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Minna Faßhauer – die erste Ministerin Deutschlands wurde heute vor 135 Jahren geboren

Vor 135 Jahren in Bleckendorf am 10. Oktober geboren ist Minna Faßhauer, die für die Unabhängige Sozialdemokratische Partei (USPD) die erste Ministerin Deutschlands und eine in Braunschweig aktive antifaschistische Widerstandskämpferin war, heute kaum bekannt.

minna fasshauer
Minna Faßhauer 1875 – 1949

Minna Nikolai (den Namen Faßhauer nahm sie durch Heirat im April 1899 an) wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, ihr Vater stirbt früh, sie ist gezwungen von klein auf als Dienstmädchen, Waschfrau und Arbeiterin in einer Konservenfabrik arbeiten zu gehen und die Familie mit zu unterstützen. Das Schreiben und Lesen kann sie sich erst als Erwachsene mühsam aneignen.

Hermann Wallbaum, ein KPD-Mitglied und Teilnehmer der Novemberrevolution in Braunschweig erinnert sich:

Die wurde von der bürgerlichen Presse hingestellt als dummes Weib: kann nicht lesen und schreiben, so etwa; beherrscht die deutsche Sprache nicht […] Jedenfalls war die ´ne ehrliche und aktive Frau, die für die Bewegung alles hergab. Sie war eine Waschfrau und ging von Haus zu Haus und wusch den Leuten die Wäsche. Eine richtiggehende Arbeiterin in den untersten Reihen … ich weiß bloß, dass sie sich aus dem niedrigsten Milieu raufarbeitete durch Lesen und so weiter. Verschiedene Schnitzer, die da beim Schreiben vorkamen, die hat die Bourgeoisie ausgeschlachtet.

Während der Jahrhundertwende ist sie in mehreren illegalen Zirkeln für die Gleichberechtigung der Frauen aktiv:

Wir Frauen durften damals noch nicht am öffentlichen politischen Leben teilnehmen. Wir kamen dennoch heimlich zusammen. Der von uns Frauen geführte Kampf, voll unterstützt durch die Männer, führte 1908 zum Siege und damit zu unserer Gleichberechtigung im Versammlungsleben. Von da ab stand ich ständig in den Reihen der kämpfenden Arbeiterschaft, habe auch meine Söhne in diesem Sinne erzogen (M.Faßhauer)

In die SPD tritt Minna Faßhauer 1912 ein, ist Delegierte bei den Frauentagen der Partei, ist in Kontakt mit Clara Zetkin und Rosa Luxemburg. Ein Jahr später eröffnet sie eine Kampfkundgebung der Frauen am 8. März zum Internationalen Frauentag. Die Kriegspolitik des rechten SPD-Flügels lehnt sie ab, tritt 1916 dem Spartakusbund bei und ist seit 1917 in der USPD aktiv.

Sie führt die Novemberrevolution in Wolfenbüttel an, spricht auf Volksversammlungen und ist an der Schaffung der Räterepublik beteiligt.

arbeiter soldaten rat braunschweig
Abgeordnete des Arbeiter- und Soldatenrates

Am 10. November wird sie im Rat der Volksbeauftragten zur „Volkskommissarin für Volksbildung“ im Land Braunschweig ernannt und ist damit die erste Ministerin in Deutschland. Bereits am 21. November schafft sie die kirchliche Schulaufsicht ab und nahm damit den Dorfpfaffen das Recht die Schullehrpläne nach ihrem reaktionären Gutdünken zu gestalten, die Religionsmündigkeit (das Recht aus der Kirche auszutreten) wurde auf 14 Jahre herabgesetzt. Diese zumindest offizielle Befreiung der SchülerInnen vom Joch der Kirche wurde von heftigen Attacken und Beschimpfungen des Bürgertums und der Kirchen gegen sie begleitet. In der Berliner Presse wird insbesondere mit Karikaturen, die sich über ihre Herkunft aus der ArbeiterInnenklasse lustig machen, gehetzt.
Unermütlich setzt sie sich für die Schaffung von Volkskindergärten und einheitlichen weltlichen Volksschulen ein.

Als die Räteregierung am 22. Februar 1919 durch eine Koalition aus SPD und USPD abgelöst wird, weigert sich Minna Faßhauer der Verlagerung der Macht der Arbeiterräte auf mehrere Gremien zuzustimmen, sie verzichtet infolgedessen auf ihre Funktion. Als Abgeordnete der USPD sitzt sie von Dezember 1918 bis Mai 1919 im Braunschweiger Landtag während in Berlin der Sozialdemokrat Noske den Befehl zur Zerschlagung der Räte in Braunschweig erteilt, ist im Bezirksvorstand der Partei und kandidiert erfolglos für den Reichstag.

faßhauer kpd
Kandidatur mit Kennzeichnung als „Ehefrau“

Später ist sie in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) tätig, wendet sich aber alsbald der Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschland (KAPD) zu. 1935 wird sie von der Gestapo verhaftet, Faßhauer und den anderen führenden Mitgliedern sollte wegen ihrer Tätigkeit während der Novemberrevolution der Prozess gemacht werden, den der SS-Führer Klagges, der auch Chef der Braunschweiger Landespolizei war, extra nach Braunschweig geholt hatte.
Nach der Befreiung vom Faschismus erfolgt der Wiedereintritt in die KPD, dort wird sie wieder für Frauenrechte aktiv und kandidiert erfolglos für das Stadtparlament.

Minna Faßhauer stirbt im Alter von 73 Jahren am 28. Juli 1949 und wird am 30. Juli 1949 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Braunschweig beigesetzt.

waschfrau kommunistin ministerin minna fasshauer

Zum Leben von Minna Faßhauer ist eine Broschüre der DKP Braunschweig mit weitergehenden Informationen auch über die NS-Haft und ihre Tätigkeit erschienen: Waschfrau, Kommunistin, Ministerin – Minna Faßhauer 3 €

Die Erkundung verschiedenster Genüsslichkeiten weiß immerhin neben Abwesenheit auch größere Bebilderungen sich zu eigen zu machen (malerische Anpreisungen)

weltweit schlicht
Standardausführung

Eine kleine Endnotiz bringt immerhin einen kurzen Rückblick auf großen Appetit auf kleinere Ware, farbliche Zutat und malerische Anpreisung für Mitnahmeprodukte.

bebilderte auswahl
Die Tafel hatte wirklich Erfolg

Der kleine Laden war gerammelt voll und so fiel die photographische Inaugenscheinnahme auch gar nicht so groß auf ;-)

fuer den kleinen hunger
Sah erstaunlich frisch aus und wäre tatsächlich höchstwahrscheinlich erwerbbar gewesen

Und morgen gibt es dann leckere Wildpflanzenanrichtung zu sehen, die — dies kann vorweggenommen werden — äußerst gefällig war.

Neuer Skandal: Gammelfleisch — Keime führen zu ernsthaften Schäden ( SWR: „zunächst mal das Schlimmste annehmen“)

Jetzt hat die Welt ihren neuesten Gammelfleischskandal, der SWR brichtete über einen seltenen Keim, der sich auch in vielen fleischverarbeitenden Betrieben verbreitet, am Donnerstag, „dass sich möglicherweise hinter diesen Clostridien ein Gesundheitsproblem versteckt, weil wir von Clostridien immer eine gewisse Gefahr erwarten müssen. Viele Clostridien sind in der Lage Gifte zu bilden“ und „nachdem es sich hier auch um Clostridien handelt, müssen wir eigentlich zunächst mal das Schlimmste annehmen“ (Zitate Prof Gareis vom Bundesinstitut für Ernährung und Lebensmittel).

Leider gelangen zur Zeit illegal, meist umverpackt, Fleischlieferungen in den Handel, weil der Keim mit herkömmlichen Mitteln nicht erkennbar ist.
Wir haben nun Dank Rhizom eine Videodokumentation erhalten, die die Symptome, die bei Konsum von Gammelfleisch auftreten für alle ersichtlich macht.

Warnung! Sanfte Gemüter sollten sich das Video nicht anschauen, es kann zu Übelkeit und Brechreizen führen:


Nach dem Verzehr von Gammelfleisch bei einer Semesterabschluss-​Grillparty

Allerdings besteht Hoffnung, dass das Problem, wenn nicht zu beseitigen, jedoch einzugrenzen ist.

Das Leben kann so schön sein — Netzperlen wiedergefunden und überhaupt… dazu Fisch

Wenn Resteverwertung angesagt ist, muss auch noch irgendetwas hinzugefügt werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass Ergänzungen durchaus angebracht sind bei kulinarischer Nichteintönigkeit:

Massen von nicht dokumentierten Zucchiniwürfelchen mit Zwiebeln aus einer Olivenölminzriganipeffersalzsoße waren noch unters WG-Volk zu bringen. Also rasch Wels angebraten, mit Resten von Weißwein und Frühlingszwiebeln ergänzt und nach etwas Einziehkochzeit dann eben diese Gemüse-Reste hinzu und noch etwas Zitronenschalenabrieb.

Dazu dicke Spagetti — famos wettertauglich und schnell :-)

wels aus weinzitronenzucchinizwiebelsud
Fisch aus Pfannenhaltung

Dann mal wieder auf eine alte Netzperle gestoßen — das ist ja das Schöne am Internet :D Da existiert eine Zeitschrift, genauer ein „Magazin zum Jugendmedienworkshop im Deutschen Bundestag 2008. Junge Journalisten schreiben zum Thema Demokratie. In Kooperation mit dem Deutschen Bundestag, der Bundeszentrale für politische Bildung und natürlich der Jugendpresse Deutschland“.

Überraschenderweise schreiben im Magazin sogar Journalistinnen, zumindest angehende, wäre nach der Ankündigung nicht vermutet worden. Die Latte ist auch gleich ganz hoch gelegt, neben Artikeln über den fussballspielenden damaligen Kriegsminister Jung („Nach getaner Arbeit wechselt Verteidigungsminister Jung in den Angriff“) wird noch mit Sensationen geglänzt, das kleine 1×1 der Boulevardpresse sozusagen — nämlich einem echten „Aussteiger“ aus der Antifa, jahah, so was muss es auch geben

fisch zucchini dicke nudeln
Fisch, Zucchini und Nudel vertragen sich immer

Adrian (der Name ist selbstverständlich geändert!) war mal Mitglied der Antifa, die Antifa, das ist quasi so eine große Familie — alter Hut kennen wir aus den Mafia-Filmen: „Innerhalb der Organisation herrschte ein starker Zusammenhalt, es gab keinen Verrat. Wir waren wie eine große Familie“ und wenn die dann antifaschistisch tätig wird, dann muss es gleich etwas formeller zugehen (wir befinden uns ja schließlich in Deutschland):
Du musst Mitglied sein. Ein vermummtes Gesicht ist Pflicht und du musst auch bestimmte Farben tragen: Schwarz und Rot“ — passend dazu die Bebilderung auf S. 9 [pdf] des Werkes, dabei vergessen die obligatorische Tätowierung und stets mitzuführende Mateteeflasche zu erwähnen.

Das gilt selbstverständlich nicht für die geheime Führungsebene: „Es gibt einen festen Kern von etwa zehn Leuten, die sich aber nicht zeigen. Ich habe gehört, dass diese sich auch in der rechten Szene bewegen. Sie informieren andere Antifa-Aktivisten über die Aktionen, die von den Rechtsextremisten geplant werden, und organisieren Gegenschläge“.

Nicht dass das Trauerspiel jetzt ein Ende hätte, nein, ein bißchen Kampfgeist wird auch gezeigt: „Als Linker muss man vor allem tolerant sein und auch konservativere Einstellungen dulden. Bei der Antifa ist das aber nicht der Fall. Sie duldet keinen Widerspruch“.

ausschnitt orange laut 2008 S 9
Ausschnitt Politik Orange Winter 2008
Bunte Armringe sind natürlich ein kleiner Schnitzer — so wird das nie was mit der Antifa

Nur mal so eine kleine selbstverständlich völlig abwegige Vermutung, das ist jetzt natürlich so absurd, dass eigentlich die Absicht dies schon in Erwägung zu ziehen, noch abstruser ist, aber, liebe Autorin, wenn Du schon die eigenen Interviews selber verfasst, so bleib doch ein wenig realistischer, eine Antifagruppe ohne Streit über die politsche Ausrichtung und persönlichem Hichhack, das ist nun wirklich ein Perpetuum mobile.

Das kannst Du natürlich nicht wissen, du bist ja noch in den Anfängen der journalistischen Erkundungssuche und die erklärungshalber von einem Mitautor gebrachte Unterstützung ist da auch nicht wirklich eine Hilfe:

Antifa ist die Abkürzung von Antifaschistische Aktion“ und „Die meisten verbinden Linksradikalismus mit den traditionellen Krawallen in der Nacht zum ersten Mai und regelmäßigen Ausschreitungen bei Aufmärschen Rechtsradikaler. Diese werden vor allem von autonomen Gruppen wie der Militanten Gruppe (mg) oder der Antifa organisiert“.

Nur mal so nebenbei, wie Antifaschismus buchstabiert wird, weißt Du sicher, die dazugehörenden Abkürzungen verbunden mit Aktivitäten sind vielfältig und „Antifa“ — hey! so heißt auch die Zeitschrift der Vereinigung der Verfolgten des Nazisregimes, das lernst du auch noch und ach ja, die mg, die organisierte nun wirklich keine Ausschreitungen, die agierte eher im Geheimen, die Texte der mg allerdings, die hat u.a. das BKA verfasst, nur „so“ um mal zu erkunden, wie darauf reagiert wird.

[via blogsporttwitter]

Fensterbankexperimente mit neuseeländischen Wegerich — delikaterweise nicht verspeisbar sowieso

heben strauch veronika
Heben in Eintracht — Fensterbankexperimente

Nachdem die Sonne aus den mitgebrachten Pflanzsetzlingen nun den ersten Schub neue Blätter so richtig herausgekitzelt hat, ist die Freude groß, auch bei den Blattläusen, die unerbittlich minütlich alles was nach Grün aussieht anfliegen, bekömmlich dürfte die Pflanze für die fiesen Dinger kaum sein, aber auszuschließen ist bekanntlich gar nichts bei den mutierten Läusen.

hebe salicifolia setzling
Eine von vielen Strauchveronika-Sorten

Bei den schönen Exemplaren handelt es sich um Heben, einem Wegerichgewächs (hebe salicifolia), welches zur Ausnahme mal nicht verspeisbar ist, sondern einfach nur schön blüht und das den ganzen Sommer bis in den Herbst und dann als immergrüner Strauch überwintert.

Mal schauen, ob das nicht auch im großen Blumenkübel funktioniert, dann gäbe es schöne weiß-lila Blüten, die zwar nach Sommerflieder aussehen, aber nicht so duften, eigentlich riechen die fast gar nicht. Außerdem hoffen wir , dass es überhaupt eine hebe salicifolia ist, jedenfalls standen die kleinen Triebe gleich neben der großen Ansammlung von Heben, wenn nicht, dann gibt es eine Überraschung :D

hebe salicifolia wegerich neuseeland strauchveronika
Die Hebe salicifolia bis zu 3 × 3 Metern bei guter Blattlausarmut

Da die Pflanze aus Neuseeland kommt verträgt sie außen nur so bis -20/-22 Grad mit Abdeckung der Wurzeln, bei besonderer Einpackungskunst bestimmt auch mehr.

Und demnächst dann — was ist eigentlich aus der Kartoffel geworden

Ohne Kampf — kein Mampf!


Ein Video der australischen Industriegewerkschaft (ETU) — „What have the unions ever done for us?“

Am 1.Mai geht es raus auf die Straße. Das, was in Griechenland vorexerziert wird, die Kürzungen bei den Löhnen, im Sozialbereich, bei den Renten, den Studierendenunterstützungen wird bald in den anderen Ländern der EU — selbstverständlich mit Hinweis auf die Lage — ebenso losgehen, nur bei denen, die verantwortlich sind, wird die schützende Hand des Staates Sorge tragen für das Wohlergehen. Da heißt es rechtzeitig Stellung zu beziehen.

Und auch die Nazis wollen marschieren, in Berlin durch den Bezirk Pankow, der SPD-Linkspartei-Senat bringt sich in Stellung, seit Wochen hetzen die Medien gegen AntifaschistInnen, schreiben sich Krawalle, Terror und dergleichen herbei.
Der Innensenator (SPD), immerhin ein Jurist, meint Blockaden seien „Gewalt und damit eine Straftat“, diktiert das der sogenannten Berliner Qualitätspresse in die Druckfahne, wohlwissend das das Bundesverfassungsgericht schon vor etlichen Jahren deutlich gemacht hat, dass dies bei Blockaden eben nicht der Fall ist, denn wer sich hinsetzt übt per se keine Tätigkeit aus.

1 mai nazifrei
1. Mai – nazifrei

Die Berliner Zeitung, die jetzt auch die Frankfurter Rundschau mit Artikeln beliefert, hakt nicht nach, zu ergeben ist der Staatsjournalismus, als dass das Wort eines Senators angezweifelt würde.

Mit exellentem Nichtwissen wird preussisches Obrigkeitsdenken in die Artikel gepackt, über eine der zahlreichen Demos wird (vermutlich sogar wider besseren Wissens) geschrieben, dass sie noch nie außerhalb Kreuzbergs stattgefunden hätte, Recherche? Nicht nötig.

Genehmigt ist die Strecke noch nicht, hieß es bei der Polizei“ wird berichtet; zwar brauchen Demonstrationen in der BRD nicht genehmigt zu werden, sie sind grundsätzlich erlaubt nach Art. 8 des Grundgesetzes, aber wenn es die Polizei sagt, muss es stimmen.

Und weil Hetze so schön ist, titelt es sich auch gut mit „EXTREMISTEN Linksautonome machen’s wie die Taliban“. Wohlgesagt, das ist die Berichterstattung des um journalistische Sorgfalt bemühten DuMont-Schauberg-Verlagskonsortiums.

Der Innensenator ruft derweil auf, nicht an den Demonstrationen des DGB teilzunehmen, sondern stattdessen Tanzen zu gehen.

Die Freude werden wir ihm nicht machen — Heraus zum 1. Mai!

Verzagend zu betrachten: Blütenschwämme in Blumenmusterkübelplastiktäschchen und die Überlegung doch tatsächlich mal ein Exemplar zu benutzen

schwammsuche
Wiederentdeckung

Diese kleinen Mitbringsel sind doch immer apart und weisen der Küche Schmuck allerhöchste Ehre. Gerade eben, als der Nichtdekoschwamm sich zerpflückte, war der Blick mal wieder gefällig, aber dann abgelassen, irgendwo muss doch noch ein richtiges Exemplar aufzutreiben sein.


Sandschwemme

Wahrscheinlich kennen das Video mal wieder alle Leute und wir sind die letzten, die es noch nicht gesehen haben. Trotzdem wunderschöner Sehsandschmaus [via Students in the Union]

Internationaler Frauentag — 8. März — und kein bißchen symbolhaft Aufmerksamkeit erheischend

Via Vorspeisenplatte auf eine Diskussion im Blog Mädchenmannschaft gestoßen: Wie können sich (junge) Feministinnen gegenseitig erkennen.

Meist wird ja verhalten dem Unmut kundgetan, der sich mit dem Feminismus abholden weiblichen „Jugendlichen“ als einhergehend erweist, dass es schlimm sei, dass dieser ja nun von denjenigen, die sich in den Erfolgen partizipierend voran bewegen, so gar nicht gut ankommt.
Verständlich, dass da bisweilen hart gerungen wird, um in diesem Milieu sich der vermeintlich gleichen Zielrichtung Anhängigen, die gleichgesinnte Person herauszufinden.

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Feministinnen sind während der Kaffeezeit problemlos erkennbar

Interessant bei der nicht nur in diesem Zusammenhang und diversen Zusammenhängen geführten Diskussion, ob nun die bloße Umkehr, das Anderssein, die bessere Zielrichtung, das gegenderte Auftreten, idealerweise mit deutlich erhobenen Muskeln, die den dicken Packen neuester Literatur zum Thema herumschwenken oder einfach nur die Formulierung progressiver Forderungen das zeitgemäße Darstellungsvermögen bereichern könnten.
Roter Lippenstift als selbstbestimmte Außendarstellung innerer Selbstbewusstseinstendenz ist da nur das symbolhafte Stichwort.

Vollkommen überflüssig erweist sich die Fragestellung übrigens für diejenigen, die das machen, was vor Ihnen schon seit über 100 Jahren (jaja es jährt sich grad, deshalb ausnahmsweise mal ein paar Artikel mehr in der Presse) Millionen schon getan haben — ihren Mund aufmachen, sich einen Dreck darum scheren, was andere ihnen (auch an Kleidungsvorschriften) vorschreiben wollen, und aktiv zu werden und für Gleichberechtigung jenseits formaler Gleichheit zu kämpfen.

[Update: Ach ja, und weil gerne kämpferische Inhalte getilgt zu werden wünschen, gibt es heute Nachhilfeunterricht bürgerlicher Statur von Seiten der Emma-Chefredakteurin Alice Schwarzer (gleicher Text in der FR); dabei, scheinen nicht nur schon die nicht minder ereignisreichen 70er komplett verschlafen worden zu sein indem Aktionen und Forderungen der Frauenbewegung zum 8.März nicht wahrgenommen worden sind, sondern auch schon die Jahrzehnte davor.
Die Sorge geht offensichtlich um, dass mit den Jahrestagen wieder radikalere Systemfragen („sozialistische Erfindung“) gestellt werden. Das Heranziehen von den die eigentlichen Forderungen verdeckelnden Ost-Praktiken mündet dann zum 1. Mai vermutlich in der Parole nach Abschaffung des Kampftages, praktisch wäre das, schließlich bräuchte noch nicht mal der nicht vorhandene Blick auf die proletarische Frauenbewegung aufgegeben zu werden.

Zitat: „Woher kommt der eigentlich? Von der Frauenbewegung auf jeden Fall nicht. In den 1970er Jahren kannten wir keinen 8. März. Es muss so Anfang der 80er Jahre gewesen sein, als der auftauchte. Im Westen. Im Osten war er wohlbekannt.

Die Autorinnen der feministischen Zeitschrift Wir Frauen, die sich in der neuesten Ausgabe übrigens dem Thema „Mahlzeit“ widmen, können da sicher weiterhelfen, um Schwarzers Erinnerungslücken aufzufüllen.]

Mit Bedacht Auserwähltes und bezeichnenderweise auch ansehnlich zu bestaunendes (Leichtgepäckmitbringsel) und Speisungsfotos dann sodann ab dann (jetzt schon: Wackelpuddingplastikwaffel)

algenfresssucht
Das muss ja lecker sein

Die freudig auf den Tisch gelegten Mitbringsel aus asiatischen Herkunftslande und von freundlicher Schenkender stammend, war angemessen dafür, dass die Sonne ein klein wenig hervorlugte und standesgemäß ein Hurra! ausbrach. Lauter kleine süße Dinge, die das Herz erfreuen.

EPA DHA Omega3
Bei so viel Fischchen muss das ja gesund sein!

Die sogleich im geschmacklichen Test ausgeschlürfte Wackelpuddingplastikwaffel war erwartungsgemäß süß und angesichts der Menge eigentlich eine unglaubliche Plastikverschwendung.
Andererseits ist die Füllgröße der dortigen Essgewohnheit nicht abträglich, die Essensportionen sind auch sonst etwas kleiner, sodass auch die süße Zwischendurchspeisung eben etwas kleiner ausfallen darf.

starke fruechtchen
Superfrüchtchen

Auf jeden Fall lauter gesunde Dinge wie Omega3 und was immer das andere sein mag ;-) Die ebenfalls mitgelieferte Botox-Taschen-Gesichts-Reinigungs-Verschönerungs-Creme wird demnächst mal abgebildet, erst muss mal ausprobiert werden, ob die hilft :D

milk tablet
Kondensmilchtabletten — was begehrt das Herz mehr?

Etwas für KondensmilchliebhaberInnen ist hingegen die in Tablettenluschform gegossene gezuckerte Variante, die ersichtlich bei besonders den kleinen Portionen Wackelpudding auch nicht abgeneigten Personal beliebt ist (Abb. soundso).

lao coffee bean
Praktikabel wiederverwendbar

Da macht sich eine eigens in stoffliche Wiederverwertungstasche akkurat mit durchsichtigem Klebeband versehene Laos-Kaffee-Bohne nicht schlecht, die aber noch der Ausprobierung harrt und alsbalde dem Genuss zugeführt wird auch sicher die Algenpackung nicht da es doch viel anschaulicher in verpacktem Zustande schicklich ist für die Küchendekoration :-)

lecker kondensmilchtabletten lutschen

Die für ein fertiges vegetarisches/veganes Mahl zusammengestellten Gewürze stammen von einem Restaurant mit angeschlossenem Kochkunsterlernungslehrgang. Die Inhaberin May Kaidee hat auch ein Kochbuch herausgegeben, welches merkwürdigerweise nicht mitgeliefert wurde.

may kaidee gewuerze set
Fertig angerührt — ob das gut ist…

Aber, das wäre ja gelacht, wenn nicht was Bezauberndes aus der Tüte gezaubert werden könnte :D