Die vielseitige Verwendbarkeit der feinen Korinthe zeigt sich ergeben auch bei Anfertigung sowohl baskischer als auch zukünftig dann andalusischer Tapas insbesondere unter Beachtung demnächst käuflich zu erwerbender geschmacksreicher Nahrungszubereitungsmittel (zum Nachtisch optisch widerständliche Keksstempel)

Von unterschiedlicher Seite gedrängt doch mal ein paar klassische Tapas-Rezepte auszuprobieren ward die Aufgabenaufteilung gleich verteilt: Frager 1 erhielt den Auftrag sein schon lange gehortetes Kochbuch mitzubringen (wir haben nur 5 Kochbücher im Hause, in die wir sowieso recht selten reinschauen) und so eigentlich sämtliche Zutaten während Fragerin 2 sich an den Nachtisch machte und hier stattdessen in der wie immer unaufgeräumten Küche dran gemacht wurde zu schauen, was denn eigentlich selber vorrätig zu sein pflegte.

mit honig versorgtes huhn
Honigversorgung schmeichelt ungemein

Prima Sardellen waren noch da, ein mittelgroßes Glas mit einem kleinen Rest von 10 Stück in Öl eingelegt.
Bei baskischen Tapas (die haben so einen unaussprechlichen Namen) gehören die ja in jedes 0,5 Gericht dazu, praktisch wenn es vor Ort nichts anderes (und wesentlich besser schmeckendes) gibt, der erwünschte geräucherte Kabeljau war auf jeden Fall nicht bevorratet ;-)

Am Ende dann irgendwie zuviele Baguettes in unterschiedlichsten Ausführungen und eine eingehende Weinprobe, die vergessen ließ, dass auch noch mal was gefertigt werden müsste, also Zeit vertrödelt und aus den anvisierten 10 Tapa mal eben zwei gemacht :D

gefüllte tomaten mit thunfisch aioli und so

Das umständlich ständig im Auge behaltende Kochbuch „Tapas favoritas“ von Fiona Dunlop (Hrsg.) gibt dann auch gleich mal mehr oder weniger genaue Angaben vor, bekanntlich lieben wir die weniger genauen ;-) da kann dann nichts falsch gemacht werden (Hauptsache es ist genügend Olivenöl dran).
Erstes, weil einfaches Rezept war dann gleich eins aus Andalusien von Rosa Maria Borja und Isabel Capote Dominguez (aus Sevilla): Hähnchenschenkel in Honigsauce; ok, das ist ein klassisches Gericht ;-) aber fand hier Ergänzung mit Currypulver und Senfpulver.

Butter so 100 Gramm, 250 Gramm flüssiger Honig, Currypulver und etwas Senfpulver mit 75 ml Tomatenketchup vermischen, köcheln lassen und ab auf die Hähnchenschenkel und im Ofen 35 Minuten backen.
Auf das geschmacklose Senfpulver haben wir verzichtet und richtigen Senf genommen, ebenso auf die Butter, die nicht da war und durch Öl ersetzt wurde und den Ketchup durch selbstgemachte Tomatensauce ersetzt. War jetzt nicht schlecht, aber irgendwie fehlte der letzte Pepp. Beschlossen das Rezept demnächst noch weiter abzuwandeln und noch ein wenig Korinthen (wahlweise in süßen Wein eingelegt und/oder fein zerkleinert) hinzuzufügen.


Mayonnaise mit dem Stabmixer — funktioniert wirklich prima auch mit Knoblauch

Die gefüllten Tomaten mit Thunfischpüree dann original aus dem Baskenland, das Rezept gefertigt von Iñaki Gulin und Álex Montiel: Frischer Thunfisch in Olivenöl gedünstet, mit Tomatensauce vermischt und mit Aioli — endlich Gelegenheit erfolgreich mit einem Ei, einer leider etwas zu scharfen Knoblauchzehe, viel Olivenöl, Salz, Pfeffer, Senf, frischem Zitronensaft den Stabmixer-Trick auszuprobieren, der seit Jahren im Internet herumgeistert; Chili und Ciabatta hat mal eine deutsche Version der Zubereitung angefertigt) — und Petersilienöl dann oben draufgetröpfelt auf die blanchierten und halbierten Tomaten ohne Haut.

Laut Anleitung sollte die Füllung versteckt werden durch Präsentierung der Tomatenaußenseite — das hätte allerdings die absolut nach weitgehend fast gar nichts schmeckende Tomate in den Vordergrund gerückt ;-) Zwischendurch hatten wir die Thunfischmasse noch mit frischem Rest-Tomatensaft vom Teller versorgt, was den Rest etwas ruinierte, durch in Sherry eingelegte Korinthen dann aber erfolgreich und geschmacksabrundend gerettet werden konnte. Also Korinthen mit in die Tapas! :-)

ausprobiererei
Ganz rechts im Dunkeln die Alioli

Beim Petersilienöl mit Knoblauch und Walnüssen haben wir übrigens nicht richtig aufgepasst und auch die Stiele mit versorgt, was zwar kein Problem war, aber dann doch etwas mehr Pesto als Öl fabrizieren ließ ;-) Ein Rezept für Petersilienöl übrigens bei RezKonvSuite, die gerade erst von den Stuttgarter21-BefürworterInnen heimgesucht worden sind und hervorragende Widerstandskekse im Angebot haben, deren Druckstempel nicht mehr verkauft werden darf.


7 Antworten auf “Die vielseitige Verwendbarkeit der feinen Korinthe zeigt sich ergeben auch bei Anfertigung sowohl baskischer als auch zukünftig dann andalusischer Tapas insbesondere unter Beachtung demnächst käuflich zu erwerbender geschmacksreicher Nahrungszubereitungsmittel (zum Nachtisch optisch widerständliche Keksstempel)”


  1. Gravatar Icon 1 Schnick Schnack Schnuck 08. Februar 2011 um 6:21 Uhr

    Crazy Stuff..

  2. Gravatar Icon 2 lamiacucina 08. Februar 2011 um 7:01 Uhr

    Gibts denn keine Berliner Tapas ?

  3. Gravatar Icon 3 Bolliskitchen 08. Februar 2011 um 8:22 Uhr

    oh la la, le pays basque hat Konkurrenz!

  4. Gravatar Icon 4 sammelhamster 09. Februar 2011 um 12:54 Uhr

    Wer braucht Kochbücher :)>-
    Und eine ausführliche Weinprobe ist viel wichtiger als viele Tapas :d

  5. Gravatar Icon 5 kulinariakatastrophalia 10. Februar 2011 um 0:53 Uhr

    @Schnick Schnack Schnuck
    8-x

    @lamiacucina
    Da die Tapas ja weder den Abend dominieren noch untergehen dürfen neben dem Weine sind in Berlin die meist geschmacklosen Speisen (Currywurst) keine erste Wahl, jeder Wein würde schal vor den geschmacklichen Verstärkern :-s

    @Bolli
    Schön wärs :d

    @sammelhamster
    Hinfort mit dem sperrigen Teilen, die Lebensmittel benötigen auch noch Platz — insbesondere die 1000 Flaschen Wein! :o <:-p

  6. Gravatar Icon 6 melonpan 24. Februar 2011 um 16:37 Uhr

    oh man lecker:d

  1. 1 Mittels zwei geradezu überaus geeigneter Zutaten konnte ein erfolgreiches Gewusel fabriziert werden — gegen Nazis sowieso « kulinaria katastrophalia Pingback am 10. Februar 2011 um 3:16 Uhr
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