Köstlich zarte Kaninchenleber in milder Schokoladen-Weinsauce mit stimmig beigefügten Bärlauchstreifen und harmonisch ergänzenden Stücken von fruchtiger geradezu fast überreifer Williamsbirne, welches wir Alles zusammen zwei- und gar dreimal zu kochen beliebten — einmal zur Probe, weil die Idee Schokolade zu Leber zu reichen von nicht uninteressanter Art zu sein schien, dann gleich nochmal weil es gar wunderbar schmeckte (und wir sowieso ordentlich vom Grundprodukt geordert hatten) und dann anderntags nochmals (obwohl wir dann eigentlich was anderes fabrizieren wollten), weil die Kamera mitsamt den tollen Images rumzuspinnen begann, so dass für die Photodukumentation trotz der nicht mehr wie am Vortag so schön scheinenden Sonne gesorgt werden musste; nichtsdestotrotz wurde das allerbeste durch herbeigerufene mit dem Roller herbeieilende Verköstigungssehnsüchtige hergestellt (Rezept und Foto-Tapeten-Link)

ausschnitt kaninchenleber

Das Angebot an Kaninchen war passenderweise saisonbedingt so ansprechend groß, dass kurzerhand beschlossen wurde doch mal wieder Kaninchenleber zu geniessen. So zart wie sie sich auf der Zunge anschmiegt, wenn sie mit Rotwein abgelöscht und mit Peffer und Oregano bestreut dargeboten wird, war das eine Möglichkeit. Aber es kam dann glücklicherweise ganz anders und das Ergebnis bekräftigte mal wieder die Erkenntnis, dass die aus spontanen Einfällen sich ergebende Köchelei die phaszinierendste ist.

Da jetzt überall der Bärlauch spriesst, Paulchens Foodblog, kochbuch (beiden noch herzlichen Glückwunsch zum Kresse-Blogevent), Knoblog und Gärtnerblog schon die Berichterstattung eingeleitet hatten, bot es sich an, auf dem samstäglichen Markt ebendiesen zu ordern (andere ernten selbst) und warum nicht diese beiden Zutaten zum erfreulichen Nutzen ergänzen. Und wenn gerade die Ausprobiererei anstand, warum nicht auch gleich mal was für den Kochtopf Blogevent Chokolade kreieren — nun war es erstmal nicht das auf den ersten Blick so ganz passende, es musste also noch was weiteres hinzugefügt werden für den köstlich zu erwartenden Endgeschmack, der uns alle erfreuen und ein zumindest kleines Lächeln aufs Gesicht zaubern sollte.

Die gut abgelagerten Williamsbirnen schrieen ja auch geradezu dannach die anstehende Spezialität zu vervollkommnen und fürwahr es war die richtige Wahl, die die wunderbar fruchtige überreife Birne da als Ergänzung angedeihen ließ.

ausschnitt

Nochmal zusammengefasst die Zutaten:

Kaninchenleber
Bärlauch
Schokolade (aus dem Block fein geraspelt)
Willimasbirne
Weißwein, trockener mittelmäßiger Blanc de Blanc
weißer Pfeffer
Oregano, ein bissl
eine Prise Salz
Olivenöl (ein nicht ganz so dominant schmeckendes)

und dann gehts ganz schnell in nur 10 Minuten mit der Fabrizierung der köstlichen Zutaten:

Öl erhitzen und Kaninchen-Leber schnell rührend anbraten, mit weißem Peffer und Oregano versehen und dann die Temperatur reduzieren. Bärlauch hinzu und mitbraten. blogevent schokolade Mit einem Schuss Weißwein (der ein Rest eines mittelmäßigen Produktes war und hier zu seiner eigentlichen Bestimmung finden konnte) ablöschen und auf niedriger Stufe weiterköcheln lassen, so dass die Leber nicht zu hart wird und sich eine schöne Sauce bildet. Dann die in Scheiben und noch mit der Schale versehene geschnittene Willamsbirne hinzu, schnell dann auch noch mit geraspelter Schokolade ergänzen (müssten so drei gehäufte Esslöffel gewesen sein). Eventuell noch etwas Salz und Wein hinzu, wenn es zu sehr reduziert ist. Und während ein angenehm duftendes Aroma sich bemerkt macht, ist es auch schon nach Berieseln mit einigen federleichten Schokoraspeln fertig!

Und es war absolut köstlich! Ungeahnt schmiegte sich die Schokolade — überhaupt nicht die anderen Zutaten dominierend — in die wunderbare Kombination ein: Die zart schmeckende Kaninchenleber wusste durch den etwas (aber nur ganz leicht) herben Bärlauch hervorragend ergänzt zu werden, der der optimale Gegenspieler für die süß-fruchtige Williamsbirne war, die sich in der Weinsauce sichtlich wohl fühlte und ihre Form zu wahren wusste. Es war so lecker, dass die gierigen Blicke auch noch nach der zum zweiten Male angefertigten Spezialität nach der etwas unanständigen aber üblichen Abschleckerei der Teller, die nicht mehr vorhanden Reste absuchten. Danach dann ein griechischer Mokka und alle waren glücklich. Perfekt lecker abgestimmt also — unser Beitrag zum Blog-Event Chokolat (hier noch mal in Tapetengröße)!

kaninchenleber mit baerlauch und schokolade
Mit Blume sieht es natürlich gleich noch dekorativer aus ;-)

Kaum war übrigens die wunderbar scheinende Sonne für zweckoptimale Fotodokumentationsstrecken leidlich ausgenutzt worden, entpuppte sich die Anfälligkeit moderner Technik. Und so „musste“ die kulinaria-katastrophalia-Kochkunst ein drittes Mal ran — was für eilfertigst mit dem Roller herbeigeeilte Kamerabesitzerin ein weidlich auszunutzender Umstand war, der dann aber ausgiebigst ein drittesmal zelebriert wurde. Hach, lecker war es (schon erwähnt ;-) )!

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16 Antworten auf “Köstlich zarte Kaninchenleber in milder Schokoladen-Weinsauce mit stimmig beigefügten Bärlauchstreifen und harmonisch ergänzenden Stücken von fruchtiger geradezu fast überreifer Williamsbirne, welches wir Alles zusammen zwei- und gar dreimal zu kochen beliebten — einmal zur Probe, weil die Idee Schokolade zu Leber zu reichen von nicht uninteressanter Art zu sein schien, dann gleich nochmal weil es gar wunderbar schmeckte (und wir sowieso ordentlich vom Grundprodukt geordert hatten) und dann anderntags nochmals (obwohl wir dann eigentlich was anderes fabrizieren wollten), weil die Kamera mitsamt den tollen Images rumzuspinnen begann, so dass für die Photodukumentation trotz der nicht mehr wie am Vortag so schön scheinenden Sonne gesorgt werden musste; nichtsdestotrotz wurde das allerbeste durch herbeigerufene mit dem Roller herbeieilende Verköstigungssehnsüchtige hergestellt (Rezept und Foto-Tapeten-Link)”


  1. Gravatar Icon 1 astrid 08. April 2007 um 21:07 Uhr

    das sieht nicht nur lecker aus, sondern ist auch ungewöhnlich in der kombination der zutaten.

    Danke für diesen wieder mal wirklich gelungenen Beitrag zum BlogEvent im Kochtopf!

  2. Gravatar Icon 2 rike 09. April 2007 um 19:35 Uhr

    WOW! Das klingt superlecker und sieht auch so aus!

  3. Gravatar Icon 3 Strandi 14. April 2007 um 11:36 Uhr

    Wird hier gar nichts mehr gekocht? Kaninchenleberüberdosis?!

  4. Gravatar Icon 4 kulinariakatastrophalia 14. April 2007 um 13:38 Uhr

    Danke noch für das Lob – es war wirklich superlecker :D
    Doch, doch — auch nach genüsslich ausgekosteter Überdosis (neue Vorräte sind heute auf dem Markt geordert worden) besteht hier noch Kochbereitschaft für die Herstellung köstlicher Kreationen! Nur die Möglichkeit zur Dokumentation war eingeschränkt: defekte Kamera und die andere in Urlaub. Aber jetzt ist sie wieder da und es kann weitergehen :)

  5. Gravatar Icon 5 reibeisen 15. April 2007 um 21:31 Uhr

    mmm – sehr fein! eine kombi aus kaninchen und schoko-chili-sauce haben wir schon mal gegessen, aber auf die idee, das mit kaninchenleber zusammenzuspannen, wären wir nicht gekommen. sieht jedenfalls super aus und steht ganz oben auf unserer „das kochen wir nach“-liste. danke für das tolle rezept!

    beste grüsse
    vom reibeisen

  6. Gravatar Icon 6 Brigitte 16. April 2007 um 9:35 Uhr

    Schade es gibt hier weder Kaninchen noch deren Leber zu kaufen :-( und mit Bärlauch ist es hier auch nicht so. Na ja, aber offensichtlich hat Eurer Kamera der Urlaub gut getan, sie macht so leckere Bilder ;-))

  7. Gravatar Icon 7 Bolli 18. April 2007 um 21:29 Uhr

    Hervorragend! Darf ich Euer Gericht frei interpretieren und es in der Art mit den Zutaten ( ausser Bärlauch, gibt es hier in Paris nicht oder schwer…) als pâté de foie de lapin machen, geht das? Dauert aber….

  8. Gravatar Icon 8 kulinariakatastrophalia 20. April 2007 um 13:54 Uhr

    Die Beibringung von Bärlauch scheint ungeahnte Schwierigkeiten in vielen Regionen mit sich zu bringen ;-) Abhilfe kann vielleicht so in geschmacklicher Hinsicht Knoblauchgrün sein, dass immer frisch abgeschnitten einen tendenziell ähnlich milden Geschmack aufweist. Frei kreierte Interpretationen sind sowieso immer eine Sensation ;-)

  9. Gravatar Icon 9 der Spezi 30. November 2007 um 22:13 Uhr

    Jungs, eine Tageszeitung klaut Euere Bilder! Ich hätt ja nix dagegen, wenns ein armer Kneipenwirt wäre – aber ich seh grad vor mir eine Sonderbeilage „das Fest der Sinne und Genüsse“ mit dem Originalbild von oben – zweispaltig, fett – sogar mit Bildunterschrift!

    find ich Scheiße.

    Falls ihr da was unternehmen wollt oder – aus Gaudi für gute Arbeit – ein paar Eurod rausschlagen wollt – bitte antworten!

  10. Gravatar Icon 10 kulinariakatastrophalia 30. November 2007 um 22:43 Uhr

    @der Spezi
    Um was für eine Tageszeitung handelt es sich denn? — doch hoffentlich um eine ganz große :d

  11. Gravatar Icon 11 der Spezi 01. Dezember 2007 um 0:46 Uhr

    käseblatt aus der provinz. echtes Monopolistenscheissblatt (genauso wie man es sich vorstellt) aber immerhin >100.000 Stück Auflage. Und viele viele arrogante Mitarbeiter (Monopolist= Geldsammelstelle!)

    Sorry- aber ich hab eine Werbeagentur, ich hab jeden tag mit denen zu kämpfen, die kassieren wie die Süddeutsche Zeitung und leben von gekauftem (oder geklauten) Journalismus. Geht aber in jeder Stadt um die 50.000 Einwohner so – null Konkurrenz – was die schreibenm ist Gesetz.

    …könnten wir ja a weng ärgern – Bildlizenz und so….kenn einen guten Rechtsanwalt, Sachlage ist klar – keine Chance und bleibt was übrig.

    Wennst nicht willst: was kostet deihn Bild? Ich kaufs dir ab – mit allen Rechten!

  12. Gravatar Icon 12 der Spezi 01. Dezember 2007 um 0:54 Uhr

    …bin übrigens selber saugern Koch (im Anfängerstadium)und finde es geil, sowas gefunden zu haben! Leidenschaft bfür Lebensmittel!!!!!!
    Geschmack ist alles – tributes to Ferrán Adriá – und natürlich meinem lieben Alfons aus München

  13. Gravatar Icon 13 kulinariakatastrophalia 01. Dezember 2007 um 1:13 Uhr

    Grundsätzlich finden wir es nicht schlimm, wenn jemand ein Bild von uns verwendet. Nachfragen wäre natürlich fein und eine Nennung wäre dementsprechend auch prima ;-) Bei kommerzieller Verwendung sind dann aber auch die Grenzen erreicht. Falls Du die Zeitung hier nicht nennen willst, kannst Du auch Kontakt (mittels des Formularfeldes Einladung oben im Header) zu uns aufnehmen oder Du legst Dir einen Blog über die Startseite von blogsport zu und postet das Bild dort (das geht ganz einfach über upload) oder schickst uns den link.

  14. Gravatar Icon 14 der Spezi 01. Dezember 2007 um 1:14 Uhr

    …und ich mach sowas immer mit karamellisierten Birnen oder Bananen und statt dem Bärlauch nehm ich basilikum. Und ich lass die Leber mit karamellisieren – und dann bei Niedertemperatur im Ofen – ich könnt jedesmal flennen wenn ich das esse – zum Reinsetzen! innen traumrosa – geht sogar mit hühnerleber

  1. 1 Es tut sich was an der Schokoladefront … | Paulchens FoodBlog?! Pingback am 08. April 2007 um 21:10 Uhr
  2. 2 kulinaria katastrophalia Trackback am 23. April 2009 um 4:05 Uhr
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