Angesichts des absehbaren Zeitraumes der Bärlauchgnädigkeit muss sich schwelgenderweise rechtzeitig dem besten aller Gerichte hingegeben werden — allerzartester Kaninchenleber in milder Schokoladen-Weinsauce mit reichlich Bärlauch und nahezu reifer Williamsbirne (Part 306, mindestens)

Ausnutzen, Alles ausnutzen ist die Devise der Stunde, die Bärlauchfelder, deren Duft verführerisch die sich in den lichten Wald wagenden StadtbewohnerInnen anzulocken weiß, werden allerorten abgeerntet. Das erste zarte Grün versorgt die mindestens einmal täglich zu streichelnden Kaninchen und dann ist eigentlich schon klar, was auf den Tisch kommen muss.

allerfeinste kaninchenleber in baerlauch-wein-sauce
Rezeptlich aufbereitet ein Hochgenuss

Sozusagen kulinaria-katastrophalia-Küchenstandard und das klappt auch nur wirklich richtig mit ganz frischer Kaninchenleber, nix Eingefrorenes und keine Lagerware, am besten gleich das ganze Karnickel ordern ;-)

birnen baerlauch kaninchenleber schokolade
Allen guten Dingen fehlt ein Schwubbbbbs Wein zur Vervollständigung

Zubereitung so einfach wie sonst gar nichts, auf der Skala der Aufwändigkeit, kurz andächtig der nicht vorrätig gehaltenen überreifen Williamsbirnen gedacht und halt genommen, was zu kriegen war, kleinschnippeln, Schale bleibt dran, Kerne dürfen raus. Leber in mundgerechte Stücke ohne Sehnen oder was das ist schneiden, Bärlauch beschnuppern und dann geht es los:

Das Bio-in-Umstellung-Olivenöl mit milderer Note darf ran (unwissende „Experten“ in Sachen Olivenbaumhaltung übrigens unter dem Link zu bewundern) Kaninchenleber ganz kurz auf höherer Stufe schnell rührend anbraten, würzen mit weißem Pfeffer, Oregano, und runter mit der Temperatur (es soll ja schön weich-zart-rosa bleiben), Bärlauch nun mitbraten, mit Wein (Blanc de Blanc, trocken & mittelmäßig besser als der hier verwendete Rest eines Grauen Burgunders) ablöschen und Birnen rein, rühren nicht vergessen, Schokoladenriesel so zwei, drei Teelöffel ebenfalls rein, eventuell mit Salz, Pfeffer, Wein ergänzen, eine schöne Sauce soll sich bilden. Fertig nach nur wenigen Minuten.

schokoladenabrieb grob feinrasplig
Ohne Schokoladenriesel geht gar nichts

Dekorativ mit Reststreusel auf der Speisung und allerschnellstens geknipst, vor dem Abschlecken des Tellers darf das Essen warm — unter hoher Lobpreisung — sich verführerisch darbietend genossen werden.

Eigentlich unbeschreiblich köstlich! ;-)


9 Antworten auf “Angesichts des absehbaren Zeitraumes der Bärlauchgnädigkeit muss sich schwelgenderweise rechtzeitig dem besten aller Gerichte hingegeben werden — allerzartester Kaninchenleber in milder Schokoladen-Weinsauce mit reichlich Bärlauch und nahezu reifer Williamsbirne (Part 306, mindestens)”


  1. Gravatar Icon 1 Bolliskitchen 30. März 2011 um 6:59 Uhr

    in F. gibt’s noch immer keinen Bärluach, ist aber auch egal, dafür gibt’s viel anderes…

  2. Gravatar Icon 2 sammelhamster 30. März 2011 um 8:22 Uhr

    Oh, als Kaninchenfutter!
    Welch geniale Idee [-o<

  3. Gravatar Icon 3 kulinariakatastrophalia 30. März 2011 um 12:37 Uhr

    @Bolli
    Es hilft alles nichts, der Heimanbau muss gestartet werden! Oder doch nochmal im Wald Ausschau halten? :-?

    @sammelhamster
    Das erste zarte Wildkräutergrün %%- ist gemeint; Bärlauch dürfen Kaninchen wohl nicht essen und wollen es wahrscheinlich auch gar nicht. Eventuell aber die verwendete Williamsbirne? ;-)

  4. Gravatar Icon 4 lamiacucina 30. März 2011 um 17:56 Uhr

    verfütterter Bärlauch macht sich durch eine zartere Note bemerkbar.

  5. Gravatar Icon 5 Kormoranflug 30. März 2011 um 19:38 Uhr

    Als Kaninchenzüchterin opferst Du aber jede Menge Lebern….:-?

  6. Gravatar Icon 6 Barbara 31. März 2011 um 21:58 Uhr

    Mindestens einmal täglich zu streichelnde Wohnungsgenossen – süß. Auch wenn sie keinen Bärlauch mögen.

    Ist die Kaninchenleber aus eigener Zucht?

    :-ss

  7. Gravatar Icon 7 steinzeit 31. März 2011 um 22:49 Uhr
  8. Gravatar Icon 8 kulinariakatastrophalia 01. April 2011 um 18:57 Uhr

    @lamiacucina
    Bärlauchige Geschmacksrichtungen werden erst in ein paar Jahren gezüchtet :o

    @Kormoranflug
    Die im Gartengrün der NachsbarsgesellInnen herumhüpfenden Viecher vermehren sich wie die Karnickel, da fällt das gar nicht auf, wenn ein oder zwei fehlen :d

    @Barbara
    Einmal streicheln ist Pflicht, das macht das Fleisch zarter :-$ und keine eigene Zucht ;-)

    @Steinzeit
    :-ss :d o:-) 3:-o :d

  1. 1 Grandios zu verspeisende mittels geschmeidig sich anschließendem Olivenöle versehene Salzmakrelen (frische junge Wildkräuter wären ja eigentlich überaus passend) « kulinaria katastrophalia Pingback am 15. April 2011 um 6:17 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.