Archiv der Kategorie 'Wein, Kaffee & Chocolade'

Kaki in Kaffebohnengewimmel (reifliche Überlegungen besonderer Art) und kulinarische Türchen

kaki in kaffeebohne
Kaffebohnengewimmel unter halbreifer Kaki an Heizung

Gerissen, gerissen diese Überschrift, die anzulocken die Wissbegierigen verhelfen soll, die sich erhoffen eine Kreation aus den im Titel genannten Substanzen zu erblicken. Aber mitnichten — denn der Erfolg des Reifeprozesses ist noch nicht vollständig eingetreten.

Dabei wurde bisher alles ganz akkurat vonstatten gehend ruhen gelassen. Die schon schön orangefarbene Kaki wurde wie es sich gehört in eine wohlausgeformte Kaffeebohnenansammlung gebettet, für die bessere Durchdringung von Aromen wurde eine Zimtstage hinzugelegt (nicht im Bilde — aber hochaktuell) und außerdem war die Heizung (angedreht) in der Nähe und dann passiert einfach nichts. Gemein!

Aber der Kulinarische Adventskalender läuft schon zu großer Form auf; die ersten Türchen des diesjährigen sind schon auf und es soll sogar Gewinne geben. Davor gab es noch den Zwebeliroundup und die Topinamburjubiläumskochabstimmung gibt es auch (bald). Viele leckere Sachen warten da auf Begutachtung. Astrid von Paulchens Foodblog hat es trotz Krankheit und Umzugsstress noch geschafft, einen schönen Überblick zu schaffen :-)

Als leichte Sommerkost war neben ausgewählten Öko-Weine auch der Spargel und die Kartoffel auserkoren (Wein-Tipp)

Spargel und Kartoffel
Spargelige Begutachtung von Erderzeugnissen

Es war heiß und die Linderung mittels Ablenkung konnte nur vonstatten gehen mit unbändiger Beschäftigung kulinarischer Art. Das neulich in die nähere Ausgestaltung gefasste QuarkbeschäftingungmitKräuternSuplement erwies sich jetzt in Kombination mit Spargel als das nicht das Schlechteste. Pellkartoffeln taten ihr ihriges und kleine lustige Schinkenwürfelchen ebenso. Dazu dann ein feiner Wein, der hinsichtlich des auch nicht unwichtigen Preis-Leistungs-Niveaus durchaus geeignet erscheint des öfteren bezogen zu werden von den sponsernden Schenkfreudigen.

Der Wein war auch in zweifacher Ausfertigung zu bewundern gewesen, einmal als Chardonnay und dann als Grauer Burgunder. Wein Grauer Burgunder 2006 Und da weinselige Bewunderung nie haltzumachen pflegt war beides hoch erwünscht in der selbstverständlich nur erkundenden Verkostung. Herstammend waren die vom Weingut Axel Schmitt. Ersterer trat mit frisch-spritziger Erinnerung beim ersten Schluck in Erscheinung, eigentümlicherweise war gar kein erdiger Ton zu erkunden, der doch sonst bei dieser Traube für das besondere Etwas zu sorgen pflegt und bevorzugt wird — was aber auch nicht schlecht war und dem feinen harmonischen Geschmack durchaus zuträglich war. Weine Ein angenehmer Duft und fruchtige Aromen spielen natürlich herum und sorgen für langanhaltene Kenntnisnahme im Munde.

Nur etwas süßlicher war dann der Graue Burgunder, der ebenso durch erstes Erschnuppern Gutes erwarten ließ, als das erste Glas zu verkonsumieren war. Auch hier fruchtiges, leicht kräftiger aromatisches Erschmecken und anhaltende angenehme Freude an dem Traubenendprodukt. Da preislich doch günstiger als der leichter auftretende Chardonnay aber ähnlich lecker schmeckend dann doch die Präferenz hinsichtlich Wein aus ökologischen Anbau so für zukünftige eigenständige Erwerbungen ;-)

Zudem haben Bioweine auch auch den Vorteil, dass sie den durchaus des Öfteren auftretenden Kopfschmerz nicht zu befördern pflegen — zumindest bei guter Qualität. Die meisten Weine aus kbA sind ja leider nicht so gut. Meistens sind es ja Weingüter, die nur deshalb umstellen, weil das Geschäft eh nicht so gut läuft. Und allein vom Ökoanbau wird der Wein auch nicht besser.

Die Grenzen guten Geschmacks auskosten ist toller als jede Antifa-Techno-Demo, die zwar auch zu entzücken weiß mit trashigem Faktor aber nicht bleibenden Eindruck zu hinterlassen beliebt (Test, Tipp und Heiterkeit)

Apropos Wein-Tipp im letzten Wochenendbeitrag! Die Gelegenheit war gekommen die nette kleine Spielerei, von der wir neulich unsere Abscheu im Besonderen herleiten konnten, an einer unbedarften und sich unvorsichtigerweise bei uns aufhaltenden nicht näher zu beschreibenden Person zu testen. Kaum war sie beim Martini-Huhn-Essen draußen, wurde das Pulverzeugs mit extra aus französischen Landen importiertem Mineralwassers edelster Güte gemäß dem aufgedrucktem Rezepte vermischt und dann schnell versteckt, da wir den Hinweis zu spät gelesen hatten, der uns kundtat das Zeug doch nun geschlagene 5 Minuten oder so stehen und gehen zu lassen. In der Zwischenzeit war natürlich der unbeobachtete Moment dem Ende zugeneigt und wir mussten auf die nächste dann aber schön wahrgenommene Gelegenheit warten, die alsbald uns in unbekümmerter Form gegenübersaß und förmlich kein Wässerchen trüben konnte, als der Blick zuerst auf unvorsichtigerweise auftretende weiße Pulverrestchen fiel, die wir aber gekonnt als Weinreste aus der Flasche ausgeben konnten. Leider war der nicht zu überriechende Gestank nach frischem Zahnarztzimmer nicht mehr wegzupalavern und das Mißtrauen sähte alsbald seinen zu erwartenden Gewinn in Form eines skeptischen Blickes zu uns herüber.
pervers Wein Pulver im Ausschnitt
pervers: Wein Pulver im Ausschnitt

Gespannt warteten wir die erste Schluckphase ab und — warum haben wir es nicht auf Video gebannt?? — war ein gar nicht mehr so unbekümmerlicher, wir sind versucht zu sagen freigeistiger Moment bissiger Gesichtsstudien, zu erkennen, der zugegebenermaßen nun für ordentlich Heiterkeit zu sorgen wusste, die wir in kollegialer Solidarität nachzuahmen wussten — wozu selbstredend auch eine unsererseitige Weinprobe, nicht unnötig zu erwähnen, vonstatten ging.
Das Resultat schmeckte schal und war übrigens mit Roter Bete versetzt, die uns wieder die Erinnerung an unseren Beitrag zum Blog-Event Rote Bete wachwerden liess (aber das nur nebenbei) und uns außerdem ente wieder in Erinnerung rief, der nun nach seinem Scheitern bei blogsport sich einem ungefährlicherem Gewässer widmet.
Aber zurück zum „Weine“, der schmeckte wie vorgesehen scheußlich und hatte angeblich 8 Prozent Alkohol aufzuweisen, die dezent herauszuschmecken waren und ist ein originelles Mitbringgeschenk für Leute, die noch nie in den engeren Kreis der öfters zu Besuchenden aufgenommen worden sind (deshalb: Geschenktipp!), vegan ist das Zeug übrigens auch noch (also nix mit Rinderbestandteilen wie manchem Weine dies im Gegensatz nachgesagt wird).
Wir haben es übrigens wider Erwarten alle überlebt und ein deutlich hervorzuhebender Rest harrt in unserem Kühlschranke auf neugierige Münder, die durch die Tiefen und Untiefen des kulinarischen Grauens schreiten wollen. Auf Anfrage nennen wir auch gerne die genaue Bezugsquelle (vielleicht kriegen wir da ja jetzt für unsere anheimelnde Test-Beschreibung Prozente).

Bio-Huhn in Martini-Rosé-Tomaten-dreierlei Sorten Thymian-Sauce an Rucola und Kartöffelchen (Knoblauch war auch dabei)

Das Wochenende war nicht zuletzt auf Grund von Besuch (der auch der Grund für Blogabsitinenz war) in die vorwiegend dem späteren Abend zugeschriebenen Stunden verlegt worden was zumindest den Teil des Nicht-mit-Regenerierungs-Übungen-Verbringens angeht und war — dies sei zugestanden — auch gar nicht so schlecht, da dann das lange erwartete und noch länger anstehende Spezialitätengericht, welches uns doch immer wieder in wunderbares Entzücken zu versetzen weiß, anstand, um des Fabrizierens und Geniessens willen.
Zuvor musste die bittere Wahrheit erkundet werden, dass es keinerlei den normalen Anforderungen entsprechende Tomaten, die unabkömmlich für das Gericht sind, zu fnden waren. Selbst der nahegelegene Bio-Supermarkt wusste nur mit unaromatischer und grüner (keineswegs absichtlichen Färbung) der Tomaten aufzuwarten. Wenigstens gelang es nach drei Versuchen doch noch einigermaßen akzeptable rote Früchte zu organisieren. Dann aber gings auch schon los und es wurde erstmal Martin Rosé mit Eiswürfel und Limonenstückchen genossen und — der Abend war noch jung-- es wurde dann auch gleich zu einem Rotwein aus kontrolliert ökologischem Anbau gegriffen, Domain de Clairac stand auf dem Ettiket samt ansprechendem Hinweis „Vin issu de raisins de L`Agriculture Biologique“, kbA also. Darauf stehen wir doch allemal.
Der Wein war einen ganz kleinen Tick etwas zu sehr der mit einem sauren Ton vorliebnehmenden Note verbunden aber wurde erstaunlicherweise mit zunehmendem Konsum immer beliebter und wusste nach dem tollen Dessert, welches unter Aaahhh und Ooooohh vor den entflammten Augen der Belegschaft entzündet wurde, zu vortrefflicher Hochform aufzulaufen. Das war nämlich sauer und ist eine unserer wertgeschätzten nachtischlichen Begebenheiten, die doch immer wieder für unseren guten Ruf zuständig sind. Gefüllte eisige Himbeeren gabs auch noch ein paar, wir gönnen uns halt auch mal was Gutes ;-)

Hühnchen am Brutzeln

Hahn in tomatiger Martini-Rosé-Soße, die lecker mit ganz viel Thymian (drei Sorten) und Knoblauch daherkam.

Wie koch ich das denn?

Ganz einfach — und mit guten Zutaten gelingt das im Handumdrehen und wie schon unsere anderen Gerichte auch immer überzeugend zu berichten wissen, ist das die Grundlage guten Kochens. Es muss einfach ein Biohuhn sein und kein geschundenes Käfigtier, die schmecken nämlich garstig und dann ist es nur der halbe Genuss (das muss ja nich sein). Mit einem richtig fetten Teil sollte dann auch der getätigte Einkauf abgeschlossen werden (2 Kilo wären optimal), das Fleisch bleibt dann nämlich schön saftig und sättigt tausendmal mehr als die kümmerlichen anderen Teile, die bisweilen ihr Dasein im Imbiss zu fristen pflegen.
Wenn es dann nach Hause geschafft wurde, kommt die große Stunde toller Küchenmesser: Das Huhn muss nämlich zerlegt werden. In der großen Pfanne brutzeln derweil in Bio-Olivenöl 1-2 kleine Zwiebeln und warten auf die Einzelteile, die nun scharf angebraten, mit Salz, Pfeffer, Paprika und getrockneten Thymian gewürzt werden. Martini kommt kurz mit einem Schwubs zum Ablöschen darüber und --Vorsicht-- das spritzt ganz schön und wird dann ein paar mal umgedreht. Tomaten, geachtelte ohne Strunk, noch hinzu, mit frischem Thymian versehen und nochmal — diesmal mit mehr Martini Rose hinzu (Rosé muss es sein und nicht Rosso, der ist zu süß und drückt das Händerl zu sehr in den geschmacklichen Hintergrund). Deckel drauf und Knoblauch, geschnitten, vorher noch rein und sich wieder mal dem Weine hingeben.

Fertiges fettes Huhn

Irgendwann sich dann wieder ans Essen erinnern, reingucken und Martini zugegeben und noch ordentlich Thymian hinzupacken. Nach 30-40 Minuten, die auf klein-mittlerer Flamme dem Inhalt nun gegönnt war, kommt die große Stunde, die das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt.
Hähnchenstücke raus und Soße unter mehrmaligem Hinzugeben von Martini-Rosé schön einkochen lassen bis sie ordentlich sämig-tomatig-dicklich ist. Frisch gepressten Knoblauch hinzu, Umrühren & Auftragen!
Dieser Zeitpunkt ist immer der härteste. Eigentlich müssten wir uns nun wie wild draufstürzen und die Welt um uns herum vergessen. Aber nein, wir müssen andere Leute noch neidisch machen und das Ganze ablichten. Unser Leid steigert sich förmlich ins Unermessliche. Nach gut drei Dutzend Fotos, von denen wir die Hälfte verfluchen, da sie des späten Abends wegen nur die zaghaften Strahlen vorhandener Lampenbestrahlung als zum Gelingen beitragend für sich verbuchen können, ist die Vorbereitung zum Blogbeitrag auch schon zu Ende wie dieser letzte Satz übrigens auch noch unterstreicht; leckerlecker!!

Bio-Limonaden-Potpourrie und Blubber-Bauchige-Bewertungen (Contest)

bio-limo

Der gestrige Test ging bis ins Heute hinein und förderte wieder einmal interessante Untersuchungsergebniss zu Tage, die auch den hier zu konsumierenden Zwecken Vorbeiflanierenden nicht vorenthalten werden sollen zwecks Abnahme schwerer Kaufentscheidungen bzw. Nichtkäuflicher Tätigkeitsfaulenzerei. Bekannt wie ein bunter Hund sind inzwischen die in vielfältigster Art auf dem Markt befindlichen Bionade-Limonaden (Bio), die mittlerweile den Kultstatus hinter sich lassend zu einem ordentlichen Nicht-Markt-Nischen-Produkt heraufkonsumiert worden sind (nicht zuletzt durch eine in der Mediengesellschaft nicht untückische Berichtmassenerstattung), die auch wohl nicht mehr in ihr Gegenteil verkehrt werden wird in den nächsten Jahren.
Da auf den fahrenden Zug gerne aufgeprungen wird, hat es die Biolimo von Voelkel auch in peppiger Form gewusst sich im Bioladen-Regal zu platzieren in einem bunten Kleidchen in der gleichen sogenannten Longneck-Flasche, die selbstredend furchtbar szenisch ist wie auch diverse Braueren verkünden, die das junge Publikum auch noch mit Detailinfowisssen mittels aufregender Presserklärungen, die sich zuhauf auf den öd-flott-biederen Werbewebsite finden, zu versorgen wissen. Aber schmeckt die denn gleich bei etwas teurerem Preis?!?
Dies in Erfahrung zu bringen gelang uns also in zwei Etappen, die hier mal ausnahmsweise ganz kurz in komprimierter Form dargestellt werden:

Zur näheren Auswahl haben wir auf drei mal drei Flaschen zurückgegriffen, die der Namenswahl wegen interessant erschienen. Zuerst haben wir uns den Durst durch eine frohe Probierstunde querbeet gestillt und dann minutiös Buch geführt und den Rechtsweg ausschließend eine zweite Runde mit verschlossenen Augen eingelegt.

Bionade und Zisch

1. Runde

Bionade — Ingwer-Orange (Fermentation nach dem Brauprinzip offeriert die kleine BIONADE GmbH, Zucker wird ausnahmsweise statt in Alkohol in Gluconsäure „analog zur Honigproduktion der Bienen“ umgewandelt. Glucoseoxydase, ein Enzym im Speichel der Biene, soll eine zentrale Rolle spielen).

Der Ingwergeschmack ist nicht wirklich im Vordergrund, ein feines Prickeln hebt sich aber wohltuend im Mundbereich bei der Konsumierung ab, der Orangenton bleibt allerdings auch nur ein Ton. Dennoch dies war schon mal eine gute Wahl.

Zisch Biolimo — Cranberry-Ginkgo (ohne Kristallzucker – aber natürlich mit anderen Süßungsmitteln)

Leicht prickelnd — aber nicht so angenehm harmonisch wie bei der Bionade; die Kohlensäure entstammt auch nicht aus einem Brauprozess, sondern wird aus natürlicher Quelle stammend zugesetzt. Auch nicht so schlecht, aber irgendwie bleibt ein Kunstgeschmackserlebnis in Erinnerung.

Bionade — Kräuter (mit Calzium + Magnesium)

Erinnert an eine Mischung aus Club-Mate und Almdudler (die Limo aus Österreich, die in der typischen klaren Glasflasche dort längst zum allgemeinen Ausstattungsinventar im Supermarkt gehört, sozusagen die Fassbrause Austrias); die Kräuter haben jedoch einen gewöhnungsbedürftigen Geschmackston, der ein bissl an Zitronensäure erinnert, ein ganz kleines aber nur.

Bionade — Holunder (ganz rot in Erscheinung tretend).

Unser Top-Favorit beim Umhergeziehe im nächtlichen Leben, eisgekühlt und rot schmiegt sich die Flasche locker-lässig in der Hand während cool in der Gegend herumgesuppelt wird. Holunder wird auch noch rausgeschmeckt. Das Grauen, als wir mal auf eine 0,5 Flasche im Freiluftkino zurückgriffen und feststellen mussten, dass das gar nicht mehr so gut schmeckte in Plastik. Das Auge trinkt mit.

Zisch Biolimo — Limone-Ingwer (Nicht nur frei von Aromazusätzen, sondern auch noch eifrei, erdnussfrei, glutenfrei, haselnussfrei, hefefrei, kuhmilcheiweißfrei, lactosefrei, mandelfrei, milcheiweißfrei, nussfrei, pfefferfrei, selleriefrei, senffrei, sesamfrei, sojafrei, vegan, vegetarisch, weizenfrei – dafür aber mit lecker Traubenzucker für gierige DiabetikerInnen ;-) )


uaäh – schmeckt wie gegärter Almdudler, wirklich nur was für Leute, die gegen irgendwas von den oben aufgeführten Dingen allergisch sind.

Zisch Biolimo — Holunder-Chilli (mit immerhin 2 % Holunderblüten-Extrakt und wohl etwas weniger H-Saft, aber auch ganz rot)

Chilli klingt spannend im Getränk und weckte Erwartungen, die leider absolut nicht erfüllt werden konnten. Ein schaler Nachgeschmack legt sich auf die Zungengeschmacksknospen und erwirkte spontan die Reaktion: „Schmeckt wie Hare Krishna“; wie die Sekte nun genau schmeckt wissen wir natürlich auch nicht — aber auf jeden Fall war da Rosenwasser-ähnliche Perversität drin. So was gibts sonst nur noch in Skandinavien und bei alten Omas in Südosteuropa. Finger davon lassen!

Biolimo im crazy test

Dann die 2.Runde

Mit verschlossenen Augen wurden die Flaschen herumgereicht und es gab die große Überraschung.
Vielleicht waren wir schon zu voll und (was ist eigentlich das Gegenteil von durstig?) durstfrei — aber wir hatten Schwierigkeiten die Unterschiede klar herauszufinden. Gerade noch die Differenzierung in Bionade und Zisch Biolimo gelang und dann wurde es mit vereinzelten Ausnahmen aber auch schon schwierig! Können wir sonst jeden Wein und die unterschiedlichsten Mineralwasser fein herausschmecken, versagte hier dieser Sinn, der ja nun mal nicht so unwichtig ist. Wir waren etwas geschockt als sogar mal Zisch Biolomo als Bionade Holunder rauskam (da hatten wir aber auch schon einen dermaßenen Blubberbauch).

Fazit:

Crazy-Limo und auch nicht zu verachten war die Selbstmischung, die wir uns anschickten selbst aus den Resten in den Flaschen (aller!) zusammenzuschütten und dann erstaunlicherweise gar nicht mal so schlecht fanden.

Es war aber auch schon spät….

Nachtrag: Zisch statt Biolimo geschrieben und jetzt rasch korrigiert mittels durchgestrichener Kennzeichnung; tenpounds wies uns liebenswerterweise darauf hin und hat natürlich Recht in dieser Hinsicht ;-)

Dinkelkaffee-Espresso, die Freude am Abend und die Genussprobe

Erst mal sind wir natürlich stolz wie drei dutzend wilde Schneeköniginnen, dass unser kleiner nicht der Rede werter Blogeventbeerebeitrag den Sieg errungen hat, der uns — dies sei nebei bemerkt — v.a. wohl deshalb gelang, weil unter Androhung schlimmer Konsequenzen wie nie mehr Essenseinladungen zu ergattern diversen uns näher stehenden Personen auf charmanten Wege so ganz nebenbei die Mitteilung und überlegenswerte Option anheimgestellt wurde, doch für uns ihr Kreuzchen von sich zu geben.
Der arbeitsreiche Tag, den hinter uns zu bringen uns nun vergönnt war, musste erstmal mit einem kleinen Test beendet werden. Besuch hatte jenen hier abgebildeten Bio-Dinkelkaffee-Espresso aus dem Hause Naturata mit dem zu beachtenden Vermerk „Das müsst ihr probieren“ auf den Tisch gestellt und wartete nun, dass die ebengleiche Zubereitungsweise, die wir ansonsten dem durchaus nicht zu verachtenden Bio-Lupinenkaffee (guuut!) zukommen lasssen nun auch dieser Varianate aus dem biologischem Sektor unserere Aufwartung machen; nun wir sind neugierig und gleich wurde ein kleiner Test gestartet, der nach der Zubereitung in jenen kleinen Espressokannen aus metallischer Substanz, in trashigen Kaffeetäschen unsere Zunge auf eine erwartungsfrohe Perfektionierung der Aufmerksamkeitsknospen hoffen lies.

Dinkelkaffee-Dose
Dinkelkaffee in Pulverformat von angepriesener Espresso-Qualität

Da stand er nun versehen mit aufgeschäumter Milch und einem Hauch feingemahlenem Zimt vor uns und verbreitete ein wenig den kaum zu bemerkenden Geruch von Getreidekaffee-Pulver, das wohl von den beigefügten Spuren von Zichorie zu entstammen scheint. Während aber z.Bsp. der tolle Lupinenkaffee (der nur richtig gut aus den Espressokannen schmeckt) im Rohzustand eher nicht ganz so appetitliche Aromawolken verbreitet, war dies hier nicht der Fall. Allerdings war die dann folgende geschmackliche Komponente dann nicht in den höchsten Tönen zu loben. Schmeckte eben immer noch nach Getreidekaffee. Gar nicht! wurde etwas trotzig entgegnet und, um das gesellige Zusammensein keiner allzu harten Probe auszuliefern, wurden extra kaltgestellte Limonade-Flaschen bekannter Bio-Getränke-Herstellungs-und-Vertriebs-Firmen kredenzt, die hier einzustellen wir uns für morgen vorgenommen haben.

Dinkelkaffee-Tassen
Mit Milchschaum und Zimt versehen war die geschmackliche Note ganz nett; Gebäck wurde auch gereicht.

Wir wollen gar nicht so genau wissen, was das ist…..

Der Schrecken kommt nicht immer in Gestalt des Horrorfilmes daher — ganz alltägliche Spaziergänge führen (wenngleich mit Umwegen) oftmals auch dahin: In einem Outdoor-Laden gab es dieses perverse Mitbringsel käuflich zu erwerben:

pulverisiertes Etwas

Rotwein in pulverisierter Form…… Aaaahhhhhh, klingt das eklig, ein leichtes Schaudern wird bemerkbar und während diese Zeilen noch munter heruntergetippt werden, scheint es, als wenn diese Packung lebt, ja förmlich den WG-Inhalt, der wieder nach Ausflügen in nördliche aber dafür geruhsame Einöden komplett ist, in sich aufsaugen will. Wenn wir das wider Erwarten noch verkonsumieren sollten, melden wir uns mit den Testergebnissen aus der Notaufnahme.
Wo wir grad beim Thema sind. Bei Blogsport gibt es einen neuen Blog von Ente, der mit Tiefkühlpommes und rein veganer Matschepampe aufwartet. Und weil dann noch Platz ist, können wir für neugierige Personen noch auf unseren Beitrag zur Beantwortung der taz-Erdbeerfrage hinweisen, die die langweilige Redaktionsverantwortlichkeit, im Gegensatz zu zahlreichen öden Antworten, sich nicht in der Lage sah zu veröffentlichen (wir habens mal als Kommentar reingepackt).

Contest: Burschenschafter (dumm wie Brot), Frittieren (mit Öl) und goldige Versuche (derer zwei)

Es gibt wie bereits angemerkt ja diverse Foodblogs, die den reichen Markt der Genüsslichkeiten bereichern, um Freude, Spannung und Begehrlichkeiten zu unterhalten. In einem dieser Kochblogs — nämlich von Schnuppensuppe aus dem beschaulichen Neukölln (laut Spiegel und dem mit reaktionären Positionen liebäugelnden SPD-Bezirksbürgermeister das multikulturelle Grauen im Stadtviertelformat, also Bronx und so) wurde so nebenbei die interessante Fragestellung aufgeworfen, ob die gemeinhin als Kartoffel bekannte Erdfrucht für den einfachen oder zweifachen Frittiervorgang am besten geeignet erschiene.
Das eigentliche Thema war zwar der Schokoladenkauf im KdW (da legen wir aber mal den Mantel des Schweigens drüber — wir würden da selbstverständlich nie einkaufen ;-) ) dennoch war der angerissene Fachsimpeltrialog auch dazu geeignet, nicht nur Worte zu produzieren, sondern auch Taten folgen zu lassen.

Wir haben es einfach mal ausprobiert und die zwei vorgeschlagenen Produktionsverfahren unter streng wissenschaftlichem Anspruch mit ganz, ganz viel Kriterien und so getestet.

Übrigens sollte das Frittieren nicht so bewerkstelligt werden wie bei jenem aufgeweckten Burschenschafter im politisch-geographischen Mittelpunkt der Republik, dem nicht weniger beschaulichen Göttingen — jener liebreizenden Unversitätsstadt, die leider ebenso wie Marburg ein überproportional hohes Aufkommen an diesen widerlichen Männerbünden aufweist, die allesamt wie etwa in Marburg beim sogenannten Marktfrühschoppen zu sehen ist und über eine erstaunliche Hingabe an Intelligenz verfügen wie auch folgendes anschauliche Bild zeigt, das die Göttinger Stadtpolizei per Presseerklärung zu verbreiten wusste:

10.000 Euro Schaden im Burschenschafterhaus durch Inbrandsetzen der Küche verursachte einer dieser Herren, indem er versuchte eine Göttinger Wurst einem Frittiervorgang zu unterwerfen und dabei die Grundregel missachtete, dass weder der Topf randvoll zu machen noch mit dem brennenden Öl die Küche zu verzieren ist. Auch der Versuch, den brennenden Öl-Topf zwecks Beseitigung des Brandherds nun aus dem Fenster zu schmeißen scheiterte grandios mit verbrannten Armen (Schmiss kommt halt nicht von Schmeißen). Lässt nur einen Kommentar zu: Dumm wie Brot!

Wir haben übrigens die Pfannenmethode bevorzugt und aus frischen Kartoffeln hergestellte Patates in richtig heißes Öl (kein billiges Frittierfett, sondern eine Mischung aus Bio-Bratöl der Firma Naturata und einfachem Aldi-Olivenöl) gepackt und dabei die Pfanne nicht bis an den Rand gefüllt (rechts unten im Bild); daneben dann der Versuch mit Pommes in nicht zu heißem Öl, die dann nach Abkühlung erneut in dann richtig heißes Frittieröl getaucht worden sind.

Pommes frites in der Herstellung (zweimal)
Pommes frites in der Herstellung (zweimal)

Keine Riesenpommes sind übrigens die Teile links oben (das ist Fisch), die hatten dann zusammen mit den goldgelben Pommes Frites den Anklang an englische fish and ships.

goldgelbes Kulinaria-Ergebnis: die Patates (Pommes frites)
goldgelbes Kulinaria-Ergebnis: die Patates (Pommes frites)

Aber zum Ergebnis des Contest: Vorweg vielleicht noch die Bemerkung, dass unsere favorisierte Methode natürlich gewann. Die zweimal frittierten Pommes waren nicht das Nonplusultra des guten Geschmacks, vollgesogen mit Öl, wenngleich sie außen auch knusprig waren, lagen sie doch deutlich schwer im Magen (wir haben den Rest weggeschmissen). Glorreiche Siegerin war die einmal frittierte Kartoffelstange, die dann auch mit Rigani, Meer-Salz und Zitrone beglückt werden konnte. Dazu dann Eisbergsalat und ein gar nicht so schlechter Weißwein von Aldi (Auxerrois Premier Cru 2004). Und da wir zu viel des Guten einem Schälvorgang unterworfen hatten, gibts heute wahrscheinlich das Gleiche nochmal oder vielleicht Kartoffelpüree mit Schafskäse und Frühlingszwiebeln. Mmmh.

Gefüllte Nudelecken an Sahne-Pfifferling-Wein-Soße mit roten Beeren als Ersatz für grüne Pfefferkörner und gepfefferter Salatbeilagendekoration

Der kritische Blick bei der dringend notwenig gewordenen Versorgungsengpassbeseitigungsmaßnahme fiel diesmal ins Kühlregal des extra angepriesen Biosortiments, welches inzwischen selbst in herkömmlichen Supermärkten ein doch erstaunliches Ausmaß gefunden hat, und blieb bei gefüllten Spezialitäten hängen, als da wären die dann in den Korb gewanderten Schinkenwürfel (die nicht gefüllt) und dreieckigen Ravioli, die mit einer Füllung aus Spinat und Käse (Parmesan, Frischkäse und Emmentaler) versehen waren und… . Meistens ist ja doch Vorsicht angebracht bei den inzwischen doch zahlreichen frischen Nudelsorten, die oftmals mit ihren Inlett nicht unbedingt das sind was höchsten Genuss verspricht. Die Firma Zimmermann, die mit Bioland-Signet versehen, versucht aus dieser Masse herauszustechen ist das gar nicht so schlecht gelungen — dennoch: die Spitzengruppe verortet sich anderswo.
Dies allein war natürlich nicht genug, die verdammte Kaufsucht zeigt sich mal wieder, es musste auch noch die Packung mit Bio-Minutensteaks sein. Derart versorgt gab es dann die Idee doch mal wieder eine Sahnesoße mit grünem Pfeffer herbeizuzaubern. Gut Gedacht — schlecht geplant; auch nach intensiver Suche fand sich in unserer großen Gewürzschüssel zwar alles mögliche, aber leider keine grünen Kügelchen, so dass mal wieder auf die Roten Beeren zurückgegriffen werden konnte.

Während die Zwiebeln mit eben diesem Roten Pfeffer angebraten (und mit etwas Weißwein abgelöscht wurden) fiel auf, weil diese ja eigentlich gar kein Pfeffer sind, sondern einem wenig pfeffrigen Strauch aus Südamerka entsprungen sind, dass was fehlte und so wurde noch ordentlich schwarzer Pfeffer hinzugefügt. Weil dann auch noch Pfifferlinge zur Verfügung standen füllten diese die Lücke des anderen Gewürzes durch feinaromatische Pilzwürze geschickt auf. Minuten-Steaks rein und nach drei Minuten ein Schlag Bio-Sahne für den guten Geschmack. Schnell noch geriebener Pecorino und Salz rein und kurz die Flamme hochgestellt war das Essen (nebst mit frischem Pfeffer versehener Gewächsarten) fertig. Dazu — wozu schon die Zubereitung anregte — ein Glas Wein (Chardonnay, kbA).

An dieser Stelle vielleicht noch ein Hinweis hinsichtlich einiger sich besonders schlau vorkommender „Berufs“köche, die sich nicht nur in Fernsehsendungen bezüglich der richtigen Weinwahl immer derart einfaltslos verausgaben, so dass sie entweder nur den Wein, den sie zum Kochen verwenden auch als verpflichtend zu verkonsumieren ausgeben oder gleich wissen, dass ja nur diese eine Weinsorte die richtige sein könne, was natürlich vollendendete Beleidigung jedes feinfühligen Genussmenschen ist, von denen es ja doch einige gibt ;-).
gefuellte Nudelecken an Sahne-Pfifferling-Wein-So�e mit roten Beeren und gepfefferter Salatbeilagendekoration