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Langsam sich verfüllende märktliche Einkaufsmöglichkeiten erweisen sich als den Gewohnheiten nicht unbedingt zuträglich mit ihrem nur langsam den Frühling anhimmelnden Angebot — es galt also vor dem absehbaren Ende sich der Restsicherung anheimzugeben

farben obenauf auf dem fruehstueck drauf
Blumen weisen wie üblich der Völlerei den Weg

Kaum fallen die ersten längeren Sonnenstrahlen auf die Straßen — schon kommt das Stadtvolk pünktlich zum Markteröffnungstermin heraus aus ihren Wohnungen, um dem vermuteten Landvolk die bereitgestellten Waren abzunehmen. Vernünftige Mitmenschen, die sich durch derlei Aufstehzwänge mitnichten gängeln lassen, haben es deshalb zu diesen Zeiten mehr als schwer.

erste fruehjahrsfruehstuecksvorbereitungen
Erste Vorbereitungen für den Frühstücksstart

Das Angebot ist noch etwas mau, die frischen grünen Kräuter sprießen erst, werden aber dennoch schon angeboten, allerdings nur der erwähnten Spezies, die ohne Rücksicht alles leerkauft.
Macht nichts, trotzdem was ergattert, und ja, das im Bild sind nach kaum etwas schmeckende Erdbeeren, aber was sollte gemacht werden, das passiert jedesmal im Frühling, da muss wider besseren Wissens zugegriffen werden, mit Agavendicksaft und Biojoghurt aber geschmacklich aufgepeppt ;-)


Während der Frühstücksvorbereitungen dann der neuen Sucht gefrönt und Christoph & Lollo bei ihren charmanten Ausführungen zum Thema Islam [via rhizom] gelauscht.

Die beiden haben ja auch schon mehr oder minder erfolgreich Sponsoren gesucht, die Lamiacucina nun nach eifrigem Suchen gefunden hat ;-) Bemerkenswert am Beitrag dort sind derart vorgeführte Blogs, die ohne Scham merkwürdigerweise in den Kommentaren auch noch Beifall zollen #-o

christophlollo tschuldigung
Tschuldigung, es ist einfach zu gut ;-)

Wie sich CDU und FDP eine ihnen genehme Demokratie zusammenschustern konnte neulich ja schon beobachtet werden als sie von antifaschistischen Initiativen im Gegenzug für eine Förderung die Bespitzelung ihrer BündnispartnerInnen verlangte; um dem noch eins draufzusetzen müssen nun im Freistaat Sachsen auch noch alle Presseerklärungen und Broschüren zwecks Zensur dem Sozialministerium vorgelegt werden.

makrele geraeuchert und schon angenascht
Schon mal naschen vorweg ist geradezu Pflicht

Der blassen Einsicht zugewandt entpuppt sich die mitunter röter in Erscheinung tretende Sorte als unumwunden kartoffelig-lecker-gut zu bezeichnende Variante ihrer Art (Kartoffelservice)

Rotschalige Laura Kartoffeln blass
Blässlich-rot mit etwas Staub — Laura

Seit einigen Jahren besteht das Dilemma der Kartoffeleinkauftätigkeit meist nur aus der Wahl zwischen einer einigermaßen gut schmeckenden Sorte und einer etwas weniger gut mundenden Variante, Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Insgesamt hat auch die Kartoffelqualität aus Biobetrieben nachgelassen (oder die Geschmacksnerven haben sich fortentwickelt ;-) ) , es ist ein Lotteriespiel und die Möglichkeit, Unmengen zu horten für den Fall einer exzellenten Auswahl besteht in der WG eher nicht, im feuchten Keller würden auch eher Pilze gedeihen als trockene kühle Lagerstatt.

Laura Kartoffel rot mit Wasser benetzt
Wasser arbeitet Intensität heraus

Seit einiger Zeit wird deshalb vermehrt Buch darüber geführt welche Kartoffelsorte sich als statthaft für dieses und jenes Gericht erweist. Spätestens beim Einkauf ward das ja immer vergessen und die Frage welcher Stand auf dem Markt nun die beste Auswahl hat, war hinfällig. Also das Bloggedächtnis anwerfen und als Kartoffelservice dokumentieren.

Die Sorte Ditta (festkochend) beispielsweise erfreut sich ja als Weinsaucenschmorvariante einer nicht zu brechenden Beliebtheit, als Salzkartoffel zeichnet sie sich allerdings nicht als bestens aus; biologischer Anbau vornehmlich aus südlicheren Gefilden schmeckt eindeutig besser als konventionelle Ware. Da sie sich gut lagern lässt, kommt sie allerdings meist nur als Lückenfüllerin vor der Frühjahrsernte in den Handel.

lachs gemehlt und pfannenversorgt mit halbierter salz-Laura-Kartoffel dazu salat bunt gemischt
Mond erweist sich als geeignet für den Weinausschank — mitnichten aber für photographische farbintensive Behutsamkeit

Die Neuentdeckung der letzten Monate ist mit einer 80%-Quote an wunderbar intensiven kartoffeligen Geschmack die Sorte Laura, eine rotschalige festkochende Vertreterin der Knollengewächse, die ihre Farbe aber auch erst mit Benetzung mittels Wassertropfen herausarbeiten kann und sonst eher eine blassrote Erscheinung hat, ganz wie die Steine am Meer, die zu Hause dann immer den Reiz der Entdeckung nicht wahren können. Und irgendwie schmeckt die auch wie „früher“, so richtig toll.

Ausprobiert bisher nur als Salzkartoffel, aber das reicht schon, satte gelbe Farbe erfreut das Herz und passend zu Fisch allemal, ein paar mehlierte Lachsfilets und Salat aus Allerlei mit Olivenöl durften Gesellschaft leisten :-) Leider bisher viel zu selten als Angebot in der Auslage gesichtet.

Ach ja, irgendwo lauert nach den 999 Blogs die bei genussblogs derzeit erfasst werden doch bald ein Rekord, oder?

Unter Bergen zackig gerissener Hobelware dann auch wiederverwertbar erkennbare Restware, die durchaus im Einklang zu vorherigen Fertigungen zu überzeugen wusste, was bisweilen auch ratsamerer Natur ist (schummrige Motive)

Kaninchenstreichelei ist groß in Mode — da müssen rasch ein paar Rezepte her, die Nachfrage muss befriedigt werden: immer gelingend erweist sich Kaninchen sanft geschmort mit Zwiebeln, Salbei und Tomaten in einer sich schicklich machenden Weinsauce. Resteverwertung unter frisch gehobelten jungen Ziegenkäse versteckt auf solider Nudelgrundlage auftragen und so begeisterte Zustimmungschoräle auch bei jüngerem Publikum erreichen.

restkaninchen mit nudeln
Verrieselte Aussichten — Kaninchenglück auf Nudel

Wenig Begeisterung zeigt die taz in ihrer heutigen Ausgabe mit einer Schleichwerberecherche über das Verhalten von „seriösen“ Zeitungen, die für Geld ihren Anzeigenkunden eine genehme Berichterstattung in Aussicht stellen. Von der Zeit über das Neue Deutschland, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung bis zur Frankfurter Rundschau — alles käuflich.

Und die Variation ist vielfältig, eigentlich ist alles dabei, die Werbemaßnahme wird getarnt, Anzeigen der Unternehmen werden mitunter noch nicht mal vorausgesetzt, einfach ein paar tausende von Euro auf den Tisch legen und schon kann es losgehen, fertige Artikel dürfen auch gleich selber abgeliefert werden, um den RedakteurInnen mal eben die mühevolle Arbeit schmeichelnder Texte abzunehmen.
Die anschließend nach derlei Geschäftsgebaren befragten Chefredaktionen der Zeitungen weisen mit Vorliebe auf ihre Unabhängigkeit hin: Gekaufte Berichterstattung — nicht bei uns.

kaninchenkeule mit tomate zwiebel salbei wein
Schmackhaft zu machen auch im Schummerschein des sanften Abendlichtes

Eigentlich ähnelt alles den Missständen bei zahlreichen deutschsprachigen Foodblogs inklusive vehementen Abstreitens der Beeinflussung der Berichterstattung, was selbstverständlich nicht statthaft und deshalb quasi naturgemäß ausgeschlossen sei.

Apropos Frankfurter Rundschau, hatten u.a. die Besitzer DuMont und die SPD-eigene Medienholding DDVG noch 2009 erwähnt, dass sich durch einen gemeinsamen Artikelpool das hohe Niveau halten sollte, ist nun klar, dass die einstige Qualitätszeitung FR nun ganz auf ihre Eigenständigkeit verzichten muss, ein bißchen Lokalberichterstattung darf noch sein — ansonsten heißt es in einer immer weniger von Eigenständigkeit geprägten Presselandschaft mit dem Niveau der Berliner Zeitung vorlieb nehmen.

[Erklärung der FR-RedakteurInnen]

Angesichts des absehbaren Zeitraumes der Bärlauchgnädigkeit muss sich schwelgenderweise rechtzeitig dem besten aller Gerichte hingegeben werden — allerzartester Kaninchenleber in milder Schokoladen-Weinsauce mit reichlich Bärlauch und nahezu reifer Williamsbirne (Part 306, mindestens)

Ausnutzen, Alles ausnutzen ist die Devise der Stunde, die Bärlauchfelder, deren Duft verführerisch die sich in den lichten Wald wagenden StadtbewohnerInnen anzulocken weiß, werden allerorten abgeerntet. Das erste zarte Grün versorgt die mindestens einmal täglich zu streichelnden Kaninchen und dann ist eigentlich schon klar, was auf den Tisch kommen muss.

allerfeinste kaninchenleber in baerlauch-wein-sauce
Rezeptlich aufbereitet ein Hochgenuss

Sozusagen kulinaria-katastrophalia-Küchenstandard und das klappt auch nur wirklich richtig mit ganz frischer Kaninchenleber, nix Eingefrorenes und keine Lagerware, am besten gleich das ganze Karnickel ordern ;-)

birnen baerlauch kaninchenleber schokolade
Allen guten Dingen fehlt ein Schwubbbbbs Wein zur Vervollständigung

Zubereitung so einfach wie sonst gar nichts, auf der Skala der Aufwändigkeit, kurz andächtig der nicht vorrätig gehaltenen überreifen Williamsbirnen gedacht und halt genommen, was zu kriegen war, kleinschnippeln, Schale bleibt dran, Kerne dürfen raus. Leber in mundgerechte Stücke ohne Sehnen oder was das ist schneiden, Bärlauch beschnuppern und dann geht es los:

Das Bio-in-Umstellung-Olivenöl mit milderer Note darf ran (unwissende „Experten“ in Sachen Olivenbaumhaltung übrigens unter dem Link zu bewundern) Kaninchenleber ganz kurz auf höherer Stufe schnell rührend anbraten, würzen mit weißem Pfeffer, Oregano, und runter mit der Temperatur (es soll ja schön weich-zart-rosa bleiben), Bärlauch nun mitbraten, mit Wein (Blanc de Blanc, trocken & mittelmäßig besser als der hier verwendete Rest eines Grauen Burgunders) ablöschen und Birnen rein, rühren nicht vergessen, Schokoladenriesel so zwei, drei Teelöffel ebenfalls rein, eventuell mit Salz, Pfeffer, Wein ergänzen, eine schöne Sauce soll sich bilden. Fertig nach nur wenigen Minuten.

schokoladenabrieb grob feinrasplig
Ohne Schokoladenriesel geht gar nichts

Dekorativ mit Reststreusel auf der Speisung und allerschnellstens geknipst, vor dem Abschlecken des Tellers darf das Essen warm — unter hoher Lobpreisung — sich verführerisch darbietend genossen werden.

Eigentlich unbeschreiblich köstlich! ;-)

Die Ausprobierung der Limequats stand sowieso schon länger auf der großen Kauf- und Kochliste, also zuschlagen, sichern was das Zeug hält und ganz 8 Stück wanderten in den Einkaufskorb, was im Folgenden im Ganzen besehen dann doch ein klein wenig zuviel des Guten war, aber mittels saftiger Mango und rührigem Joghurt war dann ein vorzügliches Genießen gesichert – außerdem aus gegebenem Anlass: Sponsoren

biomango dreiteilig
Mit Gerätschaften zerteilte Mangos bereichern die optische Verfügbarkeit

Gleich neben diesem quitschfidelen orangenen Kumquats lagen im Korb auch noch die mit einem Teelöffel locker zu balancierenden Limequats — die wollten doch schon immer mal verkocht werden…

… also zugegriffen, süßliches Vergnügen sollte diese Mischung aus Limette und Kumquat hervorbringen, tut sie vielleicht auch, wenn sie reif wären, denn die Vermutung liegt nahe, dass dieser saure durchaus an die Limone erinnernde Geschmack nicht das ist, was es sein könnte. Im Anschnitt ganz bekannt, auch die Verkostung der Schale erwies sich trotz nachträglicher Bearbeitung als unstatthaft, es waren einfach ganzganz kleine Limetten.

limequat groessenverhaeltnis apfel
Eigentlich ganz süß — so klein

Nicht schlimm, gibt es halt was anders als puren Genuss. Die schon länger lagernde Bio-Mango geschnappt, mehr oder minder akkurat zerteilt und mittels gutem cremig gerührtem Biojoghurt und ausgekratzten Limequatfetzchen zu einer perfekten frischen Frühstücksbeilage werden gelassen. Durch die saure Frische der kleinen grünen Teilchen ein kleiner Kick im Erschmecken. Gar nicht schlecht. Weitere Kocherfolge dann in Ausprobierung ;-)

Aus dargebotenem Anlass übrigens noch ein kleines Lied, es wird ja momentan wieder vermehrt über Werbekampagnen in Foodblogs philosophiertgebloggt, eine kleine Tafel Schokolade reicht da schon aus, schon geht es los.


Christoph & Lollo — Sponsoren

Ideale Voraussetzungen also, um sich einem Thema zu widmen, das an Wichtigkeit im Werbemaßstab zuzunehmen beliebt; im Blog nutriculinary wird gleich auf eine Veranstaltung die sich eines etwas hochtrabenden Namens bedient (fehlt nur nur der Dr. ;-) ) nun sagen wir mal mehr als nur hingewiesen: Die sogenannte „University of Fish“ von „Deutsche See“ denn die „begeistert seit fünf Jahren eine breite Hörerschaft für die unterschiedlichsten Themen aus der faszinierenden Welt der Fische und Meeresfrüchte“, so heißt es zumindest im Pressetext des Fischkonzerns.

limequat ganz auf obstjoghurt
Zur Zierde auch ohne zutatliche Beigabe gereicht die Frucht

Diskutiert wird natürlich auch über die Bedeutung von Blogs für die Werbung und die sieht mitunter in diesem Medium ja bekanntermaßen etwas anders aus, wenn der schleichende Erfolg sich einstellen soll. Neben den nur für die direkte Eigenwerbung kreierten Blogs (erfahrene Köchin zu vermieten, Insider erzählt, Kochbuchzusammenschreibung etc. pp.) hausieren natürlich die schlichten kommerziellen Angebote gerne auch im normalen Bestand.

So wird gerne darauf verzichtet oben einfach Werbung hinzuschreiben, stattdessen wird die Anpreisung im Text oder wahlweise auch Bild versteckt oder schlicht der Werbelink am Ende präsentiert nachdem beispielsweise der Schmarrn von der guten Aquakultur wiedergekäut wurde. Selbstverständlich locker-flockig und damit es ehrlicher wirkt, darf es auch gerne ein paar Gramm an kritischen Bemerkungen mehr enthalten.

limequat groessenverhaeltnis mangorest
Was bleibt…

In der gerne zum Vergleich herangezogenen Presse wird derlei Schleichwerbung zwar mitunter auch so gehandhabt, angesehen ist es deshalb damit noch lange nicht wie der Presserat immer wieder feststellen muss.

Der Ehrenkodex, seine LeserInnen nicht hinters Licht zu führen, sollte in Blogs — gerade bei dem immer wieder gerne propagierten Gleichstand des Niveaus — deshalb eigentlich auf der Tagesordnung stehen. Vielleicht benötigt die Foodblogosphäre auch so ein Kontrollgremium?

Die Kritik an derlei ist ja schon länger bekannt — Wie mit Foodblogs Geld gemacht wird und Volle Mischung Werbilade für wenig Cents machen es deutlicher.

Im Mittelpunkt des herzhaften Interesses wusste cremig gepresste Füllung mitsamt Schafskäse-Bärlauch-Versorgung den aparten Wirsing-Geschmack auf den Punkt zu bringen — jäh unterbrochen nur von sanftem schneeartigen Geriesel unter unverzagter Beobachtung sonnenscheinlicher Aspekte

Beim Durchstreifen der Foodblogs blieb der Blick bei RezkonvSuite an einem in leckeren Wirsing gewickelten Inhalt hängen, zwar klang die Füllung äußerst gut, einzig Reh war nicht vorrätig.

kaeseueberbackenes wirsingwickelherzchen
Herzhafte Kost

Also auf das Verwickelte Schafskäse-Kartoffelstampf-Bärlauch-Komplott gesetzt, welches dereinst perfekt passend auf die letzte Minute zu einem Kochwettbewerb eingereicht wurde und vorzüglich zu munden wusste.

wirsing kohlkopf
Wirsing gab es schon lang nicht mehr — also höchste Zeit

Mehligkochende Salzkartoffeln in großem Topfe aufgesetzt, viel Wasser rein, da kommen schließlich später noch die Wirsingblätterhinzu, ruhig mit Strunk, dann halten die Blätter erstmal besser die Form, alle übereinanandergestapelt auf den Kartoffeln so ca. 5-10 Minuten mitgekocht (je nachdem ob es sich um die äußeren oder inneren Blätter handelt kürzer oder länger).

schafskaeseblock
Ein Schafskäseblock muss immer im Hause sein

Derweil Eschalotten kleingeschnippelt und in reichlich Olivenöl bräunlich geschmurgelt, sehr guten Schafskäse aus dem immer vorrätigen 2 Kilo-Stück herausgebrochen im Block und zerteilt mit hinzu, nicht ohne die goldene Regel zu befolgen eifrig davon zu naschen ;-) ; der Käse wird dann auch so langsam etwas flüssiger und dann darf auch schon kleingeschnittener Bärlauch rein.

schafskaesebaerlaucholivenoeöleschalottenmischung
Die perfekte Verbindung

Der Bärlauch duftet zwar schon leicht knoblauchig, die schmackhafte Hochzeit der Bärlauchbestände dürfte aber noch kommen, aber ein deutliches Erschmecken reicht auch schon.
Und die Kartoffeln dürfen mittels Kartoffelstampfer schön cremig gestampft werden, ein Schwubbs gutes Olivenöl erleichert die Arbeit und besser schmecken tut es auch.

wirsing im wickel
Wirsing im Wickel — die Herzform muss noch etwas zurecht gedrückt werden ;-)

Dann Schafskäse-Bärlauc-Sauce zum Kartoffelstampf hinzu und der Versuchung widerstehen schon mal die Hälfte so zu verkonsumieren. Die Strünke werden rausgeschnibbelt und dann geht es auch ganz fix, Schwubs Kartoffelbrei auf das Blatt und umklappenderweise versuchen eine lustige Herzform zu erhalten, ab in die Backform, Olivenöl und etwas Zitrone drüberträufeln, sodann unbedingt ganz alten Ziegenkäse rüberraspeln, zu frischer Käse wird nicht schön krisselig und erdrückt den Wirsington zu sehr.

wirsing entstrunkt
Entstrunkung verhilft zu besserer Wickelfähigkeit

Im vorgeheizten Backofen dann auch nur so etwa 15 Minuten bis eine leichte bräunliche Färbung des Rieselguts eintritt, raus und sofort auftischen. Wunderbar famos erschmeckend auf der Zunge, alle Komponeneten schmiegen sich ein ohne ihre Eigenheit zu verlieren :-)

kaesegeriesel ueber wirsingroellchen
Ziegenkäsegeriesel und die Welt ist wieder in Ordnung

Eine Sauce wäre hier fehl am Platz, eigent sich auch kalt wunderbar als Speise, vielleicht sollten aus dem Rest ganz kleine Wirsing-Appetit-Häppchen nach dem gleichen Verfahren gemacht werden, so kleine Dreiecke? Wird eventuell noch ausprobiert.

Leichte Kost vermag das seichte Grün zu verheißen getragen von sich in eleganter Geschmacklichkeit verlierenden noch sich in Entwicklung befindendem Olivenöle und dies auch mittels Zitrone und weißem Balsamico

kohl obenaufsicht
Von oben typisch kohlig

Die entzückende Entdeckung eines blassgrünen Jaromakohl, jenes platten Urkohls dem laut Werbung die Unverdaulichkeit-Abwesenheitsbescheinigung eigen scheint, in der Auslage des Supermarktes, war Anlass das sich noch in Lagerung befindliche Olivenöl mal auszutesten.

jaromakohl
Von der Seite platt-gehirnig

Der Kohl ist zart im Geschmack, wohlschmeckend auf der Zunge liegend und sowieso ganz super toll, halt wie alte Kohlsorten so zu sein belieben ;-)
Das Olivenöl hingegen sollte einen kräftig-herben Ton aufweisen mit gefälligst hübsch ausbalancierten Säuregehalt, das Scharfe also gut erschmeckend, aber auch nicht dominierend, die Frage der Farbgebung ist umstritten.

jaromakohl im anschnitt
Im Anschnitt eigentlich auch nicht unähnlich — wenngleich zart-luftig besaitet

Unsere alte Quelle hatte immer eine hervorragende Qualität zu bieten, war aber mit einem Engpass beschäftigt; also ab woanders hin, Genossenschaft in Bio-Umstellung. Das Öl muss lagern bis es verträglich ist für unsere Ansprüche.

Geschmacklich gut, aber viel zu sanft (wenngleich noch mit ein bißchen zuviel Schärfe, das verschwindet hoffentlich bald) für uns. Ob es am Jahr, an der Ernte, dem Anbaugebiet, den AnbauerInnen lag? Keine Ahnung, beim nächsten Mal wird eruiert welche der bäuerlichen Teilgenossenschaftsbetriebe eine bessere Qualität aufzuweisen haben. Vielleicht ist die Fixierung auf einen bestimmten sehr guten Geschmackston einfach zu stark.

jaroma-kohl salat olivenoel zitrone
Die Antiatomsonne darf noch platzeinnehmend strahlen

Dazu einfach nur etwas Zitrone und weißer Basamicoessig, und nur ganz wenig Salz, das Aroma des Jaromakohls soll nicht leiden, groß einziehen braucht da nichts, kann gleich genussvoll zu den tollsten Sonnenstrahlen verspeist werden :-)

Jetzt oder nie — Anti-Atom-Suppe

Anti-Atom-Suppe aus Linsen
Anti-Atomkraft-Suppe benötigt auf jeden Fall eine Menge Linsen

Eigentlich bedarf es nur ein klein wenig abgequetschtes Zeitkontingent, drei Linsensorten (von denen die gelbe in gefühlten 23 Läden gesucht werden musste) und ein wenig Fingerspitzengefühl (mehr oder weniger ;-) ) und voilà die Anti-Atom-Suppe aus dekorativen Linsen ist fertig.

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Die feine Belugalinse setzt den letzten Schliff bei der Schrift

Mithilfe von so Suppenzeugs wie Möhren, Sellerie, Petersilienwurzeln, Lauch, dreierlei Zwiebeln, Petersilie, Dill, Olivenöl und klassischen Gewürzen wie etwas Liebstöckel (noch vom Sommer eingefroren, diverse Brühvorräte gehen auch), Pfeffer, frisch vermahlen und Salz, die Suppe schluckt unglaublich viel Salz.; Rigani und Lorbeerblatt darf natürlich auch noch mit rein.
Zubereitung eigentlich fast genau wie hier beim Dekorativ, das irgendwie leider vergessen wurde.

Anti-Atom-Suppen-Teller
Schwärzlich durchgefärbt das Ergebnis, beim nächsten Mal nur noch rote Linsen

Und damit sie dann auch noch besser zu munden weiß, dürfen die optisch die Anti-Atom-Sonne unterstützenden Orangen auch noch mit rein :-) samt ergänzend zu reichenden weißem Balsamicoessig.

Zubereitung also so einfach wie die nächste Anti-AKW-Demo:

In gutem Olivenöl das ganze Wurzelzeugs, die kleingeschnibbelten Dill- und Petersiliestiele und die Zwiebeln anrösten, mit Wasser aufgießen, restliche Gewürze außer dem Salz rein, köcheln lassen, dann die Linsen — die Antiatomsonne dann doch liegengelassen — mit rein. Die gelbe Sorte verliert sich genauso wie die rote Variante relativ rasch, zum letzten Mal hatten wir die erinnerlich zusammen als gedünstete Linsensprossen in farbtechnischer herausgehobener Art und Weise präsentiert.

Anti-Atom-Linsensonne
Sonnenenergie erfreut doch immer wieder

Die feine sonst sehr delikat in Erscheinung tretende Belugalinse färbt hier gemeinerweise heftig ab, dominiert bald schwärzlich den ansonsten auftretenden aschfahlen Grünton, das gelb-orange beschränkt sich auf die Karottenstückchen, die unbeirrt die Fahne aufrecht halten.

Abgeschmeckt mit Orangensaft, Salz und ein ganz klein wenig scharfen Curry. Sehr gut — so muss Linsensuppe schmecken :-)

Fast zu schade zum kochen
Fast zu schade zum Verspeisen — das Making-of übrigens hier

Ach ja — wir versprechen: Irgendwann nach den Wahlen ist eines auf jeden Fall klar, die Interessen der Atomindustrie sei es durch Weiterbetrieb oder durch Entschädigungszahlungen sind gesichert.
Ob nun schwarz-gelbe Atomlobby oder orange-grüne Lange-Laufzeiten-Bauchschmerzen, das Interesse bzw. den Mut Nein zu sagen hatten sie alle nicht — auch wenn sie sich merkwürdigerweise heute so gerieren und die bekanntermaßen gefährliche Atomenergie für viele viele Jahre weiterhin stütz(t)en.

Hoffen wir mal, dass sich das jetzt ändert — Jetzt oder nie!

[Nachtrag: Obdachlose: todgeweihte Strahlenhelfer in Fukushima? via SWR-Umweltblog ]

Verdientermaßen war die Fertigung einer sich als gerade noch galetteartig gerierenden Mischung geboten unter den gegebenen Umständen, die sich einmal aus dem Wunsch nach herzhafterer Nachmittagskost ergaben und andererseits sich auch daraus speisten, dass auch genau dies ohne Kenntnis des ersteren ebenso anvisiert zu werden wünschte (doppelte Hinwendung zum Festen)

fast galette herzhaft belegt
Kräftige FrühstücksNachmittagskost variiert mit vielerlei Herzhaftigkeit

Das sich den nachmittäglichen Frühstücksgewohnheiten eingewöhnende Da muss jetzt aber noch was anderes auf Tisch kommen wurde in Tat und Planung umgesetzt bevor der Besuch auch nur Papp sagen konnte, alles schon da und problemlos durch schnellste Fertigung in die Pfanne zu hauen.
Mischung so überblickshalber aus der Hand geschüttelt, Mehl aus Weizen und Mehl aus Dinkel (Ja, in Galette kommt Buchweizenmehl rein), ein, zwei, drei, vier, fünf, sechs Eigelb, Salz, Milch, etwas Mineralwasser und dann noch geschlagenes Eiweiß für die Fluffigkeit — und wirklich alles so nach Gefühl, bei Crêpe undPfannkuchen kann ja fast nicht schiefgehen ;-) .

Derweil zeitgleich in dem einen Pfännchen Apfelstückchen mit Thymian angebraten in neutralem Öle und mit Calvados abgelöscht und im anderen Gefäß Schinkenspeck mit frisch vermahlenem Pfefferhauch. Weiter Erkundungen in Richtungen Frühlingszwiebeln und Ergänzung mit diversen Käsesorten folgten. Lecker herzhaft. :-)