Archiv für März 2011

Angesichts des absehbaren Zeitraumes der Bärlauchgnädigkeit muss sich schwelgenderweise rechtzeitig dem besten aller Gerichte hingegeben werden — allerzartester Kaninchenleber in milder Schokoladen-Weinsauce mit reichlich Bärlauch und nahezu reifer Williamsbirne (Part 306, mindestens)

Ausnutzen, Alles ausnutzen ist die Devise der Stunde, die Bärlauchfelder, deren Duft verführerisch die sich in den lichten Wald wagenden StadtbewohnerInnen anzulocken weiß, werden allerorten abgeerntet. Das erste zarte Grün versorgt die mindestens einmal täglich zu streichelnden Kaninchen und dann ist eigentlich schon klar, was auf den Tisch kommen muss.

allerfeinste kaninchenleber in baerlauch-wein-sauce
Rezeptlich aufbereitet ein Hochgenuss

Sozusagen kulinaria-katastrophalia-Küchenstandard und das klappt auch nur wirklich richtig mit ganz frischer Kaninchenleber, nix Eingefrorenes und keine Lagerware, am besten gleich das ganze Karnickel ordern ;-)

birnen baerlauch kaninchenleber schokolade
Allen guten Dingen fehlt ein Schwubbbbbs Wein zur Vervollständigung

Zubereitung so einfach wie sonst gar nichts, auf der Skala der Aufwändigkeit, kurz andächtig der nicht vorrätig gehaltenen überreifen Williamsbirnen gedacht und halt genommen, was zu kriegen war, kleinschnippeln, Schale bleibt dran, Kerne dürfen raus. Leber in mundgerechte Stücke ohne Sehnen oder was das ist schneiden, Bärlauch beschnuppern und dann geht es los:

Das Bio-in-Umstellung-Olivenöl mit milderer Note darf ran (unwissende „Experten“ in Sachen Olivenbaumhaltung übrigens unter dem Link zu bewundern) Kaninchenleber ganz kurz auf höherer Stufe schnell rührend anbraten, würzen mit weißem Pfeffer, Oregano, und runter mit der Temperatur (es soll ja schön weich-zart-rosa bleiben), Bärlauch nun mitbraten, mit Wein (Blanc de Blanc, trocken & mittelmäßig besser als der hier verwendete Rest eines Grauen Burgunders) ablöschen und Birnen rein, rühren nicht vergessen, Schokoladenriesel so zwei, drei Teelöffel ebenfalls rein, eventuell mit Salz, Pfeffer, Wein ergänzen, eine schöne Sauce soll sich bilden. Fertig nach nur wenigen Minuten.

schokoladenabrieb grob feinrasplig
Ohne Schokoladenriesel geht gar nichts

Dekorativ mit Reststreusel auf der Speisung und allerschnellstens geknipst, vor dem Abschlecken des Tellers darf das Essen warm — unter hoher Lobpreisung — sich verführerisch darbietend genossen werden.

Eigentlich unbeschreiblich köstlich! ;-)

Die Ausprobierung der Limequats stand sowieso schon länger auf der großen Kauf- und Kochliste, also zuschlagen, sichern was das Zeug hält und ganz 8 Stück wanderten in den Einkaufskorb, was im Folgenden im Ganzen besehen dann doch ein klein wenig zuviel des Guten war, aber mittels saftiger Mango und rührigem Joghurt war dann ein vorzügliches Genießen gesichert – außerdem aus gegebenem Anlass: Sponsoren

biomango dreiteilig
Mit Gerätschaften zerteilte Mangos bereichern die optische Verfügbarkeit

Gleich neben diesem quitschfidelen orangenen Kumquats lagen im Korb auch noch die mit einem Teelöffel locker zu balancierenden Limequats — die wollten doch schon immer mal verkocht werden…

… also zugegriffen, süßliches Vergnügen sollte diese Mischung aus Limette und Kumquat hervorbringen, tut sie vielleicht auch, wenn sie reif wären, denn die Vermutung liegt nahe, dass dieser saure durchaus an die Limone erinnernde Geschmack nicht das ist, was es sein könnte. Im Anschnitt ganz bekannt, auch die Verkostung der Schale erwies sich trotz nachträglicher Bearbeitung als unstatthaft, es waren einfach ganzganz kleine Limetten.

limequat groessenverhaeltnis apfel
Eigentlich ganz süß — so klein

Nicht schlimm, gibt es halt was anders als puren Genuss. Die schon länger lagernde Bio-Mango geschnappt, mehr oder minder akkurat zerteilt und mittels gutem cremig gerührtem Biojoghurt und ausgekratzten Limequatfetzchen zu einer perfekten frischen Frühstücksbeilage werden gelassen. Durch die saure Frische der kleinen grünen Teilchen ein kleiner Kick im Erschmecken. Gar nicht schlecht. Weitere Kocherfolge dann in Ausprobierung ;-)

Aus dargebotenem Anlass übrigens noch ein kleines Lied, es wird ja momentan wieder vermehrt über Werbekampagnen in Foodblogs philosophiertgebloggt, eine kleine Tafel Schokolade reicht da schon aus, schon geht es los.


Christoph & Lollo — Sponsoren

Ideale Voraussetzungen also, um sich einem Thema zu widmen, das an Wichtigkeit im Werbemaßstab zuzunehmen beliebt; im Blog nutriculinary wird gleich auf eine Veranstaltung die sich eines etwas hochtrabenden Namens bedient (fehlt nur nur der Dr. ;-) ) nun sagen wir mal mehr als nur hingewiesen: Die sogenannte „University of Fish“ von „Deutsche See“ denn die „begeistert seit fünf Jahren eine breite Hörerschaft für die unterschiedlichsten Themen aus der faszinierenden Welt der Fische und Meeresfrüchte“, so heißt es zumindest im Pressetext des Fischkonzerns.

limequat ganz auf obstjoghurt
Zur Zierde auch ohne zutatliche Beigabe gereicht die Frucht

Diskutiert wird natürlich auch über die Bedeutung von Blogs für die Werbung und die sieht mitunter in diesem Medium ja bekanntermaßen etwas anders aus, wenn der schleichende Erfolg sich einstellen soll. Neben den nur für die direkte Eigenwerbung kreierten Blogs (erfahrene Köchin zu vermieten, Insider erzählt, Kochbuchzusammenschreibung etc. pp.) hausieren natürlich die schlichten kommerziellen Angebote gerne auch im normalen Bestand.

So wird gerne darauf verzichtet oben einfach Werbung hinzuschreiben, stattdessen wird die Anpreisung im Text oder wahlweise auch Bild versteckt oder schlicht der Werbelink am Ende präsentiert nachdem beispielsweise der Schmarrn von der guten Aquakultur wiedergekäut wurde. Selbstverständlich locker-flockig und damit es ehrlicher wirkt, darf es auch gerne ein paar Gramm an kritischen Bemerkungen mehr enthalten.

limequat groessenverhaeltnis mangorest
Was bleibt…

In der gerne zum Vergleich herangezogenen Presse wird derlei Schleichwerbung zwar mitunter auch so gehandhabt, angesehen ist es deshalb damit noch lange nicht wie der Presserat immer wieder feststellen muss.

Der Ehrenkodex, seine LeserInnen nicht hinters Licht zu führen, sollte in Blogs — gerade bei dem immer wieder gerne propagierten Gleichstand des Niveaus — deshalb eigentlich auf der Tagesordnung stehen. Vielleicht benötigt die Foodblogosphäre auch so ein Kontrollgremium?

Die Kritik an derlei ist ja schon länger bekannt — Wie mit Foodblogs Geld gemacht wird und Volle Mischung Werbilade für wenig Cents machen es deutlicher.

Im Mittelpunkt des herzhaften Interesses wusste cremig gepresste Füllung mitsamt Schafskäse-Bärlauch-Versorgung den aparten Wirsing-Geschmack auf den Punkt zu bringen — jäh unterbrochen nur von sanftem schneeartigen Geriesel unter unverzagter Beobachtung sonnenscheinlicher Aspekte

Beim Durchstreifen der Foodblogs blieb der Blick bei RezkonvSuite an einem in leckeren Wirsing gewickelten Inhalt hängen, zwar klang die Füllung äußerst gut, einzig Reh war nicht vorrätig.

kaeseueberbackenes wirsingwickelherzchen
Herzhafte Kost

Also auf das Verwickelte Schafskäse-Kartoffelstampf-Bärlauch-Komplott gesetzt, welches dereinst perfekt passend auf die letzte Minute zu einem Kochwettbewerb eingereicht wurde und vorzüglich zu munden wusste.

wirsing kohlkopf
Wirsing gab es schon lang nicht mehr — also höchste Zeit

Mehligkochende Salzkartoffeln in großem Topfe aufgesetzt, viel Wasser rein, da kommen schließlich später noch die Wirsingblätterhinzu, ruhig mit Strunk, dann halten die Blätter erstmal besser die Form, alle übereinanandergestapelt auf den Kartoffeln so ca. 5-10 Minuten mitgekocht (je nachdem ob es sich um die äußeren oder inneren Blätter handelt kürzer oder länger).

schafskaeseblock
Ein Schafskäseblock muss immer im Hause sein

Derweil Eschalotten kleingeschnippelt und in reichlich Olivenöl bräunlich geschmurgelt, sehr guten Schafskäse aus dem immer vorrätigen 2 Kilo-Stück herausgebrochen im Block und zerteilt mit hinzu, nicht ohne die goldene Regel zu befolgen eifrig davon zu naschen ;-) ; der Käse wird dann auch so langsam etwas flüssiger und dann darf auch schon kleingeschnittener Bärlauch rein.

schafskaesebaerlaucholivenoeöleschalottenmischung
Die perfekte Verbindung

Der Bärlauch duftet zwar schon leicht knoblauchig, die schmackhafte Hochzeit der Bärlauchbestände dürfte aber noch kommen, aber ein deutliches Erschmecken reicht auch schon.
Und die Kartoffeln dürfen mittels Kartoffelstampfer schön cremig gestampft werden, ein Schwubbs gutes Olivenöl erleichert die Arbeit und besser schmecken tut es auch.

wirsing im wickel
Wirsing im Wickel — die Herzform muss noch etwas zurecht gedrückt werden ;-)

Dann Schafskäse-Bärlauc-Sauce zum Kartoffelstampf hinzu und der Versuchung widerstehen schon mal die Hälfte so zu verkonsumieren. Die Strünke werden rausgeschnibbelt und dann geht es auch ganz fix, Schwubs Kartoffelbrei auf das Blatt und umklappenderweise versuchen eine lustige Herzform zu erhalten, ab in die Backform, Olivenöl und etwas Zitrone drüberträufeln, sodann unbedingt ganz alten Ziegenkäse rüberraspeln, zu frischer Käse wird nicht schön krisselig und erdrückt den Wirsington zu sehr.

wirsing entstrunkt
Entstrunkung verhilft zu besserer Wickelfähigkeit

Im vorgeheizten Backofen dann auch nur so etwa 15 Minuten bis eine leichte bräunliche Färbung des Rieselguts eintritt, raus und sofort auftischen. Wunderbar famos erschmeckend auf der Zunge, alle Komponeneten schmiegen sich ein ohne ihre Eigenheit zu verlieren :-)

kaesegeriesel ueber wirsingroellchen
Ziegenkäsegeriesel und die Welt ist wieder in Ordnung

Eine Sauce wäre hier fehl am Platz, eigent sich auch kalt wunderbar als Speise, vielleicht sollten aus dem Rest ganz kleine Wirsing-Appetit-Häppchen nach dem gleichen Verfahren gemacht werden, so kleine Dreiecke? Wird eventuell noch ausprobiert.

Leichte Kost vermag das seichte Grün zu verheißen getragen von sich in eleganter Geschmacklichkeit verlierenden noch sich in Entwicklung befindendem Olivenöle und dies auch mittels Zitrone und weißem Balsamico

kohl obenaufsicht
Von oben typisch kohlig

Die entzückende Entdeckung eines blassgrünen Jaromakohl, jenes platten Urkohls dem laut Werbung die Unverdaulichkeit-Abwesenheitsbescheinigung eigen scheint, in der Auslage des Supermarktes, war Anlass das sich noch in Lagerung befindliche Olivenöl mal auszutesten.

jaromakohl
Von der Seite platt-gehirnig

Der Kohl ist zart im Geschmack, wohlschmeckend auf der Zunge liegend und sowieso ganz super toll, halt wie alte Kohlsorten so zu sein belieben ;-)
Das Olivenöl hingegen sollte einen kräftig-herben Ton aufweisen mit gefälligst hübsch ausbalancierten Säuregehalt, das Scharfe also gut erschmeckend, aber auch nicht dominierend, die Frage der Farbgebung ist umstritten.

jaromakohl im anschnitt
Im Anschnitt eigentlich auch nicht unähnlich — wenngleich zart-luftig besaitet

Unsere alte Quelle hatte immer eine hervorragende Qualität zu bieten, war aber mit einem Engpass beschäftigt; also ab woanders hin, Genossenschaft in Bio-Umstellung. Das Öl muss lagern bis es verträglich ist für unsere Ansprüche.

Geschmacklich gut, aber viel zu sanft (wenngleich noch mit ein bißchen zuviel Schärfe, das verschwindet hoffentlich bald) für uns. Ob es am Jahr, an der Ernte, dem Anbaugebiet, den AnbauerInnen lag? Keine Ahnung, beim nächsten Mal wird eruiert welche der bäuerlichen Teilgenossenschaftsbetriebe eine bessere Qualität aufzuweisen haben. Vielleicht ist die Fixierung auf einen bestimmten sehr guten Geschmackston einfach zu stark.

jaroma-kohl salat olivenoel zitrone
Die Antiatomsonne darf noch platzeinnehmend strahlen

Dazu einfach nur etwas Zitrone und weißer Basamicoessig, und nur ganz wenig Salz, das Aroma des Jaromakohls soll nicht leiden, groß einziehen braucht da nichts, kann gleich genussvoll zu den tollsten Sonnenstrahlen verspeist werden :-)

Jetzt oder nie — Anti-Atom-Suppe

Anti-Atom-Suppe aus Linsen
Anti-Atomkraft-Suppe benötigt auf jeden Fall eine Menge Linsen

Eigentlich bedarf es nur ein klein wenig abgequetschtes Zeitkontingent, drei Linsensorten (von denen die gelbe in gefühlten 23 Läden gesucht werden musste) und ein wenig Fingerspitzengefühl (mehr oder weniger ;-) ) und voilà die Anti-Atom-Suppe aus dekorativen Linsen ist fertig.

Belugalinsen-N
Die feine Belugalinse setzt den letzten Schliff bei der Schrift

Mithilfe von so Suppenzeugs wie Möhren, Sellerie, Petersilienwurzeln, Lauch, dreierlei Zwiebeln, Petersilie, Dill, Olivenöl und klassischen Gewürzen wie etwas Liebstöckel (noch vom Sommer eingefroren, diverse Brühvorräte gehen auch), Pfeffer, frisch vermahlen und Salz, die Suppe schluckt unglaublich viel Salz.; Rigani und Lorbeerblatt darf natürlich auch noch mit rein.
Zubereitung eigentlich fast genau wie hier beim Dekorativ, das irgendwie leider vergessen wurde.

Anti-Atom-Suppen-Teller
Schwärzlich durchgefärbt das Ergebnis, beim nächsten Mal nur noch rote Linsen

Und damit sie dann auch noch besser zu munden weiß, dürfen die optisch die Anti-Atom-Sonne unterstützenden Orangen auch noch mit rein :-) samt ergänzend zu reichenden weißem Balsamicoessig.

Zubereitung also so einfach wie die nächste Anti-AKW-Demo:

In gutem Olivenöl das ganze Wurzelzeugs, die kleingeschnibbelten Dill- und Petersiliestiele und die Zwiebeln anrösten, mit Wasser aufgießen, restliche Gewürze außer dem Salz rein, köcheln lassen, dann die Linsen — die Antiatomsonne dann doch liegengelassen — mit rein. Die gelbe Sorte verliert sich genauso wie die rote Variante relativ rasch, zum letzten Mal hatten wir die erinnerlich zusammen als gedünstete Linsensprossen in farbtechnischer herausgehobener Art und Weise präsentiert.

Anti-Atom-Linsensonne
Sonnenenergie erfreut doch immer wieder

Die feine sonst sehr delikat in Erscheinung tretende Belugalinse färbt hier gemeinerweise heftig ab, dominiert bald schwärzlich den ansonsten auftretenden aschfahlen Grünton, das gelb-orange beschränkt sich auf die Karottenstückchen, die unbeirrt die Fahne aufrecht halten.

Abgeschmeckt mit Orangensaft, Salz und ein ganz klein wenig scharfen Curry. Sehr gut — so muss Linsensuppe schmecken :-)

Fast zu schade zum kochen
Fast zu schade zum Verspeisen — das Making-of übrigens hier

Ach ja — wir versprechen: Irgendwann nach den Wahlen ist eines auf jeden Fall klar, die Interessen der Atomindustrie sei es durch Weiterbetrieb oder durch Entschädigungszahlungen sind gesichert.
Ob nun schwarz-gelbe Atomlobby oder orange-grüne Lange-Laufzeiten-Bauchschmerzen, das Interesse bzw. den Mut Nein zu sagen hatten sie alle nicht — auch wenn sie sich merkwürdigerweise heute so gerieren und die bekanntermaßen gefährliche Atomenergie für viele viele Jahre weiterhin stütz(t)en.

Hoffen wir mal, dass sich das jetzt ändert — Jetzt oder nie!

[Nachtrag: Obdachlose: todgeweihte Strahlenhelfer in Fukushima? via SWR-Umweltblog ]

Verdientermaßen war die Fertigung einer sich als gerade noch galetteartig gerierenden Mischung geboten unter den gegebenen Umständen, die sich einmal aus dem Wunsch nach herzhafterer Nachmittagskost ergaben und andererseits sich auch daraus speisten, dass auch genau dies ohne Kenntnis des ersteren ebenso anvisiert zu werden wünschte (doppelte Hinwendung zum Festen)

fast galette herzhaft belegt
Kräftige FrühstücksNachmittagskost variiert mit vielerlei Herzhaftigkeit

Das sich den nachmittäglichen Frühstücksgewohnheiten eingewöhnende Da muss jetzt aber noch was anderes auf Tisch kommen wurde in Tat und Planung umgesetzt bevor der Besuch auch nur Papp sagen konnte, alles schon da und problemlos durch schnellste Fertigung in die Pfanne zu hauen.
Mischung so überblickshalber aus der Hand geschüttelt, Mehl aus Weizen und Mehl aus Dinkel (Ja, in Galette kommt Buchweizenmehl rein), ein, zwei, drei, vier, fünf, sechs Eigelb, Salz, Milch, etwas Mineralwasser und dann noch geschlagenes Eiweiß für die Fluffigkeit — und wirklich alles so nach Gefühl, bei Crêpe undPfannkuchen kann ja fast nicht schiefgehen ;-) .

Derweil zeitgleich in dem einen Pfännchen Apfelstückchen mit Thymian angebraten in neutralem Öle und mit Calvados abgelöscht und im anderen Gefäß Schinkenspeck mit frisch vermahlenem Pfefferhauch. Weiter Erkundungen in Richtungen Frühlingszwiebeln und Ergänzung mit diversen Käsesorten folgten. Lecker herzhaft. :-)

8. März – Internationaler Frauentag (MedienMedienMedien)

Durch Jahrestagsberichterstattung schafft es bisweilen ja auch eine auf sensationelle Wahrnehmungsbereitschaft getrimmte Medienlandschaft wenigstens ansatzweise den 8. März als Internationalen Frauentag darzustellen, hier und da ein kleiner Bericht und gut ist für den Rest des Jahres, oder vielmehr Jahrzehnts.

koerbchen gefuellt

Die Inhalte, die Forderungen, tagesaktuell wie und je, aber eben auch umstritten, zu kritisch für die Wahrnehmung, zu uninteressant für die Berichterstattung. Von Geschichtsfälschung à la Emma-Redaktion, die es nicht wagen, den Stuss ihrer Herausgeberin richtigzustellen bis zur Bundesregierung mit ihren hohlen Phrasen, alles wieder dabei.

Die Präsenz, die Präsenz, immer das gleiche Thema, ob im Kampf oder im Alltag. Der Bechdel-Test zeigt grundlegend schon die einfachsten erhellenden Momente der Wahrnehmung:


Video von feminist frequency [via denkwerkstatt]

Wer dominiert den Film, wer spricht, anhand von drei Fragestellungen macht der Test, benannt nach der Comic-Autorin Alison Bechdel, sichtbar, was sonst im Verborgenen liegt.

Erstens — Sind zwei Frauen Protagonistinnen?
Zweitens — Diese beiden Frauen, sprechen sie miteinander?
Drittens — Dreht es sich in den Gesprächen um etwas anderes als einen Mann?

Viel Spaß beim Austesten ;-)

fish, chips, cup o‘ tea, bad food, worse weather, Mary fucking Poppins*

stichelton
Stichelton — angenehme leicht kräftig-cremige Geschmacksnote

Die Gelegenheit war günstig, es sich für einige Tage in regnerischem Wetter bequem zu machen, zahlreiche Tipps strömten zuhauf auf die knappe Zeitressource ein und da bot es sich an neben obligatorischer Erkundung diverser Einkaufsmöglichkeiten einen kleinen Blick auf den berühmtesten Touri-Markt der Stadt zu werfen.

borough market vorne
Vorne darf geraucht werden…

Und tatsächlich — das Hauptangebot bestand aus einer reichhaltigen Darbietung unterschiedlichster Kameramodelle, die den aktuellen Stand der Technik mehr als gerecht wurden, was auch an dem überaus jugendlichen Erkundungsdokumentierungssinn gelegen haben könnte. Zwischendurch gab tatsächlich auch mal ein paar Gemüsestände mit allerdings eher kläglichem Angebot, die Supermärkte sind da mitunter reichhaltiger ausgestattet, es ist aber auch schließlich tiefster Winter ;-)

borough market hinten
…hinten wird gespeist

Im durchaus sehenswerten Markt, der gleich in mehrere Untermärkte unterteilt ist, wobei die Organic-Ecke eher klein ausfällt, befindet sich unter einer mehr oder minder hässlichen Brücke, die durch ein daneben sich befindliches Glasdach etwas an Aufpeppung gewinnt, eine durchaus stattliche Anzahl von Essständen; die den den Markt bisweilen durchdringenden Brückentunnel bieten ein 1A-Photo-Motiv, v.a. wenn die mehr als diversen Essstände dicht umlagert sind.

kaesebeschneidung
Schnurarbeit

Lecker ausschauend bauen sich diverse Käsetürme vor den BesucherInnen auf, eilfertig wird auf althergebrachte photogene Art und Weise der Käse noch per Handdraht durchteilt, um die Stücke sofort gewinnbringend zu verkaufen; für Vorrat ist reichlich gesorgt, der runde Comté ist an zahlreichen Ständen gelagert, irgendein Großhandel weiß den Nachschub zu sichern.

gemuesereste
Purple sprouting — wie das wohl als Chips schmecken würde

Aber auch die regionale Käsekunst, teilweise mit irgendwelchen Auszeichnungen versehen, wird angepriesen, meist haben die wenigen Stände dann auch nur eine Sorte im Angebot, praktisch hier wie auch generell an vielen Ständen, es darf probiert werden, was das Zeug hält :-) also eifrig durchgefuttert:

Erster Eindruck — die durch zahlreiche Preise geadelten Käse sind dermaßen fadenachschub im Geschmack, dass sich wieder bewahrheitet was als allgemeiner Tipp bei Aufenthalten dort gilt — vertraue niemals Einheimischen bei Ihren Essentipps, die Geschmacksnerven sind durch die schlechte Speisung und künstlichen Geschmacksaromen bereits dermaßen durch ein schlechtes Niveau geeicht, dass jeder Anflug von Geschmack zu begeisterten Rufen führen muss. Ausnahmen bestätigen die Regel ;-) :p

fish half price
HALF PRICE zum Marktschluss

Zweiter Eindruck — einige Käsesorten sind gar nicht so schlecht.

Dritter Eindruck — die Schärfeempfindlichkeit ist nicht geeicht. Während am Essensstand nebenan die angepriesenen Korianderblatt-Pfannkuchenröllchen, gefüllt mit Kartoffelstückchen-Tomatensauce als nicht scharf angepriesen werden, speit die Begleitung nach dem ersten Biss bereits Feuer. Nein, nicht scharf wird trotz der Tränen weiter verkündet :D

vinegar refill

Die Preisgestaltung ist dem touristischem Ambiente angemessen, aber auch nicht viel teurer als sonst in der Stadt, na gut, vielleicht abgesehen von den Essigpreisen :D das nächste Mal wird sich dann den anderen etwas preisgünstigeren Herumtrödeltipps in der Stadt gewidmet. Übrigens wurden im Bioladen tatsächlich Grünkohlchips zu horrenden Preisen entdeckt mit Geschmacksrichtungen wie Wasabi und Curry.

muelleimer
Und ein paar interessante Mülleimervarianten gab es auch noch zu erkunden ;-)

[* Snatch]