Archiv für April 2011

Des Anfalls anderweitiger Reste ward umsorgt in ausreichendem Maß durch zahlreich in Erscheinung tretende reisnudlige Versorgung (Tipps zum Tage des Comics)

Wo viel Kaninchenleber anfällt — verbleibt auch der Rest, also Vor-Oster-Kaninchenschlegel in Olivenöl mit allerlei Zwiebelsorten, Lorbeer, Pfeffer, Piment, Rigani, Salbei, Salz und alles was an Restweinen aufzutreiben war in der Schmorpfanne weichgeschmurgelt; zwischendurch noch ganz viele Tomaten rein und mit weiteren Weinnachschub aus Tischbeständen ergänzt.

kaninchengleuck mit reisnudeliger versorgung
Die lustigen Nudeln wissen sich gut anzupassen

Sodann kochendes Wasser und die lustigen kleinen nach Reis aussehenden Nudeln reingerührt, die gab es schon länger nicht mehr, paar mal umrühren und zwischendurch mit Flüssigkeit nach Wahl ergänzen und dann ist es eigentlich auch schon fertig.

Feinfein und so schnell neben der Trinkerei zu Tische gefertigt. Es leben die Frühling-Sommer-Schmorgerichte :-)

gratis comic tag 2011

Und dann noch die Erinnerung an den Gratis Comic Tag 2011 am 14. Mai — nachdem im letzten Jahr die Erzeugnisse in den Comic- und Buchläden zum ersten Mal bereit zum frohen Draufstürzen lagen, findet sich jetzt wieder das ein oder andere Schmankerl.
Kleiner Tipp, Westernfans können sich auf Herrn Hase stürzen und gehobene-Langeweile-im-Großstadtleben-Fans auf Monsieur Jean, die Biographie von Frida Kahlo klingt zumindest vom Titel her interessant, mal schauen, ob es gefällig ist. Der Rest findet sicher auch noch was ;-)

Der Rest durchaus ergänzend nach formidable aufgetischter Völlerei durch ausnahmsweise Staudenselleriebeifügung mit Wildlachs, Pfeffer, Rigani später dann versehen (und das perfekte Fischsiegel)

Sellerie — ein altes Thema, muss nicht unbedingt sein, eventuell ein kleines bissl in der Suppe oder dezent irgendwie versteckt, ok. Der lachend in der Küche deponierte Staudensellerie dann die Herausforderung, schmeckt nicht so penetrant, aber ist trotzdem Sellerei, nicht so schön zart schmeckend wie der überaus entzückende Wassersellerie, der nur gute Geschmacksnoten vorzuweisen hat, aber nur im klaren Quellwasser auf Pflückung wartet.

kartoffel staudensellerie tomaten minze zucchini auflauf
Gut versteckt ist die richtige Wahl für schnöden Staudensellerie

Also was finden, um ein den Geschmack ordentlich zu verstecken unterzubringen, leicht angekokelter Kartoffel-Zucchini-Auflauf, genau richtig dafür, also ran und die neue Riesenbackform emporgestemmt, wiegt mindestens 6 Kilo, mindestens!

Staudensellerie dann in ganz kleine Stückchen schneiden, Frühlingszwiebeln dürfen auch hinzu, Kartoffeln in Scheiben schneiden, die Zucchini etwas dünner, Tomaten in anstrengender aufmerksamkeitsbedürftiger Art in kleine Würfelchen verwandeln, Schale bleibt dran, es soll ja schnell gehen ;-)

griechisches gemuese-allerlei
Reste reichlich am anderen Tag

Frische Minze gehackt und trockene Würzminze, Peffer, frisch vermahlen und schwarze Sorte, ganz wenig Rigani und ordentlich Salz und Olivenöl, schön durchmischen und ab in den vorgeheizten Backofen mit Deckel (oder doppelt gelegter Alufolie), das backt jetzt erstmal fröhlich vor sich hin, vielleicht eine Stunde, kommt auf die Kartoffelsorte an, festkochende in verschiedener Benennung waren hier drin, dann Bedeckung lüften und oben noch schön knusprig bräunen, wenns kokelt, ist es fertig!

Und siehe da — der Sellerie weiß sich köstlichst in der Sommerspeisung zu benehmen ;-)

wildlachs gebraten mit rigani und peffer
Wildlachs mit MSC-Siegel versehen mit Rigani

Nachanderentags um drei Uhr früh die Reste dann mit Wildlachs verspeist, einfach so gebraten in Olivenöl und dazu schlicht Rigani, Salz, Pfeffer, Zitrone, Wein war als Begleitung auch gar nicht mehr nötig.

Zur Zeit ist fischküche ja eifrig dabei die im Blog überaus zahlreich lecker dargebotenen Fischauftischungen noch mit wichtigen Informationen über den Fischfang zu ergänzen (Kommentieren im Kochblog geht leider nur mit Anmeldung).

Was hat es mit den Fischsiegeln wie MSC (etcetera?) auf sich, stimmen die Informationen zur Art der Fangtechnik und gibt es eventuell falsche Deklarierungen? fischküche war erst mal platt über den WWF, hat dann mehrere Firmen und Organisationen wie Greenpeace, WWF und foodwatch angeschrieben und so langsam trudeln die Informationen ein.

Der WWF ist allerdings spätestens seit dem Engagement für eine nachhaltige Gentechnologie eine etwas fragwürdige Organisation dennoch im Fischbereich sehr engagiert — trotzdem bleibt beim WWF die Frage wie Nachhaltigkeit mittels Gentechnologie aussehen sollte. Während in der Landwirtschaft gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden – dürfen andernorts dann als Ausgleich mehr nicht gentechnisch veränderte Flächen ausgewiesen werden? Sollte der WWF jetzt als käuflich betrachtet werden im „Fischbereich“? Auf jeden Fall eine lobenswerte Arbeit die Recherche im Siegelsegment und wir sind schon gespannt auf die weiteren Antworten :-)

Grandios zu verspeisende mittels geschmeidig sich anschließendem Olivenöle versehene Salzmakrelen (frische junge Wildkräuter wären ja eigentlich überaus passend)

Mit dem aus Griechenland mitgebrachten Olivenöl waren auch Salzmakrelen im Gepäck, also in Salzlake eingelegte Exemplare, die mitnichten geräuchert oder mit Zucker versehen waren wie es im hohen Norden des Öfteren üblich ist.

Umschlossen von leichter Flüssigkeit erweist eine Lagerung im Kühleren sich als optimal, durch das Salz verdirbt es eh nicht so schnell. Zubereitung dann ganz einfach, über Nacht wässern und dann ist es eigentlich auch schon schnittfertig, nicht zu fest und mit Esswerkzeug gut zerteilbar, dazu einen kleinen Schwubs bestes Olivenöl und Röstbrot und eine köstliche kleine Mahlzeit gerne auch mit Alkoholica ;-) breitet ihre Geschmacksaromen aus.

eingelegte makrele in verpackung
Verpackungstechnisch noch ausbaubar — eingelegte Salzmakrele

Zitrone wäre hier fehl am Platze, aber so ein bisschen kleines erstes zartes Wildkräutergrün mit feinem Essig würde sich auch ganz hübsch machen als Minisalatbeilage, so rein optisch schon, aber fiese frühaufstehende Mitmenschen haben das vereitelt ;-)

Das hier verwendete Olivenöl wird langsam immer besser im Geschmack, die Schärfe geht zurück und mit dem salzigen Einschlag des Fisches ist es überaus passend harmonischer Natur während es sich um die zarten Markrelenstückchen schmiegt :-)

Aus Interesse neulich das Magazin Slow Food, des gleichnahmigen Klübchens erstanden, weil es da um Öle gehen sollte, auf immerhin 28 Seiten wird zum Thema neben dem allgemeinen Blabla von den zugeschrieben Urkräften, Bedeutung für religiöse Zwecke und ähnliches einiges geboten:

Sollte allerdings fundierte und ausgewogene Berichterstattung erwartet werden, darf nicht zuviel des Guten erhofft werden. Vorzugsweise kommen mit dem Klub involvierte Personen und Firmen zum Zuge — es ist zumindest nicht schädlich FörderIn der Organisation zu sein, um Erwähnung zu finden.

ΣΚΟΥΜΠΡΙ
ΣΚΟΥΜΠΡΙ

Angetragene Tipps eines Olivenölhändlers: „bei leicht geöffneten Lippen atmen wir zunächst langsam und dann stärker ein“ oder „der Mund ist geschlossen und wir achten darauf, dass sich das Öl gut im Mundraum verteilt hat, dabei können wir immer wieder leicht durch die Nase ein- und ausatmen“, um den Geschmack des Öles bei einer Verkostung wahrzunehmen ist ehrlich gesagt nichts als esoterischer Verkaufsschnickschnack.

Das kommt zwar dem Gestus der gehobenen WeinprobentrinkerInnen entgegen, aber eigentlich mitnichten der aromatischen Gefälligkeit des Olivenöles — das wird doch nicht pur verkonsumiert, sondern mit Lebensmitteln genossen und in jeder anderen Zusammenstellung (Gemüse, Brot etc.) wirkt es doch anders auf die sicherlich geschmacksempfindlichen Nerven ;-) ein.

bestes olivenoel gehoert zu fisch
Bestes Olivenöl erweist dem Fische die besondere Gefälligkeit ;-)

Gerne wird auch Wert auf Titel und Renommée gelegt: Das Interview mit Professor Claudio Peri, einem Lebensmitteltechniker, beispielsweise spricht einige interessante Aspekte an, allerdings ist Peri nicht wie suggeriert Lehrstuhlinhaber an der Universität von Mailand, die ebenfalls angegebene Universität von Pollenzo ist nichts weiter als eine Ausbildungsstätte für den gehobenen Gastronomiesektor, zudem verwoben mit Slow Food. Sehr suspekt ist seine Aussage, dass Olivenöl von neuen BäuerInnen zu bevorzugen sei, angeblich weil da mehr Wert auf Genauigkeit gelegt würde.

Das allerdings ist mehr als zweifelhaft, warum sollten alte Anbaubetriebe, die zudem über mehr Erfahrung verfügen, schlechtere Qualität liefern? Zudem können sie auf einen alten Bestand an Olivenbäumen zurückgreifen (und Olivenbäume brauchen lange bis sie ausreichende Erträge liefern können).

Es sind diese merkwürdigen Qualitätskriterien, die aufhorchen lassen, die in dem schon bei uns verlinkten Artikel angesprochenen Aussagen eines hofierten „Experten“ zum Thema Olivenöl, dem Chemiedirektor Dr. Christian Gertz, dessen „Hobby“ angeblich Olivenöl sei, ist gleich eine vollkommen misslungene Desavouierung von Bio-Olivenöl gelungen.

slowfoodmagazin zum thema oel
Slow Food 2/2011 — Magazin des Slow Food Deutschland e.V. zum Thema Öl

Laut dem Artikel im Magazin (S. 36) soll er die Aussage getroffen haben, dass „Pestizide oder chemische Dünger (.) im konventionellen Olivenanbau nicht zum Einsatz“ kämen, „sodass es kaum einen Unterschied gäbe“ zum Bioöl; „Einen höheren Preis für Bio-Olivenöl auszugeben, hält Gertz für `rausgeschmissenes Geld´, so die unwidersprochen und unrecherchiert wiedergegebene Aussage.

Der Mann, der laut Magazin als Experte „an fünf Untersuchungen von Stiftung Warentest teilgenommen hat“, weist allerdings so eine dermaßene Unkenntnis auf, wenn denn die Wiedergabe der Äußerungen stimmt, dass wirklich ernsthaft in Frage zu stellen wäre, ob der Mann jemals einen Olivenbaum überhaupt von nahem gesehen hat (wie auch Bolli bei genussbereit schon gefragt hatte).

Olivenbäume werden im konventionellen Anbau oftmals sehr wohl gespritzt, einmal zur Olivenblüte und dann bei Reife, um die Beschädigung durch die Olivenfliege zu verhindern. Dazu kommen die benachbarten Felder, die ebenfalls eine Belastung herbeiführen. Von den sonstigen Belastungen des Bodens ganz zu schweigen.

JedeR, die/der von Olivenanbau auch nur ein wenig Ahnung hat weiß von diesen Umständen. Wie viel Wert sind also Analysen von Personen, die durch Unkenntnis glänzen, die auch noch die Chuzpe haben derart Propaganda gegen den Bioanbau zu betreiben und die von Slow Food auch noch kritiklos unterstützt werden?

Wo bleibt der kritische Geist des die konventionellen Anbaumethoden als überholt darstellenden Vereins? Nichts ist zu ersehen, ein reines KonsumentInnenblatt fernab von ökologischer Verantwortung, elitär auf Titel und Publikum setzend, nicht relevant sogar im nutzbaren Sinne.

salzmakrele mit griechischem bioolivenoel zu roestbrot
Geröstetes Brot erweist optimal die Aufwartung — frische Kräuter waren unauffällig abwesend

Versuche auf der Seite der Organisation einen Link zur Satzung zu finden scheitern — stattdessen haufenweise FörderInnenseiten. Per google-Suche immerhin ein Treffer zu einer Satzung (ob nun aktuell ist nicht ersichtlich) mit vorgeblich ökologischem Anspruch:

Der Satzungszweck wird erreicht insbesondere durch Aufklärung und in Form von Veranstaltungen, Seminaren usw., wobei folgendes Gedankengut verbreitet wird: Erhaltung und Entwicklung geschmacklich hochwertiger Erzeugnisse, die mit ökologisch sinnvollen Methoden hergestellt werden (§2 Nr. 2)

Allerdings scheinen die Probleme auch altbekannt zu sein, die Aberkennung der Gemeinnützigkeit des Vereins wurde übrigens bei schneckentisch diskutiert.

Langsam sich verfüllende märktliche Einkaufsmöglichkeiten erweisen sich als den Gewohnheiten nicht unbedingt zuträglich mit ihrem nur langsam den Frühling anhimmelnden Angebot — es galt also vor dem absehbaren Ende sich der Restsicherung anheimzugeben

farben obenauf auf dem fruehstueck drauf
Blumen weisen wie üblich der Völlerei den Weg

Kaum fallen die ersten längeren Sonnenstrahlen auf die Straßen — schon kommt das Stadtvolk pünktlich zum Markteröffnungstermin heraus aus ihren Wohnungen, um dem vermuteten Landvolk die bereitgestellten Waren abzunehmen. Vernünftige Mitmenschen, die sich durch derlei Aufstehzwänge mitnichten gängeln lassen, haben es deshalb zu diesen Zeiten mehr als schwer.

erste fruehjahrsfruehstuecksvorbereitungen
Erste Vorbereitungen für den Frühstücksstart

Das Angebot ist noch etwas mau, die frischen grünen Kräuter sprießen erst, werden aber dennoch schon angeboten, allerdings nur der erwähnten Spezies, die ohne Rücksicht alles leerkauft.
Macht nichts, trotzdem was ergattert, und ja, das im Bild sind nach kaum etwas schmeckende Erdbeeren, aber was sollte gemacht werden, das passiert jedesmal im Frühling, da muss wider besseren Wissens zugegriffen werden, mit Agavendicksaft und Biojoghurt aber geschmacklich aufgepeppt ;-)


Während der Frühstücksvorbereitungen dann der neuen Sucht gefrönt und Christoph & Lollo bei ihren charmanten Ausführungen zum Thema Islam [via rhizom] gelauscht.

Die beiden haben ja auch schon mehr oder minder erfolgreich Sponsoren gesucht, die Lamiacucina nun nach eifrigem Suchen gefunden hat ;-) Bemerkenswert am Beitrag dort sind derart vorgeführte Blogs, die ohne Scham merkwürdigerweise in den Kommentaren auch noch Beifall zollen #-o

christophlollo tschuldigung
Tschuldigung, es ist einfach zu gut ;-)

Wie sich CDU und FDP eine ihnen genehme Demokratie zusammenschustern konnte neulich ja schon beobachtet werden als sie von antifaschistischen Initiativen im Gegenzug für eine Förderung die Bespitzelung ihrer BündnispartnerInnen verlangte; um dem noch eins draufzusetzen müssen nun im Freistaat Sachsen auch noch alle Presseerklärungen und Broschüren zwecks Zensur dem Sozialministerium vorgelegt werden.

makrele geraeuchert und schon angenascht
Schon mal naschen vorweg ist geradezu Pflicht

Der blassen Einsicht zugewandt entpuppt sich die mitunter röter in Erscheinung tretende Sorte als unumwunden kartoffelig-lecker-gut zu bezeichnende Variante ihrer Art (Kartoffelservice)

Rotschalige Laura Kartoffeln blass
Blässlich-rot mit etwas Staub — Laura

Seit einigen Jahren besteht das Dilemma der Kartoffeleinkauftätigkeit meist nur aus der Wahl zwischen einer einigermaßen gut schmeckenden Sorte und einer etwas weniger gut mundenden Variante, Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Insgesamt hat auch die Kartoffelqualität aus Biobetrieben nachgelassen (oder die Geschmacksnerven haben sich fortentwickelt ;-) ) , es ist ein Lotteriespiel und die Möglichkeit, Unmengen zu horten für den Fall einer exzellenten Auswahl besteht in der WG eher nicht, im feuchten Keller würden auch eher Pilze gedeihen als trockene kühle Lagerstatt.

Laura Kartoffel rot mit Wasser benetzt
Wasser arbeitet Intensität heraus

Seit einiger Zeit wird deshalb vermehrt Buch darüber geführt welche Kartoffelsorte sich als statthaft für dieses und jenes Gericht erweist. Spätestens beim Einkauf ward das ja immer vergessen und die Frage welcher Stand auf dem Markt nun die beste Auswahl hat, war hinfällig. Also das Bloggedächtnis anwerfen und als Kartoffelservice dokumentieren.

Die Sorte Ditta (festkochend) beispielsweise erfreut sich ja als Weinsaucenschmorvariante einer nicht zu brechenden Beliebtheit, als Salzkartoffel zeichnet sie sich allerdings nicht als bestens aus; biologischer Anbau vornehmlich aus südlicheren Gefilden schmeckt eindeutig besser als konventionelle Ware. Da sie sich gut lagern lässt, kommt sie allerdings meist nur als Lückenfüllerin vor der Frühjahrsernte in den Handel.

lachs gemehlt und pfannenversorgt mit halbierter salz-Laura-Kartoffel dazu salat bunt gemischt
Mond erweist sich als geeignet für den Weinausschank — mitnichten aber für photographische farbintensive Behutsamkeit

Die Neuentdeckung der letzten Monate ist mit einer 80%-Quote an wunderbar intensiven kartoffeligen Geschmack die Sorte Laura, eine rotschalige festkochende Vertreterin der Knollengewächse, die ihre Farbe aber auch erst mit Benetzung mittels Wassertropfen herausarbeiten kann und sonst eher eine blassrote Erscheinung hat, ganz wie die Steine am Meer, die zu Hause dann immer den Reiz der Entdeckung nicht wahren können. Und irgendwie schmeckt die auch wie „früher“, so richtig toll.

Ausprobiert bisher nur als Salzkartoffel, aber das reicht schon, satte gelbe Farbe erfreut das Herz und passend zu Fisch allemal, ein paar mehlierte Lachsfilets und Salat aus Allerlei mit Olivenöl durften Gesellschaft leisten :-) Leider bisher viel zu selten als Angebot in der Auslage gesichtet.

Ach ja, irgendwo lauert nach den 999 Blogs die bei genussblogs derzeit erfasst werden doch bald ein Rekord, oder?

Unter Bergen zackig gerissener Hobelware dann auch wiederverwertbar erkennbare Restware, die durchaus im Einklang zu vorherigen Fertigungen zu überzeugen wusste, was bisweilen auch ratsamerer Natur ist (schummrige Motive)

Kaninchenstreichelei ist groß in Mode — da müssen rasch ein paar Rezepte her, die Nachfrage muss befriedigt werden: immer gelingend erweist sich Kaninchen sanft geschmort mit Zwiebeln, Salbei und Tomaten in einer sich schicklich machenden Weinsauce. Resteverwertung unter frisch gehobelten jungen Ziegenkäse versteckt auf solider Nudelgrundlage auftragen und so begeisterte Zustimmungschoräle auch bei jüngerem Publikum erreichen.

restkaninchen mit nudeln
Verrieselte Aussichten — Kaninchenglück auf Nudel

Wenig Begeisterung zeigt die taz in ihrer heutigen Ausgabe mit einer Schleichwerberecherche über das Verhalten von „seriösen“ Zeitungen, die für Geld ihren Anzeigenkunden eine genehme Berichterstattung in Aussicht stellen. Von der Zeit über das Neue Deutschland, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung bis zur Frankfurter Rundschau — alles käuflich.

Und die Variation ist vielfältig, eigentlich ist alles dabei, die Werbemaßnahme wird getarnt, Anzeigen der Unternehmen werden mitunter noch nicht mal vorausgesetzt, einfach ein paar tausende von Euro auf den Tisch legen und schon kann es losgehen, fertige Artikel dürfen auch gleich selber abgeliefert werden, um den RedakteurInnen mal eben die mühevolle Arbeit schmeichelnder Texte abzunehmen.
Die anschließend nach derlei Geschäftsgebaren befragten Chefredaktionen der Zeitungen weisen mit Vorliebe auf ihre Unabhängigkeit hin: Gekaufte Berichterstattung — nicht bei uns.

kaninchenkeule mit tomate zwiebel salbei wein
Schmackhaft zu machen auch im Schummerschein des sanften Abendlichtes

Eigentlich ähnelt alles den Missständen bei zahlreichen deutschsprachigen Foodblogs inklusive vehementen Abstreitens der Beeinflussung der Berichterstattung, was selbstverständlich nicht statthaft und deshalb quasi naturgemäß ausgeschlossen sei.

Apropos Frankfurter Rundschau, hatten u.a. die Besitzer DuMont und die SPD-eigene Medienholding DDVG noch 2009 erwähnt, dass sich durch einen gemeinsamen Artikelpool das hohe Niveau halten sollte, ist nun klar, dass die einstige Qualitätszeitung FR nun ganz auf ihre Eigenständigkeit verzichten muss, ein bißchen Lokalberichterstattung darf noch sein — ansonsten heißt es in einer immer weniger von Eigenständigkeit geprägten Presselandschaft mit dem Niveau der Berliner Zeitung vorlieb nehmen.

[Erklärung der FR-RedakteurInnen]