Archiv der Kategorie 'Wein, Kaffee & Chocolade'

Der Gesundheit nicht unabträgliche universitäre Hinweise, der formidablen nicht für alle sich dort Aufhaltenden Kaffeeversorgung Gunst und der Ausschank cocktailhaltiger Tassen und das auch noch alles als Ausgehtipp (incl. Messer-Gabel-Hund)

Wenn die Wetterlage so langsam in Richtung schöner werdend tendiert, ist es angeraten schnell in Gegenden zu reisen, die noch den allmählichen Übergang zwischen kalt und schlagartig heiß auszuüben wissen.

tasse schottisch
Vorher waren da wahlweise Palmen, Herzen, Blätter drin

Die auf Grund aufstrebender Tendenzen auch gerne als Schuldenberg des Nordens titulierte Stätte ist dafür überaus geeignet. Schließlich wartet sie nicht nur mit ein paar unvollendeten Säulen auf einem der sieben Berge der Stadt auf, sondern hat auch Dank einer kleinen Kaffeerösterei eine der besten Kaffeesorten zu bieten, die bisher verköstigt worden sind.

wasser griffbereit
Wasser immer griffbereit — so soll es sein

Kräftig, cremig und schokoladig erwies sich die Hausmischung in einem der inzwischen typisch trendig ausgestatteten Zusammenstückel-Einrichtungskunst verschriebenen Café, da ist alles da, unkomplizierte Bedienung, persönlicher Wasserausschank per Altmilchglas und Hinweisen, denen zu entgehen sonst in dieser Stadt schwer fällt.

artisan coffee boden
Blau zu Boden — im Minutentakt reintrampelnde Kaffeesüchtige

Die Röstmaschine für den Kaffee steht vorne und ab und an kann beim Rösten zugeschaut werden; die halbe Cafelandschaft der Stadt bezieht hier die Bohnen. In dem Laden war Dauerbesuch angesagt. Ein echter Geheimtipp für den nächsten Aufenthalt ;-)

artisan tuer
Einseitiges Einlassschild

Für die abendliche Speisung ist ein Gang in die eingegliederte Hafengegend angeraten, das einst verrufene ArbeiterInnen-Viertel, in dem immer noch die kommunistische Tageszeitung im Zeitungsladen ausliegt, ist zur Zeit hip, schlechte Edelrestaurants machen auf und hoffentlich wieder zu, die vermeidend einfach in diesem sich in einem alten Leucht(?)Turm befindlichen Fischrestaurant (das am Kanal — nicht das in der Stadt)) einkehren (die gebratenen Tauben sind super), angenehm unaufdringliche Bedienung, die ohne zu murren Sonderwünsche nach Austausch von Wein, der nach Tiefkühlkühlung schmeckt, erfüllt – so soll es sein :D

eat dog
Stilvolles Essinterieur

Mehr dem Kolorit verpflichtet sieht sich hingegen die mit Messer und Gabel und Hund um die Gunst werbende Lokalität, die in Stadtnähe gelegen eine der wenigen annehmbaren Essstätten ist. Es ist dann doch arg touristisch bisweilen dort. Des Abends gibt es in vielen Kneipen, Clubs wie auch immer Essen, das zwar die Tradition des Landes hochhält, aber halt sehr einseitig; die vegetarischen Restaurants sind, nun ja, eher nicht auf der Höhe der Zeit, dafür ist das Trinkgeld schon fest aufgeschlagen auf den Preis, was allerdings erst bei Präsentation der Rechnung auffällt.

bramble vor der tür
Der Zugang ist schattenrückseitig gegeben

Gleich um die Ecke befindet sich eine etwas versteckt und durch einen überaus freundlichen Türsteher gesicherte Bar, die zu den „top 20 bars in the world“ zählt, wenn der einschlägigen Presse geglaubt wird. Zumindest sind die Cocktails perfekt gemacht, die Handpressmaschinen für den Saft an der Theke laufen die ganze Zeit non-stop, die BesucherInnen nicht so aufgedonnert wie andernorten sonst in der Gegend (das liegt wahrscheinlich am Einlass) und alters- und kleidungssmäßig ganz gut durchmischt. Die in Cocktailläden gerne eingeübte gelackte Kühlheit ist hier ganz fern, die Einrichtung entspricht eher dem typischen neuen Stadtstil.

cocktailtasse
Das war irgendetwas mit Johannisbeere auf Kacheltisch

Der drückt sich auch in freundlicher Unterstützung aus: Getragen von der Sorge um das Wissen erweisen sich selbst universitäre Sanitäranlagen dann auch jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehend. Bekanntlich fallen ja selbst die allereinfachsten Tätigkeiten schwer, insbesondere das Händewaschen, mitunter schlichtweg verpönt sogar, bedarf einer wissenschaftlich akribischen Zurschaustellung der herausgefundenen Praktiken.

handwashing with soap and water
Klick aufs Bild — Hängt nun bei uns

Das entzückte natürlich und das schlechte Gewissen ob eines nun leeren Platzes, hält sich auch in Grenzen solange es keine Anleitung gibt wie aus den vorhandenen zwei Wasserhähnen (kalt und sehr heiß) eine angenehme Mischung ohne hektisches Hin- und Herschütten samt verbrühter Hände gezaubert werden kann.
Wahrscheinlich sind die EinwohnerInnen bis heute stolz wie Oskar über die Errungenschaft der Warmwasserleitung, sodass sie ihr bis heute mit dem Einbau zweier Hähne in nahezu sämtliche auffindbare Waschbecken huldigen, aber eine normale Mischbatterie hätte auch gereicht, um dem Fortschritt Tribut zu zollen.

jkrowling never wrote here
Nicht unwichtig — dafür möchte wirklich niemand verantwortlich sein!

[Nachtrag Frühjahr 2011: Die Röstung der Espresso-Bohnen wurde geändert — jetzt schmeckt er nicht mehr so gut (jammerschade!)]

Die große Kunst des sanftmütig-wilden Herbeiführens griechischen Kaffees und Bildstreckenherumspielerei (dafür ist auch alles dabei) und die Wetterprognose für die nächsten Wochen (Zauberanleitung)

die grosse stunde wartet
Kaffeesatzschatz

Die Temperaturen passen, die Sonne zeigt sich einstimmend und die Jahreszeit ist zugeneigt — da muss einfach einfach Griechischer Kaffee auf den Tisch :-). Merkwürdigerweise auch noch nie die Zubereitung gezeigt, es gibt zwar unzählige Varianten im Netz, die herumschwirren, aber macht nichts, gibt es noch eine (und Tipps zu Varianten) und außerdem die meist verschwiegenen Zusammenhänge der Nachbereitung der kommenden Wettergestaltung, die dadurch beeinflußt wird, das weitere Leben sowieso ;-)

griechisches kaffeetoepfchen
griechisches Kaffeezubereitungsequipment

Zur Tat schreiten: Griechischen Kaffee aus Griechenland importieren, der am allerbesten frisch in den zahlreichen schönen kleinen Lädchen, die mit allerlei Schnuckzeugs gefüllt sind, gemahlen wird; die feine Struktur und der zarte verführerische Duft lässt zwar auf Hinzugabe vom Kakao schließen, ist aber mitnichten so, allein die Mahlmethode zaubert das Kaffeepulver herbei :-)

ein paar loeffel griechisches kaffeepulver
ein paar Löffel voll mit lecker duftend Kaffee sollten es schon sein

Originell aber wenig praktisch für den heimischen Herd sind die klitzekleinen meist kupfernen Kaffeetöpfchen mit dem langen Stiel, die gerne touristisch vermarktet werden und sich nur für geübte Hände im Winzportiönchenbevorzugen schicklich macht. Unsereins hat zwei etwas größere moderne Töpfchen, die auch für andere Kochmöglichkeiten geignet sind; einmal ein Topf bei welchem der Boden etwas dicker ist und es nicht so schnell anbrennt und ein normaler einfacher.

griechisches kaffeepulver mit etwas zucker
Zuckerzugabe, etwas (beliebig)

Die Menge der Hinzugabe des Caffee ist dann vom Geschmack abhängig, da kann herumprobiert werden bis es passend ist, im jahrelangen Gebrauch hat sich hier die Menge von 5-7 mehr oder minder gehäuften Teelöffeln als praktikabel gezeigt. Je nach Bedarf kann auch noch Zucker hinzu, in Griechenland bisweilen bis zur Hälfte, das ist uns aber zu süß, ist aber natürlich Geschmackssache ;-)

wasserkaffee anruehrung mit spiegelung
Erst wenig Wasser, anrühren, und dann noch mehr — praktisch dabei — das Fenster spiegelt sich

Dann wird mit etwas Wasser erst mal das Kaffeepulver (und ev. der Zucker) angerührt, sodann mit Wasser aufgießen, ein bißchen Platz sollte im Gefäß noch sein, das Getränk beliebt im Zubereitungsstadium noch ein wenig nach oben zu steigen und den Herd schön zu versauen (also so ungefähr jedes zweite Mal;-) )

Flamme oder kleine Herdplatte (es gibt auch extra elektrische Kleingeräte) erst mal auf groß stellen und noch kurz verrühren, wenn es wärmer geworden ist auf niedrige Stufe stellen und möglichst nicht weggehen (fällt schwer).

immer parat umruehr und schaum zurueckhaltloeffel
Der Umrührlöffel sollte immer parat liegen, um den Schaum bei der Tassenfüllung zurückzuhalten

Tja — und hier scheiden sich dann die Geister: Während die eine Fraktion das mehrmalige Aufkochen des hochkommenden Schaumes bevorzugt, reicht bei der anderen das einmalige, letztere hat natürlich recht.
Für TraditionalistInnen gibt es kleine Tassen — für Koffeinsüchtige größere, der in der Kanne verbleibende Rest kann aber später hinzugefügt werden (bettelnd zu erhaschende Nachschlagsmöglichkeit).

griechischer kaffee kurz vor dem ersten hochkochen
Griechischer Kaffee kurz vor dem Hochkochen, die nette helle Haube verschwindet später

Da der griechische Kaffee nicht gefiltert wird ist der Kaffeesatz da noch drin, deshalb muss sich der erst mal setzen, der etwa nachträgliche Wunsch nach einem Klecks Milch sollte, um ein Herumwirbeln und damit einhergehnden Schlammeffekt im Mund zu vermeiden, vorher in die Tasse gegeben werden.
Auch nachträgliche Zuckerwünsche der ob des doch anderen Geschmackes des griechischen Mokka nicht geübten Personen ist ein Riegel vorzuschieben.

griechischer mokka mit leckerem kaffeeschaum

Je nach Bedarf können während des Köchelns auch noch Gewürze wie den etwa im arabischen Raume sehr beliebten Kardamom oder Zimt dem Geschmack eine neue Note geben.

einmal umdrehen fuer die kaffeesatzleserei
1x Umdrehen für die Kaffeesatzleserei

Na — und das Wichtigste natürlich zum Schluss. Das Kaffeetässchen wird herumgedreht, die einen lesen im verbliebenen Rest in der Tasse, die anderen sehen im Untertassentellergeschick die Wahrheit versteckt.

variante no 1 tassenrestsatzleserei
Varinate No. 1

variante no 2 untertassenrestsatzleserei
Variante No. 2

Egal welche Methode bevorzugt wird, alles Wichtige an Informationen für das weitere Leben und vor allem wie das Wetter für die nächsten Wochen wird kann herausgelesen werden. Und siehe da, das Ergebnis ist perfekt und was soll lange um den erkalteten Brei herumgeredet werden — ihr seht schließlich selber wie das Wetter wird :D

Am allerbesten klappt die Vorhersage natürlich im Kafenion in Griechenland, wie der greek coffee auf griechisch dort bestellt wird (Wasser wird im Gegensatz zu manch mitteleuropäischem Café ganz selbstverständlich mit dazu serviert) steht dann in jedem Reisebüchlein, das für den Urlaub tunlichst angeschafft gehört. Und nun viel Spaß beim Nachköcheln :-)

mokka schaum
Ein Traum, Augen schließen und genießen — Ελληνικός καφές

Dank einem Hauch der Erinnerung verweilte die zeitgemäß zu vollbringende Rezeptur mit köstlichster Kaninchenleber, kurz nur in Zubereitung sowieso und Verzücken auch länger zu einer rezeptiven Rhapsodie mit Bärlauchblatt und Schokoladenkrümel samt Verve

Frühjahrszeit ist bekanntlich Hoppelzeit (auch anderswo), das frische zarte Grün peppt geschmacklich ungemein auf, und so wurde erinnerlich der feinen Versuchung in Schokoladenweinsauce gehuldigt. Es half also nichts, Kaninchenleber wurde geordert und zu später Stunde in rasch zu vollbringender Fertigung aufgetischt für Besuch, der das noch nie verspeist hatte, was sich im Nachhinein als vorangeganger Verlust köstlichster kulinarischer Möglichkeiten entpuppte.

leckere kaninchenleber in schokoladenweinsauce samt birne ueberreif und baerlauch mal wieder
Zeitig photographieren zu Sonnenschein klappt nur einmal

Das Kaninchenleber-Rezept wurde zum Blogevent Chocolat zufällig entdeckt und gehört seitdem zum ständigen Hochgenuss, der milde Schokoladentöne mit fruchtiger Obstnote (die überreife Birne!) an stimmig verbindenden Weißweine zu höchster Eleganz führt.

Zwar wurde mit Rücksicht auf den gar nach vollendeter Kost hungrigen Besuch die Birne geschält, das machte aber nicht so viel aus, besser klappt es schon aus Zusammenhaltgründen dann aber ungeschält. Der verwendete Wein aus Penedes war einen kleinen Tick zu dominant mit der mineralischen Struktur, ein unauffälligerer eignet sich etwas besser.

Der Genuss nach nur wenigen Minuten Zubereitungszeit lässt sich hingegen mit immer länger andauernden Verzückensbekundungen und Abschlecken beschreiben, die unvergleichlich schmeckende Kaninchenleber auf den Punkt leicht rosa im Zusammenspiel mit dem Bärlauch und verwegen kämpfend um die Aufmerksamkeit des Obstes unterstrichen von der sittsam einfügenden Schokolade lässt nur eines sagen — äußerst superb!

Wer das noch nie zubereitet hat, kann im Kaninchenlebergeschäft nicht mehr mitreden; köstlichst zu empfindendes Aufspüren vergessener Kochkunst die Belohnung.
Noch ist Zeit, noch gibt es Bärlauch, noch frisches Frühjahrskaninchen, der Rest ist Verve.

Was es nicht Alles gibt — gar aus Glas statt Korkkorken und nachfolgende Sender

weinstoepsel mit plastikzeugs drumherum
Weinstöpsel ohne Korkambition

Ok, gehört und gelesen war schon so einiges von den kleinen Verschlüssen, die Müffelproblematik von verdorbenen Weinen durch Korken war des Öfteren auch schon hier zu beobachten gewesen. Nun war aber die Überraschung trotzdem groß, als so ein Glaskorken in einer Flasche Wein unter Alufestverschluss sich herausschälte.

Der Spieltrieb setzte natürlich gleich ein und auch zwanzig mal rauf und wieder raus machte der Plastik(?)-Ummantelung um den unteren Teil (Glas auf Glas kommt nicht gut) nicht den Garaus.

Ploppt zwar nicht so schön wie ein aus Kork gefertigter Verschluss, aber er macht sich dafür mit einem dezenten Hauch bemerkbar, das bedeutet natürlich, dass es sich um exklusive Wein-Ware handelt.

In unserem Falle um einen vom Weingut Klaus Knobloch, der in so ziemlich jedem Bioladen angeboten wird (Preisspanne so von 6,60 bis 12,95), einem Achat aus der sogenannten Edelsteinserie, eine Rebe bleibt nur hängen am Trieb und zaubert so die wein verschluss aus glas als stoepsel hurragute Qualität des Weißen Burgunders hervor.

Leicht perlig und nicht zu kalt genossen, ein eher leichter, verspielter und raffinierter Wein (uns fallen grad nicht passenden Vokabeln ein, was wohl auch daran liegt, dass der alle ist) zum so trinken , welche will darf auch ausgewählte kulinaria katastrophalia-Spezialtäten dazu genießen ;-)

Was aber mit den lustigen Glasstöpseln anstellen, wenn sie sich anhäufen und schon sämtliche zur Verfügung stehende Fläschchen damit bestückt worden sind. Sammeln? Verschenken? Kunstwerke bauen? Die alten Korken aus Kork durften ja immer in eine Kiste oder sonstwo in der Küche rumfliegen bis sich dann endlich erbarmt wurde und sie zur Restverwertung wanderten.

Und eigentlich brauchen wir auch keine Glaskorken — für anfallenden Restwein wird ein Vakuumverschluss benutzt, der den Wein ein paar Tage länger haltbar/genießbar macht, eine famose Erfindung.

wein stoepsel aus glas
Entzückend!

Überraschung auch, dass es neuerdings einen Nachfolgesender von Radio Multikulti gibt. Der Berliner Sender war bekanntlich zum Jahresende plattgemacht worden, weil Informationen für MigrantInnen in der Hauptstadt nicht mehr wichtig sind (die dürfen schließlich nicht wählen), eines der Argumente für die Schließung war ja die angeblich zu geringe Zuhörerinnenzahl (wobei nur die deutschen ZuhörerInnen gezählt und hochgerechnet worden waren). Das Problem dürfte der nun freudig entdeckte Nachfolgesender zwar auch noch haben, aber den gibt es (bisher) auch nur im Internet:

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wieder da

radio multicult 2.0 startet als das Internetradio so langsam durch und stellt nach Anfangsschwierigkeiten ein immer ansprechender werdendes Programm auf die Beine. Zwar hakt es hier und da noch ein wenig, die Ansagen wirken manchmal etwas bemüht; es steht aber auch kein Etat mehr zur Verfügung mit dem sich der Sender das bisherige Personal leisten kann, sondern es wird ehrenamtlich gearbeitet. Die alte Bandbreite der Musikauswahl macht das aber wieder wett :-)

Ein Versuch wird auch gleich gestartet. Sendungen in einigen Sprachen können am Computer oder Internetradio per Klick auf eine deutsche oder englische Version umgeschaltet werden. Noch nicht ausprobiert, klingt aber interessant.

Frappé brûlée — warum nicht

geknackter leckerer frape karamellisiert
geknacktes leckeres Winterkaltgetränk

Es ist immer so eine Sache, da wird Besuch eingeladen und allerlei Dinge werden aufgetischt, meist kommt ein Aah und Oooh, manchmal hat das Pack aber auch Verbesserungsvorschläge anzubringen, meist wird mit gelangweiltem Blick alles aufgenommen und im Geiste eifrig mitgeschrieben, tolle Sachen purzeln da aus den Leuten raus.
So auch neulich, als der merkwürdigerweise unbekannte Café Frappé, das aus griechischem Pulverkaffee gefertigte Kaltgetränk, welches in Griechenland rauf und runter getrunken wird, kredenzt wurde.

cafe frape Café frapé pulver kaffee
cremig geschlagener und glatt sich anbietender Frappé

Natürlich wie üblich mit wenig Zucker und Milch gefertigt und erstmal in kleinen Probiergläschen zubereitet samt Eiswürfel. Kam auch gleich gut an, die überhitzte Küche war aber auch die eisigen Temperaturen vergessend machend und lud förmlich dazu ein.

mit rohrzucker bestreuter griechischer frappe gleich kommt der bunsenbrenner

Die probehalber genossene Koffeinzufuhr war dann wohl doch zu zuckerarm und stark, sodass der Wunsch nach süßer Variante aufkam. Baileys, gerne hinzugefügt im Süden, war ja nicht zu haben und so wurde halt nach Karamell geschrien. Also flugs den Bunsenbrenner (Cucina casalinga hat sich neulich auch eine Variante angeschafft, vorspeisenplatte besitzt sowas schon) hervorgeholt und vor staunenden Augen rasch gerieselten Rohrzucker karamellisiert. Überhaupt benötigt jedeR so einen tollen Flammenwerfer — wie sollten sonst famose karamellisierte Limonen gefertigt werden.

Der Schaum blieb auch schön fest und die kleinen Gläser waren robust genug die Hitze auszuhalten (es wird ja nur kurz gezündelt), die Zuckerschicht durfte sich auch nicht zu fest karamelisieren, sondern musste nur einen in Verbindung mit der feinporigen Struktur des φραπέ geigneten Moment des verzückenden leichten Knackens bieten, um sich der stimmigen Genüsslichkeit ausführlich widmen zu können.

karamelisierter cafe frape
Die Karamellschicht darf nicht zu fest und dick sein

Und, es war super, kam toll an und bereichert nun den zu reichenden Getränkevorrat als Option auch für den Winter — Frappé brûlée

Natürlich keine Fotos gemacht dabei, war dann doch zu schnell gewachsene anregende Ideenfindung, aber selbstredend nachgeholt und heute Nachmittag schien sogar ein wenig die Sonne. Da wurde schnell gehandelt und ein paar Varianten wurden ausprobiert. Die Karamellschicht ist schon relativ süß, der Schaum wird allerdings schöner und feinporiger mit etwas mehr Zucker, da musste das Zusammenspiel optimiert werden. Die Milch wurde sogar ganz weggelassen, passt dann doch besser.
Für nicht so sehr dem kalorienhaltigen Süßungsmittel Zugeneigte gibt es noch diese Variante :p

frape brulee caffee brûlée
locker, lecker, leicht — karamellisierter φραπέ brûlée

Auf die Schnelle:

Zwei Löffel griechischer Pulver-Kaffee (Instantkaffee!) also mit etwas Wasser in unserer tollen Frappe-Maschine cremig gerührt mit etwas Wasser und Eiswürfel bestückt und dann nur noch mit braunen etwas gröberen Rohrzucker leicht berieselt und hurtig mit Flammen versehen (ein bissl aufpassen, das Glas ist noch heiß) und — fertig!

p.s. dummerweise keine Flecken fabriziert, verdammt! ;-)

φραπέ — feinporige Avancen zu schmelzend sich darbietenden Sonnenstrahlen an zu erschmeckenden Kaffeenuancen zubereitend wusste sich das für solche Gelegenheiten Vorgesehene erquicklich genießen

griechischer frappe
Cremige Versuchung

Die Frappe- Zubereitung ist genau wie die des Griechischen Kaffee so eine Sache für sich. In jedem Café weiß die meist imposante Standmixmaschine nur eine Variante zu schätzen, die kühlende Erfrischung bringt. Erfunden worden sein soll der Café Frappé in der Not als kein frischer Kaffee greifbar gewesen sein soll. Instantkaffee musste herhalten — als Ersatz geschüttelt mit Zucker und mit Spuren kalten Wassers. Und so kam, was kommen musste: Ganz Griechenland schlürft das Zeug (meist durch einen Strohhalm) und so hat das kalte Kaffeegemix des Sommers koffeinhaltige Heißgetränke längst abgelöst b-)

Und natürlich ist es angeraten bei südeuropäischen Hochsommertemperaturen auf eine professionelle Getränkedarreichung nicht zu verzichten und Pulverkaffeerasch unseren Frape-Standmixer einzuweihen, der sich wirklich erstaunlich perfekt zeigt auch in der Fertigung sehr feinporigen festen Milchschaumes.

Mit einem Mini-Handmixer dürfte das vorgesehene Rezept frape-stabstand-mixerauch zu befolgen sein, aber erstens haben wir sowas nicht in unserer kulinaria-katastrophalia-küche und sowieso wäre das ja auch nicht dasselbe ;-)

Milchschaum übrigens, um noch mal vom Thema abzuweichen, wird ansonsten ja dem Milchschäumer unserer Espressomaschine auch ganz vorzüglich mittelporig und für die Hervorzauberung von cremiger Milch, die doch schon Avancen an Sahne erkennen lässt, wird auch des Öfteren gerne die Kaffeedrückkanne genommen, die wesentlich besser als ein schlechtes wackliges Milchaufschäumhandteil das passende Resultat zustandebringt. Mit dem Mixstandgerät geht das natürlich viel besser und eigentlich können wir uns gar nicht vorstellen, wie ohne so ein Gerät ein Sommer überstanden werden kann #:-s

Die richtige Instant-Kaffeesorte (auf gar keinen Fall normalen Kaffee!) wurde dann auch gleich mit dem Kauf des Gerätes geordert, die Eiswürfel lagen tiefgefroren bereit (mit ganz viel Luftblasen) und so waren zumindest die notwendigen Zutaten vorhanden, die zum Gelingen dabei sein sollten.
Ein, zwei Löffel Pulverkaffee werden sodann mit ein wenig Wasser aufgefüllt, wobei der griechische Pulverkaffee dann doch deutlich kräftiger schmeckt und besser geeignet ist. Nach Bedarf Zucker hinzu und dann cremig mixen (vergrößert ruckzuck das Volumen!) bis ein fester Schaum entstanden ist, den dann in ein typisches hohes Glas füllen.

frappe-mixer
Die Luxusvariante hat natürlich eine hoch und runter fahrenden Mixbecherhalterung, die mittels Hebel bedient wird; also ganzganz einfach…

Mit etwas Milch (in Griechenland wird sehr gerne eklige Dosenmilch verwendet) und Wasser auffüllen. Da scheiden sich wieder die Geister, die einen wollen mehr Milch, die anderen rein gar keine. Einfach mal ausprobieren, was geschmacklich am besten mundet und für die kühle Überraschung dürfen dann auch gerne die bereitgestellten einzweidrei Eiswürfel rein. Das hinterlässt auch nur eine winzige kleine Spur. Passend dann eigentlich auch noch ein Strohhalm und das alles mit extra Wasserglas servieren und hurtig ausschlürfen! :-)

Da dann auch noch reichlich Schaum hängen bleibt, ist es auch überaus passend noch mit Wasser nachzugießen und so zumindest im Kafenion ein weiteres Getränk billig zu erschleichen ;-)

wasser und pulvercaffee nach mixvorgang
Auch die Verteilung der großen Luftlöcher ist erstaunlich — wenngleich sich die kleinen viel besser zusammenzuschließen wissen

Dazu kann dann das neue Wölckchenschema beobachtet werden, welches sich herausbildet hierzulande — denn da wären nicht etwa Foodblogs, die sich zu vernetzen wissen, sondern Strickblogs und dann die Blogsport-Blogs. Da schau her — ganz selbstreferenziell! :D [via playground]

frappe mit milch und eiswuerfelzugabe
φραπέ

Noch mal die Zutaten:

Instantkaffee
Zucker
Wasser
Milch (auch Kodensmilch möglich)
Eiswürfel
Strohhalm

Auf die Schnelle:

1-2 Teelöffel Kaffee und ev. Zucker mit etwas Wasser aufschütten, mixen, voluminöses Ergebnis mit Milch und/oder Wasser aufgießen, Eiswürfel und Strohhalm rein. Fertig!

Teebestandteile zur Selbstherstellung heranzuzüchten ist oftmals ein nicht dem Erfolge zugetan sich darstellendes Betreiben und so wird wohl anderweitig auf derartige Ware zurückgegriffen werden müssen, was sich aber auch geschmacklich durchaus in einem besser erscheinenden Lichte bemerkbar zu machen weiß und so darf dann hier bildlich die Ausgangslage beobachtet werden

ingwer triebig die zweite
Da streckt der inzwischen zweite Trieb der eingepflanzten Ingwerknolle noch trotzig sein erhabenes Selbsterhaltungswesen in die Kamera und schon heute morgen macht sich bemerkbar, dass die fehlende Wasserversorgung und das zeitweilige Abstellen auf der Heizung nicht ganz so zuträglicher Präsentierung ist. Das war es wohl fast mit selbstgezüchteten Ingwer für die eigene Teeproduktion; mal schauen, was da noch so zu machen ist, vielleicht erholt sie sich ja noch mal.

Da auch die Kultivierung der als Schwarzer Tee bekannten Pflanzenblätter nicht zu Zuchterfolgen führte, wird seit ewigen Zeiten auf Teekampagnetee, aus einem Projekt an der Freien Universität Berlin hervorgegangen (einen Blog hat es auch), zurückgegriffen; 100 Prozent Darjeeling verspricht der Biotee in der kostengünstigen Monsterpackung, die einmal im Jahr erstanden werden kann (so ganz ohne Teeläden und Zwischenhandel und inzwischen auch ausverkauft) und dafür den Teeverkäufern in Indien mehr Geld zur Verfügung steckt und das offensichtlich inzwischen ziemlich erfolgreich.

Kritik gab es auch, weil der Tee nicht ganz fair gehandelt wird und nicht das Transfairsiegel trägt. Also nur Biofastfairtee. Der schmeckt zwar jahres- und anbaubedingt manchmal nicht so zum allerköstlichen Erschlürfen, aber ist trotzdem geschmacklich immer eine feine Wahl. Die erste Pflückung zarter, die zweite etwas kräftiger, die grüne Sorte allerdings nicht so zu empfehlen.
Die Berliner Tee- und Kaffeeschmiede Ökotopia bietet inzwischen ja fair gehandelten Darjeeling an und unterstützt Kleinbäuerinnen, den werden wir demnächst mal probieren. Guter Geschmack und fairer Handel klingen zumindest vielversprechend.

teekampagne tee darjeeling
Biotee vom Projekt Teekampagne

Auf dem Weltmarkt wird wohl ordentlich betrogen, die Darjeelingproduktion soll nur ein Viertel des tatsächlichen Angebotes ausmachen. Deshalb gibt es dieses Darjeelingherkunftsgütezeichen, welches Originalität versprechen soll (kann ja auch gefälscht werden). Und wiesoweshalbwarumundwie Teesorten so heißen steht hier in Kurzform. Da kann dann beim nächsten Teeumtrunk mit ausgespreiztem kleinen Finger das neuerworbene Fachwissen zur Verfügung gestellt werden, um Lob einzuheimsen ob der feinfühligen Kenntnisse.

Olivenblättertee als angenehm in Erscheinung zu treten pflegende harmonisch sich herausbildende Stressabbaumethode

olivenblaettertee
Olivenblätter eignen sich durchaus formidabel auch für Tee

Skeptisches Beäugen der angepriesenen Ware gehört bei diesem Angebot wahrscheinlich einfach dazu. Olivenblätter-Tee, spanischer Bio-Olivenblättertee sogar. Die Neugier hat dann doch gesiegt und der Preis von einigen Euro für ein kleines Päckchen war einen Versuch wert, der sich durchaus als lohnend herausstellen sollte.

Olivenbäume hängen ja bekanntlich voll von den Dingern und wieso war dem Umstand, dass daraus Tee gewonnen werden kann einfach nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet worden? Da müssten doch schon Generationen von OlivenpflückerInnen drauf gekommen sein. Die Blätter sollen vom wilden Olivenbaum gewonnen werden, der nur klitzekleine Oliven trägt und eher ein Schattendasein im Olivenanbau führt. Ob Blätter anderer Olivenbäume einen ähnlichen Geschmack aufweisen wäre zumindest weitere Versuche wert.

Eine leicht bräunliche goldgelbe Färbung war nach 8 Minuten Ziehzeit ansehnlich zu bemerken und die zuvor in kleine Stücke zerbrochenen Blätter (der in der Gebrauchsanleitung gepriesene Mörser war doch nicht ganz passend) wurden herausgefiltert (andere Methoden favorisieren dass Einwirken im kalten Wasser oder Reduzierung).

Der Geschmack erinnert etwas an Grünen Tee. Harmonisch durchaus, wenngleich nicht aufdringlich, auch nicht vollmundig, eher zarter Natur, ein leichter Kräutertee tippte die erste Versuchsperson, die als Blindverkostungsexperte gewonnen werden konnte, und war bar jeder Raterei erstaunt über die Herkunft des Gereichten. Sogar ein leicht süßlicher Geschmack konnte herausgeschmeckt werden, der mit ein wenig Honig dann den dezenten Ton überaus passend verstärken konnte.

Eine nette Abwechselung für Zwischendurch oder als abendliche Entspannungstrinkerei. Natürlich gleich mal gegoogelt, was so zu finden ist. Hilft angeblich gegen allerlei Beschwerden und der stressabbauende Faktor wird betont. Den Tee gibt es jetzt mal öfters, könnte auch gut mit anderen Zutaten gemischt werden. Mal probieren, was sich so zur Ergänzung anzubieten pflegt.

Zum Kulinarischen Adventskalender öffnet sich das 17. Türchen und angenehm duftende Aromen offenbaren zart sich anschmiegenden und zudem wohlausgeglichenen Mandarinello für den gar köstlich-unverfänglichen Genuss

mandarinenschalen in alkohol hochprozentig und schon ganz schoen orange
Wunderbare orangene Farbgebung erfreut schon mal die Einstimmung

Die Teilnahmeaufforderung für die Kulinarischen Adventskalender-Köstlichkeiten traf perfekt abgestimmt mit der Erntezeit für die Grundlage des 17. kleinen Kalendertürchens zusammen, die schon im erntefrischen Zustand zu begeistern weiß.
Zwar waren Zitrusfrüchte schon letztes Jahr zugegen — aber auch dieses Mal wissen die schönen Früchte ihre feine Eleganz ganz unumwunden zur Schau zu stellen und so freuen wir uns unverfänglichen und wohlausgeglichenen Mandarinello präsentieren zu können!

Limoncello ist ja allgemein bekannt, ein eiskalt zu genießender Limonen-Likör, der gerne zum passenden Abschluss reichhaltiger Kreationen gereicht wird. Die Mandarine allerdings braucht diesem Genuss in nichts nachzustehen — fein und aromatisch, ausgewogener als die etwas mehr den sauren Geschmäckern zugeneigte Schwester, dezent im Ton und doch von so die Erinnerung als Köstlichkeit erfreuend, dass es immer ein Vergnügen ist, sich die Lippen an einem Kühlgelegenheitsraureif zu benetzen, um eiskalten Labsal die Zungengeschmacksknospen berühren zu lassen.
Kaltsüße Frische mit ausgewogenem Aromen und allein schon die wunderbare Farbschöpfungstiefe versetzen die Entzückung über derlei immer wieder in ihren schönen Zustand.

mandarinenschalen in alkohol und glas
Nach wenigen Minuten triumphiert bereits der farbliche Austauschprozess

Und die häusliche Fertigung ist dabei eine schon während der ganzen tagelang die Aufmerksamkeit im Vorübergehen in Anspruch nehmenden Anteilnahme genügsame Tätigkeit. Anerkennende Blicke, diskrete Inaugenscheinnahme, kurzes Schnuppern und die Gewissheit, dass das was da heranreifen wird alsbald zur Verköstigung anstehen wird. Das Schwierigste ist also die Wartezeit. Davor sind eigentlich nur unwesentliche Vorbereitungen zu treffen.

Zum Markte und frische Mandarinen vom Biostand ordernd — nicht ohne die Vergewisserung prall ausgereifter Qualität — und schön auch, wenn noch putzige Blättchen dranhängen, mal so vom Einkaufserlebnis her ;-) Geschmacklich ist das ja nicht ausschlaggebend. Die strahlenden Augen des schon in herbstlich mummelige Kleidung gehüllten Verkaufspersonals über die süßzarte Versuchung war nicht zu viel versprochen und so wurde weit über Bedarf von den orangefarbigen Früchtchen geordert.

Und wenn sie dann in unserer Küche auf dem Tisch lustig herumkullern, weil vom Spaß besessene WG-Belegschaftbestandsteile gerne Biomandarinentürmchen bauen wollen, aber nicht die Bauturmkunst Kulinarischer Adventskalender 2007 - 17fleissiger Obstverkäufer erlernt haben, ist schon mal für die vergnügliche Komponente gesorgt, denn mit traurigen Minen geschälte Mandarinen hervorzubringen das soll doch nicht sein, so die Mär (hier wird gerade über die Schulter gekuckt und gebrabbelt, es soll diesmal nicht so schnulzig klingen und überhaupt klinge das doch irgendwie konstruiert — Hah, diese ungläubige Kostperson hat noch nie Bittermandarinenlikör verkostet, eindeutig!).

Geschält wird mit einem fingerfertig zu gebrauchenden scharfen Messer, wir haben einfach einen TomatenPaprikaoderwiedasTeilheißtSchäler genommen und hauchfeine Streifen von den runden kleinen Mandarinen mit äußerster Fingerspitzfertigkeit gezogen. Kleinere weiße Schalenbestandteile wurden kurzerhand abgekratzt, die sollen da nämlich möglichst nicht mit rein in den hochprozentigen Alkohol, der zur hochgefährlichen süchtigmachenden Spezialität gehört.

Und den zu bekommen war schon eine kleine Odyssee, hat ja kaum noch eine Apotheke (die rühren heute nichts mehr an) und dann die komischen fragenden Blicke, wofür das denn sein solle, vermutlich trifft die Einschätzung, dass damit Sofortvollzug in Dämmerzustand vulgo Koma erreicht werden soll mit vollkommen unnötiger Aufmerksamkeit für jahrhundertealtes Konsumverhalten jüngerer Bevölkerungskreise zusammen und die angebotliche 200 ml Menge unsererseits nur ungläubiges Staunen und die Fragestellung, wie denn mit sowas bitteschön Likör zu fertigen sei.
Weitere Erörterungen sind dann aus taktischen Erwägungen bei Inerfahrungbringen der preislichen Vorstellungen schnell sein gelassen worden. Ok, dann einen Rundruf starten und schwubbs gleich bei der nächsten Möglichkeit waren äußerst günstige Konditionen für die genau richtige Menge zu erreichen. In Italien gibt es diese Alkoholflaschen übrigens im Supermarkt.

Phantastischerweise war zu beobachten, dass es dann wohl auch einen Grund hatte, dass nah an die 100 Prozent kommende Flüssigkeiten nicht zur allgemeinen Handhabe zur Verfügung stehen. Innerhalb von 10 Minuten begann sich eine intensive Orange-Färbung einzustellen und die Aromaessenzen setzten sich sichtlich wohlfühlend in der sicherheitshalber in einem Glas deponierten Flüssigkeit durch.
Das muss dann eine Woche bis zehn Tage mindestens — unter neugierigen Blicken und angeberischen den Besuch unter die Nase reibenden Nutzinformationen, dass es alsbald was ganz Köstliches gebe — ziehen und dabei wird sich verkniffen eine Stange Zimt hinzuzufügen (obwohl das auch geht).

mandarinenschalen
Und dann kommt der große Moment: Raus mit den deutlich an Farbe verlorenen hart gewordenen Schalen, die vielleicht noch zweckmäßig als Deko eingesetzt werden könnten, aus der duftenden aber dennoch deutlich wahrnehmbar reichlich prozentigen Flüssigkeit.

Währenddessen wird Zucker in Wasser kurz aufgekocht. Wie genau dies geschehen soll, darüber streiten sich seit Jahrhunderten ganze Familienzweige, was zu erquicklichen Studien über Gewohnheitsrechte führt, die aber auch bei einem Glas eiskalten servierten Mandarinello, umso schöner zu studieren sind. Die einen wollen eine eher sirupartige Konsistenz, schön süß und kalt, die anderen wollen der Frucht den tonangebenden Einfluss in der Mischung zugutekommen lassen und bevorzugen eine flüssigere Variante.
Das schöne ist, dass das Getränk es Niemanden übel nimmt, dessen Hinwendung zur einen oder anderen Seite nicht mit Eindeutigkeit getroffen werden möchte. Es kann nämlich nach Belieben abgeschmeckt werden und wenn es zuviel Süße ist wird halt noch ein wenig Wasser hinzugefügt und umgekehrt. Noch in derlei Dingen unerfahrenen LikörverköstlerInnen wird empfohlen kleinere Probemischungen anzufertigen und zu krendenzen. Setzt Geschrei und Tumult ein, war die Mischung genau richtig.

mandarinelloflasche

Wir zumindest haben auf einen Blick erkannt, dass 600 Gramm Zucker auf 1,4 Liter Wasser durchaus ausreichend sein dürften, um das Mandarinenaroma noch zur vollen Entfaltung bringen zu lassen und dennoch die likörliche Grundrichtung nicht ins Abseits zu stellen.
Zu dieser Mischung wird dann nach dem Abkühlen also der eine Liter Mandarinenalkohol hinzugefügt und dann in dekorative Flaschen gefüllt. In Italien wird sich nicht so umfassend bemüht, eine einfache Plastikflasche kommt hier öfters originell zum Einsatz.

Und dann muss es schnell gehen — ab in das Tiefsttemperaturen zugeneigte Fach und dann heißt es warten, eiskalt soll das Vergnügen sein und so eine Eisschicht wäre mal so rein von photodokumentarischen Standpunkt aus gesehen auch nicht ohne. Zwar die Sonne verpasst, aber schließlich wird Mandarinello grundsätzlich des Abends verkonsumiert damit am nächsten Tage über etwaige Nebenerscheinungen ausführlichst Bericht erstatten werden kann, um kundzutun, dass solcherlei Versuchung zukünftig Stand gehalten werde.
Die Genussfreude bringt deshalb nur einen Ausruf: Sehr Köööstlich!

mandarinello
Mandarinello eisgekühlt

Zutaten:

12 Bio-Mandarinen-Schalen (wirklich Bioware nehmen, die sind einfach aromatischer, schmecken besser und die Schale ist mit Garantie nicht gespritzt und behandelt)
1 Liter Alkohol, sehr, sehr hochprozentig
600-700 Gramm Zucker
1,4 Liter Wasser

So wird es gemacht (Kurzversion):

Mandarinen schälen (das weiße Zeug muss weg), Schalen in dem Alkohol mindestens eine Woche ziehen lassen bis orangearomaartige Wohlgerüche ihre Wirkung kundgetan haben.
Zuckerwasser aufkochen, abkühlen lassen und zusammenmischen mit entschalten Alkoholika und tiefkühlen. Sodann Mandarinenlikör eiskalt am besten in geeisten Gläsern servieren und Lob einheimsen. Bei übermäßigem Genuss den nächsten Tag einfach freinehmen.

Und zu gewinnen gibt es übrigens auch etwas. Im Kochtopf-Blog warten hoffentlich ganz schwierige Fragen ;-) auf die Lösung, aber erst am 24. — der traditionell größten Tür. Und nun noch viel Spaß mit den anderen Überraschungen!