
Stichelton — angenehme leicht kräftig-cremige Geschmacksnote
Die Gelegenheit war günstig, es sich für einige Tage in regnerischem Wetter bequem zu machen, zahlreiche Tipps strömten zuhauf auf die knappe Zeitressource ein und da bot es sich an neben obligatorischer Erkundung diverser Einkaufsmöglichkeiten einen kleinen Blick auf den berühmtesten Touri-Markt der Stadt zu werfen.

Vorne darf geraucht werden…
Und tatsächlich — das Hauptangebot bestand aus einer reichhaltigen Darbietung unterschiedlichster Kameramodelle, die den aktuellen Stand der Technik mehr als gerecht wurden, was auch an dem überaus jugendlichen Erkundungsdokumentierungssinn gelegen haben könnte. Zwischendurch gab tatsächlich auch mal ein paar Gemüsestände mit allerdings eher kläglichem Angebot, die Supermärkte sind da mitunter reichhaltiger ausgestattet, es ist aber auch schließlich tiefster Winter

…hinten wird gespeist
Im durchaus sehenswerten Markt, der gleich in mehrere Untermärkte unterteilt ist, wobei die Organic-Ecke eher klein ausfällt, befindet sich unter einer mehr oder minder hässlichen Brücke, die durch ein daneben sich befindliches Glasdach etwas an Aufpeppung gewinnt, eine durchaus stattliche Anzahl von Essständen; die den den Markt bisweilen durchdringenden Brückentunnel bieten ein 1A-Photo-Motiv, v.a. wenn die mehr als diversen Essstände dicht umlagert sind.

Schnurarbeit
Lecker ausschauend bauen sich diverse Käsetürme vor den BesucherInnen auf, eilfertig wird auf althergebrachte photogene Art und Weise der Käse noch per Handdraht durchteilt, um die Stücke sofort gewinnbringend zu verkaufen; für Vorrat ist reichlich gesorgt, der runde Comté ist an zahlreichen Ständen gelagert, irgendein Großhandel weiß den Nachschub zu sichern.

Purple sprouting — wie das wohl als Chips schmecken würde
Aber auch die regionale Käsekunst, teilweise mit irgendwelchen Auszeichnungen versehen, wird angepriesen, meist haben die wenigen Stände dann auch nur eine Sorte im Angebot, praktisch hier wie auch generell an vielen Ständen, es darf probiert werden, was das Zeug hält
also eifrig durchgefuttert:
Erster Eindruck — die durch zahlreiche Preise geadelten Käse sind dermaßen fade
im Geschmack, dass sich wieder bewahrheitet was als allgemeiner Tipp bei Aufenthalten dort gilt — vertraue niemals Einheimischen bei Ihren Essentipps, die Geschmacksnerven sind durch die schlechte Speisung und künstlichen Geschmacksaromen bereits dermaßen durch ein schlechtes Niveau geeicht, dass jeder Anflug von Geschmack zu begeisterten Rufen führen muss. Ausnahmen bestätigen die Regel

HALF PRICE zum Marktschluss
Zweiter Eindruck — einige Käsesorten sind gar nicht so schlecht.
Dritter Eindruck — die Schärfeempfindlichkeit ist nicht geeicht. Während am Essensstand nebenan die angepriesenen Korianderblatt-Pfannkuchenröllchen, gefüllt mit Kartoffelstückchen-Tomatensauce als nicht scharf angepriesen werden, speit die Begleitung nach dem ersten Biss bereits Feuer. Nein, nicht scharf wird trotz der Tränen weiter verkündet
Die Preisgestaltung ist dem touristischem Ambiente angemessen, aber auch nicht viel teurer als sonst in der Stadt, na gut, vielleicht abgesehen von den Essigpreisen
das nächste Mal wird sich dann den anderen etwas preisgünstigeren Herumtrödeltipps in der Stadt gewidmet. Übrigens wurden im Bioladen tatsächlich Grünkohlchips zu horrenden Preisen entdeckt mit Geschmacksrichtungen wie Wasabi und Curry.

Und ein paar interessante Mülleimervarianten gab es auch noch zu erkunden
[* Snatch]