Durch den Gebrauch längerer Kochzeit eigneten sich die zu verschmurgelnden Zutaten eine stellenweise auftretende aromatische Dunkelheit an, die ungezwungen zu ekstatischer Aufschleckerei auch des letzten Restes führte

kaninchenschlegel mit salbei und tomatenreiferei
Kaninchen, Tomaten, Röstaroma und Salbei — kann es Schöneres geben?

Ein mittelriesiger nunmehr endgültig dezimierter holperig daniederliegender hügeliger Berg unreifer Tomaten beherbergt von einem entsprechenden Korbe war vor etlichen Wochen in die Küche eingezogen, wurde nach Reifung erst abgetragen und dann irgendwie immer wieder übersehen.

Zeit also, sich an die Fertigung delikat zu erschmeckender rezeptlicher Aufmerksamkeit zu wagen und mal wieder Kaninchen in Tomaten-Salbei-Sauce zu wagen. Die Tomaten trotz Schwächen in der Prallheit unglaublich süß und lecker und optimal geeignet. Zubereitung bedarf Zeit und am Herde stehen muss nicht unbedingt sein, so geht es:

Kaninchen in einer Schmorpfanne anbraten in einem Schwubs Olivenöl; salzen, pfeffern, mit Restwein ablöschen, hübsch verkochen lassen, kleingehackte weiße und rote Zwiebeln bratend hinzu, Tomaten, halbierte, ebenso, etwas frischer Salbei und etwas getrockneter Rigani, ein Hauch Thymian und noch etwas Wein, Glasdeckel drauf, hochstellen und bei Herunterfluss des Niederschlags auf ganz klein stellen und warten, warten, warten, zwischendurch mal Salz, Pfeffer, Salbei noch hinzu und alles natürlich auch mal umdrehen (ev. etwas Wasser oder Wein nachgießen). Dauert ungefähr 80-90 Minuten.

tomatenschmurgel
Die Kerne werden nicht entfernt!

Zutaten:
Kaninchen
Tomaten,
Olivenöl,
Salbei, frisch
Rigani, Thymian, Pfeffer, Salz
Restwein

Duftet wunderbar, wenn vergessen wird, dass die Speisung auf dem Herde steht, macht sich zudem noch ein nicht unlecker zu erschmeckender Geruch nach Röstzwiebeln bemerkbar ;-) Harmonierte aber gerade deswegen wunderbar; gegessen, getunkt und geschwelgt mit Weißbrot. Sehr lecker!

Und außerdem? Fresspaketaustausch demnächst?!


8 Antworten auf “Durch den Gebrauch längerer Kochzeit eigneten sich die zu verschmurgelnden Zutaten eine stellenweise auftretende aromatische Dunkelheit an, die ungezwungen zu ekstatischer Aufschleckerei auch des letzten Restes führte”


  1. Gravatar Icon 1 zeank 20. Oktober 2010 um 14:45 Uhr

    Kanninchen? :((

  2. Gravatar Icon 2 lamiacucina 20. Oktober 2010 um 19:51 Uhr

    im Dunkeln ist alles erlaubt. Wohl deshalb wurden die im Hintergrund sichtbaren Windlichter gelöscht.

  3. Gravatar Icon 3 kulinariakatastrophalia 21. Oktober 2010 um 0:33 Uhr

    @zeank
    Ausnahmsweise, kommt sonst nicht auf den Tisch b-(

    @lamiacucina
    Die Speise wurde des Nächtens zubereitet und als das Lichtlein erloschen war (die kleinen Dinger brennen lange!)war es überraschenderweise hellbewölkt :)>-

  4. Gravatar Icon 4 Erich 21. Oktober 2010 um 4:41 Uhr

    Kaninchen für mich jederzeit, leider aber wegen der durch meine Mitesserin nicht sehr geschätzten Nagerei selten.
    Jetzt wurde mir Dein Ofenlochkommentar natürlich klar, so ein Karnickel würde wunderbar im ‚Rohr‘.

  5. Gravatar Icon 5 Wolf 21. Oktober 2010 um 14:05 Uhr

    Kanninchen scheitert bei mir a priori am Vierfrauenrat. Selbst wenn ich noch so oft betone, ein Huhn oder Lämmchen sei doch genauso süß. Ich darf es immer nur im Restaurant essen, was ich auch tue, wenn es angeboten wird.

  6. Gravatar Icon 6 Kormoranflug 21. Oktober 2010 um 20:24 Uhr

    Das Kaninchenrezept ist sehr lecker.

  7. Gravatar Icon 7 kulinariakatastrophalia 22. Oktober 2010 um 0:43 Uhr

    @Erich
    Die Schlegel sind fast perfekt zerlegbar ohne allzu große Herumpfriemelei (und v.a. nicht so trocken wie der Rücken) :-)

    @Wolf
    So ein Kaninchenschlegel ist doch perfekt zu tarnen als Hähnchenschenkel — das fällt doch gar nicht auf :d :o :-? b-(

    @Kormoramflug
    Schon ausprobiert? ^:)^

  8. Gravatar Icon 8 Kormoranflug 23. Oktober 2010 um 21:20 Uhr

    Das kann ich dem Rezept schon ablesen. Kaninchen mit Salbei gehört zu meinen Lieblingsspeisen. Da Du Rigani verwendest muss das Rezept griechischen Ursprung haben.

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