

Ab mit den Hälften (hier wurden es merkwürdigerweise eher Viertel ;-) ) in eine Backform, restliche Zutaten mit rein, und abdecken mit doppelt quitten einkaufgelegter Alufolie und erstmal oben auf dem Herd etwas weich kochen und dann rein in den auf ca. 130-150 Grad vorgeheizten Backofen. Duftet schon wunderbar und verheißt nur Gutes.

Dann warten, der Wein zieht schön in die Quitten ein und reduziert so um die Hälfte, so ca. 56 Minuten dauert es und schwubdiwubstrara ist der Nachtisch fertig. Bisschen Zimt drüber streuen, sieht ganz schnuckelig aus und schnell servieren, wenn es warm gewünscht wird. Als kalte Speise auch lecker mit Eis. Für die Dokumentation aus Zeitgründen einfach mittendrin aus dem Zubereitungsprozesse ein paar Stücke entrissen und schnell abgelichtet ;-)

Elegant kommt er dann mit Zim- und Vanillestange dekoriert daher der Quittennachtisch, der vorzügliche und wie er so schmeichelhaft die Geschmacksknospen umgarnt ist klar, dass es nur eine Quittenzubereitung geben kann :p

Die sanfte Genüsslichkeit — soviel kann noch festgestellt werden — zergeht geradezu auf der Zunge, süße Momente des Vergessenes weisen den Weg ins Sündhafte, also genauso wie eine Süßspeise aus dem aromatischen Weine zu sein pflegt und das nach nur simplen 104 Minuten und ein paar zerquetschten.

blogevent quitte

Zutaten:

Quitten, nicht zaghaft beim Einkauf sein
Mavrodaphne, das Zeug ist teuer
Etwas Öl, ein neutrales am besten
2 Stangen Zimt und ein, zwei Nelken

Dazu dann traditionell Unmengen griechischen Kaffees und die Welt ist wieder in Ordnung.

Rasant driftete das Hungergefühl in die hinterste Ecke der Küchenkochgegenstandsaufbewahrungsvorrichtung und orderte Tomatensuppebestandteile, die eilfertigst kredenzt zu werden gedachten, um die inzwischen wieder vollständige WG zu vollsten Zufriedenheitsbekundungen zu veranlassen (Rezept ohne Komplikationen)

Da war dieses unbändige Grummeln und nach Eskapaden der vergangenen Woche bestärkte Gefühl leichte Kost in sich aufnehmen zu müssen, so dass nach Sichtung der Essensbestandsaufbewahrungsregalität das Rezept zur Sättigung spontan feststand: Tomatensuppe! Juchhu! Waren zwar keine frischen Tomaten vorhanden — aber was solls, die schmecken sowieso zur Zeit nicht so wie sie sollten und darum war es auch gar nicht so schlimm auf bedoste Ware zurückgreifen zu können, die ein paar Mal in konzentrierter Form und zweimal in ganzer Pracht greifbar war.
Wunderbar einfach und relativ schnell mit den einfachsten Zutaten kochen zu können ist das Grundlegende dieses Rezeptes, welches auch Küchenunerfahrene mit Bravour zu meistern wissen. Das schreiben wir nur, weil uns zu Ohren gekommen ist, dass die dargebotenen kulinaria-katastrophalia-Speisen angeblich viel zu schwierig nachzubereiten seien….
Also – das nun folgende einfachste Rezept nicht hinzukriegen dürfte also extrem schwer fallen ;-) schließlich kommts hier nicht genau auf die genaue Menge an.

Bruehwuefel unterschiedlichster Couleur
Brühwüfel unterschiedlichster Couleur (wovon der rechts unten der leckerste war) bereichern die schnelle Suppe ungemein

Und wie gehts? So:

Mehrere Zwiebeln hacken, Zucchini stückeln und dann in einem sehr gutem Schuss Olivenöl andünsten. Wenn etwas Dill vorhanden ist darf der auch noch dazu. Erbsen, Pfeffer und Minze mit rein und mitdünsten. Dann wurde auf Fisch-Brühwürfel zurückgegriffen, die aus nördlichen Gegenden stammend einen durchaus nicht den hier heimischen Produkten entsprechenden Geschmack haben. Ist aber eigentlich egal was da für welche reinkommen (Hühnerbrühwürfel, Rinderbrühwürfel, Gemüsebrühwürfel) und wer die nicht mag würzt halt einfach kräftiger mit den auf den Boden gefallen Resten der Gewürzaufbewahrtruhe (müsste ähnliche Geschmackskomponenten hervorbringen). Die Brühwürfel, die zuvor in heißem Wasser aufgelöst wurden kommen nun rein und Alles brodelt schön.
Gelegenheit den Tomatenmarkdoseninhalt mit Wasser anzurühren und zusammen mit den ganzen Tomaten dazuzugeben. Ordentlich köcheln lassen und zwischendurch einen leicht süßlichen nicht allzu schlechten Koch-Rotwein hinzugeben. Wer mag, darf auch noch Karotten hinzufügen.
Und ein paar Gewürze bereichern nun das schon angenehm duftend daherkommende Suppenvorprodukt.
Lorbeerblätter, reichlich Pfefferkörner, scharfer Curry, Paprikapulver, ev. Salz, Wacholderbeeren, Minze, Oregano, 1 Stange Zimt, Knoblauchzehe, Thymian, Nelken, und noch irgendein Gewürz, welches jetzt der Erinnerung entschwunden ist…

Tomatensuppe
Tomatensuppe mit Frühlingszwiebel auf dünnlich daherkommenden Fadensuppennudeln an grünen Erbsdekoratiönchen

Dann muss der Tomatendosengeschmack rausgekocht werden! Das dürfte spätestens nach zwei Stunden so langsam der Fall sein. Schmeckt aber auch schon vorher . Dann wird Alles feinpüriert mit einem Stabmixer. Zauberstab oder was auch immer — und wer Sahne mag, darf zum Abschluss noch welche hinzufügen. Feingepresster Knoblauch und etwas Metaxa darf ganz zum Schluss abschmeckend noch hinzu. Dekorativ und erfrischend kommt die Suppe mit kleingeschnittenem Frühlingszwiebelnverschnitt vor die hungrige Meute, die mit separat gekochten Nudeln, die ebenso wie die im letzten Moment hervorgeholten Erbsen noch schnell als Sättigungskomponente auf den für die leckere Tomatensuppe plazierten Tellern ihren Platz gefunden hatten, zufriedengestellt werden konnte..

Leckere Nordseekrabben und Flusskrebsschwänze belieben besonders in tomatiger delikater mit Zwiebeln versehener Weinsauce zu munden und entzücken jahrein jahraus die allerfeinsten Delicatessen-LiebhaberInnen (gaaaanz einfach zu fabrizieren)

Erst stolperte Besuch erkundend in die Räumlichkeiten und wollte dann — die feinen Geschmacksnerven in entsprechende erwartungsfrohe Stimmung versetzend — das anvisierte kulinaria-katastrophalia-Spezialitäten-Gelage im Blicke sich ebendieses auch lecker munden lassen. Erstmal musste natürlich Platz geschaffen werden, um all die vielen zu handhabenden Tätigkeiten in vollste Zufriedenheit zu verwandeln bei der dann durchaus in unterschiedliche Beschäftigungsspielarten ausufernden Tätigkeiten während des Kochvorganges. Während also verschiedenartige in diversen Ecken aufgetriebene ballartige Formationen die Teilaufmerksamkeit zu beanspruchen suchte — war das famos leckere Essen mal wieder von so vorzüglicher Fertigungsgabe begleitet, dass es dann auch wieder lecker-gut gelang (obwohl leichte Verstimmungen perfektionistischer angehauchter Verkostungsanwesender Personen wegen nicht ganz den tomatigen Erwartungen entsprechender Geschmacksnoten zu erkennen waren, welche dies freimütig auch zu monieren wussten, so dass gaaanz gaanz kleine Abstriche registriert wurden — diesmal).

2006 am ende
Flußkrebsschwänze in Weißwein-Nordseekrabben-Ambiente mit Linguini

Übrigens gibt es grad den Blogevent Garnelen, Scampi & Co zu welchem diese Speise vortrefflich passen würde – aber das haben wir ja schon so oft zubereitet, so dass nun neue nicht minder den hohen Ansprüchen genügende Köstlichkeiten inform von allerlei Zubereitungsarten ausprobiert zu werden wünschen. Zum Blogevent Haselnüsse, den wir leider auf Grund anhaltender Reise- und Verköstigungsnachwirkungen anderer Art nicht bereichern konnten (obwohl da immer noch eine nette Idee durch den Raum schwirrt, die es vielleicht demnächst mal gibt) noch der Hinweis auf die Abstimmung, die bis 24.00 Uhr der allgemeinen Zugänglichkeit harrt.

Nachtrag: Das Rezept zum Nachbereiten findet sich hier

Auf der Zunge zart zergehende Spinatblättchen an gescheibelten Champignons zu Pecorino negro-Splittern

Nudelteig in Form von Linguini war verantwortlich für das famose Essen, welches den Spinat in den omnipräsenten Mittelpunkt zu stellen wusste, der uns deshalb das Essen besonders munden ließ. Spinatblättchen wurden rasch mit Zwiebeln in Bio-Olivenöl (kbA) angedünstet und ein paar vorhandene Champignons in Scheibenformat kamen auch noch hinzu und konnten durch geschickte Drehung unserer Holz-Pfeffermühle mit der dafür vorgesehenen Füllung in der verarbeiteten Form ergänzt werden. Obendrauf noch delikat daherkommender sizilianischer Pecorino negro, der zart schmelzend auch optisch einiges her machen konnte.

spinatnudeln2
Spinatnudelvariation mit Champignon und Käsereibeprodukt

Bunte Kürbisfrikadellen mit frischem Minze-Agavendicksaft-Joghurt-Dip

Das Innere einer Kürbisfrikadelle
Auch auf dem eher kühlerem Ambiente des Luxus-Empfangs sind Kürbisbratlinge (hier im angeschnittenen Detail) die Show und belieben dem Ausdruck luxeriösen Lebensstils den richtigen Aspekt zu verleihen.

Der Herbst bringt mit dem typischen orange-gelb-gemusterten Kürbissen den Anlass für den nächsten Blogevent Kürbis. Gelegenheit doch mal wieder auf eine der zahlreich vorhandenen Varianten zurückzugreifen, die unser aller Herz zu erfreuen wissen mit verspielten Zucchiniwürfeln und hintergründiger trockener Minzbeimischung und die — auch dies sei bemerkt – hervorragend für Massenverköstigung, sei es auf dem Kindergeburtstage oder bei der Vokü, bei der Großdemonstration oder beim Dance-Event geeignet erscheinen für den Blickfang und nachfolgende Lobeshymnen. Überall also kommen die gut an. Liegen tut dies nicht nur an den normalen fleischhaltigen Klöpsen nicht unähnlichen Umfang in Größe und Farbgebung, die seit Kindestagen konditionierte Vielfrasse so schätzen gelernt haben, sondern vor allem an der den nussigen Geschmack so delikat unterstreichenden Füllung.
Deshalb nun unser Beitrag zum Blogevent, der einer etwas festeren Form gewidmet ist, die alle schön satt bekommt (die etwas weichere Variante mit höherem Kürbis- und Bio-Öl-Anteil gibt es demnächst auch mal wieder) und auch noch an den nächsten Tagen, ob des vielfach vorhandenen Zustandes der Rohmasse, zu erfreuen weiß.

So gelingts am Besten:

Zutaten

Für die Kürbisfrikadellen:

2 Teile schmackhafter nussiger Kürbis (eine Reibe oder Mixer zum vorherigen Zerkleinern ist auch nicht schlecht),
1 Teil Parboiled Reis,
Bund Blattpetersilie,
Bund Dill, Fenchelgrün
Weiß- und Mais-Mehl,
Salz, Pfeffer, Minze,
ca. 200 Gr. Erbsen,
1 Zucchini (in kleinen Würfelchen),
4 Zwiebeln (in kleine Würfelchen gehackt),
viel Öl
und große Pfannen

Für den Dip:

Söbbeke-Joghurt (schmeckt am Besten)
frische Minze
Agavendicksaft

I. Die Vorbereitungsphase:

Ganz viel Kürbis, der zuvor mittels Geschmackstest den hohen Ansprüchen durch Hervorhebung der verlangten nussig-schmeckenden-festen Konsistenz Genüge getan wurde, wird eifrig dem Raspeln zur Verfügung gestellt. Fein Mixen ist bei dieser Variante nicht so angesagt, da es dann zu matschig wird (für ganz Eilige darf aber der Kürbis ganz kurz auch in den Mixer). Der Kürbis muss unbedingt ausgedrückt werden – da ansonsten die zuviel vorhandene Flüssigkeit das anschließende Bratergebniss zu verfäschen droht (nicht gut).
Parboiledreis wird währenddessen bis zu einem Stadium gekocht, der als kurz vor bissfest-fertig am besten zu charakterisieren wäre. In einer Pfanne werden nebenbei ganz kleingehackte Dill- und Fenchelstiele mit den kleinen Zwiebelstücken angebraten. Die Zucchinistückchen kommen dann ganz kurz noch hinzu, um sie ein bißchen weniger hart werden zu lassen; aber wirklich nur ganz kurz — sonst ist die Frische, die der Zucchini eigen ist, verpufft. Mit Salz, Pfeffer und Würzminze wird mit dem abschmeckenden Teil diese Kochphase beendet.

II. Die zweite Phase erfordert Geschick im Augenmaß

Nun sind nämlich Kürbisstreifen und Reis im Verhältnis 2 zu 1 unter Zuhilfenahme zartbesaiteter Hände in Einklang zu bringen. Während also ohne festes Zupacken Alles vorsichtig vermengt wird, werden noch die aus der Pfanne stammenden Dill-Fenchel-Zwiebel-Mischungen beigefügt. Dazwischen kommt etwas helles Mehl für die Festigkeit und ein ordentlicher Schuß gutes Bioolivenöl. Dann beginnt auch hier der abschmeckende Teil – vorsichtig wird sich mit Salz und schwarzen Pfeffer an die richtige Geschmacksnote angenähert. Wenn das Resultat stimmig erscheint werden nun Erbsen, grob gehackte Blattpetersilie-Blätter und Dillgrün ebenso vorsichtig hinzugegeben (die Erbsen sollen ja nicht matschig werden).

III. Das Formen

Nun wird auf einem Teller ein 60/40-Gemisch aus Weißmehl und Maismehl (damit werden die Freakadellen etwas dunkler) drapiert. Geschickterweise sind vier Hände für diese Phase für die Bewerkstelligung am Besten (oder es wird in zwei Arbeitsschritten vorgegangen).

Während also auf einer Seite des Tisches versucht wird, aus dem Gemisch einigermaßen akzeptable runde Freakadellen zu formen werden sie auf den anderen Seite auf dem Mehlteller in Empfang genommen und erstmal vorsichtig eingemehlt, um sie dann schön in die richtige ovale Frikadellenform zu bringen, die doch erstrebt wird, auf dass das Braten dem versuchten Gelingenswunsch keinen Abbruch antut (die Bratlinge dürfen für den Vorgang des Bratens nicht zu groß und nicht zu kugelig werden). Vorsicht ist angebracht, weil die immer noch vorhandene Flüssigkeit eifrig versucht, die Vollendung zu sabotieren indem sie nach außen dringt. Schnell mit trockenen Händen arbeiten ist also angesagt (sonst bilden sich an den Händen dicke Krusten und das sieht nicht schön aus).
Auch Beachtung finden sollte der Hinweis, dass die fertig geformten Frikadellen nun nicht einfach achtlos übereinander gestapelt werden — die pappen nämlich sonst aneinander und Essig ist es mit dem mühsam zustandegebrachten formvollendeten Abschluß dieser Zubereitungsphase.

delikate Kürbisfrikadellen
Schon äußerlich dem Grünkernbartling und der Fleischbulette nicht unähnlich: Die Kulinaria-Katastrophalia-Kürbisfrikadellen-Show

IV. Der Bratvorgang

Normales Bratöl (also keine absolute Billigware, die alles regelmäßig verdirbt) ist hier absolut ausreichend, ein bissl Olivenöl schadet aber auch nicht. Ausgesucht werden sollten auch gut zu belüftende Räumlichkeiten – denn das Braten beliebt einen aufgrund des nässenden Bratgutes doch durchaus unangenehmen Bratgeruch zu hinterlassen, der nicht unbdingt überall auf allgemeine Zustimmung hoffen lässt.
Wenn eine erstmal hohe Brattemperatur erreicht ist wird schnell Kürbis-Frikadelle nach Kürbisfrikadelle in die Pfanne gereicht. Wenn sich unten nach ca. 1-2 Minuten bereist eine feste Kruste gebildet hat, darf bei Bedarf auch einmal vorischtig die Frikadelle in eine etwas flachere Form gebracht werden. Temperatur etwas runter und weiterbraten lassen. Nach 5 Minuten die Frikadellen vorsichtig umdrehen und von der anderen Seite erst mit hoher Temperatur und dann mit niedrigerer weiterbraten. Nach 15 Minuten müsste auch die widerspenstigste Mischung durch sein.
Und keine Angst vor zerplatzenden Erbsen, die das Fett in empfindliche Augen spritzen lassen – das ist ganz normal ;-)

V. Der Haupt-ACT!

Die ganz vegan daherkommende Kulinaria-Katastrophalia-Kürbis-Frikadelle ist dann entweder kalt oder auch warmgestellt oder auch ganz frisch zu verkonsumieren. Dazu passt hervorragend Salat und ein vegetarisch anheimelnder Dip aus Joghurt und frischer Minze, der mit einem Löffel Agavendicksaft und etwas Salz abgeschmeckt ist.

Bon Appétit!

Schnell und eifrig belegter Yufka-Teig mit roter Paprika in schwurbeligen Zwiebeln – als da wären rote und weiße Exemplare und natürlich Crème fraîche mit Oregano-Muskatnote und als Beigetränk Federweißer (Rezept)

Irgendwas was superschnell geht und wir deshalb ganz viel Zeit haben, um den eigens erworbenen Federweißer – jenes sagenumwobene Getränk mit fortsetzender Gärung, lustigem Geblubber, aufsteigenden Perlen und manchmal trüber Aussicht – entsprechend würdigen zu können. Aber leider wieder mal zu lange gewartet, um endlich die Maronen der Verarbeitung anheim stellen zu können, die nun den Weg allen Vergessens auf Grund fortschreitender Schlechtigkeit gehen mussten. Verdammt! Was nun?!? Zwiebelkuchen kam in den Kreis der näheren Betrachtung und erwies sich angesichts eines immensen Vorrats an allerlei Sorten als erfolgversprechende schmackhaft daherkommende Spezialität, die wir schon ganz lange nicht mehr herbeigezaubert hatten. Den Teig waren wir absolut zu faul, um ihn selber zu machen und so wurde nach Ausschickung und froher Heimkehr aus dem mitgebrachtem Yuftateig (so eine Art Phyllo-Teig) als Grundlage was ganz Zwiebeliges fabriziert, das durchaus (wie fast immer) uns wieder mal die Bestätigung zu bringen vermochte, dass die Welt wohl doch nicht morgigen Tages dem Untergange geweiht sei.
Das Rezept ist so simpel wie einfach nachzumachen weshalb wir das hier mal kurz beschreiben:

Zwiebelig belegter Yuftateig
Zwiebelig belegter Yufkateig

Reste von roter Paprika zusammen mit ganz viel Zwiebelringen (mal größer — mal kleiner) anbraten in ein wenig Öl und mit ordentlich Peffer aus der Mühle würzen, Salz kommt auch noch mit rein und etwas Muskat. Während das brutzelt wird im vorgeheitzten Ofen schon mal der vorher schön fein für jede Lage gölte Yufta-Teig in vierfacher festgedrücker Übereinanderstapelung knusprig gebacken (so ca. 10 Min). Die Zwiebeln dürften dann schon so langsam ins Braune tendieren und das ist dann der Augenblick um das kalorienstrotzende (das Wort bringt uns doch wieder Diät-Anzeigen) Crème fraîche ins Spiel zu bringen, welches ja auch ganz famos zu allerlei zu passen pflegt. Während das dann kurz einköchelt bietet sich hier dann nochmal die Gelegenheit die Pfeffermühle in Gang zu bringen und Alles dann mit ein Schwubs auf den Yufkateig zu verteilen, kurz oh rufen, und dann ab für 5 Minuten zum Weiterbacken in den Backofen. Guuuttt!
Drauf kam noch frischer Oregano und verfeinerte den zum dritten Mal in Anschlag gebrachten Pfefferbestreuungsauftrag. Grünes Dekoeinerlei gabs extra für tolle Fotos auch noch dazu.