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Jetzt oder nie — Anti-Atom-Suppe

Anti-Atom-Suppe aus Linsen
Anti-Atomkraft-Suppe benötigt auf jeden Fall eine Menge Linsen

Eigentlich bedarf es nur ein klein wenig abgequetschtes Zeitkontingent, drei Linsensorten (von denen die gelbe in gefühlten 23 Läden gesucht werden musste) und ein wenig Fingerspitzengefühl (mehr oder weniger ;-) ) und voilà die Anti-Atom-Suppe aus dekorativen Linsen ist fertig.

Belugalinsen-N
Die feine Belugalinse setzt den letzten Schliff bei der Schrift

Mithilfe von so Suppenzeugs wie Möhren, Sellerie, Petersilienwurzeln, Lauch, dreierlei Zwiebeln, Petersilie, Dill, Olivenöl und klassischen Gewürzen wie etwas Liebstöckel (noch vom Sommer eingefroren, diverse Brühvorräte gehen auch), Pfeffer, frisch vermahlen und Salz, die Suppe schluckt unglaublich viel Salz.; Rigani und Lorbeerblatt darf natürlich auch noch mit rein.
Zubereitung eigentlich fast genau wie hier beim Dekorativ, das irgendwie leider vergessen wurde.

Anti-Atom-Suppen-Teller
Schwärzlich durchgefärbt das Ergebnis, beim nächsten Mal nur noch rote Linsen

Und damit sie dann auch noch besser zu munden weiß, dürfen die optisch die Anti-Atom-Sonne unterstützenden Orangen auch noch mit rein :-) samt ergänzend zu reichenden weißem Balsamicoessig.

Zubereitung also so einfach wie die nächste Anti-AKW-Demo:

In gutem Olivenöl das ganze Wurzelzeugs, die kleingeschnibbelten Dill- und Petersiliestiele und die Zwiebeln anrösten, mit Wasser aufgießen, restliche Gewürze außer dem Salz rein, köcheln lassen, dann die Linsen — die Antiatomsonne dann doch liegengelassen — mit rein. Die gelbe Sorte verliert sich genauso wie die rote Variante relativ rasch, zum letzten Mal hatten wir die erinnerlich zusammen als gedünstete Linsensprossen in farbtechnischer herausgehobener Art und Weise präsentiert.

Anti-Atom-Linsensonne
Sonnenenergie erfreut doch immer wieder

Die feine sonst sehr delikat in Erscheinung tretende Belugalinse färbt hier gemeinerweise heftig ab, dominiert bald schwärzlich den ansonsten auftretenden aschfahlen Grünton, das gelb-orange beschränkt sich auf die Karottenstückchen, die unbeirrt die Fahne aufrecht halten.

Abgeschmeckt mit Orangensaft, Salz und ein ganz klein wenig scharfen Curry. Sehr gut — so muss Linsensuppe schmecken :-)

Fast zu schade zum kochen
Fast zu schade zum Verspeisen — das Making-of übrigens hier

Ach ja — wir versprechen: Irgendwann nach den Wahlen ist eines auf jeden Fall klar, die Interessen der Atomindustrie sei es durch Weiterbetrieb oder durch Entschädigungszahlungen sind gesichert.
Ob nun schwarz-gelbe Atomlobby oder orange-grüne Lange-Laufzeiten-Bauchschmerzen, das Interesse bzw. den Mut Nein zu sagen hatten sie alle nicht — auch wenn sie sich merkwürdigerweise heute so gerieren und die bekanntermaßen gefährliche Atomenergie für viele viele Jahre weiterhin stütz(t)en.

Hoffen wir mal, dass sich das jetzt ändert — Jetzt oder nie!

[Nachtrag: Obdachlose: todgeweihte Strahlenhelfer in Fukushima? via SWR-Umweltblog ]

Sensuell feinherb weinlich verlöscht mehr als gedichtlich zart erfassend im Ausdruck — Kaninchenleber klassisch weißbrottunkend

Es ist zwar noch nicht richtig frühlingshaft grün auf den Wiesen, aber dennoch war verlockend dem Ruf der ausliegenden Kaninchenleber gefolgt das Kochgeschirr dazu ausgepackt worden, um sich eines neuen Versuches erwagend an den Genuss unvergleichlich zarter Geschmacklichkeit zu machen.

der fruehling ruft bereits
Den Frühling zu plagiieren hat noch nie geschadet — Wiederholungsbild in froher Erwartung

Die vorzüglich auch zu allerlei Obst passende feine Kaninchenleber mit Balsamico und Honig wie bei genussbereit zu sehen, wurde bei uns nur einer klassischen, die einzelnen Inhalte in den Himmel hebenden Zubereitung vorbehalten.

Olivenöl erhitzt, die Kaninchenleber (von den Sehnen befreit) und in aparte Stückchen geschnitten rasch und rasch angebraten, Temperatur dann schnell runter, öfters umdrehen während frisch vermahlener schwarzer Pfeffer und Rigani hinzu darf, gebraten wird so circa drei Minuten, abgelöscht mit einem Schwubs Chardonnay, der mit seinem feinherben Einschlag die perfekte Wahl war; der zügig in das Bratgut gelassene Wein war etwas zu großzügig zugegossen worden, sodass dann doch erstmal die Leber raus durfte und währenddessen die Weinsauce etwas einköchelte und später über die zartrosa gebliebene Kaninchenlber wieder mit hinzu kam.

kaninchenleber feinherb mit chardonnay abgeloescht und mit rigani und pfeffer gewuerzt
Der AbendFrühling kann nicht besser beginnen — Kaninchenleber in Weinsauce

Ein Gedicht — zart auf der Zunge zergehend, getragen von der überaus harmonischen Kombination aus Rigani und Wein ein unvergleichlicher Genuss (früher wurde sowas von vielen ja einfach gekocht oder anderweitig entsorgt), als nächstes steht dann — da es sowieso schnurstracks Richtung Frühling und Waldernte geht — die Kaninchenleber in Schokoladenweinsauce mit Bärlauch an :-)

Aktuelle Notiz am Rande: Da es wie ja inzwischen bekannt zahlreiche Programme gibt, die die auf eine etwas kreative Art zustandegekommenen Inhalte durchforsten, sind einige schlaue Leutchen inzwischen auf die Idee gekommen die Anführungszeichen für zitierte Passagen versteckt in der Datei anzubringen, um mittels dieses Tricks Programm und Korrekturmenschen in Glückseligkeit zu versetzen; was die meisten allerdings nicht wissen — die Überprüfungsprogramme halten inzwischen mit und erkennen solche Spielchen; zahlreiche Mitmenschen treten deshalb von ihrem Ansinnen zurück eine unangemessene Bewertung zu erhalten :D

Sensationell anders die Welt der Kochblogs: Plagiate gehen da vollkommen in Ordnung — die höheren Weihen der Kochkunst halt ;-)

Die vielseitige Verwendbarkeit der feinen Korinthe zeigt sich ergeben auch bei Anfertigung sowohl baskischer als auch zukünftig dann andalusischer Tapas insbesondere unter Beachtung demnächst käuflich zu erwerbender geschmacksreicher Nahrungszubereitungsmittel (zum Nachtisch optisch widerständliche Keksstempel)

Von unterschiedlicher Seite gedrängt doch mal ein paar klassische Tapas-Rezepte auszuprobieren ward die Aufgabenaufteilung gleich verteilt: Frager 1 erhielt den Auftrag sein schon lange gehortetes Kochbuch mitzubringen (wir haben nur 5 Kochbücher im Hause, in die wir sowieso recht selten reinschauen) und so eigentlich sämtliche Zutaten während Fragerin 2 sich an den Nachtisch machte und hier stattdessen in der wie immer unaufgeräumten Küche dran gemacht wurde zu schauen, was denn eigentlich selber vorrätig zu sein pflegte.

mit honig versorgtes huhn
Honigversorgung schmeichelt ungemein

Prima Sardellen waren noch da, ein mittelgroßes Glas mit einem kleinen Rest von 10 Stück in Öl eingelegt.
Bei baskischen Tapas (die haben so einen unaussprechlichen Namen) gehören die ja in jedes 0,5 Gericht dazu, praktisch wenn es vor Ort nichts anderes (und wesentlich besser schmeckendes) gibt, der erwünschte geräucherte Kabeljau war auf jeden Fall nicht bevorratet ;-)

Am Ende dann irgendwie zuviele Baguettes in unterschiedlichsten Ausführungen und eine eingehende Weinprobe, die vergessen ließ, dass auch noch mal was gefertigt werden müsste, also Zeit vertrödelt und aus den anvisierten 10 Tapa mal eben zwei gemacht :D

gefüllte tomaten mit thunfisch aioli und so

Das umständlich ständig im Auge behaltende Kochbuch „Tapas favoritas“ von Fiona Dunlop (Hrsg.) gibt dann auch gleich mal mehr oder weniger genaue Angaben vor, bekanntlich lieben wir die weniger genauen ;-) da kann dann nichts falsch gemacht werden (Hauptsache es ist genügend Olivenöl dran).
Erstes, weil einfaches Rezept war dann gleich eins aus Andalusien von Rosa Maria Borja und Isabel Capote Dominguez (aus Sevilla): Hähnchenschenkel in Honigsauce; ok, das ist ein klassisches Gericht ;-) aber fand hier Ergänzung mit Currypulver und Senfpulver.

Butter so 100 Gramm, 250 Gramm flüssiger Honig, Currypulver und etwas Senfpulver mit 75 ml Tomatenketchup vermischen, köcheln lassen und ab auf die Hähnchenschenkel und im Ofen 35 Minuten backen.
Auf das geschmacklose Senfpulver haben wir verzichtet und richtigen Senf genommen, ebenso auf die Butter, die nicht da war und durch Öl ersetzt wurde und den Ketchup durch selbstgemachte Tomatensauce ersetzt. War jetzt nicht schlecht, aber irgendwie fehlte der letzte Pepp. Beschlossen das Rezept demnächst noch weiter abzuwandeln und noch ein wenig Korinthen (wahlweise in süßen Wein eingelegt und/oder fein zerkleinert) hinzuzufügen.


Mayonnaise mit dem Stabmixer — funktioniert wirklich prima auch mit Knoblauch

Die gefüllten Tomaten mit Thunfischpüree dann original aus dem Baskenland, das Rezept gefertigt von Iñaki Gulin und Álex Montiel: Frischer Thunfisch in Olivenöl gedünstet, mit Tomatensauce vermischt und mit Aioli — endlich Gelegenheit erfolgreich mit einem Ei, einer leider etwas zu scharfen Knoblauchzehe, viel Olivenöl, Salz, Pfeffer, Senf, frischem Zitronensaft den Stabmixer-Trick auszuprobieren, der seit Jahren im Internet herumgeistert; Chili und Ciabatta hat mal eine deutsche Version der Zubereitung angefertigt) — und Petersilienöl dann oben draufgetröpfelt auf die blanchierten und halbierten Tomaten ohne Haut.

Laut Anleitung sollte die Füllung versteckt werden durch Präsentierung der Tomatenaußenseite — das hätte allerdings die absolut nach weitgehend fast gar nichts schmeckende Tomate in den Vordergrund gerückt ;-) Zwischendurch hatten wir die Thunfischmasse noch mit frischem Rest-Tomatensaft vom Teller versorgt, was den Rest etwas ruinierte, durch in Sherry eingelegte Korinthen dann aber erfolgreich und geschmacksabrundend gerettet werden konnte. Also Korinthen mit in die Tapas! :-)

ausprobiererei
Ganz rechts im Dunkeln die Alioli

Beim Petersilienöl mit Knoblauch und Walnüssen haben wir übrigens nicht richtig aufgepasst und auch die Stiele mit versorgt, was zwar kein Problem war, aber dann doch etwas mehr Pesto als Öl fabrizieren ließ ;-) Ein Rezept für Petersilienöl übrigens bei RezKonvSuite, die gerade erst von den Stuttgarter21-BefürworterInnen heimgesucht worden sind und hervorragende Widerstandskekse im Angebot haben, deren Druckstempel nicht mehr verkauft werden darf.

Die vielseitige Verwendbarkeit flüssigkeitsdurchlässiger Stoffe verheißt aromatische Dichtheit dank unbedingt damit vonstatten zu gehender Hantierung mit stichhaltiger Grundlage (samt windeliger Momente)

joghurt in windel
Hübsch verpackt ist die Zubereitung ein Kinderspiel

Irgendwie hatten wir noch nie ein Zaziki-Rezept im Angebot — dabei ist die Fertigung ganz einfach, nur bei der Zubereitung war die Einigkeit nicht immer gegeben, einmal wurde die flüssige Variante (Türkei) bevorzugt, die eigentlich nur entfernt was mit richtigem Zaziki zu tun hat, das andere Mal weiß durchaus die feste Form (Griechenland) zu begeistern, der allerdings auch unterschiedliche Ausprägungen innewohnen.

stofffitzelchen nicht raushaengen lassen
Nichts raushängen lassen — sonst schwimmt die Joghurtmolke im Kühlschrank

Aber wie geht nun das Original-Zaziki? Gleich vorweg, vergesst Schmand und Quark, die bisweilen gerne als Grundlage offeriert werden, das sind Notlösungen, wenn es keinen Joghurt gibt.
Das muss auch kein griechischer Joghurt sein (die sind inzwischen oft mit dermaßen viel Zusatzstoffen versehen, dass da Vorsicht geboten ist).

Ein guter Biojoghurt mit angenehmer Säure und ordentlich Fettgehalt ist super geeignet, allerdings sollte er stichfest sein (wir haben welchen von Söbbeke genommen, früher gab es einen noch besseren von der Firma, die Produktion wurde aber mangels Nachfrage leider eingestellt, fast nur noch probiotisch und so Unsinn im Angebot, gell).

gurke geschaelt streifig
Gurke gibt den Geschmack

Damit die damit zu versorgende Partyspeisung gelingt, müssen es schon ein paar Kilo sein ;-) Die werden in ein Leinentuch oder ähnlich festes Gewebe (ganz praktisch wie hier zu sehen eine Stoffwindel) gepackt und dürfen dann ein paar Stunden hübsch abtropfen (am besten über Nacht im Sieb). Die in diesem Falle gewonnenen mehreren Liter Molke können problemlos als kalorienarmer Energy-Drink genossen werden.

ausgedrueckter joghurt
Trockengedrückt und verrührfertig

Den Joghurt hübsch vorsichtig ausdrücken (nicht stichfester Joghurt drückt sich spätestens jetzt aus dem Stoff raus) sodass eine scheinbar trockene Masse übrigbleibt. Keine Angst, das muss so sein, schließlich kommen da noch reichlich Zugaben wie allerbestes Olivenöl und Gurken rein.

Die Gurken werden geraspelt (im Sommer mit Schale, im Winter weitgehend ohne) und dann (hieran scheiden sich die Geister) ein wenig ausgedrückt — der Saft wird unbedingt für den Fall des späteren Hinzugebens aufgefangen.
Abschmecken mit ordentlich Olivenöl, Meersalz, weißem Pfeffer und eventuell mit etwas sehr gutem Weinessig (auf gar keinen Fall weißer Balsamico!), Essig ist aber eigentlich bei einem richtigen sauren Bio-Joghurt nicht nötig und kann unter Umständen den Geschmack ruinieren.

ohne olivenoel im zaziki geht nichts
Olivenöl ist unerlässlich, wenn es untergegangen ist nochmal versuchen

Das Zaziki sollte eher fester sein, je nach Bedarf kann aber auch etwas Gurkenwasser wieder mit hinzu. Die wichtigste Zutat ;-) bleibt natürlich noch der Knoblauch, keine zu scharfe Sorte und daran denken, dass Knoblauch unheimlich nachzieht im Geschmack, also erst mal weniger und nach ein paar Stunden nochmal vorsichtig nachwürzen.

zaziki im dunklen
Die einzigartigen Reste müssen bei Kerzenschein verspeist werden

Und selbstredend ist das Ergebnis wunderbarstens ;-) Der feste Eindruck schmilzt förmlich bei Kontakt mit der Zunge zu einer cremigen Masse mit zartem dennoch bewusst dominierenden Knoblaucharoma während der frisch-knackig-weiche Gurkenhauch sich festzusetzen mag in der Erinnerung. So schmeckt der Sommer :-)

Zutaten:

3 Kilo Bio-Joghurt, stichfest mindestens 3,5 Prozent
2 Bio-Gurken
8 Bio-Knoblauchzehen, ca. ;-)
Ordentlich allerbestes Bio-Olivenöl
Meersalz, weißer Biofair-Pfeffer
nach Wunsch Weinessig, Dillspitzen
1 Windel

Keine Sonnenstrahlenphotodokumentationen, sondern Reste, die den Abend nicht überlebten — dafür aber original neugriechische Musik mit Sommerfeeling und sogar öfters unumwunden auftischbar ;-)


Touren übrigens bald wieder — Locomondo

Des Torrones Zier vervollständigend zu fabrizieren ist mitunter dem immer wieder aufkommenden Ausbruch einer auf Grund anhaltender Rührunlustigkeit ein Stückerl zu wenig fest gewordenen süßen Masse geschuldet und macht sich arbeitsaufwändig aber eigentlich im Verhältnis als gar lustig daherkommende Flickschusterei köstlichster Art bemerkbar (2-Jahres-Vorrats-Produktion)

torrone mit scchokolade
Torrone mit leichter schokoladenhafter Bodenstützung (und kleinerer Dellen)

Aaah, Torrone, die richtige natürlich, die Sonne Italiens, Spaniens oder wie auch immer auf den Tisch, nicht die mit Zucker in elegante Kartons gepresste Masse, die Honig nur als unerwünschte Zutat im Konsumgeschäft ansieht.
Honig — in echte Torrone muss Honig rein, sonst schmeckt sie nicht richtig. Die Fertigung dauert laaaaange, laaaaange Zeit, zumindest wenn sich nicht einer dieser praktischen automatischen Kupferrührkessel im Haushalt befindet.

geroestete mandeln mit schale
Frisch geröstete Mandeln in bröseliger Schale sind noch handfreundlich beitragend zur guten Süßspeise

Zum letzten Mal gefertigt vor zwei Jahren, Torrone-Rezept hier, war die Ausprobierung überaus gelungen, ein feiner Duft verwöhnt das kostenlose Fitnessprogramm für die Arme und die sehnsuchtsvolle Ausharrung auf das phänomenale Ergebnis belohnt die Wartenden dann ja auch eifrig ;-)

Diesmal sollte sich der Aufwand so richtig lohnen, gleiches Rezept aber doppelte Menge bei gleicher Rührerei — Hurra! Besuch geladen, Kochlöffel in die Hand gedrückt und los ging es:

mandeltuete
Notration bereits geschälter Mandeln

Frische geröstete Mandeln aus diesjähriger Ernte, deren Schale sich schön bröslig entfernen ließen waren mitgebracht worden und zur Sicherheit für den Fall ungenügender Geschmacksfeinheit auch gleich noch welche ohne die harte Außenschale.
Dann kurz ab in das bereitstehende brodelnde Wasser für eine Minute und dann raus damit und ganz leicht die Schale abrubbeln (Tipp: Nicht den Topf für das noch anstehende Wasserbad benutzen, die braune Farbe prägt sich förmlich ein und erfordert erhöhten Putzaufwand).

Dann ein Kilo wunderbar duftenden Orangenblütenhonig im Wasserbad fast schonend erhitzt ;-) und nach schon mal einstimmender reduzierender Tätigkeit dann auch noch 400 ml mit etwas Wasser eingekochte Zuckermasse hinzugegeben und gerührt und gerührt, derweil die Kräfte aufgesplittet und die vergessene doppelte Menge an gesunden Bio-Eiern rasch geordert.

torrone tiefgekuehlt
Eisgekühlte Torrone verformt sich ein klein wenig — dafür splittert es besser

Sodann das Eiweiß von 8 Eiern schaumig-fest geschlagen und mit hinzu, eine weißliche Färbung weiß hier den dunklen Honigton ein wenig als mehr zu verdrängen und dann heißt es wirklich mehrere Stunden sanft das Wasser rauszurühren.
Die Gierigkeit in Bezug auf die Menge zeigt hier aber auch die Grenzen der vorhandenen Gerätschaften, war die Rührschüssel im großen Kochtopf beim letzten Mal noch perfekt, so ist nun die Torronerohmasse, der weiße Nougat Italiens, im oberen Bereich torronewasserbadvorrichtung samt ruehrschuesselnicht ständig unter der Wasserlinie, alleine auf die Hitzetransportfähigkeit des Edelstahls angewiesen, was jetzt zu erhöhter Vorsicht führen muss, um ein Anbrennen zu verhindern.

Irgendwie war die Menge dann auch etwas zuviel, denn es dauerte mindestens gefühlte zwanzig Stunden länger mit der Armtätigkeit während die schicke kulinaria-katastrophalia-Küche sich allmählich in eine duftende Sauna verwandelte.

Irgendwann mitten in der Nacht beschlossen, dass es reichen müsste und ab mit der schon festen Masse, die noch rasch um die Mandeln ergänzt wurde auf das Backpapier, das dummerweise nicht glatt war, sondern ein mehr oder minder einprägsames Wabenmuster aufwies (wenn die Torrone also nicht mit Schokolade oder was auch immer überzogen werden soll darauf achten).

torronenunterseitenwabenmuster
Glatte Marmorplatte stand nicht zur Verfügung — das Wabenmuster hat aber zumindest Waffelanleihen ;-)

Am nächsten Morgen dann die Einsicht, dass ein wenig länger Rühren (bestimmt nur 15 Minuten!) auch nicht die schlechteste Tätigkeit gewesen wäre, die Torrone erwies sich als noch einen kleinen Tick zu zergehend, was sich auch auf die Höhe der ausgeschütteten Masse auswirkte, also einfach das Backpapier umgeklappt und wieder eine akzeptable Form erreicht :-)

Dann heißt es warten, mit zunehmender Erwärmung der Küche zeigte sich aber auch, dass ein gewisses Zergehen nicht aufzuhalten war, Aaarrrghhh! Verfluchte Sache, also kurz für ein paar Minuten ab in das Tiefkühlgerät, endlich fester, vielleicht sogar ein bissl zu fest, es splitterte schon, also noch mal warten bis es wieder weicher wurde.

Unter von stöhnenden Klagen getragenen Kraftaufwand den Fladen in mehr oder minder ansehnliche Stücke zerteilt, derweil eingesehen, dass diese wieder kurz tiefgekühlt werden müssen bevor sie gar nicht mehr abgehen von der Unterlage.

schokoladiges gewusel auf torrone
Die Verzierkunst geht trendig einher mit den Fließeigenschaften der Couvertüre :D

Dann in die Massenproduktion eingestiegen, Couvertüre-Zeugs im Wasserbad erhitzt und rasch mit einem Löffel aufgetragen, an kühlem Orte trocknen lassen und die sich wieder klebriger werdenden Stücke abgezogen und die Rückseite ebenfalls versorgt. Profis verwenden natürlich irgendwelche Roste, Gitter oder so Schnickschnack, haben wir aber nicht, muss auch so gehen.

Allerdings zeigte sich alsbald die Schwäche gewisser schokoladenüberzogener Regionen, die Torrone quillte langsam aber sicher aus kleinsten dafür aber wenigen Stellen heraus, ähnlich Basaltprismen, also Flickschusterei ist angesagt, wiederholtes Auftragen der Deckmasse, eine Sisyphusarbeit, bei einigen Stücken von Erfolg gekrönt, bei andern…. na ja.
Nach ein paar Tagen aber schon Fortschritte zu ersehen, die Vulkantätigkeit reduziert sich, die Masse härtet langsam aber sicher aus.

torrone flickschusterei
Schicklich geflickte Torrone

Die noch weiche Torrone belohnt aber umso mehr, auf der Zunge zergehend und fast gar nicht an den Zähnen klebend ;-) erweist sich das Resultat mit seinen duftenden Aromen nach Orange und Vanille (das Zuckergefäß enthielt noch eine ausgekratzte Vanillestange!) als geradezu prädestiniert sich in wolligste Träume zurückzuziehen.
Ja – genau so muss Torrone nach sich doch überaus lohnender Arbeit schmecken. :-)

Die Berichte über die Erkundung der härteren Konsistenz dann nach guter reiferer Lagerung ;-)



Und weil Torroni so schön süßlich sind, muss dazu natürlich noch die entsprechende schmalzige Musik gespielt werden: Guantanamera passend interpretiert von der italienischen Band Banda Bassotti und Lou Watts (Chumbawamba). Das Lied übrigens geht auf einen Gedichtband von José Martí, den kubanischen Nationalschriftsteller und Unabhängigkeitskämpfer, zurück, und wurde von Fernández Díaz vertont und wiederum mit dem Folk-Sänger Pete Seeger („Sag mir, wo die Blumen sind“) ab Ende der 60er in sozialen Bewegungen bekannter.

Durch den Gebrauch längerer Kochzeit eigneten sich die zu verschmurgelnden Zutaten eine stellenweise auftretende aromatische Dunkelheit an, die ungezwungen zu ekstatischer Aufschleckerei auch des letzten Restes führte

kaninchenschlegel mit salbei und tomatenreiferei
Kaninchen, Tomaten, Röstaroma und Salbei — kann es Schöneres geben?

Ein mittelriesiger nunmehr endgültig dezimierter holperig daniederliegender hügeliger Berg unreifer Tomaten beherbergt von einem entsprechenden Korbe war vor etlichen Wochen in die Küche eingezogen, wurde nach Reifung erst abgetragen und dann irgendwie immer wieder übersehen.

Zeit also, sich an die Fertigung delikat zu erschmeckender rezeptlicher Aufmerksamkeit zu wagen und mal wieder Kaninchen in Tomaten-Salbei-Sauce zu wagen. Die Tomaten trotz Schwächen in der Prallheit unglaublich süß und lecker und optimal geeignet. Zubereitung bedarf Zeit und am Herde stehen muss nicht unbedingt sein, so geht es:

Kaninchen in einer Schmorpfanne anbraten in einem Schwubs Olivenöl; salzen, pfeffern, mit Restwein ablöschen, hübsch verkochen lassen, kleingehackte weiße und rote Zwiebeln bratend hinzu, Tomaten, halbierte, ebenso, etwas frischer Salbei und etwas getrockneter Rigani, ein Hauch Thymian und noch etwas Wein, Glasdeckel drauf, hochstellen und bei Herunterfluss des Niederschlags auf ganz klein stellen und warten, warten, warten, zwischendurch mal Salz, Pfeffer, Salbei noch hinzu und alles natürlich auch mal umdrehen (ev. etwas Wasser oder Wein nachgießen). Dauert ungefähr 80-90 Minuten.

tomatenschmurgel
Die Kerne werden nicht entfernt!

Zutaten:
Kaninchen
Tomaten,
Olivenöl,
Salbei, frisch
Rigani, Thymian, Pfeffer, Salz
Restwein

Duftet wunderbar, wenn vergessen wird, dass die Speisung auf dem Herde steht, macht sich zudem noch ein nicht unlecker zu erschmeckender Geruch nach Röstzwiebeln bemerkbar ;-) Harmonierte aber gerade deswegen wunderbar; gegessen, getunkt und geschwelgt mit Weißbrot. Sehr lecker!

Und außerdem? Fresspaketaustausch demnächst?!

Der Handhabbarkeit geschuldeter Flammkuchen erwies sich den Bedürfnissen mehr als gerecht — das lag aber auch an fulminanten Zwiebelvorräten, immerhin aus drei Sorten bestehend, und ebenfalls dreifach strukturiert sich gebender Schinken mit Speck, kleingeschnippelt (vorgesehene Birne ward vergessen)

Der Arbeitsüberlastung und anderweitigen Aufenthalt war das Mahl geschuldet, einfach zu bewerkstelligen in zeitlicher Hinsicht und unter aufopferungsvoller Hingabe der vorrätigen Nahrungsmittel, die geduldig wochenlang auf die Fertigung harrten.

Ganz klar, alles war da, um sich auch mal an einen Flammkuchen zu wagen; bei Sammelhamster war doch neulich einer, natürlich kein Rezept dabei (muss sich erst laaaang durchgeklickt werden ;-) ), Hah! Hefe! Hefe war nicht da, also Suchen in den Weiten des Internet. Die Mestolo.Version sieht sehr lecker aus, hat aber ebenfalls besagte Zutat, das Rezept bei Küchenzaubereien kommt auch nicht ohne aus, ebenso Bolli oder missboulette.

Flammkuchen zu tisch
Flammkuchen und Federweißer

Schließlich bei Kk =Kegala kocht fündig geworden — dabei weiß doch jedeR, dass kk kulinaria katastrophalia heißt ;-)

Prima, Mehl, Salz, Wasser, Olivenöl, genau so wurde sich das vorgestellt — sollte das traute sich langsam aufzuwärmen zu beliebende Heim nicht mehr verlassen werden :D

Rezeptlich war zwar noch Dinkelmehl vorgesehen, aber da wollten wir nicht so kleinlich sein, stattdessen wurde das Wasser durch hübsch sprudelndes Mineralwasser ersetzt (soll auch locker machen).

Ging dann auch ganz einfach, Mehl mit Wasserzugabe, so nach und nach, versetzt und in 5 Minuten geknetet, zwischendurch Olivenöl und Salz mit ran; wenn der Teig nicht mehr klebt und nicht zu wässrig ist, ab für 30 Minuten in den Kühlschrank und derweil Zwiebeln, rot, weiß, Gemüse, geschält und kleingeschnitten, ebenso die drei Schinkenspeckreste.

Flammkuchen
Erste sich rechlich bedeckt gebende Fuhre

Für den Belag Crème fraîche mit Pfeffer, Salz, Thymian und etwas Sahne verrührt und auf den ausgewalzten dünnen Teigfladen aufgebracht, Zwiebeln und Schinken kurz angebraten und ebenfalls mit hinzu, ein Klacks noch oben drauf stellenweise und ab in den vorgeheizten Ofen für 20-25 Minuten (Stufe 3-4 Gas).

Die erste Fuhre mit verquatschten 30 Minuten erwies sich als ein paar Minuten zu lang, die zweite genauer beobachtete Ofenware war genau richtig, weich mit beginnender Härte, der Belag noch nicht vollends verkohlt ;-) schmeckte gut, Belegung etwas zu reichhaltig und war aber irgendwie auch noch als verbesserungswürdig erachtet worden. Zwiebeln vielleicht beim nächsten Mal nicht anbraten? Irgendwelche gewürzlichen Beigaben eventuell noch (eine kleine rosmarinbelegte Ecke passte gar nicht) oder doch ein wenig Dinkelmehl zum Teig für etwas kräftigeren Geschmack?

Wird in Bälde ausprobiert, der obligatorische Federweißer muss ja irgendwie weg :-) und da die Sichtung der verpassten Foodblogs mindestens zwei Tage in Anspruch nehmen dürfte, ist die Versorgung derweil gesichert ;-)

Die dippliche Verständigung (zweites Ergebnisbild auf Grund überwältigender Weißheit furchtbar so gar nicht fotogen, daher Filmtipp), der Ausprobierung anheimgefallen aus Part 1 und die Vervollständigung geschmacklicher Nuancen und siehe da — es klappt doch irgendwie (mal wieder ein Rezept)

walnuesse kurz gekocht
Die ganz links ist schon mal handabgeschrabbelt

Zwar ist die leichte Erfolglosigkeit in gewürzlicher Richtung munter überwunden worden durch vielerlei Ausprobierungskünste, aber leider geht damit auch die Vervielfältigung des Einsatzes kulinarischer Bestandteile in Form immenser Mengen von Walnussdips und -saucen einher.

kurz gekochte walnuss gepresst
Mit 1-2 Minuten Kochzeit presst es sich schwer (dafür frisch-nussiger)

Die letzte war eine Ricotta-Walnuss-Tomaten-Mischung und mundet zu jeder Nachtzeit formidabel, die jetzige ist für den Tag angelegt und wurde einfach mal aus den Kochkünsten anderweitiger Naturbegabungen okkupiert; daher stammt auch die phantastische Idee, die vielen durch geriffelte Oberfläche achtsam auf ihre Hülle achtenden Walnüsschen nicht mehr mühsam mit der zeitintensiven Kochendes-Wasser-und-dann-Pell-ab-Methode zu traktieren, sondern auf eine wesentlich einfachere zu setzen, die für die spätere Verwendung optimal geeignet ist.

lang gekochte walnuesse gepresst ohne haut
Weiche Konsistenz — Pressung mit/ohne Haut nach 20 Minuten

Für den Walnuss-Dip wurden eh gekochte Exemplare benötigt, die zerkleinert gehörten, warum dann nicht der Einfachheit halber die Nuss aus der inneren Schale pressen? Das funktioniert mit Knoblauchzehen und der richtigen Presse wunderbar, also passt das auch hier (mit Ingwer soll das auch gehen).

Walnüsse in kochendem Wasser so 20 Minuten gekocht, dann abtropfen lassen und schwubbs durch das Sieb der Knoblauchpresse gepresst, der mitgelieferte Siebdurchpressplastikstutzen leistete das erste Mal seine Hilfe (Walnusshaut pappt doch mehr) und dann nach ein paar Durchgängen die feine Nusspaste (zugegeben mit kleineren Anteilen Umhüllung noch) mit etwas Milch rührend aufkochen und später dann mit Creme Fraiche, Pfeffer und Salz versetzen und am besten eine Nacht durchziehen lassen.

walnusswürmerl
Walnusswürmerl

Passt mit dezent nussig-cremig schmeckender Eleganz zu eigentlich fast allem (muss es auch bei den Massen, die gefertigt worden sind ;-) )

Zutaten:

Walnüsse,
Milch,
Crème fraîche,
Pfeffer,
Salz

Zubereitung:

Walnüsse kochen, pressen, mit Milch aufkochen, mit Crème fraîche versetzen, einziehen lassen, dippen, fertig!

…und weil der Dip so schön weiß ist, ist die Kamera nicht foodblog-kompatibel am Werke gewesen, deshalb ist derweil kurzweilige Unterhaltung angesagt: ein netter kleiner Film aus dem letzten Jahr zur Empfehlung, der durch charmant aneinandergereihte bisweilen ausgeleierte Gags gerade deshalb zu überzeugen weiß (alle, die auf tanzende Mäuse abonniert sind — reingehen!):


Micmacs — in kleinen Kinos läuft der Film noch

Sich des Geschmackes erfreuende Keftedes und in allerlei Variation hinzugefügt Dieses und Jenes, um zu erreichen einmal auch Bifteki und dann den Grad der Lockerheit samt aromatisch-verführerischer Sanftheit (hey — weitgehend gelungen und sooo einfach)

bifteki mit schafskaese und zucchini
Bifteki — an den Schafskäsestückchen zu erkennen (sehr klein ;-) )

Die erneute Ausprobierung stand schon länger mal wieder an, Hackfleischgerichte sind ja nicht so häufig anzutreffen bei uns, andere können das aus jahrelanger Übung resultierend dann in perfekterweise abgestimmter Handhabung der Zutaten.
Nun war neulich der Wunsch groß doch einmal die typischen griechischen Keftedes zu machen, ist schon ein paar Tage her und war die Beilage zu dem famosen Zucchini-Kartoffel-Wildkräutern aus dem Backofen, aber da die Hitzeansammlung heute Gnade walten lässt und auch etwas handfestere Speisung zur Abwechselung nicht das schlechteste wären ;-) nun das Rezept, was eingeholt wurde von einer Originalquelle, also mithin für allerbeste Geschmacksintensität zu bürgen weiß.

sauerteigbrot muss hinzu
Sauerteigbrot — unverzeihlich wenn nicht mit dabei

Allererste Voraussetzung sind natürlich die guten Zutaten, Fleisch aus Industriehaltung wässert nur und schmeckt nicht, klar, beim Hackfleisch fällt das dann besonders auf, leider ist in Berlin selbst das Biofleisch nicht immer das, was als gut gelten sollte, muss also vorher ausprobiert werden. Ganz wichtig ist dann noch das Sauerteigbrot, das unbedingt mit hinein gehört, am besten Roggen vom Biobackhaus.

Damit die Keftedes auch schön saftig bleiben werden einfach noch Zucchini und Kräuter mit hinzugefügt und für ein paar Exemplare, die größeren, noch Schafskäse, schmeckt super und erfreut ob der mal etwas anderen Füllung.

zucchini und zwiebeln sanft geduenstet
Zucchini und Zwiebel schon mal lecker angedünstet

Zutaten noch mal auf einen Blick:

1 Kilo gutes Hackfleisch (Rind, nicht zu viel Fettanteil)
halbes altes Brot so 500 Gramm und 3 Tage alt, Sauerteig! (ev. etwas mehr, wenn die Rinde abgeschnitten wird)
1 große Zucchini, am besten die hellgrüne Sorte
3-4 Eier
4-5 weiße Zwiebeln oder zwei Gemüsezwiebeln (ein Teil bleibt roh)
Petersilie
Olivenöl
Salz, Pfeffer (gemessen: 30 Sekunden Mahlung ;-),
Cumin 2 Teelöffel (ca, je nach Intensität),
Rigani, 1 Teelöffel,
Würzminze 1-2 Esslöffel (auch frisch/extra, dann mehr),

und optional
Mineralwasser oder Soda
Schafskäse
Knoblauch

gutes oek fleisch und petersilie auch vom stiel
Von der Petersilie am besten auch die zarten Stiele

Zubereitung:

Zucchini und Zwiebeln in kleine Stückchen schneiden, einen Teil der Zwiebeln beiseite stellen, die kommen später so hinzu, und dann in einer Pfanne anbraten/andünsten in Olivenöl. Derweil das Sauerteigbrot einweichen und dann, wenn es weich, aber nicht zu weich ;-) ist vorsichtig ausdrücken, es sollte nicht zu viel Wasser drinbleiben aber auch nicht so zerkrümmeln, dass es nicht mehr möglich ist dasselbige herauszubekommen.

Dann das Hackfleisch die Eier (je nach Größe 3-4) die kleingeschnittene Petersilie (auch die zarten Stiele), das Brot und die Zucchini-Zwiebel-Mischung vermengen, Gewürze hinzu, wenn es zu „weich“ oder „flüssig“ ist, ev. noch mehr Brot oder alternativ etwas Haferflocken. Dann eventuell noch ein kleiner Schuss gutes Olivenöl und noch extra kleine rohe Zwiebelstückchen hinzu für den etwas knackigeren Genuss, die werden natürlich auch noch weicher, so ein bißchen Frische ist aber trotzdem gut erschmeckbar.

keftedes mit kartoffel zucchini wildkraeutern
Als Beilage optmal verwendbar

Lockerer wird die Masse, wenn ein Schuss Mineralwasser oder ein bißchen Soda-Pulver hinzugegeben wird, haben wir natürlich vergessen, muss aber wie das Ergebnis zeigt auch nicht unbedingt sein.

Dann geht es an das Formen, etwas länglicher wäre klassisch, ist aber eigentlich egal, flacher sollte es sein damit alles gut durchgebraten wird. Tipp: Um eine gleichmäßigere Struktur zu erreichen können einfach die Hände nassgemacht werden, das Formen ist dann ein Kinderspiel und in der Pfanne kann dann die „Frikadelle“ auch noch plattgedrückt werden.

Erste Probierung ist dringend angeraten für den Bratvorgang. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen (Grillpfannen eigenen sich auch super) und schon mal zwei Probe-Hackbällchen braten, Temperatur eher niedrig ansiedeln — es soll ja schließlich außen nicht zu schwarz werden. Stimmen die gewürzlichen Zugaben? Nachwürzen dann dringend angeraten :-b

Je nach Wunsch kann auch noch Schafskäse hinzukommen, kleingedrückt oder als Stückchen, alles ist möglich und saftiger und würziger wird es auch, etwas größer sollten die Hackteilchen dann sein, das heißt dann in Griechenland Bifteki.

griechische keftedes
Griechische Keftedes — was wird zart-locker-saftig-formidabel mehr begehrt

Die ersten Keftedes waren bei uns von der Konsistenz her noch etwas zu weich, was aber daran lag, dass das Brot einfach zu alt war und auf Grund der darob eintretenden Zerkrümmelung das Wasser nicht mehr richtig ausgedrückt werden konnte, eine Brotschleuder hätte hier vielleicht Abhilfe schaffen können :D und sonstige dem entgegenwirkende Zutaten waren leider nicht mehr vorrätig, ging dann aber so.

Haben schon mal sehr gut geschmeckt, die Feinwürzung war aber noch nicht (die Ansprüche, die Ansprüche) perfekt abgestimmt, das wird beim nächsten Mal noch optimiert, wahrscheinlich war das Hackfleisch schuld ;-) Verspeist mit zusätzlich gereichten Schafskäse und das Glück stellt sich ein.