Archiv der Kategorie 'kulinaria minimalia'

Zwischenzeitliche Fortschrittsmeldungen beachtend weiß es sich die Bequemlichkeit immerhin mittels fruchtperliger Umstände den Alltag genießend zu Nutze zu machen

Mal wieder Zeit für einen kurzen Einblick in der ansonsten von weitgehend kochblogabstinenter Tätigkeit geprägten Umgebung. Die Fortschritte in der Dekoration sind unverkennbar und angesichts nur feuchter Außenluft scheint die Kraft noch ausreichend zu sein für den Fortschritt.

buntperlig durchsetzter Obstsalat

Zur Unterstützung gibt es jeden Tag Obstsalat satt und Dank zur Verfügungstellung von allerlei Zutaten (bisweilen leider auch mit Flugbereitschaft) ist der Variation keine Grenze gesetzt :-)

wuchsteilfertig

Des Abends dann nicht dokumentierte :o Erkundung einheimischer Wuchskunst im Zusammenspiel mit auswärtigen Gewürzen und zwischendurch so allerlei.

fortschritt in der dekoration

Ab Oktober geht es dann hier weiter — pünktlich zur Tomatenauszeit ;-)

8. Mai — Tag der Befreiung

Im letzten Jahr am Tag der Befreiung war die Betrachtung Griechenland und dem Kampf gegen den Faschismus gewidmet, nun wandert der Blick nach Frankreich. Zahlreiche Deutsche kämpften in der französischen Widerstandsbewegung — der Résistance . Einer von Ihnen war der bekannte Widerstandskämpfer Peter Gingold, als Jude und Kommunist doppelt verfolgt, leistete er unter dem Decknamen Georges Richard Widerstand, er entkam glücklicherweise seinen Häschern nach seiner Verhaftung in Paris.
Gingold war zuvor Anfang 1943 in Dijon verhaftet worden, der SD versucht durch Folter aus ihm Informationen herauszuholen, nach Paris verbracht ersinnt er eine List, er könne sich an ein Haus am Boulevard St. Martin erinnern, aber nicht an die genaue Hausnummer, dort von der Gestapo hingeführt, schlägt er den Nazischergen die schwere Haustür vor der Nase zu und rennt um sein Leben durch einen zweiten Ausgang in die Freiheit.

peter und etty gingold ausweise
Im Widerstand — Etty und Peter Gingold

Zum Kriegsende am 8. Mai war Peter Gingold bei italienischen Widerstandsgruppen aktiv (Zit. nach Internationales Hearing [pdf] zum 8. Mai – 50. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus 1995 in Berlin:
„Unsere Einheit schnappte Mussolini, ich war nicht dabei gewesen, auf dem Fluchtweg. Er wollte in die Schweiz gerade, mit allen seinen Mätressen, mit Gold, mit Diamanten. Am Abend wurde Gericht gehalten, am anderen Morgen wurde er erschossen. Und das war sehr scheußlich, dass sie den Leichnam nach Mailand brachten und mit den Füßen nach oben aufgehängt haben, das war nicht mein Geschmack. So groß war die Wut, das Rachegefühl der Bevölkerung auf diesen Faschismus – das, was wir in Deutschland nie erlebt haben“.

Nach dem Krieg war Peter Gingold der vor fast 5 Jahren im Alter von 90 Jahren am 29. Oktober starb, ein unermütlicher Aufklärer über die Gefahren des Nationalsozialismus, für die VVN-BdA, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, ging er in die Schulen, informierte mit seiner lustigen Art anschaulich und wusste charmant für die Thematik zu begeistern, gab zahlreiche Interviews und engagierte sich gegen die alte und neue Propaganda der Kriegshetze.

8 mai 2011 wer nicht feiert hat verloren
Wer nicht feiert hat verloren — Veranstaltung am 9. Mai

Die Dokumentation von Frank Gutermuth und Wolfgang Schoen „Frankreichs fremde Patrioten — Deutsche in der Résistance“ zeigt den Kampf auf, den die demokratischen Deutschen leisteten. In der BRD wurden die WiderstandskämpferInnen deswegen verfemt, verfolgt und drangsaliert.

Die den Gingolds von den Nazis der BRD aberkannte deutsche Staatsbürgerschaft wurde erst Jahrzehnte später im Mai 1974 nach internationalen Protesten wieder zugebilligt. Den von den Nazis zu „Volksschädlingen“ erkorenen, der jüdischen Familie Gingold, sollte auch im Nachfolgestaat die „Ehre“ nicht zuteil werden „Deutsche“ zu sein; die Tochter von Peter und Ettie Gingold erhielt später sogar Berufsverbot während die verantwortlichen Würdenträger lieber mit ehemaligen NS-Kriegsverbrechern die faschistische Wehrmacht hochleben ließen.
Ganz anders als in Frankreich wo der Kampf der Deutschen gegen den Faschismus auch gegen die versuchte Einflussnahme seitens der Bundesregierung in höchsten Ehren gehalten wurde:

Die Erinnerungen Peter Gingolds, die er in seinen letzten Lebensjahren zu Papier brachte (hg. von Ulrich Schneider) sind ein spannendes Zeugnis über den Widerstand gegen den Faschismus.

gingold_paris

Peter Gingold/Ulrich Schneider Paris – Boulevard St. Martin No. 11: Ein jüdischer Antifaschist und Kommunist in der Résistance und der Bundesrepublik

Verlag: PapyRossa, 2. Auflage 2009
ISBN 3894384077
14,90 €

Unter Bergen zackig gerissener Hobelware dann auch wiederverwertbar erkennbare Restware, die durchaus im Einklang zu vorherigen Fertigungen zu überzeugen wusste, was bisweilen auch ratsamerer Natur ist (schummrige Motive)

Kaninchenstreichelei ist groß in Mode — da müssen rasch ein paar Rezepte her, die Nachfrage muss befriedigt werden: immer gelingend erweist sich Kaninchen sanft geschmort mit Zwiebeln, Salbei und Tomaten in einer sich schicklich machenden Weinsauce. Resteverwertung unter frisch gehobelten jungen Ziegenkäse versteckt auf solider Nudelgrundlage auftragen und so begeisterte Zustimmungschoräle auch bei jüngerem Publikum erreichen.

restkaninchen mit nudeln
Verrieselte Aussichten — Kaninchenglück auf Nudel

Wenig Begeisterung zeigt die taz in ihrer heutigen Ausgabe mit einer Schleichwerberecherche über das Verhalten von „seriösen“ Zeitungen, die für Geld ihren Anzeigenkunden eine genehme Berichterstattung in Aussicht stellen. Von der Zeit über das Neue Deutschland, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung bis zur Frankfurter Rundschau — alles käuflich.

Und die Variation ist vielfältig, eigentlich ist alles dabei, die Werbemaßnahme wird getarnt, Anzeigen der Unternehmen werden mitunter noch nicht mal vorausgesetzt, einfach ein paar tausende von Euro auf den Tisch legen und schon kann es losgehen, fertige Artikel dürfen auch gleich selber abgeliefert werden, um den RedakteurInnen mal eben die mühevolle Arbeit schmeichelnder Texte abzunehmen.
Die anschließend nach derlei Geschäftsgebaren befragten Chefredaktionen der Zeitungen weisen mit Vorliebe auf ihre Unabhängigkeit hin: Gekaufte Berichterstattung — nicht bei uns.

kaninchenkeule mit tomate zwiebel salbei wein
Schmackhaft zu machen auch im Schummerschein des sanften Abendlichtes

Eigentlich ähnelt alles den Missständen bei zahlreichen deutschsprachigen Foodblogs inklusive vehementen Abstreitens der Beeinflussung der Berichterstattung, was selbstverständlich nicht statthaft und deshalb quasi naturgemäß ausgeschlossen sei.

Apropos Frankfurter Rundschau, hatten u.a. die Besitzer DuMont und die SPD-eigene Medienholding DDVG noch 2009 erwähnt, dass sich durch einen gemeinsamen Artikelpool das hohe Niveau halten sollte, ist nun klar, dass die einstige Qualitätszeitung FR nun ganz auf ihre Eigenständigkeit verzichten muss, ein bißchen Lokalberichterstattung darf noch sein — ansonsten heißt es in einer immer weniger von Eigenständigkeit geprägten Presselandschaft mit dem Niveau der Berliner Zeitung vorlieb nehmen.

[Erklärung der FR-RedakteurInnen]

Die Ausprobierung der Limequats stand sowieso schon länger auf der großen Kauf- und Kochliste, also zuschlagen, sichern was das Zeug hält und ganz 8 Stück wanderten in den Einkaufskorb, was im Folgenden im Ganzen besehen dann doch ein klein wenig zuviel des Guten war, aber mittels saftiger Mango und rührigem Joghurt war dann ein vorzügliches Genießen gesichert – außerdem aus gegebenem Anlass: Sponsoren

biomango dreiteilig
Mit Gerätschaften zerteilte Mangos bereichern die optische Verfügbarkeit

Gleich neben diesem quitschfidelen orangenen Kumquats lagen im Korb auch noch die mit einem Teelöffel locker zu balancierenden Limequats — die wollten doch schon immer mal verkocht werden…

… also zugegriffen, süßliches Vergnügen sollte diese Mischung aus Limette und Kumquat hervorbringen, tut sie vielleicht auch, wenn sie reif wären, denn die Vermutung liegt nahe, dass dieser saure durchaus an die Limone erinnernde Geschmack nicht das ist, was es sein könnte. Im Anschnitt ganz bekannt, auch die Verkostung der Schale erwies sich trotz nachträglicher Bearbeitung als unstatthaft, es waren einfach ganzganz kleine Limetten.

limequat groessenverhaeltnis apfel
Eigentlich ganz süß — so klein

Nicht schlimm, gibt es halt was anders als puren Genuss. Die schon länger lagernde Bio-Mango geschnappt, mehr oder minder akkurat zerteilt und mittels gutem cremig gerührtem Biojoghurt und ausgekratzten Limequatfetzchen zu einer perfekten frischen Frühstücksbeilage werden gelassen. Durch die saure Frische der kleinen grünen Teilchen ein kleiner Kick im Erschmecken. Gar nicht schlecht. Weitere Kocherfolge dann in Ausprobierung ;-)

Aus dargebotenem Anlass übrigens noch ein kleines Lied, es wird ja momentan wieder vermehrt über Werbekampagnen in Foodblogs philosophiertgebloggt, eine kleine Tafel Schokolade reicht da schon aus, schon geht es los.


Christoph & Lollo — Sponsoren

Ideale Voraussetzungen also, um sich einem Thema zu widmen, das an Wichtigkeit im Werbemaßstab zuzunehmen beliebt; im Blog nutriculinary wird gleich auf eine Veranstaltung die sich eines etwas hochtrabenden Namens bedient (fehlt nur nur der Dr. ;-) ) nun sagen wir mal mehr als nur hingewiesen: Die sogenannte „University of Fish“ von „Deutsche See“ denn die „begeistert seit fünf Jahren eine breite Hörerschaft für die unterschiedlichsten Themen aus der faszinierenden Welt der Fische und Meeresfrüchte“, so heißt es zumindest im Pressetext des Fischkonzerns.

limequat ganz auf obstjoghurt
Zur Zierde auch ohne zutatliche Beigabe gereicht die Frucht

Diskutiert wird natürlich auch über die Bedeutung von Blogs für die Werbung und die sieht mitunter in diesem Medium ja bekanntermaßen etwas anders aus, wenn der schleichende Erfolg sich einstellen soll. Neben den nur für die direkte Eigenwerbung kreierten Blogs (erfahrene Köchin zu vermieten, Insider erzählt, Kochbuchzusammenschreibung etc. pp.) hausieren natürlich die schlichten kommerziellen Angebote gerne auch im normalen Bestand.

So wird gerne darauf verzichtet oben einfach Werbung hinzuschreiben, stattdessen wird die Anpreisung im Text oder wahlweise auch Bild versteckt oder schlicht der Werbelink am Ende präsentiert nachdem beispielsweise der Schmarrn von der guten Aquakultur wiedergekäut wurde. Selbstverständlich locker-flockig und damit es ehrlicher wirkt, darf es auch gerne ein paar Gramm an kritischen Bemerkungen mehr enthalten.

limequat groessenverhaeltnis mangorest
Was bleibt…

In der gerne zum Vergleich herangezogenen Presse wird derlei Schleichwerbung zwar mitunter auch so gehandhabt, angesehen ist es deshalb damit noch lange nicht wie der Presserat immer wieder feststellen muss.

Der Ehrenkodex, seine LeserInnen nicht hinters Licht zu führen, sollte in Blogs — gerade bei dem immer wieder gerne propagierten Gleichstand des Niveaus — deshalb eigentlich auf der Tagesordnung stehen. Vielleicht benötigt die Foodblogosphäre auch so ein Kontrollgremium?

Die Kritik an derlei ist ja schon länger bekannt — Wie mit Foodblogs Geld gemacht wird und Volle Mischung Werbilade für wenig Cents machen es deutlicher.

8. März – Internationaler Frauentag (MedienMedienMedien)

Durch Jahrestagsberichterstattung schafft es bisweilen ja auch eine auf sensationelle Wahrnehmungsbereitschaft getrimmte Medienlandschaft wenigstens ansatzweise den 8. März als Internationalen Frauentag darzustellen, hier und da ein kleiner Bericht und gut ist für den Rest des Jahres, oder vielmehr Jahrzehnts.

koerbchen gefuellt

Die Inhalte, die Forderungen, tagesaktuell wie und je, aber eben auch umstritten, zu kritisch für die Wahrnehmung, zu uninteressant für die Berichterstattung. Von Geschichtsfälschung à la Emma-Redaktion, die es nicht wagen, den Stuss ihrer Herausgeberin richtigzustellen bis zur Bundesregierung mit ihren hohlen Phrasen, alles wieder dabei.

Die Präsenz, die Präsenz, immer das gleiche Thema, ob im Kampf oder im Alltag. Der Bechdel-Test zeigt grundlegend schon die einfachsten erhellenden Momente der Wahrnehmung:


Video von feminist frequency [via denkwerkstatt]

Wer dominiert den Film, wer spricht, anhand von drei Fragestellungen macht der Test, benannt nach der Comic-Autorin Alison Bechdel, sichtbar, was sonst im Verborgenen liegt.

Erstens — Sind zwei Frauen Protagonistinnen?
Zweitens — Diese beiden Frauen, sprechen sie miteinander?
Drittens — Dreht es sich in den Gesprächen um etwas anderes als einen Mann?

Viel Spaß beim Austesten ;-)

fish, chips, cup o‘ tea, bad food, worse weather, Mary fucking Poppins*

stichelton
Stichelton — angenehme leicht kräftig-cremige Geschmacksnote

Die Gelegenheit war günstig, es sich für einige Tage in regnerischem Wetter bequem zu machen, zahlreiche Tipps strömten zuhauf auf die knappe Zeitressource ein und da bot es sich an neben obligatorischer Erkundung diverser Einkaufsmöglichkeiten einen kleinen Blick auf den berühmtesten Touri-Markt der Stadt zu werfen.

borough market vorne
Vorne darf geraucht werden…

Und tatsächlich — das Hauptangebot bestand aus einer reichhaltigen Darbietung unterschiedlichster Kameramodelle, die den aktuellen Stand der Technik mehr als gerecht wurden, was auch an dem überaus jugendlichen Erkundungsdokumentierungssinn gelegen haben könnte. Zwischendurch gab tatsächlich auch mal ein paar Gemüsestände mit allerdings eher kläglichem Angebot, die Supermärkte sind da mitunter reichhaltiger ausgestattet, es ist aber auch schließlich tiefster Winter ;-)

borough market hinten
…hinten wird gespeist

Im durchaus sehenswerten Markt, der gleich in mehrere Untermärkte unterteilt ist, wobei die Organic-Ecke eher klein ausfällt, befindet sich unter einer mehr oder minder hässlichen Brücke, die durch ein daneben sich befindliches Glasdach etwas an Aufpeppung gewinnt, eine durchaus stattliche Anzahl von Essständen; die den den Markt bisweilen durchdringenden Brückentunnel bieten ein 1A-Photo-Motiv, v.a. wenn die mehr als diversen Essstände dicht umlagert sind.

kaesebeschneidung
Schnurarbeit

Lecker ausschauend bauen sich diverse Käsetürme vor den BesucherInnen auf, eilfertig wird auf althergebrachte photogene Art und Weise der Käse noch per Handdraht durchteilt, um die Stücke sofort gewinnbringend zu verkaufen; für Vorrat ist reichlich gesorgt, der runde Comté ist an zahlreichen Ständen gelagert, irgendein Großhandel weiß den Nachschub zu sichern.

gemuesereste
Purple sprouting — wie das wohl als Chips schmecken würde

Aber auch die regionale Käsekunst, teilweise mit irgendwelchen Auszeichnungen versehen, wird angepriesen, meist haben die wenigen Stände dann auch nur eine Sorte im Angebot, praktisch hier wie auch generell an vielen Ständen, es darf probiert werden, was das Zeug hält :-) also eifrig durchgefuttert:

Erster Eindruck — die durch zahlreiche Preise geadelten Käse sind dermaßen fadenachschub im Geschmack, dass sich wieder bewahrheitet was als allgemeiner Tipp bei Aufenthalten dort gilt — vertraue niemals Einheimischen bei Ihren Essentipps, die Geschmacksnerven sind durch die schlechte Speisung und künstlichen Geschmacksaromen bereits dermaßen durch ein schlechtes Niveau geeicht, dass jeder Anflug von Geschmack zu begeisterten Rufen führen muss. Ausnahmen bestätigen die Regel ;-) :p

fish half price
HALF PRICE zum Marktschluss

Zweiter Eindruck — einige Käsesorten sind gar nicht so schlecht.

Dritter Eindruck — die Schärfeempfindlichkeit ist nicht geeicht. Während am Essensstand nebenan die angepriesenen Korianderblatt-Pfannkuchenröllchen, gefüllt mit Kartoffelstückchen-Tomatensauce als nicht scharf angepriesen werden, speit die Begleitung nach dem ersten Biss bereits Feuer. Nein, nicht scharf wird trotz der Tränen weiter verkündet :D

vinegar refill

Die Preisgestaltung ist dem touristischem Ambiente angemessen, aber auch nicht viel teurer als sonst in der Stadt, na gut, vielleicht abgesehen von den Essigpreisen :D das nächste Mal wird sich dann den anderen etwas preisgünstigeren Herumtrödeltipps in der Stadt gewidmet. Übrigens wurden im Bioladen tatsächlich Grünkohlchips zu horrenden Preisen entdeckt mit Geschmacksrichtungen wie Wasabi und Curry.

muelleimer
Und ein paar interessante Mülleimervarianten gab es auch noch zu erkunden ;-)

[* Snatch]

Mittels zwei geradezu überaus geeigneter Zutaten konnte ein erfolgreiches Gewusel fabriziert werden — gegen Nazis sowieso

Tapasversorgungsreste mit Nudel

Die von den zwei Tapas übriggebliebenen Reste wollen auch verarbeitet werden, das Innere der gefüllten Tomaten machte es sich verstärkt durch allerlei Zwiebelstückchen mit dem Petersilienölpesto auf länglicher Nudelware bequem. Ausgesprochen erfrischend lecker — zumal Ziegenhartkäse, fein herübergeraspelt für Verstärkung sorgte.

Ein paar wichtige Termine stehen an — es gilt wieder mobil gegen neonazistisches Treiben zu machen. Neonazis haben mehrere Aufmärsche in Dresden angemeldet. Seit Jahren versuchen die Neonazis, die Bombardierung der Stadt im Februar 1945 für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Letztes Jahr hatten die Blockaden von weit über zehntausend AntifaschistInnen den als größten Naziaufmarsch Europas geplanten Aufmarsch erfolgreich verhindert.

Nun wird von den Nazis versucht an mehreren Terminen aufzumarschieren, sowohl für den 13. Februar als auch für den 19. Februar sind Anmeldungen bei der Versammlungsbehörde eingegangen. Die bemühte sich auch gleich fleißig, den Nazis den Weg frei zu machen und verbot erstmal einen antifaschistischen Mahngang „Täterspuren“ am 13. Februar, der entlang der Stätten nationalsozialistischen Terrors führen sollte.

Bereits im letzten Jahr drangsalierte die Staatsanwaltschaft Dresden AntifaschistInnen mit Hausdurchsuchungen, gegen führende Politiker der Partei Die Linke in Sachsen und Hessen soll Anklage erhoben werden, ein leicht zu durchschauendes Spiel des verantwortlichen Oberstaatsanwaltes Avenarius, der mit offensichtlicher Rückendeckung aus dem Innenministerium gegen die Opposition vorgeht. Wäre der Vorfall in Russland passiert und wären ehemalige Industriemagnaten betroffen, würde die Tagesschau rauf und runter berichten über die Inkriminierung demokratischen Widerstands.

VVN Plakat
Erklärung der VVN-BdA

Zu den antifaschistischen Aktionen wird wieder von einem breiten Bündnis von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Antifa-Gruppen, Parteien, Gewerkschaften und zahlreichen Bands und MusikerInnen aufgerufen, zahlreiche Mobilisierungsvideos sind im Netz zu finden. Und auch mehrere Bundestagsabgeordnete machen in einem Video mobil. Die Kampagne bring2 ruft alle, die im letzten Jahr den Naziaufmarsch verhindert haben, dazu auf, wiederzukommen und noch zwei FreundInnen mitzubringen-- unterstützen wir sie dabei :-)

Zivilcourage zeigen! Nazis offensiv entgegentreten! Kein Naziaufmarsch am 13. und 19. Februar!

Faschismus ist keine Meinung — sondern ein Verbrechen!

Hühnerbrühe trüb schlürfend und derweil fremdsprachige Merkwürdigkeiten entdeckt (seltene Momente)

Das muss noch nachgereicht werden, eine aus genau einer eingefrorenen Karkasse gefertigte Hühnerbrühe, die lindernde Wirkung verheißen sollte bei der Bekämpfung fieser Erkältungserscheinungen der letzten Woche. Ohne frisch aufgekochtes Gemüse — das ist Schnickschnack. Das grüne Gezippel darauf ist weder Petersilie noch Koriander.

huehnersuppe trueb mit gemuese und nudeln
Irgendwie bräunlich betrübt die rettende Suppe

Bei der Erkundung der ausgedehnten Vorratshaltung zur geschmacklichen Aufpeppung der etwas in der Gefälligkeit darniederliegenden Suppe fielen dann urplötzlich merkwürdige Packungen mit fremdländisch aussehenden Gestalten ins Auge. Zum letzten Mal wurden die vor Monaten vorstellig, um sich sodann feige bis zum Vorwahlkampf zu verdrücken.
Schon wurde in Erwägung gezogen eine amtliche Untersuchung vonstatten gehen zu lassen wie bekanntermaßen anempfohlen vom sozialdemokratischen Innensenator Körting in Berlin:

Wenn wir in der Nachbarschaft irgendetwas wahrnehmen, dass da plötzlich drei etwas seltsam aussehende Menschen eingezogen sind, die sich nie blicken lassen oder ähnlich, und die nur Arabisch oder eine Fremdsprache sprechen, die wir nicht verstehen, dann sollte man glaube ich schon mal gucken, dass man die Behörden unterrichtet, was da los ist.“


Georg Kreisler — Frikashtasni

Aber dann Entwarnung, die Behörden wissen schon Bescheid (nicht doch — nicht der Koffer, was anderes) und schließlich dürfen auch Muslime mitspielen, wenn sich in der Moschee Leute „zusammenrotten und etwas Komisches besprechen.“ Puh, noch mal Glück gehabt, keine Denunziation beim Blockwart nötig, Zusammenrottungen sind ja per se unkomisch…

Trotz Hühnerbrühe also ganz umsonst ganz viele Sorgen gemacht.

Ohrenschmaus gibts hier auch — wenngleich die Geschmäcker unterschiedlich zu sein belieben

Die Genussmousse-Crew hat neulich eine neue Sucht teilen müssen; Grund genug eine alte Sucht zu präsentieren — zumal hier erst nächste Woche wieder etwas Handfesteres in Abbildung zu sehen sein wird und die Gelegenheit mithin günstig ist für die Befüllung des Blogs ;-)


Voilà: la fraction