Archiv für September 2010

Die dippliche Verständigung (zweites Ergebnisbild auf Grund überwältigender Weißheit furchtbar so gar nicht fotogen, daher Filmtipp), der Ausprobierung anheimgefallen aus Part 1 und die Vervollständigung geschmacklicher Nuancen und siehe da — es klappt doch irgendwie (mal wieder ein Rezept)

walnuesse kurz gekocht
Die ganz links ist schon mal handabgeschrabbelt

Zwar ist die leichte Erfolglosigkeit in gewürzlicher Richtung munter überwunden worden durch vielerlei Ausprobierungskünste, aber leider geht damit auch die Vervielfältigung des Einsatzes kulinarischer Bestandteile in Form immenser Mengen von Walnussdips und -saucen einher.

kurz gekochte walnuss gepresst
Mit 1-2 Minuten Kochzeit presst es sich schwer (dafür frisch-nussiger)

Die letzte war eine Ricotta-Walnuss-Tomaten-Mischung und mundet zu jeder Nachtzeit formidabel, die jetzige ist für den Tag angelegt und wurde einfach mal aus den Kochkünsten anderweitiger Naturbegabungen okkupiert; daher stammt auch die phantastische Idee, die vielen durch geriffelte Oberfläche achtsam auf ihre Hülle achtenden Walnüsschen nicht mehr mühsam mit der zeitintensiven Kochendes-Wasser-und-dann-Pell-ab-Methode zu traktieren, sondern auf eine wesentlich einfachere zu setzen, die für die spätere Verwendung optimal geeignet ist.

lang gekochte walnuesse gepresst ohne haut
Weiche Konsistenz — Pressung mit/ohne Haut nach 20 Minuten

Für den Walnuss-Dip wurden eh gekochte Exemplare benötigt, die zerkleinert gehörten, warum dann nicht der Einfachheit halber die Nuss aus der inneren Schale pressen? Das funktioniert mit Knoblauchzehen und der richtigen Presse wunderbar, also passt das auch hier (mit Ingwer soll das auch gehen).

Walnüsse in kochendem Wasser so 20 Minuten gekocht, dann abtropfen lassen und schwubbs durch das Sieb der Knoblauchpresse gepresst, der mitgelieferte Siebdurchpressplastikstutzen leistete das erste Mal seine Hilfe (Walnusshaut pappt doch mehr) und dann nach ein paar Durchgängen die feine Nusspaste (zugegeben mit kleineren Anteilen Umhüllung noch) mit etwas Milch rührend aufkochen und später dann mit Creme Fraiche, Pfeffer und Salz versetzen und am besten eine Nacht durchziehen lassen.

walnusswürmerl
Walnusswürmerl

Passt mit dezent nussig-cremig schmeckender Eleganz zu eigentlich fast allem (muss es auch bei den Massen, die gefertigt worden sind ;-) )

Zutaten:

Walnüsse,
Milch,
Crème fraîche,
Pfeffer,
Salz

Zubereitung:

Walnüsse kochen, pressen, mit Milch aufkochen, mit Crème fraîche versetzen, einziehen lassen, dippen, fertig!

…und weil der Dip so schön weiß ist, ist die Kamera nicht foodblog-kompatibel am Werke gewesen, deshalb ist derweil kurzweilige Unterhaltung angesagt: ein netter kleiner Film aus dem letzten Jahr zur Empfehlung, der durch charmant aneinandergereihte bisweilen ausgeleierte Gags gerade deshalb zu überzeugen weiß (alle, die auf tanzende Mäuse abonniert sind — reingehen!):


Micmacs — in kleinen Kinos läuft der Film noch

Dem Bedürfnis nachgebend in der Nacht den noch sich in Ausprobierung befindlichen Walnussdip durch anderweitige Ingebrauchnahme zur Befriedigung urplötzlich aufkommender Ich-muss-jetzt-was-essen-jetzt-sofort-Gedanken zu vervollständigen (erstes Bild)

Eigentlich ruhte die Walnuss-Ricotta-Mischung zur geschmacklichen Verbesserung durch Durchziehung im Kühlschrank, um am nächsten Tage mit allerlei Variantenreichtum so mancherlei Dip zu ergeben. Zuvor waren Walnüsse gekocht und ob der Färbung der inneren Schale (die braune Haut) von dieser befreit durch simple Methode mit Ricotta vermischt und so mit Salz ganz schlicht und Pfeffer reichlich versehen.

walnuss ricotta tomate
Saucenbeitrag zu stimmigen Walnüssen in Ricotta

Nun reichte dies allein nicht zur Sättigung, mit Nudel allein nicht vollkommen und eigentlich auch nicht dafür gedacht — also rasch Zwiebeln in etwas Olivenöl gedünstet und fünf,fünfundso Tomaten mitsamt frischem Basilikum und Thymian und Salz und wiederum Pfeffer für ein paar Minuten gekocht und nach kurzer Abkühlzeit zum Ricotta-Walnuss-Gemisch gegeben, was sich gleich apart verfärbte.

Eine famose Sauce, noch leicht abstimmungsbedürftig, aber insgesamt die Erwartungen überaus erfüllend! Mal schauen, wie die Verfeinerung gelingt :-)

Zur Fertigung braucht es nicht viel, weder allzu viel Zeit noch handwerkliches Geschick noch grobes Werkzeug, auch Obstabstinenz währenddessen ist unangebracht und versehen mit süßlicher Eleganz und spritzig verpasster Säure entstehen sie – die diesjährigen Herbstperlen

Im Sommer vergessen und nun schon die ganze Zeit an den Markt- und Obstständen herumgeschlichen, die exorbitanten Preise bewundert und nun seufzend beschlossen trotzdem zuzuschlagen, der Vorteil der Frühlings- und Sommerhimbeeren besteht in der famosen Süße, die der Herbsthimbeeren in der nahezu wurmfreien Präsentierung, da heißt es abzuwägen ;-)

herbstperlen
Herbstperlig versuchend den Sommer zu erhaschen — :-)

Etwas süßer hätten sie schon sein können, aber gerade noch gut, sollten die nächsten Tage noch etwas Sonne bringen, gibt es ja vielleicht noch welche zu erhaschen.

Fertigung wie eh und je

antlitz naturbonbons im herbste
Das Antlitz von oben zeigt bereits deutliche Verluste

…und nach Abzug von ein paar sich schon dem Ende zuneigenden Exemplaren sind sogar zwei Teller rausgekommen.
Ganz furchtbar leckere Naturbonbons, der Nachteil, sie sind unglaublich schnell weg — Rationierung bei Auftischung also angeraten :D

Die/der eingeschlafenen Rubrik zu neuern Höhenflügen zu verhelfend ist Dank der gebührt dem wässernden Octopus (zwei Versuche incl.) — außerdem Hilfestellung, sofortige

oktopusroh
Noch putzig

Erst nach ausgiebiger Absuchung der Fischtheke waren unter einem Berg Eis einige kleine Octodingsda (was ist eigentlich der Plural von Oktopus? Die im heimatlichen Besitz sich wortreich präsentierenden Wörterbücher kennen diesen Modebegriff nicht, eine sofortige große Datenbankabfrage bracht nur die kryptische Auskunft „Na octopussi natürlich. hab grad mit kl Duden mücke erschlagen :-) muß dringend schlafen“) auffindbar, die sofort geordert wurden und bereits gierig der Erwartung als frisch gebratene Aufdeckung mit Rigani und Zitrone harrten — bis festgestellt werden musste, dass die auserkorene große Bratpfanne anderweitig in Beschlag genommen worden war, sodass die Wahl auf die ebengroße Schmorpfanne fiel, die nun im Nachhinein betrachtet nun so gar keine gute Wahl war, als sie mittels wahrscheinlich auch noch nicht heiß genug gewordenen Öls die Oktoppedingsda empfing.

octopustomatenoelmitstueckchen
noch zweitunversucht

Wässerte sofort unglaublich, dem Ungemach wurde versucht durch Umdisponierung mit Hinzugabe eines Restes Kochwein zu entgehen und nach Betrachtung der schon harten Konsistenz wurde ganz auf eine Tomatensauce gesetzt, um wenigstens etwas zu retten, also auch noch Tomaten schnell reingeschnippelt, half allerdings auch nicht mehr so richtig.

versuchte rettung
Rettung für die Rubrik

Also anderntags neuen Versuch gestartet um mit noch mehr Tomaten, Zwiebeln, Frühlingszwiebelgrün, Knoblauch, Pfeffer, Salz, Rigani und Wein noch etwas zu bewerkstelligen, Oktopus wurde zwar gefühlt etwas weicher durch stundenlange liebevolle Erhitzung, aber eigentlich reichte es trotz Streckung mit Nudeln nur für die Rubrik Katastrophalia — immerhin auch etwas, war die dieses Jahr doch schon ziemlich unterstrapaziert ;-)

Transportabel durchaus und dann eben scheinbar erschlafft mit durchdringender typischer Note — Wildendivien mit allerbestem Olivenöl

wildendivie leuchtend
Der Heiligenschein ist gleich gratis bei diesem Paradiesgewächs

Die Wildendivie erweist sich auch nach mehrstündiger Transportierung durchaus noch den feinen Geschmacksnerven als ansprechende Nahrungsquelle andienbar. Zuvor nur noch ein paar mitgereiste Käfer und Erdbrocken abschütteln, versuchen bei Nachtlicht ein paar formidable Fotos hinzukriegen und dann zur simplen Tat schreiten.

wildendivie etwas abgelagert
Der Riesenlöwenzahn wird ab und an im türkischen Gemüsehandel vorrätig gehalten (der hier schmeckt aber deutlich besser)

Wasser kochen, derweil etwas härtere Stiele abschneiden (für einen späteren Dip etwa ;-) ) und ab ins kochende Wasser für ein paar Minuten, rausholen und abtropfen lassen, wirklich allerbestes kräftiges Bio-Olivenöl in einem ordentlichen Schwubbs rübergeben, salzen und pfeffern und Zitrone nicht vergessen — und fertig ist die leckere durchaus bitter auftretende Speise. Brot und Schafskäse dazu. Besser geht es nicht :-)

wilde endivien mit olivenoel

Will jemand ein paar Samen haben? Einfach melden und im nächsten Jahr blüht das Paradies im Garten ;-)

Die Erkundung verschiedenster Genüsslichkeiten weiß immerhin neben Abwesenheit auch größere Bebilderungen sich zu eigen zu machen (malerische Anpreisungen)

weltweit schlicht
Standardausführung

Eine kleine Endnotiz bringt immerhin einen kurzen Rückblick auf großen Appetit auf kleinere Ware, farbliche Zutat und malerische Anpreisung für Mitnahmeprodukte.

bebilderte auswahl
Die Tafel hatte wirklich Erfolg

Der kleine Laden war gerammelt voll und so fiel die photographische Inaugenscheinnahme auch gar nicht so groß auf ;-)

fuer den kleinen hunger
Sah erstaunlich frisch aus und wäre tatsächlich höchstwahrscheinlich erwerbbar gewesen

Und morgen gibt es dann leckere Wildpflanzenanrichtung zu sehen, die — dies kann vorweggenommen werden — äußerst gefällig war.