Die sich vorzunehmende Einkaufslust scheitert bisweilen daran, dass zwar das Angebot reichhaltig auf den zahlreichen Märkten der Stadt ist, aber leider auch zeitlich limitiert, sodass gewaltige Anstrengungen betrieben werden müssen, um dem diesjährigen Ziel alle alten Salatsorten zu probieren gerecht zu werden.
Meist sind die nämlich leider schon weg, verschwunden in den zahlreichen Einkaufskörben der FrühaufsteherInnen, die vermutlich nur durch ihre Blagen so zeitig aus dem Bett geschmissen werden

Empfehlenswert salateinkaufstauglich
Ab und an gelingt es dann — die wöchentliche Ausbeute ist ein wuselig daherkommendes kompaktes widerspenstig sich gebendes doch erstaunlich zart-aromatisch schmeckendes Exemplar (ein Eichhornblattsalat sagt das Internet) — der Name entspricht historisch wahrgenommener Gaukelei und so in etwa muss das in Salat versinnbildlicht sein, keiner könnte passender sein und außerdem mundet er auch noch sehr dem Zwecke hochsalatwillkömmlicher Abwechselung
Der Zucht alter Kulturpflanzen, die bunte Einsprengsel, rotes Kleid oder zackige Blattränder in wirren Formen aufweisen können und deshalb wohl einst als nicht anbau- und verkaufstauglich angesehen wurden, widmet sich neben Universitäten, BiogärtnerInnen und Freizeitzuchtexpertinnen auch ein Verein, der allerlei Samen, Kerne und dergleichen bereithält, um die Vielfalt zu förden und vor dem immer gleichen Massenanbauangebot retten will, was zu retten ist.

Till, einfach nur Till
Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V. kurz VERN betreibt ein Saatgutarchiv und bietet dabei auch Salat-Sorten [pdf] für den Versand auf nichtkommerzieller Basis an. Ansonsten heißt es, den Weg auf sich zu nehmen und auf den Wochenmärkten am Arnswalder Platz, Boxhagener Platz, Karl August Platz oder Dahlem bei Struwelpeter, Rehzunge und Bunten Forellen zuzuschlagen
Und zur wanderlichen Erkundung eignen sich die Salate und Co. auch noch: Auf diversen Schaugärten in Brandenburg kann ein Blick genommen werden zur Erhaschung geschmacklicher Möglichkeiten.
So ein Till kullert stets aus unserer Gemüsekiste, hatte sich allerdings bisher noch nie namentlich vorgestellt.
Wir müssen/wollen nächstes Jahr erstmals unsere eigenen Salatsetzlinge aus Samen ziehen, da können wir uns dann in Online-Shops mit alten Sorten eindecken. Kaufen können wir die Samen solcher Sorten hier in den Läden nicht, solcherarten Setzlinge bei den Gärtnern schon gar nicht.
Warum bekomme ich so selten Endiviensalat, Eskariol, Frisée oder einen echten Kopfsalat?
Immer gibt es diese Modesalate blonder oder blauer Eichhornblattsalat, Eisbergsalat. Toll diese asiatischen Salate von Dir und die ganzen essbaren Kräuter.
also mit unserer „blage“ hättet Ihr eine wahre freude: der junge herr ist ein nachtlichterl & pennt dafür mit vorliebe morgens. was uns maßgeblich daran hindert, frühmorgens (wie gewohnt) die innsbrucker markthalle zu plündern. erstaunlich übrigens, was es in berlin so alles an salaten gibt.
@Schnick Schnack Schnuck
/
Das war bisher entgangen, aber nun hat das Kind einen Namen
@Erich
Es lebe das Internet für die gartentechnische Einkaufsgestaltung, aber beeilen — sonst sind die besten Tütchen weg
@Kormoranflug
Endiviensalat wie Eskariol und Frisée gibt es aber doch eigentlich relativ häufig zu kaufen?
Till wäre inzwischen eigentlich auch schon ein Modesalat
@reibeisen
Nachtaktive Nachwuchstätigkeiten — hoffen, dass es so bleibt!