Geradezu sich vergewissernd, dass Einbrüche sich als den Gewohnheiten doch durchaus ergeben zeigen, konnte sich auf verstecktes Gut bezogen werden

Bevölkerten durch die geringer gewordene Außentemperatur (der Temperatursturz!) in kaum noch zählbaren Ausmaße die AbendausgeherInnen die knapp gewordenen Außenbestuhlungsaufstellungsreihen in den zwar zahlreichen, aber kulinarisch eher knapp gesähten guten Essstätten, so wurde sich doch bewusst gemacht, dass auch der verschobene Einkauf an sich keine gute Idee war, wenn nicht doch noch durch Hunger getrieben urplötzlich der Appetit auf eine schon seit längerem nicht mehr aufgetischte Speise gefallen wäre, die, mit den unter den immer noch lagernden Ricottaeisresten, an die irgendwie so richtig niemand ran will, befindlichen Vorräten, namentlich einer Packung Tiefkühlheilbutt von schon längerer Lagerhaltung, bestimmt herbeizuzaubern wäre und deshalb gierig in den Blickpunkt geriet und mit einem vorhandenen kleinen Rest einer grünkleidigen Zuckermelone doch ein perfektes Ersatzvergnügen zu werden schien.

heilbutt in ingwerreisweinsojasauce
In der Pfanne schmort derweil der Rest

Angespornt durch das Ricottaeis durfte ausnahmweise auch die sonst verpönte Zuckerzugabe ran (selbstverständlich gesunder Rohrzucker ;) )und es wurde ganz simpel die Schnitttechnik vergröbt, um sich nicht lange mit feinen Ingwerstreifen aufzuhalten während die kleingehackte schon etwas von Trockenheit in Mitleidenschaft gezogene kleine rote Chili, derer zwei, in der Ölmischung aus Sonnenblumenkernöl und Sesamöl brutzelte.
Hinzu mit dem Ingwer, braunbrutzelig werden lassen; der Fisch wurde einer schnellen Auftauaktion durch gutes Zusprechen und Heißwasser und Salzbeigabe unterzogen derweil, die optische Beschaffenheit der Außenzone schien ausreichend.

Dann Reiswein die guten Putzfähigkeiten hervorbringend ins Öl hinein und während es einkocht, darf dunkle Soyasauce hinzu, der braune Rohrzucker dann auch noch und der Fisch macht es sich dann bei eher geringerer Temperatur bequem, gibt das Tiefkühlwasser noch ein wenig ab und blubbert so vor sich hin.
Eventuell ab und an aushelfen mit weiteren Reisweinetceinlagen…

heilbutt in ingwerreisweinsojasauce mit melone
Harmonisch vereint — Heilbutt mit Melone und Frühlingszwiebel in Reiswein-Soya-Sauce mit deutlicher Ingwerhervorhebung

Ganz zum Schluss der Fisch raus und dann kurz kleingeschnitte Zuckernmelone und Frühlingszwiebeln hinzu und weiterköcheln; serviert mit Reis — und es hat wunderbar geschmeckt, die fruchige Melone passt sowas von gut zu der Zusammenstellung, die mit scharfen untergründigen Tönen den Ingwer hervorhebt und durch diese aromatische Verbindung den Fisch optimal unterstützt. Einziger Nachteil, die Freude währt nicht lang ;-)


5 Antworten auf “Geradezu sich vergewissernd, dass Einbrüche sich als den Gewohnheiten doch durchaus ergeben zeigen, konnte sich auf verstecktes Gut bezogen werden”


  1. Gravatar Icon 1 Erich 06. August 2010 um 18:18 Uhr

    Meine Melonen haben meist auch Kerne, aber die Zuc Kernmelonen kenne ich nicht. Der Fisch macht sich gut, wenn etwas Sojasauce und Ingwer dabei sind muss er wohl wirklich wunderbar geschmeckt haben.

  2. Gravatar Icon 2 kulinariakatastrophalia 07. August 2010 um 2:12 Uhr

    @Erich
    Es hat ein wenig gedauert… ;-) <:-p
    (zu Dokumentationszwecken wird das natürlich stehengelassen :p )

  3. Gravatar Icon 3 lamiacucina 07. August 2010 um 7:18 Uhr

    Weintrinker sind im Vorteil, die wissen sich den Genuss des Gerichts durch viele Unterbrechungsschlückchen erheblich zu verlängern.

  4. Gravatar Icon 4 Wolf 09. August 2010 um 10:57 Uhr

    Schmeckt bestimmt auch Klasse mit Krabben :-)

  5. Gravatar Icon 5 kulinariakatastrophalia 10. August 2010 um 23:44 Uhr

    @lamiacucina
    :d

    @Wolf
    Krabben würden eher geschmacklich untergehen (oder vielleicht Monsterkrabben).

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