Wenn die Wetterlage so langsam in Richtung schöner werdend tendiert, ist es angeraten schnell in Gegenden zu reisen, die noch den allmählichen Übergang zwischen kalt und schlagartig heiß auszuüben wissen.

Vorher waren da wahlweise Palmen, Herzen, Blätter drin
Die auf Grund aufstrebender Tendenzen auch gerne als Schuldenberg des Nordens titulierte Stätte ist dafür überaus geeignet. Schließlich wartet sie nicht nur mit ein paar unvollendeten Säulen auf einem der sieben Berge der Stadt auf, sondern hat auch Dank einer kleinen Kaffeerösterei eine der besten Kaffeesorten zu bieten, die bisher verköstigt worden sind.

Wasser immer griffbereit — so soll es sein
Kräftig, cremig und schokoladig erwies sich die Hausmischung in einem der inzwischen typisch trendig ausgestatteten Zusammenstückel-Einrichtungskunst verschriebenen Café, da ist alles da, unkomplizierte Bedienung, persönlicher Wasserausschank per Altmilchglas und Hinweisen, denen zu entgehen sonst in dieser Stadt schwer fällt.

Blau zu Boden — im Minutentakt reintrampelnde Kaffeesüchtige
Die Röstmaschine für den Kaffee steht vorne und ab und an kann beim Rösten zugeschaut werden; die halbe Cafelandschaft der Stadt bezieht hier die Bohnen. In dem Laden war Dauerbesuch angesagt. Ein echter Geheimtipp für den nächsten Aufenthalt ![]()

Einseitiges Einlassschild
Für die abendliche Speisung ist ein Gang in die eingegliederte Hafengegend angeraten, das einst verrufene ArbeiterInnen-Viertel, in dem immer noch die kommunistische Tageszeitung im Zeitungsladen ausliegt, ist zur Zeit hip, schlechte Edelrestaurants machen auf und hoffentlich wieder zu, die vermeidend einfach in diesem sich in einem alten Leucht(?)Turm befindlichen Fischrestaurant (das am Kanal — nicht das in der Stadt)) einkehren (die gebratenen Tauben sind super), angenehm unaufdringliche Bedienung, die ohne zu murren Sonderwünsche nach Austausch von Wein, der nach Tiefkühlkühlung schmeckt, erfüllt – so soll es sein

Stilvolles Essinterieur
Mehr dem Kolorit verpflichtet sieht sich hingegen die mit Messer und Gabel und Hund um die Gunst werbende Lokalität, die in Stadtnähe gelegen eine der wenigen annehmbaren Essstätten ist. Es ist dann doch arg touristisch bisweilen dort. Des Abends gibt es in vielen Kneipen, Clubs wie auch immer Essen, das zwar die Tradition des Landes hochhält, aber halt sehr einseitig; die vegetarischen Restaurants sind, nun ja, eher nicht auf der Höhe der Zeit, dafür ist das Trinkgeld schon fest aufgeschlagen auf den Preis, was allerdings erst bei Präsentation der Rechnung auffällt.

Der Zugang ist schattenrückseitig gegeben
Gleich um die Ecke befindet sich eine etwas versteckt und durch einen überaus freundlichen Türsteher gesicherte Bar, die zu den „top 20 bars in the world“ zählt, wenn der einschlägigen Presse geglaubt wird. Zumindest sind die Cocktails perfekt gemacht, die Handpressmaschinen für den Saft an der Theke laufen die ganze Zeit non-stop, die BesucherInnen nicht so aufgedonnert wie andernorten sonst in der Gegend (das liegt wahrscheinlich am Einlass) und alters- und kleidungssmäßig ganz gut durchmischt. Die in Cocktailläden gerne eingeübte gelackte Kühlheit ist hier ganz fern, die Einrichtung entspricht eher dem typischen neuen Stadtstil.

Das war irgendetwas mit Johannisbeere auf Kacheltisch
Der drückt sich auch in freundlicher Unterstützung aus: Getragen von der Sorge um das Wissen erweisen sich selbst universitäre Sanitäranlagen dann auch jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehend. Bekanntlich fallen ja selbst die allereinfachsten Tätigkeiten schwer, insbesondere das Händewaschen, mitunter schlichtweg verpönt sogar, bedarf einer wissenschaftlich akribischen Zurschaustellung der herausgefundenen Praktiken.
Klick aufs Bild — Hängt nun bei uns
Das entzückte natürlich und das schlechte Gewissen ob eines nun leeren Platzes, hält sich auch in Grenzen solange es keine Anleitung gibt wie aus den vorhandenen zwei Wasserhähnen (kalt und sehr heiß) eine angenehme Mischung ohne hektisches Hin- und Herschütten samt verbrühter Hände gezaubert werden kann.
Wahrscheinlich sind die EinwohnerInnen bis heute stolz wie Oskar über die Errungenschaft der Warmwasserleitung, sodass sie ihr bis heute mit dem Einbau zweier Hähne in nahezu sämtliche auffindbare Waschbecken huldigen, aber eine normale Mischbatterie hätte auch gereicht, um dem Fortschritt Tribut zu zollen.

Nicht unwichtig — dafür möchte wirklich niemand verantwortlich sein!
[Nachtrag Frühjahr 2011: Die Röstung der Espresso-Bohnen wurde geändert — jetzt schmeckt er nicht mehr so gut (jammerschade!)]



gute Qualität des Weißen Burgunders hervor.







rasch unseren Frape-Standmixer einzuweihen, der sich wirklich erstaunlich perfekt zeigt auch in der Fertigung sehr feinporigen festen Milchschaumes.
auch zu befolgen sein, aber erstens haben wir sowas nicht in unserer kulinaria-katastrophalia-küche und sowieso wäre das ja auch nicht dasselbe 







fleissiger Obstverkäufer erlernt haben, ist schon mal für die vergnügliche Komponente gesorgt, denn mit traurigen Minen geschälte Mandarinen hervorzubringen das soll doch nicht sein, so die Mär (hier wird gerade über die Schulter gekuckt und gebrabbelt, es soll diesmal nicht so schnulzig klingen und überhaupt klinge das doch irgendwie konstruiert — Hah, diese ungläubige Kostperson hat noch nie Bittermandarinenlikör verkostet, eindeutig!).

