Schon seit einiger Zeit macht sich leichtes Unbehagen breit, wenn so mancher Foodblog besucht wird. Die Menge an geschalteten Werbeanzeigen nimmt stetig zu und so wird ein kurzer Artikel oben, unten und nochmal groß an den Seiten umrahmt. Unaufällige Reklame findet schließlich kaum Beachtung.

Instantmittelmaß klappt nie geschmackstechnisch
Eine beliebte Masche einiger Neunmalkluger ist es, den Feed anderer Blogs ungefragt für sich zu nutzen, vielleicht merkt es keineR.
Andere versuchen es mal auf eine andere Weise wie ein Verlagskochportal, welches sich gleich ganz die Rechte an den eingestellten Texten sichern wollte, oder es wird um fremde Inhalte geworben, manchen schieben auch einen Art Kochwettbewerb vor bei dem eigens Beiträge anderer direkt im Rezeptblog veröffentlicht werden, um die eigene Seite mit Inhalt zu füllen. Letzteres Modell stammte von Huettenhilfe, einer Rezepteseite, und fand aber wohl nicht so recht Anklang im Kochblog-Universum, das schließlich daraus besteht eigene Blogs zu führen.
Also neue Idee her. Über Küchenschürzen für Kochbilder, bis zum sogenannten „Fremdkochen“.
Jetzt darf wieder auf dem eigenen Blog veröffentlicht werden, aber das Rezept samt Foto wird als Kochbuch bei huettenhilfe eingebunden. Ein paar Kochbücher werden ausgedruckt und es darf im eigenen Blog darüber berichtet werden. Anscheinend ein netter Service, der aber schlichtweg andere Texte für die eigene Seite vermarktet; ohne Bezahlung versteht sich.
Die Verlinkungen geben Traffic und einen höheren Pagerank, der dann bekanntlich auch mehr Geld für die zahlreichen Werbeanzeigen bringt. Dafür ist seit einiger Zeit auch nicht mehr Blogbetreiber XY, sondern eine eigens gegründete GbR verantwortlich, die auch ein eher als gescheitert zu betrachtendes Berlinportal „betreibt“ oder gar dies im Angebot hat.

Vermarktet: truebe Aussichten
Im Werbeprojektvermarktsnetzwerk GLAM Media, an dem sich Burda jetzt stärker beteiligt, liest sich die Ausnutzung der Kochkreativität, die dann auch Geld bringt, dann so:
“ (…) auf Huettenhilfe.de findet jeder das geeignete Gericht. Zudem sorgen die zahlreichen Mitglieder für ein ständig wachsendes Archiv an neuen Rezepten.“
Und nicht nur das. Es können jetzt freiwillig Fotos auf der mit eigens zur Verfügung gestellten Bannern zu bewerbenden Seite Rezeptbuch (auch eine huettenhilfe-Kreation) eigenständig eingestellt werden. Läuft die Seite erst mal, dann kann sich an an fünf Fingern abgezählt werden, wann die erste Werbung auftaucht oder das GLAM-Netzwerk zuschlägt.
Aber auch beim Gärtnerblog, der die monatlichen Kochevents ausrichtet, fragen wir uns, ob es sein muss, dass so viel Werbung geschaltet wird. Um es nochmal klarzustellen, es geht nicht darum, ob ein kleiner Blog jetzt ein bißchen google-Werbung hat, sondern um das Übermaß, das Ausnutzen, die Kommerzialisierung der Kochblogszene.
Das sind jetzt auch nur Beispiele, es gibt aber etliche v.a. neu konzipierte Kochblogs, die förmlich dannach schreien, alsbald mit Werbung vollgepackt zu werden, wenn sie es nicht schon sind.
Zwar kann es sein, dass es einfach die Bloganbieter sind die (wie etwas bei uns) die Schaltung vornehmen und die Einnahmen für sich verbuchen, dennoch dürfte es genügend Möglichkeiten geben, sich dem zu entziehen. Manche Blogs sind auch merkwürdigerweise über mehrere Links zu erreichen, wohl kaum aus Spaßesgründen.
Und der Spaß vergeht leider so langsam…
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