Der blassen Einsicht zugewandt entpuppt sich die mitunter röter in Erscheinung tretende Sorte als unumwunden kartoffelig-lecker-gut zu bezeichnende Variante ihrer Art (Kartoffelservice)

Rotschalige Laura Kartoffeln blass
Blässlich-rot mit etwas Staub — Laura

Seit einigen Jahren besteht das Dilemma der Kartoffeleinkauftätigkeit meist nur aus der Wahl zwischen einer einigermaßen gut schmeckenden Sorte und einer etwas weniger gut mundenden Variante, Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Insgesamt hat auch die Kartoffelqualität aus Biobetrieben nachgelassen (oder die Geschmacksnerven haben sich fortentwickelt ;-) ) , es ist ein Lotteriespiel und die Möglichkeit, Unmengen zu horten für den Fall einer exzellenten Auswahl besteht in der WG eher nicht, im feuchten Keller würden auch eher Pilze gedeihen als trockene kühle Lagerstatt.

Laura Kartoffel rot mit Wasser benetzt
Wasser arbeitet Intensität heraus

Seit einiger Zeit wird deshalb vermehrt Buch darüber geführt welche Kartoffelsorte sich als statthaft für dieses und jenes Gericht erweist. Spätestens beim Einkauf ward das ja immer vergessen und die Frage welcher Stand auf dem Markt nun die beste Auswahl hat, war hinfällig. Also das Bloggedächtnis anwerfen und als Kartoffelservice dokumentieren.

Die Sorte Ditta (festkochend) beispielsweise erfreut sich ja als Weinsaucenschmorvariante einer nicht zu brechenden Beliebtheit, als Salzkartoffel zeichnet sie sich allerdings nicht als bestens aus; biologischer Anbau vornehmlich aus südlicheren Gefilden schmeckt eindeutig besser als konventionelle Ware. Da sie sich gut lagern lässt, kommt sie allerdings meist nur als Lückenfüllerin vor der Frühjahrsernte in den Handel.

lachs gemehlt und pfannenversorgt mit halbierter salz-Laura-Kartoffel dazu salat bunt gemischt
Mond erweist sich als geeignet für den Weinausschank — mitnichten aber für photographische farbintensive Behutsamkeit

Die Neuentdeckung der letzten Monate ist mit einer 80%-Quote an wunderbar intensiven kartoffeligen Geschmack die Sorte Laura, eine rotschalige festkochende Vertreterin der Knollengewächse, die ihre Farbe aber auch erst mit Benetzung mittels Wassertropfen herausarbeiten kann und sonst eher eine blassrote Erscheinung hat, ganz wie die Steine am Meer, die zu Hause dann immer den Reiz der Entdeckung nicht wahren können. Und irgendwie schmeckt die auch wie „früher“, so richtig toll.

Ausprobiert bisher nur als Salzkartoffel, aber das reicht schon, satte gelbe Farbe erfreut das Herz und passend zu Fisch allemal, ein paar mehlierte Lachsfilets und Salat aus Allerlei mit Olivenöl durften Gesellschaft leisten :-) Leider bisher viel zu selten als Angebot in der Auslage gesichtet.

Ach ja, irgendwo lauert nach den 999 Blogs die bei genussblogs derzeit erfasst werden doch bald ein Rekord, oder?


5 Antworten auf “Der blassen Einsicht zugewandt entpuppt sich die mitunter röter in Erscheinung tretende Sorte als unumwunden kartoffelig-lecker-gut zu bezeichnende Variante ihrer Art (Kartoffelservice)”


  1. Gravatar Icon 1 Bolliskitchen 05. April 2011 um 7:14 Uhr

    die heisst bei uns ganz anders, auf jeden Fall nicht Laura, habe den Namen vergessen, bei den vielen Namen….Nur bei Bintje weiss ich genau, was ich habe, ansonsten alles wie Du schreibst, Lotterie…..Und, das schlimmste, die Händler kennen die Sorten auch nicht!

  2. Gravatar Icon 2 kulinariakatastrophalia 05. April 2011 um 14:15 Uhr

    @Bolli
    Keine Kartoffelverkaufsmoral mehr bei den HändlerInnen [-x
    Bintje kommt vom Namen her bekannt vor, muss mal drauf geachtet werden demnächst.

  3. Gravatar Icon 3 lamiacucina 07. April 2011 um 7:18 Uhr

    Bintje gibts nicht beim Biohändler. Eine gutschmeckende, aber krankheitsanfällige Sorte.

  4. Gravatar Icon 4 Kormoranflug 07. April 2011 um 15:59 Uhr

    Am liebsten nehme ich Ratten und gut ist es.

  5. Gravatar Icon 5 kulinariakatastrophalia 08. April 2011 um 14:10 Uhr

    @lamiacucina
    Bintjenotstand? :((

    @Kormoranflug
    Schmecken die ähnlich wie Bamberger Hörnchen? Bewusst dem Namen nach noch nie wahrgenommen, die Form kommt bekannt vor — vielleicht aber auch schion aus dem Handel verschwunden: la Ratte ;-)

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